Vielleicht würden aber viele Probleme besser gelöst werden, wenn die Emotionen nicht so sehr "dazwischenhauten".
Diskussionen könnten sachlicher geführt werden, wenn nicht oft schon bestehende Aversionen im Vordergrund stünden.
@Milafranzi,
das wäre die große Freude der Visionäre im Bereich der KI (künstliche Intelligenz) ´, alles bewegt sich emotionslos völlig rational.
Bei machen (die berühmtesten sind Nick Bostrom und der extremste Kay Kurzweil) sieht zu Zukunft folgendermaßen aus: Der Mensch wird überwunden und abgehängt und eine Überintelligenz hat das Sagen.
Klare emotionslose Entscheidungen, ja oder nein. Genau das kann tatsächlich ein Computer besser - Computer schlug den Schachweltmeister Kasparow und den Go-Meister, streng rational.
KI empfindet aber keine Werte, sie kann sich nicht freuen, sie weiß nicht einmal, warum sie gewonnen hat. Selbst wenn man versucht, ihr sogenannte Werte einzuprogrammieren, hat sie keine. Denn ein Wert, der nicht zugleich empfunden wird, ist keiner. Und KI ist immer Welt aus dritter Hand. Der Zweck der Erfassung von Welt und Mensch mithilfe von KI ist nicht, unser Leben besser zu machen, sondern Gewinn zu erzielen.
Wer hätte das gedacht, durch die "Ich-Illusion" bleibt Mensch Mensch und die KI dient als hocheffizientes Werkzeug draußen. Doch diese Fähigkeit der KI in wenigen meist kapitalstarken Menschen, da steht die Diktatur vor der Tür. Aber es ist immerhin eine menschliche Diktatur. Ein Vorgeschmack war der Hochfrequenzhandel an den Finanzmärkten, die besten Maschinen brachten den Kapitalmarkt 2008 ins Wanken, sie waren wie ein Vampire und saugte des Blut (Kapital) in wenige Hände ab.

Felix
Menschsein: soll ein Prädikat ‚wertvoll‘ sein.
Ein Ehrentitel. Die Ich- Illusion muß bleiben.
Sonst hat alles keinen Sinn mehr.....
Wie vermutest du, Felix, wird sich die KI weitere Gebiete erobern?
Werden die Menschen -parallel dazu- Defizite auf dem Gebiet der Emotionen,
Werte und Ideale erleben oder erdulden müssen?
Oder werden viele immer mehr abgestumpft.....
selbst fast zu Maschinen, zu Computern, sodaß ihnen die Entwicklung gleichgültig ist?

Ich weiß nicht, wie die Situation in 50 Jahren sein wird,- hoffe aber, daß Menschen das Leben weiterhin lebenswert finden.
Einige Parameter, wie die Natur, wird den Menschen weiterhin positive Akzente bringen,- unabhängig von der KI.
Ich vermute, dass, wenn man am Tage X, als es in Deutschland klar wurde, dass eine Pandemie auf uns zurollt, die KI mit allem zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Wissen "gefüttert " und sie nach den wirksamsten Maßnahmen gefragt hätte, der wichtigste Vorschlag die konsequente Isolierung der Risikogruppen - Alte mit und ohne Vorerkrankung, jüngere Menschen mit Vorerkrankung - gewesen wäre und das auf lange Zeit bis zur Herstellung eines
Impfstoffes.
Zum Glück für uns Betroffene siegte das humane menschliche Denken.
@Milafranzi,
@Leonetta,
KI ist selbst nicht klug genug, die gesamte Biologie solch eines neuen Erregers vorher zu sagen. KI tut sich mit Biologie, Evolution, Universum Gehirn sehr schwer. Sie funktionieren alle nicht digital. Aber mit Hilfe des Werkzeugs KI in den Händen einer zentral gesteuerten Gesellschaftsordnung (China) hätte diese Idee als wahrscheinlich gute Lösung den Zuschlag bekommen können. Überwachung und Kontrolle mit KI und hartem Durchgreifen hat bei solchen brutalen Naturereignissen auch bemerkenswerte Erfolge. Auf der Bühne der Welt präsentieren sich die unterschiedlichsten Verläufe der Pandemie in den Gesellschaftsordnungen. Geradezu ein Lichtblitz in die geheimnisumwobene Zukunft.
Doch da sind wir uns einig, Geschichte kann man nicht vorhersagen, Geschichte macht einfach.


Felix
Die KI hätte in Wuhan ‚erkennen’ müssen, daß ein neuer, mutierten Virus-Stamm aufgetreten ist und wie schnell er sich ausbreitet.
Und auch Europas KI und der ganzen Welt hätten das an den Fallzahlen und Ausbreitungszeiten erkennen müssen.
Offenbar haben Menschen zwar eingegriffen, abet Fehler begangen....
Die KI muß freilich vernünftig gelenkt und eingesetzt werden.
Da die Intelligenz eine natürliche, geistige Eigenschaft eines Lebewesens darstellt, aber selber kein Lebewesen ist, kann sie selber auch nichts bewirken, sondern dient nur dem Lebewesen als Mittel zum Zweck.

Wenn es dem an der nötigen Intelligenz fehlt, kann es sich Maschinen zu Hilfe nehmen, die es bei seinen Denkaufgaben unterstützen, was aber nicht heißt, dass diese ebenfalls lebendig seien und über Intelligenz verfügten, die nur ein Lebewesen auszeichnet, und keine Maschine, die lediglich so funktioniert, wie sie von Lebewesen programmiert wurde.

Künstlich kann insofern nicht die Intelligenz sein, sondern nur die Maschine, die nicht auf natürliche Weise geboren, sondern künstlich vom Menschen erschaffen wurde.

Was die Diskussion über die Beschaffenheit eines Lebewesens betrifft, welches neben der Grundvoraussetzung des Geborenworden-Seins auch über einen körperlichen, seelischen und geistigen Bestandteil verfügen muss, um als lebendig gelten zu können, so erfüllen Maschinen diese Voraussetzungen genauso wenig, wie die Einzelteile eines Lebewesens, die ohne das Lebewesen selber gar nicht lebendig sein können.

Die Frage, was Alles zu Einem selber gehören muss, um Derjenige sein zu können, der man für die Gemeinschaft mit Anderen sein möchte, und vor Allem, der man dann auch tatsächlich für diese Gemeinschaft IST, hängt wesentlich davon ab, was die Gemeinschaft braucht, und nicht was der Einzelne braucht, dessen Wohlergehen wesentlich von seinem sozialen (seelischen) Integriert-Sein in die Gemeinschaft abhängig ist.

Insofern ist die Kommunikation etwa übers Internet oder übers Telefon auch keine künstliche, sondern nur das Medium ist künstlich, während die Funktion des Kommunizierens der Lebewesen miteinander eine ganz natürliche bleibt, denn man kann das Internet genauso wenig zur Verantwortung für sein Nicht-Funktionieren ziehen, wie die Intelligenz oder die Amygdala eines Lebewesens, weil alle drei eben keine Personen sind, die eine Antwort darauf geben können, sondern nur die Lebewesen, die für spezielle Zwecke über ein Internet, Intelligenz und eine Amygdala verfügen, selber.

Was man hier fördern kann, um dann erwarten zu können, dass Alles richtig funktioniert, ist vor Allem der achtsame Umgang mit diesen Ressourcen, wie es auch im Buddhismus empfohlen wird, wo es eben nicht darum geht, dass man das Vorhandensein seiner Person leugnet, nur um nicht für seine Taten zur Verantwortung gezogen zu werden, bzw. um dem menschlichen Rad des Karmas von Ursache und Folge zu entfliehen, was noch nicht mal in der Fantasie möglich ist.
Warum kann man nicht pauschal Computer - alle Maschinen- KI - Künstliche Intelligenz nennen?
Offenbar wurden die Begriffe anders definiert, als man sie als Laie denken würde.
@ Leonetta

Ja das ist nicht nur ein begriffliches Problem, sondern auch ein weltanschauliches, denn Maschinen sind keine Personen, die über eine Seele und einen Geist verfügen, welcher – filosofisch gesehen - wiederum aus dem 4 Teilen besteht, die man

1. den praktischen Verstand namens Intuition nennt,

2. dem theoretischen Verstand namens Intelligenz,

3. sowie aus der praktischen Vernunft, die Klugheit heißt, und

4. die theoretischen Vernunft, welche man als Weisheit kennt.

Die Funktionsweise einer künstlich programmierten Maschine kann man deshalb noch nicht Intelligenz nennen, weil eine Maschine trotz aller Kunstfertigkeit beim Programmieren nicht in der Lage ist, selber zu entscheiden, was sie lernen will, und was nicht – auch wenn man ihr einige Parameter dafür mittlerweile schon mitliefern kann.

Die Vorstellung von sich selber als Person und das Empfinden sozialer Bezüglichkeiten zu anderen Personen ist die Eigenschaft der Seele und nicht des Geistes, sodass man eher sagen könnte, die Maschine verfüge über eine künstliche Seele, wenn man in der Man-Machine-Communication mit ihr interagiert - etwa so, wie mit einer Fahrstuhlkabine, die auf Knopfdruck erscheint und scheinbar gehorcht, was sie aber nicht kann, weil sie über keinen eigenen Willen verfügt, mit dem sie diesen Befehl verweigern könnte.

Daher mag es vielleicht so aussehen, als ob sie willensbegabt und sich ihrer selbst bewusst sei, sodass man sie ebenfalls als eine Person bezeichnen könne, aber – wie 41acul das bereits sagte - das biologische, scheinbar analog funktionierende System eines Lebewesens ist der digitalen Maschine in seiner Komplexität haushoch überlegen, denn die kann bestenfalls in Einzelfunktionen mehr leisten, als ihre menschlichen Konstrukteure, sie aber nicht als Personen ersetzen.
Zum Thema Ich-Illusion in Verbindung mit KI fallen mir Deepfakes ein. Dank Künstlicher Intelligenz ist es seit einigen Jahren möglich, eine bestimmte Person alle möglichen Dinge sagen und tun zu lassen. Zumindest in Form einer Videoaufzeichnung ist das möglich. Auch könnte ich mir in einer Videokonferenz das Gesicht einer Politikerin "auflegen", um dann für sie zu sprechen. Könnte ich deren Stimme gut imitieren, fällt es erst einmal gar nicht auf?

Ich frage mich: Was "sagt" mein Gehirn dazu, wenn es eine täuschend echt gefälschte Aufnahme von mir sieht, die mich in einem Porno oder bei einer Gewalttat zeigt?
Täuschung mit Deepfakes YouTube, 5:14 min.

"Deepfakes entstehen durch Programme, die maschinelles Lernen nutzen, um in Videos Gesichter täuschend echt zu manipulieren, um so beispielsweise Politikern Worte in den Mund zu legen, die sie nie gesagt haben. "
Das Empfinden sozialer Bezüglichkeiten kann für meine Begriffe sehr vom Verstand gesteuert werden.
Die Empfindungen, die ich meinem Vorgesetzten gegenüber habe, werden sich grundlegend von denen unterscheiden, die ich für einen geliebten Menschen habe.
Bei letzterem setzt ja manchmal der Verstand aus, und alles ist nur noch "Seele".
@FrauBlau,
genau, so weit ist es (fast) schon. Und wo ist die Grenze der KI? Nun, wie schon früher erwähnt, besteht die Mimik des Menschen aus etwa 10000 Zeichen. Das Gehirn hat dafür einen eigenen Bereich zum Ablesen, der schon bei Säuglingen aktiv ist.
Doch was sind 10000 Zeichen pro Gesicht für das Monster KI mit seiner Sammelwut an Mustern? Zunächst würde man sagen, das ist von der KI zu schaffen. Doch, es gibt für KI ein Problem. Bestimmte Gesichtsmuskeln für die Mimik sind nicht bewusst ansteuerbar, sie werden nur aus dem Unterbewusstsein aus der emotionalen Ebene angesprochen. Der bekannteste Mimik-Ausdruck dafür ist das herzliche Lachen, ein Ehrliches kommt es aus der Augenpartie.. Für Schauspieler ein riesiges Problem.
Diese emotionale "Kreativität" ist für die KI nicht zugänglich. Ablesen ja, selbst schaffen kann sie es nicht.
Nun, Deepfakes versuchen so etwas natürlich trotzdem. Und wie kann man sie entlarven? Mensch "fühlt" eigentlich unbewusst den Betrug. Und wenn nicht? Mensch hat auf seinem eigenen Rechner eine Gesichtserkennung zur Entlarvung von Deepfakes:-). Aber nicht vergessen, die Sprache ist genau so emotionsgeladen wie die Mimik. Sie kompliziert noch den Fake, dann stimmt plötzlich Aussage und Mimik nicht mehr. Wie im richtigen Leben beim Lügen.

Es bleibt spannend.


Felix
@ 41acul

….Diese emotionale "Kreativität" ist für die KI nicht zugänglich. Ablesen ja, selbst schaffen kann sie es nicht. …..

Es ist die „soziale Kompetenz“, den Sinn von Botschaften zu verstehen, welche der Maschine ebenso fehlt, wie die Kreativität, mit alternativen „sozialen Strategien“, wie z.B. mit dem bewussten Einsatz von Emotionen, bei Anderen das zu erreichen, was man als Mensch erreichen will, weil die Maschine nicht nur keine Vorstellung davon hat, WER sie eigentlich ist, sondern auch nicht, dass es SIE SELBER ist, die etwas will, und nicht etwa ihr Programmierer.

Insofern könnte man den Mangel an sozialer Orientierung einer Maschine mit der sozialen Inkompetenz eines Autisten vergleichen, der ebenfalls nicht in der Lage ist, sich zu Anderen in eine Beziehung zu setzen, bzw. zu erkennen, in welcher Art von sozialer Beziehung er zu ihnen steht.

Beim Menschen ist das Wollen zwar auch nicht bedingungsfrei, wie Schopenhauer in seinem Werk über den zureichenden Grund beschrieben hat, sondern hängt davon ab, was sich der Wollende vorstellen kann und davon, was er zu benötigen meint, aber es ist zumindest herrschaftsfrei, indem er selber Etwas wollen kann, ohne dass es ihm jemand Anderer erst einprogrammieren muss.

So ist es auch noch nicht die Vorstellung einer Person, DASS es sie selber überhaupt geben könne, welche einem falschen Selbstbild (Ich-Illusion) entspricht - denn wenn es sie nicht gäbe, könnte sie sich auch Nichts vorstellen - , sondern erst die Vorstellung, dass sie eigentlich anders sei, als sie es „wirklich“ oder „tatsächlich“ ist (wobei der Begriff „real so seiend“ für die Verstärkung des „So-Seienden“ noch am besten zutrifft).

Schaut sie in einen Spiegel, so erkennt sie nicht nur, WAS oder WER sie ist, sondern auch, in welchem Zustand sie sich gerade befindet, weil sie weiß, wie sie in welchen Situationen aussieht. Auf dieser Basis funktionieren auch Gesichts- und Spracherkennungsprogramme für Maschinen.

Beim Betrachten menschlicher Gesichter kann sie auch erkennen, in welcher Stimmung sich ein Anderer gerade befindet, woraus allerdings noch nicht der Grund für dessen Befindlichkeit ersichtlich ist.

Daher wissen Hunde zwar, dass ihre menschlichen Besitzer traurig sind, und heulen aus Sympathie auch gerne mal mit, aber sie kennen die Ursache dafür nicht, und die bleibt ihnen auch unverständlich, solange sie sich nicht vorstellen können, womit Menschen es überhaupt zu tun haben können, sodass sie ihre jeweilige Seelenstimmung mit einer entsprechenden Körperhaltung ausdrücken und den Überdruck mit einer ebenso körperlichen Handlungsweise (Affekt) kompensieren müssen.

...Nun, Deepfakes versuchen so etwas natürlich trotzdem. Und wie kann man sie entlarven? Mensch "fühlt" eigentlich unbewusst den Betrug. ….

Der Mensch kann nur physikalische Eindrücke mit seiner Haut als Sinnesorgan „fühlen“, mit seinem Ohr „hören“ und mit seinen Augen „sehen“ etc. während er Eindrücke, die eine soziale Ursache haben, wie etwa das Angelacht- oder Angebrüllt-Werden, mit seiner Seele „empfindet“.

In dem Moment, wo er diese Empfindung zB hat, mit einem provozierenden Appell aus seinen Träumen gerissen worden so sein, beginnt er nach einer Schrecksekunde, diesen Appell geistig zu interpretieren, indem er ihm eine Ursache zuschreibt, sodass eine Vorstellung darüber entsteht, was der wohl bedeuten mag.