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Tagebuch eines Nichts 32
21 | 619 Aufrufe | 14.09.2018, 05:25

Die folgenden ca. 6 Jahre bringen mich an meine Grenzen. Das Zusammenleben mit meinen Schwiegereltern gestaltet sich zusehend schwieriger. Hier nun einige Beispiele von 3 Generationen unter einem Dach. 

Ich bin in der Stadt Erledigungen tätigen, jemand aus dem Bekanntenkreis meiner Schwiegermutter spricht mich an: „Du hast aber eine schöne Wohnung, ihr habt es euch aber schön gemacht.“, ich schau sie verdutzt an, „Woher weißt du das?“, „ na Oma hat uns rumgeführt“, ich bin entsetzt, versuche das Gespräch zu beenden. Meine Schwiegermutter zeigt anderen unsere Wohnung, sind wir ein Öffentliches Museum?

Eines Morgens stehe ich auf, nackt wie ich bin gehe ich ins Bad, halt stop, da sitzt jemand in der Küche, ich geh zurück, sitzt meine Schwiegermutter am Küchentisch und telefoniert. Ich bin perplex und frage was sie da macht, sie hat telefoniert. Ich brüll sie an sie brüllt zurück und geht. 

Ich fordere von meinem Mann das er das Schloss auswechselt, er tut es dann auch, ohne Erfolg, er muss seiner Mutter den Schlüssel geben, sie setzt ihn unter Druck, es wäre alles ihrs und sie hätte das Recht deswegen einen Schlüssel zu besitzen, schließlich ist in unsere Wohnung der Zugang zum Keller und Wäscheboden. Good By Privatsphäre.

Ich brauche eine Mietbescheinigung, es ging nur um eine Bescheinigung auf der auch hätte 1 € bzw. 1 Mark stehen können, um Unterstützung, Umbaukredit oder Lohnsteuer oder wegen  KITA-Kosten, nein wir leben im rechtsfreien Raum, mein Mann zahlt zwar monatlich an sie aber wir können nichts geltend machen.

Neben den vielen Demütigungen die ich, mein Mann, die Kinder und auch ihr Mann so täglich ertragen müssen gestaltet sich auch das Eheleben immer schwieriger. Alle sind gefrustet. Freunde meiner Kinder bleiben aus weil sie sie nur abfängt und aushorcht über deren Familienleben, unsere Freunde bleiben aus dem selben Grund fern. Jeder versucht der Frau aus dem Weg zu gehen.

Was mache ich, ich frage mich immer mehr warum sie so ist und das muss doch alles eine Ursache haben und wenn ich die Ursache kenne kann ich vielleicht was ändern. Ich unterhalte mich deswegen oft mit der Schwester meiner Schwiegermutter die im selben Ort wohnt. Sie ist eine herzensgute Frau und wir versehen uns sehr gut.

Meine Schwiegermutter ist das zweite Kind, die Mutter stirbt als sie 1 Jahr alt ist, der Vater musss die beiden allein durchbringen, sie wohnen an der Oder, es ist Krieg, zum Ende des Krieges müssen sie flüchten, vorher hat man die Mädchen auf Heuböden versteckt, man hatte Angst vor Mord, Vergewaltigung und Raub. Welches auch alle Schon gesehen haben. So flüchtet das Dorf in einer Nacht und Nebelaktion über einen Acker in Richtung Westen. Es Rollen Panzer und es wird geschossen mit Maschinenpistolen, viele sterben aber der Vater schafft es mit den beiden Mädchen die zusehen müssen wie Freunde und Verwandte es nicht schaffen. Sie finden hier im Dorf dann Unterschlupf und arbeiten für Kost und Logi  auf den Höfen. 

Meiner Schwiegermutter konnte ich also nicht helfen, schwer gestört durch Erlebtes. Ich empfand so etwas wie Mileid. Ich musste mich also damit abfinden. Ich ging ihr so gut wie es eben ging aus dem Weg, vermied Konfrontationen und hielt es einfach aus. 

Mein Schwiegervater wurde auch immer grimmiger und ging ihr auch oft aus dem Weg. Er wollte immer Stellmacher werden war aber durch die Erbfolge gezwungen den Hof zu übernehmen, die Frau die er liebte durfte er nicht heiraten und meine Schwiegermutter war zur rechten Zeit am rechten Ort. 

So ist das Leben und ich mitten drin.

 

 

Kategorie: Allgemein | 7 Kommentar(e)

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