DaphTam hat geschrieben:
Eloradanen hat geschrieben: Durch Kriege und Völkerverschiebung hat sich natürlich auch so manche Esskultur in Regionen verbreitet wo sie gar nicht vor kam...

… was für die dann neue Esskultur einer Gegend ja auch zum Vorteil werden kann. „Meine Stadt“ liegt in einer Gegend mit nicht gerade tollen Böden. Kohl und Rüben standen auf dem Speisezettel. Aber die Stadt pflegte eine interessante Politik zur Religionsfreiheit und so kamen im 17. Jahrhundert viele Hugenotten aus Frankreich und brachten ein paar neue Ideen mit: Blumenkohl, Spargel, grüne Erbsen und Bohnen, Gurken, Blattsalate… und das alles wurde jetzt auch angebaut ...ein Glücksfall zum Thema Verbreitung also ...


da hast Du recht....bei mir ist in den hinteren Generationen viel Hugenottenblut....
vielleicht bin ich deshalb Käse- und Rotweinfan..... :wink:

(es gibt bei uns eine Urkunde, da hat ein Graf 1600nochwas einen hugenottischen Käsehersteller angeworben - in unserer Familie wurde auch Wein angebaut - mein Vater im schwäbischen - Rotwein ....sein Bruder im badischen - Weißwein)
Die Hugenotten waren protestantische Franzosen. Und hatten damit im katholischen Frankreich bis zur Revolution die „falsche Religion“. – Sich 1600nochwas einen Job in einer der vielen kleinen Grafschaften zu suchen, war also eine kluge Entscheidung…

So ein Graf konnte dann bei seinen Gästen damit angeben, dass das Käsesortiment, das nach einem opulenten Mahl angeboten wurde, original französisch sei, weil er sich einen französischen Käsemeister leisten konnte. Und alle erblassten vor Neid …die französische Lebensart war grade sehr „à la mode“. Und der Nachbargraf musste dann natürlich unbedingt einen französischen Kellermeister engagieren, damit er nur irgendwie mithalten konnte ….
Ich bin auch ein Nachfahre der Hugenotten, bis in die Anfänge in Deutschland belegt.
Mir gefällt an meinen Vorfahren ,dass sie sich gut eingebracht haben und bis heute keinen Hass und Rachegedanken auf Frankreich haben.
Keine Entschädigung und Rückgabe verlangen und das sind ,was sie heute hier sind.
Es kamen ja auch Schweizer nach Deutschland. Unser Nachbardorf ist durch diese geprägt. In meiner Kindheit war die Sprache dort schweizerisch gefärbt.
Wir fanden die Erzählungen unserer Großeltern damals immer sehr spannend.( leider hat es niemand aufgeschrieben und so nahmen Oma und mein Bruder alles mit ins Grab)
Ich habe noch einen alten Truhenhandwagen, der aus Frankreich stammen soll .
Seine Räder sind so abgefahren, dass ich das sogar glaube.
Für mich ein magisches Möbelstück.
Ich finde diese Integrationsgeschichte beispielhaft.
DaphTam hat geschrieben: Die Hugenotten waren protestantische Franzosen. Und hatten damit im katholischen Frankreich bis zur Revolution die „falsche Religion“. – Sich 1600nochwas einen Job in einer der vielen kleinen Grafschaften zu suchen, war also eine kluge Entscheidung…

So ein Graf konnte dann bei seinen Gästen damit angeben, dass das Käsesortiment, das nach einem opulenten Mahl angeboten wurde, original französisch sei, weil er sich einen französischen Käsemeister leisten konnte. Und alle erblassten vor Neid …die französische Lebensart war grade sehr „à la mode“. Und der Nachbargraf musste dann natürlich unbedingt einen französischen Kellermeister engagieren, damit er nur irgendwie mithalten konnte ….


dazu kommt, dass die französischen Familien ihre Rezepte geheimgehalten haben.....
genauso wie die Machart dieser Männer-Seidenstrümpfe ....

es war nicht so wie heute, dass Gastarbeiter einreisen konnten - die Leute mußten einzeln angefordert werden.....

alle Geschwister meines Großvaters sind nach Amerika ausgewandert - und weil die verrückt sind nach Ahnenforschung, haben sie die alten Dokumente ausgegraben....
man hat den französischen Einfluss noch lange gemerkt......
meine Großmutter hat noch Chaiselongue gesagt (Schesslo schwäbisch ausgesprochen) anstatt Sofa oder Liege
Ade (Adieu).....
Portemonnaie anstatt Geldbeutel....(im schwäbischen Portmone ausgesprochen)
Trottoir (Drottwar auf schwäbisch) - anstatt Gehweg
und nicht zu vergessen das
Lavoir - (Waschplatz) damit bin auch ich aufgewachsen
und Bagatellen - diese Kleinigkeiten - gabs für mich schon immer.
Und nicht zu vergessen - Filou - diese Gauner oder auch Lausbub ;-)
sind hier erwähnenswert.
Die französischen Ausdrücke saugen die Kinder in der Schweiz schon mit der Muttermilch und in den Nachbarländern werden die einfach nur verhunzt. Dafür haben wir dann wieder was zu lachen, bleibt ja sonst bald nix mehr, ist ja schon bald alles verboten, was Spass macht.
Shekinah hat geschrieben: Die französischen Ausdrücke saugen die Kinder in der Schweiz schon mit der Muttermilch und in den Nachbarländern werden die einfach nur verhunzt. Dafür haben wir dann wieder was zu lachen, bleibt ja sonst bald nix mehr, ist ja schon bald alles verboten, was Spass macht.


bei Dir ist wohl alles verboten was Spass macht.....

das Gegenteil ist der Fall.....
hier sind viele Leute, die Spass daran haben, sich auszutauschen...
.... und noch etwas kommt aus dem "französischen" das auch heute noch sehr stark in Wien in Verwendung ist.
Die Wiener "Melange" (Melausch)
- ein – Gemisch, Sammelsurium - wie es in der Übersetzung heißt.

Doch das ist eine gutes Gemisch von Kaffee und aufgeschäumter Milch - mir schmeckt es immer wieder, wenn ich im Kaffeehaus ein Melange trinken darf. Hoffentlich bald wieder.
Kennt ihr den Ausdruck "fiesematenten"?
Der ist auch französischen Ursprungs. Als um 1800 die Franzosen einen großen Teil Deutschlands besetzten, lebten die Soldaten in Zelten, meistens jedenfalls.Kam ein junges hübsches Mädchen vorbei, wurde es häufig von den jungen liebeshungrigen Männern mt dem Spruch eingeladen :" Visite ma tente!" ("Besuche mein Zelt!")
Und die Schöne antwortete spröde, wenn sie klug war: " Nee, keine
fiese ma tenten!"
@Gundulabella,
ärgere dich nicht! Die Sprüche Shekinahs gehen uns allen doch schon lange am "Sonstwo" vorbei, oder?
ärgere dich nicht - lebe..... :wink:

und das sind keine Fisemadenten.... :wink:
Shekinah macht es Spaß, hier dauernd herumzuunken, und das ist nicht verboten.
Also - nicht sagen, man dürfte da irgendwas nicht .....
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Habt ihr vielleicht auch ein paar alte Familienrezepte – aus Frankreich? Vielleicht ein wenig Quiche oder so?

Ich bin zwar noch bei der hausgemachten italienischen Pasta, aber zum portugiesischen Vinho Verde habt ihr bestimmt etwas Passendes …. :D

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„Jeder soll nach seiner Façon selig werden.“ - Friedrich II. von Preußen
passt grade so schön zum Thema Hugenotten ....
Shekinah hat geschrieben: Die französischen Ausdrücke saugen die Kinder in der Schweiz schon mit der Muttermilch und in den Nachbarländern werden die einfach nur verhunzt. Dafür haben wir dann wieder was zu lachen, bleibt ja sonst bald nix mehr, ist ja schon bald alles verboten, was Spass macht.


Dümmer geht Nümmer.
Heute gab es den ersten Todesfall durch Cofid 19 in der Schweiz :(
Vinho Verde mag ich im Sommer zu Gegrilltem, oder ich koche portugiesisch.

Zu einer gebratenen/gegrillten Dorade mit Salat schmeckt der Wein auch. Besonders lecker zum Fisch sind portugiesische Knoblauchkartoffeln. Festkochende oder halbfestkochende Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, schälen, in gröbere Würfel schneiden. Nicht zu wenig Olivenöl mit geschnittenem (nicht gepressten) Knoblauch, Salz und groben Pfeffer vermischen, über die Kartoffeln geben. Schmeckt lauwarm und kalt.

Am Liebsten mag ich noch Bataviasalat mit weißen Zwiebeln in Ringen, rosa Tomaten, Olivenöl und Weinessig dazu.

Die ganz schnelle Variante, Garnelen in Olivenöl gebraten mit Knoblauch und Baguette