Kann ein fröhlicher, umgänglicher Mensch einsam sein? :D
Aber ja. Ich bin es geworden und weiß selber nicht wie.
Das Problem ist, ich bin genauso gerne alleine wie unter Menschen, und wenn ich mal in meinem gemütlichen Häuschen beschäftigt bin, gehe ich ungerne raus unter die Leute, besonders im Winter.
Versteht mich nicht falsch. Alle 1-2 Wochen folge ich einer Einladug zu einer Veranstaltung mit Leuten,die ich kenne. Sonntags gehe ich oft in einen Gottesdiest mit anschließendem Kaffeetrinken. Ich mache unter der Woche zwei Abedsprachkurse und bekoche ab und zu Freunde und Kollegen . Ich reise viel und mache 2 Mal im Jahr eine große Veranstaltung bei mir zuhause.

Wir sind leider fast nur Frauen.Die wenigen Männer sind vergeben oder schwul. Wie sehr ich mich um Gesellschaft bemühe, meine Sehnsucht nach männlicher Kameradschaft/Freundschaft/Liebe bleibt ungestillt.

Also ziehe ich mich oft tagelang zurück in mein Schneckehaus, beschäftige mich selber oder organisiere mir Sprachkurse, Reisen, Freiwilligenarbeit.
Ich bin noch mit großer Begeisterung berufstätig, aber auch da gibt es nur wenige vergebene oder schwule Männer. Letztere mag ich sogar besonders gerne, aber ich "hab nichts davon", zwinker. :wink:
Hallo lissieBxl,

bist Du wirklich einsam oder nur über ein paar Tage am Stück alleine?
Und da Du ja gerne alleine bist und Dich genießend beschäftigen kannst, scheint das doch eine dolle Kombination zu sein - ein paar Tage so, ein paar Tage so. Aber wieso ist das ein "Problem"? ich finde, das ist eine gute Mischung.

Was ist für Dich einsam?

Das was Du unternimmst und aufzählst macht mir den Eindruck, dass Du viel oder zumindest regelmäßig unter die Leut kommst.

Dass wir halt in unserem Alter nicht mehr so leicht einen Partner finden, ist meines Erachtens unserem Zeitgeist geschuldet:
dem, was Männer von Frauen erwarten und dem was Frauen von Männern erwarten. Und vielleicht auch dem, was die Geschlechter/die jeweiligen Personen von sich selbst erwarten.

Es gibt keine Regel, keine Klarheit, Eindeutigkeit, keine Maßstäbe mehr.

Das Engagement außerhalb des Hauses wurde immer schon mehrheitlich von den Frauen getätigt. Da findet man die Männer eher selten. VHS-Kurse werden von Männern kaum und wenn, dann meist in Begleitung der Liebsten besucht.
Männer engagieren sich mehr an der Theke oder im Sport. Aber meist solchen Sportarten, die kostspielig und männerdominiert (aufgrund der Anforderungsart) sind. Willst Du dahin, kannst Du Dir das leisten?

Meine Erfahrung ist, dass Männer nie (lange) alleine bleiben. Kaum ist eine Beziehung beendet, gehen sie eine neue ein, oder waren zuvor schon in einer neuen.

Ich habe für mich gelernt: in letzter Konsequenz ist jeder für sich allein - auch in einer Partnerschaft. Insofern ist es hilfreich, wenn man mit sich gut alleine sein kann.

Daher: genieße die Zeiten mit Dir alleine und genieße die Zeiten mit anderen Menschen. Und hoffe, glaube an einen schönen glücklichen Zufall, der Dir bei Deinen diversen Aktivitäten den Einen in die Arme spielt. :wink:
Ich glaube schon, liebe lissy, dass Du recht einsam bist.
Sich zu Hause wohlfühlen und an vielen Aktivitäten teilnehmen verhindert keine Einsamkeit. Man muss bei sich angekommen sein, keine Erwartungen (z.B. finden eines Partners ) haben und ziemlich genau wissen, wo eine Schulter zum Anlehnen ist, wenns mal nötig sein sollte. In einer guten Partnerschaft ist man natürlich nicht einsam. Aber grauenhaft ist, wenn einen die Einsamkeit trotz einer Partnerschaft erdrückt. Ich lebe auch allein, habe aber nie das Gefühl einsam zu sein. Ich wünsche Dir, dass Du auch bald dahin kommst.
Hallo du! Viele Jahre nach meiner Scheidung fühle ich mich immer noch einsam. Anfangs habe ich mir nahstehende Menschen weggestoßen aus Scham und Selbstmitleid. Ich wollte am liebsten vom Erdboden verschluckt werden. Soziale Zusammenkünfte habe ich vermieden. Durch mein Verhalten habe ich viele vergrault. Meine Kinder und Enkel sehe ich nur am Wochenende. Unter der Woche ist die Liste der Aktivitäten kurz. Das wollte ich nicht mehr. Ich war wieder bereit rauszukommen und mich zu öffnen. Ich hatte viel Zeit zum nachdenken und habe mich viel belesen. Die Zeit alleine habe ich gebraucht, jedoch wollte ich nicht länger in der Opferrolle sein. Ich muss mich wieder auf mich selbst konzentrieren und eine Beschäftigung suchen. Ich habe jetzt eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio und treffe mich wieder regelmäßig mit alten Bekannten. Ich fühle mich langsam besser und es fühlt sich allmählich wieder real an...
Servus lissieBxl,

tröste dich, denn im Gegensatz zu mir hast du doch ein bewegtes Leben. Ich habe nur wenige digitale Kontakte. Zu einer persönlichen Inaugenscheinnahme bin ich unfähig.

Kann es sein, dass du dich vielmehr in langweiligen Momenten einsam fühlst? Wenn einem langweilig ist, mag man sich und sein Drumherum nicht leiden. Man hat zu nichts Lust, kommt ins Grübeln, sucht nach Ablenkung und beginnt Sehnsuchtsfantasien zu hegen. Am liebsten wünscht man sich ein belebtes Umfeld in bester Gesellschaft herbei. Dieser Gemütszustand löst wiederum das Gefühl der Einsamkeit aus. Heißt im Umkehrschluss: Wer rege beschäftigt ist, dem bleibt Einsamkeit fremd. Naja, bekanntlich ist Langeweile nur von kurzer Dauer.

Noch etwas: Einsamkeit schmerzt besonders, wenn man nicht allein ist. Ich denke, dass trifft auf dich glücklicherweise nicht zu.