@Patriarch (hoffentlich ist der Nickname nicht Programm :wink:) ... gemäss Profil kommst du ja aus Leipzig und kennst deshalb vielleicht das Zentrum "DIE VILLA" ... dort gibt es immer am Dienstagabend eine Soirée Polyglotte: Leipzigs Sprachenabend

Einfach nur reden, reden, reden ...

Ich finde, das nützt viel mehr als Vokablen büffeln ... zumindest mir
Hallo Ambe44,

Das ist ein wirklich guter Hinweis! Im Moment bin ich zwar noch sehr weit davon entfernt, an diesen Tischgesprächen teilnehmen zu können, aber wenn der „Grundstock“ erst einmal gelegt ist, probiere ich das auf jeden Fall einmal aus. Klingt durchaus vielversprechend.

Nein, mein Nickname ist kein Programm, wie Du vielleicht vermuten könntest. Zum „Hausherrn“ sollte eine (fast gleichberechtigte) „Hausherrin“ gehören, oder zumindest eine, die dem „Hausherrn“ wenigstens das Gefühl gibt, dass er „Herr im Haus“ ist ;-)

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Patriarch hat geschrieben: Ich würde gern einmal nachfragen, ob jemand bereits Erfahrungen im gleichzeitigen Erlernen von zwei Fremdsprachen gesammelt hat. Damit meine ich aber nicht in der Schulzeit, sondern eher im 50+ Bereich.

Im Moment denke ich über Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch und Russisch nach. Dabei geht es mir nicht um den Erwerb fortgeschrittener Sprachkenntnisse, sondern einfach um das erforderliche Niveau, um als Individualtourist einigermaßen über die Runden zu kommen (also irgendetwas zwischen A1 und A2 des GER). Talent zum Lernen von Fremdsprachen hat mir übrigens schon während der Schulzeit kein einziger Lehrer bescheinigt. Den Mangel an Talent könnte ich jetzt aber vielleicht durch mehr Motivation etwas ausgleichen.

Wichtig für mich wäre jetzt erst einmal zu wissen, ob es grundlegend besser ist, sich auf Sprachen zu konzentrieren, die sich ähnlich sind oder eher andersherum.

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Ich lerne z Zt spanisch und englisch
Patriarch hat geschrieben: Hallo Dorante...

Es wird natürlich - zumindest am Anfang – sehr schwierig sein, mir einen Flirt mit einer attraktiven und charismatischen Französin zur Motivation vorzustellen. Das würde den Stresslevel ja potenzieren. Da wäre ich wahrscheinlich schon bei einer deutschsprechenden Frau „sprachlos“. ;-)

Patriarch, du kannst dir in deiner Fantasie jeden Gesprächspartner vorstellen, der dir Spaß macht, und nicht den der dir Angst macht :wink:

[/quote]Ich finde den Ansatz der 20 Minuten Lektionen zwar nicht „falsch“ (zur Wiederholung bereits bekannter Dinge oder für Artikulationsübungen mache ich das auch so), aber um mir etwas wirklich Neues anzueignen, brauche ich wirklich länger, [/quote]
Die zwanzig Minuten sind ein Richtwert, man schreckt auch weniger davor zurück es tatsächlich täglich zu tun... sich mit der Sprache zu beschäftigen. Es wird meistens länger. Doch allein an dem Tag, an dem du keine Lust hast, einfach nur einen Blick auf etwas werfen und vielleicht schon nach 10 Minuten es sein zu lassen ist auch ok. Es geht nur ums Aktivieren der neuen Neuronenverbindungen die dadurch verstärkt werden.

Auswendiglernen, davon halte ich gar nichts. Ich habe einige Sprachprüfungen abgenommen, wo die Auswendiglerner kläglich scheiterten. Sie konnten in der Kommunikation keinen Rapport herstellen und das ist das A und O. Selbst wenn man wenig von einer Sprach kann, das wirkt Wunder.
Hallo Dorante,

Die einzige französische Sprachpartnerin, die mich derzeit nicht ängstigen würde, wäre diejenige, die mir überhaupt nicht zuhört bei meinen allerersten Versuchen ;-)

Ich freue mich über Deine wirklich fundierten Hinweise und ich bin sicherlich auch nicht beratungsresistent, aber in meinem konkreten Fall halte ich das „sture Auswendiglernen“ gerade jetzt am absoluten Anfang meiner Sprachreise einfach für dringend notwendig. Ich werde jetzt als erstes die Alltagsgegenstände in meiner Umgebung mit Zetteln bekleben, auf denen ihre französische Bezeichnung steht. Vielleicht prägt sich durch das Schreiben per Hand und das ständige Anschauen beim Vorbeigehen doch etwas ein. Bevor ich durch freies und kreatives Wiederholen Neuronenverbindungen aktivieren kann, müssen die sich ja erst einmal bilden. Momentan kommt es mir allerdings so vor, als würden sich sogar bereits bestehende Neuronenverbindungen von selbst trennen und sich permanent weigern, jemals wieder zusammenzukommen....
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Da hilf alles nichts! Die Formen des Verbs in den verschiedenen Personen muss man auswendig lernen, geht von Latein über Frz., Span., Ital.....
Englisch ist da sehr einfach.

Ich habe mir die Vokabeln am Leichtesten eingebettet in ganze Sätze gemerkt.
Hallo Patriarch,

mich wundert es eh, daß hier nicht auf die verschiedenen Möglichkeiten der Erlernen eingegangen wird.
Es gibt inzwischen doch viele Erfahrungswerte, wie man sich eine fremde Sprache am effektivsten aneignet.
Und es gibt doch auch viele Online-Angebote.
Hallo Melissa56,

Du hast absolut Recht, es gibt eine schier unüberschaubare Vielzahl an Möglichkeiten, sich auch online mit Fremdsprachen vertraut zu machen. Da sind z.T. absolut erstklassige Angebote dabei.

Mein Problem ist es aber eben, ob es sinnvoll ist, gleichzeitig zwei Fremdsprachen zu erlernen, und wenn ja, welche Erfahrungswerte da bereits vorliegen. Derzeit würde ich von einem parallelen Erlernen allerdings Abstand nehmen wollen - ich habe ja schon mit Französisch mehr als genug zu tun. Vielleicht platzt ja der Knoten morgen und ich komme endlich in die Gänge.

Es ist ja leider wirklich so, dass man in der Altersklasse 60+, zu der ich mich nun auch zählen darf, schlichtweg anders (vielleicht nicht schlechter, aber eben anders), als in bedeutend jüngeren Jahren lernt. Da ich schon als Teenager so meine Probleme mit Sprachenlernen hatte, glaube ich auch nicht, dass ich plötzlich Talente entwickelt habe, von denen ich noch nichts weiß.

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Mir ist schon klar, was deine Fragestellung ist.

Ich habe mich dazu nicht geäußert, weil ich keine realen Erkenntnisse dazu habe.

Anfangs dachte ich mir, daß man in der Schule oder im Studium oder im Rahmen einer Berufsausbildung ja auch mehrere Fächer bzw. Sprachen gleichzeitig lernen muß, und es auch geht, gehen muß.
Ich vermute mal, daß unser Gehirn schon in der Lage ist, zwei Sprachen gleichzeitig zu erfassen. Auch die Zeit spielt da eine Rolle. Es bedarf einfach der Übung, dann werden schon wieder mehr Zellen aktiviert :-)


Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß es gerade aus altersbedingten Gründen ausschlaggebend sein könnte, mit welcher Methode man arbeitet.
Deshalb meine Frage dazu. Es geht vielleicht Hand in Hand.

Bei mir ist z.B. Visualisierung beim Erlernen eines Gebietes immer schon wichtig gewesen. Hören reicht mir nicht. Desweiteren brauche ich eine reizarme, eher monotone Umgebung. Also z.B. kein Radio, nichts anderes dazwischen machen etc.

Ich wünsche dir viel Erfolg.
Obwohl ich 2-sprachig (Deutsch und Wienerisch ;-)) aufgewachsen bin - war ich noch nie ein Sprachentalent.
Auch wenn sich der Lehrer noch so sehr bemühte - bei mir gelang es ihm nicht, dass ich die Fremdsprache (Schulenglisch) wirklich gut erlernte.
Er verzweifelte direkt, wenn er mich irgendetwas fragte.
Bei Diktaten machte ich fast keine Fehler - nur das Freisprechen - oh weh - das werde ich wohl nie erlernen.
Deshalb werde ich auch nie sagen - ich kann eine Fremdsprache.

Ich denke es gibt Sprachentalente - ich habe dieses Talent sicherlich nicht.
@Patriarch,
wenn du dich schon selbst als nicht sprachbegabt beurteilst, dann würde ich den Plan, gleich zwei Fremdsprachen gleichzeitig lernen zu wollen, schnell verwerfen.
Lieber nur eine, die aber mit Fleiß! :wink:
Hallo Hawaii.72,

Genau das habe ich die letzten Tage auch gemacht. Mehrfach täglich ca. eine dreiviertel Stunde (einen guten Mix zwischen Vokabeln, Grammatik, einfachste Dialoge) und natürlich regelmäßige Wiederholungen des bisher Gelernten. Ich kann den Mangel an Sprachtalent zwar nicht durch Fleiß ausgleichen, aber ich sehe wenigstens kleine oder zumindest kleinste Fortschritte.;-)

Der Versuch, zwei Fremdsprachen gleichzeitig zu lernen (egal, wie ausgeklügelt die Methodik auch sein mag) wäre für mich definitiv zum Scheitern verurteilt. Auch ein Vorteil des Älterwerdens, wenn man rechtzeitig für sich selbst akzeptieren kann, was eben nicht (mehr) geht und nicht sinnlos Energie und Zeit investiert.

Ich bedanke mich nochmals für die vielen guten Tipps!

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agapanta hat geschrieben: In unserem Alter ist es schon eine Hausnummer überhaupt eine Sprache gänzlich neu zu lernen. Ich würde also erst mal mit einer Fremdsprache anfangen und zwar die, die Dir am besten gefällt und die Du am ehesten gebrauchen kannst.

Wenn Du dann merkst, dass Du hirnmäßig noch nicht ausgelastet bist dann würde ich über eine zweite Sprache nachdenken, auch wieder die auf die Du am meisten Lust hast sie zu lernen.

Ich habe mit 40 versucht spanisch und katalan gleichzeitig zu lernen, das hat nicht geklappt. Hauptsächlich wohl weil ich auf katalan gar keine Lust hatte, mein Umfeld das aber erfordert hatte.


Aber, aber! Lassen wir uns doch nicht von uns selbst eintrichtern, dass wir Dinge nicht können oder zu alt für diese sind. Da wurde doch auch irgendwann im Rahmen einer Studie bewiesen, dass von der Gehirnleistung alte Menschen nicht benachteiligt sind aber mehr Sorgen mit sich rumtragen die sich dann negativ auf das Gedächtnis auswirken können. Also ein wenig öfter abschalten, und den gewonnenen Speicherplatz mit tollen Vokabeln füllen. Ich für meinen Teil habe vor nicht allzu langer Zeit Italienisch und Spanisch aufgegriffen. In einem guten Jahr hab ich mir ein A2 Level aneignen können. Die Aussprache ist nicht das Wahre..aber verstehen tun sie mich alle!
Hallo Folks,

Also, im Gegensatz zu Erni855, der zwei Fremdsprachen, die noch dazu sprachlich ziemlich eng verwandt sind, in einem Jahr bis zum Level A2 gelernt hat, würde ich meinen Versuch als gescheitert erklären. Meinen Respekt, Erni855 !

Schon vor ein paar Monaten habe ich bemerkt, dass ich das wohl nicht hinbekomme. Manchmal habe ich die Grammatik etwas durcheinandergebracht und das Lernen und Behalten neuer Vokabeln ging auch nur sehr schleppend. Es war nicht wirklich motivierend...

Ich habe mich dann entschlossen, ein paar Monate „Sprach-Lernpause“ einzulegen, damit der „Speicher“ gelöscht oder überschrieben und somit Platz für einen Neustart frei wird.

Und heute soll der Neu-Start beginnen !

Aus meinen Fehlern (auch in methodischer Hinsicht) habe ich wenigstens teilweise etwas gelernt. Ich habe mich für Spanisch entschieden – das erscheint mir immer noch am wenigsten schwierig (Ich vermeide den Begriff "Leichtfallen" bewusst - mir fällt beim Sprachenlernen überhaupt nichts leicht).

Obwohl es gute Angebote zum Sprachenlernen (z.B. Volkshochschule) gibt, versuche ich es erst noch einmal allein mit on-line Unterstützung.

Und natürlich werde ich die Hinweise, die ihr mir schon gegeben habt, diesmal besser beherzigen ;-).

Vielleicht hat ja Erni855 (oder sehr gern auch jede/r andere Interessierte) noch ein paar magische Tipps, die er/sie hier im Forum mitteilen möchte.

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