Meine Gedanken und Meinungen zum Chartern von Yachten und Booten und der Zusammenstellung der Mann-oder Frauschaften.
:wink: Nicht immer ganz erst gemeint :wink:

Gern lese ich auch eure Meinungen und Erfahrungen.

Jeder der schon einmal eine Segelyacht oder ein Motorboot gechartert hat wird manches genauso erlebt haben oder kann ähnliches berichten.

Vieles soll auch nur denen helfen die vielleicht das ERSTE MAL eine Segelyacht oder ein Motorboot chartern.

Beginnen sollte alles mit der Auswahl der Mannschaft und des Reviers. Erst dann sollte man sich über das Boot Gedanken machen.

Ist es sinnvoll nach Geschlechtern getrennt zu Reisen?

Ein alter Spruch sagt immerhin : „eine Frau auf einem Segler bringt Unglück“.Eine nymphomane Köchin an Bord wird auch nicht gerade zur Erhaltung des Bordsfriedens dienlich sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich natürlich: „ es kann auch anders sein“. Mann und Frau können sich an Bord sehr wohl ergänzen und eine Mannschaft (hmmm oder heißt es dann Frauschaft) bilden, die manch andere Crew im Kampf am Wind oder im Kampf um die letzte freie Box im Hafen, sehr schlecht aussehen lässt. Nun das richtige Maß an Männlichkeit oder Fraulichkeit an Bord muss und sollte jeder Skipper selbst finden. Immerhin müssen die Auserwählten mindestens eine, wenn nicht sogar mehrere Wochen auf engstem Raum zusammenleben. Die Betonung liegt unbedingt auf ZUSAMMEN.
Es sind nicht nur die Gerüche und Töne die zwar menschlich sind und im normalen Leben meist zum Naserümpfen führen. Es sind auch nicht die nächtlichen Sägegeräusche der einzelnen Sägenbesitzer. Alle Töne sind vertreten. Von der Laubsäge über die Bügelsäge bis zur Stichsäge die hin und wieder stecken zu bleiben droht. Selbst die menschlichen Geräusche ähnlich großmotoriger Motorsägen haben noch kein Schiff versenkt. Nein das alles ist es nicht. Es ist das Zusammenspiel der Kräfte das eine Yacht in Fahrt hält. Kann ich jedem nach seinem Leistungsvermögen eine lösbare Aufgabe an Bord zuordnen. Das allein ist die Frage die sich ein Skipper vor jeder Reise stellen sollte. Hierbei ist immer an die größtmögliche Sicherheit zu denken. Gerade auf See finden die zwei Worte "Safety first" besondere Bedeutung. Dazu kommt noch die Versorgungsfrage. Eine hungrige oder schlecht bekochte Mannschaft wird schnell, manchmal sogar sehr schnell, meutern. Ebenso geht es einem mit einer durstigen Mannschaft. Jeder der aber meint einen Segeltörn zu einer feucht fröhlichen Bootsfahrt machen zu können hat auf See nicht zu suchen. Dies gilt unabhängig seiner Ausbildung oder seines gesellschaftlichen Standes. Ist man erst fest im Hafen----ja dann kann der Skipper ja 1/2 Flasche Bier für jede oder jeden der Mannschaft freigeben. Aus Erfahrung muss ich sagen: "es kann auch manchmal etwas mehr sein "

Unter den genannten Gesichtpunkten ist die Zusammenstellung einer reinen Männercrew auch nicht ganz so einfach.

Die nachfolgende Auflistung einer Crew die jahrelang so manches Segelerlebnis zusammen bestanden hat zeigt eine der vielen Möglichkeiten.
Es folgt die Segelcrew nach den Berufen der Crewmitglieder in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
Auf dem ersten Törn waren dabei: „Ein Bauleiter-Fernmeldetechnik, ein Betriebsleiter, ein Dachdecker, ein Fotolaborant, ein Landwirt, ein Spielgeräte-Elektroniker“. Später kam noch ein Maurer und ein Unternehmer dazu. Ich selbst durfte von Anfang an dabei sein.

Am Anfang soll man es nicht übertreiben. Deshalb bot sich bei der ersten Reise ein Törn in die dänische Südsee geradezu an. Die Mannschaft wurde schon früh bei allen Vorbereitungen mit einbezogen. Das war die besondere Art des damaligen Skippers. Alle Informationen über den geplanten Törn so früh wie möglich an die Crew weitergeben. Das galt besonders während der Vorbereitung. Auch eine zusammengewürfelte Chartercrew „MUSS“ früh genug mit den Grundlagen der Seemannschaft und den möglichen Gefahren an Bord vertraut gemacht werden. Um so reibungsloser und verständlicher geht dann die Einweisung an Bord vonstatten. Was verstanden wird und ist macht eben doppelt soviel Spaß.

Plane nie gegen Wind und Wetter. Das bedeutet: „Auf welchen Kurs wohin gesegelt wird“ ist von Wind und Wetter abhängig. Eine Chartercrew die einmal im Jahr über die Wellen reitet ist kein Regatta-Team. Auch wer die Zeitregel 1/3 der Zeit segle ich wohin ich will dann habe ich noch 2/3 für den Rückweg beherzigt ist garantiert nicht falsch beraten.
Diese und viele andere Grundsätze hat mich mein Freund der Bootsmann gelehrt. Ich praktiziere sie noch heute als eigenverantwortlicher Skipper mit Erfolg.


Mast und Schotbruch und immer
"Eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünscht Pro."
@ Protox

danke dir für diesen Thread und deinen Beitrag.

Bin, was die Crewzusammenstellung betrifft, ganz bei dir,
nur läuft es meistens anders
........ :wink:
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Ich habe erst einen einzigen Törn gemacht, bei dem ich Crew&Skipper schon vorher kannte.
Alle anderen Törns waren wie "blind-dates".
Keiner kannte die Anderen.
Männlein und Weiblein bunt gemischt.
Und ich wage zu behaupten:
es ist nicht nur Glück, wenn man sich trotzdem gut untereinander versteht.

Das Wichtigste ist und bleibt: die Toleranz und die Rücksichtnahme den Anderen gegenüber.

Wer glaubt, sich selbst verbiegen zu müssen, um Eigenheiten Anderer akzeptieren zu können,
sollte auf kein Boot gehen.
Und Egoisten, die darauf pochen, ihre Spleens auch am Boot leben zu müssen,
sollten ebenfalls zu Hause bleiben.

Wer segeln möchte, egal ob Anfänger oder Könner,
darf sich nicht zu Schade sein, jederzeit Mädchen für alles, zu sein.
Jedes einzelne Crewmitglied,
muss alle anfallenden Arbeiten erledigen, bzw. gerne tun "wollen".

Vom Leinen einholen über Küchendienst bis zum Toilettenputzen.
Wer dazu nicht imstande ist,
wäre mit einer "Blauen Reise" besser bedient.
da ist er auch am Wasser, muss/darf aber nix tun.

Die Einstellung,
die jedes einzelne Crewmitglied mitbringt, macht die Stimmung und das Gruppengefüge aus.
Egal ob Anfänger oder Profi.

Was laut meinen Erfahrungen noch sehr wichtig ist,
sind die Wünsche und Vorstellungen die man mit dem Törn verbindet.
Die sollten mit und für jedes Crewmitglied weitgehenst Konform gehen.
Wer eher einen Übungstörn möchte, wird sich mit einem Bade&Kulturhungrigen
logischerweise nur selten einig werden.

Aber mit Toleranz und Rücksichtnahme
und ein wenig Kompromissbereitschaft
kann es dennoch für Alle ein unvergesslicher Törn werden.................... :D


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Ich habe oft drüber nachgedacht, warum das so klappt, auch bei dieser Enge. Vielleicht weil wir alle den gleichen Spleen haben? :lol:
Jow Graukopfalbatros,
wie sonst ist es möglich immer wieder die langsamste, ungemütlichste und teuerste Art der Reise von Punkt A zu Punkt B zu wählen 8) 8)
Ja, bei diesem Hobby oder Teamsport wird es nie Langweilig an Erfahrungen.
Ich habe bis jetzt Törns mit Familie und Freunden.
Eine reine Männer Crew mit gemischten Altersstufen
oder wie letztes Jahr Flotiliensegeln mit 3 Booten mit 16 Personen und 4 Kindern.
Auch muss man sich fragen wie viel Personen verträgt ein Boot.
Belegt man alle Kojen um die Kosten zu senken oder eher großzügig.
Bei meinen letzten Törn waren 9 Personen auf einer 45 Fuß Yacht definitiv zu viel.
Wer eine feste Crew hat und auch zur gleichen Zeit Törns buchen kann, der kann sich glücklich schätzen. Ich selber habe 5 Jahre in einer WG gelebt und habe keine Berührungsängste mit fremden Menschen mit den ich für 1 Woche auf engsten Raum meinen Urlaub verbringe.
Ich glaube die meisten Segelbegeisterten wissen auf was sie sich einlassen und wie man sich zu verhalten hat, damit daraus eine angenehmer Törn wird.
Ich kann nur eine Belegung die 2/3 der angesagten Plätze nicht übersteigt empfehlen.
Im Alter liebt mans halt gemütlich :wink: :wink: