...wie nicht nur die Priester sondern auch die Freudianer wie Arno Grün behaupten, um damit dem Verbrecher die Absolution für seine Taten zu erteilen, für die er nicht büßen will, indem sie behaupte, es sei sein anderes Ich gewesen – auch wenn es manchmal tatsächlich den Anschein hat, dass der Wankelmütige nicht alleine in seinem Kopfe wohnt, wenn er einmal zu dem tendiert, was er tun soll und ein anderes Mal dazu, was er tun will.

Im folgenden Film kann man gut erkennen, so man will, wie heftig Menschen für Etwas büssen worüber sie sich nichts haben zu schulden kommen lassen.
Hinter einem scheinbaren Wankelmut kann sich Unvermutetes und Ungeahntes verbergen, daher können auch nicht bloss viele Köche den Brei verderben, sondern eben auch viele Stimmen im Kopf das Leben derer die darunter wirklich leiden.

https://youtu.be/lmpALPM_V6E

hier noch ein Ausschnitt aus dem Buch von Arno Gruen: Seite 73

Was uns da in Wahrheit glaubwürdig gemacht werden soll, ist eine Gesellschaft, in der ein allgegenwärtiger Konsens uns vor Selbstzweifeln, Ängsten und Beunruhigung bewahren soll.
Aber das Gegenteil passiert. Eine neue Krankheit wird uns eingeimpft. 
Unter dem Deckmantel der Beschäftigung mit Gefühlen werden diese verneint. Und indem uns der Zugang zu ihnen versperrt wird, erhöht sich die Malaise der Gefühlslosigkeit.
Aber Gefühlslosigkeit bedeutet immer gesteigerte Wut und Aggression. 
In dem Ausmaß, in welchem das eigene Selbst verlorengeht – die eigenen Mitgefühle und die Verantwortung für sie verschwinden –, wird ein Mensch rachsüchtig, ohne sich dessen wirklich bewußt werden zu können. 
Die Aggression ist eine Reaktion auf die Verminderung der eigenen Autonomie, selbst noch in den Fällen, in denen ein Mensch sich gegen diesen Verlust wehren möchte. 
Es wiederholt sich die ganze eigene Entwicklung: 
Die Unterdrückung der Rezeptionen und Gefühle der Kinder führt zu einem 
Gehorsam, der die hervorgerufene Aggression verdeckt, sie gleichzeitig aber auch steigert. 
Die Wut ist gegen das eigene Leiden und die eigene Lebendigkeit gerichtet, denn sie sind es, die offensichtlich die Willkür und Unterdrückung seitens der Eltern hervorriefen.
Das bewirkt die erste Spaltung im eigenen Sein: 
die eigene Zurückweisung dessen, was zum Anhaltspunkt der eigenen autonomen Entwicklung hätte führen können, nämlich die eigene Lebendigkeit. 
Und obwohl man selbst zum Werkzeug der eigenen Unterdrückung gemacht wurde, bedeutet das nicht, daß der Haß gegen das eigene Sein sich etwa verminderte.
Im Gegenteil, es ist ein anhaltender Spaltungs-Prozeß, der durch die gesellschaftlichen Normen gefördert wird.“
Die (innere) Stimme im Kopf, welche die akustische Manifestation eines Gedankens darstellt, wird durch den Begriff „Gestalt-wahr-nehmung“ auf irreführende Weise beschrieben, weil das, was man in Ermangelung von Parametern nicht eindeutig als solches erkennen kann, nicht nur mit bereits Bekanntem assoziiert wird, sondern diesem noch darüber hinaus eine besondere Bedeutsamkeit beigemessen wird, wie etwa einem Augenzeugen, der dabei war, sodass sein Bericht als eher überzeugend – weil mit der Realität als übereinstimmend – gilt, als wenn man Etwas über einen Dritten erfährt, der selber nicht dabei war.

Das Kriterium der Wahrhaftigkeit, mit dem die Lüge ausgeschlossen wird, sodass man dem Wahrhaftigen glaubt, dass er die Wahrheit sagt, und nicht lügt, sagt zwar Etwas über seine Vorstellungen aus, die er sich von der Welt macht, aber noch Nichts darüber, wie die jeweiligen Umstände, von denen er berichtet, tatsächlich beschaffen waren oder sind.

Bei Kant wird der „kategorische Imperativ“ als eine ebensolche Stimme des Gewissens beschrieben, die Jedem sagt, was er tun soll, und was nicht, wobei davon ausgegangen wird, dass das, was er tun soll, richtig sei, und das, was er nicht tun soll, falsch.

Das funktioniert auch dann, wenn Derjenige, der den Menschen dieses eingeredet hat, sodass sie sich nur noch dran zu erinnern brauchen, gar nicht selber anwesend, bzw. schon längst tot ist, indem sie einfach „die Ahnen dazu befragen“, nachdem sie sich vorher - etwa mit Hilfe von psychotropischen Pflanzen - wie die Schamanen in einen suggestiblen Zustand versetzt haben, in dem die geistige Instanz des „kritischen Zensors“ ausgeschaltet ist, sodass sie dem Befehl des Hypnotiseurs bedingungslos Folge leisten, sofern das, was er sagt, im Einklang mit dem steht, was ihnen vorher als Idealvorstellung eingetrichtert worden ist.

Das bedeutet, dass Jemand, der etwa derartige Rachegelüste gegenüber Jemandem verspürt, der ihn gegen seinen Willen geschädigt und sich nicht dafür entschuldigt hat, dass er ihn am liebsten umbringen würde, lediglich einer Absolution bedarf, mit der ihm einsuggeriert wird, er habe ein Naturrecht auf „Rache durch Todesstrafe“, und es sei völlig im Sinne einer „himmlischen Ordnung“, wenn er es seinem Schädiger auf gleiche Weise heimzahlt, um damit sein angeknackstes Selbstbild als „Richter über Leben und Tod“ wieder zu reparieren.

Was zwar subjektiv durchaus verständlich ist, und von den Mächtigen dieser Welt auch genauso gehandhabt wird, kann natürlich nicht für Jedermann gelten, sodass hier das GEBOT des Racheverzicht erlassen wird, welches – negativ formuliert - das VERBOT von Rache bedeutet.

Das verinnerlicht der Mensch schon in Kindertagen, sodass es ihm als selbstverständlich und daher auch richtig erscheint, seinen Mordelüsten nicht nachzugeben - auch wenn die Stimme eines vorgestellten „inneren Kindes“ das noch so sehr fordern mag - , indem man im selbstinszenierten, geistigen Kaspertheater das „gütige Kasperle“ über das „böse Krokodil“ thriumphieren lässt.

Das passiert nicht nur Nachts im Traum, sondern auch während eines Tagtraums, über den scheinbar „höhere Mächte“ die Kontrolle übernehmen, wenn man seinen Verstand ausschaltet und sich statt dessen seinen irrationalen Befürchtungen und Hoffnungen hingibt – so, als hätten die ein Eigenleben, und man brauche ihnen nur zu folgen.

Der Haken dabei ist jedoch, dass sie keine Personen sind, die man zum Schadensausgleich heranziehen kann, wenn sich die – leider doch selber gemachten - Hoffnungen noch weniger erfüllen, als es Wünsche tun, die man an falscher Stelle äußert, ohne sie sich leisten zu können, sodass der Wünscheerfüller auch kein Interesse daran hat, einer vorgestellten Pflicht zu folgen, dies auch auf unentgeltliche Weise zu tun.

Was nun den Sinn solcher „Botschaften aus dem Jenseits (von Vernunft und Verstand)“ betrifft, welche Etwas mit der sozialen Wirklichkeit zu tun haben, die man zwar im Geiste verdrängen aber nicht aus der gesamten Realität (Dinglichkeit) eliminieren kann, so besteht der bestenfalls darin, sich einmal bewusst zu machen, welche Hoffnungen und Befürchtungen man unterschwellig hegt, wenn man sich gerade auf scheinbar irrationale und daher für Andere in unverständlicher Weise verhält.

Danach kann ein in Panik Geratener auch die tatsächlichen Ursachen seines irrationalen Verhaltens erklären, sodass Missverständnisse wieder beseitigt werden können, bevor sie zum dauerhaften Zerwürfnis mit seinen Mitmenschen führen, welche ihn sonst für verrückt erklären würden - was er zwar in seinem Ausnahmezustand in gewisser Weise auch ist, jedoch nicht unbedingt dauerhaft sein muss, sondern nur solange, wie die scheinbare oder echte Bedrohung andauert, sodass man erwarten kann, dass sich danach sein Verhalten wieder normalisiert, und er die Dinge wieder so sieht, wie sie ihm vor der Panikattacke erschienen.

Hierbei spielt die Hoffnung auf Besserung nicht nur beim Panikpatienten eine große Rolle, sondern auch beim behandelnden Schamanen (geistigen Heiler) - welcher ja von Berufs wegen in der Lage ist, durch eine veränderte Darstellung der Realität die irrige Vorstellung einer Bedrohung, die in Wirklichkeit gar nicht mehr existiert, wieder aufzuheben - selber.

Dass der natürlich auch ethische Gesichtspunkte berücksichtigen muss, wenn er Jemandem, der meint, er sei Verursacher eines Verbrechens, klar macht, dass er gar kein Verbrechen begangen hat, obwohl dies doch der Fall war, anstatt ihm zu sagen, wie der am besten damit umgeht, um sich mit dem Geschädigten wieder zu versöhnen, gehört zum Ehrenkodex von Heilern mit dazu.

Ein sinnvolles Leben kann auch darin bestehen, sein Pflicht und Schuldigkeit zu tun – also das, was man tun sollte, um in Frieden mit Anderen zu leben, indem man alte Schuld bei Denen tilgt, die – ganz gleich, ob absichtlich oder aus Versehen - durch Einen zu Schaden gekommen sind, und außerdem das vorsätzliche Schädigen Anderer zu deren Nachteil grundsätzlich vermeidet – ganz gleich, was Einem irgendwelche Stimmen im Kopf auch Anderes zu befehlen scheinen, oder was Fühlologen, wie Arno Grün, jenseits aller Moral und damit auch jeder echten, sozialen Wirklichkeit empfehlen.

Was nun den Ausdruck der eigenen Befindlichkeit und auch der Stimmung betrifft, in der man sich befindet, ist die Sozialverträglichkeit dieses Ausdrucks (Emotion) entscheidend dafür, ob man damit das bei Anderen bewirkt, was man bewirken will. Ist Niemand da, der damit beeindruckt werden kann oder soll, dient sie der Befreiung eines momentanten Leidensdrucks, welche die Ursache des Leidens selber jedoch noch nicht behebt.
Wie es sich auch immer mit den Stimmen im Kopf verhält, ich bin dem Phänomen noch ein Wenig nachgegangen und bin auf folgende, - vielleicht auch nur etwas am Rande des Themas betreffend - interessante Beiträge gestossen:

In einer Zusammenfassung von der Nikomachischen Ethik Aristoteles lese ich folgendes:

Das höchste Gut
"Die Ethik ist als Teil der politischen Wissenschaft zu verstehen. Sie ist zugleich Bestandteil der praktischen Philosophie: Es geht nicht um theoretische Erkenntnis, sondern darum, durch praktische Klugheit so zu handeln, dass das höchste Gut, die Glückseligkeit, erlangt wird.
Dies kann nur von den gebildeten, reifen, männlichen Mitgliedern der Polis (griechischer Stadtstaat) erreicht werden"

https://www.getabstract.com/de/zusammen ... ethik/4316

Hier sind Frauen scheinbar ausgeschlossen und mit ihnen alle jene Bereiche die das entstehende "glückliche" Leben betrifft. 

Das praktische Leben spielt sich andauernd vor unseren Augen ab, es wird gezeugt, ausgetragen, geboren und gestorben.
Wo blieb und bleibt das Verständnis für ein Menschsein, das nicht den Teil zu verdrängen versucht wo wir noch hilflos und schutzlos jeglicher Willkür ausgeliefert sind?
Was geschieht dort eigentlich, wo wiederum meist nur einem Teil der Geschlechter die völlige Fürsorge eines kleinen Wesens überlassen wird?
Damals, zu Aristoteles Zeiten, war der Hebamme vermutlich ihre Erfahrung und ihr Können voll zugestanden worden, wurde vermutlich noch geachtet, geschätzt und unterstützt, doch was geschieht heute?

Das heutige Wissen über die Vorgänge während den Wachstumsphasen eines Fötus und Embryos bis hin zum 14 jährigen Kind sind hinlänglich bekannt und es erstaunt umso mehr, wie wenig Gelder aus den Staatskassen hin zu sozialen Einrichtungen für Frauen und Kinder, in welchen Umständen auch immer sie gebären und geboren werden, fliesst.
Der Schaden der aus Notsituationen für ein Kind entsteht ist immens, und die Gesellschaft sollte umso mehr am Schutz einer werdenden Mutter und am Schutz, sowie an den Rechten zum Wohle des Neugeborenen interessiert sein.
Wie man in folgendem Beitrag sehen kann, nicht bloss an e i n e m Kindlein in der Krippe, welches nicht einmal mehr lebt, sondern an jenen die dann auch wirklich kommen und da sind.

https://youtu.be/wqMIC2QSN10 

Wie das Gehirn die Seele macht: Erklärt von Gerhard Roth

Ein froher Rutsch und bleibt gesund.
Das, was man tun muss, um sein Ziel zu erreichen, weil man es nicht anders tun kann, ist etwas Anderes, als das, was man tun soll, um das dafür verlangen zu dürfen, was man haben will.

Im ersteren Falle geht es um die Möglichkeiten, die unter den verschiedenen Voraussetzungen und Umständen existieren, um in seinen Bemühungen erfolgreich zu sein, ohne dass dabei die soziale Frage der Rücksichtnahme auf Andere im Vordergrund steht.

Dazu ist z.B. ein einwandfrei funktionierender Körper nebst Gehirn und aller anderer lebensnotwendiger Organe erforderlich, sowie das geistige Wissen, wie man am Besten unter den jeweiligen Umständen damit umgeht, um einen möglichst großen Nutzen daraus zu ziehen.

Reicht die körperliche und geistige Kraft nicht aus, braucht man die Hilfe Anderer dazu, was den sozialen Teil der persönlichen Macht darstellt, um gemeinsam zu erreichen, was man alleine nicht bewerkstelligen kann.

Ist man als der Stärkere jedoch nicht in der Lage, Schwächeren einfach wegzunehmen, was man von ihnen haben will, und kann es sich auch nicht leisten, einen Stärkeren um den Dank für seine Wohltat zu betrügen, indem man ihm den einfach schuldig bleibt, muss man wohl oder übel mit Gleichstarken handelseinig werden, indem man seinen Besitz mit ihnen teilt, um es nicht mit ihnen zu verderben.

Die aristotelische Tugend der Lebensklugheit ist somit ein natürliches Gebot der Vernunft zum Zwecke der Selbsterhaltung, welches auch ohne einen sozialen Bezug zu einer menschlichen Gemeinschaft Gültigkeit hat.

Die Pflichtethik von Kant hingegen erfordert den Gehorsam des schwächeren Dieners gegenüber eines stärkeren Herrn, den es nicht zu verärgern gilt, um nicht gewaltsam zum Gehorsam gezwungen werden zu müssen, sodass der Lohn für den Gehorsam in der Straffreiheit besteht.

Wem als Kind bereits eingetrichtert wurde, dass er nur dann auf Hilfe in der Not hoffen darf, wenn er auch allen Anderen dieses Recht zugesteht, indem er ihnen ebenfalls hilft, um deren Hilfe würdig zu werden, tut dieses schließlich aus Gewohnheit, ohne sich jedes Mal zu vergewissern, ob das in dem Falle überhaupt notwendig ist, um glücklich zu werden, oder nicht.

Diese „innere Stimme des Gewissens“ ist jedoch kein „kleiner Mann im Ohr“ sondern lediglich der vom Diener verinnerlichte Befehl seines Herrn, welcher ihm auch dann noch intuitiv gehorcht, wenn der schon längst im Himmel (oder in der Hölle) weilt.

Hier ist die entwicklungspsychologische Erklärung des Neurologen Gerhard Roth sehr hilfreich, um zu verstehen, wie nachhaltig der Mensch durch seine Primärfahrungen in den ersten drei Jahren auf epigenetische Weise vorprogrammiert wird, sodass eine „Nachbesserung“ im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie, bei der durch Aufklärung schädliche Irrtümer beseitigt werden, in fortgeschrittenem Alter immer schwieriger wird, denn selbst bei der späteren Neubildung von Zellen wird die Information im Zellkern immer mit kopiert.

Wenn er also mit 20 körperlich längst erwachsen ist, und sich auch geistig nicht mehr großartig verändert, nachdem er mit den Grundlagen des Überlebens vertraut gemacht worden ist, wird er nicht mehr durch die Einsicht dazulernen, dass sein in der Kindheit angelerntes und bislang erfolgreich praktiziertes Sozialverhalten für die Gemeinschaft schädlich ist, weil das gegen seine gesamte bisherige Erfahrung spricht.

Auch wenn er dann mit Gewalt dazu gezwungen wird, sich sozial zu verhalten, wird er das nur aufgrund der Einsicht tun, dass er sich gerade in der schwächeren Position befindet, und anschließend - sobald der Zwang nachlässt - weiter so machen, wie zuvor.

Das passende Weltbild dafür, dass das Recht immer auf der Seite des Stärkeren ist, hilft ihm dann dabei, die letzten Zweifel an seinem asozialen Handeln auszuräumen, um bedenkenlos sein eigenes Glück auf dem Unglück Anderer aufzubauen, über die es ihm selber als deren Herr zu regieren vergönnt ist.

Was nun die griechische Polis als die „Gemeinschaft aller Stadtbewohner“ und die Ethik als praktischen Teil der Politikwissenschaft betrifft, so war die menschliche Gemeinschaft damals für das Individuum genauso wenig als Person erkennbar, wie heute, sodass sich auch Niemand in der Pflicht sah, ihr zu dienen, oder sie als Handelspartner zu achten, sondern sie allenfalls nach eigenem Gutdünken zu beherrschen (d.h. zu regieren).

Zwar wurde bei den Athenern die Ablösung des (militärischen) Königtums durch die demokratische (auf Mehrheitsentscheid begründete) Diktatur einer Clique von Aristokraten (dh von wohlhabenden Bürgern) genauso als ein kultureller Fortschritt dargestellt, wie die französische oder russische Revolution auch, änderte an der politischen Machtlosigkeit von Frauen, Handwerkern und Leibeigenen jedoch genauso wenig – und das bis weit ins 20. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

Da der sicherheitsbedürftige Mensch zwar anders KANN, wenn er es aufgrund seiner Machtlosigkeit anders MUSS, aber selbstbestimmtermaßen erst recht nicht WILL, wenn er es wollen SOLL, sondern allenfalls dann, wenn er es DARF, kann er richtigerweise davon ausgehen, dass er auch das Selbstbestimmungsrecht dazugeliefert bekommt, Alles tun und lassen zu dürfen, was er will, sobald er die Macht dazu an sich gerissen hat.

Damit ist das „Streben nach der Allmacht zum Zwecke des 100%igen Selbstschutzes vor der Willkür Anderer“ das stärkste Motiv für jede diktatorische Machtergreifung, und wird es auch immer bleiben – selbst wenn die meisten Menschen auf dem Wege dorthin durch andere, die noch stärker sind, als sie, daran gehindert werden.

Dennoch sollten wir uns unsere gute Laune nicht verderben lassen, denn auch die Fröhlichkeit gehört mit zum Glücklichsein dazu - selbst dann, wenn vielleicht nur wenig Grund dazu bestehen sollte, denn - auch wenn es vielleicht zynisch klingt - es gibt glücklicherweise immer Menschen, denen es noch schlechter geht, als Einem selber, sodass man das eigene Unglück als nicht mehr so groß empfindet. Prosit Neujahr!

Wenn er also mit 20 körperlich längst erwachsen ist, und sich auch geistig nicht mehr großartig verändert, nachdem er mit den Grundlagen des Überlebens vertraut gemacht worden ist, wird er nicht mehr durch die Einsicht dazulernen, dass sein in der Kindheit angelerntes und bislang erfolgreich praktiziertes Sozialverhalten für die Gemeinschaft schädlich ist, weil das gegen seine gesamte bisherige Erfahrung spricht.


Das mag für Leute zutreffen in deren Leben kein Grund besteht sich gewissen Umständen anpassen zu müssen. So zum Beispiel in den verschiedensten Lebenssituationen wie Krankheit, Unglücksfall, Arbeitslosigkeit, Armut, Behinderung und frühzeitigem Tod eines nahestehenden Menschen.
In solchen Phasen findet eher ein Umdenken statt, als in einem Leben was kaum Entbehrungen erleiden musste und muss.
Nun sind wir also auf Grund der aktuellen Krise da angekommen wo ein grosser Teil der Menschengemeinschaft erfährt, wie es sich während einer solchen Existenz mit Einschränkung, Ohnmacht und Hilflosigkeit lebt und wie es darin auszuhalten ist.

Eine gute Gelegenheit über Wesentliches und Unwesentliches in unser aller
Leben und über das eigene Verhalten nachzudenken.
…....Das mag für Leute zutreffen in deren Leben kein Grund besteht sich gewissen Umständen anpassen zu müssen. So zum Beispiel in den verschiedensten Lebenssituationen wie Krankheit, Unglücksfall, Arbeitslosigkeit, Armut, Behinderung und frühzeitigem Tod eines nahestehenden Menschen.
In solchen Phasen findet eher ein Umdenken statt, als in einem Leben was kaum Entbehrungen erleiden musste und muss. …..


Wenn man immer wieder ähnlich ablaufende Prozesse als kreisförmig ansieht und sie zB in 8 oder in 12 Phasen einteilt, kann man Bezüge zwischen den einzelnen Phasen herstellen, wie es etwa in der Traditionellen Chinesischen Medizin der Fall ist, wo man die Folgen einer jahreszeitlich bedingten, körperlichen Schädigung erst in der übernächsten Jahreszeit verortet, bzw. umgekehrt die Ursachen für eine Krankheit in der vorletzten Jahreszeit und nicht in der letzten sucht.

Damit werden Erfahrungswerte berücksichtigt, ohne deren konkrete Ursache zu kennen, weil die für eine richtige Behandlung nicht entscheidend ist - genauso, wie es bei einer Verhaltenstherapie auch nicht entscheidend ist, wer Wen verletzt hat, wenn es darum geht, mit der Verletzung selber fertig zu werden, und nicht mit der Tatsache, dass man einer Person oder den jeweiligen Umständen hilflos ausgeliefert war, was ja im Leben immer wieder vorkommt, und daher auch in Zukunft unvermeidbar ist.

Bei der Betrachtung der ersten dreijährigen Phase, die durch ihre Primärprägungen für das Selbstverständnis des Menschen entscheidend ist, weil er alle weiteren Erfahrungen damit vergleicht, und auch entsprechend ähnlich darauf reagiert, sieht man, dass darin auch bereits alle späteren Erfahrungen zeitlich im Kleinformat enthalten sind.

Was jedoch ihre Erlebnisqualität betrifft, so wird die Kindheit vom Kinde im Großformat erlebt, sodass sie ihm einerseits als ewig andauerndes Paradies, aber noch mehr als ewige Hölle vorkommt, worauf von den Eltern jederzeit verwiesen werden kann, um zu veranschaulichen, was passieren wird, wenn es ihnen nicht gehorcht.

Die Suggestion, dass es nicht nur allmächtig, sondern auch unendlich wertvoll für die ganze Menschheit sei, obwohl das definitiv nicht der Fall ist, erzeugt ein falsches Selbstbild beim Kinde, was seiner sozialen Integration in eine Gemeinschaft bereits im Kindergarten wesentlich hinderlicher ist, als eine eher fatalistische Sichtweise, bei der es darum geht, die Mächtigen dieser Welt nicht zu verärgern, um halbwegs ungeschoren davon zu kommen – auch wenn dadurch vielleicht so manche Gelegenheit, selber in eine herrschende Position zu gelangen, in der man weder Tod noch Teufel zu fürchten braucht, ungenützt verstreichen lässt.

So sind auch die spiritistischen Weltbilder, in denen angeblich mächtige, unsichtbare Wesen das Schicksal zum Wohle des Einen auf Kosten des Anderen bestimmen, dazu geeignet, dass sich Jedermann in dieser Hierarchie wiederfinden und auch aufsteigen kann, indem er sich empor dient, um am Ende gar als der Liebling seines Herrn ein lebenslanges Vorrecht gegenüber allen Anderen genießen zu dürfen.

…..Nun sind wir also auf Grund der aktuellen Krise da angekommen wo ein grosser Teil der Menschengemeinschaft erfährt, wie es sich während einer solchen Existenz mit Einschränkung, Ohnmacht und Hilflosigkeit lebt und wie es darin auszuhalten ist......

Die Vorstellung, dass die weltweite Corona-Grippe mit einer Lethalität von ca 2% aller Symptomträger – ähnlich wie die Sintflut - die Strafe eines allmächtigen Schöpfers der Menschheit sei, grassiert natürlich auch immer wieder in den Köpfen, in die man diese Art von Weltuntergangs- oder auch Verschwörungstheorien eingepflanzt hat, und deren Träger letztlich von dieser Irrlehre in irgendeiner Weise profitieren.

Der echte Nutzen einer derartigen Krise für die Menschheit besteht hingegen darin, dass im Fall einer Epidemie mit einer Fertilität von 30%, wie zB die der mittelalterlichen Pest, Jeder weiß, dass er Distanz wahren oder eine Maske tragen muss, um zu überleben, was auch bedeutet, sich für eine Weile lang mal NICHT gegenseitig abzuschlecken, und das dann auch zu tun, ist ja schon eine ganze Menge, sodass man nicht mehr von einer totalen Ohnmacht reden kann.

….Eine gute Gelegenheit über Wesentliches und Unwesentliches in unser aller Leben und über das eigene Verhalten nachzudenken. ….

Da das Wesentliche für den Einzelnen nicht unbedingt auch das Wesentliche für Alle ist, wäre es noch wichtiger, sich darüber klar zu werden, WER oder WAS man selber ist, und welchen Einfluss man innerhalb der Gemeinschaft hat, der man angehört, um zu wissen, was man von Anderen erwarten kann, und was nicht, denn von sich selber weiß man das ja bereits schon, nachdem es Einem der eigene Körper auf schmerzvolle oder lustvolle Weise mitgeteilt hat.

Ansonsten dient am Ende eines Jahres der geordnete Rückzug auf dem Schlachtfeld des Lebens vor Allem dazu, sich zu regenerieren, um sich im nächsten Jahr, welches immer bereits mit dem nächsten Tag beginnt, mit neuer Kraft ins Getümmel werfen zu können, um gemeinsam mit unseren Kampfgenossen dem Tode ein weiteres Jahr abzutrotzen, während wir munter und voller Hoffnung auf ein gutes Gelingen den Weg alles Vergänglichen beschreiten.
Filofax
Mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen.
Der Jahreswechsel ist ein vom Menschen gemachtes Ereignis.
Einschnitt oder Veränderung kommen nicht von außen.
Sie kommen vom Willen, wie so vieles Andere auch.

In diesem Sinne - ein erfolgreiches Neues!

Was haben die Astrologie und die traditionelle chinesische Medizin gemeinsam?

Sie bieten Alternativen zum modernen wissenschaftlichen Prinzip der Analyse von Problemen und Krankheiten.

Sie vermeiden strikt die individuelle Sicht auf den Menschen, indem sie die Vielfalt und Vielschichtigkeit der menschlichen Existenz  in nur einige wenige, immer gleiche Kategorien pressen und auf diese billige Weise behaupten, ALLES erfassen zu können, was JEDEN Menschen ausmacht. Was natürlich vollkommen naiv und  lächerlich ist. 

Im Grunde entspringt dieses Unterfangen einer zutiefst den Menschen als Individuum verachtende, "kommunistische" Denkweise. Zwar hat es DEN Kommunismus als besondere politische, meist idealistisch begonnene, aber regelmäßig im Totalitarismus mündende Staatsform im alten China noch nicht gegeben, aber die Chinesen als Volk waren aufgrund ihrer Geschichte schon immer in Gefahr, als Individuen zum scheinbaren Wohl der Gemeinschaft seitens der jeweiligen Herrschaft vollkommen missachtet und unterdrückt zu werden. 

Bei der Astrologie muss man diesbezüglich historisch die vorwissenschaftlichen und zeitgenössischen Anhängerschaften unterscheiden.

Als man es noch nicht besser wusste, diente die Astrologie als (vor-) wissenschaftliche Methode dazu, die Naturphänomene zu erklären und z.B. Katastrophen rechtzeitig voraussagen bzw. das Schicksal eines Herrschers, der sich einen Astrologen leisten konnte, berechnen zu können. Die damit verbundene Simplifizierung zur Erfassung der Welt und des Menschen, die z.T. auf der Nummerologie beruhte, hatte sich spätestens mit dem Fortschritt der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse als völlig absurd erwiesen. Heute fristet sie ihre Existenzberechtigung in der Esoterikecke, wo  jeder Blödsinn, der komplexe Forschung und Gedankenarbeit bequemerweise  durch mystische Riten ersetzt, irgendwelche Anhängerschaften finden kann. 





und bis heute zählt in China der einzelne Mensch nicht viel....
@ barbera

Ich richte meine Wünsche mittlerweile nur noch an Diejenigen, die sie mir auch erfüllen können, ohne ein zu hohes Entgelt dafür zu verlangen, sodass ich sie mir auch leisten kann, ohne ihnen Etwas dabei schuldig zu bleiben.

Da ich weiß, dass mein Erfolg auch von vielen Faktoren abhängt, die ich nicht selber beeinflussen kann, käme ich nie auf die Idee, ihn ausschließlich meinem eigenen Können zuzuschreiben, sondern vielmehr der Gunst Derer, die mir wohlgesonnen sind, und die mir schon aus mancher Klemme im Leben geholfen haben.

Natürlich ist die Entscheidung, den Jahresanfang im Winter zu verorten, eine menschliche, aber auch einige Tierarten nutzen bekanntlich diese Zeit für einen kältebedingten Winterschlaf, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, während sie von den Fettreserven leben, welche sie sich vorher noch rasch angefuttert haben, um nicht zu verhungern.

So dient die römisch-christliche Fastenzeit gegen Ende des Winters dazu, den Körper von den Schlacken zu befreien, bis dann mit dem Frühling das neue Jahr mit der Tag- und Nachtgleiche beginnt.

Das astronomische Jahr der astrologischen Kalenderwissenschaft, korreliert allerdings nicht mit dem meteorologischen Jahr, welches von den Breitengraden der Klimazonen abhängt, sodass es da zu verschiedenen Ungereimtheiten gekommen ist, was die Bezeichnung der jeweiligen Zeiträume und Tage betrifft, was wiederum auch ein Zeichen dafür ist, dass das Mess- und Bewertungssystem selber zwar perfekt funktioniert, aber eben nicht für jeden Zweck in gleicher Weise geeignet ist.

Was nun den Mondkalender betrifft, nach dem die Pflanz- und Erntezeiten genauso berechnet werden, wie die Gezeiten von Ebbe und Flut, so sind es natürlich physikalisch messbare Effekte, die durch den Richtungswechsel der Graviationsfelder von Sonne und Mond auf die Erde entstehen, und die sind weder vom Menschen noch von Sonstwem gemacht, sondern ergeben sich einfach aus der Masse und den Eigenbewegungen der Himmelskörper.

So ist es leider genauso zwecklos, Frau Luna oder Herrn Sol, die mit ihren Himmelswagen über das Firmament zu fahren scheinen, mit Hilfe von Opfergaben um einen Gefallen zu bitten, noch den personifizierten Herrn der Wissenschaften, Merkur, die Herrin der Schönheit, Venus oder den Herrn des Krieges, Mars etc., damit diese Einem den Erfolg garantieren, der ohne ihre Hilfe nicht zu erwarten ist.

Dass man jedoch am besten dann, wenn die lunare Anziehungskraft gemeinsam mit der solaren die ganze Nacht von unten her erfolgt, diejenigen Pflanzen nachts erntet, deren Wirkstoffe sich in den Wurzeln befinden, und die anderen, bei denen sich die Wirkstoffe im oberen Teil befinden, besser tagsüber, ist eigentlich ein Ding der zwingenden Notwendigkeit, um erfolgreich zu sein, und keines von menschlicher Lust und Laune.

Ein Mensch, der nachts bei Vollmond schlafwandelt, weil er sich – auch gravitationsbedingt - nicht richtig entspannen kann, und daher tagsüber aufgrund seiner Müdigkeit besonders unfallgefährdet ist, könnte statt dessen auch tagsüber schlafen, und nachts dafür arbeiten, sofern dies beruflich möglich ist.

Die Hoffnung aufrechtzuerhalten, dass der Krug an Einem vorübergeht, obwohl ein Unglücksfall unausweichlich zu sein scheint, ist keine Frage des Hoffen-Dürfens, sondern eine des Könnens, was nur genügend Mutes (oder sogar Übermutes) bedarf, sodass man getrost sein Schicksal symbolisch in die Hand eines vorgestellten, grundgütigen Weltenlenkers namens Jupiter legt, und anschließend den Kirchenfürsten auf Knien dafür dankt, wenn man wie durch ein Wunder von dem Unglücksfall verschont geblieben ist.

Im anderen Falle hingegen kann man es immer noch einem strengen, aber gerechten obersten Richter namens Saturn als eine Strafe für seinen eigenen Ungehorsam ansehen, aus der man lernen kann, wie man es in Zukunft nicht mehr machen sollte, wobei die Erkenntnis natürlich nutzlos ist, wenn man nicht auch gleichzeitig von seinem Lehrer im Namen Jupiters mitgeteilt bekommt, was man denn stattdessen hätte tun sollen, um das Unvermeidliche dennoch zu vermeiden.


@ Verdandi

Das ethische Sollen eines Individuums, welches mit anderen Individuen eine Gemeinschaft bildet, und das potenzielle Können, um selber oder gemeinsam mit Anderen Irgendetwas zu bewirken, sind zweierlei:

1. In einer natürlichen, herrschaftsorientierten Gemeinschaft gilt das Gesetz des Stärkeren denen die Schwächeren freiwillig zu gehorchen haben, wenn sie nicht gewaltsam dazu gezwungen werden wollen.

Die im marxistischen Kommunismus idealerweise vorgestellte Herrschaft der Proletarier (bzw. des „arbeitenden Volkes“) über die Kapitalisten ist bisher – im Gegensatz zur Herrschaft der Kapitalisten über die gesetzgebende Priesterkaste oder über die Kaste der kriegstreibenden Monarchen – immer wieder an ihrer fehlenden Fähigkeit zur Selbstorganisation, sowie an der Korruptheit ihrer Anführer gescheitert.

Ebenso ließ sich bisher auch keine sozialistische (brüderliche und damit herrschaftsfreie) Zusammenarbeit der Angehörigen der drei herrschenden Klassen mit denen der vierten Klasse erzielen, weil diese eben nur so lange notgedrungenerweise funktioniert, wie ein Kräftegleichgewicht vorliegt, welches man tunlichst zu vermeiden versucht, um nicht tatenlos warten zu müssen, bis sich die Umstände zum Nutzen des Einen und zum Schaden des Anderen von selber geändert haben.

Solange es keinen allmächtigen Herrn über die ganze Erde gibt, der die Menschen an ihrem Vormachtstreben über Andere auf diktatorische Weise hindert, und sie auf diese Weise gleich macht, sodass sie auch gleich behandelt werden können, wird der Kampf um die Vormacht niemals aufhören, denn Gleichheit und Ungleichheit zwischen ein und denselben Personen ist gleichzeitig nicht möglich.

2. Die Machbarkeit hingegen hängt von der persönlichen Macht ab, die sich aus der persönlichen Kraft + dem Wissen, wie man damit richtig umgehen muss, um sein Ziel zu erreichen + den situationsbezogenen, dafür günstigen oder ungünstigen Umständen (welche man auch „Glück“ im Sinne von „bonne chance“ nennt), zusammensetzt.

Da jedes Gelingen von der Notwendigkeit des ausreichenden Vorhandenseins all dieser drei Faktoren abhängt, muss man sich für verschiedene Alternativen wappnen, die sich auf das Szenario beziehen, welche sich erfahrungsgemäß unter den konkreten Umständen und Voraussetzungen ereignen könnten, sodass man richtige Aussagen dazu nur machen kann, indem man die jeweiligen Bedingungen dazu nennt, unter denen die Möglichkeit nicht nur zur Wirklichkeit werden kann, sondern sogar werden muss.

Damit wäre die Aussage zwar folgerichtig, garantiert aber noch nicht den Erfolg, wenn noch ganz andere Faktoren mit im Spiel sind, die wesentlich entscheidender für den Erfolg oder Misserfolg sind, als Diejenigen, die man für ausschlaggebend gehalten hat.

In der Praxis bedeutet dies, dass Vorgänge, welche sich bisher zyklisch wiederholt haben, wie Tag und Nacht oder wie die Jahreszeiten, natürlich mit Hilfe der Berechnung von planetaren Umlaufzeiten mathematisch in der Kalenderwissenschaft erfasst werden können, aber nicht, dass man auch erkennen und voraussagen kann, ob dies tatsächlich wieder der Fall sein wird, sondern nur unter der Voraussetzung, dass sich nichts Wesentliches daran ändert.

Auf die ethische Frage bezogen, was man tun und lassen soll, um es nicht mit Stärkeren, von denen das eigene Wohlergehen abhängt, zu verderben, so gelten trotz Aufklärung über die manipulativen Machenschaften des Klerus immer noch die Sätze aus dem monarchistischen Preußentum, wie: „Üb immer Treu und Redlichkeit!“ welche nicht nur Kant, sondern auch schon Konfuzius als das „Gebot der höchsten Vernunft“ deklarierte, um sich der Gnade und der Barmherzigkeit in den Augen des höchsten Herrn und Gesetzgebers im Staate würdig zu erweisen.


@ Gundulabella

Der Wert der einzelnen Diener für den jeweils Herrschenden kann in der Summe aller Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft sehr hoch sein, bedeutet aber nicht notwendigerweise auch, dass ihre Leistungen, auf dem sich ihr Wert begründet, auch automatisch von ihm gewürdigt, dh mit einem angemessenen Lohn vergolten werden müssen.

So lag das einzelne Mitglied des Staates nicht nur damals dem Kaiser von China nur so weit am Herzen, als dass es für ihn profitabel war, sondern auch den Anführern sogenannter kommunistischer oder sonstwelcher Regierungsparteien von heute, die vor Allem auf ihr eigenes Wohl bedacht sind und daher besonders darauf achten, dass es sich an ihre Gesetze hält, was ihm dann im Gegenzug die Freiheit vor Strafverfolgung garantiert.
Nach Kant ist Aufklärung „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (wobei er Unmündigkeit als „Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“ versteht), also die Entwicklung zu einer mündigen Persönlichkeit, zugleich erklärte er „sapere aude“ („wage es, weise zu ...

China hatte unsere Zeit (den Prozess) der Aufklärung nie....

@ Filofaxi 

Deine ersten an mich gerichteten 9 Absätze sind Oberlehrer pur. Okay, geschenkt.

Aber der 10. und letzte hat es in sich: 
Wohl das, was Filofaxi im Innersten zusammenhält? - Vielen Dank für den konzentrierten Einblick!

Als mit das klar wurde, musste ich schmunzeln...  Denn mir hatte sich beim Lesen sofort eine - nur auf den allerersten Blick absurd erscheinende - Assoziation aufgedrängt:

Das schallende Lachen des (Camuschen) Sisyphos über die Götter, während er sich seiner scheinbaren Fron widmet.

Tatsächlich nämlich übt er "Treu und Redlichkeit" - allerdings allein sich selbst verpflichtet, denn er ist nun selbst der Stärkere, der über sein Leben selbst bestimmt. Der Mensch hat diese Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen und somit immer eine Wahl.

Stark und schwach zugleich zu sein, ist nicht unmöglich. Dies erfordert nur eine multiperspektive Denkfähigkeit. Und die tiefgreifende innere Freiheit, diese auch zu nutzen.


Bild

Albert Camus, Nobelpreisträger für Literatur, 1957 (Wikimedia Commons)





Stark und schwach zugleich zu sein, ist nicht unmöglich. Dies erfordert nur eine multiperspektive Denkfähigkeit. Und die tiefgreifende innere Freiheit, diese auch zu nutzen.

das sehe ich ebenso

mich stößt eine Denkweise ab, die den Menschen zerpflückt in Diener oder Herrscher .....schwach oder stark .....Feind oder Freund....
eine Einteilung der Welt, in der nur nach Rechten und Pflichten gemessen wird....
@ Gundulabella

….Nach Kant ist Aufklärung „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“....

Verursachung ist nicht Dasselbe, wie Verschuldung und auch nicht Dasselbe, wie Verantwortung - auch wenns von Animisten oder Spiritisten gern in ein und denselben Topf geworfen wird, um die eigene Schuld des Ausgleichs für einen selbstverursachten Schaden bei Anderen auf Dritte abzuwälzen.

So versuchte der biblische Hiob bekanntlich den Jahwe (den personifizierten Gesetzgeber und damit obersten Dienstherrn der Israeliten) vergeblich für den Verlust seines auf Lebenszeit zugesicherten Reichtums verantwortlich zu machen, den er ihm laut Vertrag schuldete, sodass ihm zwecks Versöhnung für dessen scheinbare Untat auch ein Schadensausgleich zustand, oder zumindest ein Zeichen der Reue mit der Bitte um Vergebung der Schuld, damit er als der Diener seinem Herrn anschließend großmütig verzeihen - dh auf weitere Schadensausgleichsleistungen verzichten - konnte.

Das funktionierte allerdings schon deshalb nicht, weil man die soziale „Eigenschaft des Wohlwollens oder der ausgleichenden Gerechtigkeit“ genauso wenig auf Schadensausgleich verklagen kann, wie man nach einer von einem Unwetter verursachten Verwüstung den „Herrn des Sturmes“ verantwortlich machen kann, um ihm anschließend zwecks eigenmächtiger Versöhnung den Schadensausgleich zu erlassen, indem man ihm diese Schuld großzügigerweise vergibt.

Es steckt dabei jedoch nicht primär die Vorstellung dahinter, dass Ideen oder Eigenschaften genauso wenig Personen sind, wie Ereignisse, sondern die Feststellung, dass der schwächere Diener dem stärkeren Herrn keine Vorschriften zu machen habe, und dass ein Herr seinen Dienern auch Nichts schulde, um sich mit ihnen zu versöhnen oder gar zu verbrüdern, was immer einen Machtverzicht bedeutet, den der Herr sich gegenüber seinen Dienern nicht leisten kann, weil er damit seiner Herrschaft über sie verlöre.

Damit die Diener keine Bildung erwerben können, um ihrerseits die Herrschaft über ihren Herrn zu erlangen, wurde ihnen dieser Schritt in die „Mündigkeit zum geistigen Herrschen“ schon immer von ihm verwehrt, sodass man hier weder von selbst verursachter Unmündigkeit reden kann, noch von selbst verschuldeter, denn die Verursachung lag immer bei den Herrschenden, die es obendrein auch gar nicht nötig hatten, ihre Bußschuld für den von ihnen verursachten Schaden bei ihren Dienern zu tilgen, um sich mit ihnen zu versöhnen, denn sie waren niemals mit ihnen verschwägert oder verbrüdert, und wollten es auch niemals sein.

Auch wenn Kant als Moralfilosof kein Sprachfilosof war, hätte er begrifflich die „Verursachung“ genauer von der „Verschuldung“ unterscheiden müssen, um als der Befürworter von „Gleichheit, Brüderlichkeit und (Herrschafts-)freiheit aller Menschen“ gelten zu können, wie man ihn heute betrachtet, denn der zynische Spruch von der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“, bei der die tatsächlichen Schuldverhältnisse einfach umgekehrt werden, ist eines Menschenfreundes nicht würdig.

Damit hat er vor Allem als treuer Diener seinem preußischen Herrn geholfen, sich moralisch von dem Diktat der katholischen Kirchenfürsten zu befreien, und gleichzeitig, weiterhin die tatsächlichen Machtverhältnisse zwischen ihm und seinen Dienern zu verschleiern, denen letztlich nur noch die geistige Flucht in den nihilistischen Irrtum blieb, sie seien selber in Wirklichkeit die Herren der Welt, und daher auch nicht mehr Anderen gegenüber für ihre Taten verantwortlich, sondern nur sich selber, wenn sie dabei zu Schaden kommen.

Das macht natürlich gar keinen Sinn, denn wenn kein Anderer da ist, den man schädigen kann, schuldet man auch Niemandem einen Schadensausgleich, und kann auch Niemanden zur Verantwortung dafür ziehen, sondern muss – sofern man sich selber geschadet hat - den Schaden auch selber tragen bzw. wieder beheben.

Glücklicherweise leben wir aber nicht alleine auf der Welt, sondern sind Bestandteil einer sozialen Gemeinschaft, von der sich aufgrund von geltenden Gesellschaftsverträgen jeder Einzelne helfen lassen darf, sofern er dieser Würde durch eigene Unbescholtenheit und pflichtbewusstes Verhalten teilhaftig geworden ist – ganz gleich, ob er das nun aus Einsicht in die soziale Notwendigkeit tut, oder aus Angst vor der Strafe eines übermächtigen Herrn.

Und wenn man die Reicheren dieser heutigen Welt noch mehr in die Pflicht zur Nächstenfürsorge nähme, und ihnen die Vorteilnahme gegenüber Schwächeren unmöglich machte, indem man sie entsprechend besteuerte, damit sich der Betrug nicht mehr lohnt, brauchten die Ärmeren auch keinen Hunger mehr zu leiden, oder gar noch Schwächere zu überfallen und auszubeuten, so, wie sie selber von Stärkeren ausgebeutet werden.

Da es aber Niemanden gibt, der die Macht hat, dieses auch notfalls gegen den Willen der Mächtigen dieser Welt durchzusetzen, bleibt es weiterhin den Vermögenderen überlassen, den Preis für das, was sie zu bieten haben, zum einseitigen Schaden der weniger Vermögenden selber zu bestimmen, was nicht nur das Entgelt für materielle, sondern auch für soziale und geistige Güter und Leistungen betrifft.
Dein letzter Absatz stützt die These, dass wir uns in einem neuen Feudalsystem befinden. Denn wenn ein Rechtsverhältniss die Beliebigkeit als Kategorie wieder zulässt, dann ist es eben ein feudalistisches.