"Auch kann ja die Kraft der Überzeugung niemals einräumen,
es könne aus Nichtseiendem irgend etwas anderes als eben Nichtseiendes hervorgehen."


- Parmenides von Elea
Verdandi hat geschrieben:
Mein Ding ist die geheime Kraft und das schier unendlich groß erscheinende Feld des Möglichen...
(Später vielleicht mehr darüber.)

Ich liebe an der deutschen Sprache u.a. die Unterscheidung von Wirklichkeit und Realität.
Ebenso wäre zu unterscheiden zwischen Möglichem und Denkbarem.
Man könnte vielleicht sagen, die Realität sei die Gesamtheit alles Möglichen? Das Denkbare ginge dann weit darüber hinaus.
Ich denke.......,
und bin dennoch
also nicht ? :?  

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 modifiziert von CHAUCHAT  8)


Das individuelle Leben entsteht aus dem Nichts und endet im Nichts. Die zeitliche Spannweite seiner Existenz ist äußerst gering - im Verhältnis zur Geschichte des Weltalls auch kaum mehr als ein Nichts. Nicht viel anders sieht es mit der gesamten Menschheitsgeschichte aus, die bislang nur einen Wimpernschlag lang andauert.

Diesem Fast-Nichts von einem Leben allein in unserer Vorstellung "etwas" an Bedeutung, gar Sinnhaftigkeit zu verleihen, stellt also doch schon eine Tollkühnheit, nein - eine Chuzpe ohnegleichen dar.

Das sei nur zur Relativierung der Größenordnung unserer Maßstäbe angemerkt, die wir mit unserem Denken der Welt anzulegen gewöhnt sind.

Betrachten wir nun entsprechend demutsvoll das Spielfeld unseres winzigen Lebens etwas sorgfältiger, vielleicht mit einer Lupe, dann entdecken wir vielleicht sogar eine verhältnismäßig große Anzahl von Möglichkeiten, aus denen wir trotz aller gegebenen äußeren Zwänge und inneren Begrenztheit eine Auswahl treffen können, um unser Leben einigermaßen selbstbestimmt zu gestalten.

Viele können noch nicht einmal diese verhältnismäßig beschränkte Freiheit ertragen und sehnen sich danach, dass sie ihnen auch abgenommen wird. Durch heimatländische, religiöse und familiäre Tradition, bloße Gewohnheit und neuerdings auch durch digitale Algorithmen der Brave New World von Google & Co.

Wer allerdings sein Leben selbst in die Hand nehmen möchte, wird erkennen und schätzen, dass sich ihm unzählige Möglichkeiten eröffnen, dies auch zu tun. Dass allein die Freiheit der Gedanken ihm einen Horizont unschätzbarer Weite bescheren kann.

Das ist für mich das Potenzial der Wirklichkeit. Was übrig bliebe, wenn wir es nicht nutzten, wäre bloße Realität. Und dem Nichts, das uns für einen kurzen Moment frei gab und uns bald wieder verschlingen wird, ist es egal, ob wir unsere Freiheit genutzt haben werden oder nicht.



Der Horizont der meisten ist doch so begrenzt als gäbe es ihn fast nicht... mit ihrem möglichen Horizont verhält es sich nicht anders; und sie denken nichts, gemessen an dem, was möglich ist.


@ Daiyogen,

schade, dass Du meinem Beitrag so verächtliche Worte folgen lässt.

Was ich schrieb, hatte einen ganz anderen Tenor!

Ich würde anderen Menschen niemals ihre Möglichkeiten absprechen.

Im Gegenteil, mir geht es darum, die allen z.V. stehenden Möglichkeiten aufzuzeigen, weil viele sie nicht nutzen. - Das ist etwas ganz anderes, als "die meisten" in die Tonne zu kloppen!


Darf man Menschen denn verallgemeinernd einfach rastern? Darf man für sie festlegen wollen, wie groß ihr Wunsch nach Freiheit zu sein hat? Daraus resultierend auch den sich daraus unterstellten Horizont gleich mit?

Ist es nicht das Recht des Individuums, selber seine Grenzen zu finden, diese festzulegen und daraus auch die Zufriedenheit zu schöpfen?

Ist es ok, wenn Menschen hergehen und für andere diese Maßstäbe bewerten, gar neu festlegen wollen?
Wenn es also Menschen gibt, die die Fähigkeit haben, obige Relativität gepaart mit dem Glück einer günstigen Prägung und Erziehung für sich finden und manifestieren zu können, dann sollten sie eher dankbar sein, denn aus dieser Position heraus gleich Maßstäbe für andere zu konstruieren.

Es könnte doch denkbar sein, dass das Bewertungskriterium die Zufriedenheit und nicht die theoretische Möglichkeit als solche ist. Auch dort ist Freiheit zu finden.
Neben dem Nichts von dem Einen, kann durchaus eine Menge von etwas Anderem existieren.

Die radikale Forderung nach „Allem von Etwas“ oder nach „Nichts davon“, ist genauso selten angemessen, wie die nach dem „Ganz des Einen“ oder des „Garnichts davon“, sodass oft nur noch zu sagen bleibt: „Nix ist besser als garnix!“

Die Unfähigkeit zur angemessenen Bewertung erfolgt aus einem Mangel an Erfahrung und aufgrund der Abhängigkeit von Stimmungen, die ein ruhiges Vordenken, um zu einem ausgewogenen Urteil zu gelangen, verhindern (fälschl. unmöglich machen).

Daher gibt es die Empfehlung, meditative Praktiken anzuwenden, um das Gemüt zu beruhigen, bevor man bewusst entscheidet, was zu tun ist, nachdem man eventuell schon unbewusst bewertet hat.

Da Eine nicht ohne sein Gegenteil existieren kann, ist – dialektisch gesehen – die ausschließliche Anwesenheit des Einen gleichzeitig die vollständige Abwesenheit seines Gegenteils, woraus der Satz resultiert: „Es kann Nichts so sein, wie es gerade ist, und gleichzeitig sein Gegenteil!“

Eine dynamische Betrachtungsweise hingegen zeigt, dass die Dinge sich in steter Veränderung befinden, und immer von einem Seinszustand zu ihrem Gegenteil hin bewegt werden, sodass sich eine Pendelbewegung erkennen lässt, die man für seine Zwecke nützen kann, wie man den Wind zum Segeln nützt.

Hier gibt es jedoch keine beliebigen Alternativen, zwischen denen man frei wählen kann, sondern nur eine einzige, nämlich die, die sich gerade anbietet, und die anhand der entsprechenden, bereits vorhandenen Voraussetzungen, die dafür geeignet sind, sie verwirklichen zu können (Potenzialität als Fähigkeit oder Geeignetheit), daher auch nur verwirklicht werden KANN.

Maßstab dafür sind Regelmäßigkeiten, die in der Vergangenheit aus dem Lauf der Dinge abgeleitet wurden, und die für bestimmte Umstände gelten, sodass man sicher ist, dass immer dann, wenn ähnliche Umstände eintreten, auch ähnliche Ursache-Wirkungs-Verhältnisse der Fall sind.

Hier kann man von notwendigen und von hinreichenden Bedingungen sprechen, um eine Aussage zu machen, die irgend Etwas mit der (vergangenen, und daher bereits verwirklichten) Wirklichkeit zu tun hat.

Geheime Kräfte zu vermuten, wo man nicht weiß, welche das sind, wäre nur dann angebracht, wenn sie von irgend Jemandem heimlich ausgeübt werden, damit man es nicht erfährt. Ansonsten sind es lediglich unbekannte Kräfte, mit denen man rechnen kann, oder auch nicht, sofern sie von bereits bekannten Umständen abhängig sind.

Da von Nichts auch Nichts kommen kann, muss schon Etwas dagewesen sein, bevor Etwas entstehen kann, bzw Jemand da sein, der Wirklichkeit bewirken kann.

Wenn man Etwas, was man als ex-istierend (aus einer Reihe von ähnlichen Dingen herausragend) erkannt hat, ist es diese Erkenntnis, die man geistig bewirkt hat

Das bedeutet nicht, dass wenn man einen toten Gesteinsbrocken durchs Weltall fliegen sieht, ihn materiell erschaffen bzw bewirkt hat, sodass es ihn gibt, sondern nur das geistige Abbild, was man sich von ihm gemacht hat, um ihn besser als solchen zu erkennen.

Hierbei dienen Gesichtspunkte der Nützlichkeit für den Beobachtenden dazu, diese Beobachtung mit Sinn zu beleben, sodass das Beobachtete auch wert ist, diesen Stellenwert im Vergleich mit anderen beobachteten Dingen einzunehmen.

Da diese kreativen Schöpfungsprozesse von Wirklichkeit meist unbewusst erfolgen, meint der Mensch angesichts seiner Unfähigkeit, aus Blei tatsächlich Gold machen zu können, er sei total machtlos, was typisch ist für seine überhebliche Art, sich aus kindischem Trotz heraus, aufgrund der enttäuschenden Erkenntnis, nicht Alles haben zu können, dann lieber Garnichts haben zu wollen, statt sich mit dem Etwas, was er hat, zufrieden zu geben, um seines Lebens froh zu werden.

Die bereits in der Vergangenheit selbst bewirkte Wirklichkeit stellt hierbei das scheinbar sicherste gegenwärtige Potenzial für die noch zu verwirklichende, zukünftigen Wirklichkeit dar, was sich aber genauso gut auch völlig als wertlos erweisen kann, wenn sich die Umstände aus der Vergangenheit nicht mehr wiederholen, denn man springt bekanntlich nie zweimal in das selbe Wasser eines Flusses.

So gesehen ist man niemals frei vom Irrtum, der darauf beruht, die Dinge seien immer dieselben, oder doch wenigstens so ähnlich, wie sie früher waren, sodass man davon ausgehen könnte, dass sie auch morgen noch annähernd so sein oder sich verhalten werden, wie sie es noch gestern taten, mit einer kleinen, berechenbaren Fehlertoleranz bei der Einschätzung, deren unerwünschte Folgen man gerade noch bereit ist, hinzunehmen, um sich ansonsten der Illusion unbeschwert hingeben zu können, dass es doch so sei, wie man es sich wünscht, und nicht, wie es tatsächlich IST.
Wir haben die Freiheit zu wählen,ein Potenzial welches ermöglicht
zu sagen"Ich bin der,der ich sein werde" die erwünschte Realität.
Materie erzeugt,veränderbar der Geist .zeitlos...Achten auf Gedanken.
Verdandi hat geschrieben:

@ Daiyogen,

schade, dass Du meinem Beitrag so verächtliche Worte folgen lässt.

Was ich schrieb, hatte einen ganz anderen Tenor!

Ich würde anderen Menschen niemals ihre Möglichkeiten absprechen.

Im Gegenteil, mir geht es darum, die allen z.V. stehenden Möglichkeiten aufzuzeigen, weil viele sie nicht nutzen. - Das ist etwas ganz anderes, als "die meisten" in die Tonne zu kloppen!



Ich würde anderen auch nicht die Möglichkeiten absprechen wollen, wie käm ich dazu, aber manche haben eben sehr wenig Möglichkeiten und stehen nicht selten vor dem geistigen Nichts, oft selbstverschuldet... das sind Fakten, die du doch nicht mir anlasten solltest! 
Das Wirkliche ist nun mal die Realität, das Mögliche eine Option und die Konsequenzen nicht selten das Nichts.
Das Schönreden ist nicht meine Aufgabe, das überlasse ich gerne den unverbesserlichen Idealisten.
Zitat Verdandi:
«Das individuelle Leben entsteht aus dem Nichts und endet im Nichts. …
Und dem Nichts, das uns für einen kurzen Moment frei gab und uns bald wieder verschlingen wird, ist es egal, ob wir unsere Freiheit genutzt haben werden oder nicht.»


Dafür, dass alles NICHTS ist, predigst du aber lang.

Eigentlich besteht die Botschaft aus dem ersten und letzten Satz. Der erste ist ein gewagtes Dogma, das ich weder beweisen noch widerlegen kann.

Der Schlussatz, nun ja, die Freiheit der Gedanken nützt einem am Galgen nicht mehr viel.

Aber wie Gertinka biblisch sagt: "Ich bin der, der ich sein werde":

Wir schöpfen unsere Möglichkeiten nicht aus. Daran lässt sich arbeiten!
Daiyogen hat geschrieben: Ich würde anderen auch nicht die Möglichkeiten absprechen wollen, wie käm ich dazu, aber manche haben eben sehr wenig Möglichkeiten und stehen nicht selten vor dem geistigen Nichts, oft selbstverschuldet... das sind Fakten, die du doch nicht mir anlasten solltest! 


Fakten ?
"Der Mensch als schwächster Strahl der Geistigkeit vermag das rein Geistige nicht zu schauen........."
So sieht es Wiki und ich auch.
Daher wundert es mich, wenn Menschen meinen, nur aufgrund von Geschreibsel in einer Unterhaltungsplattform anderer Leut´s Geist bemessen zu können.
Den Geist anderer zu (be)messen ist sehr schwierig, entweder weil die Skalierung viel zu klein oder sie viel zu groß ist.