Der Begriff „Betteln“ geht ja – genauso, wie das „Beten“ – auf das „Bitten“ zurück, und wer nicht um Hilfe bittet, kann nicht erwarten, dass Andere überhaupt wissen, dass er hilfsbedürftig ist.

Dabei schämt sich so Mancher, zuzugeben, dass er nicht mehr in der Lage ist, für sich selber zu sorgen, und somit auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein – besonders dann, wenn er Nichts vorzuweisen hat, womit er sich sofort bedanken kann – und hofft lieber im Stillen, dass das Wunder geschieht, worum er dringlichst gebeten hat, auf dass ihm stattdessen eine anonyme Schicksalsmacht aus der Klemme helfen möge.

Wer nun weiß, dass auch Wunder nur von Menschen aus Fleisch und Blut bewirkt werden können, muss zunächst seine Scham berwinden, und sich offen zu seiner Armut bekennen, was nur Diejenigen tun, die keinen anderen Ausweg mehr sehen, sodass von einem mutwilligen Luxusbetteln, welches die Stadtverwaltung verbietet, weil dadurch der Eindruck entsteht, sie täte nicht genug für die Armen, niemals die Rede sein kann.

Auch dann, wenn man so jovial veranlagt ist, dass man die karitative Tätigkeit zu seinem Beruf macht, wird man wissen, dass man nicht jedem Bedürftigen helfen kann, und daher zwangsläufig ungerecht wird, wenn man nur Einem hilft und den Anderen nicht.

In dem Falle muss man damit leben, dass man von den Nutznießern gesegnet und allen Anderen verflucht wird, oder gar von Beiden, wenn man Allen gleich wenig oder sogar Nichts gibt, sodass es für Niemanden ausreicht.

Daher empfiehlt die christliche Soziallehre praktischerweise, sich wenigstens um die Notleidenden zu kümmern, welche Einem am nächsten stehen, dh, die man am liebsten mag, weshalb man auch fälschl. von "Nächstenliebe" anstatt von "Nächstenfürsorge" spricht, denn wenn Jeder sich nicht nur um sich selber, sondern auch um seinen Nächsten kümmert, ist für Jeden gesorgt.
Seit 30 Jahren bietet die Caritas in meiner Kreisstadt eine Wärmestube an...
Mittagessen,Duschen,Wäsche waschen etc.
Eine Kleiderkammer ist angegliedert,die ich auch unterstütze,mit Kleidung und Hygiene Artikel.
" Obdachlosenasyle gibt es auch,dort muss man sich an Regeln halten,da fängt das Dilemma an...
Sie haben Angst bestohlen zu werden etc.
Nur eine Nachtunterkunft für Hilflose Personen gibt es auch,wird kaum angenommen.
Es ist meiner Meinung nach ,ein Teufelskreis...Ohne Arbeit keine Wohnung ...
keine Wohnung ohne Arbeit...
In Grosstädten gibt es auch Streetworker,die sich für Willige einsetzen.
Gestern Abend war ich noch im kl.Schnurrviertel in der Altstadt von Minden unterwegs,dort gibt es eine kl.Bankrunde am Friedensplatz,wo ein Obdachloser sass,mit dem ich ins Gespräch kam.Er stimmte zu,ihm aus einem nahegelegenen Cafe/Bistro einen Imbiss + heissem Kaffee zu holen.
Etwas Bares gab noch,zur freien Verfügung und wir trennten uns zufrieden...jeder auf seine Art.
Teudoofe_Tomate
"bevor hier über Grundrechte von Gottesfürchtigen oder Untertanen filosofiert (oder palavert) wird, gebt einfach was, es ist so einfach; "


Das eine schließt doch das andere nicht aus. Und die Diskussion ist doch das Threadthema hier.
Es gibt noch eine andere Mentalität: Menschen, die ihre oft unverschuldete Notlage im Bekannten und Freundeskreis kommunizieren, die wirklich etwas finanzielle Unterstüzung brauchen könnten, aber diese nicht annehmen wollen, das würde ihr Selbstwertempfinden schwerst beschädigen. Die wollen das Geld borgen. Und zurückzahlen.

Das ist für mich das schlimmste, es hat mich schon mal eine enge Freundschaft gekostet.

Notlage: Frau, frisch geschieden, 3 Kinder, davon noch zwei unterhaltspflichtig, ehemaliger Ehemann Freiberufler, in Konkurs, Frau auf Jobsuche. .Frage an mich : Borgst Du mir ... Betrag Fünftausend

Ich sag dann: Ich schenke Dir das, als Startkapital für Dein neues Leben.

Da ging die Freundschafts- Hölle los: Ich würde nichts von ihr halten, ich würde ihr nix zutrauen, und latürnich schafft sie das mit der Rückzahlung...

Ein Jahr später war nichts geschafft und womöglich aus Scham ( Die Kohle ist weg) die Freundschaft von ihr aus abgebrochen. Verschenken was man hat - wenn es der andere annehmen kann, ist für mich völlig O.K.

Aber dafür fertigmachen (wie niedermachend ich sei) lass ich mich nicht mehr!
Es ist die wohlwollende Güte, die einen guten Freund für den anderen liebenswert und damit wertvoll macht, und nicht die Liebe, wie es fälschlicherweise im paulinischen Korintherbrief steht, sodass es richtig heißen müsste:

„Die Güte ist langmütig und freundlich, die Güte eifert nicht, die Güte treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Schlechte nicht zu (sondern nur das Gute), sie ist nicht schadenfroh, sie erfreut sich aber an der Aufrichtigkeit; sie erträgt Alles, sie glaubt Alles, sie hofft Alles, sie duldet Alles!“

Einem Freund kann man nur verdientermaßen Etwas schenken, weil der sich ja mit Irgendetwas um die Freundschaft verdient gemacht haben muss, um ihn einen Freund nennen zu können. Insofern kann man ein Geschenk, welches seine Not lindert, auch als Gegengeschenk betrachten zum Dank für die Wohltaten, die er Einem vorher erwiesen hat, denn bekanntermaßen sind es ja die Geschenke, mit denen man auf Dauer die Freundschaft erhält, welche es natürlich nicht für Umsonst gibt.

Wenn der sich nun dafür schämt, sich nicht in angemessener Weise dafür bedanken zu können, sodass er sich lieber Etwas leiht - in der Hoffnung, Dieses später auf Heller und Pfennig zurückzahlen zu können - , dann tut er das, um sein „Gesicht nicht zu verlieren“, was zB in Asien gleich mit dem „Verlust der Ehrwürde“ gleichgesetzt wird, obwohl es lediglich sein Ansehen bei der Bank betrifft, welche nicht gütig ist, wenn sie damit seine Kreditwürdigkeit bewertet.

Die Ehrwürde als Freund hingegen verliert man erst dann, wenn man gar nicht beabsichtigt, seine Schuld zu begleichen, womit man automatisch die Freundschaft zerstört, welche es Einem normalerweise gestatten würde, dem Freund auch einen Teil der Schuld schuldig zu bleiben, wenn der bereit ist, das Leid mit Einem gemeinsam zu ertragen – so, wie er vorher auch die Freuden mit Einem gemeinsam genossen hat.

Die Grenze zwischen der Scham, bei Jemandem als minderwertig zu gelten, wenn man nicht mit ihm mithalten kann, weil er reicher ist, als man selber, und der Eitelkeit, nicht zugeben zu wollen, weil man damit auch sein falsches, geschöntes Selbstbild beschädigen würde, ist dabei fließend.

In beiden Fällen bedarf es jedoch immer eines besonderen Mutes, sich selbst der verdienten Barmherzigkeit durch einen vertrauenswürdigen Freund auszuliefern, von dem man erwarten kann, dass er seine Macht über Einen nicht zu seinem eigenen Vorteil missbraucht, indem er für einen Gefallen einen unangemessene Dank erwartet, obwohl er genau weiß, dass der Betreffende ihm den niemals wird erweisen können, nachdem er ihm zB das Leben gerettet hat.
Gerade habe mich eingelogen im ein Portal , hier , bei Frankfurt, in Oberursel- es heisst " Nachbarnshilfe " . Eine Dame, fragte, ob jemanden kennt ein Bettler, der hier bei Rewe , am Eingang , bettelt. Un wo er wohnt. Ob er ein warmer Bett hätte, und ob sie ihn helfen kann.

Jemanden hat ihr geantwortet .

Sie wusste daß er in ein Obdachlosen Wohnheim wohnt , und er bettelt für anderen, die noch ärmer sind als er, denn sie schlafen draussen aus die Strasse. Und sie hat ihn oft was warmes gekauft, mal ein Brezel ....

Also, solche Themen machen die Runde manchmal , Menschen kümmert und interesiert sich für die schwachen der Geselschaft.

Da mein Vater immer etwas in dem Hut der Bettler gegeben hatte, als ich noch zuhause im Bukarest wohnte, mache ich auch so . Als meine Tochter klein war, habe ihr das Geld gegeben, und sie ermuntert dem Bettler zu geben ...
Aber auch den Strassenmusikannten , oft Studenten, die üben für s Conservatorium , finde toll was sie machen !

Das der Stadt viel macht ist klar.

Ich denke, ich muss nicht in der Kälte betteln, Bettelmafia oder nicht, wenn jemanden unter einer Plane bettelt, hat es nötig, oft psychisch nicht stark genug , um genug Geld für die 50Plus Jahres Beitrag zu zahlen ..

...War ein Witz.
translation hat geschrieben: Es gibt noch eine andere Mentalität: Menschen, die ihre oft unverschuldete Notlage im Bekannten und Freundeskreis kommunizieren, die wirklich etwas finanzielle Unterstüzung brauchen könnten, aber diese nicht annehmen wollen, das würde ihr Selbstwertempfinden schwerst beschädigen. Die wollen das Geld borgen. Und zurückzahlen.

Das ist für mich das schlimmste, es hat mich schon mal eine enge Freundschaft gekostet.

Notlage: Frau, frisch geschieden, 3 Kinder, davon noch zwei unterhaltspflichtig, ehemaliger Ehemann Freiberufler, in Konkurs, Frau auf Jobsuche. .Frage an mich : Borgst Du mir ... Betrag Fünftausend

Ich sag dann: Ich schenke Dir das, als Startkapital für Dein neues Leben.

Da ging die Freundschafts- Hölle los: Ich würde nichts von ihr halten, ich würde ihr nix zutrauen, und latürnich schafft sie das mit der Rückzahlung...

Ein Jahr später war nichts geschafft und womöglich aus Scham ( Die Kohle ist weg) die Freundschaft von ihr aus abgebrochen. Verschenken was man hat - wenn es der andere annehmen kann, ist für mich völlig O.K.

Aber dafür fertigmachen (wie niedermachend ich sei) lass ich mich nicht mehr!




Ok, und wozu konnstest Du nicht akzeptieren, dass das Geld zurückgezahlt werden wollte????
...weil Du bereits vorher zu wissen meintest, sie würden das nicht schaffen können? Du ihnen aber haushoch (finanziell...und wohl nicht nur das) überlegen sein wirst?
....diese gütigen, selbstlosen Aufdrängler, sollten sich erst einmal ihres "Thema's" bewusst werden....
Der Geschichte von translation entnehme ich nichts von dem, was ihr hier von einem durchreisenden Schneesturm unterstellt wird. - Enge Freunde wissen schon, was der andere grade dringend gebrauchen könnte. Und wenn’s 5000 sind, dann sind’s 5000 geschenkt.

Vielleicht ist die Freundschaft ja auch an den unterschiedlichen Lebensstilen zerbrochen, die damit zu tun haben, wieviel Geld jemand monatlich zur Verfügung steht.

Während die eine weiterhin den Winterurlaub wie immer verbringt, weiß die andere nicht, wovon sie das neue Laptop des jüngsten Kindes bezahlen soll ….Alleinerziehend zu sein macht nicht immer Spaß...
Nein, ich hab´s ihr dann auf ihren wunsch hin geborgt! Aber halt nicht zurück bekommen!
Hätte ich es auf Bettler*innen verteilt , nur mal so: wie würdet Ihr das machen:

jedem 1 Euro (dann an 5000 Bettler)
jedem 5 Euro (dann an 1000 Bettler)
jedem 50 Euro (dann an 100 Bettler)
jedem 100 Euro (dann an 50 Bettler)
jedem 500 Euro (dann an 10 Bettler)

mit oder ohne Frauen und Transgender-Quote?

Es gibt auch Fragen zur Logistik: Wie verteile ich das überhaupt? Auto ist bäh, Taxi geht gleich garnicht, in den Öffis rumlaufen mit 5000 Euro? Zu Fuss oder mit dem Fahrrad?

Und versucht mal, auf deiner Bank soviel Geld überhaupt zu bekommen! Sagen wir mal, in 5 Euro Scheinen! Probiert das doch mal aus!

Echt jetzt!
Kann man vorbestellen.
Stimmt, und ist auch kein Problem. Habe das bereits 2 Mal in Anspruch genommen, als ich jeweils 1000 Stk. 20er (damals noch Schillinge) benötigte. Einmal am nächsten Tag, einmal am übernächsten Tag abholbereit.
Das Wunder des Glückes durch eine Wohltat bedarf immer eines bereitwilligen Wohltäters und eines in der Not Begünstigten, damit es überhaupt stattfinden kann.

So kann sich jeder potenzielle Wohltäter genauso freuen, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt, sich als solcher zu erweisen - ganz gleich, was er sich sonst noch Alles davon erhoffen mag - , und der Bedürftige, der das Vertrauen in die Menschen verloren hat, welche ihn in der Not bisher im Stich gelassen haben, kann ebenfalls wieder neue Hoffnung auf das Wunder schöpfen, wozu im Grunde dieser Tag genauso gut geeignet ist, wie jeder andere.

Der Pfadfinder, der sein größtes Glück darin sieht, seine Macht dazu verwenden, Andere glücklich zu machen, bewirkt damit sein eigenes Glück selber, ohne erst Andere darum bitten oder darauf warten zu müssen, dass sie es von sich aus für ihn tun.
Hallo @Filofaxi (22.12.2020, 0:00),

Grundlegend gebe ich Dir Recht – es bedarf den von Dir beschriebenen äußeren Umständen und der Interaktion zwischen „Gebendem“ und „Nehmendem“, um, wie Du schreibst, das „Wunder des Glückes durch eine Wohltat“ überhaupt erst geschehen zu lassen.

Allerdings – und jetzt kommt das „Aber“ – betrachte ich die Rolle des Gebenden nicht ausschließlich als die eines „Wohltäters“, der eine „Wohltat“ vollbringt, um gemeinsam mit dem Nehmenden das „Wunder des Glückes durch eine Wohltat“ erleben zu dürfen.

Vielleicht ist lediglich unsere Auffassung zum Begriff „Wohltat“ unterschiedlich. Das mag z.T. daran liegen, dass Du Dich dem Thema aus eher philosophischer Sicht näherst, ich mich hingegen grundsätzlich eher zu empirisch orientierten Wissenschaften bzw. einer induktiven Denkweise hingezogen fühle. Aber das ist in dem Moment nicht von Bedeutung.

Der Begriff "Wohltat" wird im aktuellen Sprachgebrauch ja nicht mehr allzu häufig verwendet und mag sich in seiner Bedeutung in den letzten Jahrzehnten etwas gewandelt haben.

Nach meinem Verständnis ist eine Wohltat in unserem Kontext eine absolut selbstlose Handlung, die darauf abzielt, für andere (also nicht für sich selbst) etwas wie auch immer geartet „Gutes“ zu tun.

Und Selbstlosigkeit – als notwendige Voraussetzung einer Wohltat – erwartet nun einmal keine Gegenleistung.

Deine „Glückstheorie“ bringt mich übrigens noch auf einen anderen Gedanken: Wenn der Gebende seine „Glücksmomente“ daraus bezieht, dass er anderen etwas geben kann (also „Gutes tut“) – wie unglücklich müsste sich der Gebende dann fühlen, wenn durch seine Gaben (= Wohltaten) die Notwendigkeit des Gebens eines Tages nicht mehr existieren würde?

Der Gebende würde nach Deiner Theorie gewissermaßen langfristig den Ast, auf dem er sitzt (d.h., seine Glücksmomente generiert) selbst absägen….
Die Wohltat erfolgt ja nicht selbstlos, wenn sie dazu dient, dem Wohltäter überhaupt zu ermöglichen, einer zu werden, sofern das sein größter Wunsch ist, um damit seinerseits eine Buß- oder Dankesschuld zu tilgen, oder um eine zu bewirken, woraus dann eine wunderbare Freundschaft des gegenseitigen Schenkens entstehen kann.

Ansonsten ist eine Wohltat als tätiger Ausdruck des freundlichen Wohlwollens natürlich noch mehr wert, wenn sie tatsächlich vollbracht wird, anstatt nur zugestanden zu werden, sodass es besser ist, Jemandem 10 Euros zu schenken, anstatt ihm lediglich symbolisch alles Gute zu wünschen, ohne es auch tatsächlich zu bewirken.

Bei der Inaussichtstellung einer Wohltat kommt dann noch die Vorfreude hinzu, sofern der Bedürftige nicht so bedürftig ist, dass er der Wohltat unmittelbar bedarf, sondern noch ein Wenig darauf warten und hoffen kann, solange dies nicht bis nach dem eigenen Tode sein muss, wie es die Pfaffen dem Erbarmungswürdigen als Lohn für sein Leiden vor dem Tode versprechen.

Karl Marx ist damals auch davon ausgegangen, dass der Markt eines Tages gesättigt sei von den „Wohltaten“ der Kapitalisten, sodass es zur Überproduktion von Waren kommt, die Niemand mehr braucht und daher auch nicht kauft, sodass der Kapitalismus damit von selber ein Ende findet.

Das Modell der gleichzeitigen Verelendung des Arbeiterstandes durch Ausbeutung und Unterbezahlung führt jedoch schon vorher dazu, dass der sich seine teuren Wünsche gar nicht mehr leisten kann, was die Überproduktion der Waren noch beschleunigt, sodass der „Wohltäter“ auf seinen Geschenken am Ende sitzen bleibt.

Leider hat Marx dabei nicht mit den Betreibern weltweit agierender Konzerne gerechnet, die noch billiger im Ausland produzieren lassen, um die Preise im Inland so günstig gestalten zu können, dass die sogar der ausgebeutete Arbeiter dort noch bezahlen kann.

Das führte dazu, dass der mit der Erfüllung seiner Konsumwünsche beschwichtigte Arbeiter den Urhebern weltweiter Ausbeutung auch noch sein eigenes Ausgebeutet-Werden nachsieht und sie als Diejenigen lobpreist, die das Wunder, dass er nun ebenfalls vergleichsweise wie ein König auf Kosten der Ärmsten der Welt leben kann, überhaupt erst möglich gemacht haben.

Dass jedoch das Leid auf der Welt eines Tages vor lauter Wohltaten der Wohltäter ein Ende findet, ist genauso wenig anzunehmen, wie dass die Übeltäter von selber aufhören, das Leid zu verursachen, weil sie dann ja auch keine Übeltäter mehr wären, die ihren Wohlstand auf der Armut Anderer begründen.

So wird es also auch in Zukunft noch immer genügend Grund für den Besinnlichen geben, um Buße zu tun, indem er seine Schuld wenigstens symbolisch hier und da mit einem kleinen Geschenk an Diejenigen tilgt, die es nicht so gut getroffen haben, wie er selber.

Damit erhält sich der spendable Gönner sein eigenes Paradies auf Erden, und speziell in der Weihnachtszeit auch noch obendrein die fröhliche Weihnachtsstimmung seiner Günstlinge, sowie die Vorfreude auf ein hoffentlich noch besseres neues Jahr, als es das vorherige war – Halleluja und Amen!