"Versuch macht kluch", konterte Hermine.
"Und du solltest von Anfang an klar stellen, daß du ein typischer Wassermann bist, der bzw. die ihre Freihräume braucht. Aber wenn er sich echt für dich interessiert, weiß er das natürlich....
Oder ?"

"jaaah," kam meine nachdenkliche Antwort.
"Weißt du, ich komme mir vor wie in der Sendung 'Bauer sucht Frau'. Und du hast völlig recht : Ich versuch es einfach ! Probewohnen sozusagen..."
...von Ferne sahen wir Hansis stämmige Figur und brachte zumindest mich wieder etwas in die Gegenwart zurück. Ja, er hatte was und wie schon gesagt, ein bisschen war schon Gefühl da. Ich spürte, wie ich mich innerlich anspannte. Das kenn ich doch. Immer, wenn sich dieses Gefühl einschleicht, geht es schief. Ich werde mich verlieben, träumen, alles in Kauf nehmen und dann entscheidet er sich anders. Anders. Für eine andere.

Hansi kam aufgeräumt auf uns zu - mit blitzenden Augen, ja, er schien in seinem Element. Es war seine Welt hier - aber war es auch meine? Egal. Während wir zurück zum Haus gingen, war ich immer noch angespannt, während sich Hansi und Hermine angeregt plänkelnd unterhielten - auf eine Art, die mir etwas geschraubt vorkam. Aber Hermine schien es zu gefallen - sie lachte ihr perlendes Lachen, das ich lange nicht mehr von ihr gehört hatte und immer etwas aufgesetzt fand.

Ich war in meinen Gedanken, mit beginnender Müdigkeit von der Anspannung und der kräftigen, ungewohnten Landluft etwas zurück gefallen und sah Hermines stämmigen Beine. Wie geschaffen für einen Bauernhof, dachte ich. Auch hatte sie sich für vernünftige Schuhe entschieden, die zwar nicht sonderlich elegant wirkten - aber dafür konnte sie locker mit seinen ausladenden Schritten mithalten.

Andererseits - was hatte Hermine schon. Ihr Pfannkuchengesicht war alles andere als reizvoll - ganz anders als meine scharfgeschnittenen Züge, die zwar Böswillige als etwas hexenhaft bezeichnet hätten, aber mit etwas guten Willen doch als edel durchgehen konnten. Trotzdem - ich fing leise an, mich zu ärgern, dass ich nicht alleine gekommen war. Was, wenn Hermine mir rein aus Eitelkeit hier Konkurrenz machen wollte? Und er sich einwickeln ließ von ihrer burschikosen Art? Schließlich hatte sie doch für ihre pflegebedürftige Mutter zu sorgen. Mein Groll wuchs, als ich die beiden unbeschwert dahinstapfen sah.
Dann ermahnte ich mich zur Vernunft :
Was oder wem nützt es, wenn meine beste Freundin meinen möglichen Lebenspartner nicht akzeptiert ?
Was hab' ich davon, wenn sie ihn mir "madig" machen würde ?
Und - ich kann ihn beobachten, wie er mit anderen, v.a. Frauen, umgeht !
Also, Trudchen !
Denk positiv !
Beruhig dich,
lächle !
So, im Selbstgespräch bzw. in Gedanken versunken schlenderte ich hinter den Beiden her und mein Groll verflog allmählich.
...ja, je tiefer ich durchatmete, umso mehr schmolz mein Groll dahin und machte positiveren Gedanken Platz. Hermine hatte keine Klasse - ich dagegen schon. Was machte es, dass ich mit dem unpraktischen Schuhen ständig im Schlamm stecken blieb - einige Männer lieben hilflose Frauen. Und das Geplänkel mit Hermine war sicherlich reine Taktik - er wollte mich reizen.
Als ob er meine Gedanken gelesen hätte, drehte Hansi sich um: "Na, Erika - äh, Ehri - ach - Ehrentrude - Eeehhrentruuuude - sind wir zu schnell?"

Und wieder verfluchte ich im Stillen meine Eltern mit ihrer Vorliebe für Wagner. Sie hatten sich bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth kennen gelernt und ich musste mit diesem Namen leben und Hänseleien in der Schule hinnehmen. Ein Grund vielleicht für meine spätere Karriere - ich wollte es allen zeigen.

So auch jetzt. Ich würde es Hermine schon zeigen. Ich würde es allen zeigen. Auch wenn ein Leben mit Hansi viele Probleme aufwerfen würde - ihr würde ich das Feld nicht räumen.
"Ach, Hansi, sagen sie doch einfach Trude zu mir."
"Bitte vielmals um Verzeihung, Trude, dass ich eben so böse war. Das ist eben der besagte Lausbub in mir, der schneller etwas durch seine Lippen als durch sein Hirn laufen lässt."
"Ist schon gut!", lächelte ich ihn mit dem süßesten Mädchen lächeln an, das man als spätsommerliches Mädchen eben noch so hinbekommt.
Hans zwinkerte mir flüchtig zu, hakte mir unter und meinte:"Trinken wir heute Abend noch ein Fläschchen Wein in einem typisch Allgäuer Bergstüberl?"
"Wir ?"
"Ja ?"
"Wir zwei beide ?" mein Herz begann zu klopfen.
"Naja, wer sonst ?"
Ich drückte leicht seinen Arm.
"Gern," antwortete ich schlicht, und ich fühlte, daß ich dabei -wie ein junges Mädchen- errötete! Jedenfalls spürte ich, wie mir der Schweiß ausbrach, was mir äußerst unangenehm war. Eine meiner Hitzewallungen ! Musste das jetzt sein ?
Ob Männer auch Hitzewallungen haben ? schoss es mir durch den Kopf.
Naja, Hermine jedenfalls nicht. Die stopft sich lieber mit Hormonen voll.
Unglaublich, was mein Kopf für Gedanken produziert, wenn er "bei Verstand" bleiben soll.

"Und - was hast Du Hübsches mit mir vor ?" fragte ich keck.
"Laß dich überraschen, meine Schöne."

Meine Schöne ! Meine Schöne hatte er gesagt ! Das wirkte wie eine Behandlung in einem Beauty-Salon und eine Bruststraffung gleichzeitig.
Mein Dirndl würde ich anziehen.
Tja, Herminchen, damit kannst Du nicht dienen !
Beim letzten Fest des Lions-Club, in dem ich seit einigen Jahren nichtzahlendes Mitglied war, war anläßlich des 2. Bayrischen Festes auf dem Marktplatz typische bayrische Kleidung erwünscht gewesen. Jedenfalls von den Mitgliedern. Dafür gab es dann Freibier. Was also lag näher, bei e. ein 3tlg. Dirndl für 57€ zu ersteigern!
Und wohlweislich hatte ich dieses Schmuckstück eingepackt :!: :D
Eins musste man Hermine lassen: keine Spur von Enttäuschung, dass Hansi sich jetzt wieder mir zuwandte. Ihr gutmütiges Gesicht strahlte mit der untergehenden Sonne um die Wette, ein blaues Auge zwinkerte mir wissend und kameradschaftlich zu. Ich hatte ihr also doch Unrecht getan.

Aber das war jetzt zweitrangig. Ich glühte inzwischen in der Vorfreude, mit dem Dirndl einen beeindruckenden volksnahen Auftritt hinzulegen und Hansi zu zeigen, dass das Wort "Schöne" alle Berechtigung hatte. Noch war er mir zu locker, zu selbstsicher. Während wir uns dem Haus näherten, wo schon der Tisch auf der Terrasse gedeckt wurde, schmiedete ich meine Strategie.
Ja, ich würde gut aussehen, souverän lächeln, Charme versprühen - aber natürlich etwas unterkühlt - nein, nicht unterkühlt - eher geheimnisvoll. Vielleicht wäre es nicht schlecht, auch dem Lebensgefährten von Frau Hintermayer etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Gut, er wirkte etwas langweilig, wortkarg und brummig. Was wohl zwischen Hansi und seiner Exfrau vorgefallen war, dass sie diesen Menschen ihm vorzog?

Also Trudchen - sei vorsichtig. Behalt dich im Griff, Entspannungsübungen jetzt keinesfalls vernachlässigen. Und naturverbunden - morgen muss ich mich naturverbunden zeigen. Vielleicht eine Kuh tätscheln, es muss ja nicht gleich der Zuchtbulle sein.

Hansis Griff brachte mich etwas aus dem Konzept - seine dunklen Augen glitzerten schalkhaft, als ob er meine Gedanken lesen könnte. Zuchtbulle - wo war ich stehen geblieben? Zum Glück mussten wir uns auf den Weg konzentrieren, so dass ich nicht mehr tun musste als strahlend zu lächeln. Es fiel mir bereits schwer, etwas Geistreiches zu sagen - unangenehm, wenn die Gedanken sich überschlagen.

Und den Vater - den durfte ich auf keinen Fall links liegen lassen, den alten Bock. Ja - ich würde mich lebensfroh und kontaktfreudig geben, menschlich und zugänglich. Wenn nur nicht von Hansis Arm so ein Kribbeln ausgehen würde, dass sämtliche Gedanken schmelzen ließ wie Butter in der Sonne. In der untergehenden Sonne, wohlgemerkt.
Hansi hatte seine Frau wissen lassen, dass er seine Brotzeit an diesem Abend genauso aushäusig einnehmen werde wie ich.

Gegen 19 Uhr stand er mit seinem 300 SL Oldtimer vor unserem Haus und wartete darauf, dass er mir beim Einsteigen behilflich sein könnte.

Stolz wie eine bayrische Bäuerin verließ ich angemessenen Schrittes das Gästehaus und ließ mich mit Hansis charmanter Hilfe in seinen Wagen gleiten.

Mit elegantem Schwung ließ er den Wagen die Serpentinen hinauf klettern, die zu einem hell erleuchteten großen Hotel auf einer Berghöhe führten.

Der Consierge begrüßte Herrn Hintermayer sehr höflich und führte uns ins "Panorama Restaurant", wo uns der ebenso höfliche Ober an einen aufwändig eingedeckten Tisch im talseitigen Rundell geleitete.

Nachdem ich mich gesetzt hatte, nahm auch Hansi seinen Stuhl ein.

Dass ich nicht die Einzige war, die ein Dirndl trug, beruhigte mich erst mal, aber gleichzeitig beunruhigte mich die hochwertige Ausstattung der Landes typischen Mode anderer Damen, die ihre Tracht ganz sicher nicht bei dem bekannten Auktionshaus im Internet erstanden hatten.
Hätte ich gewusst, dass Hansi mich derart nobel ausführen würde, hätte ich das neue Kostüm angezogen, das ich für einen etwaigen Besuch eines Theaters oder ähnlichem eingepackt hatte.

Augen zu und durch, dachte ich.

Derart abgelenkt merkte ich viel zu spät das eigenartige Funkeln in Hansis Augen.

"Was lässt ihre Augen so funkeln, Herr Hintermayer?", fragte ich mit etwas gespielter Kühle in meiner Stimme.

Hansi nahm von den gerade eingesetzten Champagner Gläsern das seinige in die rechte Hand und deutete mir an, dass er mit mir anstoßen wolle.
Ich tat Gleiches und dann kam es.

"Herzlich willkommen Frau Hin.., äh Frau Schilling in meinem Allgäu. In dem Teil des Allgäus, das meine Familie seit Urzeiten mit bevölkert, wenngleich diese Tradition mit mir aussterben wird!"

Wegen seines Versprechers prostete ich ihm leicht errötet zu, überspielte diesen Anflug aber blitzschnell, indem ich ihm mein Bedauern darüber versicherte, dass aus seiner bisherigen Ehe kein Hoferbe hervorgegangen war.

"Ja sehens Trude, dass meine Frau nach einer Frühgeburt auch noch ihre Fruchtbarkeit verlieren musste, wäre ja nicht das Schlimme, aber dass sie nicht bereit war, ein Kind zu adoptieren, machte mich mehr als traurig."

"Lebt ihr deswegen getrennt?"

"Nicht nur deswegen, aber in erster Linie. Als damals feststand, dass meine Frau nie wieder schwanger werden konnte, versuchte ich sie damit zu trösten, dass der liebe Gott wohl nicht wollte, dass aus uns beiden der Hoferbe hervorgehen soll, sondern durch ein anderes Kind, das dadurch wahrscheinlich eine Chance bekäme, die ihm seine leiblichen Eltern niemals bieten könnten."

"Hat sich deine Frau diesem Gedanken absolut verwehrt?"

"Ja und nein, aber letztendlich total, als sie mich dabei erwischt hat, wie ich mit einer Sommerfrischlerin ins Heu gegangen bin."

Am liebsten wäre ich nach diesen Worten aufgestanden und heimgefahren. Ganz heim gefahren.

Hansi bemerkte sofort, dass irgendetwas urplötzlich meinen Gesichtsausdruck verändert hatte.

"Trude, ist ihnen nicht wohl?"

"Danke, der Nachfrage. Aber irgendwie ist mir das Tempo, wie sie mir ihre Lebenstragödie vor Augen führen zwei Takte zu rasant."

Kühle überfiel mich. Am liebsten hätte ich ganz laut in das vor unserem Fenster sich ausbreitende Tal geschrien.

In diesem Augenblick servierte die für unseren Tisch bestimmte kleine Kellner Armada den zweiten Gang.

Essenz von Rehstelzen mit Schwammerlklösschen.

"Lass es dir schmecken, Trude!", hauchte mir Hansi mit einer Stimmlage zu, die nach Versöhnung heischte. Sein Blick tat ein Übriges.
Ich lächelte zurück.
Mach dir einen netten Abend in charmanter Begleitung, Trudchen, redete ich mir gut zu. Ist jedenfalls besser als Fernseh gucken.
Ich brauche solche aufmunternden Gedanken manchmal, um wieder "ins Lot" zu kommen. Außerdem bist du zu diesem Menue eingeladen. Der Herr zahlt...

Ja genau. Ich hatte auch schon andere Sachen erlebt .
Wo ER z.B. die Brieftasche im Auto vegessen hatte: "Tut mir schrecklich leid, du kriegst es nachher wieder"... Ha, darauf warte ich heute noch !
Oder wo ER mir gleich beim ersten Date gestand, daß er völlig pleite sei und ich ihn selbstverständlich großzügig einlud - aber auch nur das eine Mal!
Sobald die Kerle sehen, daß ich Porsche fahre, denken die, ich könne Geld drucken !
...sie und Hansi konnten ja nicht ahnen, dass der Porsche nur geliehen war - von meiner Tante, die ihn aus Altergründen nicht mehr fahren konnte und ihn mir zur Verfügung gestellt hatte.
Eigentlich ging es mir finanziell nicht gut. Meine Firma hatte mich in die frühzeitige Rente entlassen, meine Ersparnisse waren für einen Lebenskünstler draufgegangen, der sich von mir seine neue Firma finanzieren ließ, die schnell den Bach hinunter ging. Er verschwand über Nacht.

Was Hansi auch nicht wusste: ich bin eigentlich Vegetarierin. Kritisch beäugte ich die Rehstelzen-Essenz. Da musste ich jetzt durch. Gut, Essenz ist kein Reh. Tapfer nahm ich einen Bissen und - nun, es ließ sich essen. Auch die Klösse waren ein Gedicht - meine Pikiertheit wich einer fröhlichen Unbekümmertheit. Das musste am Wein liegen.

Sollte er doch von Heu erzählen - er war eben ein Mann und außerdem hatte ich das Gefühl, dass er gern ein bisschen spielte. Sehen wollte, wie ich reagierte. Da half nur eins. Ich trank das Glas Wein unzivilisiert auf einen Zug leer und fühlte die Wärme und den Übermut aufsteigen.

"Im Heu - wie romantisch!" rief ich aus. "ich dachte, das gibt es nur bei Rosamunde Pilcher! Aber diese Urlauberinnen haben es ja oft faustdick hinter den Ohren. Aber sagen Sie äh, sag mal: wie hat ihre - äh, deine Frau...lassen Sie uns doch Du sagen, ich komm ja ganz durcheinander - denn überhaupt davon erfahren? Sie hat euch doch nicht etwa erwischt?"

Ich merkte, dass mir der Wein immer mehr zu Kopf stieg - da halfen auch die Schwammerlknödel als Grundlage nicht mehr. Aber ich fühlte mich großartig, trotz des billigen Dirndls.
Sehr interessiert schaute Hansi auf seinen Teller, so, als ob da etwas wäre, was bisher nicht dagewesen war.

Er will Zeit gewinnen, der Filou, sagte meine innere Stimme.
Glaub nur die Hälfte von dem, was jetzt kommt, Trudchen !

Nach einer Weile blickte er auf -vermutlich war alles in Ordnung auf dem Teller- und mit Augen, die unschuldiger nicht blicken konnten, gestand er mir :
"In flagranti!"

"Tja, lieber Hansi Hintermayer, so etwas stößt eben jeder Frau bitter auf.
Wenn einem der Mann am Mittag noch ein fremdes Kind in Gottes Namen unterschieben will und sich dann am Abend bei der Hin führung zum fremden Kind gleich erwischen lässt.
Männer, kann ich da nur sagen.
Na dann Prost, Herr Hintermayer!", schob ich noch salopp hinterher.

Mein Galant des Abends fing offenbar Gefallen an meiner immer locker werdenden Art zu finden, denn er prostete mir genau so schlagfertig zu:
"Prost Frau Sommerfrischlerin!"

Im Hauptgang, der just in diesem Moment aufgetragen wurde, befand sich ein Problemartikel, den ich selbst bei größter Rücksicht auf den Gastgeber nicht in mich aufnehmen konnte. Auf dem Steak vom Allgäuer Sennerochsen lag ein Stückchen rosa gebratene Gänsestopfleber.

"Hansi, darf ich Dir das auf deinen Teller geben?"

"Ja moagst keine Leber, Trude?", fragte er belustigt zurück.

"Das Steak esse ich als lactovegetabile Vegetarierin nur Dir zuliebe, aber Stopfleber kann ich aus Gewissensgründen nicht in den Mund nehmen!"

Trude, musste das jetzt sein? Diese Steilvorlage. Kaum war der Gedanke gedacht, kam von Hansi auch schon:
...tscha, also, Trudchen, das kann ich nun nicht verstehen. Stopfleber ist doch das Beste, was wir hier im Allgäu haben. Reine Natur. Kein Wunder, dass du so blass wirkst. Hier darf man nicht so zimperlich sein. Also nun, runter mit dem Zeug. Mir zuliebe..." fügte er schmeichelnd hinzu.

Ich schluckte. Und dann, mit Todesverachtung spießte ich das Teil auf die Gabel, konzentrierte mich auf die Kuckucksuhr in der Ecke, schluckte wieder und .......Bild

..."tut mir leid" hauchte ich tonlos.
zuletzt war mir das als 4jährige passiert, als meine Eltern mit mir zum Essen gegangen waren. Stolz waren sie auf mich, weil ich perfekt mit Messer und Gabel umgehen konnte...
und trotzdem - ich konnte mich nicht zurückhalten...

alles, was ich bisher gegessen und brav geschluckt hatte, landetet in physikalisch und chemisch veränderter Form vor mir auf dem Teller :
Champagner,
Knödelchen,
Wein,
Rehstelzenessenz,
Leber....

"Sakra, was für eine Scheiße !" entfuhr es dem Herrn Hinter....wie hies er noch mal ?
In meinem Magen und in meinem Kopf drehte sich alles.
Und ich hab keine Zahnbürste dabei, schoß es mir durch den kopf