aus dem Blog "Das Buch" vom 01.01.2020

Jeder Tag eine Seite. Sie können jetzt neu beschrieben werden:

Das ist der Trick: Ich muss einen herrlichen Wintertag auch bewusst erleben und seine Sinneseindrücke auf mich einwirken lassen. Das trifft auf das enge Bewusstsein - Flaschenhals -, von der Schönheit jetzt gefangen = besetzt. Die Alternative? Ich marschiere grübelnd dahin und mache mir Sorgen. Das geht in einer unendlichen Reihe von Ansätzen. Aber dann! Dann ist natürlich das enge Bewusstsein auch besetzt, mit Gedanken = Bilder der Sorgen. Meine Umwelt sehe ich über das Bewusstsein nicht mehr, meine Schritte werden dabei unbewusst vom prozeduralen Gedächtnis gesteuert. Buddhisten nennen dieses Sorgen Karussel das Affengeschrei im Kopf. Ich bin kein Buddhist.

Alles Gute für das angebrochene Jahr, lasst das Schöne im Buch in den Seiten auch zu! Es liegt an Euch!

Felix

Nicht vergessen: Der Mensch ist wie geschaffen, zum unglücklich sein. Ein leeres Bewusstsein gibt es nicht. Entweder es ist positiv besetzt, z.B. durch Beschaulichkeit oder interessante Tätigkeit, oder es schleichen sich sofort von der Amygdala die Sorgen oder der Verdruss heran. Die Evolution wollte es so.
Ein vorausplanender Mensch mit Befürchtungen (Sorgen) war im Abwehrmodus. Ein in heiterer Gelassenheit spazierender Mensch wurde von Gefahren völlig überrascht. Doch die Zeiten ändern sich. In der heutigen Zivilisation lauert nicht hinter jedem Baum eine Gefahr. Doch diese Einstellung ist sowohl angeboren und kann auch gelernt werden.
Aus "Wirklichkeit …" bei Philosophie am 24.02.2020 von 41acul

Gleich zuerst:

Mein Lieblingsphilosoph ist Schopenhauer. Zugegeben, ein schwieriger Typ. Das spielt in der Philosophie keine große Rolle, schaut mich an. Doch er war der Erste, der die "Ich-Illusion" andeutete:
"Der Mensch kann wollen, was er will, er kann aber nicht tun, was er will." (Felix)
Seine philosophische Denkweise ist sicher sehr stark vom buddhistischen Leben geprägt worden. Sein Lehrer Hegel - damals Staatsphilosoph, somit Minister für Philosophie - konnte ihm in keiner Weise das Wasser reichen. Erzählte er doch noch groß und breit und zur Freude seines Geldgebers vom "Gottesgnadentum des Königs-Kaiser als Erstgeborenem. Für unsere heutige Vorstellung eine geradezu absurde Idee. Das hielt sich bis zu Wilhelm II und er war dann auch oberster Kriegsherr auf Leben und Tod, Gott gewollt!. Doch Schopenhauers große Veröffentlichung, "Die Welt als Wille und Vorstellung" war für seine Zeit viel zu früh. Der Berliner Anklang war entsprechend. Doch Goethe war von seinen Gedanken ungemein beeindruckt und lud den jungen Schopenhauer nach Weimar ein. Dort verhielt er sich mit seinem verqueren Verhalten wie Feuer und Wasser. Goethe musste ihn dann mit größtem Bedauern weiter ziehen lassen.
Und so wurde er das: Der Vordenker der modernen Neurobiologie und er ließ sich von den modernsten wissenschaftlichen Apparaturen bestätigen. Nach 200 Jahren!!!
Grüße
Felix
Das Denken ist die zweite Schutzebene des Organismus gegen Untergang. Hier gelingt es dem Menschen mit Hilfe der evolutionären Entwicklung des Werkzeugs Gehirn, sich an gefährliche neue Situationen anzupassen. Ein Diener der Genvermehrung. Ein unglaubliches Erfolgsmodell.
Künstliche Intelligenz (KI) und „Ich-Illusion“

Die Corona-Krise hat uns die Biologie des Menschseins schlagartig wieder bewusst gemacht:

Der Computer lehrt uns, das Analoge wiederzuentdecken in seiner fantastischen Vielschichtigkeit und unberechenbaren Komplexität. Wir lernen vom Computer und den Bemühungen, seine Leistungen zu verbessern, dass das menschliche Sein mehr ist als logisches Denken. Immer mehr erscheint die Wichtigkeit der unbewussten Vorgänge in einem neuen Licht. Er kann sich z.B. nicht schämen, denn er kann keinen Wert an sich begreifen. Denn die künstliche Intelligenz ist nicht emotional.
„Die KI“, wie der US-amerikanische Informatiker Donald Knuth von der Standford University schreibt, „kann mittlerweile so ziemlich alles was Denken erfordert, aber kaum etwas von dem, was Menschen und Tiere „gedankenlos“ tun, das ist irgendwie viel schwieriger.“
„Kant ist out“. Denn Emotionalität ist kein irrationaler Nachteil des Menschen, wie viele antike Griechen (Stoiker) und Aufklärungsphilosophen, wie zum Beispiel Immanuel Kant, meinten. Denn durch die rasante Entwicklung der KI lernen wir, wie ungeheuer bedeutsam und uneinnehmbar die Bastion Emotionalität mit ihren Gefühlen ist.

Die KI kann die Vorgänge der erste Ebene der Schutzvorgänge des Organismus nicht knacken. Während Menschen sich mehr und mehr mit Computern vergleichen statt mit Tieren, erkennen wir zugleich, wie wenig die Leistung von Rechnern überhaupt mit menschlicher Intelligenz vergleichbar ist. Es ist der emotionale Bereich und die „Ich-Illusion“, die den Computern versagt ist. Denn immer präzisere Mustererkennung und immer leistungsfähigere Statistiksysteme schaffen noch keine echte Intelligenz.
Menschliche Intelligenz ist, nach einer berühmten Formulierung des Schweizer Entwicklungspsychologen Jean Piaget, „das, was man einsetzt, wenn man nicht weiß, was man tun soll.

Felix
aus "Ich-Illusion" vom 30.06.2020

„Eher wird der Mensch wie ein Computer, als das der Computer wie ein Mensch wird.“ (Conrad Zuse)

Denn der Mensch passt sich dem Werkzeug KI (künstliche Intelligenz) immer mehr an. Er muss dieses Hilfsmittel erlernen und integriert die Ergebnisse in seine Entscheidungen und sein Verhalten.
Mittlerweile schafft es KI auch Emotionen zu lesen und zu beurteilen. Nehmen wir ein Beispiel: Allein die Mimik des Menschen erzeugt 10000 Zeichen, die meistens werden von uns unbewusst wahrgenommen und da einige Gesichtsmuskeln nicht bewusst angesteuert werden können, ist der Eindruck aus dem emotionalen Untergrund ziemlich „echt“. KI ist also in der Lage, eine genauere Bestandsaufnahme der Emotionen eines Menschen zu liefern und dem Nutzer dieses Werkzeuges KI als Hilfsmittel für seine Entscheidung und das Denken anzubieten.

Noch einen Schritt weiter: KI kennt die Reaktionen des beobachteten Menschen schon aus früheren Ablesungen der Mimik (Sprache) und hat „gelernt“, wie dieses Individuum auf bestimmte Reize reagiert. KI kann also steuern im Kaufverhalten oder politischer Gesinnung. Das um so besser, da dem Menschen durch die „Ich-Illusion“ diese Beeinflussung seines Unterbewusstseins nicht klar ist. KI betrügt also über den Schummler Gehirn unser Bewusstsein und stellt es als freier Wille dar.
Über den Betrüger Gehirn („Ich-Illusion“) ist für den Betrüger KI sehr vieles möglich.
Das hat sich Egon Musk (Tesla), einer der bekanntesten Visionäre der künstlichen Intelligenz (KI) vorgenommen:
Der Mensch passt sich dem Werkzeug KI immer mehr an. Um KI zu benutzen, muss er sie lernen und integriert diese Ergebnisse mit in sein Denken. Er lässt sich fahren und steuert nicht mehr selbst. Doch da erscheint schon eine mögliche Grenze der KI: Die Schuldfrage bei einem Unglück. Wer ist z.B. verantwortlich.
Denn das hat KI nicht (wahrscheinlich niemals): Moral, es fehlt der KI die emotionale Grundausstattung.

Felix
41acul schreibt:
‚Der Mensch passt sich dem Werkzeug KI immer mehr an. Um KI zu benutzen, muss er sie lernen und integriert diese Ergebnisse mit in sein Denken.‘

Handelt der Mensch aus Bequemlichkeit?
Ich halte dies nicht für klug, weil es unfrei macht.
Deshalb gilt das verführerische Motto der Macher (KI): " Wir machen Euch das Leben bequem, dafür wollen wir aber Euch".
Die Gegenwehr ist nicht leicht.

Felix
Du hast zuvor die Verantwortung angesprochen:
Bei uns waren schon 2 schwere Unfälle von selbstfahrenden Bussen mit Fußgängern: Frauen mit Kopfhörern liefen seitlich in die Busse.....

Wer ist schuldig?
@leonetta,
nun, das autonome Fahren ist zwar eher ein Randproblem der KI, es stellt aber deutlich einer ihrer wesentlichen Problematiken dar: Verantwortung der Entscheidung.
Außerdem hat das autonome Fahren noch einen weiten Weg. Es geht auch um die zusätzlichen Teilnehmer des Straßenverkehrs: Oma, Kind, Radfahrer, Betrunkene.
Eine feuchtfröhliche Gruppe ist in der Lage, den kompletten Verkehr durch Provokationen lahmzulegen.

Felix
Sicher brauchen wir die Forschung und folgend den Fortschritt, doch KI darf nicht die menschliche Intelligenz beherrschen,- sie soll nur ein Werkzeug für den Menschen sein.
Fühlen, Denken, Handeln
Das war der Einstieg. Er war allgemein gedacht, welche dieser Bereiche sind für jeden Menschen gleich. Doch das ist nicht alles: Warum unterscheiden wir uns bei diesen drei Ereignisse so gewaltig? Denn das macht unsere Individualität aus, unsere Persönlichkeit. Warum ist einer glühender Trumpist, warum stimmte ein anderer für den gewählten Präsidenten der USA Joe Biden? Keine Frage, die extrem teuren Wahlkampanien hinterlassen ihre Spuren. Doch sie sind maßgeschneidert, auf unsere Persönlichkeit ausgerichtet. Lange Zeit, bis in die Achtzigerjahre, machte man ausschließlich die Umwelteinflüsse für die Unterschiede verantwortlich, im Behaviorismus. Ein Neugeborener wird sozusagen mit dem berühmten „Weißen Blatt“ geboren. Jetzt könnten die weiteren Ereignisse des Lebens sich darin unbeeinflusst eintragen und unsere Persönlichkeit gestalten. Für Eltern war das höchst problematisch, denn die Ursache für jeden „missratenen Sohn/Tochter“, wurde ihnen wegen schlechter Erziehung in die Schuhe geschoben.

Doch jetzt ist das Genom des Menschen mit im Spiel. Jetzt haben sich die Fragen geändert. Welche Rolle spielen Genetik und Umwelt und wie können wir anhand genetischer Profile und von Hirnbildern ablesen, welche Persönlichkeitsstruktur ein Mensch besitzt?

Felix
Felix,
ich denke beides ist passend, das Genetische, aber auch familiäre Prägungen, und eine gewisse Freiheit im Fühlen, Denken und Handeln.

In meiner Familie gibt es eine Bauwesens- Linie
Der Urgrossvater (väterlich) hatte eine Baufirma in der Oberpfalz, der Grossvater hat in Nürnberg eine mittlere Ausbildung zum Architekten gemacht, mein Vater hat in München Architektur studiert , ist danach beamteter Dipl.-Ing geworden, und ich hab mich sozusagen in der vierten Generation getraut, mich als Architektin selbstständig zu machen.

Dann haben wir ein Maschinenbau- Gen, aus der mütterlichen Linie, mein Grossvater war Maschinenbaumeister... einer meiner Brüder ist am Studium gescheitert, aber mein Sohn hat es bewältigt. Da wurde eine Generation übersprungen.

Und dann haben wir auch noch, von meiner Urgrossmutter, ein Koch- Gen
Das ist auch auf meinen Sohn und mich gekommen... wir kochen besser als mancher Koch..

Aber zurück zur Freiheit:
Wir kochen nicht wie die Urgrossmutter, meine Häuser sehen anders aus wie die der Ahnen, und mein Sohn erforscht gerade die Materialeigenschaften von Knieprothesen, die es zur Zeit der Ahnen nicht gab.

Nur:
Es kommt einem so vertraut vor, man weiss, wie es geht, ohne jemand anderen fragen zu müssen... es steckt irgendwie in einem drinnen und ist jederzeit abrufbar, ...
Meine Nachbarin (83) Internistin kommt aus einer Medizin-Tradition, und die sieht manches anders als ich... die ist irgendwie, was Krankheiten angeht, furchtlos und pragmatisch. Auch sich selbst gegenüber. Weil sie dafür ein eigenes Gespür hat

Wenn eigenes Denken, Fühlen und Handeln und die Ahnen zusammen wirken ist es- meine ich- optimal
Doch jetzt ist das Genom des Menschen mit im Spiel. Jetzt haben sich die Fragen geändert. Welche Rolle spielen Genetik und Umwelt und wie können wir anhand genetischer Profile und von Hirnbildern ablesen, welche Persönlichkeitsstruktur ein Mensch besitzt?

Können wir das,
ist das doch so für manches Tun und Handeln sehr praktisch.
So wie meine Hautfarbe und Körpergröße, so wären mein Charakter, mein Verhalten ebenso wie sie sind, ließen sich halt auch durch beste Anstrengungen nicht unterbinden?

Wer sollte mir dann z. B..fehlende Gewissenhaftigkeit und mangelndes Sozialverhalten ankreiden, könnte u. U. nicht zur Verantwortung gezogen werden?
@Translation
@nettestierfrau

Worum geht es?

Um die berühmte Aufforderung der Philosophen:

"Erkenne Dich selbst."

Diese Aufforderung taucht zum ersten Mal etwa 600Jahre v.Chr. an einem Tor in Delphi auf, dort ist sie eingemeißelt. Etwa 200 Jahre später kommt der berühmte Satz von Thales aus Milet:

"Was ist das Schwerste? Sich selbst zu kennen. Was ist das Leichteste? Ratschläge zu geben."

Jeder Mensch ist ein angeborener Psychologe. Unermüdlich arbeitet sein Kopf bei der lebenswichtigen Kommunikation an der Einschätzung des Gegenübers. Selbst der Säugling hat schon das angeborenes Erkenntniszentrum für Mimik und Farbe des Sprechens. Er lächelt als Antwort und Mutter ist hingerissen. Mensch kommuniziert auch mit seinem "Ich" über sein "Ich". Möchte also auch wissen, wer bin ich. Nun, was könnte man an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Molekularen Psychologie über die biologischen Grundlagen der menschlichen Persönlichkeit wissen? Das sei schon vorneweg verraten: Einen Mundabstrich zum Einschicken an ein entsprechendes Institut zur Genomdiagnostik, um die Persönlichkeit einzufangen, das gelingt nicht. Es sind zu viele Loki, an denen Eigenschaften fixiert sind. Diese Geldausgabe kann man sich sparen. Und, solch ich mich erkennen, um zu leiden am unveränderlichen genetischen Schicksal? Nein, ich soll mich erkennen, um mich durch Erfahrungen zu verbessern. So hat es die Evolution gewollt.
Jetzt die moderne Welt. Auf Erkenntnistour ist nicht nur das Individuum, es sind die medialen Welten, die uns gnadenlos beobachten und einschätzen. Man möchte etwas damit erreichen: Macht und Einfluss.

Felix
wir bilden uns ein, andere Menschen verstehen zu können - dennoch können wir niemals in einen anderen Menschen hineinschauen.....

genauso wenig können wir uns selber erkennen......
warum ?
weil wir nicht unbeteiligt sind und deshalb niemals objektiv sein können....

(das sind meine unphilosophischen eigenen Gedanken)