Ich bin eine echte Wasserratte; eine leidenschaftliche und auch sehr gute und ausdauernde Schwimmerin, ich rudere und paddle, aber am liebsten bin ich auf einem Segelboot.
Allein der Gedanke daran, lässt mein Herz schon höher schlagen. Am meisten liebe ich das Spiel mit dem Wind. Es macht mir Spaß, beim trimmen der Segel, cm für cm arbeiten zu können.
Ich war immer sehr froh und dankbar mitsegeln zu können und begnügte mich auch damit.
Bis
zu einem 14tägigenTörn, von Pula aus in die Kornaten und wieder retour.
Auf einer Elan 333. Wir kamen am 11.Tag in Veruda an und der Plan war am 12.Tag nach Rovinj zu segeln. Der Skipper überlies mir, wie die anderen Tage auch, das Steuer. Er war unter Deck am Navigieren. Ich musste ziemlich hart am Wind segeln um einen guten Kurs halten zu können. Ich experimentierte wieder an der Segeleinstellung. cm für cm.
Und dann
spürte ich plötzlich dass der Druck/Zug vom Steuerrad weg war. Ich hielt meine Hände ein paar cm über dem Steuer. Ich brauchte es nicht mehr festhalten.
Und trotzdem blieb das Boot im Wind.

Und dann passierte etwas, für mich ganz Unglaubliches, was mir die Freudentränen über die Wangen laufen ließ.
Das Boot fiel ein klein wenig ab und ich wollte gerade dagegen steuern, da luvte es von selber wieder an.
Ich war total perplex.
Das Boot zog sich ganz alleine in den Wind hinein.
Ich spürte den Sog, von meinen Beinen bis in die Haarwurzeln und die Gänsehaut lief mir rauf und runter.
Das war für mich ein unbeschreibliches Glücksgefühl.
Ich lachte und weinte gleichzeitig.
Nach einigen Minuten kam der Skipper hoch und meinte ich wäre etwas vom Kurs abgekommen.
Ich sagte ihm, das mir das jetzt gerade völlig egal sei.
Denn ich stand immer noch da, die Hände ein paar cm über dem Steuer und das Boot korrigierte sich immer noch von ganz alleine.

Leider beendete der Skipper den Selbstläufer indem er ans Steuer griff und den Kurs lächerliche 2Grad korrigierte.
Ich war, zugegeben, ziemlich verärgert darüber.

Und plötzlich stand für mich klar und deutlich fest, dass ich den Segelschein machen will.

Am Samstag war ich wieder zu Hause und am Montag, meldete ich mich auch gleich in einer Segelschule an. Ich hatte Glück, denn der Kurs begann schon 3Wochen später.
Am ersten Kurstag fragte der Kapitän jeden, warum er den Segelschein machen möchte.
Ich erzählte ihm von meinem Selbstläufer. Beim Erzählen bekam ich von der Begeisterung, die ich nach wie vor, noch immer deutlich spüre, Gänsehaut und feuchte Augen.

Wer von Euch hat ähnliches erlebt ??
Welche Erinnerungen schüren Deine/Eure Begeisterung fürs Segeln?
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Ich hatte ein anderes Erlebnis. Als ich das erste Mal zum (Mit)segeln kam, ein Zweimaster mit 2 Fock und zwei Besansegel zusammen mit einem Skipper mit 28 jähriger Segelerfahrung habe ich Situationen erlebt, bei denen mir bewußt wurde wie sehr man durch am Wind segeln das Boot zu einer Kränkung bringen kann, bei dem man den Eindruck hatte mit einer irren Geschwindigkeit übers Wasser zu fegen. Die Backbordreling stand da teilweise auch schon im Wasser, aber trotzdem hatte ich nie das Gefühl dass das Boot kentern wird. Mehr noch als ich dann selbst mal ans Ruder durfte, natürlich unter Beobachtung hatte ich das Gefühl eine Einheit mit dem Boot zu spüren, ähnlich einem Pferd auf das man reitet. Man erfährt durch entsprechende Ruderbewegungen wie sensibel das Boot auf Wind, Windrichtung und damit Geschwindigkeit reagiert und das war das fazinierende, wodurch natürlich auch der Gedanke aufkam den Segelschein zu machen.

Werde mich deshalb auch erkundigen was es dafür für Ausbildungsinhalte gibt, denn ich kann mir vorstellen, dass es da wohl ähnlich wie beim Automobilführerschein unterschiedliche Klassen geben wird z.B. Binnengewässer, Küstengewässer bis hin zur Hochsee ......
flloyd
Moderator der Regionalgruppe Mainz

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Hallo flloyd

danke dir für deinen Beitrag.

Ja, auch ich liebe es sehr, diese Einheit von Boot und Einem selbst zu spüren, wenn man am Steuer/Ruder steht.

Der Vergleich mit dem Pferd gefällt mir (bin ja auch eine Reiterin) aber ein Boot hab ich besser in der Hand als ein Pferd...... ;-))
Ein Boot verzeiht Fehler schneller/bereitwilliger als ein Pferd.
(liegt wohl daran, dass ich eine bessere Seglerin bin als Reiterin)
*** breit grins ***

l.g.HAnna
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flloyd hat geschrieben: Ich hatte ein anderes Erlebnis. Als ich das erste Mal zum (Mit)segeln kam, ein Zweimaster mit 2 Fock und zwei Besansegel zusammen mit einem Skipper mit 28 jähriger Segelerfahrung habe ich Situationen erlebt, bei denen mir bewußt wurde wie sehr man durch am Wind segeln das Boot zu einer Kränkung bringen kann, bei dem man den Eindruck hatte mit einer irren Geschwindigkeit übers Wasser zu fegen. Die Backbordreling stand da teilweise auch schon im Wasser, aber trotzdem hatte ich nie das Gefühl dass das Boot kentern wird. Mehr noch als ich dann selbst mal ans Ruder durfte, natürlich unter Beobachtung hatte ich das Gefühl eine Einheit mit dem Boot zu spüren, ähnlich einem Pferd auf das man reitet. Man erfährt durch entsprechende Ruderbewegungen wie sensibel das Boot auf Wind, Windrichtung und damit Geschwindigkeit reagiert und das war das fazinierende, wodurch natürlich auch der Gedanke aufkam den Segelschein zu machen.

Werde mich deshalb auch erkundigen was es dafür für Ausbildungsinhalte gibt, denn ich kann mir vorstellen, dass es da wohl ähnlich wie beim Automobilführerschein unterschiedliche Klassen geben wird z.B. Binnengewässer, Küstengewässer bis hin zur Hochsee ......


Ja, es gibt Binnenscheine (in Österreich: Segelschein A und Butenscheine - Fahrtenbereich 1: küstennahe Fahrt, 2: bis 20 Seemeilen, 3: bis 200 Sm und 4: weltweite Fahrt) für verschiedene Fahrtgebiete!
Warum ich die “Scheine machte“

Eine kleine Vorgeschichte muss natürlich auch sein.
Angefangen hat alles mit der Frage eines alten Freundes ( † 12.2001).
Nach der Probe eines Gesangvereins im tiefsten Sauerland saßen einige Sangesbrüder noch lange zusammen. Natürlich trank man zur Beruhigung der Stimmbänder, nach der doch recht strapaziösen Probe, einige Gläser Pils. In diese Runde fragte der Freund: „Warum machen wir nicht alle zusammen mal einen Segeltörn?“ So oder ähnlich müssen schon viele Landratten auf das große Wasser gelockt worden sein.
Zur Ehrenrettung des Freundes sei hier beschrieben. Der Freund sammelte schon in früher Jugend erste Erfahrungen als Jollensegler auf den heimischen Talsperren und auf den holländischen Gewässern. Seinen Wehrdienst, wie könnte es anders sein, leistete er bei der deutschen Marine ab. Im Rang eines Bootsmanns verließ er nach 4 Jahren die Marine. Später dann befuhr er mit Kind und Kegel auf Dickschiffen die Ostsee in allen Richtungen.

Er wusste also was er tat, als er uns Landratten auf ein Segelboot lockte.
Beim ersten gemeinsamen Toern 1989 verlor ich meine Seele an die See.

Nach viele Jahren und vielen tausend zusammen gesegelten Seemeilen verlor mein bester Freund den einjährigen Kampf gegen den Krebs. Er brachte mir in seiner bestimmten aber freundschaftlichen Art, eben nach Bootsmannsart, das Segeln, die Navigation die Wetterkunde und die nötige Seemannschaft näher.

Der Verlust des Freundes traf mich sehr. Ich konnte oder wollte nicht mehr an Wellen und Meer denken. Als wasserverrückte Landratte stand ich nun ohne Skipper da.
Ich beherrschte die Seemannschaft bestimmt mehr als mancher Thekenaufschneidsegler.

Erst nach den Worten meiner Lebenspartnerin
„Wenn du jetzt nicht die nötigen Scheine machst, dann machst du sie nie mehr“
setzte ich mich mit 48 Jahren auf die Schulbank einer Segelschule und machte dort den Sportboot-Führerschein See, den Sportboot-Führerschein Binnen und den Sportküsten-Schifferschein. Die ADAC-Yachtschule am Möhnesee hat mich durch ihre Professionalität mehr als überzeugt und es mir ermöglicht innerhalb von 13 Monaten die Prüfungen für die begehrten Scheine mit Erfolg zu bestehen.

Das ist nun 11 Jahre her.
Ich bin nicht der Segler geworden der auf die Motorbootfahrer schimpft, auch nicht der Motorbootfahrer der auf die Segler schimpft, nein ich bin einfach verrückt nach Meer und Wasser und genieße beide Arten der Reisen auf dem kühlen Nass.

In den 11 Jahren habe ich nun 21 Reisen teils auf Segelyachten meist in Dänischen Gewässer, teils auf Motoryachten auf den Deutschen und Europäischen Binnenwasserstraßen, immer als verantwortlicher Skipper, genossen.
Nur eine Reise davon ohne meine Lebenspartnerin, die mittlerweile meine Frau ist.

Ein Hoch auf die Motivationskunst der Frauen.
Hallo mein lieber protox

danke dir sehr für den sehr emotionalen, aber auch sehr aufmunternden Bericht.

Ein lautes Bravo an deine Frau.

l.g.HAnna
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Und wo bleibst DU ???

Was begeistert dich am Segeln ???
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Seit meinem 5. Lebensjahr fuhren meine Eltern im Sommer immer zu den gleichen Campingplatz nach Pineda de Mar in Spanien.
Einige Jahre später als ich so 10 war, gab es dort am Strand eine Verleihstation für Tretboote und Katamarane. Meine Schwester und ich durften zwar ab und zu ein Tretboot für 1 Stunde mieten,
mich faszinierten jedoch die Katamarane, wie sie mit nur einer Kufe im Wasser über die Wellen glitten. Da ich wusste dass mein Vater segeln konnte, drängte ich ihn ein solches Segelboot zu mieten, was wir auch taten. Da wir meistens morgens bei leichten Wind segelten, hatte ich den Bogen schnell raus. Mit jedem Jahr wo ich älter wurde, fieberte ich die Sommerferien entgegen und konnte es kaum erwarten wieder an unseren Stamm Campingplatz zu sein.
Mit 15 durfte ich endlich meinen ersten Einhand Miniturn starten.

Die Jahre vergingen und somit auch das Segel, da nun andere Interessen geweckt wurden.
Ein Wiedersehen gab es, als ich im Alter von 28 Jahren im Nato Luftwaffen Stützpunkt Dezimomannu in Sardinien für 3 Jahre stationiert war (1987 – 1990)
Zu der deutschen Stammmannschaft gab es 2 Marinesoldaten die für die Ausbildung der Angehenden Bundeswehrpiloten zuständig waren. Jeder Grünschnabel musste dort die Ausbildung “Überleben auf See“ absolvieren.
Diese 2 Herren zur See stellten sich auch für das Freizeitangebot „Ausbildung Motorbootschein Binnen & Küste“ zur Verfügung.
In diesem Zeitraum machte ich die Scheine Sportboot See, Binnen,Pyro und natürlich den Segelschein.
Anfangs standen die Interessen mehr auf Motorboote, wurde aber schnell langweilig (und teuuuer )
Meine ersten großen Segeltörn mache ich im Juni 2009. 3 Wochen Segeltörn von Marseille nach Menorca, Spanien Festland und wieder zurück nach Marseille. Mein bisher schönster Turn mit allen Facetten was das Seglerherz begehrt.
Nach diesem Turn meldete ich mich sofort für den SKS Schein inkl. Seefunk an , da ich gerne selbst ein Boot chartern wollte.
Es folgten ein Skippertraining und ein paar Turns in der Ostsee.
Ein weiteres Hobby das ich fröhne ist das Tauchen. Wer meine Profilseite besucht findet dort ein paar UW-Aufnahmen. Aber die schönste Erholung ist für mich das Segeln inklusiv den großen drei „W“ Wind , Wasser, Warm 8)


Wünsche Euch allen "Immer ne Hand breit Wasser unter dem Kiel!"
ShamsAlam
:roll: alles klaro, :) hab es nun nachgelesen: Foto mit schicker "Einzelzehe" begutachtet, :lol: die Idee mit einzelboot- charter finde ich auch am besten: :shock: :shock: Bavaria 33 C reicht voll & ganz...Genua Segel/ + Gross, (überprüfen des jeweiligen Schaltgetriebes ist aber nötig, schlechte Wartung, sperrt sich dann zu oft) ich denke mit, bin schnell, kann Fender einholen, auslegen, Moorings, denke an Wasser bunkern, Strom etc. (zwar wenig Kraft, aber gute Laune)
Zadar Sukosan einchecken, Leckeres mitnehmen, was fehlt Getränke bei Lidl kaufen, also diese paar evtl. "fraglichen Kröten mehr"...?!
LG Joanna
hola wenn du jetzt noch weist wo back und Steuerbord ist :) kannst du hier anheuern :)
:wink: Gruß bootsmann
Vom Steuerbord erwarte ich noch eine Rückzahlung. :lol: :lol: