Zum Beitrag von Filofaxi, 27.06.2020, 20.07h


Zu den Begriffen „Potenzialität“ / „Macht“:
Es sind an sich völlig wertgleiche Synonyme, bedeuten also genau dasselbe – egal, ob es sich hierbei um intendierte oder bereits verwirklichte Möglichkeiten handelt. – Allein im Bereich gesellschaftspolitischer Zusammenhänge, wenn es um Fragen von Regierung und „Herrschaft“ geht, wird vorzugshalber der Begriff „Macht“ verwendet (aber nicht in jedem Fall, s. den weniger gebräuchlichen Begriff „Potentat“ für Herrscher), daher benutze ich außerhalb politischer Zusammenhänge lieber den anderen, weniger politisch besetzen, also neutraleren Begriff.


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Ich würde den Begriff „Panpsychismus“ nicht als „Modebegriff“ abwerten, zum einen, weil es ihn schon seit dem 16. Jahrhundert gibt und zum anderen, weil das aktuelle Interesse einer verhältnismäßig geringen Anzahl anerkannter Philosophen daran gewiss nicht als „Mode“ einzuordnen ist.

Der Panpsychismus ist ganz gewiss kein „Animismus“. Und es geht auch nicht um das Lebendigsein, sondern um den „intrinsischen Charakter physikalischer Entitäten“ lt. Dr. Patrick Spät, von dem es eine relativ aktuelle Schrift (seine Dissertation) zum Thema gibt:

>>Panpsychismus : ein Lösungsvorschlag zum Leib-Seele-Problem<< (2006), Freidokument der Universitätsbibliothek Freiburg

https://freidok.uni-freiburg.de/data/7608

(Man muss die pdf-Datei nicht herunterladen, sondern kann sie auch lediglich öffnen, dazu nur einmal auf „Download“ klicken.)


Auszug / S. 109:

>>...Der Panpsychismus geht davon aus, dass die gesamte Wirklichkeit von geistigen Eigenschaften durchdrungen ist. Während die elementarsten Dinge der – wie noch zu zeigen ist – rudimentäre, binäre Informationen erfassen, besitzen Zellen und Bakterien zwar kein Bewusstsein ihrer selbst, aber eine deutliche Sensitivität für Reize. Die Zellen der Farbzäpfchen im Auge etwa werden durch das eintreffende Licht stimuliert und senden diese Informationen an das Zentralnervensystem. Eine Schmeckzelle wiederum reagiert auf eine ansteigende Konzentration von Kochsalz und veranlasst so die Freisetzung von Neurotransmittern. An diese Gedanken schließt sich ein zentrales Argument für den Panpsychismus an: Dass nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Zellen, Bakterien und sogar Elektronen zumindest einen rudimentären geistigen Pol aufweisen, unterstreicht die Forderung von Whitehead, „dass in die Natur keine willkürlichen Brüche eingeführt werden dürfen“. Die Motivation für diese These liegt darin begründet, dass es sich als äußerst schwierig herausstellt, eine Trennlinie zwischen geistbegabten und geistlosen Entitäten zu ziehen. Descartes zog diese Trennlinie zwischen Menschen und Tieren, so dass letztere als bloße Automaten angesehen wurden. Dies widerspricht zugleich empirischen Tatsachen und metaphysischen Überlegungen:

(1) Empirische Tatsachen über die graduelle Abstufung des Geistigen:
Auf der Ebene der Einzeller finden wir Lebewesen, die sich nur durch eine einzige Membran von ihrer Umwelt abgrenzen; und doch lassen sich schon hier rudimentäre geistige Eigenschaften feststellen: Pantoffeltierchen (paramecium) nehmen Berührungen, Temperatur- und Belichtungsunterschiede, chemische Reize und das Verhalten ihrer Artgenossen wahr und passen ihr Verhalten dementsprechend an. Stoßen sie auf ein Hindernis, so kehren sie die Schlagrichtung ihrer Zilien (Wimpern) um, vollführen eine Drehung und versuchen anschließend, am Hindernis vorbeizuschwimmen. Fügt man der Flüssigkeit, in der die Pantoffeltierchen schwimmen, Trinitrophenol (Pikrinsäure) zu, so setzen die Einzeller alles daran, der ätzenden Flüssigkeit zu entkommen. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die Pantoffeltierchen bewusste Erlebnisse haben, doch ihr zielgerichtetes Verhalten legt nahe, dass sie eine nichtbewusste Intentionalität aufweisen. Auch Bakterien (der Art escherichia coli) sind zu einer Wahrnehmung von Konzentrationsunterschieden bei chemischen Stoffen fähig – wie das Phänomen der sogenannten Chemotaxis zeigt: Wenn die Bakterien in einer Saccharose-Lösung umherschwimmen, dann steuern sie stets denjenigen Ort geradlinig an, der die höchste Konzentration an Saccharose aufweist. Somit sind auch Bakterien zu einem nichtbewussten Erleben ihrer Umgebung fähig.

Die Biologin Lynn Margulis folgert aus diesen Tatsachen:
„Not just animals are conscious, but every organic being, every autopoietic cell is conscious. In the simplest sense, consciousness is an awareness of the outside world. […] It may also be the world outside one’s cell membrane. Certainly some level of awareness, of responsiveness owing to that awareness, is implied in all autopoietic systems.“

[„Nicht nur Tiere sind bei Bewusstsein, sondern jedes organische Wesen, jede autopoetische Zelle ist bei Bewusstsein. Bewusstsein ist im einfachsten Sinne ein Bewusstsein der Außenwelt. […] Es kann auch die Welt außerhalb der Zellmembran sein. Sicherlich ist in allen autopoetischen Systemen ein gewisses Maß an Bewusstsein und Reaktionsfähigkeit aufgrund dieses Bewusstseins impliziert. “]

An dieser Stelle ist eine kurze Klärung vonnöten: Im Eingangszitat von James, aber auch bei Margulis und einigen weiteren Autoren begegnet uns die Annahme, dass das Bewusstsein auf allen Ebenen des Physischen anzutreffen sei. Diese Autoren, zu denen auch Teilhard de Chardin zählt, gebrauchen den Begriff des Bewusstseins nicht im Sinne eines selbstreflektierten Erlebens, das seiner selbst gewahr wird. Sie gebrauchen ihn in einem weiten Sinne für die Eigenschaft, ein Minimum an Subjektivität und Intentionalität zu haben. Auch wenn der Graduelle Panpsychismus präziser von einem nichtbewussten statt bewussten Erleben sprechen würde, ist die Intention doch die gleiche: Das Erleben und der intentionale Bezug zur Außenwelt sind nicht nur höherentwickelten Organismen vorbehalten. ...<<



(Die unterstrichenen Stellen sind im Original kursiv markiert.)


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Hier geht es auch nicht um einzig „richtige“ oder „falsche“ Bewusstseinsinhalte, Wege und Ziele*, was ohnehin niemand aus der intrinsischen Sicht eines anderen zu beurteilen vermag, weil jeder alles, außer sich selbst nur von außen wahrnehmen kann.

* Wie ich dazu stehe, hatte ich bereits des Öfteren dargelegt, zuletzt hier:

https://www.50plus-treff.de/forum/die-wirklichkeit-das-moegliche-und-das-nichts-t75310-s945.html#p5238232






I n t e r m e z z o ...


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(Pixabay)


Weiß als die wahre,
wirkliche Idee der Unendlichkeit
und folglich befreit vom Farbhintergrund des Himmels...
Schwebt hinaus! Der weiße, freie Abgrund,
die Unendlichkeit, liegt vor uns ...


Kasimir Malewitsch




>>Die drei Dogmen des Panpsychismus<<
Prof. Dr. Uwe Voigt


„Die drei Dogmen des Panpsychismus“ ist ein sehr differenzierender und somit aufschlussreicher Vortrag von Prof. Dr. Uwe Voigt vom 17.01.2019 in der Hochschule für Philosophie, München – im Rahmen der Vorlesungsreihe: „AKTUELLE PERSPEKTIVEN AUF DEN PANPSYCHISMUS“

https://youtu.be/lXSTrI2NwnQ




>> „Das Gehirn denkt nicht“

Der Psychiater Thomas Fuchs [*] interessiert sich dafür, was Menschen brauchen, um zu denken. Zum Beispiel andere Menschen.<<
Interview: Peter Laudenbach

brand eins online / Partner von ZEIT online (2009)

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2009/denken/das-gehirn-denkt-nicht


Auszug:

>>...Diese Möglichkeit der Selbstformung bedeutet Freiheit. Die neuronalen Schaltkreise determinieren nicht mein Verhalten, wie ein Teil der Gehirnforscher glaubt. Im Gegenteil, sie ermöglichen mir innerhalb eines gegebenen Möglichkeitsraumes, der zum Beispiel durch meine Gene definiert ist, zu erlernen und zu tun, was ich tun will. ...<<

(Die Unterstreichungen sind von mir)


* Thomas Fuchs (*1958), deutscher Psychiater und Philosoph:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Thomas_Fuchs_(Mediziner)





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Ein Mensch kann nur eine Wirklichkeit unmittelbar erfahren, das ist die eigene Sicht auf das, was er als in sich selbst oder außerhalb seiner selbst befindlich wahrnehmen kann.
Und nur das eigene innere Erleben kann auf diese einzigartige Weise „intrinsisch“ (von innen her) erfasst werden.


Was im allgemeinen Sprachgebrauch meist abfällig bzw. entwertend gemeint ist: Dass jemandes Wahrnehmung, Einordnung und Bewertung einer Sache „nur subjektiv“ sei und deshalb nicht wirklich zähle, bekommt mit dieser konsequenten Sichtweise eine ganz andere Qualität.

Das unmittelbare innere Erleben wird wissenschaftlich auch „Qualia“ genannt.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Qualia


Dieses subjektive Erleben kann mit niemand anderen geteilt werden. Es existieren viele Möglichkeiten, sich über die tiefe Bedeutung dieser Tatsache hinwegzusetzen oder gar zu täuschen, sowohl aus ganz praktischen, also rationalen Erwägungen heraus: Insbesondere, so die offizielle Legitimation, um in der Lage zu sein, seinen Teil an gesellschaftlich relevanten Aufgaben leisten und erfüllen zu können. Als auch aus ganz persönlichen, manchmal scheinbar unerklärlich ängstigenden Gründen heraus, die irrational erscheinen, so dass sie unterdrückt und überlagert werden „müssen“ mittels rationalisierter „Gewissheiten“, wie der, dass nur das zähle, was „objektiviert“ werden könne. – Letztlich aber wird nichts mehr gefürchtet, als die mit der Einsicht in die Einzigartigkeit der Erfassung der eigenen Wirklichkeit unweigerlich verbundene Einsamkeit!


Der Mensch kann durch seine einzigartige Erfassung der Wirklichkeit als Subjekt sein Getrenntsein von anderen an dieser elementar bedeutsamen Stelle niemals überwinden.

Er sollte aber diesen Status des Auf-Sich-Gestellt-Seins nicht zu entfliehen versuchen, sondern zunächst im Bewusstsein dieser Evidenz ausharren und lernen, diese zu akzeptieren und anzunehmen.

Schafft er das, wird er (wenn er merkt, dass es ihn nicht umbringt...) daran erstarken und fähig werden, auf dieser Grundlage sein Leben zu meistern.


Eine auf Freiheit und Gerechtigkeit gründende demokratische Gesellschaft wird dies ihren Mitgliedern ermöglichen. Dagegen sind die Machthaber totalitär organisierter Gesellschaften aufgrund ihrer wichtigsten Bestrebung, nämlich die der Machterhaltung, ganz um das Gegenteil bemüht:

Dort werden die Werte der Gemeinschaft weit über die des Individuums gestellt und letztlich zu seinen Lasten idealisiert und ideologisiert. Der unbequem werden könnende individuelle Eigensinn wird dabei als Gefahr erkannt, möglichst vollkommen ausgemerzt und durch Gleichschaltung ersetzt.

Aber auch in Demokratien, wie in manchen asiatischen Ländern, kann der Wert gesellschaftlicher Normen einen enormen Druck auf das Individuum ausüben und es massiv daran hindern, sich frei zu entfalten.

Die Motive und Gründe können allerdings sehr unterschiedlich sein. Was sich in einer staatlich freien Gesellschaft generell selbstbeschränkend auswirken kann, kommt allerdings aus ihrer Mitte und gründet auf tradierte, also in kollektiver Selbstkontrolle lange Zeiten eingeübte Werte.

Wobei aber die Vermutung eines Außenstehenden, dass es sich hier um eine „mentale Eigenart“ des betreffenden Volkes handelt, einem fetten Vorurteil entspringen könnte. Viel wahrscheinlicher ist es, dass frühere totalitäre Herrschaftsformen über die Jahrhunderte hinweg eine solche „Bereitschaft“ des Individuums, sich unbedingt dem Ganzen unterzuordnen, erzeugt und permanent „gefördert“ und damit die Gemeinschaft zu einem nur scheinbar „natürlichen“ Kollektiv geprägt haben dürften.


(This could be continued at some point ... :wink: )







Die einzige Möglichkeit, die zur Wirklichkeit Desjenigen werden kann, der sie bewirkt, existiert natürlich nicht nur im Bereich der materiellen Körper, sondern auch im Bereich der seelischen Beziehungen zwischen den Lebewesen, die sie miteinander gestalten, und im Bereich der geistigen Vorstellungen von Allem, was ein Lebewesen als solches zu erkennen vermag.

Das Vermögen als „Fähigkeit, Etwas zu bewirken“ ist neben den günstigen Umständen eine der notwendigen Voraussetzungen der Machbarkeit, und damit nur ein Teil der Macht, derer es bedarf, um erfolgreich seine Pläne in die Tat umsetzen zu können.

Ein Elektron, welches einerseits durch die Fliehkraft seiner Geschwindigkeit, mit der es unterwegs ist, und andererseits durch die Anziehungskraft des Atoms, welches es umkreist, in seiner Bahn gehalten wird, hat nur dann die Möglichkeit, dem Einfluss des Atoms zu entrinnen, wenn die Umstände dafür sich ändern, wobei es dann höchstens eine (herrschafts-)freie Entscheidung von ihm ist, wegzufliegen, aber keine, die auf zwei oder mehr vorgestellten Alternativen beruht, die - scheinbar unabhängig von den jeweiligen Umständen – nur in der Fantasie des Vorstellenden existieren.

Ob das Elektron, welches nicht die biologischen Kriterien der Regenerationsfähigkeit und Reproduktionsfähigkeit erfüllt, um als lebendig gelten zu können, sich auch seiner selber bewusst sein und sozial handeln können muss, wie es bei Lebewesen der Fall ist, um damit erfolgreich zu sein, oder aber ob es ausreicht, dass die Vorgänge unbewusst nach einem ökonomischen Prinzip vonstatten gehen, welches u.a. auch auf Gewohnheiten beruht, spielt bei der Beurteilung der Möglichkeit, die es mutmaßlich gehabt hätte, mit einem anderen Handeln zum selben Zeitpunkt noch erfolgreicher gewesen zu sein, als dieses real der Fall gewesen ist, genauso wenig eine Rolle, wie wenn Jemand oder Etwas über keinerlei dieser Fähigkeiten verfügt, und damit lediglich ein Spielball der jeweiligen Kräfte ist, die ganz ohne persönliche Absicht zwischen den Entitäten entstehen und vergehen.

Ansonsten ist das Mögen natürlich genauso wenig ein Kriterium für das, was geschehen wird und was nicht, wenn es gar keinen Mögenden gibt, wie für das, was ein Vermögender unter speziellen dafür geeigneten Umständen vermag und was nicht, wenn es gar keinen Vermögenden gibt, sondern nur einen Unvermögenden, der noch nicht mal über die Fähigkeit des Mögens oder Nicht-Mögens verfügt, wenn ihm z.B. als Totem, der nicht mehr lebt, die dafür notwendigen geistigen, seelischen und körperlichen Voraussetzungen fehlen.

Der Mensch ist ein Makroobjekt, das aus vielen Mikroobjekten besteht und zugleich Subjekt ist und als solches über ein hochorganisiertes Bewusstsein verfügt.

Wir können uns nicht vorstellen, wie es „sich anfühlt“, ein Mikroobjekt in einem Organismus zu sein. Allein schon der Begriff des „Fühlens“ ist nur ein sprachliches Hilfskonstrukt und hat mit den damit bei uns verbundenen Sinneswahrnehmungen natürlich gar nichts zu tun.

Ein Mikroobjekt (zum Beispiel auf zellulärer Ebene) kann selbst hochorganisiert sein und in einem komplexen System von Wechselwirkungen mit seiner „Außenwelt“, die vor allem aus anderen Mikroobjekten besteht, eingebunden sein. Um gut zu funktionieren, also möglichst optimal seinen Zweck zu erfüllen, benötigt es gewisse Stoffe, die ihm regelmäßig zugeführt, unterdesssen die Stoffwechselprodukte abgeführt werden müssen.

Auf einer protomentalen Ebene wird sich dieses Mikroobjekt „gut fühlen“, wenn es das „tun“ kann, was in ihm angelegt ist als Möglichkeit, Zweck und Ziel. Das unmittelbare, direkte Ziel impliziert zugleich das gemeinschaftliche höhere Ziel – was für einen Organismus der Lebenserhalt des Makroobjekts wäre. Sobald es zu Störungen im nächst übergeordneten Organismus (einem Zellverbund, ein Organ) kommt, und diese sich etwas durch eine unzureichende Nährstoffzufuhr auswirken, wird es versuchen, damit so umzugehen, dass seine Funktion auf einem niedrigeren und damit anfälligeren Niveau als dem normalen aufrecht erhalten bleibt, usw.

Das ist die „Bestimmung“ eines in einem Makroobjekt eingebundenen Mikroobjekts. Das Makroobjekt täte gut daran, dafür zu sorgen, dass sein aus Mikroobjekten zusammengesetzter Organismus von Schäden und Mangelzuständen möglichst bewahrt bleibt.

Nehmen wir einen Menschen, dem klar geworden ist, welche wertvolle „Arbeit“ jede einzelne Zelle für ihn, den zu einem expliziten Ich-Bewusstsein gelangten Gesamtorganismus, leistet und dass diese nichts anderes braucht, als optimale Arbeitsbedingungen: Muss er da nicht total dankbar und demütig sein und sich nun mit allen Kräften dafür einsetzen, dass er sich und damit jede einzelne Zelle vor Schäden und Mangelzuständen bewahrt?

Wenn ein solcher Mensch nun öfter in seinen Körper hinein „horcht“, um eine Empfindung dafür zu gewinnen, wie alles zusammenwirkt und ihn – d.h. alles, woraus er besteht – lebendig erhält..., kann daraus leicht ein regelmäßiger Akt der Selbstversenkung und des Zu-Sich-Kommens entstehen. Es wäre eine Art der Meditation, die ich mir jetzt gut vorstellen kann, weil sie mir sehr sinnvoll erscheint.


Die nächste mögliche Überlegung könnte in der Frage münden, ob wir als Menschen nicht selbst auch Mikroobjekte eines übergeordneten Makroobjektes sein könnten? Wenn man die Menschheit als Organismus betrachteten würde, könnte man sich den einzelnen Menschen wie eine Körperzelle vorstellen, deren wichtigste Aufgabe in der Notwendigkeit besteht, alles dafür zu tun, den Gesamtorganismus zu erhalten.

Wäre das tatsächlich so, wären wir in komplex organisierter Harmonie mit allen anderen verbunden, so dass unser Selbstbewusstsein kein subjektives sondern objektives, kollektives wäre. – Das erinnert mich allerdings stark an die Spezies der „Borg“ bei Star Trek. :wink: ...Wären wir tatsächlich so organisiert, wären uns allerdings unsere Fähigkeit des subjektiven Erlebens und unser von anderen völlig getrenntes Ich-Bewusstsein total im Wege!

Was in die andere Richtung – in die Tiefe des Bereichs der Mikroobjekte – vordringend noch zu bemerken wäre: Auf der Ebene der Elementarteilchen ist das Spektrum der Funktionen im Verhältnis zu dem der Körperzellen ungemein eingeschränkt. Wenn wir uns als hochorganisiertes und mit einem hochkomplexen Ich-Bewusstsein ausgestattetes Makroobjekt schon nicht das protomentale Bewusstsein einer unserer Körperzellen vorzustellen vermögen, werden wir das erst recht nicht auf Elementarteilchenebene können.

Wirklich von Interesse ist das aber auch nicht. Elektronen müssen keine „Gewohnheiten“ annehmen, um zu funktionieren. Sie funktionieren auf der Basis absolut begrenzter Optionen – vergleichbar vielleicht mit dem binären On-/Off-System eines Algorithmus. Dort wo die Körperzelle noch eine biologisch komplexe Leistung mit all ihren notwendigen Einzelschritten und Abläufen vollziehen muss, kann das Elektron nur entstehen oder vergehen, sich frei bewegen oder nicht frei bewegen. Zu wissen, wie sich die Wirklichkeit auf dieser niedrigsten Ebene „anfühlt“, wäre sicher nicht besonders spektakulär.

Das protomentale intrinsische Bewusstsein einer meiner Körperzellen dagegen ist deshalb für mich so interessant, weil sie ein Teil von mir ist, den ich möglicherweise bewusst beeinflussen kann. (Dazu fällt mir jetzt der Begriff des „Biofeedback“ ein.) Diese Vorstellung finde ich faszinierend. Und das damit verbundene Ziel wäre, in größerer Harmonie mit bzw. in meinem eigenen Körper zu leben.


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Aufbau einer Nervenzelle (Wikimedia Commons)




Die Unterscheidung von Subjekt und Objekt dient eigentlich dazu, das Betrachtete vom Betrachter zu unterscheiden, wodurch beim gegenseitigen Betrachter jeder Partner in dieser Partnerschaft zugleich ein Subjekt für sich selber und ein Objekt für den anderen darstellt.

Das macht aber nur dann Sinn, wenn es darum geht, das Subjekt als den Teil einer unilateralen Kommunikation, der in der Lage ist, zu betrachten, zu bewerten und entsprechend zu handeln, von dem Objekt seiner Betrachtung zu unterscheiden, welches nicht dazu in der Lage ist, und daher auch nicht Subjekt genannt werden kann.

Von diesem Objekt kann man also nicht erwarten, dass es über diese Fähigkeiten verfügt, weil es sonst ein Subjekt wäre, und die Einschätzung als Objekt durch das Subjekt eben falsch.

Die atomistische Vorstellung, dass alles Komplexe lediglich aus Einzelteilen bestünde, trifft nur auf den materiellen Teil der Welt zu, den man auch den stofflichen nennt. Dass man später den nicht-materiellen Teil als feinstofflich nannte, impliziert die falsche Vorstellung, dass es sich dabei auch um eine Form von Materie handeln müsse – nur eben mikroskopisch klein, und daher nicht mit den Augen sichtbar.

Hier muss ein Naturwissenschaftler notwendigerweise scheitern, wenn er vergeblich nach dem menschlichen Geist mit Hilfe eines Elektronenmikroskops sucht, oder eine Geisteskrankheit als Nervenkrankheit ansieht.

Das selbe gilt für die Lokalisation der Psyche, d.h. der Seele, mit der etwas Anderes bezeichnet wird, als der Geist, der im Griechischen Pneuma heißt, und die fälschlicherweise auch mit dem „materiellen Gefühlskörper“ gleichgesetzt wird, welcher aus dem endokrinen Drüsensystem besteht, und nicht etwa aus dem nicht-materiellen „sozialen Empfindungssystem“ eines lebenden Subjektes, mit Hilfe dessen es sein Verhalten in der Kommunikation mit anderen Subjekten steuern kann, nachdem es sich mit Hilfe seines Vorstellungssystems (nämlich dem Geiste) eine Vorstellung davon gemacht hat, was es mit dieser Beziehung auf sich haben könnte.

Die Vergegenständlichung von Beziehungen zwischen zwei materiellen Körpern – ganz gleich, ob sie sich ihrer selbst oder des Anderen bewusst sind oder nicht – mit dem Begriff „Strings“ als eine Art Bindfäden zu bezeichnen, mit denen die beide Einzelteile von einem dritten Teil zusammengehalten oder in einen Bezug zueinander gesetzt werden, ist ebenfalls irreführend, denn eine Beziehung zwischen zwei materiellen Entitäten ist ebenfalls nichts Materielles, auch wenn sie auf der materiellen Beschaffenheit der an der Partnerschaft Beteiligten beruht, sodass sie ohne deren Materialität in dieser Weise gar nicht existieren könnte.

Die Potenzialität eines Subjektes, mit Hilfe seiner Seele Beziehungen zu anderen Subjekten zu erkennen und deren Qualitäten zu empfinden macht den seelischen Teil des Körper-Seele-Geistgefüges eines Lebewesens aus, während die Potenzialität, sich Vorstellungen über die Welt in Form etwa eines Weltbildes zu machen, mit Hilfe dessen Etwas – natürlich immer nur aus der subjektiven Perspektive eines Subjektes betrachtet - als so Seiend erkennbar wird, auch wenn es sich dabei um Dinge handelt, die selber diese Fähigkeiten nicht haben, und daher als Objekte bezeichnet werden, den Geist eines Lebewesens darstellt, mit dem es sich in Zeit und Raum zu orientieren vermag.

Die menschliche Körperschaft stellt in dem Zusammenhang eine seelische Gemeinschaft dar, bei der mehrere Subjekte sozial miteinander interagieren, was nicht heißt, dass sie auch alle derselben Meinung sein müssten oder das selbe Ziel damit verfolgen, denn sie dürfen nicht mal alle nur denselben Zweck dabei erfüllen, weil diese Gemeinschaft dann keinen „qualitativen Zuwachs durch Diversität“ bekäme, um für Aufgaben unter speziellen Bedingungen zu taugen, sondern lediglich einen quantitativen Zuwachs an anzahlbedingter Stärke, wenn es etwa darum geht, zahlenmäßig kleinere Gemeinschaften zu besiegen, oder angesichts einer Umweltkatastrophe die Art zu erhalten.

Hierbei ist aus organisatorischen Gründen immer ein „Kopf“ der Gemeinschaft vonnöten, der ebenfalls eine Person – bzw. eine mehrköpfigen Führungsspitze - enthalten muss, um überhaupt funktionsfähig zu sein, wobei die Gruppe ihrem Begründer als dessen Mittel zum von ihm selbstbestimmten Zwecke dienlicher sein muss, als wenn er alleine wäre.

Diese Person als „mütterliche Seele vom Verein“ zu bezeichnen, weil sie die einzelnen Mitglieder zusammenhält, oder als „väterlicher Geist“ in dessen Sinne die Mitglieder zum Handeln angehalten werden müssen, um gemeinsam erfolgreich zu sein, ist eine Analogie, mit der ein Anführer als für die Gruppe unverzichtbar dargestellt wird, sodass jedes Gruppenmitglied, welches auf diese Weise geistig imprägniert worden ist, bereits von sich aus Jenen als „gut für die Gemeinschaft“ betrachtet, obwohl er umso weniger gut für sie ist, je weniger kohärent ihre Beschaffenheit ist, sodass er gar nicht jedem Einzelnen in gleicher Weise gerecht werden kann, und außerdem aufgrund seiner Eigeninteressen, die NICHT im Interesse der Gemeinschaft sind, sogar ausgesprochen schlecht für sie ist.

Als unverzichtbarer Bestandteil eines lebensfähigen Organismusses, einer Gemeinschaft von Individuen oder auch nur einer funktionsfähigen Maschine ist in jedem Fall ein materieller Bestandteil vonnöten, ohne den es auch Nichts gibt, was irgendwelche Beziehungen zwischen den Einzelteilen (wieder-)erkennen, aufbauen, zerstören oder aufrecht erhalten könnte, indem es sich seinem geistigen Ziele entsprechend innerhalb der dazu eingegangenen Partnerschaften angemessen und damit richtig oder eben falsch verhält.

Die Frage ist also nicht, ob – wie die Spiritisten meinen – ein Geist auch ohne Seele und Körper lebensfähig ist, oder – wie die Animisten meinen – eine Seele auch ohne Körper und Geist irgendwo existieren kann, sondern eher, ob es auch einen materiellen Körper gibt, der ohne Seele und Geist weiterleben kann, nachdem er tot ist, wovon nicht auszugehen ist, weil er damit die Kriterien für das Lebendig-Sein nicht mehr erfüllt.

Diese sind besonders da als Definition für Lebendigkeit als „untrennbare Einheit von Körper, Seele und Geist“ notwendig und damit unverzichtbar, wo man spezielle Erwartungen an sie stellt, sodass sie daher vernünftigerweise auch als zweckmäßig und somit als richtig gelten können - im Gegensatz zu anderen Modellvorstellungen, die weniger praktikabel sind, und damit als ineffizient und - in Bezug auf das damit nicht erreichbare Ziel - als falsch bezeichnet werden müssen.

Da man keine Nervenzelle für ihre Entscheidungen zur Verantwortung ziehen kann, wie das bei Personen der Fall ist, ist die Frage, wie sie sich wohl körperlich fühlen, oder geistig denken mag, wenn sie sich angeblich selbstbestimmt (also herrschaftsfrei von dem Organismus, dem sie angehört) verhält, nicht von Belang, solange sie noch ihre Funktion erfüllt, und daher spürt ihr Besitzer sie auch erst dann auf schmerzhafte Weise, wenn sie das nicht mehr tut - und zwar auch ganz gleich, ob sie das nun nicht mehr will, weil sie keine Lust mehr dazu hat, oder nicht mehr dazu in der Lage ist, nachdem sie einen irreparablen Schaden erlitten hat, den auch ihr Besitzer nicht mehr beheben kann.

Ich finde im Rahmen meiner persönlichen Überlegungen zur Wirklichkeit unter Berücksichtigung wesentlicher Hypothesen des Panpsychismus derzeit nicht die Unterschiede zwischen Subjekt und Objekt interessant, sondern die möglichen intersubjektiven Beziehungen und ihre Grenzen.

Wenn ich von (nicht wirklich möglicher) „Objektivierbarkeit“ spreche, spreche ich von subjektiven Wahrnehmungsinhalten aller Art, die einer Absprache im intersubjektiven Bereich der Kommunikation bedürfen, um bestimmte gemeinschaftliche Aufgaben erfüllen und die dafür erforderlichen Parameter festlegen zu können. Es handelt sich bei diesen Absprachen um vereinbarte Konstrukte, die mit den tatsächlichen subjektiven Wahrnehmungsinhalten nie identisch sein können.

Die Welt der Elementar'teilchen' (Wellen werden auch darunter erfasst) ist für mein aktuelles Thema nicht weiter interessant, was ich bereits im letzten Beitrag begründet habe.

Dass man Geist nicht mit einem Elektronenmikroskop finden – also nicht als Abspaltung oder Produkt von Materie definieren kann, ist allgemein bekannt. Spannend wird jedoch erst die panpsychistische Annahme, dass Materie zugleich Geist ist und umgekehrt. Bisher kann nur diese Annahme erklären, dass überhaupt Geist existiert! Insofern hat nicht nur die Materie den Geist hervorgebracht (im Sinne von gezeigt) sondern auch der Geist die Materie.

Menschliche Erfahrungen und Ideen können sich nur auf zwei verschiedenen Weisen Ausdruck verschaffen: Auf dem Wege der Nutzung von analogen Mustern aus dem Reich der Sinneswahrnehmungen einerseits und andererseits auf dem Wege der mathematischen Abstraktionen aus der Welt der Logik und Relationen. – Allein, dem Geist ist auf beiden Wegen nicht beizukommen!

Ein Mysterium für uns, die wir unseren evolutionären Status als „Moderne Menschen“ (homo sapiens sapiens) seit 40.000 Jahren auf der selben genetischen Entwicklungsstufe fristen. Berücksichtigen wir die Entwicklung des auf diese Weise nicht fassbaren Geistes, würden wir uns das Prädikat „modern“ wohl erst in den letzten 4.000 Jahren, noch enger gefasst erst seit Beginn der industriellen Revolution, also seit max.250 Jahren zugestehen. Trotz aller Entdeckungen und Erfindungen haben wir es allerdings bis heute nicht herausbekommen können: Was der Geist eigentlich ist.

Evident – also deutlich erkennbar als so seiend für uns – scheint jedenfalls nur eines zu sein: Das menschliche Bewusstsein kann nicht ohne den menschlichen Körper (weiter-) bestehen.

Der gedankliche Sprung zum Thema menschliche Beziehungen, Sozialisation und Gruppenorganisation erfolgt mir viel zu schnell, weil die Beschreibung der Phänomenologie des subjektiven Erfassens und damit eines einzig möglichen unvermittelten, also direkten Erlebens von Wirklichkeit noch lange nicht erschöpft ist, sondern noch viele Schätze der möglichen Erkenntnis birgt, die ich zunächst entdecken möchte.

Zumindest möchte ich mir darüber im Klaren bleiben, dass der Erdungs- und Ausgangspunkt auch für die Thematik der intersubjektiven Prozesse immer nur die originäre Wahrnehmung von Wirklichkeit aus der Innensicht des Individuums sein kann.


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Wer Körper oder/Seele mit Geist gleichsetzt, hat das hermetische Mysterium der Dreieinigkeit von Körper, Seele und Geist nicht begriffen, welche die Voraussetzung für Lebendigkeit darstellt, und damit das Potenzial, sein Leben selber bewusst mitzugestalten.

Ein Sachverhalt, welcher von Laien nicht verstanden wird, bleibt für sie ein Mysterium, und von Mystikern werden diejenigen Sachverhalte vorsätzlich mystifiziert (verschleiert), damit sie für Andere unverständlich und damit ein Mysterium bleiben sollen.

Dass sich Jemand auf Irgendwas keinen Reim machen kann, sodass es für ihn ein Buch mit 7 Siegeln bleibt, muss jedoch nicht heißen, dass das auch für jeden Anderen gilt, denn es gibt viel mehr zwischen Himmel und Erde, was man mit den passenden Worten beschreiben und es somit richtigerweise auch genau als das erkennen kann, was es ist, als sich der Unwissende das vorstellen kann.

Daher heißt es auch: „Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich“ - oder:

Wundersam und wunderbar
ist, was wir nicht kapieren -
erstaunlich, aber sonnenklar,
wie Uhren funktionieren!

Das Potenzial einer Uhr als mechanisches oder elektronisches Konstrukt eines Konstrukteurs besteht jedoch nicht darin, dass sie sich selber an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann, sondern sie bedarf immer eines geistig begabten Lebewesens, welches diese Anpassung unter Zuhilfenahme seines materiellen Körpers vornimmt.

Dabei mag der seelisch-soziale Teil weniger beansprucht werden, außer, die Wartungsarbeit geschieht im Auftrag des Uhrenbesitzers, der selber nicht über die Fähigkeit verfügt, die Uhr zu warten, damit sie nicht irgendwann aufgrund von Verschleiß stehenbleibt (wobei eine Uhr ja weder gehen noch stehen kann, weil sie keine Beine hat, und dies auch nicht willentlich entscheiden kann, weil sie kein willensbegabtes Lebewesen darstellt).

Was nun die seelische Entwicklung speziell eines Menschen betrifft, so macht Jeder eine solche von Geburt an durch, bis er schließlich mit 21 oder 28 ausentwickelt ist, und damit als ein „optimal funktionsfähiges Mitglied einer sozialen Gemeinschaft“ gelten kann, oder auch nicht, sofern Etwas dazwischen kommt, wodurch das verhindert wird, sodass er in seiner „Entwicklung in Bezug auf dieses spezielle Ziel hin“ als behindert gilt, und dementsprechend noch weiter gefördert werden muss, um dieses Ziel später zu erreichen.

Die mangelhafte seelische Reife für diesen Zweck ist daher nicht als vorübergehende Krankheit zu betrachten, welche nur solange andauert, bis der Patient wieder gesund geworden ist, wie es beispielsweise bei Traumatisierungen mit anschließenden körperlichen Schockzuständen der Fall ist, in denen der Patient zeitweilig die Fähigkeit der sozialen Orientierung verliert, die man ihm dann helfen kann, um sie schneller wiederzufinden, als wie das ohne Hilfe von selber geschähe.

Von einer geistigen oder seelischen Höherentwicklung der ganzen Menschheit in den letzten 40.000 Jahren auszugehen, ist jedoch nicht nur anderen Lebewesen gegenüber ziemlich überheblich, sondern auch nicht nachweisbar, weil die – wenns so Etwas überhaupt geben sollte – lediglich aus einer „überlebensnotwendigen Anpassung“ an die jeweiligen Umweltbedingungen besteht, wobei ein Volk, welches gerade noch kulturelle Höchstleistungen vollbrachte, bekanntlich im nächsten Augenblick oder sogar gleichzeitig in die tiefste Barbarei verfallen kann, wovon man sich auch heute noch jederzeit vergewissern kann.

Ein „Potenzial zur seelischen Unfähigkeit und damit zur Asozialität“ würde ich in dem Zusammenhang nicht für jeden Zweck als negativ bezeichnen, sondern es macht durchaus Sinn, wenn es um rücksichtslose, individuelle Selbsterhaltung geht, bei der nur die am besten Angepassten einer Spezies überleben, und die dafür am schlechtesten Geeigneten das Nachsehen haben, wie es ja auch ohne eine „bewusste Selektion durch stärkere Individuen der eigenen oder einer fremden Art“ der Fall ist.

Nicht irgendwelchen religiös-mystischen Überzeugungen anzuhängen, bedeutet keineswegs, die jeweiligen Inhalte „nicht begriffen“ zu haben, sondern bloß, nicht daran zu glauben, dass ihre Gegenstände gottgegeben sind.

Da ich nicht religiös bin (und schon gar nicht an ein Fortbestehen des Geistes nach dem Tod glaube), benutze ich folglich nicht die einschlägig besetzten, ansonsten sinnfreien Begriffe wie „Dreieinigkeit“, „Seele“ und dergleichen.

Ein Zusammenhang zwischen mystisch-religiösem Glauben und dem Potenzial der Lebendigkeit ist absolut nicht gegeben, sondern je nach Glaubensinhalt bloß so konstruiert, dass es dem (hermetisch) geschlossenen Weltbild der Gläubigen entspricht.

Ein solches religiös eingefärbtes Weltbild ist für mein Verständnis von der Welt und vom Leben äußerst irrelevant (auch wenn es in früheren Epochen der menschlichen Stammesgeschichte eine wichtige Aufgabe erfüllt haben mochte), so dass ich mich jetzt damit auch nicht weiter aufhalten möchte.

Das heißt, einen Anknüpfungspunkt gibt es, an dem ich deutlich machen kann, dass eine ganz andere Herangehensweise möglich ist, um sich das, was man noch nicht verstanden hat, zu erschließen: immer von unten nach oben! – Alles, was einem von oben herab diktiert wird und in herrischer Manier keinen Widerspruch duldet, stellt einfach nur einen Haufen sinnentleerter Dogmen dar, die heutzutage niemanden mehr essentiell betreffen und beeindrucken können.

Die dagegen sowohl im Alltag wie in der Wissenschaft bewährte Methode, mit den Erkenntnissen anzufangen, die man selbst bisher gewonnen hat bzw. zu haben glaubt (bis man sie ggf. falsifiziert und durch qualitativ bessere oder stimmigere ersetzt haben wird), verspricht dagegen einen Zugewinn an selbst (-verantwortlich) errungenem, substanziellem und somit den souveränen Umgang mit Problemen zunehmend förderndem Wissen.

Mein Hinweis auf den „modernen Menschen“ war durchaus ironisch gemeint (mein Versäumnis, dies offenbar nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht zu haben...), d.h. ich habe mich ein wenig lustig darüber machen wollen, dass wir trotz all unserer hochspannenden wissenschaftlichen Fortschritte noch immer nicht das „Mysterium“ klären konnten, woher unser Geist (Ich-Bewusstsein) eigentlich kommt und wie er (es) beschaffen ist. Und mit „Mysterium“ meinte ich kein religiöses, sondern durchaus weltliches. Die Benutzung des Begriffes war ebenfalls ironisch gemeint (versehentlich ohne Anführungszeichen) und implizierte die Bereitschaft von (Leicht-) Gläubigen, noch Unverstandenes zu mythologisieren.

Das Ansinnen, bei sich selbst zu beginnen und vorläufig zu bleiben bei der Erforschung der Wirklichkeit, sollte von einem Außenstehenden nicht vorschnell als bloße Egozentrik und Rücksichtslosigkeit („Asozialität“) anderen gegenüber diskreditiert werden. Er entblößt dadurch nur sein eigenes relatives Unvermögen, folgendes akzeptieren – oder zumindest erkennen – zu können:

Selbsterkenntnis ist die Grundlage und Voraussetzung auch dafür, andere weitestgehend verstehen und sich möglichst gut in sie hineinversetzen, also Empathie für sie empfinden zu können.




Verdandi hat geschrieben:
Selbsterkenntnis ist die Grundlage und Voraussetzung auch dafür, andere weitestgehend verstehen und sich möglichst gut in sie hineinversetzen, also Empathie für sie empfinden zu können.


Hahahahahahahahahaaaaaa
So einen Satz von der Großmeisterin der Ignorelisten zu lesen kann einem echt den Tag retten.
Die Wirklichkeit aus zu schließen, das Mögliche zu versäumen um dann Nichts zu haben scheint gelungen zu sein. Bin schon wieder weg.
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OT

Erklärung zu „Fumaria1“:


Das wirklich traurige ist, dass dieser „User“ auf dieser Plattform ungestört und ungestraft rassistische und antisemitische Propaganda und sonstige Statements mit gruppenbezogenen menschenfeindlichen Inhalten verbreiten darf.

Das Ignorieren einer solchen Person dort, wo ich sonst nichts ausrichten kann, ist für mich geradezu Staatsbürgerpflicht und nicht zuletzt eine solidarische Verpflichtung gegenüber den Opfern solcher Hate-Speech-Attacken.

Beispiel: In einem von diesem „User“ am 14.04.2019, um 14.37h im Thread „Politische Philosophie“ geposteten Beitrag, verlinkte er eine typische Hetzschrift aus dem Internet mit der seit Jahrzehnten sattsam bekannten antisemitischen Behauptung, „das Weltjudentum“ habe ursächlich Schuld am Zweiten Weltkrieg getragen, weil es Deutschland bewusst provoziert und ihm den (Handels- und Finanz-) Krieg erklärt habe.

Ob diese Seite und er wohl auch meinen, dass damit die Nazis unter Hitler entschuldigt sind, weil die 6 Millionen Juden selbst ihre Ausrottung zu verantworten hatten? Irgendeine absurde Begründung werden die sich doch auch dazu wohl einfallen lassen können, oder?

Ich bin so froh, in einer Demokratie zu leben, in der zum Beispiel die Behauptung einer „Auschwitz-Lüge“ einen verfassungsfeindlichen Straftatbestand darstellt. – Natürlich wollen die hassgeifernden Tatsachenverdreher keine Demokratie. Denn die müssten sie erst wieder austricksen und abschaffen, bevor sie Deutschland ein nächstes „1000-jähriges Reich“ bescheren könnten. Und das wird die Mehrheit nicht mehr so leicht zulassen.

Solche Vorstellungen sind ein Gruselkabinett abstrusester Vorstellungen!

Da wird u.a. ernsthaft bezweifelt, dass das Hitler-Regime eine Diktatur gewesen sei, weil er, der Herr Hitler, doch so viele Menschen „glücklich gemacht“ habe!

... Natürlich mal abgesehen von den 6 Millionen vom Regime ermordeten Juden und den unzähligen anderen umgebrachten Missliebigen, wie Roma und Sinti, Homosexuellen, geistig Behinderten und nicht zu vergessen: den politischen Gegnern.

Und dann waren da natürlich noch die vielen Millionen Kriegstoten der Länder, die von Deutschland angegriffen oder in den Krieg gezwungen wurden. Und schließlich mussten sogar die vielen von Hitler „beglückten“ Deutschen selbst in großen Mengen ins Gras beißen. Und sogar diejenigen, die von Anfang an nicht „glücklich“ waren (doch doch, die hat es hier und da auch gegeben!) mussten für Hitler und seine begeisterten Anhänger büßen.

Wer so einen meilenweit vor Menschenfeindlichkeit stinkenden Mist hier nicht verhindern kann, kann und sollte solche „User“ zumindest vom eigenen Profil aussperren und in den Foren weitgehend ignorieren – und auf deren scheinheiligen Beschwerden von Zeit zu Zeit mit grundsätzlichen Statements reagieren und Tacheles reden – damit im Bedarfsfall auch andere, z.B. neue User*innen erkennen können, worum es hier eigentlich geht.

Das habe ich hiermit mal wieder getan.



Verdandi hat geschrieben:
Erklärung zu „Fumaria1“:

Das habe ich hiermit mal wieder getan.


Unterstellungen und Lügen, darin zeigst Du Meisterschaft, denn den Beweiß für Deine frei erfundenen Unterstellungen wirst Du nämlich nicht erbringen können, weil sie nur in Deiner Birne wachsen und weil ich z. B. auch Auschwitz nie geleugnet habe, oder mich gar als Fan Hitlers oder des 3. Reiches gesehen habe.
Nimm auf jeden Falls die scheinbar notwendigen Medis weiter und setze sie nicht eigenmächtig selbst ab.
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