Spurlos zu mir

Ich brauche keine Rückverbindung zu mir.
Muss mir nicht erklären, warum ich wie bin.
Warum ich wie fühle.
Warum ich was tue.
Stattdessen tue ich, was ich tue.
Und spüre, was ich spüre.
Ohne mich an den imaginären Ort
meiner Einbildungen rückzuverfolgen.
An dem ich nicht auf mich,
sondern auf ein eingebildetes Ich treffe.

Auf mich als zwanghafte Selbsterklärung.
Auf mich als jemanden, der sich verstehen will.
Und es eben deshalb nicht kann!
Ich bin nicht zu verstehen.

Verstehen, dieses unendlich beschwerende Kleid.
Das mich immer wieder unter Wasser zieht.
Statt mich photonengleich tanzen zu sehen.
Im Licht, das ich selbst bin!
Von Licht durchdrungen bin ich von mir selbst bewegt.
Hier endet die Angst.
Die Angst vor mir selbst ...


D. Herbst
derzeit wird viel berichtet
über krankheiten und probleme der menschheit
doch wenig berichte beschäftigen sich damit
dass der mensch noch nie so
emotional verarmt und abgestumpft war
wie er es jetzt ist.


M.Saller
Nur Narren können ernsthaft glauben und hoffen, in einer dualistischen Welt, in der JEDE Existenz auf der Spannung zwischen Gegensätzen beruht, immer nur die „gute" Seite haben zu können, ohne je Opfer bringen zu müssen.
Und nur noch größere Narren können glauben und hoffen, dass das eines Tages für alle Wesen möglich wäre.
Jede bewusste Wahrnehmung in der realen Welt erfordert Opfer, die Aufgabe von allem, was gerade nicht wahrgenommen wird.
Leben ist ein unaufhörlicher Strom von Entstehen und Vergehen, von Empfangen und Opfern, von Annehmen und Zurückweisen, Festhalten und Loslassen, ein selektives Filtern der Erscheinungen.


R.Baba
Das hier, diese ganz unmittelbare Gegenwart, die sich selbst vernimmt, will sich erleben. Als Du. Du kannst verwirklichen, dass es um nichts anderes als um Dein Leben geht. Als Gegenwart. Diese Gegenwart ist vollkommen bewusst. Und sie vollzieht sich von selbst. Du hast kein Leben, Du verwirklichst das Leben – durch Dich, in Dir, als Du!

Das, was als dieses Leben wirklich ist und Augenblick für Augenblick zu sich kommt, kann nicht vorweggenommen und berechnet werden und es ist nicht zu verstehen. Wer sein Leben verstehen will, geht immer noch davon aus, dass er ein anderer ist. Er übersieht sich für ein ihm fernes Ziel. Damit bleibst Du ein Jemand. Jemand, der nichts mit sich zu tun hat, jemand, der sich und die Umwelt weiterhin zu manipulieren versucht, um die gewünschten Ereignisse anzuziehen und das Befürchtete auszuschließen. Dieser Jemand ist das Unechte an Dir. Er ist ein Bild, dass Du von Dir hast. Eine Idee über Dich. Es ist eine Dir fremde Idee! Eine Idee, die Dich übernommen hat. Es ist die Idee, als die Du zu Dir gekommen bist. Als ein Dir Fremder. Und dieser Fremde will jetzt gehen! Er will zu Dir werden!

In Dir als bewusster Gegenwart können sich zwar immer noch Bilder und Gedanken zeigen, die Dir fremd sind, aber hier werden sie als programmierte Inhalte erkannt – und durchschaut. Damit lösen die programmierten Inhalte immer seltener die Mechanismen aus, gegen die Du oft so hilflos angekämpft hast. Dir wird vollkommen offensichtlich, dass Du immer nur gegen Dich selbst gekämpft hast. Gegen das unbewusste Ich. Gegen die nicht erlösten Aspekte Deiner Struktur.

Du bist um so vieles mehr als das, was Du in Dir siehst. Was das bedeutet, kann und will nicht vorweggenommen werden. Es kann nicht ausgemalt und eingerahmt werden. Es ist so nah, zu nah. Es ist brandgefährlich für alle Vorstellungen, die Du über Dich hast. Deine Gedanken über Dich und die Welt können sich in diesem Feuer nicht aufhalten. Sie verbrennen rückstandslos. Damit steigst Du als Phönix aus der Asche Deiner Überzeugungen auf. Und lebst zum ersten Mal.

Was kann es heiligeres geben, als ein Leben, das in vollkommener Offenheit zu sich kommt und sich selbst in dieser Vollkommenheit erlebt? Kein Zweiter mehr, kein Zweites, kein Ziel, keine Ausrede … Du. Du bist (es) wirklich!


D.Herbst
Zur Zeitgeist*_IN
("...) Kein Mensch kann inzwischen mehr nachvollziehen, was da mit welcher Expertise, mit welchen Absichten und mit welchen Folgen für uns alle in Gang gesetzt wird. Wir sind umgeben von Regulierungswut, absonderlichen Führungsfiguren und einem ohrenbetäubenden Alarmismus, bei dem jeder jeden Tag das Ende der Welt ausruft. Seiner ganz persönlichen Welt natürlich. Die EU das Ende Europas, Umweltverbände sehen das Klima kollabieren, Tierschützer sehen ein irreversibles Artensterben, Feministen finden, dass es Frauen so furchtbar geht wie noch nie, Menschenrechtler finden nahezu jedes Leben außerhalb Deutschlands unzumutbar…man kann das nach Belieben fortführen. Die Kakophonie des Untergangs steht einstweilen in krassem Missverhältnis zu den tatsächlichen Lebensverhältnissen und so wird das permanente Ausrufen verschiedenster Katastrophen inzwischen selbst zur Katastrophe. (...")


Rocco Burggraf
Es ist immer gut, sich Probleme auszudenken, die man noch gar nicht hat, um sie vermeiden oder beseitigen zu können.
So hat man sie schon viel früher.


R.Baba
Wenn sehr wache, bewusste, spirituelle Menschen, wie einige Lehrer, Meister, Gurus etc., wie etwa der Dalai Lama zum Beispiel, nie müde werden, darauf hinzuweisen, wie wichtig Mitgefühl für die individuelle Entwicklung zum bewussten, spirituellen Wesen ist, tun sie das nicht, weil sie irgendwelchen Konzepten folgen, die für absolut erklären und verbreiten wollen, wie das offensichtlich die meisten Menschen tun, die sich für besonders wach, weise und spirituell halten oder es gern wären.
Sie tun es ganz bewusst schlicht aus der Kenntnis des Ganzen heraus, in dem sich für sie nicht absolut, sondern nur im begrenzten Bewusstsein vieler Individuen nach wie vor ein Ungleichgewicht zeigt, das von einem nicht sauber Differenzierten, erkannten, angenommenen und integrierten Ego herrührt.
Es bringt gar nichts, sich ohne tiefes Verständnis der kosmischen Zusammenhänge rational von der Bedeutung mitfühlendem, sozialem, ethischem Denken und Verhalten zu überzeugen und dazu zu zwingen, wenn dazu das Ego ignoriert, geleugnet, verdrängt und bekämpft wird.
Ganz im Gegenteil, das erhöht nur drastisch die individuellen, inneren Widersprüche, führt zu noch mehr Dissoziationen, inneren und äußeren Konflikte, immer tiefer in unbewusste Identifikation und daraus resultierende, zunehmende Störungen in der Wahrnehmung und Vorstellungen und dem natürlichen Fließen des Denkens, Fühlens und Handelns bis hin zu ernsthaften, psychischen und auf Dauer auch körperlichen Krankheiten und Schäden.
Eine natürliche Entwicklung zum wachen, bewussten, spirituellen Wesen kann absolut nichts, was im Sein, der persönlichen Wahrnehmung und Vorstellungen erscheint, einfach verurteilen, verwerfen, leugnen, ignorieren, bekämpfen und los werden wollen.
Es gehört alles zum Sein als Ganzes, aus dem nichts entfernt und dem nichts hinzugefügt werden kann, ohne sich selbst, das lebendige, betrachtende, erfahrende, denkende, fühlende und handelnde Individuum noch weiter zu spalten, fragmentieren, zerstückeln und damit jede Menge innerer und äußerer Widersprüche und Konflikte zu erzeugen.
Sie aufzulösen bedeutet nicht, sie unter den Teppich kehren, verhindern, beseitigen, bekämpfen und verbieten zu wollen, ob sich selbst oder anderen.
Es bedeutet, sie als das zu erkennen, was sie sind: relativ und persönlich erlebte, gedachte, gefühlte Erscheinungen, die für eine Existenz in der dualistischen, individuellen wie kollektiven, phänomenalen Welt natürlich und notwendig sind, obwohl sie aus dem einen, kosmischen Bewusstsein, das wir alle sind, immer schon in dem Augenblick ihren Ausgleich finden, in dem sie individuell wahrgenommen werden.
Es bedeutet, immer wieder die Grenzen der Vorstellung der individuellen Persönlichkeit zu überschreiten und sich dem Blick auf kosmische Ganze zu öffnen.
Da gibt es keinen erreichbaren Dauerzustand der Erleuchtung, keine absolute Befreiung für das Individuum, die Person, auf der sie sich dann für den Rest des Lebens ausruhen könnte.
Leben ist und bleibt eine ewige Herausforderung, ein sich dem Unbekannten stellen und sämtliche nur in der persönlichen Perspektive erscheinenden Widersprüche anzunehmen und zu transformieren. Auch wenn kosmisch betrachtet gar nichts geschieht und das Sein schon immer Ananda, Glückseligkeit, Liebe, Frieden und Freude ist.


R.Baba