Zwei Wissenschaftlergruppen haben die genetische Struktur der Ureinwohner Amerikas untersucht. Man ging bisher davon aus, dass die Einwohner Amerikas von Eurasiern abstammen, die vor ca. 25 000 Jahren über die Beringstraße, damals noch eine Landbrücke, in Amerika einwanderten.

Dabei stellte sich heraus, dass zwei Stämmen im Amazonasgebiet. die Suruí und Karitiana, von den Wissenschaftler nun südostasiatische Ursprünge nachwiesen wurde: Die Indios ähnelten stark den Menschen, die heute in Neuguinea, Australien oder auf den Andamanen im Golf von Bengalen leben. Das Harvard Team bezeichnete sie als „Population Y“. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es eine zweite Einwanderungswelle gab und welche früher stattfand.

http://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/ ... 1.18583812
Eine Frage: wie viele interessieren sich momentan für diese Thema, wir in Europa haben derzeit andere, große Probleme.
hallo dick,

was die "wissenschaft" doch für umwege nimmt/nehmen muß.
gut,
wir leben in unseren umständen.
gut das es "amerikanische" wissenschaftler waren,
das sollte reichen.....

robert lawlor "am anfang war der traum",
guter einstieg in die kultur der aborigines....
wenn bedarf.
gruß,
f.
_SPHINX_ hat geschrieben: Eine Frage: wie viele interessieren sich momentan für diese Thema, wir in Europa haben derzeit andere, große Probleme.


Eine wohldurchdachte Antwort. In der Tat haben unsere großen Probleme aber auch gar nichts mit den Ursachen und Abläufen der Wanderungsbewegungen von Völkergruppen zu tun. Und deren Erforschung, die uns möglicherweise etwas über ihre Steuerung lehrt, ist auch völlig überflüssig. Wir haben es bisher nicht gelernt und brauchen es daher auch zukünftig nicht zu lernen.
War das jetzt Ironie?


Wanderungsbewegungen sind Wanderungsbewegungen. Entscheidend: Ursache/Notwändigkeit --> Zahl der Aus- bzw. Ein-Wanderer pro Zeitraum.
Sowie: Bedürfnisse/Ansprüche --> Erwartungen --> Auswahl des Zielgebietes.
Entsprechende!!! "Nischen" (territoriale Siedlungsräume, oder ~Expansionsräume) - welche frei!!! zur Verfügung stehen - gibt es nicht.

Wer will schon im Amazonasbegiet siedeln ......


Was genau meinst du mit "Steuerung"?
Der Befund dürfte von neuem das Augenmerk lenken auf die schon lange vermutete polynesische Seefahrt in Richtung amerikanischer Kontinent, und wirft gleich weitere Fragen auf:
- was hat diese Wanderung ausgelöst?
- welche Gründe hatten sie, im fernen Osten Festland zu vermuten?
- woher kamen ihre technischen und nautischen Kenntnisse?
Man könne einfach zunächst vermuten:

1.die Neugier des Entdeckergeistes
2.die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist
3.Polynesien wäre geradezu prädestiniert zumindest irgendwie geartete Seefahrer hervorzubringen

Thor Heyerdals Kontiki-Contest bewies zumindest die Fährbarkeit in der Gegenrichtung, sodass die gemeinsame Verwandtschaft relativ logisch erscheint.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kon-Tiki

Insofern wäre evtl. zunächst das Henne-Ei-Problem zu erhellen. ;o)
Die Besiedlung Amerikas erfolgte sie in mehreren Wellen? Da scheint man sich nicht sicher zu sein.
1) Mehrere Wellen: In der Genanalyse unterschieden sich drei übergeordnete Gruppen dieser Ureinwohner-Stämme in ihrem Erbgut so deutlich, dass die Forscher dies nur mit drei zeitlich voneinander unabhängigen Besiedlungswellen erklären können. Demnach stammt der Großteil der Ureinwohnerstämme von Kanada bis zur südlichen Spitze in Chile von nur einer asiatischen und genetisch recht homogenen Population ab – vermutlich jene, die vor 15.000 Jahren auf dem Weg nach Amerika die Beringstraße als Erstes überschritt. Die Wissenschaftler tauften sie "First Americans". Zwei weitere Gruppen sind die aus Sibirien stammenden Völkerstämme, die sogenannten "Eskimo-Aleut" und die "Chipewyan"-Stämme, die sich genetisch ähnlicher sind und deutlich von den ersten Amerikanern unterscheiden. Die Daten unterstützen außerdem die These, dass der Kontinent von Norden nach Süden und entlang der Küste bevölkert wurde. Auch dabei scheint es so etwas wie "rückwärtsgerichtete" Migrationen gegeben zu haben. Volksstämme, die zunächst in den Süden Amerikas wanderten, traten einige Zeit später den Weg zurück nach Mittelamerika an. Die Tschuktschen im Fernen Osten Russlands tragen Erbgut der First Americans.
http://www.welt.de/wissenschaft/article ... loest.html

2) Eine Welle: Die eurasischen Einwanderung erfolgte über die damalige Landbrücke über die Beringstrasse. Dies geschah während der letzten Kaltzeit vor maximal 23 000 Jahren. Dabei seien die eurasischen Zuwanderer möglicherweise bis zu 8000 Jahre auf der Beringstrasse eingeschlossen worden. Besiedlung entlang der Küsten und das südliche Südamerika bis spätestens vor 14 600 Jahren. Vor etwa 13 000 Jahren, habe sich in Nordamerika eine Gruppe abgespalten. Sie drang gegen Ende der letzten Kaltzeit ins Innere des Kontinents vor. Von ihnen stammen etwa die Cree- oder Chipewyan-Indianer und andere Vertreter ab. Die deutlichen Unterschiede in der Schädelmorphologie dieser Gruppen seien nicht Folge der Migrationsgeschichte, sondern der langfristigen Bevölkerungsprozesse innerhalb von Amerika.

3) Polynesien: Auch bei der Besieglung Polynesiens ist man sich nicht sicher. Sie hat vermutlich 1500 v. C. begonnen. Neuere Hypothesen legen den Ursprung nach Taiwan und den Beginn auf 4000 v. C. Tatsächlich erreichten die Siedler auch Südamerika und brachten das Huhn und die Süßkartoffel mit. Insbesondere auch der Botocudo Stamm geht auf diese Gruppe zurück.
https://de.wikipedia.org/wiki/Polynesien
lt. Hans Giffhorn soll es Gentechnische Übereinstimmungen zwischen den Cachapoya und den Keltiberern geben. Leider verhindert Peru eine weitergehende Untersuchung, man möchte keine präkolumbianische Entdeckung Amerikas.
Genauso wie es einzelne Indiogruppen im Amazonasgebiet gibt, die hellhäutige und blonde genetische Merkmale vorweisen.

Nach Genanalysen dieser Leute stellte sich heraus, das sie nordeuropäischer Abstammung sind und ihre Vorfahren die Wikinger, die wahren Entdecker Amerikas vor ca. tausend Jahren, in diesen Gebiet siedelten und sich mit den damaligen Ureinwohnern vermischten.

Wenn man mal rückblickend schaut, sind wir alle sogenannte Mischlinge und vor allem, zu 99,9 % miteinander verwandt.

Denn nur ein kleiner Teil der Menschenrasse Homo sapiens wanderte vor 20.000 Jahren aus Afrika aus. Die sich aber um so rasanter über den gesamten Planeten vermehrten.

Viele von uns weisen sogar zwischen 2 - 4% Neandertaler-gene auf.
Faszinierend.
Wann hat die Vermischung zwischen Homo sapiens und Homo neanderthalensis stattgefunden?
Wurde der Homo neanderthaler doch nicht vom Homo sapiens, wie vorerst vermutet wurde, ausgerottet.

Einige Frage sind noch offen, ob auch das Erbgut des Homo floresiensis, einer kleinwüchsigen Art der Gattung Homo, dessen Überreste 2003 auf der indonesischen Insel Flores entdeckt wurden, im Erbgut des Homo sapiens zu finden sind.

Ähnlich verhält es sich um das Erbgut des Homo naledi, dessen Entdeckung Wissenschaftler erst 2013 in einer Höhle in Südafrika machten.

Sind alle diese Menschenarten auch in unseren Erbgut zu finden?
Oder sind sie einfach nur neben dem Homo sapiens ausgestorben, ohne das eine Vermischung der Arten stattfand?
Homo naledi: erst vor kurzem wurden drei fast vollständige Skelette des Homo naledi entdeckt
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21 ... 05-09.html

Zum gemeinsamen Erbgut ist zu bemerken, dass der Begriff Vermischung hier missverständlich ist. Die gemeinsamen Gene können zustande durch die gemeinsamen Vorfahren, die Unterschiede durch die darauffolgende Differenzierung. Wenn diese recht spät erfolgte, so sind die Gemeinsamkeiten recht groß. So stimmen unsere Gene zu 99,4 % mit denen des Schimpansen überein!
In der Tat ist es schon verwunderlich, das es Menschen des frühzeitlichen Australopeithecus afarensis, es bis nach Brasilien schafften.

Allerdings, sind die urzeitlichen Australier auch ein sehr erstaunliches Volk.

Aber wie sehr waren die Wissenschaftler auch am zweifeln, wie es die Aborigines vor ca. 40.000 Jahren nach Australien auf primitiven Holzflößen und bei günstigen Seegang die Überfahrt meisterten.
Was mittlerweile auch belegt ist, dass es durchaus bei günstigen Seegang möglich ist.

Damit belegen die Aboriginies den Platz eins, der ersten ausgewanderten Menschen aus Afrika.
Speichelproben ergaben, dass auch der urzeitliche Australier mit dem heutigen modernen Menschen genetisch identisch ist.

Auch wenn es die urzeitlichen Australier nicht gerne hören. :oops:
(Kann ich durchaus verstehen)




Anthropologen bezeichneten Luzias Erscheinung als afrikanisch, melanesisch, Negrito oder australisch (Aborigines).
Eine Gesichtsrekonstruktion wurde von Richard Neave von der University of Manchester durchgeführt, der davon überzeugt ist, dass Luzia keine asiatischen Vorfahren hat. Im Gegensatz zu den Indios, die über die Beringstraße einwanderten!

Ein Vergleich mit Skeletten, die von Mitgliedern des ausgestorbenen Volkes der Botocudos stammten, die in der gleichen Region lebten, ergab so herausragende Ähnlichkeiten, dass Walter Neves die Botocudos als prähistorische Einwanderer klassifizierte.

Obwohl nur ein Drittel ihres Skelettes gefunden wurde, sind Anthropologen der Auffassung, dass Luzia nicht größer als 1,50 m gewesen sein könne. Sie war nicht älter als 20 oder 25 Jahre alt.
Zudem fanden sie Indizien, dass die Frau an den Folgen eines Unfalles oder eines Tierangriffes starb.
Weitere Untersuchungen ergaben, dass sie zu einer Gruppe von Jägern und Sammlern gehörte.

Luzia ist wahrscheinlich alleine gestorben, da sich keine weiteren Skelette in der näheren Umgegend finden ließen.

Dennoch wurden mehr als 40 weitere Skelette, die oben erwähnten Bodocudos, aus dem gleichen Zeitalter in Lagoa Santa gefunden.

Brasilianische Wissenschaftler versuchen, mit der Radiokohlenstoffdatierung die Einwanderungstheorie von Walter Neves zu belegen.
Nimmt man all diese Überlegungen als wahr an, so ergeben sich eine Reihe möglicher Besiedlungswege (sogar aus Gebieten, die heute in Spanien und Frankreich liegen!!):
https://www.google.de/search?q=amerika+ ... 5802442571


Betrachtet man die Dinge mit der gebotenen Skepsis. So zeigt sich:
1. Monte Verde in Chile ist ca. 14 500 J. alt, auch andere Fundorte liegen vor der Clovis Kultur; aber es gibt bis jetzt keine eindeutig zuordenbaren Fund menschlicher DNA aus dieser Zeit; es sind alles nur indirekte Beweise mit bearbeiteten Tierknochen etc.. Solche Funde wurden auch schon auf 130 000 v. C. datiert.
2. Luzia hat wohl eher ein Alter um die 11 – 12 000 Jahre v.C., also zunächst kein Beweis. Die Schädelform unterscheidet sich von der asiatischen Form, aber
- Es gibt ja keine wirklich bedeutenden Fossilienfunde aus dieser Zeit, die einen Vergleich erlauben. Verglichen wird mit „modernen“ Schädelformen
- Eine weitere stillschweigende Annahme für den „Gegenbeweis“ ist, dass die Einwanderer der Clovis Kultur eine genetisch relativ homogene Gruppe bildeten. Dies war nach neueren Erkenntnissen nicht der Fall
Es wird also noch etwas dauern, bis alle Rätsel gelöst sind.
Was ist mit dem menschlichen Schädelfund aus dem Mungo Nationalpark in Australien?

Der Fossilienfund wird auf sage und schreibe 40.000 Jahren geschätzt :!:
Down Under

Tatsächlich hat der Fund einige Konsequenzen. Bislang hatte man die ca. 40.000 Jahre alten Fossilien als anatomisch modern eingestuft: Der Skelettbau war dem jetziger Menschen nicht nur sehr ähnlich, die Anatomie funktionierte auch nach dem gleichen Schema. Zunächst als Info: Mitochondrien-DNA (mtDNA) ist eine DNA, die sich außerhalb des Zellkerns befindet und ausschließlich von Müttern auf ihre Kinder weitergegeben wird. Diese mtDNA wurde also analysiert und siehe da, diese DNA kommt im heute lebenden Menschen nicht mehr vor!
Bisher ging man davon aus, dass der früheste gemeinsame Vorfahre des modernen Menschen vor weniger als 200.000 Jahren in Afrika lebte. Die DNA Sequenz der Knochen des "Mungo Man" jedoch hat gezeigt, dass er einer genetischen Abstammungslinie angehört, die sowohl älter als auch völlig anders als die afrikanische Abstammungslinie ist. Das einfache "out of Africa" lässt sich wohl so nicht mehr halten.
Man wird wohl mehr und mehr zur multiregionale Erklärung für den Ursprung des modernen Menschen kommen. Demnach wäre der moderne Mensch gleichzeitig in Afrika, Europa und Asien als Nachfahre des Homo Erectus entstanden, der vor über 1,5 Millionen Jahren Afrika verlassen hat.

Und da wir gerade dabei sind: Die heutigen Bewohner der südpazifischen Inseln Neuguinea, Neukaledoniens und der Salomonen - die sogenannten Melanesier - tragen offenbar DNA einer bislang unbekannten Menschenart in sich. Darauf deuten neue DNA-Analysen und Modellberechnungen hin.
Nach bisherigen Vorstellungen wanderten unsere frühen Vorfahren vor 100.000 bis 60.000 von Afrika nach Eurasien aus, wo sie auf andere frühe Menschenarten trafen. Dieser Kontakt mit Neandertalern und sogenannten Denisova-Menschen, lässt sich noch heute in der DNA moderner Europäer und Asiaten nachweisen.

In der neuen Untersuchung stellte man nun fest, dass Europäer wie Chinesen etwa den gleichen Anteil an Neandertaler-DNA von rund 2,8 Prozent in sich tragen und stimmt damit mit den Ergebnissen früherer Untersuchungen überein, die einen Anteil von 1,5 bis 4 Prozent fanden.

Als sich die Forscher jedoch der Denisova-DNA annahmen, zeigte sich, dass diese in der DNA von Europäern keinerlei Spuren hinterlassen haben. Lediglich in China findet sich Denisova-DNA zu knapp 0,1 Prozent. Allerdings beinhaltet die DNA der Menschen auf Papua Neuguinea rund 2,74 Prozent Denisova. Den Denisova-Anteil bei Melanesiern schätzt das Forscherteam hingegen auf 1,11 Prozent - und damit deutlich niedriger als die 3 bis 6 Prozent früherer Studien.

Aber: Die Wissenschaftler sehen Belege für eine dritte, bislang noch unbekannte Gruppe von Hominiden, die sich mit den Vorfahren der heutigen Melanesiern vermischt hatte. Tatsächlich gleiche besagte DNA zunächst zwar jener der Denisova, doch unterscheide sie sich zugleich auch stark genug von dieser, um davon ausgehen zu können, dass sie von einer weiteren Hominidenart stammen könnte.
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