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Fernweh
29 | 605 Aufrufe | 04.12.2017, 14:19

Es ist Zeit nachträglich zu einem Geburtstag zu gratulieren.

Seit dem 26. August 2012 also seit über 5 Jahren ist der NASA Rover Curiosity auf dem Mars unterwegs und sehr fleißig. Er bohrt, untersucht, fotografiert, inspiriert viele Menschen und fährt von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt.

Welche technische Meisterleistung hier abgeliefert wurde, sieht, wer über die beeindruckenden Daten des Fahrzeugs nachdenkt.

Länge: 3 Meter.
Breite: 2,7 Meter
Höhe: 2,2 Meter
Gewicht: 899 Kg

 


Quelle: ESA & MPS for OSIRIS Team


Die NASA hat eigentlich einen Kleinwagen auf die Reise geschickt. Der Rover selber wiegt 899 Kg ohne die zur Landung nötige zusätzliche Technik. Diese MSL ( Mars Science Laboratory ) genannte Landeeinheit hatte ein Gesamtgewicht von fast 3900 kg.

Die Landung war sehr kompliziert und erfolgte in 4 Phasen.

1. Phase: Bremsvorgang in der oberen Atmosphäre durch Reibung mit Hilfe des Hitzeschildes. Geschwindigkeit vorher: ca. 20.920 km/h; hinterher: ca. 1609 km/h

2. Phase: Bremsfallschirm

3. Phase: Bremsraketen

4. Phase: Landekran. Da Bremsraketen direkt am Fahrzeug zu viel Staub aufgewirbelt hätten, hielt das Landefahrzeug ca. 6,5 Meter über dem Landplatz mit Hilfe der Raketen die Höhe und ließ den Rover das letzte Stück per Seil bis auf den Boden.

Einen Animationsfilm von dem gesamten Manöver findet ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=a4YqNoLkmxE ( Lohnt sich! )

Wer Interesse hat, kann hier auch ein längeres Video sehen, welches auch den Start der Rakete am 26. November 2011 zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=CAM3kGOAkcc


Wie man sieht, wurde erheblicher Aufwand betrieben, um die wertvolle Fracht sicher abzusetzen.

Wichtig ist, dass die Manöver alle im Voraus berechnet und auf die Sekunde genau vom Computer ausgeführt wurden. Durch die Entfernung gab es einige Minuten Zeitverzögerung, die ein Eingreifen während der Landung unmöglich machten. Also mit anderen Worten, als wir von Curiosity hörten, dass er sicher angekommen war, hatte der Rover seine abenteuerliche Reise schon ca. 15 Minuten hinter sich. Seit der Landung konnte das Gefährt von der Erde aus gesteuert werden.



 
Quelle: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

 

Die Europäer haben 2016 ein ähnliches Manöver im Rahmen der ExoMars Mission versucht. Leider ist der Europäische Rover hart aufgeschlagen und hat die Landung nicht überlebt. Bei der Raumfahrt haben die Amerikaner die Nase wirklich weit vorn.

http://www.zeit.de/wissen/2016-10/exomars-schiaparelli-mars-landung-esa-roskosmo

Curiosity verfügt über viele wissenschaftliche Bauteile zur Untersuchung des Planeten, aber auch mehrere Kameras. Unter anderem sind Kameras auf „menschlicher Augenhöhe“ installiert. Von der NASA-Internetseite kann man eine Software herunterladen, die es möglich macht auf dem Mars mit Hilfe eines VR-Headsets ( z.B. HTC Vive ) zu spazieren. Die Bilder werden in der richtigen Höhe aufgezeichnet, um ein realistischen Sehgefühl zu erzeugen. Ganz so, als würde man selbst über den Mars flanieren.

Ein Foto aus Einzelbildern in hoher Auflösung kann man hier sehen:

https://www.nasa.gov/sites/default/files/thumbnails/image/pia21718.jpg

Hauptaufgaben, neben der Spielerei auf der Erde sind biologische, geologische und chemische Untersuchung der Oberfläche sowie Strahlenmessungen. Zusätzlich sollen die Veränderungen der Atmosphäre erforscht werden, da man davon ausgeht, dass der Mars früher eine erdähnliche Atmosphäre hatte.


Quelle und hohe Auflösung


Mancher mag fragen, warum derartige Anstrengungen nötig sind, um beispielsweise Leben auf anderen Planeten zu finden oder permanente Siedlungen zu errichten. Sollte wirklich Leben gefunden werden, müssen wir unseren Glauben von unserer eigenen Einzigartigkeit neu überdenken. Die Wahrscheinlichkeit, der Existenz intelligenten Lebens außerhalb der Erde steigt natürlich, wenn z.B. auf dem Mars irgendwann Mikroorganismen gefunden werden. Eine Basis macht auch Sinn, da die Erde vielleicht irgendwann als Lebensraum für Menschen ausfallen kann. Immer wieder gibt es einige Beinahekollisionen mit sehr großen Asteroiden, die das Potenzial haben uns zu schaden bzw. auszulöschen.

Hier ist ein Video aus Russland von einem sehr kleinen Meteoriten, der bis auf die Erde geflogen ist. Die Brocken waren nur ca. 50 cm groß, trotzdem gab es da 2013 über 500 verletzte Menschen. Glücklicherweise sind wir damals noch „mit blauem Auge“ davongekommen.

https://www.youtube.com/watch?v=pBvIZBYQ1xM

Warum schreibe ich diesen Blog? Zunächst hatte ich eben eine Stunde Zeit, die sinnvoll nutzen wollte und mich interessiet das Thema. :)
Weiterhin gab in letzten Zeit gab es hier einige negative Beiträge und viel Politik. Ich finde es macht Hoffnung solche außergewöhnlichen Leistungen auch aufzuzeigen, denn die Menschheit ist meiner Meinung nach nicht verloren, wie von einigen befürchtet. Natürlich ist unsere Geschichte geprägt von Unrecht, Krieg und Verfolgung, aber im Endeffekt entwickeln wir uns weiter und werden durch technischen Fortschritt und Erfindergeist zukünftig Probleme meistern, die heute noch unlösbar scheinen. Für mich ist das eine positive Aussicht. Ich habe schon einige Blogs über „Weltraumthemen“ geschrieben, wenn ihr meint, das hat in einer Partnerbörse nichts zu suchen, einfach mitteilen, dann werde ich solche Blogs nicht mehr einstellen.

Grüße und danke fürs Lesen.

 

Kategorie: Allgemein | 15 Kommentar(e)

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