Ich würde mich gern mit Euch zu Euren Erfahrungen mit Feldenkrais-Übungen austauschen.

Vor ein paar Jahren habe ich zwar an einem mehrtägigen Einführungskurs teilgenommen, es aber nie wirklich regelmäßig praktiziert.

Im Moment denke ich darüber nach, Feldenkrais-Übungen ergänzend zur Förderung der Koordination - oder besser gesagt, zur Verlangsamung des Abbaus der Koordination – zu nutzen.

Mit zunehmendem Alter wird ja nicht automatisch alles besser oder bleibt wenigstens so, wie es bisher gewesen ist…. :wink:
Ich bin schon seit 35 Jahren dabei! Angefangen hab ich bei Robert Schleip, später mit Anna Triebel weiter gemacht, später auch mit weiteren Therapeuten. Aber die zwei waren die besten. Immer in Gruppen. Nach jeder Gruppe hab ich mir die Übungen aufgeschrieben und auch aufgezeichnet. Ich praktiziere das bis heute, die Übungen sind ein Segen- Eigentlich ist es ganz ganz sanftes Yoga mit Focus auf die Achtsamkeit für sich selber.

Zum Einstieg wäre eine fortlaufende Gruppe (1x pro Woche) am sinnvollsten.
Bei der Methode geht es um "Bewusstheit durch Bewegung", also nicht nur um den Körper.
translation hat geschrieben: Ich bin schon seit 35 Jahren dabei! Angefangen hab ich bei Robert Schleip, später mit Anna Triebel weiter gemacht, später auch mit weiteren Therapeuten. Aber die zwei waren die besten. Immer in Gruppen. Nach jeder Gruppe hab ich mir die Übungen aufgeschrieben und auch aufgezeichnet. Ich praktiziere das bis heute, die Übungen sind ein Segen- Eigentlich ist es ganz ganz sanftes Yoga mit Focus auf die Achtsamkeit für sich selber.

Zum Einstieg wäre eine fortlaufende Gruppe (1x pro Woche) am sinnvollsten.


Kann ich nur bestätigen. In der Gruppe ist es am besten, zumal evtl. falsche Abläufe gleich korrigiert werden. Mache Feldenkrais auch schon über 30 Jahre in der Gruppe. Wir hatten immer wieder neue Mitglieder, die problemlos einsteigen konnten und das auch im höheren Alter.

Muss mir jetzt allerdings umzugsbedingt eine neue Gruppe suchen.
Auf der Sommerakademie auf Zakynthos habe ich den Feldenkrais-Lehrer Wim Luijpers kennengelernt.
Er hat die Bücher, zusammen mit Rudolf Nagiller, herausgebracht:

Gentle Running
Laufen nach Feldenkrais
und
Gentle Moving
Bewegen nach Feldenkrais

Ich kann beide Bücher sehr empfehlen, gibts bei A.
Vielen Dank an die Damen für die Erläuterungen!!

Vielleicht doch noch ein paar Fragen:

Ich möchte Feldenkrais-Übungen im Wesentlichen zur Erhaltung/Verbesserung der Koordination bei schwierigeren bzw. komplexeren Bewegungsmustern verwenden.

Möglicherweise sind ja sogar auch koordinativ anspruchsvollere Bewegungen - die mir derzeit leider nicht immer wie beabsichtigt gelingen – dadurch leichter zu erlernen und einzuprägen.

Als „Entspannungstechnik“ habe ich es eher nicht vorgesehen – da bin ich ein moderater Anhänger der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson.

Gruppentraining für Feldenkrais-Übungen kann ich zeitlich nicht in meinen Zeitplan unterbringen. Aber diese Übungen kann man ja fast überall durchführen….

Ich weiß jetzt leider nicht mehr so genau, was damals die Feldenkrais-Trainerin zum Zeitpunkt des Übens gesagt hatte.

Praktiziert ihr diese Übungen eher sehr früh am Tag oder doch eher abends/nachts?

Bei mir hat beides nicht besonders gut funktioniert:
Früh wurde ich nach dem Üben gar nicht richtig munter und abends war ich schlichtweg zu müde/abgespannt, um entsprechend achtsam diese Übungen durchzuführen….
Was sind für dich schwierige, komplexe, koordinative Bewegungsmuster?
Kannst du ein Beispiel beschreiben?
Alle Über-Kreuz-Bewegungen (re Hand, li Fuß) regen die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften an und Gleichgewichtsübungen sind zu empfehlen.
Patriarch, Du hast Die Methode nicht verstanden, da geht es NICHT um " schwierige komplexe Bewegungsmuster" , nein, echt nicht. Wenn Du sowas suchst brauchst Du was anderes!
translation hat geschrieben: Patriarch, Du hast Die Methode nicht verstanden, da geht es NICHT um " schwierige komplexe Bewegungsmuster" , nein, echt nicht. Wenn Du sowas suchst brauchst Du was anderes!




Hallo @Translation,

Eigentlich mag ich ja Frauen, die klare Ansagen machen und mir auch deutlich zu verstehen geben, wenn ich angeblich etwas nicht verstanden habe…. (also gewissermaßen fast immer) :wink:

Aber in diesem speziellen Fall bin ich doch etwas widerborstig:

Nach meinem Verständnis hat die Feldenkrais-Methode sehr viele unterschiedliche Anwendungsgebiete - und ich würde Feldenkrais-Übungen eben schwerpunktmäßig als ergänzende Maßnahme zur Vorbereitung der Verbesserung der Koordination bei komplexen Bewegungsabläufen anwenden.

Das heißt jetzt nicht, dass nicht auch noch gleichzeitig viele andere Einsatzgebiete existieren, von denen Du Dich angezogen fühlst.

Eine leicht verständliche Beschreibung, was „Feldenkrais“ beinhaltet, habe ich hier gefunden:

https://www.fitforfun.de/news/sanfte-ko ... 15708.html

Für meine angesprochene Zielstellung fand ich nachstehendes Zitat sehr treffend:

„Eingefahrene Bewegungsmuster …. werden mit der Feldenkraismethode aufgelöst und durch ein entsprechendes Bewegungsangebot ersetzt. Die Schulung des Körperbewusstseins trägt dazu bei, schädliche Bewegungsmuster zu erkennen und durch effizientere Bewegungsabläufe zu ersetzen...“
(https://www.beweglich-mit-hirn.de/index ... ngsgebiete)


Ob die Feldenkrais-Methode konzeptuell jedoch wirklich so etwas wie „sanftes Yoga“ ist (wie Du es formuliert hast), können wohl nur einschlägige Fachmänner/-frauen beurteilen…..
Tut mir leid, dass ich überhaupt was dazu geschrieben habe!
Es ist nicht so einfach wie es ausdsieht.

So gut wie niemand ist in der Lage, seine eigenen "eingefahrenen" Bewegungsmuster erkennen zu können.

Ohne einige Trainerstunden ist jede Mühe vergebens - es braucht eine Analyse eines Außenstehnden.
Selbst empfindet man eine Fehlhaltung als normal, und spüren kann man sie erst an den Nebenwirkungen.

Ich würde jedem dringend davon abraten, sich mit Hilfe von Handbüchern über den eigenen Körper herzumachen.
Ihr habt keine Ahnung davon, wie viele Schäden ich nach eigenmächtigen Trainings reparieren musste!
Die meisten Leute waren Opfer von Yoga und Krafttrainings.
translation hat geschrieben: Tut mir leid, dass ich überhaupt was dazu geschrieben habe!



Hallo @Translation,

Ich freue mich wirklich, dass Du auf meine Fragen so ausführlich geantwortet hast.

Gibt es mir doch die Möglichkeit, meinen eigenen Horizont zu erweitern und über Deinen Standpunkt nachzudenken.

Übrigens, mein Kommentar war weder provokativ noch aggressiv gemeint – vielleicht liest Du nur etwas heraus, was so nicht gemeint war.

Ich hoffe und wünsche, dass dieser Vorfall nicht zur „Sperrung“ führt – Deine Blogbeiträge sind einer der Hauptgründe, warum ich mich von 50plus so magisch angezogen fühle. :wink:
Patriarch, ich kann dich nur unterstützen in deiner Absicht, es mit Feldenkr. zu versuchen. Ich habe die Methode in ca. 15 Übungsjahren - übrigens auch in München - genau so kennengelernt, wie es im Zitat beschrieben ist. Die Verbesserung der Koordination ist ausdrücklich ein Ziel des F. Gerade für uns Ältere, die langsam verholzen, emotional wie körperlich, bietet F. ein unerschöpfliches Erfahrungsfeld. Guck dir mal die Videos beim F.-Verband an: https://www.feldenkrais.de/materialien/ ... eos/videos. Ich meine die beiden Videos "Everyday" und "Babies". Es geht darum, Bewegungsmöglichkeiten spielerisch zu erkunden wie die Babys und aus erstarrten Mustern rauszukommen. Mit der Zeit kann jede Alltagsbewegung (auch ohne fremde Anleitung) anders, leichter und abwechslungsreicher werden. Mit Yoga, das ich auch kenne, hat das nichts zu tun. Es kommt allerdings wesentlich auf den/die TrainerIin an und ihren/seinen (professionellen) Background. Ein TrainerIn mit großer physiotherapeutischer Erfahrung kann die Methode anders vermitteln als jemand, der die Methode mit ihren Übungen in einem Kurs 'einfach so' gelernt hat. Ich habe hier in Berlin ein halbes Dutzend TrainerInnen ausprobiert und nie mehr das gefunden, was mich früher so bei meiner Trainerin begeistert hat. Um einen gewagt erscheinenden Vergleich zu machen: Manche vermitteln einem die Methode so, als sei das Falten der Hände vor der Brust bereits ein Gebet.
Ich habe inzwischen auch verstanden, dass F. vielen Männern, aber auch manchen Frauen zu wenig Action/Anstrengung/Kraft abverlangt und daher schnell als 'langweilig' empfunden wird. Es geht um feine Bewegungen und Körperstrukturen, darauf muss man sich einlassen (können). Oder wie Feldenkrais himself schrieb: "Was mich interessiert, sind nicht bewegliche Körper, sondern bewegliche Gehirne." Das trifft es genau.
PS: Die Gruppen vermitteln anderes als die Einzelstunden. EinE TrainerIn ist unerlässlich. Mit Buch/Video allein geht das nicht.
Hallo @Lionelle ( 31.05.2021, 11:15),

Danke für Deine sehr ausführlichen Informationen!

Ich habe ja vor einigen Jahren lediglich ein mehrtägiges Seminar zum Feldenkrais-Konzept besucht, das zwar eine gelungene Mischung zwischen Theorie und Praxis geboten hat, aber eben nur die Basics ansprechen konnte.

Begeistert hat es mich dennoch und nicht ohne Grund möchte ich Feldenkrais-Übungen jetzt in meine tägliche Routine integrieren.

Besonders hat mich aber auch die Trainerin fasziniert, die trotz ihres nicht mehr ganz jugendlichen Alters unglaublich geschmeidig erschien, was sich insbesondere bei allen Bodenübungen zeigte.

Das war für mich eine perfekte Kombination zwischen Eleganz und Bewegungseffektivität.

Die Abwesenheit von „Aktion“ bei den Übungen hat mich in keiner Weise gestört. Die Trainerin erklärte auch mehrfach, dass Feldenkrais-Übungen sehr wenig mit „Fitness-Übungen“ im herkömmlichen Sinn zu tun hätten.

Wir hatten uns damals zwar auch zu meinem Ansinnen verständigt – sie hat mir auch einige Hinweise gegeben – aber wie das eben manchmal so ist – es bleibt beim Vorsatz, weil man glaubt, nicht genug Zeit für etwas zu haben, weil es angeblich Wichtigeres zu tun gäbe… :wink: