mehusae hat geschrieben: @Huckleberry
Also erst Narrenkappe, dann Tarnkappe und was kommt als Nächstes?


Mein Abendmahl. :wink:
…..In früherer Zeit wurde Satire fälschlicherweise auf Satyr zurückgeführt, daher die ältere Schreibweise Satyra.[1] ….

Der Unterschied zwischen der Satire, die auf den gehörnten und bocksfüßigen Satyr (Herr des Weines und des Vergnügens) zurückgeht, welcher auf einer Bühne auftritt und maskiert die hohen Herren kritisiert, wie es in Griechenland üblich war, und einer römischen satira, mit der das bunte Allerlei begründet wird, welches der als Narr (Geschichtenerzähler) verkleidete Schauspieler zur Volksbelustigung anbietet, liegt in seiner politischen Brisanz.

So diente auch der römische Fasching zu Beginn der Fastenzeit (Karneval) dazu, vorher nochmal so richtig zu feiern und in Verkleidung dabei Dampf abzulassen über die Ungerechtigkeit der Obrigkeit, damit man anschließend wieder die Selbstdisziplin aufbringen konnte, sein von ihr auferlegtes Kreuz zu tragen, bis die der Gesundheit dienliche Fastenzeit, welche symbolisch mit dem Leiden Christi verbunden wurde, vorbei war, und man zur Tag- und Nachtgleiche (zu Ostern) das neue Jahr mit entgiftetem Körper beginnen konnte.

….Die Bezeichnung Verballhornung soll auf den Lübecker Buchdrucker Johann Balhorn den Jüngeren († 1603) zurückgehen,....


Der jüdische Familienname Balhorn (der nichts mit einem Ball zu tun hat) ist meiner Meinung nach umso interessanter, als dass er genau das bezeichnet, was es ist, nämlich: das Horn des von Moses einst verteufelten und als BAAL verbaalhornte (verteufelte) Ba-El (ägyptischer Ausdruck für Gemeinschaftsseele) der Nachbarvölker, die es zu unterwerfen galt, damit die eigene (grundgütige) Gemeinschaftsseele namens Jahwe die Herrschaft über alle Völker erlangte.

Allerdings soll es bei den (Ba?)byloniern nach den Berichten der aus der babylonischen Gefangenschaft entlassenen jüdischene Schriftgelehrten damals dort tatsächlich ein kinderfressendes Monster namens BAAL gegeben haben, wozu man auch die passenden Abbildungen gefunden hat.

Inwieweit jedoch auch hier dieser Begriff lediglich der Verbaalhornung der Gemeinschaftsseele der bei den Juden verständlicherweise verhassten Babylonier diente, welche bei denen womöglich ganz anders hieß, und keineswegs die dortige Verehrung des Teufels als Volksseele bedeutete, lässt sich schwer nachweisen.

Dass Moses jedenfalls Diejenigen, die in seiner Abwesenheit zum ägyptischen Hathor-(Stier) Kult zurückgekehrt waren, als Baals-Anhänger beschimpfte, zeigt, dass mit dem Begriff keine konkrete Volksseele gemeint sein konnte, sondern einfach nur der Teufel als das personifizierte Böse schlechthin - so, wie auch heute noch die ungehorsamen Kinder gern als böse bezeichnet werden, ohne dass sie in bösartiger Absicht gehandelt haben, um sie nach seinen eigenen Gesetzen besonders hart dafür bestrafen zu können.

Wer selber unter solcher elterlicher Selbstgerechtigkeit leiden musste, kann zumindest dafür sorgen, dass er es bei seinen Kindern nicht genauso macht, auch wenn es ihm mangels geeigneter Vorbilder schwer fällt, eine andere Methode zu suchen und zu praktizieren, um wirksam zu verhindern, dass das Kind ihm und später auch seinen Mitmenschen auf dem Kopf rumtanzt, um ebenfalls das zu tun, was ihm beliebt, und nicht den Eltern oder Vorgesetzten, denen es zu gehorchen hat, um das von ihnen zu bekommen, was es zum Leben braucht.
Dass Moses jedenfalls Diejenigen, die in seiner Abwesenheit zum ägyptischen Hathor-(Stier) Kult zurückgekehrt waren, als Baals-Anhänger beschimpfte, zeigt, dass mit dem Begriff keine konkrete Volksseele gemeint sein konnte, sondern einfach nur der Teufel als das personifizierte Böse schlechthin - so, wie auch heute noch die ungehorsamen Kinder gern als böse bezeichnet werden, ohne dass sie in bösartiger Absicht gehandelt haben, um sie nach seinen eigenen Gesetzen besonders hart dafür bestrafen zu können.


http://www.gkpn.de/Streminger_Religion_und_Werte.pdf

Aus dem Inhalt:
1.
Viele Formen von Religiosität sind eine Gefahr für Moralität, schon aufgrund der mangelnden Moralität der Götter


Für Kinder sind ihre Eltern Götter. Sie beobachten und ahmen eifrig nach.
Daher sollte Vater und Mutter dem Kinde nicht Wasser zu trinken predigen und selbst Traubensaft trinken.
Man steht als Eltern sozusagen immer im Fokus und auf dem Prüfstand.

Fordern Eltern von Kindern Befolgung von Regeln so werden jene, nicht aus böser Absicht, s o g l e i c h verworfen und nicht mehr als gültig anerkannt, sobald der Vater oder die Mutter sich dazu widersprüchlich verhalten.


Wer selber unter solcher elterlicher Selbstgerechtigkeit leiden musste, kann zumindest dafür sorgen, dass er es bei seinen Kindern nicht genauso macht, ....

Dies ist wohl leichter gesagt als getan. Hat der Mensch keine bessere Alternative gesehen oder erlebt, so geht's doch munter weiter mit der Schädigung und da gilt scheinbar das Vorhaben, dass es die Kinder mal besser haben sollen als man es selbst hatte, doch nicht mehr.
Der Reflex es genauso zu tun, wie es der Mensch erlebt hat, ist wohl doch stärker als der Wille andere Methoden anzuwenden.
Andere aber welche?

2.
„Denn täuschen wir uns nicht“, mahnte schon d‘Holbach: „Das Christentum, noch nicht zufrieden damit, den Menschen Gewalt anzutun, um sich äußerlich
seinem Kult zu unterwerfen, hat die Kunst erfunden, das Denken zu tyrannisieren und das Gewissen zu martern, eine Kunst, die jedem heidnischen Aberglauben fremd war.“[
(Religionskritische Schriften. Berlin/Weimar 1970, S. 159)

https://www.focus.de/politik/videos/her ... 48381.html
….http://www.gkpn.de/Streminger_Religion_und_Werte.pdf

Aus dem Inhalt:
1.
Viele Formen von Religiosität sind eine Gefahr für Moralität, schon aufgrund der mangelnden Moralität der Götter.....


Dass sich Menschen zu einem gemeinsamen Weltbild oder einer Gesetzeslehre bekennen, in der bestimmte Moralvorstellungen als ideal angesehen werden, ist noch nichts Verwerfliches oder gar Unmoralisches.

Wenn man den Begriff „Götter“ richtig übersetzt – nämlich mit „personifizierte, geistige Güter“ oder auch „Tugenden“, so kann nichts Schlechtes damit gemeint sein, denn dass Jemand als oberster Anführer gut für die Gemeinschaft ist, bedeutet, dass er nicht gleichzeitig schlecht für sie sein kann, weil gut das Gegenteil von schlecht ist, und er dann nicht mehr gut und tugendhaft, also göttlich, sondern schlecht und lasterhaft, und damit teuflisch für sie wäre.

Wenn man also Kindern schon die Existenz von geistigen Gütern damit veranschaulicht, indem man diese als Götter personifiziert, sollte man sie auch von ihrem Gegenteile her unterscheiden, indem man sie mit den richtigen Begriffen bezeichnet, wie in diesem Falle mit „Teufeln oder Dämonen“, wie es auch in der katholischen Kirche noch bis vor kurzem üblich war, wenn es galt, Jemandem einen Dämon, von dem er angeblich besessen war (fixe Idee, die nicht im Einklang mit der gängigen Moralvorstellung stand), auszutreiben.

Dies geschah dann zunächst mittels von berauschenden Drogen (Weihrauch) und – wenn das nichts nutzte, um den Querulanten wieder auf den rechten Weg zu führen – dadurch, dass man so lange auf ihn einprügelte, bis er davon abließ – natürlich nicht der Dämon, weil der nur die Idee verkörpert, und selber keine Person ist, sondern Derjenige, der sich auf ihn berief, um damit seine Lasterhaftigkeit als fremdverursacht zu rechtfertigen.

Auf ähnliche Weise – nur weniger brutal – haben Psychotherapeuten in den 90er Jahren versucht, bei einem Patienten, der an einer dissoziativen, multiplen Persönlichkeitsstörung litt, bei der bis zu 90 verschiedene Personen (bzw abgespaltene Persönlichkeitsanteile) in seinem Kopf ein Eigenleben zu führen schienen, diese in Gesprächen, welche sich über viele Jahre hinzogen, wieder in einer einzigen Person zu vereinigen, welche ihn selber darstellte, und die er auch schon immer selber war.

Dass man angesichts seiner bisherigen Bedeutungslosigkeit bei solch einer öffentlichen Beachtung gerne auch mal den Stimmen im eigenen Kopfe eine prominente, bereits gestorbene Persönlichkeit, wie Jesus Christus oder Buddha zuordnet, von der man - nach einer falsch verstandenen Reinkarnationslehre von den guten und schlechten, im Menschen reinkarnierten Prinzipien - meint, es seien deren umherrirrenden, körperlosen Geister (bzw Seelen), die dort ein nicht nachweisbares Eigenleben zu führen scheinen, um sie mit ihrer Anwesenheit zu beehren, ist da nicht weiter verwunderlich.

Wenn der auf diese Weise spiritistisch „erleuchtete“ Armleuchter so eine falsche Erkenntnis jedoch zum Anlass nimmt, die Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen - wie etwa die, sein Haus und seine Familie zu verlassen, um Anderen Moral zu predigen - mit solch einer angeblichen „Einflüsterung von höchster Stelle“ rechtfertigt, sollte man ihn nicht noch mit besonderen Machtbefugnissen ausstatten, mit Hilfe derer er dann den selbsternannten Fürsprecher eines Gottes spielen kann, der gar kein Gott ist, sondern ihn öffentlich als das darstellen, was er wirklich ist, nämlich als einen Anbeter des Teufels.

….Für Kinder sind ihre Eltern Götter. Sie beobachten und ahmen eifrig nach.
Daher sollte Vater und Mutter dem Kinde nicht Wasser zu trinken predigen und selbst Traubensaft trinken.
Man steht als Eltern sozusagen immer im Fokus und auf dem Prüfstand.....


Ich denke nicht, dass die Eltern und Schöpfer ihrer Kinder für sie auch dann Götter im göttlichen Sinne darstellen, wenn sie sie nicht gut behandeln, sondern dass sie ihnen nur so allmächtig erscheinen, wie sie es für sie ja auch sind. Was sie tatsächlich von ihnen halten, sagen sie ihnen - aus Angst vor unangenehmen Konsequenzen - meist erst dann, wenn sich die Machtverhältnisse geändert haben – also spätestens, wenn sie pleite und ihrerseits auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen sind.

Dann ist die Rache süß, sofern die Eltern es versäumt haben, sich rechtzeitig für ihre – möglicherweise auch gar nicht vorsätzlich, sondern aus Unerfahrenheit begangenen – Schädigungen zu entschuldigen.

….Fordern Eltern von Kindern Befolgung von Regeln so werden jene, nicht aus böser Absicht, s o g l e i c h verworfen und nicht mehr als gültig anerkannt, sobald der Vater oder die Mutter sich dazu widersprüchlich verhalten.....

Das seh ich auch nicht so, denn es gibt durchaus Regeln die nur für Kinder und nicht für Erwachsene gelten, und das wissen Kinder auch genau, sodass sie sich diese Rechte auch nicht anmaßen, bis sie selber erwachsen sind.

Als Erwachsener ist es zumutbar, sich selber um das Verständnis des Sinns einer vermittelten Regel zu bemühen, auch wenn der Verkünder sich seinerseits nicht dran hält, denn Unwissenheit aufgrund der Weigerung, Etwas von Lehrpersonen anzunehmen, die Einem unsympathisch sind, schützt bekanntlich nicht vor Strafen, sofern man dann unwissenlich gegen diese Regel verstößt.


….Wer selber unter solcher elterlicher Selbstgerechtigkeit leiden musste, kann zumindest dafür sorgen, dass er es bei seinen Kindern nicht genauso macht, ....


….Dies ist wohl leichter gesagt als getan. Hat der Mensch keine bessere Alternative gesehen oder erlebt, so geht's doch munter weiter mit der Schädigung und da gilt scheinbar das Vorhaben, dass es die Kinder mal besser haben sollen als man es selbst hatte, doch nicht mehr.
Der Reflex es genauso zu tun, wie es der Mensch erlebt hat, ist wohl doch stärker als der Wille andere Methoden anzuwenden.
Andere aber welche?....


Verwöhnte Kinder oder in ihrer sozialen Entwicklung zurückgebliebene Jugendliche, die Unwissenheit vortäuschen, während sie sich eigenmächtig die selben Rechte herausnehmen, wie Erwachsene, ohne die dafür erforderlichen Pflichten zu erfüllen, können nicht eines Besseren belehrt werden, weil sie die Gesetze, die sie vorsätzlich brechen, um zu beweisen, dass sie die Stärkeren sind und daher auch mit Hilfe von Strafen nicht daran gehindert werden können, ja bereits genau kennen.

Hier kann man denen, die sich genauso jeden Tag zusammenreißen müssen, um Andere nicht vorsätzlich zu schädigen, obwohl sie allen Grund dazu hätten, natürlich raten, lieber auf Rache zu verzichten, um nicht durch Gegenrache ihrer stärkeren Schädiger noch mehr geschädigt zu werden.

Was man ihnen nicht empfehlen kann, ist, sich blind darauf zu verlassen, dass sie – mit Gottes Hilfe - gar nicht erst geschädigt werden können, solange sie selber Niemandem schaden, um in jedem Falle auf der Seite der Guten zu stehen, wofür sie möglicherweise dann einen sehr hohen Preis bezahlen müssten.

Stattdessen sollte man sie darüber aufklären, dass sie überall da zum Selbstschutz verpflichtet sind, der darin besteht, sich gar nicht erst mutwillig in Gefahr zu begeben, wo sie weder durch Strafgesetze alleine, noch mit Hilfe eines strafenden Hirngespinstes in einem Leben nach dem Tode - vor dem willkürlichen Machtmissbrauch Stärkerer geschützt werden können.

…....2.
„Denn täuschen wir uns nicht“, mahnte schon d‘Holbach: „Das Christentum, noch nicht zufrieden damit, den Menschen Gewalt anzutun, um sich äußerlich
seinem Kult zu unterwerfen, hat die Kunst erfunden, das Denken zu tyrannisieren und das Gewissen zu martern, eine Kunst, die jedem heidnischen Aberglauben fremd war.“[
(Religionskritische Schriften. Berlin/Weimar 1970, S. 159)

https://www.focus.de/politik/videos/her ... 48381.html
….


Es ist nicht die Morallehre des Christentums, welche anderen Morallehren sehr ähnlich ist, die Menschen Gewalt antut, sondern scheinheilige Kirchenfürsten, die diese Ideologie dazu benutzen, um sich ihre Tyrannei von höherer Stelle rechtfertigen zu lassen.

Bei den Katholiken hat diese höchste Stelle der Papst inne, dem die Bischöfe unterstellt sind, und bei den Christen, die gegen diese Regelung sind, ist es der gotische Gott als höchstes Prinzip menschlicher Tugendhaftigkeit, nämlich die personifizierte Güte (bei den alten Römern Jupiter), die - im Gegensatz zum Papst - jedoch selber keine Person ist, und daher auch Niemanden zu irgend Etwas berechtigen kann.

Dass die Anführer anderer nicht theistischer, und daher als heidnisch bezeichneten Kulturgemeinschaften ihre Macht ebenfalls zum Nachteil Derer missbrauchen, die sie gewählt haben, beweist, dass dies auch nicht typisch für das Christentum ist.

Gesellschaftlich wäre das mächtige, geistig-moralische Oberhaupt einer Gerichtsbarkeit, wie der Papst in Rom, der dafür sorgt, dass der Kaiser und andere weltliche Herrscher ihre Macht nicht zum Schaden des Volkes missbrauchen, ein gutes soziales Regulativ, wenn es sich nicht mit ihnen gegen das Volk solidarisieren würde, wie es oft genug der Fall war, und vielfach auch immer noch ist.

Die Vereinigung des Amtes eines obersten Richters für geistige (himmlische) Angelegenheiten, und eines Organisatoren für politische (irdische) Angelegenheiten, sowie dessen, der den Schutzes der Menschen vor dem Machtmissbrauch durch Stärkere durch militärische Präsenz garantiert, in der Person eines Gott- oder Sonnenkönigs, wie es in Tibet durch den Dalai Lama bis zur chinesischen Kulturrevolution noch üblich war, würde übermenschliche Disziplin erfordern, um sich nicht von der damit verbundenen Macht korrumpieren zu lassen.

Deshalb kann sie auch keine praktikable Option für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben der Menschen in einer Großfamilie, in einem Staate, oder in einer länderübergreifenden Kulturgemeinschaft, und schon gar nicht in einem weltweiten Staatenverbund darstellen, sondern es erfordert immer eine Gewaltenteilung, bei der sich die Vertreter der jeweiligen Interessenverbände auf einen Kompromiss einigen müssen, wenn sie ihr Salz wert sein, und nicht gegen besser Geeignete ausgetauscht werden wollen.
Nachtrag zu meinem Beitrag vom 11.9.18

http://ak-schulfach-ethik.de/download/Holbach.pdf
Das „Hoffen-Dürfen“, welches von einem obersten, grundgütigen Landesvater im Himmel nicht nur gestattet, sondern sogar ausdrücklich empfohlen wird, damit man als sein Kind seinem Leben nicht vorzeitig ein Ende setzt, wenn es nicht so verläuft, wie man es gerne hätte, ist eher ein „Wünschen-Dürfen“ bei Jemandem, der diesen Wunsch auch erfüllen kann, weil er allmächtig ist, und der Einem diesen Wunsch auch nicht abschlägt, solange man ihm zu Willen ist, bzw mit kleinen Opfern sein Wohlwollen erkauft hat, sodass er nicht mehr Nein sagen kann, wenns denn um eine besondere Bitte geht, der er zum Dank dafür pflichtgemäß nachkommen muss.

Die Aufklärer haben – wie die Schlange im Paradies - den frommen Betrug derer, die als Kirchenpriester dem ohnmächtigen Menschen eine Erfüllung seiner Wünsche gegen ein kleines Entgelt an die Kirche (und nicht an den Vater im Himmel!) versprachen, aufgedeckt, und dem unwissenden Gläubigen, der sich auch gerne hat täuschen lassen, um nicht erwachsen werden, und damit die Pflicht übernehmen zu müssen, selber für sein Wohlergehen zu sorgen, aus seinem geistigen Gefängnis, wo er sich als Ignorant - fern von jeder richtigen Vorstellung der für ihn unangenehmen Wirklichkeit - sicher und geborgen wähnen konnte, zwangsbefreit, und ihn damit aus dem Paradies der kindlichen Unschuld geworfen.

Als Ersatz für die enttäuschte Hoffnung auf einen allmächtigen Vater im Himmel, der unentgeltlich alle Wünsche erfüllt, solange man ihm als sein Kind gehorcht, wurde von den aristotelisch und damit materialistisch denkenden Naturwissenschaftlern Mutter Natur ins Spiel gebracht, welche nachweislich immer wieder neues Leben gebiert, und vorgeblich nach ihren Naturgesetzen ablaufen lässt.

Das diente dann in der Renaissance den Neuplatonikern wieder zum Anlass, ihre Seelenwanderungslehre neu aufzulegen, nur dass es eben nicht mehr der Vater ist, sondern die Mutter, die den angeblich wandernden Seelen in einem anderen Körper ein neues Zuhause bietet, nachdem der alte gestorben ist, sodass der Mensch zwar immer wieder aufs Neue (gerechterweise?) die Chance auf ein neues Glück im nächsten Leben bekommt, aber auch unter dem Fluch des Unglücks leiden muss, welches eine Geburt unter ungünstigen Umständen mit sich bringt.

Solange das Wünschen jedoch an einen Wünscheerfüller gekoppelt ist – ganz gleich, ob er nun männlich oder weiblich ist – bleibt der Wünschende ein Diener des Wünscheerfüllers, der wiederum solange sein Herr bleibt, bis der Diener die Macht ergreift, um selber über sein Leben zu bestimmen.

Erst dann wird das Wünschen zum Hoffen, womit der Hoffende die Unwägbarkeit eines zukünftigen Erfolges nur so lange ignorieren muss, wie sich der Erfolg noch nicht eingestellt hat.

Dieses Hoffen beginnt dann, wenn der Schöpfer seines Werkes sich das letzte Mal vergewissert hat, wie die Wirklichkeit tatsächlich gerade beschaffen ist, nachdem er Alles in seiner Macht Stehende getan hat, damit sein Werk gelingt – so, wie es schon einmal gelungen ist.

Die aus Erfahrung gewonnene Gewissheit führt ihn zu der richtigen Vorstellung, dass unter ähnlichen Umständen notwendigerweise auch etwas Ähnliches geschehen muss, sodass irrationale Wunschvorstellungen aufgrund der Annahme, dass man erst die launische Herrin seines Schicksals (die Glüxgöttin) besänftigen müsse, damit das Werk gelingt - was mit der vergangenen Wirklichkeit und einer kausal bedingten, zwangsläufig daraus folgenden Zukunft nichts zu tun hat - nicht mehr erforderlich sind.

Zur vernünftigen, auf wiederholter Erfahrung beruhenden Einschätzung seiner Erfolgsaussichten ist es nicht ratsam, zu erwarten, bzw sich drauf zu verlassen, dass es jedesmal aufs Neue wieder so sein wird, wie es vorher war, weil man nie alle daran beteiligten Faktoren berücksichtigen kann, sondern (dass) seine Hoffnung besser nur auf jeden zweiten Zyklus zu setzen, sodass man im Falle des Misslingens beim nächsten Mal seine Hoffnung immer noch auf ein übernächstes Mal setzen kann, und das immer wieder von Neuem, um den Lebensmut unter ungünstigen Lebensumständen nicht ganz zu verlieren, wie es bei der schweren Enttäuschung über das Verfehlen allzu langfristig geplanter Ziele, auf die man all seine Hoffnungen gesetzt hat, zwangsläufig der Fall ist.

Was im westlichen Kulturkreis die unvernünftige, weil leicht zu enttäuschende, Hoffnung auf ein ewiges Leben in Saus und Braus bedeutet, ist bei den Hindus eher eine Befürchtung, dass ihr Leiden niemals ein Ende hat, wenn sich Alles im Rad der Wiedergeburt (Samsara) immer wieder aufs Neue wiederholt - selbst wenn erfahrungsgemäß auch die Lust sich wiederholt, die man ohne das vorherige Leiden nicht wertschätzen kann, sodass sie gerne drauf verzichten würden, um statt dessen nach ihrem Tode im leidensfreien Nirvana zu landen, was sie allerdings auch nicht als einen Zustand der ewigen Leidensfreiheit genießen können, weil sie dann als genießens- und leidensfähiges Lebewesen ja gar nicht mehr existieren.

Also ist die Ansicht Epikurs vorzuziehen, die besagt, dass man das Angenehme genießen sollte, solange man noch lebt, und diesen Genuss auch zum Sinn (bedeutsamen Inhalt) seines Lebens machen sollte. Dann ist man als erwachsener Mensch auch gern bereit, das dazu gehörige Leiden, welches zwangsläufig mit dem mühevollen Erschaffen eines lebenswerten Lebens verbunden ist, als Preis dafür in Kauf zu nehmen.
Die Aufklärer haben – wie die Schlange im Paradies - den frommen Betrug derer, die als Kirchenpriester dem ohnmächtigen Menschen eine Erfüllung seiner Wünsche gegen ein kleines Entgelt an die Kirche (und nicht an den Vater im Himmel!) versprachen, aufgedeckt, und dem unwissenden Gläubigen, der sich auch gerne hat täuschen lassen, um nicht erwachsen werden, und damit die Pflicht übernehmen zu müssen, selber für sein Wohlergehen zu sorgen, .......

Solange es immer Welche gibt, die dieser Kinderschar ihre Pflichten abnehmen, können die getrost in ihrer Unmündigkeit verweilen, bis die von ihnen Versklavten in's Paradies entrückt sind oder schlichtweg nicht mehr in der Lage sind, zu ihren eigenen Verpflichtungen noch die eines Anderen zu erfüllen.

.... aus seinem geistigen Gefängnis, wo er sich als Ignorant - fern von jeder richtigen Vorstellung der für ihn unangenehmen Wirklichkeit - sicher und geborgen wähnen konnte, zwangsbefreit, und ihn damit aus dem Paradies der kindlichen Unschuld geworfen.

Kein Leichtes, wenn man bedenkt, welchen Gefahren die Aufklärer da schon immer ausgesetzt waren.
Weshalb haben sie dies getan, weshalb tun sie es noch immer, obwohl die Leute lieber an vermeintlich zuckersüsser Watte lecken, statt die Bitterstoffe mutig zu sich zu nehmen um schleimig Fettiges und Ungesundes zu zersetzen?
Weshalb gibt sich jemand solche Mühe sich damit auseinander zu setzen und nicht davon abzulassen die Wirklichkeit aufzuzeigen?

Also ist die Ansicht Epikurs vorzuziehen, die besagt, dass man das Angenehme genießen sollte, solange man noch lebt, und diesen Genuss auch zum Sinn (bedeutsamen Inhalt) seines Lebens machen sollte. Dann ist man als erwachsener Mensch auch gern bereit, das dazu gehörige Leiden, welches zwangsläufig mit dem mühevollen Erschaffen eines lebenswerten Lebens verbunden ist, als Preis dafür in Kauf zu nehmen.

Solange der Preis, also das Leiden, das Angenehme nicht übersteigt, ist wohlgelitten.
Ist der Preis jedoch viel höher, sollte man schleunigst was ändern, bevor man dann weder Freud noch Leid mehr erleben kann.
Wobei hier auch noch zu erwähnen ist, dass Menschen die Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte erheblichen Stresssituationen ausgeliefert waren oder auf längere Zeit nicht entspannen konnten u. U. nicht mal mehr in der Lage sind sich völlig gehen zu lassen.
Das ist so ähnlich wie bei einem Strafgefangenen der gar nicht mehr aus dem Gefängnis entlassen werden WILL.
…...Solange es immer Welche gibt, die dieser Kinderschar ihre Pflichten abnehmen, können die getrost in ihrer Unmündigkeit verweilen, bis die von ihnen Versklavten in's Paradies entrückt sind oder schlichtweg nicht mehr in der Lage sind, zu ihren eigenen Verpflichtungen noch die eines Anderen zu erfüllen. ….

Die Hoffnung, ewig das Kind seiner als allmächtig empfundenen Eltern sein und alle damit verbundenen Privilegien auf Lebenszeit genießen zu dürfen, ist sehr verlockend. Dazu gehören: Rücksichtnahme hinsichtlich übertriebener Leistungsansprüche, oder Verteidigung gegen stärkere Gleichaltrige, oder der Welpenschutz im strafrechtlichen Sinne durch Jugendschutzgesetze, sowie natürlich scheinbar unentgeltliche, wirtschaftliche Versorgung plus seelische Unterhaltung rund um die Uhr, wird später gerne auf den väterlich oder mütterlich wirkenden, älteren Ehepartner übertragen, nachdem die Eltern im Himmel sind,

Im Alter kann man dann übergangslos auch offiziell das Recht in Anspruch nehmen, wieder infantil werden und ein Recht auf Dankbarkeit in Anspruch nehmen zu dürfen dafür, dass man den eigenen – mittlerweile erwachsenen - Kindern das Leben „geschenkt“ hat, ohne sie zu fragen, um nun auf deren Kosten leben zu können – und wehe, sie gehorchen nicht, dann wird mit Enterbung gedroht, denn eine „infantile“ asoziale Einstellung zu seinen Mitmenschen bedeutet ja noch lange nicht, dass man deshalb auch schwachsinnig sein müsse, und seinen Vorteil nicht erkennen könnte

Hier geht’s dann nicht mehr nur ums passiv sehnende HOFFEN (das stille, unbeirrbare Hegen einer positiven Erwartung, welche man auch gern fälschlicherweise mit „glauben“ bezeichnet), oder ums aktive WÜNSCHEN eines Gefallens oder Geschenkes von einem wohlwollenden Wünscheerfüller, dem man seinen Dank erst später erweisen muss, sobald man dazu die Gelegenheit bekommt, sondern um ein forderndes BEFEHLEN aus einer Position des scheinbar Schwächeren heraus, der in Wirklichkeit jedoch der Stärkere ist, und in der Lage, rücksichtslos alle Anwesenden mit seinen Launen zu tyrannisieren, ohne dass man ihm deswegen einen Strick draus drehen kann, denn „er ist ja noch sooo klein!“

Mit dem damit verbundenen, scheinbar rechtmäßig verbundenen Herrschaftsanspruch geht der kleine, verwöhnte und daher vermeintlich „Adelige“ nötigenfalls dann auch über die Leichen seiner geschwisterlichen Konkurrenten im Kampf um die Gunst des Vaters oder der Mutter, oder sogar über deren eigenen Leichen, wenns um seine Karriere geht, wie etwa durch Königsmord, um selber vorzeitig auf den Thron zu kommen, und dann einem scheinbar höheren Wesen dienen zu dürfen, mit dessen Segen man nun über dem Gesetz steht, und damit berechtigterweise auch auf ewigen Weltruhm hoffen kann.

Wer es da nicht bis nach ganz oben schafft, legt sich wenigstens eine eigene Kinderschar zu, die er nach Herzenslust tyrannisieren kann, und der er beizeiten beigebracht hat, dass für sie der Lohn für ihre Dienste erst im Himmel wartet, nachdem sie ihre armen tyrannischen Eltern bis zu deren Tode gepflegt haben, weil „sie ja schon sooo alt sind!“ und auch schon so schwach, dass es unfair wäre, sich jetzt noch an ihnen zu rächen für ihre Pflichtvergessenheit, mit der sie ihre Kinder einst den eigenen Interessen geopfert haben, indem sie sie zwangen, schon viel zu früh erwachsen zu werden, nur um selber noch auf ihre Kosten weiterhin Kind spielen zu können.

….Kein Leichtes, wenn man bedenkt, welchen Gefahren die Aufklärer da schon immer ausgesetzt waren.....

Diese ungeliebten Aufklärer (Propheten, Priester, Lehrer oder Satyriker) spielen oft eine zwiespältige Rolle in der Gesellschaft, indem sie einerseits den Kindern ein ideales Weltbild vom Himmel auf Erden vermitteln, worin sie scheinbar alle Rechte genießen dürfen, um die sie sich als mündige, pflichtbewusste Bürger redlich verdient gemacht haben, aber ihnen andererseits auch dazu raten, sich gegen die Rücksichtslosen, die sich nicht an die Regeln halten, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu Wehr setzen, um nicht von ihnen stattdessen die Hölle auf Erden bereitet zu bekommen.

So werden sie von Denjenigen, denen sie hilfreich sind, weil sie ihnen zur Macht verhelfen, geliebt, und von den Anderen, denen sie ihre Tour vermasseln, sodass sie vom Sockel ihrer Macht gestürzt werden, nachdem sie sie zum Schaden ihrer Mitmenschen missbraucht haben, bis auf den Tod gehasst.

…...Weshalb haben sie dies getan, weshalb tun sie es noch immer, obwohl die Leute lieber an vermeintlich zuckersüsser Watte lecken, statt die Bitterstoffe mutig zu sich zu nehmen um schleimig Fettiges und Ungesundes zu zersetzen?....


Es kommt auch schon mal vor, dass man es als Lehrer den Kindern nicht deshalb schwer macht, um sie daran zu hindern, ihrerseits die Macht zu übernehmen und damit die eigene Vormachtstellung zu gefährden, sondern um ihnen lediglich eine brachiale Lektion zu erteilen, die sie überlebensfähiger machen soll, wie einst der Vater, der seinen Sohn Sue (Susi) nannte, denn was Jemanden nicht umbringt, macht ihn bekanntlich stark:

https://www.youtube.com/watch?v=76OTQRqBBFM

…...Weshalb gibt sich jemand solche Mühe sich damit auseinander zu setzen und nicht davon abzulassen die Wirklichkeit aufzuzeigen?.....

Man argumentiert ja gern mit Elternliebe, wobei der Begriff schon in der Zuordnung der Person falsch ist, denn es sind ja die Kinder, die von den Eltern geliebt werden, sodass es eigentlich die Kinderliebe sein müsste, die die Eltern dazu treibt, sich bei den Kindern ebenfalls beliebt zu machen, damit diese sich aus Dankbarkeit dafür später genauso um sie kümmern, wie sie sie einst versorgt und beschützt haben, damit ihnen nichts geschieht.

Was nun die Zuneigung zu den Menschen betrifft, die man liebt, und die man seine Freunde nennt, und denen gegenüber man sie in Form der tätigen Nächstenfürsorge zum Ausdruck bringt, so mag die Konfrontation mit der bitteren Wirklichkeit wie eine Impfe gegen schwere Enttäuschungen wirken, indem man die Betreffenden mit kleinen, ungefährlichen Enttäuschungen dagegen immunisiert.

Auch die Stilmittel der Ironie, oder des Sarkasmus dienen dazu, in sanfter Weise darauf aufmerksam zu machen, dass nicht Alles so schön ist, wie es zu sein scheint, und wie man es gerne hätte, wobei immer noch ein Schlupfloch für Selbsttäuschung bleibt, um das übertrieben schöne Selbstbild des Eitlen oder die übertrieben schöne Zukunftsvision des unverbesserlichen Optimisten nicht zu sehr zu beschädigen, was sonst zwangsläufig eines Tages der Fall wäre, wenn man ihn statt dessen ungewarnt in sein Verderben rennen ließe.

Ein dummer Freund wird das natürlich als einen feindlichen Angriff auf seine krampfhaft gepflegte, gute Laune ansehen, und dem wohlmeinenden Aufklärer böse Absichten unterstellen, oder sogar ihm die Freundschaft deswegen kündigen. Aber auch das sollte ein guter Freund (oder auch Vater) in Kauf zu nehmen bereit sein, um seine Anvertrauten vor der eigenen Dummheit oder Voreiligkeit zu bewahren - auch wenn sie ihn dafür steinigen, denn bekanntlich gilt der Prophet am wenigsten im eigenen Volke.

….Solange der Preis, also das Leiden, das Angenehme nicht übersteigt, ist wohlgelitten.
Ist der Preis jedoch viel höher, sollte man schleunigst was ändern, bevor man dann weder Freud noch Leid mehr erleben kann.....


Leider stellt sich erst immer im Nachhinein raus, ob der Preis, den der Leiden(sbereit)schaftliche für seine Passion zahlen musste, den Aufwand wert war, oder nicht. Deshalb kommt es da auch öfters zu einer nachträglichen Um- und sogar Fehlbewertung, denn das, was man bereits errungen hat, hat bekanntlich einen geringeren tatsächlichen Nutzwert, als der vorgestellte zukünftige Nutzwert dessen, was man nicht hat, und daher noch begehrt.

Insofern kann man weder bereits Etwas ändern, bevor sich herausgestellt hat, dass es nicht den erhofften Zweck erfüllt hat, noch kann man es nachträglich ändern, wo es bereits der Vergangenheit angehört.

Tatsache ist, dass wir es immer nur mit positiven Vorstellungen (Hoffnungen) und negativen Vorstellungen (Befürchtungen) von einem zukünftigen Nutzwert zu tun haben, und außerdem mit der Gewissheit, wie hoch er gerade eben noch tatsächlich war.

Hiermit müssen wir uns nun darauf verlassen, dass - dem Trägheitsprinzip entsprechend – die Dinge sich kurzfristig nicht wesentlich inzwischen verändern werden, sodass ein scheinbar positiver Zustand auch noch eine Weile weiterhin positiv bleibt, und ein negativer ebenfalls, um erfolgreich damit spekulieren zu können, was immer schwieriger wird, je weiter man in die Zukunft vorausplant.

Dass eine unter sozialen Gesichtspunkten betriebene Planwirtschaft, die nach der jeweiligen momentanen Bedürftigkeit der Bevölkerung ausgelegt ist, anstatt nach dem Grundsatz der Profitmaximierung Einzelner, wobei mit einem künstlich erzeugten Mangel langfristig künstlich eine hohe Nachfrage erzeugt wird, sodass die Güter teurer werden und die Gewinne steigen, nicht auf 5 Jahre im Voraus funktionieren kann, müsste somit jedem vernünftig denkenden Menschen von selber (intuitiv) klar werden.

…..Wobei hier auch noch zu erwähnen ist, dass Menschen die Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte erheblichen Stresssituationen ausgeliefert waren oder auf längere Zeit nicht entspannen konnten u. U. nicht mal mehr in der Lage sind sich völlig gehen zu lassen.....

Dass sich Jeder nach einer Anspannung wieder gerne entspannen möchte, und das auch automatisch tut, sobald er die Gelegenheit dazu bekommt, bedeutet nur teilweise eine Kompensation für das, was er vorher erlitten hat, denn wenn Jemand in der Lage war, ein großes Opfer zu bringen für das, was er haben wollte, kann er nicht erwarten, dass der Lohn dafür nach langen Jahren der Entbehrung tatsächlich auch dem Aufwand entspricht.

Ähnlich wie ein Toter, der dem Überlebenden den nicht geleisteten Dank für dessen Wohltaten schuldig bleibt, so kann man ihn auch nicht nachträglich zum adäquaten Schadensausgleich mehr zwingen.

Das ist mit der Vergangenheit ebenso – nicht nur, weil sie keine Person ist, die Einem noch was schuldig sein könnte - sondern weil sie unabänderlich ist, sodass das Leiden selber niemals nachträglich aufgehoben oder ausgeglichen werden kann.

Insofern handelt es sich auch nicht um einen echten Schadensausgleich, den man vom Schicksal erhoffen oder von einer Person verlangen kann, sondern höchstens um einen Schadensersatz als Zeichen des guten Willens dessen, der den Schadensausgleich gar nicht leisten kann.

Wenn der Geschädigte den Schaden mittlerweile selber aus dem eigenen Fundus ausgeglichen hat, weil Niemand dazu in der Lage war, das zu leisten, ist es auch nicht mehr nötig, ihn auszugleichen. Hier bestünde das Beharren auf dem Recht auf Tilgung der Bußschuld lediglich der Genugtuung, dass dem Anderen damit auch ein Schaden erwächst, was man auch Rache nennt.

Hier wäre die Hoffnung des Schuldigen auf Schuldenerlass (Vergebung der Schuld) - wobei immer noch die Dankesschuld bliebe - nur in dem Falle eine sichere Sache, wenn es sich beim Gläubiger um einen Toten ohne noch lebende Verwandte handelt, die auch noch Forderungen nach seinem Tode stellen könnten.

Der Tote selber wird jedoch bestimmt nicht wieder aus seinem Grabe steigen, um Rache zu üben, selbst wenn clevere Priester ihren gläubigen Schäfchen das noch so sehr einzureden versuchen, damit diese ihre Schuld möglichst noch begleichen, bevor ihr Gläubiger tot ist, und die Priester Lügen strafen kann, indem er auch für alle Zeiten tot bleibt.

Hier müsste sich der Gläubige auch selber darum kümmern, dass er seine Schulden eintreibt, bevor die Schuldigen nicht mehr leben, bzw. nicht mehr dazu in der Lage sind - genau so, wie ein Partner Eigenvorsorge betreiben muss, um kein potenzielles Betrugsopfer zu werden, anstatt den Betrüger durch seine Leichtfertigkeit und naive Blauäugigkeit überhaupt erst zum Betrug zu animieren.

…..Das ist so ähnlich wie bei einem Strafgefangenen der gar nicht mehr aus dem Gefängnis entlassen werden WILL. …...

Die Rechtsunmündigkeit eines Kindes auch noch als Erwachsener aufrecht zu erhalten, indem man sich unwissender stellt, als man es tatsächlich ist, macht nur so lange Spaß, wie man den Nutzen davon genießen kann, der in den damit verbundenen Rechten liegt. Sobald man jedoch auch wie ein ungehorsames Kind behandelt wird, indem man zur Strafe für den Gesetzesbruch Hausarrest bekommt, oder auch nur keine Belohnung mehr für das, was man nicht geleistet hat, macht es keinen Spaß mehr, vorsätzlich länger im Gefängnis der Kindheit zu verbleiben, als unbedingt nötig.

https://www.youtube.com/watch?v=rrXSzXZV3Co
Das ist mit der Vergangenheit ebenso – nicht nur, weil sie keine Person ist, die Einem noch was schuldig sein könnte - sondern weil sie unabänderlich ist, sodass das Leiden selber niemals nachträglich aufgehoben oder ausgeglichen werden kann.

Ich denke, wenn es mit der eigens konstruierten, abänderbaren falschen Vorstellung behaftet ist, kann es eben doch ausgeglichen werden, indem man eingestehen kann, dass das Leiden nicht eingebildet war, was Schädiger ja gerne so übermitteln, sondern, dass es eben bitterste Realität für einen selbst bedeutete und zum Teil eben noch bis in die Zukunft hinein wirkt.
Die damals tatsächlich erlittenen Qualen sind vorbei, sie schmerzen nur noch in einer besonders heimtückischen, hinterhältigen geistigen Weise und vor allem dann, wenn man dies am wenigsten annehmen kann.

Daher sehe ich das Rückbesinnen als etwas sehr Konstruktives und Heilendes, was einen vor der falschen Sicht der Dinge, also den (Selbst)Täuschungen bewahrt.
Dies kann jedoch nur zu einem bewussten Überwinden und Versöhnen führen, wenn die Bereitschaft zur vorbehaltlosen Zulassung der Erinnerung an die Schädigung auch anders gesehen werden kann, nämlich auch aus der Sicht des Schädigers.
….Ich denke, wenn es mit der eigens konstruierten, abänderbaren falschen Vorstellung behaftet ist, kann es eben doch ausgeglichen werden, indem man eingestehen kann, dass das Leiden nicht eingebildet war, was Schädiger ja gerne so übermitteln, sondern, dass es eben bitterste Realität für einen selbst bedeutete und zum Teil eben noch bis in die Zukunft hinein wirkt.....

Ein in der Vergangenheit begonnenes Leiden, welches bis in die Gegenwart hineinreicht, kann man nicht rückgängig oder sogar ungeschehen machen, sondern bestenfalls dafür sorgen, dass es jetzt aufhört, damit es nicht noch bis in die Zukunft hinein andauert.

Die selbst erzeugten Vorstellungen über das Ausmaß des Leidens machen einen wesentlichen Teil des Leidens überhaupt aus, weil man ihm - im Vergleich zu einem anderen, früher erlebten Leid - umso mehr Bedeutung beimisst, je größer es Einem zu sein scheint.

Das führt dazu, dass man sich auch vorzugsweise vor anderen – vielleicht erfreulicheren - Dingen damit beschäftigt, mit dem Ziel, es aufzuheben, um nicht mehr darunter leiden zu müssen, was – wenn es Einem nicht sofort gelingen mag – irgendwann nur noch auf krampfhafte, und damit wieder neues Leid erzeugende Weise geschieht, indem man sich so sehr drauf fixiert, dass man gar nicht mehr merkt, dass das Leiden vielleicht schon von selber aufgehört hat, nachdem sich die Umstände geändert haben.

In diesem Falle leidet man nur noch an der Vorstellung davon, wie schlimm das Leiden einmal war, und befasst sich mit der narzisstischen Kränkung, die mit der Erkenntnis verbunden ist, damals völlig ohnmächtig gewesen zu sein, und eben nicht der Herr seines Schicksals, wie es Einem einst als Lohn für sein Leiden als Kind in Aussicht gestellt wurde, sobald man erst mal erwachsen geworden ist.

…..Die damals tatsächlich erlittenen Qualen sind vorbei, sie schmerzen nur noch in einer besonders heimtückischen, hinterhältigen geistigen Weise und vor allem dann, wenn man dies am wenigsten annehmen kann......

Wenn die Qualen vorbei sind, ist auch das Leiden vorbei, und existiert nur noch in der Erinnerung, mit der es gilt, auch wie mit Erinnerungen umzugehen, und nicht wie mit der gegenwärtigen (stofflichen) Realität selber.

Insofern macht es einen Großteil der Therapie bei einer Neurose aus, sich klar zu machen, dass das Leiden der Vergangenheit angehört, sodass man sich in der Gegenwart unbeschwert und ganz entspannt darum kümmern kann, dafür zu sorgen, dass man nicht noch einmal in eine ähnliche Leidenssituation gerät, wie Buddha es auch in seiner Lehre von der Achtsamkeit gepredigt hat.

Der Satz aus dem Indianischen: „Du kannst das Leiden eines Anderen erst beurteilen, wenn du in seinen Mokassins gelaufen bist!“ zielt auf ein tiefer gehende Verständnis ab (und nicht nur auf das oberflächliche Mitfühlen, was vielleicht zum spontanen Helfen animiert), welches man jedoch auch haben kann, wenn man einem Lehrer aufmerksam lauscht, damit man diese Art von Leiderfahrung gar nicht erst benötigt, um die Leidenssituation wirksam zu vermeiden.

Dies verdeutlicht auch die richtige Antwort auf die Frage in einem Lehrgespräch zwischen Lehrer und Schüler: „Was machst du, wenn Jemand irgendwo mit einem Gewehr auf dich wartet?“, die da lautet: „Ich gehe gar nicht erst dorthin!“, anstatt der falschen: „Ich nehme selber ein Gewehr mit dorthin, damit ich nicht wehrlos bin!“, denn: „Wer das Schwert führt, wird auch durch das Schwert fallen!“, bzw. „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!“

Dass Einen dennoch manchmal ein Unglück trifft - selbst wenn man alle nur erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat - , liegt in der Unwägbarkeit der Zukunft begründet, in der sich bei geänderten Umständen eben auch das, was bisher richtig war, als völlig falsch herausstellen kann.

Eine Hoffnung kann insofern gar nicht richtig oder falsch sein, was das Erhoffte betrifft, weil es zum Zeitpunkt des Hoffens noch gar keinen Anhaltspunkt in der Gegenwart gibt, nach dem man es realistischerweise bewerten könnte, sondern erst dann, wenn die Zukunft, auf die sich das Hoffen bezieht, zur Gegenwart, bzw. zur Vergangenheit geworden ist.

Der Versuch, es nachträglich als richtig oder falsch bewerten zu wollen, führt zu keiner vernünftigen Vorgehensweise beim nächsten Hoffen auf eine mögliche Zukunft, weil es in der Gegenwart eben noch keine Zukunft gibt, sondern nur eine Vorstellung davon, die dem entspricht, was man mag oder nicht mag, aber nicht dem, was tatsächlich sein wird.

Es geht also bei der Beurteilung einer möglichen Zukunft genauso um Vorstellungen, wie bei der Beurteilung der tatsächlich erfolgten Vergangenheit, die man mit einer (un-)möglichen Vergangenheit vergleicht, wie sie leider nicht war, und unter den damaligen Umständen auch niemals so hätte sein können, wie man es gern gehabt hätte.

….Daher sehe ich das Rückbesinnen als etwas sehr Konstruktives und Heilendes, was einen vor der falschen Sicht der Dinge, also den (Selbst)Täuschungen bewahrt.....

Wer sich sowieso zwanghaft mit dem beschäftigt, was einmal war und nicht mehr zu ändern ist, braucht sich nicht mehr extra dazu zu zwingen, um sich dran zu erinnern, denn es steht ihm ja sowieso ständig in übermäßiger Größe vor seinem geistigen Auge und verfolgt den narzisstisch Gekränkten womöglich bis in den Schlaf hinein.

Hier kann er in einer vorgestellten Ersatzwelt – ähnlich wie in einem Paralleluniversum – ein Anderer sein, der siegreich mit Laserschwert in der Hand den Unbilden des Schicksals trotzt, indem er sie in seiner Vorstellung als mächtige, schwer bewaffnete Monster personifiziert, welche er erfolgreich gemeinsam mit guten Kräften, die er sich vorher gewogen gemacht hat, bekämpft, um letztlich doch als ein „master of the universe“ dazustehen, der in der Lage ist, sich jederzeit für das, was ihm widerfahren ist, zumindest zu rächen, wenn er die leidvolle Schädigung selber schon nicht verhindern kann.

….Dies kann jedoch nur zu einem bewussten Überwinden und Versöhnen führen, wenn die Bereitschaft zur vorbehaltlosen Zulassung der Erinnerung an die Schädigung auch anders gesehen werden kann, nämlich auch aus der Sicht des Schädigers. ….

Sofern er noch in der Lage ist, seine liebliche, und daher liebenswerte Fiktion von der hässlichen, und daher hassenswerten Vorstellung von der Realität, wie sie ist, oder wie sie einmal war, zu unterscheiden, beschränkt sich seine Aufgabe darauf, dieses auch zu tun, und sich anschließend mit der Bewertung dieser Vorstellungen zu beschäftigen, und nicht mit dem Eliminieren der ungeliebten Teile der Vergangenheit selber, oder gar der Anteile von sich selbst, der diese Vergangenheit mitgeschaffen hat, sodass sie zu seinem Lebenswerke wurde, was nur in der Vorstellung möglich ist, aber nicht in der Realität.

Dient die zwanghafte Beschäftigung damit, wie sie hätte sein sollen, jedoch dazu, die Erinnerung der Vergangenheit, wie sie tatsächlich war, aus dem Bewusstsein zu verdrängen - was man genauso als Wirklichkeitsflucht bezeichnen kann, wie wenn man die Vorstellung einer schlechten, gegenwärtigen Realität mit einer vorgestellten, besseren Realität in der Zukunft vertauscht - versetzt man sich damit lediglich in eine gute Stimmung der Hoffnung auf eine strahlende Zukunft oder der scheinbaren Gewissheit, dass die Vergangenheit doch überwiegend gute Aspekte hatte, sodass es sich unterm Strich doch gelohnt hat, sie zu erleben.

Dieses ist genauso sinnvoll und damit richtig, wenn es darum geht, seiner momentanen Trauer um den Verlust einer schonen Illusion Herr zu werden, wie die berühmte Milchmädchenrechnung, bei der man alles Schlimme, was Einem widerfuhr, mit Etwas noch Schlimmerem, was Anderen widerfuhr zu vergleichen, sodass es am Ende genauso leichter wird, das Unabänderliche zu akzeptieren, wie wenn man es als angemessenen Preis ansieht für das, was man an Schönem erlebte hat, bzw. erleben DURFTE, sofern es Jemanden gab, der es bewirkt hat, sodass man ihm auch dankbar dafür sein kann.

Ist der Gönner (wie zB der heilende Vater) jedoch schon verstorben, kann man ihm nicht mehr vergeben und ihn auch nicht um Vergebung bitten, sondern man muss seine eigene Dankesschuld mit dem verrechnen, was Einem der Vater im Himmel noch an Dankes- oder Bußschuld schuldig geblieben ist, damit beide in der eigenen Vorstellung schuldenfrei aus der gemeinsam erlebten Vergangenheit hervorgehen können.

Das kann man auch ohne einen priesterlichen oder nichtkirchlichen Zycho- oder Filo-Therapeuten bewerkstelligen, wenn man weiß, wie es geht, oder wenn man Jemanden kennt, der Einem dabei hilft, seine leiderzeugende Einstellung zur Vergangenheit zu ändern, wenn man sie selber schon nicht ändern kann - auch ohne extra dafür seinen „master of the universe“ gemacht zu haben.
Die selbst erzeugten Vorstellungen über das Ausmaß des Leidens machen einen wesentlichen Teil des Leidens überhaupt aus, weil man ihm - im Vergleich zu einem anderen, früher erlebten Leid - umso mehr Bedeutung beimisst, je größer es Einem zu sein scheint.

Natürlich kann man immer nur selbst wissen sowie auch spüren, wie stark und nachhaltig das Leid was man erlebt (hat) ist.
Wenn vergangenes Erleiden in die Gegenwart hineinwirkt, die Betroffenen tagtäglich knebelt und beeinträchtigt, ist da keinesfalls Einbildung und sicherlich auch keine Scheinbarkeit vorhanden.
Hier ist das geduldige Ertragen können derer die nicht oder nicht im selben Ausmass leiden gefragt.

Natürlich kann man sich während des Zustandes von Schmerzen auch einbilden dass man demnächst darob sterben werde und den Zustand auch dramati-sieren, nur sollte, weil man den Schmerz des Anderen nicht selber spürt oder auch schwer ertragen kann, mit solchen Vermutungen vorsichtig sein.
Niemand anderes als wir selbst können ermessen wie unsere Leiden sind, dabei ist es unerheblich ob sie geschehen sind und noch nachwirken oder ob sie gerade entstehen.

Das psychische Leiden scheint mir da heimtückischer zu sein als das Leiden während eines Beinbruches oder sonstiger körperlichen Erkrankung, deren Heilungsverlauf man meist selbst auch noch beobachten und beeinflussen kann, womit auch eine gewisse Zuversicht auf Heilung nicht im Trüben liegt.

Vor und während eines Genesungsprozesses ist an der Dreifaltigkeit meistens nicht eindeutig klar, ob der Mensch nicht erfassen kann, was er sich bewusst werden lassen sollte wenn die Psyche unter gewissen Zu- und Umständen leidet und daher auch der Körper in Mitleidenschaft gezogen wird oder ob erst durch die körperlichen Schmerzen der Betroffene anfängt psychisch und geistig zu erkranken.

Wenn wir hier doch hin und wieder von dem sprechen was der Mensch tun könnte um besser miteinander leben zu können, möchte ich doch auch darauf hinweisen, was der Mensch dem Menschen NICHT (an) tun sollte.
Ich meine, wer so oder so an und mit seinem Körper leidet dem sollte auch dann nicht mit Misstrauen begegnet werden, wenn er dabei die Freude am Leben und lebendig Sein (noch) nicht gänzlich verloren hat.
….Natürlich kann man immer nur selbst wissen sowie auch spüren, wie stark und nachhaltig das Leid was man erlebt (hat) ist. …..

Vielleicht sollte man differenzieren zwischen dem Erleiden eines Schadens und dem damit verbundenen natürlichen Erleiden von Schmerzen, durch die der Schaden angezeigt wird, sodass man ihn auch physisch spüren und sich daraufhin auf die Suche nach der Art der Schädigung und ihrer Ursache begeben kann, um diese zu beheben, und nicht nur den Schaden selber, bzw. nur den damit verbundenen Schmerz, weil dieses lediglich eine Symptombehandlung darstellt, aber keine echte Heilung der Krankheit.

Dabei hat das Beklagen eines als schmerzhaft empfundenen Schadens, der durch jemand Anderen bewirkt wurde, den Zweck, dass Einem beim Beheben des Schadens geholfen wird, indem der Schädiger einen Schadensausgleich leistet.

Ob damit auch die Ursache zukünftiger, gegenseitiger Schädigungen behoben ist, hängt davon ab, ob der Schadensausgleich ausreicht oder nicht, und ob der Schädiger das Maß des aufgezwungenen Ausgleichs akzeptiert, oder meint, nun sei ihm sein vormaliges Opfer seinerseits einen Schadensausgleich schuldig, weil er zu viel geleistet habe, wo der Schaden seiner Meinung nach viel geringer sei, als vom Gericht bewertet.

Insofern gehört zu einer richtigen Schlichtung des Konfliktes keine strafende Instanz, sondern eine regulierende, wo man gemeinsam einerseits darüber verhandelt, wie viel dem Schädiger an Schadensausgleich zumutbar ist, und andererseits darüber, wieviel der Geschädigte braucht, um sich wieder von der Schädigung erholen zu können.

Da der Schadensausgleich meist mit einem Ersatzmittel vergolten wird, welches man Geld nennt, spricht man auch fälschlicherweise vom Schadensersatz, wobei nicht der Schaden ersetzt wird, sondern nur das Mittel zum Ausgleich des Schadens, damit nicht etwa ein Auge für ein Auge ausgeschlagen wird, um der gekränkten Eitelkeit des Geschädigten Genüge zu tun, sondern neben der Behebung des Schadens auch noch die beschädigte Beziehung zwischen Täter und Opfer repariert wird, indem etwa ein eigens dafür vereinbartes Schmerzensentgelt gezahlt wird.

…..Wenn vergangenes Erleiden in die Gegenwart hineinwirkt, die Betroffenen tagtäglich knebelt und beeinträchtigt, ist da keinesfalls Einbildung und sicherlich auch keine Scheinbarkeit vorhanden, Hier ist das geduldige Ertragen können derer die nicht oder nicht im selben Ausmass leiden gefragt. ...


Bei jedem erlittenen Schaden, den man nicht verhindert konnte, fragt sich der Geschädigte: Warum gerade ich und nicht ein Anderer, der es eher verdient hat, in dieser Weise geschädigt zu werden zur Strafe für sein schändliches Verhalten?“

Dabei geht der selbstbezogene Narzisst, der meint, er stünde im Mittelpunkt des Weltgeschehens, davon aus, dass der Herr im Himmel, der eigentlich für seinen Schutz zuständig ist, es bewusst zugelassen hat, dass er (natürlich nur zu seinem Besten) geschädigt wurde, um ihn für seinen Ungehorsam zu bestrafen – ganz so, wie es einst in seinem Elternhause üblich war.

Sein narzisstischer Größenwahn kann sogar soweit gehen, dass er davon ausgeht, die gesamte Schädigung selber verursacht zu haben dadurch, dass er sich nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hat, obwohl er sie gar nicht hätte kommen sehen können.

Dieses zwanghafte Beschäftigen mit der Unvermeidbarkeit einer Schädigung, die man einmal erlitten hat, führt dazu, dass man sich die schmerzhafte Situation immer wieder aufs Neue vor Augen führt, und dementsprechend wieder und wieder darunter leidet, obwohl der Schaden längst behoben worden ist.

Hier wäre es wichtig, zwischen der Vorstellung des Leidens, wozu auch die Erinnerung gehört, und dem real existierenden, leidvollen Schaden zu unterscheiden, um sich klar zu machen, worunter man tatsächlich leidet, nämlich unter der narzisstischen Kränkung, nichts dagegen unternommen haben zu können, dass man geschädigt wurde, und darüber hinaus auch unter der Angst bei der Vorstellung, dass es jederzeit wieder passieren kann, sofern dieselben Umstände wieder eintreten.

…..Natürlich kann man sich während des Zustandes von Schmerzen auch einbilden dass man demnächst darob sterben werde und den Zustand auch dramatisieren, nur sollte, weil man den Schmerz des Anderen nicht selber spürt oder auch schwer ertragen kann, mit solchen Vermutungen vorsichtig sein. …....

Da die Schmerzempfindlichkeit - völlig unabhängig vom real existierenden Schaden – täglich schwankt, lässt sich einer erlittenen Schädigung lediglich aufgrund der Erinnerung an den damit verbundenen Schmerz, unter dem man besonders oder auch weniger litt, als jemand Anderer, nicht eindeutig zuordnen, wie groß der Schaden tatsächlich war, sondern hängt immer mit der momentanen Befindlichkeit des Bewertenden zusammen.

Das gilt sowohl für das Opfer, welches den Schmerz erlitten hat, sowie für den Täter, der das Ausmaß der Schädigung bagatellisiert, indem er es etwa mit einem viel größeren Schaden vergleicht, durch den ein anderes Opfer auch nicht gestorben ist, um sich vor einem hohen Schadensausgleich zu drücken.

….Niemand anderes als wir selbst können ermessen wie unsere Leiden sind, dabei ist es unerheblich ob sie geschehen sind und noch nachwirken oder ob sie gerade entstehen.....


Die Bewertung, die auf der momentanen Empfindung einer Schädigung erfolgt, ist immer eine andere, als die, die man erinnert, weil der Bewertungsmaßstab nach der Zweckdienlichkeit gewählt wird, und nicht nach allgemeingültigen Vorgaben, sodass der sogenannte „gefühlte“ Schmerz zum „gefühlten“ Schaden wird, was die Bewertung des Ausmaßes der Schädigung betrifft, und des dafür verlangbaren Schadensausgleich, der auch noch dazu taugen muss, dauerhaft mit der narzisstischen Kränkung fertig zu werden, und nicht nur den realen (materiellen) Schaden zu beheben.

…..Das psychische Leiden scheint mir da heimtückischer zu sein als das Leiden während eines Beinbruches oder sonstiger körperlichen Erkrankung, deren Heilungsverlauf man meist selbst auch noch beobachten und beeinflussen kann, womit auch eine gewisse Zuversicht auf Heilung nicht im Trüben liegt.....

Hier stellt sich die Frage, was mit „psychisch“, bzw. „seelisch“ eigentlich gemeint ist? Wenn damit das geschädigte schöne Selbstbild der eigenen Unverletzbarkeit gemeint ist, dann ist es ein geistiger Schaden, und kein seelischer.

Ist jedoch der Schaden an der Beziehung damit gemeint, handelt es sich um einen sozialen Schaden, worunter die Beziehung als Etwas, was als gemeinsamer seelischer Besitz angesehen werden kann, und damit seinen Wert verliert – wie etwa ein Gegenstand, den man nicht mehr benutzen kann.

Die körperliche Schmerzhaftigkeit wird hierbei durch das psychosomatische oder auch geisto-somatische Zusammenspiel der einzelnen Systeme verursacht, aus denen der Mensch besteht, dauert so lange an, bis die Ursache der Schädigung behoben ist, und der mit weniger Schmerz verbundene Heilungsprozess einsetzen kann.

Den kann man nicht dadurch bewirken, indem man den Körper betäubt, sodass man den Schmerz nicht mehr spürt, sondern nur, indem man die sozialen (durch falsches Partnerschaftsverhalten bedinge) oder geistig-weltanschaulichen (durch falsche Urteile bedingte) Ursachen bekämpft, und nicht nur die Symptome, de indem man das Problem selber löst, und nicht nur den Körper behandelt, weil der es ist, der Einen gerade schmerzt.

Ist man nicht in der Lage dazu, das Problem alleine zu lösen, sollte man sich von Anderen helfen lassen, oder auf bessere Zeiten mit günstigeren Umständen warten, wobei dann die Schmerzbetäubung dazu geeignet ist, Wartezeit möglichst schmerzfrei zu überstehen, sodass diese Vorgehensweise mit zum passivischen Lösen des Problems beiträgt.

Ich nenne dieses Gewähren – oder Zulassen oder auch stoische Über-sich-ergehen-Lassen passivisch und nicht passiv, weil es schon eine Aktion im Sinne eines aktiven Nicht-Tuns ist, und nicht etwa ein passives, resigniertes Aufgeben und Sich-dem-Untergang-Verschreiben, weil der Einem sowieso unausweichlich zu sein scheint.

….Vor und während eines Genesungsprozesses ist an der Dreifaltigkeit meistens nicht eindeutig klar, ob der Mensch nicht erfassen kann, was er sich bewusst werden lassen sollte wenn die Psyche unter gewissen Zug- und Umständen leidet und daher auch der Körper in Mitleidenschaft gezogen wird oder ob erst durch die körperlichen Schmerzen der Betroffene anfängt psychisch und geistig zu erkranken......

Das Schwierige bei der Analyse des Ursprungs des Leidens ist, dass man dabei bei übermäßigem bewusst erlittenem Schmerz zu sehr auf die damit verbundene Stimmung achtet, anstatt auf das, was sie ausgelöst hat, sodass man an seinem schmerzhaften „Bauchgefühl“, krampfhaft festhält und sich womöglich noch darin übt, es so lange, wie möglich „auszuhalten“, indem man sich voll drauf konzentriert, bis man meint, Herr der Lage zu sein, und dabei völlig das eigentliche Ziel aus den Augen verloren hat, anstatt die Aufmerksamkeit trotz Schmerzen auf die Problemlösung selber zu konzentrieren, was immer ein bewusster, geistiger Akt ist, und kein unbewusster, seelischer, denn genau dafür sind die Schmerzen da.

….Wenn wir hier doch hin und wieder von dem sprechen was der Mensch tun könnte um besser miteinander leben zu können, möchte ich doch auch darauf hinweisen, was der Mensch dem Menschen NICHT (an) tun sollte. …..

Natürlich ist die Schadensprävention immer besser, als der Schadensausgleich, mit dem man den entstandenen Schaden - der beim menschlichen Organismus, welcher aus Körper und Seele und Geist besteht, Krankheit heißt – erst mühsam wieder reparieren muss, um wieder voll funktionsfähig zu werden.

Dazu gehört, dass man nicht an der falschen Stelle nach der Lösung des Problems sucht, und auch, dass man sich nicht mit einer Teillösung zufrieden gibt, in dem man den dummen Spruch, dass die Gefahr bereits beseitigt sei, wenn man die Gefahr erkannt hat, wörtlich nimmt, denn selbst wenn man 100 schlechte Erfahrungen gemacht hat, und sogar weiß, wie sie zustande kamen, weiß man deshalb immer noch nicht, wie man es besser machen muss, um unter den jeweiligen Umständen erfolgreich zu sein.

Hieran krankt auch der passivische Spruch: „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg' auch keinem Andern zu!“, sodass ihn Kant sinnvollerweise mit dem aktivischen Zusatz ergänzt hat: „Tu nur das, wovon wünschenswert ist, dass es zur allgemeinen Regel werde!“, wozu auch das freiwillige sich schicken in sein unvermeidliches Schicksal gehört, um nicht durch selbstverursachtes Leiden aufgrund von sinnloser Gegenwehr dazu gezwungen werden zu müssen.

Leider weiß nicht nur Niemand, was für Alle gut ist, sondern man kann es auch nicht in Erfahrung bringen, selbst wenn man seine Ohren noch so sehr aufsperrt, um den kategorischen Imperativ des göttlichen Herrn im Himmel zu vernehmen, denn das, was für den Einen gut ist, kann für den Anderen gleichzeitig schlecht sein, sodass es Nichts gibt, was für Alle gleichermaßen gut ist.

….Ich meine, wer so oder so an und mit seinem Körper leidet dem sollte auch dann nicht mit Misstrauen begegnet werden, wenn er dabei die Freude am Leben und lebendig Sein (noch) nicht gänzlich verloren hat. …..

Ich würde es eher Missgunst nennen, anstatt Misstrauen, denn Derjenige, der selber leidet, wird Demjenigen, der zwar ebenfalls leidet, aber gerade mal eine euphorische Phase hat, wobei sein Schmerz mit körpereigenen Opiaten betäubt wird, sodass es es ihm plötzlich und auch unverdientermaßen besser zu gehen scheint, diese Lust nicht ohne Weiteres gönnen, wenn er selber nicht dran teilhaben darf.

Derjenige hingegen, der nicht treu und damit vertrauenswürdig sein kann, weil ihn seine Schmerzen am Einhalten seiner Versprechen hindern, sollte wenigstens sein Leiden kundtun, und nicht den schweigsamen Indianerhäuptling spielen, der keinen Schmerz kennt, weil ihm sonst nämlich leicht böse (bzw. böswilllige) Absicht oder gar Simulantentum unterstellt wird, womit er sich scheinbar erfolgreich vor der Erfüllung seiner Pflichten drücken will, indem er vorsätzlich - und damit auf ganz unehrenhafte Weise - besonders Diejenigen schädigt, die fest mit ihm gerechnet und sich auf ihn verlassen (dh sich ihm zu treuen Händen anvertraut) haben.
Vielleicht sollte man differenzieren zwischen dem Erleiden eines Schadens und dem damit verbundenen natürlichen Erleiden von Schmerzen, durch die der Schaden angezeigt wird, sodass man ihn auch physisch spüren und sich daraufhin auf die Suche nach der Art der Schädigung und ihrer Ursache begeben kann, .....

Ja natürlich und dies an materiell sowie an Leib und Seele zugefügtem Schaden.
Dass wäre dann die Rückbesinnung ohne Schuldzuweisungen, da nicht immer der Geschädigte auch das tatsächliche Opfer ist, sondern mit Provokation zur schlechten und zum Schaden geführten Situation erheblich beigetragen haben kann.
Hierbei ist es durchaus möglich, dass Betroffene feststellen müssen, wie sie sich leid- und schmerzhervorrufend selbst verhalten.
Diese Einsicht ist natürlich nicht nur mit weiteren Schmerzen sondern auch mit Abwehr und Scham verbunden.
Will man sich dann dieser Erkenntnis nicht stellen, beginnt der Teufelskreis blödsinniger Selbstbeteuerungen, dass nicht sein kann, was nicht zu sein gewünscht und gewollt aber eben doch bewirkt ist.

Insofern gehört zu einer richtigen Schlichtung des Konfliktes keine strafende Instanz, sondern eine regulierende, wo man gemeinsam einerseits darüber verhandelt, wie viel dem Schädiger an Schadensausgleich zumutbar ist, und andererseits darüber, wie viel der Geschädigte braucht, um sich wieder von der Schädigung erholen zu können.

Das kann jedoch erst folgen, wenn genauestens geklärt ist, wie stark und langanhaltend der Provokateur am Werk war.
Also die Rekonstruktion der vorangegangenen Beleidigungen und Grenz-überschreitungen.

Hier wäre es wichtig, zwischen der Vorstellung des Leidens, wozu auch die Erinnerung gehört, und dem real existierenden, leidvollen Schaden zu unterscheiden, um sich klar zu machen, worunter man tatsächlich leidet, nämlich unter der narzisstischen Kränkung, nichts dagegen unternommen haben zu können, dass man geschädigt wurde, und darüber hinaus auch unter der Angst bei der Vorstellung, dass es jederzeit wieder passieren kann, sofern dieselben Umstände wieder eintreten.

https://www.youtube.com/watch?time_cont ... snzxQw59S8

Wenn Frauen (und auch Männer) an ihren zerstümmelten Geschlechtsorganen ein Leben lang leiden oder vergewaltigte Mädchen mit solchen Erlebnissen während des Rests ihres Daseins damit nicht fertig werden, weil sie sich eben nicht mehr frei einem Manne zuwenden können, ist hier nicht die narzisstische Kränkung vorrangig, sondern eher das ungewollte daran erinnert und behindert werden.

Ob mit Therapien den Betroffenen geholfen wird, vermag ich nicht zu beurteilen aber wenn es den Helfern dabei tatsächlich darum geht, den Leidenden angemessen beizustehen, wäre Jenen sicher eher geholfen als wenn man sie mit ihrem Schaden alleine lässt und das Leid auf in ihrer Eitelkeit Gekränkte reduzierte.
Zum Leiden wäre ja noch viel zu sagen aber ich sehe da kein gegenseitiges Annähern was die Vorstellung von der Tilgung und Heilung von Leid was dem Menschen an Leib und Seele einmal zugefügt wurde und daran sein ganzes Leben leidet, betrifft.

Ich denke jedoch, dass Menschen noch sehr viel tun können, was zum Verständnis von Leid und Leidenden beiträgt, da bin ich immer noch zuversichtlich.
…..Ja natürlich und dies an materiell sowie an Leib und Seele zugefügtem Schaden.
Dass wäre dann die Rückbesinnung ohne Schuldzuweisungen, da nicht immer der Geschädigte auch das tatsächliche Opfer ist, sondern mit Provokation zur schlechten und zum Schaden geführten Situation erheblich beigetragen haben kann.......


Das Opfer ist immer der Geschädigte, aber es kann natürlich auch der Täter sein, der zum Opfer wird, indem er sich unbeabsichtigterweise selber schädigt, wenn er sich mit einem stärkeren Gegner einlässt, oder aber sogar vorsätzlich einen geringen Schaden in Kauf nimmt, um dafür einen größeren Nutzen zu erlangen.

In dem Falle, wo die eigene Milchmädchenrechnung nicht aufgegangen ist, ist es jedoch nicht möglich, sich selber einen Nutzen oder einen Schadensausgleich für den entgangenen Nutzen zu schulden, denn man kann zwar Täter und Opfer in ein und derselben Person sein, aber nicht in zweien – auch wenn man noch so sehr meint, nicht alleine im Kopp zu sein, indem man sein ideales Selbstbild animiert, um dann mit ihm im Geiste kommunizieren zu können, als ob es tatsächlich jemand Anderer sei, als man selber.

Ansonsten verpflichtet die Verursachung eines Schadens gewöhnlich den Verursacher zum Schadensausgleich, den er dann dem Geschädigten schuldet, bis er ihn getätigt hat. Insofern ist die Beschuldigung lediglich eine Aufforderung an den Schädiger, seiner Schadensausgleichspflicht nachzukommen, nachdem seine Täter- oder Mittäterschaft festgestelllt worden ist.

…...Hierbei ist es durchaus möglich, dass Betroffene feststellen müssen, wie sie sich leid- und schmerzhervorrufend selbst verhalten.
Diese Einsicht ist natürlich nicht nur mit weiteren Schmerzen sondern auch mit Abwehr und Scham verbunden.......


Die spontane Scham darüber, nicht dem eigenen idealen Selbstbild (was meist von Kind an durch die eigenen Eltern vorgegeben worden ist) entsprochen zu haben, entspricht der schmerzhaften Erkenntnis des eigenen Minderwertes, den man für Jemanden hat, dem man gerne genügt hätte, um von ihm anerkannt und mit dem belohnt zu werden, was man sich von ihm erhofft hat, aber leider nicht konnte.

Man könnte Scham auch mit „Wut über sich selber“ definieren, wenn sie nicht diesen Bezug zu Demjenigen hätte, dem man imponieren wollte, aber sie ist wohl eher der Auslöser von Wut, die man entweder am Anderen abreagiert, der mutmaßlich die zu hohen Erwartungen an Einen gestellt hat, oder aber an sich selber – so, als hätte man sich mit seinem Versagen vorsätzlich selber geschädigt, was einer Selbstbestrafung bedarf, um es in Zukunft nicht mehr zu tun, und nicht etwa, um einen erlittenen Schaden auszugleichen.

….Will man sich dann dieser Erkenntnis nicht stellen, beginnt der Teufelskreis blödsinniger Selbstbeteuerungen, dass nicht sein kann, was nicht zu sein gewünscht und gewollt aber eben doch bewirkt ist. ….

Verdrängung durch Flucht in die Irrationalität gehört genau so zu den Abwehrmechanismen, wie die bewusste Leugnung oder unbewusste Ignoranz zum Schutz gegen Selbsterkenntnis, oder die Projektion. Darüber ist das Büchlein „Über die Abwehrmechanismen“ von Anna Freud sehr lesenswert, auch wenn mittlerweile die Unterscheidung zwischen unbewusst und unterbewusst nicht mehr vorgenommen wird, was ich persönlich bedauerlich finde, weil die beiden Begriffe ja etwas Unterschiedliches bedeuten.

Dass auch eine Katze sich schämt, wenn sie etwas Verbotenes getan hat, sieht man daran, dass sie sich intensiv die Pfoten leckt – so, als wollte sie sich damit von einem an ihr haftenden Makel befreien. Vielleicht ist es aber auch nur eine Übersprungshandlung, mit der sie ihre Machtlosigkeit kompensiert, oder ein Ablenkungsmanöver, damit man sie nicht mit dem, was sie getan hat, in Verbindung bringt.

Da Katzen zum Schadensausgleich gerne eine gefangene Maus präsentieren, um sich wieder mit ihrem enttäuschten Besitzer zu versöhnen, beweist, dass man Tieren nicht zu Unrecht menschliche Eigenschaften zugesteht, auch wenn man natürlich nicht weiß, was wirklich geistig in deren Köpfen vor sich geht (oder im Herzen), denn man steckt ja leider nicht drin.

….Das kann jedoch erst folgen, wenn genauestens geklärt ist, wie stark und langanhaltend der Provokateur am Werk war.
Also die Rekonstruktion der vorangegangenen Beleidigungen und Grenz-überschreitungen.....


Für eine erfolgreiche Provokation braucht es immer zwei: einen Provokateur, und Einen, der sich provozieren lässt. Hier könnte man pauschal schon mal den Schaden teilen, weil die Streithähne ja auch den Nutzen des gemeinsamen Streitens miteinander geteilt haben, sodass unterm Strich Keiner von Beiden dem Anderen Etwas schuldig bleibt, wenn er keinen Schadensausgleich leistet. Das nennt man dann vor Gericht einen Vergleich.

Da man natürlich immer den Anderen als Vorverursacher einer Kette gegenseitiger Schädigung benennen kann, nachdem man selber als letzter Verursacher gilt, dient die aggressive Schadensausgleichsforderung vor Gericht lediglich dazu, einen weiteren Schritt in Richtung Eskalation zu unternehmen, was niemals zum Frieden führt, welcher unter Streithähnen allerdings auch nicht angestrebt wird.

Hier sollte man seine Hoffnung auf die gemeinsame, friedliche Lösung eines Konfliktes auch nur bei Jemandem hegen, der vernünftigerweise auch dazu bereit ist, und einsieht, dass der Verzicht auf den schnellen Gewinn durch Übervorteilung langfristig immer ein Verlustgeschäft darstellt.

Um in diesem Falle Einigung hinsichtlich der Teilung des Schadens zu erzielen, ist ein Schlichter hilfreich, der den Streitwert einer Sache genau so gut kennt, wie den Nutzwert, den die Partnerschaft für die zerstrittenen Parteien hat, um Beides in ein angemessenes Verhältnis zueinander setzen zu können, mit dem am Ende alle Beteiligten einverstanden sein können.

…..Wenn Frauen (und auch Männer) an ihren zerstümmelten Geschlechtsorganen ein Leben lang leiden oder vergewaltigte Mädchen mit solchen Erlebnissen während des Rests ihres Daseins damit nicht fertig werden, weil sie sich eben nicht mehr frei einem Manne zuwenden können, ist hier nicht die narzisstische Kränkung vorrangig, sondern eher das ungewollte daran erinnert und behindert werden......


Sofern die körperliche Verletzung nicht mehr schmerzt, sind es vor Allem schmerzauslösende Vorstellungen, wie die, nicht verhindert haben zu können, dass die Verletzung oder ein Verlust überhaupt geschehen konnte, oder aber die Aussicht darauf, mit einer bleibenden, körperlichen Behinderung deswegen nicht mehr vollwertig einsatzfähig zu sein, und daher von Anderen gemieden zu werden, weil man den normalen Anforderungen nicht mehr und auch vielleicht sogar nie mehr wieder entsprechen kann, welche sich psychosomatisch auf korrespondierende Organe auswirken, die dann unter einer Dauerverkrampfung und nachfolgender Entzündung zu schmerzen beginnen.

….Ob mit Therapien den Betroffenen geholfen wird, vermag ich nicht zu beurteilen aber wenn es den Helfern dabei tatsächlich darum geht, den Leidenden angemessen beizustehen, wäre Jenen sicher eher geholfen als wenn man sie mit ihrem Schaden alleine lässt und das Leid auf in ihrer Eitelkeit Gekränkte reduzierte.....

Da das ideale, wie auch das reale, positive Selbstbild genauso zum Besitz des Menschen gehört, wie seine physischen Körperteile, derer er verlustig gehen kann, ist die Beschädigung eines dieser Teile nicht weniger schmerzhaft, als die eines anderen, und muss - damit der Geschädigte noch weiterhin handlungsfähig bleiben kann - behandelt werden, indem entweder die Ursache der Schädigung behoben wird, oder im Notfall auch erst mal nur die Symptome, indem man den Schmerz betäubt, was nur dann nicht im Sinne der Lehre Buddhas von der Beseitigung der Ursachen des Leidens ist, wenn es bequemlichkeitshalber dabei bleiben sollte.

…..Zum Leiden wäre ja noch viel zu sagen aber ich sehe da kein gegenseitiges Annähern was die Vorstellung von der Tilgung und Heilung von Leid was dem Menschen an Leib und Seele einmal zugefügt wurde und daran sein ganzes Leben leidet, betrifft.....

Die Vorstellung, dass das ganze Leben aus Leiden bestünde, dem man machtlos ausgeliefert ist, wie es in den fatalistischen Weltbildern dargestellt wird, sodass man nur noch hoffen kann, wenigstens halbwegs davon verschont zu bleiben, ist natürlich ebenso illusorisch, wie das Gegenteil, wo man bei der geringsten Enttäuschung darüber, dass das Leben doch nicht so schön ist, wie erhofft, oder von Anderen zugesagt, nach einem Ausgleich für versprochene aber nicht erhaltene Freuden schreit.

Da, wo das Leiden aufgrund von höherer Gewalt erfolgt und nicht durch eine Person, sollten sich die Menschen innerhalb von Versicherungsgemeinschaften gegenseitig helfen, die Belastungen, die durch die Schädigungen entstanden sind, gemeinsam zu tragen, sodass sie nicht mehr irrationalerweise auf Besserung durch die höhere Gewalt eines allmächtigen Vaters im Himmel zu hoffen brauchen, sondern zu Recht Hilfe von Seiten derjenigen Gemeinschaft erwarten können, der sie ihr Leben lang gedient haben.

…...Ich denke jedoch, dass Menschen noch sehr viel tun können, was zum Verständnis von Leid und Leidenden beiträgt, da bin ich immer noch zuversichtlich. …..

Natürlich ist ein Verständnis für das Leid des Anderen wichtig, aber nur damit ist das Leid noch nicht beseitigt, wie Buddha in seinem vierfachen Schritten zur Leidbehebung ausführt, sondern stellt lediglich die ersten beiden Stufen dar, nämlich: 1. die Erkenntnis, dass man überhaupt leidet, und 2. die Erkenntnis, warum man leidet, dh, was die Ursachen des Leidens sind.

Dass sie „NUR“ seelischer, bzw sozialer Natur seien, oder „NUR“ geistiger Natur, also eingebildet, heißt ja nicht, dass sie nicht dennoch schmerzhafte Auswirkungen auf den physischen Körper haben, was ja auch der Sinn des körperlichen Schmerzes ist, um aufgrund dessen dann im zweiten Schritt nach den Ursachen forschen zu können, sich drittens dann zu erinnern, wie es eigentlich war, als noch Alles in Ordnung war, und anschließend viertens einen Plan zu machen, wie man am Besten wieder dorthin zurück gelangt.
Die spontane Scham darüber, nicht dem eigenen idealen Selbstbild (was meist von Kind an durch die eigenen Eltern vorgegeben worden ist) entsprochen zu haben, entspricht der schmerzhaften Erkenntnis des eigenen Minderwertes, den man für Jemanden hat, dem man gerne genügt hätte, um von ihm anerkannt und mit dem belohnt zu werden, was man sich von ihm erhofft hat, aber leider nicht konnte.

Eine sonderbare Sache mit der Scham. Die Einen schämen sich schon dann, wenn sie Bedürfnisse haben und die auch zu befriedigen versuchen und andere schämen sich nicht mal wenn sie Jenen ihre Bedürfnisse verwehren und sie auf selbstverständliche Art und Weise ihrer Rechte und Habe berauben.

https://www.youtube.com/watch?v=Da4I0y57n_Y

Aus dem Beitrag:

Weshalb empfindet jemand Scham der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen?
Eine Welt ohne Scham wäre eine Welt ohne objektive Ordnung. Es würde uns nicht gelingen die Welt zu begreifen, es würde nicht gelingen das Selbst zu begreifen.
Das Sein ist der Tod weil es absolute Erstarrung bedeutet, es ist kein Abstand mehr möglich.
Das Problem einer jeden Revolte ist der Vorwurf der Gewalttätigkeit, wobei da Gewalt gegen Gewalt als Reaktion angewendet wird. Eine Gewalt die sich gegen die institutionalisierte Gewalt erhebt.
Man muss frei sein um die Knechtschaft zu akzeptieren, frei sein von der Logik der Ohnmacht, die dazu dient einen Status Quo aufrecht zu erhalten.
Wie geht man mit dieser Sinnschicht um, die einem Sein aufgedrängt wird?
Zuhören, hinsehen, eine wichtige Form von Engagement.

Man könnte Scham auch mit „Wut über sich selber“ definieren, ....

oder Trauer?
Vielleicht kommt Scham auch nur dann auf, wenn das Kind/ der Erwachsene nicht bloss im Wert einer bestimmten Sache für jemand Anderer disqualifiziert wird, sondern gleich die ganze Person damit.
Also so ähnlich wie bei der Personen- statt Verhaltenskritik und in Fragestellung einer Sichtweise.

Für eine erfolgreiche Provokation braucht es immer zwei: einen Provokateur, und Einen, der sich provozieren lässt. Hier könnte man pauschal schon mal den Schaden teilen, weil die Streithähne ja auch den Nutzen des gemeinsamen Streitens miteinander geteilt haben, sodass unterm Strich Keiner von Beiden dem Anderen Etwas schuldig bleibt, wenn er keinen Schadensausgleich leistet. Das nennt man dann vor Gericht einen Vergleich.

Also, ich denke, dass derjenige, der u.U. sehr lange einer Provokation standgehalten hat, bei der Geschichte schon etwas besser wegkommen sollte, immerhin benötigt er dabei meist eine ganze Menge an Kraft, Widerstand und Ausdauer, wobei dies immer auch von seiner Nervenkraft abhängig ist.
Der Schaden wird also nicht geteilt sondern einseitig dem Provokateur weniger belastet.
Hier kann ich keine gute Präventionsabsichten erkennen und auch keine Moti-vation nicht sofort zurückzuschlagen.
Ich meine, Bemühungen zur Beherrschung sollten, schon wegen der Vorbildlich-keit, immer belohnt werden.
Deshalb ist hier die Teilung des Schadens nicht förderlich, weil der Provozierte in seinen Bemühungen nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten, bestraft wird.

Da wären dann wohl Tagebuchführung/Zeugennennung vom Beginn der Provokation, also die Durchhaltezeit des Provozierten, bis zur Eskalation, ein Massstab hinsichtlich des Anteils der Schuld.