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Wo ich auftauche, tauchen Andere unter...

Ich trink auf Dein Wohl Marie... 90 | 568 Aufrufe | 13.11.2017, 09:44

  • Ja, sie heißt Marie. Marie ist eine 74 jährige Dame, die ich im Fitnessstudio kennen- und schätzengelernt habe. Vor ca. 2 1/2 Jahren sah ich Marie zum ersten Mal im Studio. Sie hatte ihre erste Trainerstunde und mußte nach kurzer Zeit abbrechen, weil sie nicht mehr konnte. Sie weinte und kam sich wohl sehr verloren vor. Der Trainer nahm sie in den Arm und tröstete sie. Da wußte ich natürlich noch nicht, was mit Marie los ist. Ich dachte mir, na ja, sie hat halt null Kondition. Das stimmte auch, aber das war längst nicht Alles.

    Wenige Tage später sah ich Marie wieder. Sie kam gerade und checkte sich ein. Ich saß an der Theke und trank einen Eiweißshake, weil ich gerade ein Päuschen eingelegt hatte. Marie wollte in die Umkleide, die im ersten Stock war, und hatte Probleme, die Treppe hochzugehen. Als ich das bemerkte , half ich ihr dabei, verschwitzt wie ich war und es zog ein leichtes Lächeln über ihr Gesicht. Später dann drehte sie direkt auf dem Laufband neben mir ihre Runde, die bereits nach geschätzten 200 m beendet war. Ich sah wie traurig sie war und setzte mich neben sie und sagte wohl so was Blödes wie, mach Dir keine Gedanken, so habe ich auch angefangen, das wird schon. Sie meinte nur nein Das wird nix mehr. Sie ging.

    Trotzdem sah ich sie im Studio wieder und wir kamen ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie an Darmkrebs erkrankt ist und einen künstlichen Ausgang habe. Das Schlimmste sei aber, dass sie die Lust am Leben verloren hätte. Kein Antrieb. Null Bock auf gar nichts. Ihre Kinder weit weg. Richtige Freunde dünn gesäht. Ihr Mann kurz vor ihrer Erkrankung verstorben. Sie wünschte sich, sie würde umfallen und ihr Leben sei vorbei. Das hat mich sehr betroffen gemacht. Aber über diese Aussage kamen wir uns näher und ich erzählte ihr meine Geschichte und dass ich auch den Hauch des Todes vor einigen Jahren gespürt hatte. Ich verpflichete sie, zu einer gewissen Zeit im Studio aufzuschlagen, um gemeinsam mit mir zu trainieren.

    Das klappte auch ganz gut. Es war schön zu sehen, wie ihre Kondition von einer Trainingseinheit zur Anderen langsam zunahm, sie Spass bekam auf dem Band zu laufen. Ganz allmählich kehrte das Lachen in ihr Gesicht zurück. Sie mag meinen trockenen und manchmal auch deftigen Humor. Nach einigen Monaten war Marie nicht mehr wiederzuerkennen. Es hat gedauert aber sie ist heute wieder eine lebensmutige lustige Frau, die ihre Krankheit akzeptiert und sich mit ihr arrangiert hat. Wir haben oft lange Gespräche geführt und viel dabei gelacht. Sie hat es geschafft, ihre Krankheit als Teil von sich zu akzeptieren aber doch nicht so wichtig zu nehmen. Vor ein paar Tagen fiel sie mir nach einigen Wochen sportlicher Abstinenz meinerseits um den Hals und herzte mich, als ich wieder im Sportstudio auftauchte und machte mir ein rührendes Kompliment. Sie meinte Norbert, wo warst Du so lange. Ich habe Dich vermißt. Du bringst Freude in mein Leben. Ich war total gerührt und hab ihr das auch gezeigt.

    Morgen hast Du Geburtstag . Ich kann leider nicht da sein. Aber ich trink auf Dein Wohl Marie und ich freue mich, dass ich einen kleinen Beitrag dazu leisten konnte, Deine finsteren Gedanken zu zerstreuen.

    Ich erzähle das nicht wegen mir. Ich war nur zufällg da. Es geht um Marie und wie es gehen kann, dass aus purer Verzweiflung und Erschöpfung am Leben wieder ein bejahendes und fröhliches Leben und Erleben werden kann. Sie kleidet sich wieder elegant, wie sie es bis vor ihrer Erkrankung immer getan hatte. Ihren Rollator, der ständiger Begleiter war, nimmt sie nur noch mit, wenn sie Einkaufen geht. Und das wurmt sie, wie sie sagt. Sie fiebert dem Sport entgegen. Inzwischen läuft Marie auf dem Band eine 3/4 Stunde und geht danach noch an einige Kraftgeräte. Das zu erleben, dabei zu sein ist eine tolle Erfahrung.

     

    Ach ja, wenn ich gleich nicht mehr grün bin, heißt das nicht, dass ich in der Versenkung verschwunden bin. Nein ich bin im Fitnessstudio!

    Und, was man nicht unterschätzen sollte. Sie hat durch den Sport  Bekannte und eine Handvoll Freunde neu dazugewonnen.


    Kategorie: Allgemein | 25 Kommentar(e)


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