Ob es eine Hierarchie braucht, oder Autorität, das weiss ich nicht, meine Vorstellung geht eher in Richtung einer Meta-Ebene, eines gemeinsamen Ziels, das nur in der Gruppe und nicht ohne sie angestrebt und verwirklicht werden kann.

..also um einen Zusammenhalt, der stärker ist, als das Alltags-NittiGritti und die Frage: Wer hat nach dem Rasieren das Waschbecken nicht sauber gemacht..wer hat meinen letzten Tofu geklaut etc..etc..
Hierarchie, Autorität geht gar nicht.
Sind doch alle schon erwachsen.
Was es braucht, ist ein Wochenplan für die Hausarbeiten,
getrennte Kühlschrankfächer,
keine Erwartungen bezüglich "gemeinsamer Freizeitgestaltung".
Eine gesunde Konfliktfähigkeit.
Eine gesunde Durchsetzungfähigkeit.
Eine gesunde Portion Sozialverträglichkeit.
Viiieeel Geduld.
Viiieeel Freude an Sitzungen.
Das Wissen, dass Grüppchenbildung und "Hintenrumreden" gar nicht geht.
Und, und, und....

Wenn ein Mitglied der Gemeinschaft Eigentümer der Liegenschaft ist,
sind die anderen dessen Mieter.

Dieses Gefälle drückt sich als Machtstruktur aus.
Immer.
Von subtil bis offensichtlich.

Funktioniert deshalb meistens nicht.
Die "Untermieter" ziehen wieder aus.
Wer will das schon?

So meine Erfahrungen.
Habe in einigen Wohn- oder Lebensgemeinschaften gelebt.
Immer mal wieder.
Auch mit unseren Kindern.
Weil ich diese Wohnform eigentlich als "besser" für den Menschen einschätzte.
Das letzte Mal mit 42 Jahren.

Und das war wirklich das allerletzte Mal...

Noch einmal würde ich es mir nicht antun.
Danke für Deinen Kommentar, @marmur. Das liest sich leider nicht gerade ermutigend.

Bei mir geht es ja nur um eine 2er-WG. Grüppchen bilden ist also nicht das Problem.
Und mit Kindern in einer WG leben, das hat bei meinen Freunden in den 80ern nirgendwo funktioniert. Aber da sind wir ja mit durch. 

Die Doppelrolle Vermieterin / Mitbewohnerin finde ich auch doof.

Ich will das aber trotzdem probieren. Denn ich hab meine jetziges Haus erst vor 1,5  Jahren gekauft - unter anderem Vorzeichen. Jetzt gibt es nur die Möglichkeit, es mit einer WG in diesem Haus zu versuchen oder mir was anderes zu suchen.

Bin noch am Rumlesen und Orientieren, @Leiolente. Anfang Juni kommt der erste Interessent gucken. Mal sehen. .  

 
Maci48 hat geschrieben: Ich gebe mal vorsichtig einen Gedanken dazu.

Solche Gemeinschaften, übrigens andere auch, haben immer dann ein Problem, oft massive Zerfalls Probleme, wenn sie Antiautoritär, gar ohne Hierarchie gelebt werden wollen.

Meine Meinung ist, dass es auch in solchen Lebensgemeinschaften einmal eine Hierarchie, aber auch eine letztendliche Autorität braucht.

Diese kann durchaus durch demokratische Wahlen wechselnd gestaltet sein.  

Ich bin deiner Meinung! Vielleicht funktioniert eine Hofgemeinschaft besser, wenn es eine Vorgabe gibt, wie man sich die Abläufe vorstellt. Mein Mann und ich wollen eine Hofgemeinschaft machen, die folgendes Konzept hat: reduzierte Miete gegen Mithilfe und Mehrgenerationen zusammen. Jeder nach seinen Fähigkeiten und Zeit, die er/sie hat. Die Immobilie werden wir komplett finanzieren, eventuell 6 abgeschlossene Wohnungen plus Carsharing.
Ich sehe das auch so! Ohne einen Häuptling geht es eben nicht! Mein Mann und ich kaufen uns nächstes Jahr ein großes Haus und dann sehen wir ob wir einen Mieter finden, der für ein miteinander geschaffen ist.
@ Frauenzimmer1962 !!

Ein Hallo ..und guten Tag ..
..na dann werde ich doch mal mein Interesse an eurem Projekt anmelden,
( übrigens teile ich deine Ansichten.. )
lg tom
Hallo Tom!

jetzt hab ich doch deinen Eintrag im Forum verpennt. Ich hab mich über deine geschickten Lächeln gefreut, stand aber komplett auf der Leitung...

lieben Gruss von Gabriele
Hallo,

ich bin neu hier und lese gerade eure Kommentare.

Ich habe einen landwirtschaftlichen Betrieb aufgegeben und jetzt dort Mietswohnungen eingerichtet.

Es funktioniert- Es ist ein Mehrgenerationenhof geworden, wobei ich zuerst an ältere Menschen gedacht habe. Aber OK, die jüngeren Menschen werden von selbst älter :D :D .

Vor 22 Jahren habe ich den ersten Schritt gemacht. Habe viel über gemeinsame Aktivitäten nachgedacht. Halte mich heute aber zurück und überlasse den Bewohnern die Initiative. Es gibt gemeinsame Veranstaltungen aber keiner ist verpflichtet mitzumachen. Nur so geht es.

Heinz-Josef
Heinz-Josef!

Schreib doch mal hier, wie sich diese "Hofgemeinschaft" zusammensetzt und was ihr gemeinsam unternehmt!

Lg von Gabriele
Dorfleben

Was du da erzählst, klingt sehr vielversprechend!

Ich kenne einige Versuche des Zusammenlebens in Hausgemeinschaften, die meistens an den gemeinsam benutzten Räumen und Einrichtungen gescheitert sind.
Wie macht ihr das?

Zum Beispiel im Garten - wird der gemeinsam bewirtschaftet oder haben die, die es wollen, ein eigenes Grundstück dafür zur Verfügung?
Gibt es Gemeinschaftsräume?

Beteiligen sich an Reparaturen am Haus und an Investitionen alle finanziell?
Daran scheitert es auch sehr oft - an den unterschiedlichen Geldbörsen...

Ich bin gespannt, wie ihr das macht - es klingt wirklich gut.
für mich klingt etwas erst gut, wenn ich genaueres weiß
Solche Lebensgemeinschaften können bei richtiger Vorplanung hinsichtlich der Nutzung und der Kostenverteilung gut, ja fast perfekt geregelt werden.

Die kann aufgeteilt werden wie im WEG auch geregelt ist in Sondernutzungsflächen Wohnungen und Gartenanteile, in gemeinsam genutzte Flächen wie Keller, Speicher, Wege, allgemeine Freifläche, Treppenhäuser, Großküche, Fitnessräume, medizinischer Versorgungsraum, und was man sonst noch alles einrichten möchte.

Kostenverteilerschlüssel sind vorher festzulegen und jeder der in die Gemeinschaft eintritt muss, ja muss diese unanfechtbar akzeptieren. Diese Verteilung kann nicht einmal mehrheitlich, (Gefahr der Fraktionsbildung)sondern nur all-stimmig geändert werden.

Kostenverteilung kann je nach Kostenstelle per Kopf/Bewohner, per selbst genutzter Fläche oder nach gemessenem Verbrauch erfolgen.

Neben der wirtschaftlichen Regelung ist es wohl auch wichtig, eine sogenannte Gebrauchsregelung zu vereinbaren.
Wie wird was wie lange genutzt.
Fast alles findet sich in den Gesetzten für Wohnungseigentum oder den Regelungen für vermieten Wohnraum. Wesentliche Abweichungen davon sind vielleicht gar nicht vereinbar.

Wenn diese Dinge im Vorfeld handwerklich schlecht oder gutgläubig gemacht wurden, dann geht es fast immer nicht lange gut.

Doch auch bei der präzisesten Regelung bleibt das Risiko Mensch. Da liegt der Hund nämlich begraben.
Er ist bei Eintritt schon nicht gläsern, wird es später auch nicht. Veränderungen im Laufe der Zeit kommen dazu. Schließlich spricht man eher von Altersstarrsinn und nicht von Altersflexibilität. Ein weiteres Erschwernis.

Klingt vielleicht alles hier etwas pessimistisch, nein soll es nicht sein.Aber es kommt ja auch niemand auf die Idee, zu sagen, dieses Kreuzfahrtschiff betrete ich nicht, wenn die schon Rettungsboote und Schwimmwesten mitnehmen. Vorsorge ist das "Zauberwort.

Solche Konstrukte müssen bei gewünschtem Erfolg jeglichen erdenklichen Worst Case im Vorfeld geregelt haben, danach gibt es nahezu keinen Einstieg mehr.
Es kann funktionieren.

Wünsche gute Vermehrung bei noch besseren Gedanken zu diesem Thema.
Wenn der Hund begraben ist, ist schon mal besser!

Man glaubt gar nicht, mit welchen Viehchern ältere Herrschaften in eine WG wollen ( von Klavieren,Mehrzahl!, kompletten Schreinereieinrichtungen, Luxusküchen, katzenpipiverzierten Sargschränken. Bondagestudios...) mal abgesehen.

Für einen mit seinem Menschen altgewordenen Hund, der schließlich eine Art von Familienersatz geworden ist, habe ich durchaus Verständnis. Aber Leute, die in eine WG wollen, werfen den Mitmenschen mangende Tierliebe vor, wenn die den Einzug mit mehreren Hunden oder Katzen skeptisch sehen.
Katzen lassen sich nun einmal nur sehr begrenzt erziehen, betrachten jedes offene Fenster als Einladung - ich mag weder Tisch noch Bett mit ihnen teilen.

Früher lebten Hunde überwiegend draußen, wenn man nicht das passende Grundstück hatte, hat man sich keinen - zumindest keinen großen - angeschafft.
Eine gehbehinderte Endsiebziger mit vier Hunden hatte sich hier beworben, wußte auch keine Antwort darauf, wer die versorgt, wenn sie das aus gesundheitlichen Gründen nicht könne. Bin ich ein Tierhasser, wenn ich die Kacke anderer Leute Köter nicht einsammeln mag?
Die Viehcher können nichts dafür.

Aber allen, die meinen, das Leben in einer WG mit nur zwei kleinen Zimmern, Bad und ein bisschen Küche für den Alleingebrauch sei viel zu einschränkend, sei gesagt:
Im Pflegeheim gibt es für jeden dieselben Standardmöbel aus Spanplatte und nicht einmal Platz für die geliebte Fingerhutsammlung.
Dort ist man manchmal schneller, als man dachte - weil man nicht vorgesorgt hat. Dein Induvidualismus und die Selbstbestimmung hat man am Eingang abgeben müssen.
Übrigens, ein Einzelzimmer im Heim ist nicht selbstverständlich.
jacaranda03 hat geschrieben: für mich klingt etwas erst gut, wenn ich genaueres weiß

Bin leider nicht eher dazu gekommen auf die Anregungen und Fragen zu antworten.

Ich war 35 Jahre als Bauer tätig. Als die nächste Generation den Hof nicht als Landwirtschaft weiter führen konnte und wollte ist in der Familie die Idee gereift, aus dem Hof ein Mehrgenerationenhof zu machen. Es wohnen jetzt sowohl Kinder wie Rentner auf dem Hof. Vorrangig sind es kleine Häuser die sich um kleine Innenhöfe gruppieren und wo man sieht, ob sein Nachbar morgens aufgestanden ist oder man mal nach ihn sehen muss.

Meine Stadt hat 14000 EW. Bis zur Stadtmitte sind es vom Hof nur 1000m. So haben wir hier eine gute Infrastruktur. Die Bushaltestelle ist nur 200m entfernt.

Der Hof ist wie ein altes Fachwerkdorf konzipiert. Es gibt zwar Doppelhäuser aber meistens sind es Einzelhäuser zwischen 31 und 140m² Wohnfläche. Ums Haus hält es jeder so gut es geht sauber, die Zwischenflächen mähe ich mit dem Trecker. Gemüsegarten ist möglich, aber außer Kräuter baut keiner was an. 40 Obstbäume habe ich gepflanzt, leider wird das meiste Obst nicht genutzt. Um keine "Grenzen" aufzubauen gibt es nur hier und da einen Holzzaun als Gestaltungselement.

Sicher gibt es auch mal Probleme, und man wünscht sich manchmal mehr Gemeinsamkeiten. Aber man hat es mit Menschen zu tun und man kann und ich will, sie nicht ändern.

Hab mal meine Gedanken zur Gemeinschaftsbildung im Alter mal in einem anderem Forum zusammengefasst, was ich auf Wunsch gerne zusende.
cron