Ganz einfach einmal hinfahren und sich treiben lassen.
So Ende September, wenn der Wein reift und das Obst.

Oder im Februar, wenn die Zitrusfrüchte geerntet werden - Blutorangen und frische Zitronen.
Im Februar gibt es in Süditalien meistens die erste Phase von warmenm Wetter.
Die Einheimischen nenne es "Africano" - warmer Wind aus Libyen.

Ach ja, die Träume vom Süden werden so drängend im Coronawinter.
Ich frische mein Italienisch ein wenig auf - Zeit dafür hab ich ja genug zur Zeit.
Immer gerne zur Mandelblüte.

Genau, südlich von Brindisi. In Brindisi hört die Autobahn auf, also zumindest vor ein paar Jahren, als ich das letzte Mal da war.

Nach knapp 2000 km Autofahrt bis Brindisi, wenn wir dann die letzten ca. 100 km holprige Landstraße bis nach Hause (Parabita, gehört zu Lecce) vor uns hatten, sagte mein Exmann immer ... schau, der liebe Gott hat uns hier vergessen. Ich antworte, schau, was der liebe Gott hier schönes erschaffen hat.
Der Corona-Winter wäre doch umso vieles angenehmer, würde endlich mal wieder Schnee fallen und liegen bleiben. Aber so ist auch dieser Winter so dröge wie die vorherigen coronalosen Winter, in denen es ebenfalls keinen Schnee gab, wenn man nicht gerade in den Bergen wohnt.

Da kann man wirklich Danke sagen, Danke, Coronawinter.
@ups_undnu – Ich würde portionsweise mit dem Zug reisen: Nach München ist es mittlerweile ja ein Klacks und ich bin mittags schon da, dann nach Bologna, Ankunft 20:00 Uhr. Pause …. Dann am nächsten Tag weiter (9 Stunden) über Rimini, Bari und Brindisi nach Lecce.
Das aus meiner Sicht so Sympathische am Absatz des Stiefels ist ja, dass irgendwann nur noch das Meer kommt. Die zu den Fähren nach Griechenland wollen, sind längst abgebogen und die mit Ziel Sizilien auch …. Ist also ganz nach meinem Geschmack… :D … und Mandelblüte auch ….

@barbera – jaaaa, ich liebe Italienisch, weil allein das Hören und Sprechen einen in beste Laune versetzt…

Buon Natale!
So viel Schnee könnte für mich gar nicht fallen, um diesen Coronawinter angenehmer zu empfinden.

Für Italien-Fans @barbera, @ups_undnu @DaphTam:
Bin schon 2 Mal mit dem Wohnmobil den ganzen Stiefel abgefahren. Das erste Mal an der Westküste südwärts, unten Stiefelspitze und Absatz "ausgefahren" und an der Ostküste wieder nach Norden. Das zweite Mal alles nur umgekehrt, d.h. im Osten runter und im Westen wieder hinauf. Für beide Trips waen wir 8 Wochen unterwegs und es waren beide Reisen tolle Erlebnisse, weil wir sehr intensiv nicht nur das Land sondern auch die Leute kennen lernten. Nicht zuletzt deshalb, weil wir logischerweise Autobahnen so gut wie nie benutzten.
Mit dem Zug das wäre nicht meine Wahl. Ich brauche ein Auto spätestens vorort um rumziehen zu können.

Apulien ist interessant, besonders abseits, ein Trullo würde ich mir gerne dort mieten für eine Weile.

Meine Italienischkennznisse aus grauer Vorzeit (zweite Fremdsprache) sollte ich auch wieder polieren.
Ein einziges Mal sind wir mit dem Zug nach Lecce gefahren, auch umsteigen in Bologna. Das ging alles ziemlich reibungslos. Nach 24 Stunden waren wir dann in Brindisi. Die Freude war groß ... nächster Halt Lecce. Endlich raus aus dem engen Zug, im Liegewagen kaum geschlafen, nach 24 Stunden sahen auch die Toiletten im Zug entsprechend aus und es war heiß im Zug, mächtig heiß. Wir rochen auch nicht mehr angenehm.

Wir packten also unseren Kram zusammen, verstauten die letzten Überreste unseres Proviants und warteten freudig auf die Weiterfahrt ... nächster Halt Lecce, unser Ziel. Doch auch hier, wie mein Exmann immer zu sagen pflegte. Die Welt nach Brindisi hat der liebe Gott vergessen.

Wir warteten auf die Weiterfahrt zum Ziel ... nächster Halt Lecce. Wir schauten aus dem Fenster und warteten und warteten. Unsere Freude wich und Unverständnis kam hoch. Warum fährt der Zug nicht endlich aus dem Bahnhof Brindisi? Ohne für uns ersichtlichen Grund bleiben wir 8 Stunden auf dem Bahnhof Brindisi. Weder auf dem Bahnsteig, noch im Zug konnte uns jemand den Grund sagen.

Danach sind wir erst mal geflogen. War auch nicht einfach, es gab damals noch keine Chartermaschinen und erst Recht kein Non-Stop bis Brindisi. Lecce hat keinen Flughafen. Ja, der liebe Gott ...

Also war es immer ein teurer Linienflug mit der Alitalia, Zwischenstopp Milano ... 7 Stunden, Rückflug 5 Stunden Milano. Mit einem Kleinkind dabei auch nicht prickelnd.

Dann beschlossen wir mit dem Auto zu fahren. Ich habe es geliebt! Bin zwar die ganze Strecke alleine gefahren, weil mein Ex zu dieser Zeit noch keinen Führerschein hatte aber da ich gerne Auto fahre, hat es mir nichts ausgemacht. Wir sind niemals durchgefahren, haben angehalten, wo es uns gefällt ... ausgiebig Picnic gemacht, mit unserem Kleinen getobt oder Ball gespielt und weiter ging’s. Auch eine Übernachtung war immer drin. Anfangs immer am Comer See.

Später hatte ich dann beschlossen, so weit zu fahren, bis ich keine Lust mehr hatte und dann zu übernachten. Oft war es in den Abruzzen oder Pescara. Einmal haben wir einen Ort gefunden, der hieß wie mein Sohn, der übrigens seinen Namen von dem italienischen Robin Hood hat ... Bandito ...

Oft sind wir auch abseits der Autobahn gefahren. Allerdings nur bis Bari, spätestens dann sind wir nicht nur wieder auf die Autobahn, sondern haben uns auch den Kolonnen der Türken angeschlossen, die bis nach Brindisi zur Fähre fuhren und da war ja eh die Autobahn zu Ende. Jaja ... der liebe Gott ...

Ab Bari sollte man nicht mehr auf Parkplätze pausieren, nur noch auf Raststätten. Auch dort ist es nicht ohne. Mein Exmann hatte immer einen Baseballschläger unterm Sitz (kein Scherz). Wir hätten ja auch mal eine Panne haben können.

Ich habe die Autofahrt bis Parabita geliebt und würde es immer wieder so machen. Auch vor Ort hat man direkt ein Auto, denn dort ein Auto zu mieten ist nicht billig und immer die Familie fragen, wenn man ans 7 km entfernte Meer nach Galipoli möchte ... och nö, das macht unfrei.
Vor Corona hatte ich die Reise im Sinn. Allerdings mit Flug und Leihwagen. Leihwagen ab Deutschland gebucht abseits der Saison ist durchaus zahlbar, es gibt mehrere Portale, der Flug wäre mit Ry..a.r gewesen. Bei einer Autofahrt ab D sind auch die nicht geringen Mautkosten einzukalkulieren. Mich stresst das zu sehr. Ich nehme immer ein Leihwagenangebot ab Zielflughafen mit Komplettversicherung ohne Selbstbehalt, das entstresst ungemein.

Wobei ich nach Italien niemals in der Hauptsaison fahre. Bis zum 15.8. ferragosto, ist das Land auch von Einheimischen ausgebucht. Unterkünfte sind auch sehr teuer.
Das ist heute alles machbar, vor 35 Jahren allerdings nicht. Leihwagen gab es kaum und erst recht nicht in den Dörfern ganz unten ... und wenn, unbezahlbar und Schrottkistem, die schon zusammenfielen, wenn man die nur schief angeschaut hat.

Das stimmt, eigentlich den ganzen August machen die Norditalienier und Schweizer dort Urlaub und dann sind auch die Unterkünfte unbezahlbar. Ein Ferienhaus am Meer kostete dann, bei eigener Anreise und eigener Verpflegung, mindestens ca. 1000 Euro pro Woche, mit niedrigem Standard. Die Norditaliener zahlen das aber die machen anders Urlaub. Die gehen mit 2-3 Familien ins Haus und teilen sich die Kosten.

Wir waren immer 6 Wochen dort und haben bei den Eltern gewohnt, anders wäre ein Urlaub dort für uns unbezahlbar gewesen. Wobei wir uns immer 1 Woche in einem Ferienhaus gegönnt hatten, denn zwischen Urlaub und Familie besuchen, liegen Welten. Das Ferienhaus könnten wir uns immer vor Ort aussuchen und wenn mein Ex mit Lecce-Dialekt gesprochen hat, waren die Preise plötzlich auch humaner. :lol:

Heute ist auch dort der Tourismus angekommen, daher gibt es nun auch Direktflüge mit Billigflieger. Damals gab es das nicht, weil eine Maschine von Deutschland nach Brindisi niemals ausgebucht gewesen wäre. Daher der Stopp in Milano.

Allerdings gibt es dort immer noch Dörfer und Kleinstädte, die immer noch so sind, wie damals ... als wäre die Zeit stehen geblieben. Keine Spur von Touristen, egal zu welcher Jahreszeit.
Die Zeiten haben sich geändert, das ist schon klar und als Einheimischer hat man einen Bonus.

1968 fuhr ich mit meinen Eltern mit dem VW Käfer nach Süditalien, das waren, wie alle unsere Reisen damals, Reisen in Etappen über mehrere Tage.

Mit einem teuren Auto würde ich auch heute nicht nach Italien fahren wollen. Da hat sich wie ich hörte wenig geändert.

Mich zieht es in die einsamen Gegenden, die man wie auch Du schreibst, immer noch dort finden könnte.

Eine meiner schönsten Reisen war alleine nach Taormina 1975. Herrlich. Damals sprach ich noch sehr gut italienisch und kam in alle möglichen Ecken in italienischer Begleitung, wo ich wohl nicht mehr hinfinden würde, kam auch in typische Kneipen, ich erinnere mich an die besten Spaghetti Melanzane, frittierte Zucchini Blüten und die besten Cozze (Miesmuscheln) meines Lebens.
Ich selbst koche zu Hause fast nur italienisch, allerdings nicht das, was man hier beim Italiener umme Ecke vorgesetzt bekommt. Die italienischen Restaurants sind hier ziemlich eingedeutscht.

In Süditalien werden die Augen gerollt, wenn man da mit Lasagne und Béchamel ankommt. Dort werden 3 mal wöchentlich Pasta als Vorspeise gekocht ... sonntags, dienstags und donnerstags. Danach gibt es Fleisch, Gemüse und Salat oder auch Cozze piccinne (kleine Schnecken, die Papa säckeweise 1 mal die Woche die ganze Nacht sammeln ging, Seeigel, Meeresfrüchte, was immer der Fischer gerade so mitbrachte. Als Nachtisch Selleriestangen, Melone, Nüsse oder Süßigkeiten, also Kuchen oder andere kleine Leckereien.

Eine Lasagne da Mamma:

Bolognese, natürlich mit Soße aus frischen Tomaten, die im Sommer von den Frauen massenhaft eingekocht und in Flaschen abgefüllt wurden. Die Soße musste über den Winter reichen. Die Bolognese mindestens 1,5 Stunden kochen lassen. Wichtig hierbei, das Gehackte erst separat anbraten und dann der Soße zugeben und nicht Soße über das Gehackte. Für die Tomatensoße erst Zwiebeln, stangensellerie und eine Karotte in Olivenöl anschwitzen, dann Tomatensoße drüber, pürieren und dann erst das angebratene Gehackte zugeben.

In die Auflaufform gehört auf die erste Pastaschicht Bolognese, dann klein gewürfelte gekochte Eier und Kochschinken, dann klein gewürfelter Morzarella, dann wieder eine Pastaschicht und mit der gleichen Reihenfolge weiter. Auf der letzten Pastaschicht dann Tomatensoße, am besten ohne Gehacktes (vorher etwas von der Bolognese abschöpfen) und dann zum Schluss frisch geriebener Pecorino ... mit Alufolie bedecken und ab in den Ofen. Pasta Forno ... Sonntagsessen.
Du kannst hier gerne einen Thread der cucina Italiana originale eröffnen. Ich wäre deine eifrigste Leserin.

Egal ob beim Italiener oder beim Griechen, das Essen hier ist immer eingedeutscht. Wenn ich hier im Ort z. B. Saltimbocca a la Romana bestelle schüttelts mich, dicke Schweine- oder Putenschnitzel in irgendeiner Convinience Sauce mit Pommes . Das Gericht heisst ja zu deutsch 'spring in den Mund' (salta in bocca). Das sind bei mir kleine, hauchdünne Kalbsschnitzel zu je 60 g mit einem Salbeiblatt und Parmaschinken, kurz in Butter gebraten, mit etwas Weißwein abgelöscht und die wenige Sauce mit Butter moniert, dazu ein Risotto (aus riso arborio).

Es gäbe so viel an tollen Rezepten.

Was ich auch so mag, Sarde fritte, frittierte Sardellen.

Als kleines Kind ab 1958 war ich öfter in Viserba di Rimini wegen meiner Bronchitis. Damals gab's jeden Tag Nudeln als Vorspeise, nur mochte ich die in dem Alter nicht. Allerdings erinnere ich mich an meinen Appetit auf die frittierten Zucchiniblüten und Vonghole (im Sud ) und die Sardellen.
ich find das echt gemein :mrgreen:
da tappt man ahnungslos in einen Thread über Coronawinter und dann wird man überrollt von Köstlichkeiten, von denen man in nächster Zeit nur träumen kann!
…. Wenn etwas Unerreichbar ist, dann erlaubt das, die Bedeutung aus der Ferne abzuschätzen, die etwas für einen hat….

Für mich wie wahrscheinlich die meisten Bewohner der Gegend nördlich der Alpen hatte „der Süden“ etwas Magisches. Schon weil der Föhn es mir als Kind möglich machte, in der Ferne die Bergketten zu sehen. Auf Italien traf ich zum ersten Mal im Aostatal und es passiert selten, dass etwas Vorgestelltes und Nichtgekanntes der Wirklichkeit so sehr entsprach …. :D

„Der Süden“ findet sich auch in Portugal, Spanien, Frankreich, Slowenien, Kroatien, Griechenland und den unendlich vielen Inseln …. Unser Kontinent hat Glück, mit so viel Schönheit ausgestattet zu sein ….
ups_undnu hat geschrieben: Ich selbst koche zu Hause fast nur italienisch, allerdings nicht das, was man hier beim Italiener umme Ecke vorgesetzt bekommt. Die italienischen Restaurants sind hier ziemlich eingedeutscht...

... dann her damit! Wie kocht man italienisch, ohne in Italien zu sein :D

Dosentomaten, ausgezeichnete Qualität, sind hier auch zu bekommen... weil frische Tomaten einfach unvergleichlich sind, wenn sie südliche Sonne abbekommen haben. Pecorino, Parmesan, Mozzarella sind machbar.... (ich denke da immer an meinen Supermarkt um die Ecke) ... Fenchel, Möhren und Zucchini und Brokkoli und frischer Basilikum sind ganz okay .... Conchiglioni (für gefüllte Muschelnudeln zu Weihnachten) waren dort aber nicht aufzutreiben und Ricotta war im noch größeren Supermarkt (Fahrradtour) aus ....
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