@ rororo. » 08.11.2016, 9:52

Ich habe nicht geschrieben, dass „alles nichts“ sei, sondern, dass zwischen zwei Zuständen des Nichtseins das, wenn auch im Verhältnis zum Alter des Kosmos‘ ultrakurze, aber dennoch für uns mögliche pralle Leben besteht – wenn wir unsere Möglichkeit zu nutzen wissen. Und als „Predigten“ sind meine Beiträge ganz sicher nicht zu gebrauchen, weil einfach nicht salbungsvoll genug, finde ich. Obwohl… Eine „Mission“ hätte ich schon: Wenn ich etwas als gut erkannt habe, teile ich es gern mit anderen; aber ob das schon ausreicht für eine Predigt?

In der biblischen Sache scheinen Du, Gertinka und ich uns aber glücklicher- oder zumindest zufälligerweise einig zu sein:

Verdandi hat geschrieben: 07.11.2016, 13:59

...Das wiederum hat mich sofort an den brennenden Dornbusch erinnert, als Gott sprach: „Ich bin der, der ich sein werde!“ ....





@ Daiyogen » 08.11.2016, 9:16

Du hast zunächst geschrieben:


>>Der Horizont der meisten ist doch so begrenzt, als gäbe es ihn fast nicht… mit ihrem möglichen Horizont verhält es sich nicht anders (…)<<

Jetzt schreibst Du:
>>Ich würde anderen auch nicht die Möglichkeiten absprechen wollen, wie käme ich dazu, aber manche haben eben sehr wenig Möglichkeiten (…)<<

Also was jetzt: „Die meisten“ oder „manche“? – Wenn es „die meisten“ sein sollen, woher hast Du diese Erhebung? Wenn es keine gibt, wie ich vermute, wie kommst Du nur darauf? Meinst Du, allein von den paar Leuten, die Du vielleicht persönlich kennst, auf alle anderen schließen zu können?

Ich mag solche sprachlichen Verbal-Rundumschläge jedenfalls nicht.

Ganz abgesehen davon scheint aus Deinen Beiträgen zu solche Themen immer wieder mehr oder wenig offen ein großer Pessimismus durch, der vielleicht Deine Überzeugzungen entsprechend eingefärbt hat? – Bei mir ist es umgekehrt, ich bin im Zweifel eher optimistisch. – Das kann ja dann auch nicht zusammenkommen. Ab und zu sollte man Meinungsverschiedenheiten von dieser Metaebene aus betrachten – denn das allermeiste hier ist ja nur Meinungsäußerung.


Daiyogen hat geschrieben: Das Wirkliche ist nun mal die Realität, das Mögliche eine Option und die Konsequenzen nicht selten das Nichts.


das Wirkliche als Realität ?

jede der Spezies auf der Erde - und jeder einzelne Mensch - erlebt die Wirklichkeit anders.....
die Polizei kann ein Lied davon singen:
Menschen, die zur gleichen Zeit - am gleichen Platz - ein Ereignis gesehen haben - beschreiben es oft völlig unterschiedlich (denn jedes Gehirn sortiert/interpretirert "seine" Wirklichkeit unterschiedlich).....

dem Hund stinkt es - und wir riechen nichts....
die Biene sieht Farben, die wir nicht sehen
die einen haben ein Weitwinkel-, die anderen ein Teleobjektiv....
vom Echolot der Fledermäuse und Delphine ganz zu schweigen.....

und das nur auf unserer kleinen Erde !.....
wie wird es da in den Weiten des Universums mit der jeweiligen Wirklichkeit aussehen ?

(die Prognosen für andere (und vielleicht völlig andersartige) Intelligenzen im Universum liegen inzwischen bei über 90 %).....

leider haben wir Menschen nur unsere "langsame" Lichtgeschwindigkeit - während das Universum unvorstellbar groß ist ......wenn wir es als "Nichts" sehen - dann nur, weil unser Verstand (noch) nicht fähig ist - es auszuloten.....

gerade stelle ich mir vor, wie die Katze oder der Hund vor dem PC sitzt - vor diesem Plastik-Ding - man kann es nur zerkauen und dann ist es ein Nichts....... :wink:


>>Ich mag solche sprachlichen Verbal-Rundumschläge jedenfalls nicht.<<

:arrow: "sprachlichen" bitte wegdenken; die Redundanz war mir entgangen. :wink:


*grins

Aber doppelt gemoppelt hält doch besser! 
Gundulabella hat geschrieben:
Daiyogen hat geschrieben: Das Wirkliche ist nun mal die Realität, das Mögliche eine Option und die Konsequenzen nicht selten das Nichts.


das Wirkliche als Realität ?

jede der Spezies auf der Erde - und jeder einzelne Mensch - erlebt die Wirklichkeit anders.....
die Polizei kann ein Lied davon singen:
Menschen, die zur gleichen Zeit - am gleichen Platz - ein Ereignis gesehen haben - beschreiben es oft völlig unterschiedlich (denn jedes Gehirn sortiert/interpretirert "seine" Wirklichkeit unterschiedlich).....

dem Hund stinkt es - und wir riechen nichts....
die Biene sieht Farben, die wir nicht sehen
die einen haben ein Weitwinkel-, die anderen ein Teleobjektiv....
vom Echolot der Fledermäuse und Delphine ganz zu schweigen.....

und das nur auf unserer kleinen Erde !.....
wie wird es da in den Weiten des Universums mit der jeweiligen Wirklichkeit aussehen ?

(die Prognosen für andere (und vielleicht völlig andersartige) Intelligenzen im Universum liegen inzwischen bei über 90 %).....

leider haben wir Menschen nur unsere "langsame" Lichtgeschwindigkeit - während das Universum unvorstellbar groß ist ......wenn wir es als "Nichts" sehen - dann nur, weil unser Verstand (noch) nicht fähig ist - es auszuloten.....

gerade stelle ich mir vor, wie die Katze oder der Hund vor dem PC sitzt - vor diesem Plastik-Ding - man kann es nur zerkauen und dann ist es ein Nichts....... :wink:

____
Das ist doch uralter, kalter Kaffee... die Wirklichkeit oder die Realität wird natürlich von den einzelnen Lebewesen, entsprechend ihrer spezifisch-unterschiedlichen Erkenntnisfähigkeit unterschiedlich wahrgenommen.

Deshalb kann kein Lebewesen, auch nicht der Mensch, die "Dinge an sich*" erkennen! ...das bedeutet aber nicht, dass sie nichts wirklich Seiendes, nichts real Seiendes erkennen würden.

Tipp: Einfach mal mit dem Auto mit 100 km/h auf der Autobahn gegen einen Brückenpfeiler fahren, dann kann jeder erfahren was das wirklich Seiende, das real Seiende ist. Aber den Brückenpfeiler hat man trotzdem nicht als das gesehen, was der "Brückenpfeiler an sich" ist, sondern nur als das, was der Brückenpfeiler für einen selbst ist! 

*KANT 


Dass „Wirklichkeit“ viel mehr als unmittelbar vorgefundene, blanke Realität bedeutet, können insbesondere Künstler und Schriftsteller in ihrem Metier immer wieder erleben – und so hatte es seinerzeit auch ROSE AUSLÄNDER (1901-1988) erfahren können:

» Ich habe, was man Wirklichkeit nennt, auf meine Weise geträumt, das Geträumte in Worte verwandelt und meine geträumte Wortwirklichkeit in die Wirklichkeit der Welt hinausgeschickt. Und die Welt ist zu mir zurückgekommen. «


@D
sorry - für mich ist die (jeweils wahrgenommene) Wirklichkeit nicht unbedingt die Realität....

während du beides anfangs lockerflockig gleichsetzt - und dann einen Rückzieher machst...... 8)

ist das für mich nur ein zusätzlicher Beweis für die individuelle Wahrnehmung von Wirklichkeit und Realität :!: ...... :wink:
ich weiß um diesen Unterschied und ich bin froh drum......
auch wenn es "uralter kalter Kaffee" ist..... :wink:
Verdandi hat geschrieben:

Dass „Wirklichkeit“ viel mehr als unmittelbar vorgefundene, blanke Realität bedeutet, können insbesondere Künstler und Schriftsteller in ihrem Metier immer wieder erleben – und so hatte es seinerzeit auch ROSE AUSLÄNDER (1901-1988) erfahren können:

» Ich habe, was man Wirklichkeit nennt, auf meine Weise geträumt, das Geträumte in Worte verwandelt und meine geträumte Wortwirklichkeit in die Wirklichkeit der Welt hinausgeschickt. Und die Welt ist zu mir zurückgekommen. «



_______
Es gibt unterschiedliche Ebenen der Wirklichkeit, dazu gehört auch die geträumte, an die man sich erinnern kann und ihr dann, in einer anderen Wirklichkeitsebene, Gestalt geben kann.

Es gibt aber auch die Wirklichkeitsebene bei ALDI an der Kasse.
 


@ Daiyogen,

wer sagt Dir denn, dass die Kassiererin bei ALDI keine Träume hat – bzw. ihre Möglichkeiten nicht nutzt und sich stattdessen nur über ihr Kassiererinnen-Sein identifiziert?

Und wer sagt Dir, dass sie ihren Job nicht gerne macht, weil sie sehr gerne mit Menschen zu tun hat oder schlichtweg ihre Fähigkeit mag, die Kasse behände zu bedienen? So gibt es auf allen Stufen vom Arbeiter bis zum Akademiker die Möglichkeiten, seine Arbeit gerne zu tun. Andererseits gibt es auch gelangweilte Ärzte, die es nur für Geld machen und sich obendrein noch ärgern, wenn Kollege X noch mehr davon hat…

Natürlich kannst Du entgegnen, dass es sicherlich viele Menschen gibt, die keine Wahl haben, im schlechtbezahltesten und wenigsten anerkannten Dienstleistungssektor malochen zu müssen. Aber willst Du all denen nicht zugestehen, in irgendeiner Weise ihrem Leben dennoch einen Sinn zu geben, indem sie ihren ganz persönlichen Möglichkeiten nachspüren? Abseits ihrer beruflichen Tätigkeit. - Oder sei es, sie gehen auf die Straße und kämpfen unmittelbar für mehr Lohn und Anerkennung und bessere Ausbildung und sonstige Chancen in ihrem Beruf.


vor einigen Wochen war ich beim Aldi an der Kasse.....
als ich den Geldbeutel rauskramen wollte - war der weg.....
ich war fix und fertig, weil da meine sämtlichen "Karten" drin waren.....

der Chef sagte dann zu mir:
ich schaue mir jetzt das Video an .....
in dem Video konnte man mich an jeder Station sehen - alles was ich eingekauft hatte:
Bonbons - Wein - Gemüse und wie ich die Aldi-Jacke anprobiert hatte.....

er sagte:
gute Frau - ihr Geldbeutel ist nicht gestohlen worden - wir haben alles auf Band......

ich war aber immer noch fest überzeugt davon, dass mir jemand den Geldbeutel gestohlen hatte - wahrscheinlich während ich die Jacke anprobiert habe......

nachdem ich daheim war - hab ich dann meinen Geldbeutel hinter der Wohnungstüre gefunden - wo er mir wohl aus der Einkaufstasche gerutscht war...... :?
Verdandi hat geschrieben:

@ Daiyogen,

wer sagt Dir denn, dass die Kassiererin bei ALDI keine Träume hat – bzw. ihre Möglichkeiten nicht nutzt und sich stattdessen nur über ihr Kassiererinnen-Sein identifiziert?

Und wer sagt Dir, dass sie ihren Job nicht gerne macht, weil sie sehr gerne mit Menschen zu tun hat oder schlichtweg ihre Fähigkeit mag, die Kasse behände zu bedienen? So gibt es auf allen Stufen vom Arbeiter bis zum Akademiker die Möglichkeiten, seine Arbeit gerne zu tun. Andererseits gibt es auch gelangweilte Ärzte, die es nur für Geld machen und sich obendrein noch ärgern, wenn Kollege X noch mehr davon hat…

Natürlich kannst Du entgegnen, dass es sicherlich viele Menschen gibt, die keine Wahl haben, im schlechtbezahltesten und wenigsten anerkannten Dienstleistungssektor malochen zu müssen. Aber willst Du all denen nicht zugestehen, in irgendeiner Weise ihrem Leben dennoch einen Sinn zu geben, indem sie ihren ganz persönlichen Möglichkeiten nachspüren? Abseits ihrer beruflichen Tätigkeit. - Oder sei es, sie gehen auf die Straße und kämpfen unmittelbar für mehr Lohn und Anerkennung und bessere Ausbildung und sonstige Chancen in ihrem Beruf.



das ist versteckte Akkordarbeit.....wenn jemand Geld braucht - dann macht er das ......
meist sind es die jungen Familien, die Geld brauchen....
ich hab vor zig Jahren, als ich wegen der Anlage Geld brauchte - ebenfalls eine Zeitlang Akkord gearbeitet.....
befristet ist es ok - vor allem die Spätschichten bringen Geld - auf Dauer macht es einen aber kaputt...
Die  Arbeitsbedingungen als Kassierer/in bei ALDI & Co  sind nicht geeignet Freude zu bereiten.
Und das Bedürfnis, " mit Menschen zu tun zu haben" wird da wohl auch kaum Erfüllung finden.......

Ich empfehle WALLRAFF - nach wie vor hochaktuell  :!:
Verdandi hat geschrieben:

@ Daiyogen,

wer sagt Dir denn, dass die Kassiererin bei ALDI keine Träume hat – bzw. ihre Möglichkeiten nicht nutzt und sich stattdessen nur über ihr Kassiererinnen-Sein identifiziert?

Und wer sagt Dir, dass sie ihren Job nicht gerne macht, weil sie sehr gerne mit Menschen zu tun hat oder schlichtweg ihre Fähigkeit mag, die Kasse behände zu bedienen? So gibt es auf allen Stufen vom Arbeiter bis zum Akademiker die Möglichkeiten, seine Arbeit gerne zu tun. Andererseits gibt es auch gelangweilte Ärzte, die es nur für Geld machen und sich obendrein noch ärgern, wenn Kollege X noch mehr davon hat…

Natürlich kannst Du entgegnen, dass es sicherlich viele Menschen gibt, die keine Wahl haben, im schlechtbezahltesten und wenigsten anerkannten Dienstleistungssektor malochen zu müssen. Aber willst Du all denen nicht zugestehen, in irgendeiner Weise ihrem Leben dennoch einen Sinn zu geben, indem sie ihren ganz persönlichen Möglichkeiten nachspüren? Abseits ihrer beruflichen Tätigkeit. - Oder sei es, sie gehen auf die Straße und kämpfen unmittelbar für mehr Lohn und Anerkennung und bessere Ausbildung und sonstige Chancen in ihrem Beruf.



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Natürlich hat die Kassiererin bei ALDI auch Träume, aber was kann sie daraus machen, welche Möglichkeiten schöpft sie daraus, welcher Wirklichkeit kann sie Gestalt geben? ...hier darf man nicht bei allen Menschen das gleiche Potential erwarten, aber etwas machen wir alle gleich, nämlich WEITERTRÄUMEN. 


Ich dachte, in deinem Thread ginge es um das Thema, "Die Wirklichkeit, das Mögliche und das Nichts", und nicht, ob eine Kassiererin bei ALDI ihre Arbeit gerne macht oder nicht. 
Da ich ein sehr praktisch veranlagte Menschin bin weiß ich seit mein Sohn drei war, dass es ein NICHS gar nicht existiert.
Immer wenn es irgend wo sehr still war wo er sich gerade befand und ich rief " Ka? Was machst du?"  Kam ein fröhliches " Nichts!" 
Aber da war irgend etwas immer. Mal war die Küche mit kaffesahne geflutet, mal bekam der Hund eins mit dem fleischklopfer drübergebraten... 
ich würde diesen vermeintlichen nichts jedenfalls nicht unterschätzen.