Das Hohelied der Liebe:

Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Quelle: Neues Testament, erster Brief des Heiligen Paulus an die Korither.
Dieser text wird morgen, Sonntag, 3. Februar in den katholischen Gottesdiensten vorgelesen.
Dann kann ich mir morgen den Gang in die katholische Kirche ja sparen, ist ja jetzt hier zu lesen. Freue mich aufs ausschlafen am Sonntag.
Na dann ist doch alles in Butter. Vielleicht sollte(n) sich die Kirche(n) an dem Text mal selber ein Beispiel nehmen.
Hallo an alle Leser dieses Forums,

ich bin zwar erst 52 Jahre jung, aber die Erinnerung an meine erste Kultur, die mich geprägt hat ist Gott sei Dank nicht verblasst.

Nicht alles in meiner heimatlichen Kultur war gut. Denn nicht alles Tradierte ist förderlich!!!

Aber bezüglich dieser Situation hier kann ich nur sagen:
Schade, dass Werte wie diese, hier zitierte, Stelle aus der Bibel, ihrer Allgemeingültigkeit so sehr eingebüßt hat. Warum?

Wieso schiebe ich meine Verantwortung für mein Denken und für meine moralische Verantwortung auf die Kirche? Dort sitzen genauso fehlbare Menschen wie sonst auch in der Gesellschaft!!!

Mit meinem Kommentar will ich niemandem zu nahe treten.
Aber auch diese Sicht (dargelegt durch die Bibelzitat von Mattan) hat die Existenzberechtigung … genauso wie jene, die alles Religiöse auf Anhieb und ohne jegliche Verifizierung kritisch betrachtet!
Wir leben - Gott sei Dank - in einer toleranten Gesellschaft.
Vielen Dank!

„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz.“

Das ist ein Placebo. Paulus spricht da gar nicht von der sexuell-libidinösen Liebe zwischen Mann und Frau. Sondern von der Liebe zwischen den Gemeindemitgliedern von Korinth.

Als ob das nicht schon genug wäre: Im Kern der Sache ging es darum, die religiöse Elite der Urgemeinde „einzubremsen“. Die hatten sich auf Grund ihrer Eloquenz, ihrer Sprachbeherrschung sowie ihrer besseren theologischen Bildung von der „Basis“ bereits deutlich abgehoben.

Paulus aber wollte keine „Kaderpartei“ sondern eine Volkskirche, die Juden und alle anderen Völker rund um das Mittelmeer umfasst. Letztlich wollte er eine Weltkirche (Hat der dann später ja auch gekriegt.)

Somit mussten die Theoretiker und Supertheologen der Korinther Christenzelle vom hohen Ross herunter geholt werden. Und wie macht man das in der Antike am besten? Man predigt die allumfassende Liebe.

Und wenn die Obergescheiten auch mit Engelszungen reden könnten, hätten aber die Liebe zum letzten Mitglied in der Gemeinde nicht, dann wäre alles umsonst…

Saulus, der zum Paulus geworden war (ehemals Geheimdienstoffizier des römischen Imperiums) war schon ein schlauer Taktiker und Stratege!

Ohne ihn wäre Christus vielleicht einer der vielen Propheten geblieben, die sich vor 2000 Jahren im „Heiligen Land“ herum getrieben haben. Jesus wäre ein, lediglich einigen spezialisierten Historikern bekannter Essenermönch und Wanderprediger geblieben, den die Römer im Verein mit der herrschenden jüdischen Priesterkaste ans Kreuz schlugen (es aber nicht einmal getan hätten, wenn Judas, der glühendste Verehrer Jesus, ihn nicht verraten hätte, weil er sich so sehr wünschte, dass er es allen zeigen und vom Kreuz steigen – also seine Göttlichkeit beweisen – würde, was Jesus bekanntlich aber nicht tat.)

Dann gäbe es auch kein Paulinisches Hohelied, das bei keinem Wedding Event fehlen darf. Es ist zwar völlig sinnentleert und handelt von etwas komplett anderem, aber es ist ja soo schön … :wink:





Es geht bei den 3 paulinischen Strategien, sein Leben zu verschönern, nicht um "Glaube, Hoffnung und Liebe", sondern um "Vertrauen, Hoffnung und das Überbewerten positiver Seiten einer Sache gegenüber den negativen, um auch Etwas lieben zu können, was Einem zunächst gar nicht lieblich, sondern hässlich erscheint".

Man könnte Letzteres auch als „Positives Denken“ bezeichnen, oder einfach nur als „Schönfärberei“.

Davon, dass man Jemanden, der sich überhaupt nicht liebenswert aufgeführt hat, dennoch liebt, nachdem man ihn sich schöngesoffen hat, hat der Geliebte selber leider noch gar Nichts, sofern nicht auch die "soziale Tugend des Wohlwollens" damit verbunden ist, die in der römisch-katholischen Kirche bekanntlich keine Rolle spielt - auch wenn man ihren Mitgliedern das noch so sehr einzureden versucht.

Das schwärmerische "Hohelied der Liebe", in dem es um die "romantische Sexpartnerschaft zwischen Mann und Frau" geht - ähnlich, wie im indischen Kama Sutram, wo jedoch die Empfehlung im Vordergrund steht, wie sich die Partner am Besten dabei verhalten sollten - stammt übrigens vom jüdischen Salomo und nicht von römischen Paulus.

Ansonsten ist die christliche Empfehlung, "Gnade und Barmherzigkeit gegenüber seinen Mitmenschen walten zu lassen, auch wenn man sie nicht liebt oder wegen ihres Liebreizes begehrt", erst in der Neuzeit gesetzlich zur allgemeinen Pflicht gemacht worden.

Das geschah gegen den erbitterten Widerstand scheinheiliger und damit asozialer Götzendiener ohne jedes Gemeinschaftsbewusstsein, was auch bedeutet, dass die Frau bis vor Kurzem noch niemals gleichberechtigte Ehepartnerin war, und ihr Ehegatte mit ihr tun und lassen konnte, was er wollte - nicht, weil er sie liebte, sondern weil sie sein Eigentum war.