Hallo zusammen,
ich habe schon seit Jahrzehnten immer wieder mit Angstzuständen zu tun. Ich nehme Medikamente, die es mir erlauben ein nahezu "normales" Leben zu führen. Entsprechende psychiatrische Behandlungen habe ich ebenfalls hinter mir. Trotzdem passiert es mir immer wieder, dass in "neuen" Situationen diese Angstgefühle "hochkochen" - aber ich denke, es ist eher die Angst vor der Angst. Meine Frage ist jetzt: Geht das irgendwann mal vorbei??? Ich würde gerne von euch wissen, welche Erfahrungen ihr da gemacht habt oder was ich dagegen tun kann.
Hallo Saschi .... war gerade auf deinem Profil. Irgendwie passt deine Profilbeschreibung mit dem, was du hier geschrieben hast nicht zusammen.
@Heidschnucke3:

Findest Du?

Ich hab zwar mit solchen Angststörungen nichts zu tun und kann mich da auch sehr schlecht reinversetzen.

Aber ich denke, auch so was sollte den Menschen nicht vollständig besetzen. Man kann .... und sollte....... in den angstfreien Phasen sehr wohl fröhlich und lebensfroh sein.

Denke ich. Wenn ich falsch liege, bitte korrigieren..... :)
Ich denke dass Angst etwas irrationales ist und es daher dagegen keine Medikamente geben kann. Angst hat man doch nur vor etwas Unbekanntem von dem man daher auch nicht weiß wie man diesem Unbekanntem begegnen kann. Daher glaube ich dass eine Psycho-Gesprächstherapie eher helfen kann als die Pharmaindustrie.
Ich kenne Angstattacken von früher.
Ist jetzt bestimmt 20 bis 25 Jahre her.

Ich bin diese Angstattacken los geworden, nachdem ich mich nicht mehr gegen sie gewehrt habe. Was erstmal sehr schwierig war, da es mich überrollt hat wie eine Lawine und ich das Gefühl hatte: Das hört nie wieder auf.

Erstaunlicherweise hat dieses furchtbare Gefühl doch aufgehört.
Erstaunlicherweise deshalb, da ich wirklich völlig überrascht war als es aufhörte und ich mich noch unter den Lebenden befand.
Ich dramatisiere das Ganze nicht. Es hat sich tatsächlich so angefühlt.

Nachdem ich das einmal so erlebt habe, habe ich mich nicht nicht mehr gegen die Angstattacken gewehrt und sie wurden weniger. Schließlich hörten sie ganz auf.

Ich weiß natürlich nicht ob diese Verfahrensweise übertragbar ist, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
ValentinAK hat geschrieben: Ich denke dass Angst etwas irrationales ist und es daher dagegen keine Medikamente geben kann. Angst hat man doch nur vor etwas Unbekanntem von dem man daher auch nicht weiß wie man diesem Unbekanntem begegnen kann. Daher glaube ich dass eine Psycho-Gesprächstherapie eher helfen kann als die Pharmaindustrie.



Diese Angst war bei mir völlig irrational.
Es gab keinen Grund.
Sie hat mich einfach überfallen und durchgeschüttelt.
Diese Art von Angst ist nicht erklärbar.
Heute gibt es auch Medikamente die helfen können.
„Helfen können“ deshalb, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente reagiert. Eine unterstützende Therapie ist gewiss sinnvoll.
Schneeweiss1256 hat geschrieben: @Heidschnucke3:

Findest Du?

Ich hab zwar mit solchen Angststörungen nichts zu tun und kann mich da auch sehr schlecht reinversetzen.

Aber ich denke, auch so was sollte den Menschen nicht vollständig besetzen. Man kann .... und sollte....... in den angstfreien Phasen sehr wohl fröhlich und lebensfroh sein.

Denke ich. Wenn ich falsch liege, bitte korrigieren..... :)



Genau so ist das Schneeweiß.
Man teilt die Angststörungen in drei Gruppen ein:

Panikattacken

Phobien (Schlangenphobie, Angst vor der Angst usw.)

Generalisierte Angststörungen

Keine psychischen Beeinträchtigung sind so gut behandelbar wie Angststörungen. Einen herausragenden Einblick zur möglichen Selbsthilfe gibt das Buch:
"Angst und Panik" (Catharine M. Pittman, Elizabeth M. Karle) Verlag Anaconda.

Reicht das nicht, dann sucht man sich einen Therapeuten, der die Kognitive Verhaltenstherapie beherrscht. Das sind die Spezialisten für Angstprobleme.

Felix
Ich leide schon viele Jahre unter Panikattacken. Das Gefühl von Hilflosigkeit u. das Ausgeliefert sein, kenne ich gut. Ich habe in den letzten Jahren mehrere Verhaltenstherapien gemacht. Dabei lernt man gut mit der Angst um zu gehen. Allerdings nehme ich auch noch Medikamente ein.
Eine Mischung aus Ablenkung u. die Angst zulassen, hilft mir persönlich gut. Ich erkenne auch meistens warum diese Panik auftritt. Oft sind das dann ungelöste Probleme auf die ich momentan keinen Einfluss habe.
Ich denke eine Verhaltenstherapie ist das Sinnvollste zu lernen mit der Angst um zu gehen
Hallo @Saschi64,

Ist es nicht schon ein großer Erfolg für Dich, dass Du – wenn auch mit Hilfe von Medikamenten – ein „nahezu normales Leben“ führen kannst?

Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du auch schon entsprechende nicht-medikamentöse Behandlungsansätze ausprobiert und sicherlich schon allein dadurch eine Menge über das Phänomen „Angststörung“ gelernt.

Ich gehe davon aus, dass sich die Angst bei Dir nicht schlagartig einstellt, wenn Du Dich in „neuen Situationen“ befindest. Du schreibst ja, dass Du spürst, wie die „Angst hochkriecht“, vielleicht auch mit den entsprechenden psychosomatischen Symptomen.

Was aber sind denn beispielsweise „neue Situationen“, die Angstgefühle auslösen? Gibt es da ein gewisses Muster? Oder sind die Angstgefühle reproduzierbar, wenn Du Dich wieder in einer ehemals angstauslösenden Situation befindest?

Hast Du evtl. Deine Medikation oder Deinen Lebensstil bzw. Dein Lebensumfeld etwas geändert?

Kannst Du – nach Deiner eigenen Einschätzung – annehmen, dass Du mit großer Wahrscheinlichkeit an einer generalisierten Angststörung leidest? Vielleicht kannst Du das noch etwas präzisieren.

Wie dem auch sei, genieße doch jetzt und heute ganz einfach die überwiegend „angstfreien“ Zeiten; es sind die Zeiten, um den Akku aufzuladen.

Und bei Rückschlägen, die möglicherweise weder zu lang noch zu intensiv sind, weißt Du ja, dass sie vorübergehen werden.
Möglicherweise mit einer angepassten Medikation und/oder einer psychologischen Betreuung - aber sie gehen vorüber…..
Als Grundschullehrerin musste ich ab und zu auch Elternversammlungen abhalten.
Schrieb ich dann etwas an die Tafel, begannen meine Hände zu zittern. Schrecklich! Sie mussten mich für eine Alkoholikerin halten!
Also suchte ich einen Arzt auf und bat ihn um ein Beruhigugsmittel für derartige Situationen. Er verschrieb mir Lexotanil. Ein Teufelszeug, denn es machte sehr schnell abhängig, was aber zunächst nicht auf dem "Waschzettel" stand.
Ich fühlte mich nach jeder Einnahme so gut wie nie, völlig sicher, über den Dingen stehend. Also nahm ich ab und zu eine halbe Tablette, auch in anderen
Situationen, die für mich etwas unangenehm waren.
Aber bald konnte ich ohne diese Tabletten nicht mehr angstfrei leben.
Es war der reinste Horror: Ohne jeden Anlass fing ich am ganzen Körper an zu zittern. Das konnte bei einem banalen Frisörbesuch sein!
Ich war nicht mehr lebenstüchtig.
Ziemlich drastisch wurde mir von den Ärzten klargemacht, dass ich tablettensüchtig sei.
Ich setzte die Tabletten ab und musste eine lange Auszeit nehmen, allerdings ohne Medikamente.
Das ist nun schon mehr als 3 Jahrzehnte her. Ich kann mich auf meinen Körper, was die unsägliche Zitterei betrifft , verlassen.
Allerdings nehme ich auch nicht das harmloseste Beruhigungsmittel und trinke keinen Alkohol.
Hallo zusammen,

ich finde es wunderbar, so viele Feedbacks zu bekommen. Und es ist so: Jeder, der mich kennenlernt, glaubt nicht daran, dass jemand wie ich mit Angststörungen zu tun hat. Ich bin trotz allem ein positiver und fröhlicher Mensch, die "dunklen" Stunden sieht ja keiner.
Ich habe schon viele Therapien hinter mir, kenne den Grund für meine Angst, was mir aber nicht immer hilft - manchmal kann ich nicht schnell genug dagegen angehen. Aushalten hilft, das stimmt. Man stirbt ja nicht daran, aber es ist schon schwer. Nun, zum Glück kommt es nur noch ganz selten vor, und die Antwort von Beatrixe stimmt mich hoffnungsvoll - vielleicht kommen sie ja wirklich irgendwann gar nicht mehr.
Vielen, vielen Dank für eure Antworten.
Angststörungen oder Panikattacken sollten nicht zu lange unbehandelt bleiben, sie verändern den Blutdruck und können mit der Zeit innere Organe schädigen.