Für filofaxi gibt es keine 'Optionen', keine gleichwertigen Möglichkeiten, zwischen denen man sich entscheiden könnte - sondern nur eine einzige, die zwangsläufig verwirklicht wird - und daneben nur jede Menge Einbildungen.

Eigentlich muss man sich also gar nicht entscheiden, sondern kann sich vom Schicksal treiben lassen - es führt nach seinen Vorstellungen ohnehin kein Weg daran vorbei. - Im Nachhinein  ist immer alles unausweichlich gewesen.

Mehusae, ich sehe,  Du stößt nun auch an diese Grenze. :wink:



@ Mehusae

….Gewiss kann und muss man in bestimmten Situationen ganz bewusst einen Entscheid fällen, welcher auch von folgenschwerer Tragweite sein kann, ob man diesen nun mag oder ob die Umstände dazu alles andere als optimal waren, und die dann auch im Nachhinein mit einer Wunschvorstellung nicht verändert werden können, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass damals zumindest zwei Optionen zur Wahl standen. ….

Die erste als „potenziell möglich erscheinende Version von der zukünftigen Realität“ ist Diejenige, die man vordergründig als Diejenige ansieht, welche für die jeweiligen eigenen Zwecke geeignet zu sein scheint, während die zweite Version Diejenige ist, die diese Potenzialität auch tatsächlich HAT, von der man aber erst dann weiß, dass sie es ist, und nicht die Andere, nachdem die Zukunft zur Gegenwart geworden ist, sodass bis dahin beide Versionen möglich zu sein scheinen, obwohl sie es gar nicht sind.

Insofern ist die scheinbare und die tatsächliche Potenzialität eines Vorhabens keine echte, optional wählbare Alternative, weil man die Eine von Beiden ja noch gar nicht kennt, während die Wahl etwa zwischen zwei Optionen, unter denen man Diejenige aussucht, die am besten zu dem passt, was man gerade mag, zumindest kurzfristig eine Entscheidungsgrundlage hat, nach der man sich diejenige Alternative aussuchen kann, die Einem besser gefällt.

Damit ist die Möglichkeit keine Frage der Potenzialität mehr, mit der sie tatsächlich zu Realität werden kann (bzw. sogar werden MUSS, weil es jeweils nur eine einzige Realität gibt, und nicht mehrere gleichzeitig), sondern nur noch eine Frage des momentanen Mögens bzw. des Hoffens darauf, dass sie zur Realität werden möge.

….Ob wir uns dann mit der getroffenen Wahl zufrieden geben oder hadern sind weitere Optionen von welchen wir auch im Hier und Jetzt wieder eine davon wählen können. ….

Auch das ist zu bezweifeln, weil selbst die nach dem persönlichen Geschmack getroffene Wahl nicht unabhängig von dem erfolgt, was man will, weil man es mag, sodass es längst feststeht, wie sich Jemand unter den jeweiligen Umständen entscheiden wird, bevor er dann tatsächlich diese Entscheidung fällt – nicht, weil er sich in derselben Situation genauso gut auch anders entscheiden könnte, sondern weil er sich aufgrund der Tatsache, dass er selber eben nur das sein kann, was ihn gerade ausmacht, in eben dieser speziellen Situation, wenn sie denn eintritt, auch genau so und nicht anders entscheiden MUSS.

Das heißt jedoch nicht, dass der Mensch - wie die Existenzialisten behaupten - mit seinem partiellen Unvermögen ganz alleine damit auf der Welt sei, denn es gibt jeweils noch eine ganze Menge Anderer, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, wo die Konstellation zwischen einer speziellen Bedürftigkeit und der Situation, die dazu taugt oder nicht taugt, das jeweilige Bedürfnis zu befriedigen, die gleiche ist, wie die eigene.

Zwar hilft die Vorstellung, nicht der Einzige mit diesen jeweiligen Problemen zu sein, noch nicht, seine Probleme zu lösen, aber man kann davon ausgehen, dass es bereits altbewährte Lösungskonzepte dafür gibt, auf die man notfalls zurückgreifen kann, sofern man weiß, wie, sodass nicht jeder Einzelne immer wieder alleine das Rad neu erfinden muss, bzw. aufgrund von mangelnder Selbsterfahrung überhaupt erst von einer konkreten Altersstufe an über das nötige Wissen verfügen kann.

Man braucht sich auch nicht erst selber zu ändern oder irreversibel zu verbiegen, um das zu erreichen, was man erreichen will, sondern kann sich auch der Hilfe Derer dabei bedienen, die über die dazu notwendigen Eigenschaften verfügen, die man selber nicht hat, sodass es nach entsprechender Verhandlung zu einer Einigung zwischen zwei Handelspartnern kommt, die Beiden zusagt, sofern jeweils der Eine das hat, was dem Anderen fehlt, und auch bereit dazu ist, sie dem Anderen zur Verfügung zu stellen, sodass die miteinander geteilte Freude zur doppelten Freude wird.

….Bitte nicht anders auslegen als ich es geschrieben und auch gemeint habe. Ich erwähnte, dass die Art des Umganges miteinander verschieden ist, was ja nicht bedeutet, dass Jeder mit Jedem umgehen kann, wie es ihm beliebt. ….

Dass die Art des Umgangs miteinander auch vom Wesen beider Beteiligten abhängt, ist klar, aber dennoch gibt es Verhaltensweisen, die grundsätzlich geeignet oder ungeeignet sind, um gemeinsam zu einer Problemlösung zu gelangen, sodass Jeder das für einen erfolgreichen Umgang miteinander geeignete „gute Benehmen“ bereits von Kindesbeinen an eingetrichtert bekommt, und danach nicht mehr sagen kann, er habe von Nichts gewusst, wenn er sich wie die Axt im Walde benimmt - nur, um so ungehobelt bleiben zu können, wie er es angeblich schon immer war - und dementsprechend auf schicksalhafte Weise nur Misserfolge im Umgang mit anderen Menschen verbucht.

Natürlich kann Jeder tun, WAS er will, sofern sich die geeignete Gelegenheit dazu ergibt, und er kanns auch so tun, WIE es ihm beliebt, indem er bereitwillig die Konsequenzen dafür in Kauf nimmt, sodass es sich für ihn auch lohnt, seinen Erzfeind totzuschlagen – selbst, wenn er dafür selber umgebracht wird – nur, um zu beweisen, dass er der Stärkere von Beiden ist.

Was er aber - wie Schopenhauer schon bereits richtig festgestellt, jedoch leider etwas missverständlich formuliert hat - nicht tun kann, ist, sich NICHT zu entscheiden, sodass er letzlich weder Alles tun kann, was er will, noch Alles wollen kann, was er will (dh sich zu Allem entscheiden kann, wozu er gerade Lust hat), sondern dieses sogar zwangsläufig aufgrund der Notwendigkeit, sich notfalls auch gegen seinen Willen entscheiden zu müssen, tun und wollen MUSS, wie er in seinem ersten Werk "Vom zureichenden Grunde" über die kausale Abhängigkeit von Ursache und Folge stichhaltig begründet.

Der Fatalismus als Versuch, sich vor den Folgen seiner Taten - wozu auch die nicht absichtlich verursachten Schäden gehören - durch eine Rechtfertigung mit ihrer schicksalsbedingten Notwendigkeit zu drücken, weil sie angeblich von „ganz oben“ vorherbestimmt worden seien, sodass man mit der eigenen Entscheidung gar nichts dran ändern kann, dass es so kommt, wie es angeblich vorherbestimmt sei, funktioniert natürlich nur dann, wenn die von seinen Untaten Betroffenen auch dieser Meinung sind.

Ansonsten ist das "Schicksal" keine Person, die die Macht hat, Etwas vorherbestimmen zu können, oder die man im Falle eines Geschädigtwerdens auf Schadensausgleich verklagen kann, sondern stellt lediglich einen Sachverhalt dar, in den man sich notgedrungen schicken muss, weil man ihn nicht ändern kann.

Zum Zwecke der Einsicht in die Unabänderlichkeit des Vergangenen hingegen bedarf es keines allmächtigen Bestimmers, sondern lediglich der Einsicht in die zwangsläufige Kausalität von Ursache und Folge, die natürlich auch die eigene Mitbestimmung miteinschließt, sofern man über die dafür nötige Macht verfügt.

….Selbst wenn es Jemand nicht verstünde sich gegenüber Menschen mit schlechten Absichten zu schützen, hätten Letztere dennoch kein Recht Jemanden der sich nicht wehren kann zu schädigen....

Es kommt dabei jeweils auf die dazu berechtigte oder unberechtigte Person an, ob sie Jemanden mit oder ohne Recht schädigt, was jedoch noch Nichts damit zu tun hat, ob sie überhaupt Jemanden schädigen KANN, der sich selber gut vor Angriffen zu schützen weiß.

Die Pflicht, sich entweder gegen Angriffe aktivisch zu verteidigen oder sich passivisch zu schützen, mag vielleicht aus versicherungstechnischen Gründen bestehen, um nicht durch vermeidbare Fahrlässigkeit des Versicherungsschutzes verlustig zu gehen, aber sie wird aufgrund des jedem Menschen eigenen Überlebenstriebes, den Schopenhauer ja „den Willen als die Kraft, Etwas zu wollen“ nannte, vernünftigerweise schon bereits aus Eigeninteresse praktiziert, ohne dass man ihn erst dazu zwingen muss.

….Ich bezweifle doch sehr, dass Mensch die Anderen ihre Zufriedenheit, welche sie durch persönliche Anstrengungen und nicht selten Entbehrungen anderer Art erlangt haben, missgönnen, dies aus einer Notwendigkeit heraus tun. ….

Der Neid als die Feststellung, dass ein Anderer Etwas besitzt, was man selber nicht hat, wird erst dann zur Missgunst, wenn man Jemandem das, was er besitzt, nicht gönnt – ganz unabhängig davon, ob man es selber besitzt, oder nicht.

Ansonsten hat auch der Missgünstige seine guten Gründe, warum er Jemandem etwa sein unverdientes Glück nicht gönnt, sodass er danach trachtet, es ihm madig oder gar abspenstig zu machen, indem er ihm zB sein unrechtmäßig erworbenes Eigentum wieder wegzunehmen trachtet, oder ihn zum Ausgleich dafür anderweitig schädigt, indem er ihm vielleicht die Hilfe in der Not versagt, obwohl er eigentlich von Gesetzes wegen dazu verpflichtet wäre.

.... Besser wäre doch der Missgünstige könnte den Zufriedenen als Ansporn zum Erlangen der eigenen Zufriedenheit sehen. ….

Der Missgünstige ist ja erst dann zufrieden, wenn er Demjenigen, dem er seinen Besitz missgönnt, erfolgreich seine Freude daran vergällt hat, was auch jeder Angeber tut, der sich mit seinem Vermögen brüstet, weil das angeblich viel wertvoller sei, als das seiner Konkurrenten im Kampf um den Ruf, der Vermögendste (auch im Sinne eines Potentesten) von Allen zu sein.

Damit unterscheidet sich übrigens der auf den Vergleich mit Anderen angewiesene „Überhebliche“ vom lediglich „Eitlen“, der es nicht nötig hat, sich als Angeber aufzuspielen, weil er sich auch ohne den Neid seiner Mitmenschen an seiner Schönheit erfreuen kann.

Inwieweit er allerdings mit seiner Schönheit auch zufrieden ist, sodass er gerne auf noch weitere Schönheit verzichten kann, hängt von seiner BESCHEIDENHEIT ab, mit der er seine eigenen ANSPRÜCHE auf ein erträgliches Maß zu begrenzen vermag, sodass der Märchenkönig, der - zum Beweis dafür, dass es ihn tatsächlich gibt - verlangt, dass man ihm das Hemd eines echten Bescheidenen bringen möge, der mit seinem, Glück, welches er hat, auch zufrieden sein kann, und dann erfährt, dass der einzig scheinbar Bescheidene so arm ist, dass er sich gar kein eigenes Hemd leisten kann, durchaus auf ihn neidisch werden könnte.

Da es solche Bescheidenheit jedoch nur im Märchen gibt, besteht die reale Ursache für Armut eben nicht in einer wunschlosen Bescheidenheit oder gar in einer bedürfnislosen Genügsamkeit des Armen, sondern im Geiz der Reichen, die ihm aus Neid auf seine unentgeltliche Sozialhilfe oder sonstige Privilegien nicht mal mehr das Schwarze unter den Nägeln gönnen mögen, um zu verhindern, dass er sich noch mehr auf ihre Kosten bereichert, oder die es - aus Angst davor, am Ende auch zu den Armen zu gehören - grundsätzlich ablehnen, ihren Besitz, den sie nicht notwendigerweise zum Leben benötigen, an die Armen zu verteilen.

Dass ein „allmächtiger Herrscher über Himmel und Erde“ den von den Reichen gefürchteten und von den Armen herbeigesehnten, sozial ausgleichenden Richter zu spielen vermag, und somit für alle echten Bescheidenen das Paradies auf Erden zustande bringt, ist natürlich auch nur im Märchen möglich, aber was wären die Märchen wert, wenn sie nicht dazu taugten, um sich damit zumindest vorstellen zu können, wie es wäre, wenn es so sein müsste, wie man es mag?

So kann man sich wenigstens daran erfreuen, jederzeit zumindest in seiner Vorstellung Berge versetzen zu können, wenn sich trotz allen Wollens die realen Berge nicht versetzen lassen, und es auch sonst gerade nichts Anderes gibt, woran man sich noch erfreuen könnte.
Auch das ist zu bezweifeln, weil selbst die nach dem persönlichen Geschmack getroffene Wahl nicht unabhängig von dem erfolgt, was man will, weil man es mag, sodass es längst feststeht, wie sich Jemand unter den jeweiligen Umständen entscheiden wird, bevor er dann tatsächlich diese Entscheidung fällt – nicht, weil er sich in derselben Situation genauso gut auch anders entscheiden könnte, sondern weil er sich aufgrund der Tatsache, dass er selber eben nur das sein kann, was ihn gerade ausmacht, in eben dieser speziellen Situation, wenn sie denn eintritt, auch genau so und nicht anders entscheiden MUSS.

WER hat es denn längst festgelegt wie sich Jemand unter jeweiligen Umständen entscheiden wird? In meinen Ohren hört sich dies an wie: " Die Haare auf eurem Haupt sind gezählt". Was wiederum bedeutet, dass der Mensch bei/ mit dem (den) "Mächtigen" geborgen wäre. Besser geht es mit dem Einlullen und es dem Herrn überlassen was schlussendlich mit ihm geschieht, kaum.

In der Prädestination liegt der Hase im Pfeffer.

"Wenn der Drang zur Autonomie jedoch abgebrochen wird, und sei es auch mit der Zustimmung des Opfers, (gezwungenermassen bei Kindern (Mehusae)) so werden wir keine untergründige Autonomie mehr vorfinden, sondern den Versuch, Stärke ausschliesslich durch die Identifizierung mit der unterdrückenden Autorität zu finden.
Durch solch ein Anpassungsverhalten entsteht das Bild der Normalität. Kein Ringen um Selbstverwirklichung (Erkennen-können seiner eigenen Beweggründe (Mehusae)) kommt zustande. Und da die Identifikation zum Endergebnis der persönlichen Entwicklung wird - anstatt zur Brücke zur eigenen Individualität -, muss der Sozialisierungsprozess tatsächlich auf Verdrängung und Sublimation basieren." (A. Gruen, aus der Verrat am Selbst)


Wer kann uns denn besser kennen und wissen, wie wir uns entscheiden werden, es auch könnten oder es auch müssten, als wir selbst?
….WER hat es denn längst festgelegt wie sich Jemand unter jeweiligen Umständen entscheiden wird? In meinen Ohren hört sich dies an wie: " Die Haare auf eurem Haupt sind gezählt". Was wiederum bedeutet, dass der Mensch bei/ mit dem (den) "Mächtigen" geborgen wäre. Besser geht es mit dem Einlullen und es dem Her rn überlassen was schlussendlich mit ihm geschieht, kaum.

In der Prädestination liegt der Hase im Pfeffer. ….


Die Behauptung von Leibnitz, wir lebten in der bestmöglichen aller Welten, entstand aus der Vorstellung heraus, Alles sei von einem allmächtigen Weltenschöpfer durch seinen Schöpfungsakt vorherbestimmt worden, sodass der Mensch sein Schicksal nur erfüllen, aber nicht ändern könne, womit auch die Entscheidungsfreiheit zwischen Gehorsam und Ungehorsam nur eine Scheinfreiheit wäre, wenn Jemand tatsächlich Alles vorherbestimmt hätte.

Der Begriff des „Schicksals“ beruht jedoch nicht unbedingt auf der „Unabänderlichkeit durch Fremdbestimmung“, sondern lediglich auf „unabänderlicher Fügung von Umständen, bei der notwendigerweise der Eine aus dem Anderen hervorgeht“ - was sogar die „unabsichtliche Selbstverursachung“ miteinschließt - , sodass man im Nachhinein Nichts Anderes mehr tun kann, als sich dreinzuschicken.

Daher kann die Welt selber - so, wie sie gerade ist - höchstens die bestmögliche oder am schlechtesten mögliche von allen VORGESTELLTEN Welten sein, muss aber - auch ganz unabhängig davon, was sich Jemand vorstellt - aufgrund der jeweils vorausgegangenen und gerade aktuellen Umstände zwangsläufig die einzig mögliche Welt sein, die es überhaupt zu diesem Zeitpunkt geben kann.

…."Wenn der Drang zur Autonomie jedoch abgebrochen wird, und sei es auch mit der Zustimmung des Opfers, (gezwungenermassen bei Kindern (Mehusae)) so werden wir keine untergründige Autonomie mehr vorfinden, sondern den Versuch, Stärke ausschliesslich durch die Identifizierung mit der unterdrückenden Autorität zu finden. …..

Der Drang zur Selbstbestimmung wird umso stärker, je mehr der Betreffende unter Fremdbestimmung leiden muss – bis zu dem Punkt, wo er den Kampf aufgibt, nachdem er der Meinung ist, ihn nicht mehr gewinnen zu können. Auf diesem Prinzip der „Brechung des Willens zum Widerstand“ beruht jede Art der Dressur, die auch bei der Kindererziehung angewendet wird, wenn es lediglich um das Erzwingen von bedingungslosem Gehorsam geht.

Was die freiwillige Unterwerfung unter das Diktat eines Herrschers zum Zwecke der Begünstigung gegenüber seinen anderen Dienern betrifft, welche auch im „vorauseilenden Gehorsam bestehen kann, wobei der Speichellecker noch päpstlicher ist, als der Papst selber“, so ist diese Unterwerfungsgeste bei Tieren lediglich ein Signal dafür, dass man die Dominanz des Stärkeren anerkennt, sodass der sie nicht mehr weiter gewaltsam unter Beweis zu stellen braucht.

Da aber die Vormacht immer wieder aufs Neue bestätigt werden muss, bleibt dem Herrschenden keine andere Wahl, als den Beherrschten ständig einem Wechselbad von Zuckerbrot und Peitsche zu unterziehen, um bei ihnen einerseits als „gerechter, väterlicher Herrscher“ zu gelten, den man aber andererseits auch zu fürchten und zu verehren hat, um seiner Gunst teilhaftig zu werden.

Die Identifikation kann einmal mit dem Herrschenden selber erfolgen, dem seine Kinder nachfolgen, sodass diese sich als Erwachsene ihren eigenen Kindern gegenüber, die sie wie Dienstpersonal behandeln, ebenso verhalten, oder aber mit dem Herrschaftssystem, in dem die Kinder des Dieners zum lebenslänglichen Dienen erzogen werden, und die Kinder des Herrschers zum lebenslänglichen Herrschen.

Zu bezweifeln ist allerdings, dass ein Dienender, der zum Dienen gezwungen wurde, die Situation, wenigstens über eigene Kinder herrschen zu dürfen, nicht zu eigennützigen Zwecken missbraucht, indem er sie genauso misshandelte, wie er selber misshandelt wurde, und damit das ganze Herrschaftssystem nur noch mehr fördert.

....Durch solch ein Anpassungsverhalten entsteht das Bild der Normalität. Kein Ringen um Selbstverwirklichung (Erkennen-können seiner eigenen Beweggründe (Mehusae)) kommt zustande. Und da die Identifikation zum Endergebnis der persönlichen Entwicklung wird - anstatt zur Brücke zur eigenen Individualität -, muss der Sozialisierungsprozess tatsächlich auf Verdrängung und Sublimation basieren." (A. Gruen, aus der Verrat am Selbst)....

Es geht hier ja nicht um die „Verwirklichung seiner Selbst“, sondern um die „Umsetzung der eigenen Vorstellungen in die Tat“, wobei man entweder die Realität selber nach seinen Vorstellungen gestaltet, oder lediglich seine Idealvorstellungen darüber, wie sie sein sollte, bzw. wie man sie gestalten will, an den real existierenden Umständen ausrichtet, was auch voraussetzt, dass man weiß, was man gerade tun kann und was nicht.

Die Identifikation findet also nicht zwischen Personen statt, wobei eine der anderen als Vorbild dient, sondern zwischen den eigenen Vorstellungen darüber, was man tun oder sein will, und darüber, wozu man in der Lage ist (also zwischen Wunsch und Realität). Zu meinen, die Welt sei falsch – nur, weil sie nicht mit dem eigenen Selbstbild übereinstimmt – und müsse daher geändert werden, entspringt sowohl einer Fehleinschätzung des eigenen Vermögens, als auch einer falschen Vorstellung darüber, dass die Welt sich nach Einem selber richten müsse, um so zu sein, dass sie Einem gefällt.

Insofern kann man sich genauso wenig selber oder seine Ideen um einen Anspruch auf Allmacht betrügen, und auch nicht verraten, wo sie sich gerade verstecken, wie man sich auch nicht selber oder seinen Idealen treu sein kann, sondern lediglich an seinen Ideen zum eigenen oder/und zum gemeinsamen Nutzen festhalten.

….Wer kann uns denn besser kennen und wissen, wie wir uns entscheiden werden, es auch könnten oder es auch müssten, als wir selbst? …..


Der Fluch der richtigen Erkenntnisse über die Beschaffenheit des eigenen Wesens liegt darin begründet, dass man kein Anderer sein kann, als der, der man gerade ist.

Das ist für Diejenigen, die ihre Leistungsfähigkeit unterschätzen, ein Trost, wenn sich herausstellt, dass sie doch mehr können, als sie befürchteten, während es im umgekehrten Falle ein Anlass zu einer schweren Enttäuschung für Diejenigen ist, die sie überschätzten, wenn sie feststellen, dass sie doch nicht so viel vermögen, wie sie gehofft haben.

Da man immer erst im Nachhinein beurteilen kann, wozu man selber oder jemand Anderer imstande IST, und wozu nicht, kann sich das Urteil auch immer nur auf die Vergangenheit beziehen, und nicht auf die Zukunft, sodass man eine umfassende Beurteilung nur darüber abgeben kann, wozu Jemand oder man selber in der jeweiligen Situation imstande WAR.

Das bedeutet allerdings nicht, dass man – was die Zukunft betrifft – vorher noch frei von allen Voraussetzungen sei, die notwendig dafür wären, um zu erreichen, was man sich vorgenommen hat.

Des Weiteren bestünde bei der echten Selbstbestimmung die Notwendigkeit, so mächtig zu sein, dass man die Umstände so gestalten kann, wie es notwendig wäre, um seine Vorstellungen in die Tat umsetzen zu können, sofern man nicht so lange warten will, bis sich von selber die Gelegenheit dazu ergibt.

Ansonsten ist der Idealist nur insofern frei von den jeweiligen Umständen, zu denen auch sein bisheriges Geworden-Sein gehört, als dass er sich eine Vorstellung davon machen kann, was wäre, wenn er denn die Voraussetzungen erfüllen täte, wobei er in die Zukunft schauen können müsste, um vorher schon zu wissen, ob er die dafür nötigen Voraussetzungen dafür erfüllen wird, oder nicht.

Daher bleiben ihm nur Spekulationen darüber, was er tun würde, wenn die zukünftige Realität so wäre, wie er sie sich erhofft, oder so, wie er sie befürchtet, was aber mit der zukünftigen Realität selber jedoch in keiner Weise Etwas zu tun haben braucht.

Dass man sich selber am besten kennt, mag schon sein, aber im Einzelfalle kanns auch sein, dass man es vergessen hat, wie man mal war, und sich sehr darüber wundert, wenn Andere es immer noch wissen, und Einen in dem Moment besser kennen, als man sich selber.

Was zukünftige Entwicklungen betrifft, kann man auch nur sagen, wie Jemand sich verhalten wird, wenn sich nichts Wesentliches an den Umständen ändert, die sowohl seine Lebensumstände als auch sein bisheriges Wesen betreffen denn dem Trägheitsprinzip entsprechend folgt Alles so lange der bisherigen Richtung, bis es durch irgendwelche Umstände aus der Bahn geworfen wird, was Nichts mit naturgesetzlicher Bestimmung zu tun hat, sondern lediglich einen Umstand darstellt, der auf nicht vorherbestimmter Ursache und deren zwangsläufiger Folge beruht.
Es geht hier ja nicht um die „Verwirklichung seiner Selbst“, sondern um die „Umsetzung der eigenen Vorstellungen in die Tat“, wobei man entweder die Realität selber nach seinen Vorstellungen gestaltet, oder lediglich seine Idealvorstellungen darüber, wie sie sein sollte, bzw. wie man sie gestalten will, an den real existierenden Umständen ausrichtet, was auch voraussetzt, dass man weiß, was man gerade tun kann und was nicht.

Dass wir sind und nicht noch erst werden müssen ist soweit klar, es geht aber vorallem darum den "ureigensten Weg" zu gehen, und damit meine ich nicht egoistisch über seine Nächsten hinwegtrampeln.
Die Aussage Gruenˋs bedeutet für mich, Dasjenige, was von Anbeginn durch die elterlichen Vorstellungen mit Gewalt Auferzwungene, dann durch das Kind hat verwirklicht werden MÜSSEN und sein weiteres Leben auch bestimmte, zu hinterfragen und wo es schadet abzustreifen.

Gruen schreibt:
...."Durch solch ein Anpassungsverhalten entsteht das Bild der Normalität. Kein Ringen um Selbstverwirklichung kommt zustande. (Erkennenkönnen seiner eigenen Beweggründe (Mehusae))
Und da die Identifikation zum Endergebnis der persönlichen Entwicklung wird - anstatt zur Brücke zur eigenen Individualität -, muss der Sozialisierungsprozess tatsächlich auf Verdrängung und Sublimation basieren."
(A. Gruen, aus der Verrat am Selbst)

Vielleicht wäre hier an Stelle von "Brücke zur eigenen Individualität" verständlicher und zutreffender wie folgt formuliert:
"Erlaubnis seine Wesensart ohne Sanktionen und Strafen im Rahmen der vorliegenden Umstände und Entwicklungsstufen, in gegenseitigem Respekt leben zu können."

Unumgänglich kann es während des weiteren Lebensweges auch sein​, dass​ Brücken ganz ab​gebrochen werden müssen, anstatt sich mit ​"Sanierungsarbeiten​"​ und hohem Kraftaufwand, welche dennoch kein sicheres Entgegengehen/ Entgegenkommen sowie Überbrücken garantieren, herumzu​​quälen.

Geht man diesen Weg des Hinterfragens​,​ seiner, aber eben nicht in sich konformen, Vor​stellungen des Lebens wie es​ an und für sich ​sein könnte oder zu sein hätte​ ​und dem daraus tatsächlich ​B​ewirkten​ ​hinweg, so könnte man dies als den bequemeren Weg bezeichnen, dass er hingegen weniger leidvoll sei bezweifle ich doch sehr.
…. Dass wir sind und nicht noch erst werden müssen ist soweit klar, …..

Wir sind ja nicht nur „ständig Werdende“, sondern auch gleichzeitig „ständig Vergehende“, wobei nur der jeweils „aktuelle Seinszustand“ der Zeitpunkt für ein Handeln sein kann, welches den jeweiligen Umstände angemessenen ist, weil nachträgliches Handeln zu spät und vorzeitiges zu früh dafür wäre.

Außerdem ist der aktuelle Seinszustand auch der zeitliche Ausgangspunkt unserer denkenden Rückbetrachtung, bei der vergangenes Handeln unter den jeweiligen Umständen als richtig oder falsch bewertbar wird, sowie auch der Ausgangspunkt für das Planen der unmittelbaren Zukunft, bei dem man davon ausgeht, dass durch eine Handlung unter den ähnlichen Bedingungen, wie in der Vergangenheit, auch in einer zukünftigen Gegenwart eine ähnliche Wirkung erzielt werden kann.

….es geht aber vorallem darum den "ureigensten Weg" zu gehen, und damit meine ich nicht egoistisch über seine Nächsten hinwegtrampeln. …..

Da wir immer nur den eigenen Weg gehen können und nicht den eines Anderen, besteht auch keine Gefahr, ihn zu verfehlen. Anders ist das allerdings mit dem vorgestellten Weg, welcher durchaus ein anderer gewesen sein kann, als der, den man dann tatsächlich beschritten hat, nachdem die Realität anders war, als die Vorstellung davon.

Die Vorstellung, es gäbe nicht nur einen eigenen, sondern einen „ur-eigenen“ Weg klingt so, wie „von Anfang an vorherbestimmt“, was jedoch schon bereits bei einem 5 Jahresplan, welcher aufgestellt wird, um sich dauerhaft mit dem zu versorgen, was man zum Leben benötigt, misslingen muss, weil Niemand so viel Macht hat, um auch die dazu erforderlichen Umstände zu schaffen, in denen die in dem Plan beschlossenen Maßnahmen dann auch genauso ihren Zweck erfüllen, wie geplant.

Also bleibt nur die Mischkalkulation, mit der man sich auf den denkbar schlechtesten Fall vorbereitet, wie Churchill schon empfahl, um das Risiko des Scheiterns zu minimieren, und ansonsten hofft, dass man halbwegs ungeschoren davon kommt - wobei „das Beste zu hoffen“ immer mit der Gefahr verbunden ist, vom Schlechteren enttäuscht zu werden.

…..Die Aussage Gruenˋs bedeutet für mich, Dasjenige, was von Anbeginn durch die elterlichen Vorstellungen mit Gewalt Auferzwungene, dann durch das Kind hat verwirklicht werden MÜSSEN und sein weiteres Leben auch bestimmte, zu hinterfragen und wo es schadet abzustreifen. ….

Die Primärerfahrungen, welche die Grundlagen für jede weitere Bewertung darstellen, die man selber trifft - selbst wenn sie auf gezielter Indoktrination durch die Eltern beruhen - kann man nicht nachträglich ungeschehen machen, auch wenn Ron Hubbart in seiner Scientology-Sekte das behauptete.

Durch sogenanntes „Clearing“, sollten unter Hypnose mittels von posthypnotischen Befehlen die alten Erfahrungen gegen neue ausgetauscht werden, wobei jedoch nur die Erinnerung an die Erfahrungen manipuliert wurden, aber nicht die Erfahrungen selber, die zwar immer jeweils auf den früheren aufbauen, diese aber niemals ersetzen können.

Das kann man besonders später sehen, nachdem man nach anfänglicher Rebellion gegen den Zwang und anschließend gründlicher Prüfung des Aufgezwungenen die tollsten Argumente dafür erfindet, warum das, was man damals schlecht fand, doch noch für Irgendwas gut gewesen sein müsse, weil man sich mit der Gewissheit, dass es gar keine Alternative gab, nicht abfinden mag.

….Gruen schreibt:
...."Durch solch ein Anpassungsverhalten entsteht das Bild der Normalität. Kein Ringen um Selbstverwirklichung kommt zustande. (Erkennenkönnen seiner eigenen Beweggründe (Mehusae)) ….


Was hier beschrieben wird, ist das Bild eines Angepassten, der sich freiwillig einer sozialen Norm unterwirft - nur, um als „normal und nicht verrückt“ gelten zu dürfen - , obwohl angeblich gar keine Notwendigkeit dazu besteht, sodass die Anpassung ganz unnötigerweise erfolgt, wo die eigenmächtige Verwirklichung seiner Pläne eigentlich auch ohne Anpassung an die jeweiligen Umstände möglich sei.

Es liegen infolgedessen auch zwei verschiedene Zielsetzungen vor, nämlich:

1. sich für die Gemeinschaft zu engagieren, um dort als sozial verträglich zu gelten, und sich dafür auch der Hilfe in der Not selber für würdig zu erweisen, indem man auf die Durchsetzung eigener Ziele auf Kosten Anderer verzichtet, was auch das ist, was man – moralisch gesehen – tun SOLLTE, und

2. seine Ziele notfalls auch gegen Schwächere durchzusetzen und dafür in Kauf zu nehmen, von der Gemeinschaft nicht mehr wohlgelitten zu sein, falls man doch mal ihrer Hilfe bedarf, was der Starke natürlich nicht nötig hat, sodass es auch keine Option für ihn ist, solange er stark genug ist, für sich selber zu sorgen.

Das Selbstbild eines sozial denkenden Starken, der die Möglichkeit einräumt, morgen bereits selber einer von den Schwachen zu sein, die sich nicht mehr selber zu helfen vermögen, unterscheidet sich somit von dem eines asozialen Größenwahnsinnigen, der diese Möglichkeit ganz und gar ausschließt, indem er meint, von Geburtswegen ein besonderer Liebling der Glüxgöttin oder gar selber allmächtig zu sein, sodass sich alle Anderen ausschließlich ihm anpassen müssten, um seines Wohlwollens teilhaftig zu werden, anstatt umgekehrt.

Was jedoch das Ringen um die Verwirklichung seiner Absicht, am Leben zu bleiben, betrifft, so sitzt naturgemäß Jedem das Hemd näher als die Hose, sodass es dafür lediglich einiger sozialer Grundkenntnisse bedarf, um sich kurzfristig mit Anderen zu solidarisieren und dann gemeinsam den Feind zu besiegen, den man alleine nicht besiegen kann.

…. Und da die Identifikation zum Endergebnis der persönlichen Entwicklung wird - anstatt zur Brücke zur eigenen Individualität -, muss der Sozialisierungsprozess tatsächlich auf Verdrängung und Sublimation basieren."
(A. Gruen, aus der Verrat am Selbst) ….


Hier wird das praktizierbare und damit auch änderbare Sozialverhalten eines Menschen, was ihn zu einem gemeinschaftstauglichen Wesen macht, mit seinen unveränderbaren Wesenseigenschaften verwechselt, anhand derer man ihn als lebenstauglich oder gemeinschaftsfähig oder als sonstwas identifiziert.

Ebenso ist es mit der Identität und der Individualität, denn während man selber zwar immer nur ein Individuum sein kann, und kein Kollektiv, kann man jedoch nur über Eigenschaften verfügen, die mit denen von anderen Individuen identisch sind, und nicht mit den eigenen. Ansonsten kann man sich selber auch nur mit Anderen vergleichen, um eine Ähnlichkeit oder eine Verschiedenheit von ihnen festzustellen, aber keine Identität, weil man dann ja nicht mehr man selber sondern gleichzeitig auch der Andere sein müsse, was jede individuelle Identifizierung unmöglich machen würde.

…...Vielleicht wäre hier an Stelle von "Brücke zur eigenen Individualität" verständlicher und zutreffender wie folgt formuliert:
"Erlaubnis seine Wesensart ohne Sanktionen und Strafen im Rahmen der vorliegenden Umstände und Entwicklungsstufen, in gegenseitigem Respekt leben zu können.".....


Bei der Hochachtung gegenüber Verdienstvollen und der Rücksichtnahme gegenüber den Schwächeren geht es nicht um die Voraussetzung einer Gleichgeartetheit, sondern um die Gleichberechtigung – ganz unabhängig von der persönlichen Beschaffenheit oder sozialen Position einer Person.

Was nun das Ausleben der eigenen Freiheit zum Zwecke einer Pflege der eigenen Wesensart betrifft, so endet die bekanntlich immer da, wo die Freiheit des Anderen beginnt, was nur dann genau in der Mitte zwischen Beiden liegt, wenn ihnen das gleiche Maß an Freiheit zugestanden wird.

Ein zwanghaft und dementsprechend rücksichtslos nach der Realisierung eigener Vorhaben Strebender kann also weder erwarten, dass er das, was er als eigene Wesensart bezeichnet, vollständig ausleben, noch, dass er es als einen vorgestellten, zukünftigen Idealzustand verwirklichen kann, sofern er nicht über die dazu erforderliche Macht verfügt, um es auch gegen den Willen Anderer tun zu können.

…..Unumgänglich kann es während des weiteren Lebensweges auch sein, dass Brücken ganz abgebrochen werden müssen, anstatt sich mit "Sanierungsarbeiten" und hohem Kraftaufwand, welche dennoch kein sicheres Entgegengehen/ Entgegenkommen sowie Überbrücken garantieren, herumzuquälen. ….

Das Kosten-Nutzen-Modell auf seinen gesamten Lebensweg als eine Art „am ganzen Stück planbares Lebenswerk“ anzuwenden, muss bereits unweigerlich schon am nächsten, unerwartbaren Umstand scheitern, bei dem der gradlinig beabsichtigte Lebensweg eine andere Richtung nimmt, sodass er sich später als eine Zickzacklinie herausstellt, die vielleicht sogar weit an dem ursprünglich anvisierten Ziel vorbeiführt, oder aber zumindest als Patchworkarbeit, welche aus Stückwerk besteht, anstatt eines ursprünglich als homogen geplantes, Ganzes.

Ungeachtet dessen jedoch, wie es Einem auch immer im Nachhinein erscheinen mag, indem man es mit dem ursprünglich Geplanten oder dem eines Anderen vergleicht, ist es dennoch immer ein unverwechselbares, großes Gesamtwerk, was das eigene Leben ausmacht und auch den einzigartigen Abdruck Desjenigen trägt, der es bisher gelebt hat.

….Geht man diesen Weg des Hinterfragens, seiner, aber eben nicht in sich konformen, Vorstellungen des Lebens wie es an und für sich sein könnte oder zu sein hätte und dem daraus tatsächlich Bewirkten hinweg, so könnte man dies als den bequemeren Weg bezeichnen, dass er hingegen weniger leidvoll sei bezweifle ich doch sehr. ….

Die Idealvorstellungen selber zu ändern, nachdem man seine Lebensumstände nicht vollumfänglich danach gestalten konnte, ist gewiss nicht einfacher – vor allem nicht, wenn man sich schon so sehr darauf fixiert hat, dass man nicht mehr davon ablassen kann, ohne zu erkennen, dass man doch nicht so mächtig ist, wie man es zu sein wähnte.

Aber deshalb müssen die Ideale, die man hatte, ja nicht völlig unnütz und damit falsch gewesen sein, und können sogar auch noch weiterhin dazu dienen, sein Ziel nicht völlig aus den Augen zu verlieren, wie etwa das, ein anständiger Mensch zu bleiben, nachdem man es bereits geworden ist, sodass man immerhin sagen kann, man hat sein Bestmögliches getan, denn mehr geht auch beim besten Willen geht.
Da wir immer nur den eigenen Weg gehen können und nicht den eines Anderen, besteht auch keine Gefahr, ihn zu verfehlen. Anders ist das allerdings mit dem vorgestellten Weg, welcher durchaus ein anderer gewesen sein kann, als der, den man dann tatsächlich beschritten hat, nachdem die Realität anders war, als die Vorstellung davon.

Wir haben jedoch immer auch die Option wiederholende „Gedanken-Gänge“ in Frage zu stellen, sowie ausgetretene (geistige) "Pfade" zu verlassen, durch Überlegungen abwägend zu erkennen was folgen könnte und was ausbleiben würde, auch was grundsätzlich falsch war und noch immer falsch ist.
Natürlich besteht da beim Verlassen des gewohnten „Weges“ immer ein Risiko sich zu verirren, doch wer sich "Anhaltspunkte" nach dem Abzweigen merkt, wird im Notfall auch wieder zurück auf jenen Weg finden, den er schon immer gegangen ist, sei dies nun zu Fuss oder im Geiste, ob dieser dann auch der bessere an und für sich ist, sei mal dahingestellt.

Dass da auf dem vorgestellten Lebensweg so einige Verirrungen, fernab von Dem was tatsächlich bewirkt werden kann, geschehen, ist ohne Zweifel schon so, - ich muss keinen dieser Irrwege nennen - dennoch ist der Weg der Fremdbestimmtheit, so vermute ich mal, einer der "grausligsten".

"Oft wird Selbstbestimmung mit der Willkür verwechselt, mit der eine Person nach eigenem Gutdünken handeln kann. Das ist zu kurz gedacht. Tatsächlich ist eine Person, die sich selbst nicht erkennt, auch dann fremdbestimmt, wenn sie machen kann, was sie will. Sie wird durch Vorstellungen bestimmt, die ihre Essenz (lateinisch esse = sein) übergehen. Sie ist eine Marionette von Irrtum und Selbstbetrug."
https://www.seele-und-gesundheit.de/psy ... mmung.html

Außerdem ist der aktuelle Seinszustand auch der zeitliche Ausgangspunkt unserer denkenden Rückbetrachtung, bei der vergangenes Handeln unter den jeweiligen Umständen als richtig oder falsch bewertbar wird, sowie auch der Ausgangspunkt für das Planen der unmittelbaren Zukunft, bei dem man davon ausgeht, dass durch eine Handlung unter den ähnlichen Bedingungen, wie in der Vergangenheit, auch in einer zukünftigen Gegenwart eine ähnliche Wirkung erzielt werden kann.

Die Bedingungen bleiben nicht mal ähnlich wie das mal war, weil, wie du schreibst, wir nicht nur Werdende sondern auch Vergehende sind, daher sollten wir, von Letzterem aus betrachtet, unser Denken und Handeln immer wieder neu in Frage stellen, wenn wir uns nicht mit den Vorstellungen Anderer und auch der eigenen verirren wollen.

Die Primärerfahrungen, welche die Grundlagen für jede weitere Bewertung darstellen, die man selber trifft - selbst wenn sie auf gezielter Indoktrination durch die Eltern beruhen - kann man nicht nachträglich ungeschehen machen, ...

Natürlich nicht, man kann jedoch diese Tatsache immer auch mit in`s neue Werden einbeziehen und wertvolle Kraft und Zeit nicht in falsche Vorstellungen und Verdrängungsstrategien über das was war und ist vertun, sich dies auch mutig bewusst werden lassen.
Durch die Erkenntnis und das Eingeständnis dass sich auch Ungutes er-eignete, bis in die Gegenwart hinein wirkt und auch wieder in der Erinnerung höchst unangenehm ist, aber damit auch auseinandersetzend wohltuende Erleichterung bringen kann, eröffnen sich zudem ganz andere ungeahnte Perspektiven.

Was hier beschrieben wird, ist das Bild eines Angepassten, der sich freiwillig einer sozialen Norm unterwirft - nur, um als „normal und nicht verrückt“ gelten zu dürfen - , obwohl angeblich gar keine Notwendigkeit dazu besteht, sodass die Anpassung ganz unnötigerweise erfolgt, ....

Ich denke schon, dass es um die Entfaltung zur mündigen Person geht, deren schadlose Bestrebungen zugelassen und gefördert werden oder, aus was für fragwürdigen Motiven auch immer, ebenso verhindert werden können.

Guter Link, mehusae!

Auszug:

>> Das Subjekt erkennt sich selbst. Dem, was sich erkennt, fällt das Recht zu, über sich zu bestimmen. Was sich erkennt, ist Souverän (lateinisch superanus = über allem stehend) der Wirklichkeit. <<



Die Wirklichkeit Aller ist nicht die Wirklichkeit der Erkennenden und Erkennende sind nicht über aller Wirklichkeit erhaben.
Es sind nur Teile von Wirklichkeit die Erkennende erfahren. Über Allem erhaben zu sein, wozu auch alle nicht Erkennenden gehören, zeugte lediglich von Grössenwahnsinn.

"Die Wirklichkeit aller" ist weder auszumachen noch relevant.

Die sich selbst Erkennenden nehmen lediglich ihre Wirklichkeit und ihr Selbstbestimmungsrecht wahr. Das darf ihnen kein anderer streitig machen. Wenn sie es nicht auf andere ausweiten, wird dadurch auch niemand anderem geschadet.



@ mehusae

.... https://www.seele-und-gesundheit.de/psy ... mmung.html ....

„Psyche“ bedeutet auf Griechisch „Seele“ (dh das, was im Körper steckt) und „Pneuma“ heißt „Geist“ (dh das, was den Körper belebt). Medizinisch gesehen entsteht die „Seele“ jedoch durch die Körperchemie, mit der spürbare Körperstimmungen, sowie Affekthandlungen und Emotionen ermöglicht werden. Der „Geist“ hingegen entsteht durch das elektrische Reizleitersystem, durch welches die Kommunikation zwischen den körperlichen Organen und zwischen den Menschen und ihrer Umwelt ermöglicht wird.

Der Geist, mit dem der Mensch nach antiker Auffassung „aktivisch denkt“, und die Seele, mit der er „passivisch empfindet“, sind somit abhängig von seinem Körper, mit dem er „aktivisch handelt und passivisch fühlt“ und können daher beide nicht ohne ihn existieren und somit auch nicht von einem Menschen zum anderen „wandern“.

Die Seele des Menschen ist jedoch keine physikalisch messbare Größe sondern macht vielmehr sein individuelles Wesen aus, durch welches er sich mit anderen Menschen, die ihm ähnlich oder verschieden von ihm sind, vergleichen und beschreiben lässt. Passivische und aktivische (soziale) Kommunikationsprozesse zwischen den Menschen untereinander werden durch den geistigen Informations- und physikalischen Warenaustausch in Form von Hingabe und Hinnahme, sowie Weggabe und Wegnahme bewirkt.

Die Psychologie als sogenannte „Seelenkunde“ hat nun Nichts mit der „Psychiatrie“ zu tun, bei der es um die medikamentöse Behandlung von körperlich bedingten Stimmungen geht, sondern eher mit einer sozialwissenschaftlichen Charakterkunde, bei der das wesensbedingte Verhalten der Menschen eine Rolle spielt, welches wiederum auf deren moralischer Einstellung zueinander beruht.

Spätestens nachdem der Mensch mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter den sozialen Entstehungsprozess vom hilflosen Säugling zum hoffentlich mündigen Gemeinschaftswesen abgeschlossen hat, steht auch sein soziales Wesen fest und ist danach nicht mehr veränderbar, weil alle neuen Erfahrungen, die in der Kindheit noch wesensprägend waren, von da an nur noch auf die als richtig bestätigten Grundmuster reduziert werden, sodass sie lediglich eine den fertigen Charakter festigende Wiederholung der alten Erfahrungen darstellen.

So lässt sich zumindest bei der sozialen Einstellung und den dafür typischen Problemen beim Umgang mit seinen Mitmenschen zutreffenderweise sagen: „Was man als Hänschen nicht lernte, lernt man als Hans nimmermehr!“

Eine sogenannte „Therapie“ des im sozialen Umgang mit seinen Mitmenschen gescheiterten „Soziopathen“ kann auch nur eine reine Symptombehandlung darstellen, denn es handelt sich dabei ja nicht um eine zeitweilige, rein krankheitsbedingte Kommunikationsbehinderung, sondern um ein dauerhaftes, entwicklungsbedingtes Defizit, welches nur oberflächlich durch eine Verhaltenstherapie behebbar ist.

Die hilft vielleicht dabei, in einer Laborsituation Fehler zu vermeiden, aber nicht im jederzeit möglichen Krisenfall des Alltagslebens, weil dort durch Spontanreaktionen nach altbewährtem Muster die Wirksamkeit des neu angelernten Verhaltens sofort wieder infrage gestellt wird, was dann auch zu einer dementsprechend hohen Rückfallquote der „Verhaltenstherapierten“ führt.

Eher geht also ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein unheiliger Saulus zum heiligen Paulus wird, denn selbst wenn der es noch so clever versteht, den Scheinheiligen zu spielen, so kann er damit nur Diejenigen über seine damit verbundenen, unredlichen Absichten hinwegtäuschen, die sich bereitwillig von ihm täuschen lassen – in der irrigen Vorstellung, er würde ihnen tatsächlich bei ihren Fehlentscheidungen als gütiger Vater hilfreich zur Seite stehen, sodass sie sich ihm als seine „ewigen Kinder“ jederzeit vorbehaltlos anvertrauen können.

Wenn also ein Erwachsener sagt: „Ich bin nun mal so, wie ich geworden bin, sodass ich mich nicht mehr ändern kann!“ ist das insofern richtig, als dass nach Beendigung der sozialen Entwicklung am eigenen Charakter selbst beim besten Willen Nichts mehr zu ändern ist. So gesehen, bestimmt der Mensch bereits dadurch, dass er so geworden ist, wie er nun mal ist, auf fatale Weise sein eigenes Schicksal selber maßgeblich mit – auch dann, wenn er es gar nicht will.

Dass ihm dabei nicht nur seine Lebensumstände, sondern er sich auch selber dabei fremd vorkommt, liegt jedoch nicht an einer „Entfremdung von sich selber“, sondern daran, dass er nicht bereit ist, zu akzeptieren, dass der, den er gerade im Spiegel seiner Selbstbetrachtung erblickt, niemand Anderer ist, als er selber.

Die nach Marx angeblich wesensentfremdete Arbeit, die zB der Fabrikarbeiter leistet, indem er jeweils immer nur einen Produktionsschritt vollzieht, ohne dabei jemals das Endprodukt als Zielsetzung einer sinnvollen Tätigkeit zu Gesicht zu bekommen, setzt voraus, dass er überhaupt über ein solches Wesen verfügt, bzw dieses Anliegen hat, was ja auch nicht mit der Realität übereinstimmt, wie man unschwer an den vielen Fabrikarbeitern sehen kann, denen es völlig ausreicht, unter gesicherten Bedingungen zu arbeiten, wozu es auch gehört, jeden Monat für seine geleistete Arbeit angemessen entlohnt zu werden.

Was nun die Pflicht der Verantwortung für seine Taten betrifft, die man Anderen schuldet, so hat die immer nur Derjenige, der dafür zur Verantwortung gezogen wird, und das ist meistens der Schwächere, der sich nicht gegen den Stärkeren wehren kann, sodass er im Zweifelsfalle für die Sünden seines Vorgesetzten mit büßen muss.

Sofern ihm diese Regelung jedoch als wesensfremd erscheint, weil er sich zu Höherem berufen wähnt, so kann er sich diese betrübliche Fremdelei nur dann leisten, ohne daran zu verzweifeln, wenn er auch die Macht hat, seine derzeitige Lebenssituation (und nicht etwa sich selber) kurzfristig zu ändern, indem er sich eine höhere Machtposition verschafft, welche ihm dann vielleicht bekannter erscheint, nachdem er sich die ganze Zeit vorher an irgendwelchen Vorbildern orientiert hat, die ihm dabei als Idealvorstellung gedient haben.

Falls er jedoch nicht die Macht dazu hat, wird er wohl oder übel solange mit seiner Situation vorlieb nehmen müssen, bis sie ihm dermaßen wohlbekannt erscheint, dass er am Ende meint, sie war schon immer so, und müsse auch in Zukunft so sein. Dann kann es ihm – ganz im Gegenteil – sogar befremdlich vorkommen, wenn sich seine Situation eines Tages doch ändert, sodass er sich unter Denjenigen, zu denen er früher unbedingt auch gerne gehören wollte, sogar äußerst unwohl fühlt, nachdem er das, was er vorher zu schätzen gelernt hat, dort nicht mehr wiederfindet.

Hier wäre also für einen sozial Unangepassten, der erfolglos nach der Vormacht strebt, um sich nicht an Andere anpassen zu müssen, zusätzlich eine Filotherapie geeignet, bei der es um eine Verbesserung seines fehlerhaften Weltbildes und der damit verbundenen, unrealistischen Anspruchshaltung geht, um unter den misslichen Umständen sein Wohlbefinden zu verbessern, anstatt lediglich einer aufgezwungenen Verhaltenstherapie, gegen die er von Anfang an Widerstand leistet, weil ihm dieses neue Verhalten als wesensfremd erscheinen muss, solange er sich noch nicht daran gewöhnt hat.
Eine sogenannte „Therapie“ des im sozialen Umgang mit seinen Mitmenschen gescheiterten „Soziopathen“ kann auch nur eine reine Symptombehandlung darstellen, denn es handelt sich dabei ja nicht um eine zeitweilige, rein krankheitsbedingte Kommunikationsbehinderung, sondern um ein dauerhaftes, entwicklungsbedingtes Defizit, welches nur oberflächlich durch eine Verhaltenstherapie behebbar ist.

Hier muss wi​e​derum unbedingt nachgefragt werden, wie es zu einer Soziopathie kommen kann.
Wo waren denn die "Gefährten, Genossen" als des Soziopathen Leid begann?
Es kann ja nicht sein, dass der krankmachende Grund bei einer Diagnose tendenziös und geflissendlich ausgeklammert wird.
Wie du ja auch richtig bemerkst, ist es ein entwicklungsbedingtes Defizit was auch bedeutet, dass der Soziopath von seiner Umwelt über Jahre zu dem geformt wird, was er geworden ist.
Auch hier kann man sich als "Genosse", nicht aus der Pflicht der mitmenschlichen Fürsorge stehlen und die Schuld alleine dem Verhaltensgestörten zuweisen.

Wenn zum Beispiel ein Kleinkind über Jahre an einer Sehbehinderung leidet, sich dadurch in Elternhaus und Schule auffällig verhält, u. A. Eltern, Lehrer und Therapeuten nicht erkennen können was abläuft, sollte man schon ​fragen ob der Soziopath nun an seinem Verhalten alleine schuldig geworden ist, wenn nach langer Odysee das Kind endgültig ins Wasser gefallen ist und es längst, - zwar nun endlich mit Brille - infolge des Autismus der Erwachsenen, zum ebensolchen empfindungs- orientierungs- und empathielosen Menschen geworden ist.

Ist dies nicht Auswuchs einer degenerierenden Gesellschaft in der nicht einmal Eltern mehr wissen, wissen wollen, wissen können, wie es um ihr Kind steht, schlimmer noch, das Kind und dann auch der Erwachsene​ ​so betrachtet wird, als sei er mit ​seinem Unvermögen sich "normal" verhalten zu können ​bereits unveränderbar ​geboren​ ​​worden​?
​Kinder sind gute Nachahmer, daher ist die Taktik der Eltern und Betreuer, die sich sehr darum ​bemühen ​vom eigenen Fehlverhalten abzulenken, ziemlich leicht zu durchschauen.

Es ist völlig klar, dass Betroffene sich der Frage stellen müssen, weshalb sie sich so verhalten und schnellstmöglich professionelle Hilfe - wo Veränderung nicht autodidaktisch bewirkt werden kann - in Anspruch nehmen.
Ich bin nicht der Meinung, dass der persönliche Zustand bei jedem Hans und jeder Hanna entsprechend bleiben wird, wenn der/ die genannte SoziopathIn sich seines/ ihres Werdeganges bewusst werden WILL, also guten Willens ist an seinem Verhalten tatsächlich etwas zu ändern, abgesehen davon, dass dies nicht gleich von heute auf morgen dauerhaft bewirkt werden kann, muss erwähnt werden, dass es auch die andere anerzogene Variante der Persönlichkeitsstörung gibt, bei der Kinder zu "Dauereinfühlsamkeit" ​permanentem Verständnis für Geschwister (jedoch kaum für sich Anspruchsberechtigung anmelden dürfen) verpflichtet werden und dadurch nicht minder belastet und auch leidend werden können.

Wann immer und wo auch immer nach dem Hintergrundverhalten, den Ursachen gefragt wird, besteht Hoffnung auf eine angemessene Verteilung​ ​der Schuldzuweisung​​ und Wiedergutmachung (Versöhnung).

Du wirst es nie schaffen einen Menschen, der in seiner Welt des Leidens gefangen ist, herauszuholen, solange er selbst nicht nach dem Ausgang zu suchen beginnt.
(Ana Blom)
…. Hier muss wiederum unbedingt nachgefragt werden, wie es zu einer Soziopathie kommen kann.
Wo waren denn die "Gefährten, Genossen" als des Soziopathen Leid begann? ….


Bei der Soziopathie leidet ja nicht der Soziopath an seinem sozialen Unvermögen, sondern seine Mitmenschen, deren Weigerung, sich dadurch über die Maßen von ihm schädigen zu lassen, in der Folge zu einer Ausgrenzung des Soziopathen führt, sodass der dann unter eben dieser Ausgrenzung leidet, was natürlich zum Teufelskreis führt, wenn er sich anschließend gegen die Ausgrenzung damit wehrt, indem er sich ganz bewusst noch asozialer verhält, als vorher.

Da die Soziopathie jedoch nicht darin besteht, nicht zu WISSEN, wie man sich gemeinschaftsfreundlich verhält, nachdem man es bereits im Kindergarten gelernt hat, sondern es nicht zu WOLLEN, nützt es Nichts, den Soziopathen nochmal über sein asoziales Verhalten aufzuklären, oder ihn gar mit Hilfe einer Strafe darüber „zwangszubelehren“, weil das Problem nicht im mangelnden „Verstehen-Können“ besteht, wie es zB beim Autisten der Fall ist, sondern im mangelnden „Wollen-Können“.

Das erfordert eine intrinsische Motivation, die darin besteht, nicht immer erst auf extrinsische Weise einen Anreiz durch Andere zu erwarten, der den Aufwand des Wollens bzw. der Bereitschaft, sich sozial angemessen zu verhalten, auch lohnt, wie es zB auch bei der Tierdressur erforderlich ist, weil ohne diesen Anreiz kein Löwe der Welt freiwillig durch einen brennenden Reifen spränge.

…. Es kann ja nicht sein, dass der krankmachende Grund bei einer Diagnose tendenziös und geflissentlich ausgeklammert wird. …..

Bei der Diagnose einer Krankheit ist es natürlich für den Therapeuten nicht nur wichtig, zu wissen, worin sie besteht, sondern auch ihre Ursachen zu kennen – auch wenn man sie nicht beheben kann, um den Kranke in denselben, unbeschädigten Zustand zurückzuversetzen, in dem er sich vor der Krankheit befunden hat – weil er damit zumindest verhindert, eine falsche Diagnose zu stellen, die zwangsläufig auch zu falschen Maßnahmen führen muss.

Was hingegen die Erziehung zu einem funktionsfähigen Gemeinschaftswesen betrifft, so muss die bereits in der Kindheit erfolgen, damit sie als Primärerfahrung verinnerlicht werden kann, und auf diese Weise zu einem Selbstläufer wird, und nicht erst im Erwachsenenalter, wo die Bewertung aller folgenden Erfahrungen nur noch auf die jeweils als richtig geltenden Primärerfahrung zurückgeführt wird.

Was den Soziopathen selber betrifft, so spielt es für den keine Rolle, zu wissen, WER ihm diese Erziehung schuldig geblieben ist, und WARUM das geschah, obwohl es seine Pflicht gewesen wäre, aus ihm einen Menschen mit Gemeinschaftssinn zu machen, wenn dessen Versagen ebenfalls auf Unfähigkeit beruhte, sodass man es schon fast als einen Erbfluch bezeichnen kann, dem sich Niemand selber zu entziehen vermag.

….. Wie du ja auch richtig bemerkst, ist es ein entwicklungsbedingtes Defizit was auch bedeutet, dass der Soziopath von seiner Umwelt über Jahre zu dem geformt wird, was er geworden ist.
Auch hier kann man sich als "Genosse", nicht aus der Pflicht der mitmenschlichen Fürsorge stehlen und die Schuld alleine dem Verhaltensgestörten zuweisen. …..


Der Unterschied zwischen einem zivilisierten und einem unzivilisierten Menschen ist derselbe wie zwischen einer Nutzpflanze, die extra für einen bestimmten Zweck gezüchtet wird, und einem Unkraut, was wild und ungezähmt wächst, und dabei die Nutzpflanzen am Wachsen hindert.

Die Entwicklungsstörung betrifft insofern einen vom ursprünglichen Konzept abweichenden Werdegang, während eine Verhaltensstörung lediglich einen Umstand darstellt, wodurch Jemand daran gehindert wird, sich so zu verhalten, wie er sich gerne verhalten will oder wie er sich verhalten soll.

Die Verhaltensstörung kann - im Gegensatz zur Entwicklungsstörung - ganz unterschiedliche Ursachen haben, und ist nicht unbedingt einer Erziehungsperson oder gar dem Unwillen ihres Mündels selber zuzuschreiben, sondern kann auch in einer vorübergehenden Missbefindlichkeit bestehen, bei der es dem Betreffenden unmöglich ist, sich so zu verhalten, wie es notwendig wäre, um von der Gemeinschaft wohlgelitten zu sein.

…..Wenn zum Beispiel ein Kleinkind über Jahre an einer Sehbehinderung leidet, sich dadurch in Elternhaus und Schule auffällig verhält, u. A. Eltern, Lehrer und Therapeuten nicht erkennen können was abläuft, sollte man schon fragen ob der Soziopath nun an seinem Verhalten alleine schuldig geworden ist, wenn nach langer Odysee das Kind endgültig ins Wasser gefallen ist und es längst, - zwar nun endlich mit Brille - infolge des Autismus der Erwachsenen, zum ebensolchen empfindungs- orientierungs- und empathielosen Menschen geworden ist. …...

Die Frage nach der zu tilgenden Schuld ist ja eine andere, als die nach den Folgen einer umständebedingten Ursache, bzw. einer versehentlich oder gar vorsätzlich von Menschen verursachten Bewirkung derselben. So kann man bei der Schuld einmal von der Pflicht reden, die ein Erzieher seinem Zögling schuldet, damit der später mal keine erziehungsbedingten Probleme im Umgang mit Anderen hat, und dann auch noch von der Pflicht, die er der Gemeinschaft schuldet, um selber keine Probleme mit ihr zu bekommen.

Was die Pflicht des Schadensausgleichs betrifft, so spricht man auch fälschlicherweise vom Erbringen einer Schadensersatzleistung, wobei nicht ein Schaden durch einen anderen ersetzt wird, sondern eine Ersatzleistung für diejenige Leistung erbracht wird, die eigentlich notwendig gewesen wäre, um das durch den verursachten Schaden entstandene Defizit wieder auszugleichen – so, wie es bei jedem ehrlichen Tauschgeschäft der Fall ist, bei dem Ware gegen eine gleichwertige Leistung oder gegen ein anderes, allgemein anerkanntes Zahlungsmittel als Entgelt dafür eingetauscht wird.

Jemanden, der die Erfüllung seiner Pflichten Denjenigen schuldig geblieben ist, dafür zu bestrafen, damit der wenigstens genauso leidet, wie der von ihm dadurch Geschädigte leiden musste, erfüllt den Tatbestand der Rache, die – konsequent betrieben - immer nur zur Gegenrache führt, aber niemals zur Versöhnung, was nicht im Sinne eines friedlichen Miteinanders ist, und daher auch dann gesetzlich verboten werden sollte, wenn man die Betreffenden nicht dafür bestraft, um nicht von Vornherein ein falsches Rechtsempfinden (Moralvorstellung) bei ihnen zu erzeugen.

…..Ist dies nicht Auswuchs einer degenerierenden Gesellschaft in der nicht einmal Eltern mehr wissen, wissen wollen, wissen können, wie es um ihr Kind steht, schlimmer noch, das Kind und dann auch der Erwachsene so betrachtet wird, als sei er mit seinem Unvermögen sich "normal" verhalten zu können bereits unveränderbar geboren worden?.....

Sich darauf zu berufen, dass man sich innerhalb einer „sittlich verderbten Gesellschaft“ gar nicht so vorbildlich verhalten könne, wie man es gerne will, ist jedoch genauso wenig zielführend und damit unangebracht, wie wenn man gleich das ganze Ideal mit über Bord würfe – nur, weil es lediglich zum Teil und nicht zur Gänze realisierbar ist.

Goethes Erkenntnis, dass „keine Macht der Welt (im Nachhinein) zerstückelt, was lebend sich entwickelt (hat)“, betrifft natürlich weder die stückchenweise Entwicklung einer Erziehung, die erst dazu führt, dass sich Etwas wunschgemäß entwickelt, noch den ebenfalls stückweise erfolgenden Werdegang eines Menschen ohne erzieherische Einwirkung.

….Kinder sind gute Nachahmer, daher ist die Taktik der Eltern und Betreuer, die sich sehr darum bemühen vom eigenen Fehlverhalten abzulenken, ziemlich leicht zu durchschauen. ....

Das, was man in der Pädagogik „Doppelbindung“ nennt, bei der etwas Anderes vorgegeben wird, als das, wonach man sich letztlich richtet, bedeutet ethisch „Bigotterie“, wobei der Bigotte, der Regeln, die nur für ihn gelten, heimlich Wein trinkt, während er Anderen offiziell das Wassertrinken empfiehlt, um sich selber besser darzustellen, als er es tatsächlich ist.

Das funktioniert bei Erwachsenen nicht so gut, wie bei Kindern, die zwar merken, dass da ein Verhalten nicht konsequent eingehalten wird, wovon man ihnen zugesagt hat, dass es es richtig sei, sodass sie sich jederzeit daran orientieren können, aber dieses Täuschungsmanöver noch nicht durchschauen können.

Daher geht der Bigotte bei Kindern auch sofort seiner Vertrauenswürdigkeit (und nicht der Glaubwürdigkeit) verlustig, während es ihm Erwachsene, die schon zwischen der Person des Verkünders einer Botschaft und der Botschaft selber differenzieren können, noch als Schwäche durchgehen lassen, weil das falsche Verhalten des Verkünders an der Richtigkeit seiner Botschaft ja noch nicht das Geringste ändert.

… Es ist völlig klar, dass Betroffene sich der Frage stellen müssen, weshalb sie sich so verhalten und schnellstmöglich professionelle Hilfe - wo Veränderung nicht autodidaktisch bewirkt werden kann - in Anspruch nehmen. …..

Zur autodidaktische Überprüfung, ob das eigene Verhalten sozial angemessen und damit richtig ist, oder unangemessen, und daher falsch, kann man Jeden, der auf dieses Verhalten reagiert, als einen Spiegel ansehen, der zwar nicht nur das eigene Verhalten zeigt, was ja überhaupt erst im sozialen Kontext als richtig oder falsch erkennbar und damit auch bewertbar wird, sondern sondern auch den Zustand der sozialen Beziehung, die er mit dem Anderen teilt.

Daraus kann er selber ableiten, dass das eigene freundliche Verhalten für eine angestrebte Freundschaft förderlich, und damit richtig ist, während das für das Gegenteil nicht zutrifft.

Die „Pflicht zur Freundlichkeit“ bezieht sich demnach nur auf die Zielsetzung eines friedlichen Miteinanders zum gemeinsamen Nutzen, während sie für die kriegerische Auseinandersetzung mit Jemandem, den man erst besiegen will, um ihm dann anschließend auf eigennützige Weise selber die Friedensbedingungen diktieren zu können, nicht zu einer Freundschaft führt, sondern eher zur lebenslangen Feindschaft..

…... Ich bin nicht der Meinung, dass der persönliche Zustand bei jedem Hans und jeder Hanna entsprechend bleiben wird, wenn der/ die genannte SoziopathIn sich seines/ ihres Werdeganges bewusst werden WILL, also guten Willens ist an seinem Verhalten tatsächlich etwas zu ändern, abgesehen davon, dass dies nicht gleich von heute auf morgen dauerhaft bewirkt werden kann, muss erwähnt werden, dass es auch die andere anerzogene Variante der Persönlichkeitsstörung gibt, bei der Kinder zu "Dauereinfühlsamkeit" permanentem Verständnis für Geschwister (jedoch kaum für sich Anspruchsberechtigung anmelden dürfen) verpflichtet werden und dadurch nicht minder belastet und auch leidend werden können. …..

Da Derjenige, der die Bereitschaft bereits mitbringt, der Beziehung zuliebe gerne auf die „eigene Vorteilnahme zum Nachteil seines Partners“ zu verzichten, gar kein Soziopath ist, braucht man ihn auch nicht extra davon überzeugen, dass es falsch sei, das Gegenteil davon zu tun.

Tut er es aber doch, weil er hofft, damit notfalls die Beziehung auch alleine zum beidseitigen Nutzen gestalten zu können, weil er dem Anderen nicht zutraut, ebenfalls dazu in der Lage zu sein, beginnt das zwanghafte und damit irgendwann nicht mehr kontrollierbare Kontrollbedürfnis, was überhaupt erst zur selbstbezogenen und damit gemeinschaftsschädlichen Soziopathie hinführt.

….. Wann immer und wo auch immer nach dem Hintergrundverhalten, den Ursachen gefragt wird, besteht Hoffnung auf eine angemessene Verteilung der Schuldzuweisung und Wiedergutmachung (Versöhnung). …..

Die Bereitschaft, einen angerichteten Schaden auszugleichen, damit der Geschädigte die Folgen nicht alleine tragen muss, ist ja die Grundlage eines jeden gesunden Gemeinschaftssinnes – selbst dann, wenn man gar nicht dazu in der Lage ist, das alleine zu bewerkstelligen, denn damit wird zumindest die böswillige Verursachung der Schädigung ausgeschlossen, was nicht heißt, dass der Betreffende damit bereits von seiner Schuld des Schadensausgleichs befreit ist.

Dazu bedarf es erst der Einwilligung des Geschädigten, auf weitere Schadensausgleichsforderungen zu verzichten, indem er dem Schädiger auf dessen „Bitte um Vergebung“ hin seine Restschuld erlässt. Wer nun meint, er könne sich auch selber diese Schuld erlassen oder seinen himmlischen Herrn damit beauftragen, um möglichst billig davonzukommen, hat die falsche Einstellung zu Demjenigen, mit dem er sich versöhnen will, denn damit macht er sich seine von ihm geschädigten Mitmenschen nur noch mehr zum Feind.

…. Du wirst es nie schaffen einen Menschen, der in seiner Welt des Leidens gefangen ist, herauszuholen, solange er selbst nicht nach dem Ausgang zu suchen beginnt.
(Ana Blom) …..


Nun, wer die Macht dazu hat, kann sehr wohl dafür sorgen, dass seine Mitmenschen weder unter einem Anderen noch unter ihm selber leiden müssen. Die Behauptung, der Leidende wolle gar nicht von seinem Leid befreit werden, nachdem es ihm nicht gelungen ist, sich selber davon zu befreien, ist einfach nur zynisch und keiner ernsthaften Betrachtung wert.

Wer sich jedoch weigert, einen guten Rat anzunehmen, weil er sich nicht damit zur Dankbarkeit verpflichten lassen mag, sondern stattdessen lieber danach trachtet, die Notlage Anderer dazu auszunützen, um sie seinerseits mit ungebetenen Wohltaten zur Dankbarkeit zu verpflichten, hat ebenfalls ein falsches Verständnis von Sozialität, sodass man ihn gleichermaßen als einen Soziopathen bezeichnen kann, denn ethisch gesehen, kommts bei der sozialen Kompetenz vor Allem auf die Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen an, und nicht auf die politische Machtfülle, die man besitzt.
filofaxi hat geschrieben: …. Hier muss wiederum unbedingt nachgefragt werden, wie es zu einer Soziopathie kommen kann.
Wo waren denn die "Gefährten, Genossen" als des Soziopathen Leid begann? ….


Bei der Soziopathie leidet ja nicht der Soziopath an seinem sozialen Unvermögen, sondern seine Mitmenschen, deren Weigerung, sich dadurch über die Maßen von ihm schädigen zu lassen, in der Folge zu einer Ausgrenzung des Soziopathen führt, sodass der dann unter eben dieser Ausgrenzung leidet, was natürlich zum Teufelskreis führt, wenn er sich anschließend gegen die Ausgrenzung damit wehrt, indem er sich ganz bewusst noch asozialer verhält, als vorher.

Da die Soziopathie jedoch nicht darin besteht, nicht zu WISSEN, wie man sich gemeinschaftsfreundlich verhält, nachdem man es bereits im Kindergarten gelernt hat, sondern es nicht zu WOLLEN, nützt es Nichts, den Soziopathen nochmal über sein asoziales Verhalten aufzuklären, oder ihn gar mit Hilfe einer Strafe darüber „zwangszubelehren“, weil das Problem nicht im mangelnden „Verstehen-Können“ besteht, wie es zB beim Autisten der Fall ist, sondern im mangelnden „Wollen-Können“.

Das erfordert eine intrinsische Motivation, die darin besteht, nicht immer erst auf extrinsische Weise einen Anreiz durch Andere zu erwarten, der den Aufwand des Wollens bzw. der Bereitschaft, sich sozial angemessen zu verhalten, auch lohnt, wie es zB auch bei der Tierdressur erforderlich ist, weil ohne diesen Anreiz kein Löwe der Welt freiwillig durch einen brennenden Reifen spränge.

…. Es kann ja nicht sein, dass der krankmachende Grund bei einer Diagnose tendenziös und geflissentlich ausgeklammert wird. …..

Bei der Diagnose einer Krankheit ist es natürlich für den Therapeuten nicht nur wichtig, zu wissen, worin sie besteht, sondern auch ihre Ursachen zu kennen – auch wenn man sie nicht beheben kann, um den Kranke in denselben, unbeschädigten Zustand zurückzuversetzen, in dem er sich vor der Krankheit befunden hat – weil er damit zumindest verhindert, eine falsche Diagnose zu stellen, die zwangsläufig auch zu falschen Maßnahmen führen muss.

Was hingegen die Erziehung zu einem funktionsfähigen Gemeinschaftswesen betrifft, so muss die bereits in der Kindheit erfolgen, damit sie als Primärerfahrung verinnerlicht werden kann, und auf diese Weise zu einem Selbstläufer wird, und nicht erst im Erwachsenenalter, wo die Bewertung aller folgenden Erfahrungen nur noch auf die jeweils als richtig geltenden Primärerfahrung zurückgeführt wird.

Was den Soziopathen selber betrifft, so spielt es für den keine Rolle, zu wissen, WER ihm diese Erziehung schuldig geblieben ist, und WARUM das geschah, obwohl es seine Pflicht gewesen wäre, aus ihm einen Menschen mit Gemeinschaftssinn zu machen, wenn dessen Versagen ebenfalls auf Unfähigkeit beruhte, sodass man es schon fast als einen Erbfluch bezeichnen kann, dem sich Niemand selber zu entziehen vermag.

….. Wie du ja auch richtig bemerkst, ist es ein entwicklungsbedingtes Defizit was auch bedeutet, dass der Soziopath von seiner Umwelt über Jahre zu dem geformt wird, was er geworden ist.
Auch hier kann man sich als "Genosse", nicht aus der Pflicht der mitmenschlichen Fürsorge stehlen und die Schuld alleine dem Verhaltensgestörten zuweisen. …..


Der Unterschied zwischen einem zivilisierten und einem unzivilisierten Menschen ist derselbe wie zwischen einer Nutzpflanze, die extra für einen bestimmten Zweck gezüchtet wird, und einem Unkraut, was wild und ungezähmt wächst, und dabei die Nutzpflanzen am Wachsen hindert.

Die Entwicklungsstörung betrifft insofern einen vom ursprünglichen Konzept abweichenden Werdegang, während eine Verhaltensstörung lediglich einen Umstand darstellt, wodurch Jemand daran gehindert wird, sich so zu verhalten, wie er sich gerne verhalten will oder wie er sich verhalten soll.

Die Verhaltensstörung kann - im Gegensatz zur Entwicklungsstörung - ganz unterschiedliche Ursachen haben, und ist nicht unbedingt einer Erziehungsperson oder gar dem Unwillen ihres Mündels selber zuzuschreiben, sondern kann auch in einer vorübergehenden Missbefindlichkeit bestehen, bei der es dem Betreffenden unmöglich ist, sich so zu verhalten, wie es notwendig wäre, um von der Gemeinschaft wohlgelitten zu sein.

…..Wenn zum Beispiel ein Kleinkind über Jahre an einer Sehbehinderung leidet, sich dadurch in Elternhaus und Schule auffällig verhält, u. A. Eltern, Lehrer und Therapeuten nicht erkennen können was abläuft, sollte man schon fragen ob der Soziopath nun an seinem Verhalten alleine schuldig geworden ist, wenn nach langer Odysee das Kind endgültig ins Wasser gefallen ist und es längst, - zwar nun endlich mit Brille - infolge des Autismus der Erwachsenen, zum ebensolchen empfindungs- orientierungs- und empathielosen Menschen geworden ist. …...

Die Frage nach der zu tilgenden Schuld ist ja eine andere, als die nach den Folgen einer umständebedingten Ursache, bzw. einer versehentlich oder gar vorsätzlich von Menschen verursachten Bewirkung derselben. So kann man bei der Schuld einmal von der Pflicht reden, die ein Erzieher seinem Zögling schuldet, damit der später mal keine erziehungsbedingten Probleme im Umgang mit Anderen hat, und dann auch noch von der Pflicht, die er der Gemeinschaft schuldet, um selber keine Probleme mit ihr zu bekommen.

Was die Pflicht des Schadensausgleichs betrifft, so spricht man auch fälschlicherweise vom Erbringen einer Schadensersatzleistung, wobei nicht ein Schaden durch einen anderen ersetzt wird, sondern eine Ersatzleistung für diejenige Leistung erbracht wird, die eigentlich notwendig gewesen wäre, um das durch den verursachten Schaden entstandene Defizit wieder auszugleichen – so, wie es bei jedem ehrlichen Tauschgeschäft der Fall ist, bei dem Ware gegen eine gleichwertige Leistung oder gegen ein anderes, allgemein anerkanntes Zahlungsmittel als Entgelt dafür eingetauscht wird.

Jemanden, der die Erfüllung seiner Pflichten Denjenigen schuldig geblieben ist, dafür zu bestrafen, damit der wenigstens genauso leidet, wie der von ihm dadurch Geschädigte leiden musste, erfüllt den Tatbestand der Rache, die – konsequent betrieben - immer nur zur Gegenrache führt, aber niemals zur Versöhnung, was nicht im Sinne eines friedlichen Miteinanders ist, und daher auch dann gesetzlich verboten werden sollte, wenn man die Betreffenden nicht dafür bestraft, um nicht von Vornherein ein falsches Rechtsempfinden (Moralvorstellung) bei ihnen zu erzeugen.

…..Ist dies nicht Auswuchs einer degenerierenden Gesellschaft in der nicht einmal Eltern mehr wissen, wissen wollen, wissen können, wie es um ihr Kind steht, schlimmer noch, das Kind und dann auch der Erwachsene so betrachtet wird, als sei er mit seinem Unvermögen sich "normal" verhalten zu können bereits unveränderbar geboren worden?.....

Sich darauf zu berufen, dass man sich innerhalb einer „sittlich verderbten Gesellschaft“ gar nicht so vorbildlich verhalten könne, wie man es gerne will, ist jedoch genauso wenig zielführend und damit unangebracht, wie wenn man gleich das ganze Ideal mit über Bord würfe – nur, weil es lediglich zum Teil und nicht zur Gänze realisierbar ist.

Goethes Erkenntnis, dass „keine Macht der Welt (im Nachhinein) zerstückelt, was lebend sich entwickelt (hat)“, betrifft natürlich weder die stückchenweise Entwicklung einer Erziehung, die erst dazu führt, dass sich Etwas wunschgemäß entwickelt, noch den ebenfalls stückweise erfolgenden Werdegang eines Menschen ohne erzieherische Einwirkung.

….Kinder sind gute Nachahmer, daher ist die Taktik der Eltern und Betreuer, die sich sehr darum bemühen vom eigenen Fehlverhalten abzulenken, ziemlich leicht zu durchschauen. ....

Das, was man in der Pädagogik „Doppelbindung“ nennt, bei der etwas Anderes vorgegeben wird, als das, wonach man sich letztlich richtet, bedeutet ethisch „Bigotterie“, wobei der Bigotte, der Regeln, die nur für ihn gelten, heimlich Wein trinkt, während er Anderen offiziell das Wassertrinken empfiehlt, um sich selber besser darzustellen, als er es tatsächlich ist.

Das funktioniert bei Erwachsenen nicht so gut, wie bei Kindern, die zwar merken, dass da ein Verhalten nicht konsequent eingehalten wird, wovon man ihnen zugesagt hat, dass es es richtig sei, sodass sie sich jederzeit daran orientieren können, aber dieses Täuschungsmanöver noch nicht durchschauen können.

Daher geht der Bigotte bei Kindern auch sofort seiner Vertrauenswürdigkeit (und nicht der Glaubwürdigkeit) verlustig, während es ihm Erwachsene, die schon zwischen der Person des Verkünders einer Botschaft und der Botschaft selber differenzieren können, noch als Schwäche durchgehen lassen, weil das falsche Verhalten des Verkünders an der Richtigkeit seiner Botschaft ja noch nicht das Geringste ändert.

… Es ist völlig klar, dass Betroffene sich der Frage stellen müssen, weshalb sie sich so verhalten und schnellstmöglich professionelle Hilfe - wo Veränderung nicht autodidaktisch bewirkt werden kann - in Anspruch nehmen. …..

Zur autodidaktische Überprüfung, ob das eigene Verhalten sozial angemessen und damit richtig ist, oder unangemessen, und daher falsch, kann man Jeden, der auf dieses Verhalten reagiert, als einen Spiegel ansehen, der zwar nicht nur das eigene Verhalten zeigt, was ja überhaupt erst im sozialen Kontext als richtig oder falsch erkennbar und damit auch bewertbar wird, sondern sondern auch den Zustand der sozialen Beziehung, die er mit dem Anderen teilt.

Daraus kann er selber ableiten, dass das eigene freundliche Verhalten für eine angestrebte Freundschaft förderlich, und damit richtig ist, während das für das Gegenteil nicht zutrifft.

Die „Pflicht zur Freundlichkeit“ bezieht sich demnach nur auf die Zielsetzung eines friedlichen Miteinanders zum gemeinsamen Nutzen, während sie für die kriegerische Auseinandersetzung mit Jemandem, den man erst besiegen will, um ihm dann anschließend auf eigennützige Weise selber die Friedensbedingungen diktieren zu können, nicht zu einer Freundschaft führt, sondern eher zur lebenslangen Feindschaft..

…... Ich bin nicht der Meinung, dass der persönliche Zustand bei jedem Hans und jeder Hanna entsprechend bleiben wird, wenn der/ die genannte SoziopathIn sich seines/ ihres Werdeganges bewusst werden WILL, also guten Willens ist an seinem Verhalten tatsächlich etwas zu ändern, abgesehen davon, dass dies nicht gleich von heute auf morgen dauerhaft bewirkt werden kann, muss erwähnt werden, dass es auch die andere anerzogene Variante der Persönlichkeitsstörung gibt, bei der Kinder zu "Dauereinfühlsamkeit" permanentem Verständnis für Geschwister (jedoch kaum für sich Anspruchsberechtigung anmelden dürfen) verpflichtet werden und dadurch nicht minder belastet und auch leidend werden können. …..

Da Derjenige, der die Bereitschaft bereits mitbringt, der Beziehung zuliebe gerne auf die „eigene Vorteilnahme zum Nachteil seines Partners“ zu verzichten, gar kein Soziopath ist, braucht man ihn auch nicht extra davon überzeugen, dass es falsch sei, das Gegenteil davon zu tun.

Tut er es aber doch, weil er hofft, damit notfalls die Beziehung auch alleine zum beidseitigen Nutzen gestalten zu können, weil er dem Anderen nicht zutraut, ebenfalls dazu in der Lage zu sein, beginnt das zwanghafte und damit irgendwann nicht mehr kontrollierbare Kontrollbedürfnis, was überhaupt erst zur selbstbezogenen und damit gemeinschaftsschädlichen Soziopathie hinführt.

….. Wann immer und wo auch immer nach dem Hintergrundverhalten, den Ursachen gefragt wird, besteht Hoffnung auf eine angemessene Verteilung der Schuldzuweisung und Wiedergutmachung (Versöhnung). …..

Die Bereitschaft, einen angerichteten Schaden auszugleichen, damit der Geschädigte die Folgen nicht alleine tragen muss, ist ja die Grundlage eines jeden gesunden Gemeinschaftssinnes – selbst dann, wenn man gar nicht dazu in der Lage ist, das alleine zu bewerkstelligen, denn damit wird zumindest die böswillige Verursachung der Schädigung ausgeschlossen, was nicht heißt, dass der Betreffende damit bereits von seiner Schuld des Schadensausgleichs befreit ist.

Dazu bedarf es erst der Einwilligung des Geschädigten, auf weitere Schadensausgleichsforderungen zu verzichten, indem er dem Schädiger auf dessen „Bitte um Vergebung“ hin seine Restschuld erlässt. Wer nun meint, er könne sich auch selber diese Schuld erlassen oder seinen himmlischen Herrn damit beauftragen, um möglichst billig davonzukommen, hat die falsche Einstellung zu Demjenigen, mit dem er sich versöhnen will, denn damit macht er sich seine von ihm geschädigten Mitmenschen nur noch mehr zum Feind.

…. Du wirst es nie schaffen einen Menschen, der in seiner Welt des Leidens gefangen ist, herauszuholen, solange er selbst nicht nach dem Ausgang zu suchen beginnt.
(Ana Blom) …..


Nun, wer die Macht dazu hat, kann sehr wohl dafür sorgen, dass seine Mitmenschen weder unter einem Anderen noch unter ihm selber leiden müssen. Die Behauptung, der Leidende wolle gar nicht von seinem Leid befreit werden, nachdem es ihm nicht gelungen ist, sich selber davon zu befreien, ist einfach nur zynisch und keiner ernsthaften Betrachtung wert.

Wer sich jedoch weigert, einen guten Rat anzunehmen, weil er sich nicht damit zur Dankbarkeit verpflichten lassen mag, sondern stattdessen lieber danach trachtet, die Notlage Anderer dazu auszunützen, um sie seinerseits mit ungebetenen Wohltaten zur Dankbarkeit zu verpflichten, hat ebenfalls ein falsches Verständnis von Sozialität, sodass man ihn gleichermaßen als einen Soziopathen bezeichnen kann, denn ethisch gesehen, kommts bei der sozialen Kompetenz vor Allem auf die Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen an, und nicht auf die politische Machtfülle, die man besitzt.

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Der Mensch, was soll er tun, was darf er hoffen?


Er darf tun und hoffen, dass das Leben noch die nächsten Jahrzehnte endlich bleibt und von daher die Ausführungen von Filofaxi hier früher oder später unterbleiben werden und nicht andere seines Kalibers hier seinen Platz einnehmen. Ob ich das jedoch noch erleben werde? Natürlich nicht. Denn auch mein Leben ist endlich, und das ist ebenso gut wie die Endlichkeit von Filofaxi und allen anderen Menschen. Möglicherweise wird von ihm auch nicht mehr bleiben als von mir. Wir werden, wie so viele von uns hier in den Foren, alsbald der Vergessenheit anheimgegeben. Und damit erlangen wir endlich die Gleichheit, die uns die Gesellschaft bzw. die Politik zu Lebzeiten nicht verschaffen konnte. Im Tode sowie nach dem Tode sind wir alle gleich, unabhängig von der Größe des Grabsteins bzw. des Grabmals. Auch die Person, die in einem Armengrab bestattet wird, muss keinen Neid mehr empfinden. Der soziale Status verliert an Bedeutung. Einige von uns mögen sich vielleicht darüber grämen, aber das letzte Hemd, so sagt man, hat keine Taschen. Möge also Filofaxi mit seinen Ausführungen hier seine Taschen noch eine Zeitlang so voll packen, wie es nur geht, letztlich wird das dann doch im Wege der Haushaltsauflösung der Vernichtung und dem Vergessen zugeführt. Ich dagegen erspare Dritten diese Arbeit. Ich werde nichts hinterlassen. Meine Zukunft liegt ja noch vor mir. Denn, so hoffe ich, das Paradies wartet schon. Aber dennoch habe ich es nicht eilig, ich trödele noch. Egal, wie sich Filofaxi entscheidet. Vielleicht kann ich mich ja noch ein wenig an ihn reiben. Habe ja sonst nicht mehr viel zu tun. Schade eigentlich. Aber ich habe meinen Seelefrieden durchaus schon gefunden.
Was hingegen die Erziehung zu einem funktionsfähigen Gemeinschaftswesen betrifft, so muss die bereits in der Kindheit erfolgen, damit sie als Primärerfahrung verinnerlicht werden kann, und auf diese Weise zu einem Selbstläufer wird, und nicht erst im Erwachsenenalter, wo die Bewertung aller folgenden Erfahrungen nur noch auf die jeweils als richtig geltenden Primärerfahrung zurückgeführt wird.

Richtig!
Wenn das Kind in den Kindergarten ​eint​ritt​​ ​sind bereits vier bis fünf Jahre verstrichen, also ist das Drama in vollem Gange, denn​ ​die Sehbehinderung dauert an und das Kind kann noch nicht begreifen, weshalb es die Welt anders sieht als seine gut sehenden MitbesucherInnen.
​Wie die zerstörerische Selbstläuferei ​verhindert ​​werden könnte, haben wir schon einige Male diskutiert​ und ist ein gesellschaftliches Problem was es anzugehen gälte.
Wenn jedoch der Fokus des Menschen eher auf dem "Haben" als auf dem "Sein" beruht​,​ gilt die Not der Schwächeren, Notleidenden und Unbeholfenen, - ​solange es den grösseren Teile einer Gesellschaft nicht betrifft - als nicht relevant oder uneinsichtigerweise eher als Selbstverschuldung.

Nun, wer die Macht dazu hat, kann sehr wohl dafür sorgen, dass seine Mitmenschen weder unter einem Anderen noch unter ihm selber leiden müssen. Die Behauptung, der Leidende wolle gar nicht von seinem Leid befreit werden, nachdem es ihm nicht gelungen ist, sich selber davon zu befreien, ist einfach nur zynisch und keiner ernsthaften Betrachtung wert.

Doch, natürlich soll man dies näher betrachten, es geht um Überwindung und wohl auch um ein Missverständnis.
Ich gehe natürlich beim nachstehenden Zitat davon aus, dass eben auch der Soziopath ein Leidender ist.

Du wirst es nie schaffen einen Menschen, der in seiner Welt des Leidens gefangen ist, herauszuholen, solange er selbst nicht nach dem Ausgang zu suchen beginnt. (Ana Blom)

Das Zitat will nichts Anderes aussagen, als dass der Leidende (in diesem Falle der Soziopath) selbst erkennen und annehmen muss, dass mit seinem Verhalten etwas nicht stimmt - nachdem es ihm wiederholt "gespiegelt" wurde - und die Veränderung dann auch selbst bewirken muss.​ ​Hierbei können Aussenstehende nur Hilfe zur Selbsthilfe bieten.

In diesem Zusammenhang geht es um das "Althergebrachte" was der Mensch von Anbeginn "eingesaugt" und sich zu eigen gemacht hat und was ihm - vielleicht auch erst unbewusst - ungemochterweise nicht wohl bekommt.
Das so Gewordensein zu hinterfragen und auch ändern WOLLEN erfordert Mut, grösste Anstrengung und Überwindung.
Das, was den Menschen Orientierung und Vertrautheit erfahren lässt, kann nur selten für etwas Unvertrautes und Unbekanntes bleiben gelassen werden.

Ich nehme mal an, dass wir Alle die Macht haben "ja" und oder "nein" zu sagen. Wir können uns einer Herausforderung stellen​ ​oder​ es bleiben lassen,​ ​wenn der Zustand in dem wir uns befinden scheinbare Sicherheit und Geborgenheit empfinden lässt.