Nachdem ich mich ja um dei Leitung dieser Themengruppe beworben hatte und dies daran scheitert,daß ich nicht einfach eine Kopie meines Ausweises an eine mir persönlich unbekannte Adresse zu schicken, will ich doch den Anfang bei diesem Themenkreis machen.

Grundsätzlich ist hier mal meine Frage, ob Ihr die Einführung eines Hundeführerscheines für sinnvoll haltet??

Ich habe zwei Hunde, einen Labrador und einen Podengo und erlebe schon täglich bei meinen Spaziergängen so einiges. Vor allem Besitzer von kleinen Hunden reagieren fast immer falsch, weil sie einfach so überhaupt keine Ahnung davon haben wie Hunde ganz artgerecht reagieren. Da ich rein hobbymäßig eine Ausbildung zur Hundetherapeutin hinter mich gebracht habe, meine ich zumindest mir hier ein Urteil erlauben zu können. Deshalb wäre ich auch grundsätzlich für eine Eignungsprüfung von Hundebesitzern. (Nebenbei bemerkt für Eltern wäre die noch wichtiger, aber das gehört nicht hierher)

:| Bärbel
Ich bin grundsätzlich für die Einführung eines Hundeführerscheins.

Obwohl ich das meinem alten Sam nicht mehr zumuten würde.
Der würde ja nicht mal mehr den Sehtest bestehen.

Außederdem ist er schon ein bißchen eingenwillig.
Er denkt, Vorfahrt hat immer der, der die Wurst am ehesten wittert.
Da kann er dann schon mal zum Straßenrüpel werden.

Aber sonst - warum nicht?

Die ganzen Helferhunde haben ja quasi nen Führerschein - zumindest kennen sie die StVO.

Nur mit der links-rechts Schwäche, das wird bei manchen problematisch.

Hebbe
Ich bin auch dafür, daß Menschen die einen Hund besitzen, sich auch damit auskennen sollten.

@Babs53 aber bitte vergleiche niemals Tiere mit Menschen.

Bie Erziehung von Kindern - ist sicher komplizierter und nicht vergleichbar und das Ergebnis siehst du erst, wie sich der Erwachsene zurechtfindet..

Der Hund aber sollte dir untertan sein. Das Ergebnis ist in ein paar Wochen ersichtlich. Man beherrscht Hunde.
Kinder erzieht man nicht, daß sie einem untertan sein sollen, sie sollen sich entwickeln können.

So manchen Hunden geht es besser als einem Kind, weil der Hundebesitzer oft mehr "Kohle" hat, als eine alleinerziehende Mutter.

kundgeba
Ich kann kundgeba - leider - nur voll zustimmen:

Manchen Hunden geht es besser als einigen Kindern!!

Man braucht in diesem Land für so viele Dinge eine Ausbildung oder Schulung mit anschließender Bescheinigung! Das ist richtig und gut!!

Aber ich frage mich sehr oft - und da gebe ich der Threaderöffnerin recht - weshalb für eine derart wichtige und schwierige Aufgabe wie die Erziehung eigener Kinder keinerlei Vorbildung notwendig ist!

Ein "Kinderführerschein!"? Warum eigentlich nicht???

Hanna
Hundeführerschein - ist im Prinzip nicht schlecht. Nur genau den werden die nicht machen, die nicht mit Hunden umgehen können. Und die, die es können, brauchen ihn nicht.

Der Vergleich mit einem "Kinderführerschein" hinkt gewaltig. Positiv sehe ich nur, dass aus Kindern mit mangelnder Erziehung durch Eigeninitiative später doch noch tolle Menschen werden können.

Die Finanzfrage spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Es gibt reiche Leute mit Hund und arme Leute mit Hund - genauso wie es bei arm oder reich Kinder gibt.

Doch wenn ich es richtig verstanden habe, sollte es hier nur um Hunde und alles was damit zu tun hat, gehen, oder?
"Kinderhaltung" mit Hundehaltung zu vergleichen - das allein finde ich schon makaber.

ginger
@ginger,

genau deshalb hatte das Wort auch die "Gänsefüßchen"!

Sollte auch nur eine Anregung zum Nachdenken sein - und hat deshalb - finde ich - schon seine Berechtigung hier.

Denn: Nichts gegen Hunde - aber alles für Kinder!!!

Hanna - die mit diesen Aussagen keinem Hundebesitzer zu nahe treten möchte!!!!!!!
Also bevor hier der Verdacht aufkommt, ich würde nun Kinder mit Tieren vergleichen, möchte ich nochmal ausdrücklich klarstellen, daß ich absichtlich das Wort "Eignungsprüfung" gebraucht habe.

Aber wie schon erwähnt wir sind hier bei Hunden, nicht bei Kindern. Als Randbemerkung sei mir erlaubt, daß es viel zu viel vernachlässigte Kinder gibt,. ob arm ob reich, die Medien lassen uns ja ständig als Voyeure daran teilhaben.

Allerdings stehe ich auch nicht auf dem Standpunkt, daß man den Hund nach guter alter Sitte, sich untertan machen sollte.

In der modernen und wesentlich erfolgreicheren Hundeerziehung, wird ausschließlich über Belohnung gearbeitet und es ist erwiesen, daß es dadurch zu weitaus weniger agressivem Verhalten seitens der Hunde kommt.

Meine Intension geht eher dahin, daß Hundeführer einfach das Wesen ihrer Tiere erfassen.

So wird nach wie vor total fehlinterpretiert, wenn Hunde bellend aufeinander zu laufen. Das ist bei "richtig" erzogenen Hunden eine Begrüssung und damit beginnt das Kennenlernen, so wie bei uns Menschen eben durch Handschlag.

Und gerade Hundebesitzer mit kleinen Hunden fallen mir immer wieder auf, daß sie ihren Hund schnell auf den Arm nehmen. Damit unterbinden sie das ganz natürliche Verhalten ihrer Hunde. Denn ohne diesen Eingriff würden die Tiere die Lage sondieren, wenn sie sich mögen miteinander spielen, oder eben die Dominanz des anderen anerkennen und sich dementsprechend verhalten.

Und genau das meine ich mit Hundeführerschein... wir sollten lernen das Wesen zu begreifen, denn wie schon erwähnt wurde, es sind Tiere , keine Menschen, und genauso sollten sie auch behandelt werden.

Mein Podengo ist ein Straßenhund aus Portugal. An ihm sieht man wunderbar, daß er nicht durch Menschenhand "versaut" wurde. Er geht auf andere Hunde zu, aber immer mit Abstand um die Lage zu peilen und je nach Situation stellt er sich auf Spiel oder eben weitergehen ein.

Bärbel
Ich (als Nicht-Hundebesitzerin und auch eine, die vor Hunden eher Angst hat) möchte zu diesem Thema eigene Erfahrungen beisteuern.

Wie ich schon sagte, habe ich vor Hunden, die bellend auf mich zulaufen, einfach nur Angst und kann diese auch trotz rationaler Überlegungen nicht einfach abstellen und schaffe es auch nicht, mich "richtig" zu verhalten.

Als wir vor dreizehn Jahren hierher gezogen sind, habe ich gleich mit Besorgnis registriert, dass unsere unmittelbaren Nachbarn einen Hund haben, einen Golden Retriever. Aber dann die positive Erfahrung: Er war dermaßen gut erzogen, dass er NIE auch nur auf mich oder unsere (damals noch kleinen) Kinder zugesprungen wäre, schon gar nicht uns jemals angebellt hat. Er gehörte einfach zu unserem Lebensumfeld, und als er vor ein paar Monaten wegen einer altersbedingten Krankheit eingeschläfert werden musste, war auch unsere gesamte Familie traurig.

Aber eine Erfahrung ganz anderer Art: Heuer im Sommer wählte ich für einen meiner langen Spaziergänge mal eine etwas andere Strecke. Ich joggte auch nicht, sondern ging nur an einem mir unbekannten Haus vorbei. Plötzlich kam, ohne dass ich mich darauf hätte einstellen können, ein wütend kläffender Hund auf mich zugeschossen, biss mich zuerst kräftig in die Hüfte (was durch die Jeans etwas abgedämpft wurde, sodass es "nur" blaue Flecken und keine offene Bisswunde gab) und dann in den nackten Oberarm.

Nachdem ich ärztlich versorgt war, fuhr ich mit meinem Mann zu dem Hundebesitzer, damit dieser überhaupt wusste, was vorgefallen war und ich im Fall von irgendwelchen nachfolgenden Komplikationen bzw. auch Forderungen von seiten der Krankenkasse abgesichert wäre.

Das "Beste": Der Mann hatte vom Fenster aus den Vorfall mitangesehen, hatte auch beobachtet, dass ich immer wieder auf meinen blutenden Arm schaute, aber er hatte (so seine Darstellung) deswegen nicht reagiert, weil er einfach nicht glauben konnte, dass sein Hund mich tatsächlich gebissen haben sollte - "sowas hat er noch NIE getan!". Von Nachbarn dieses Hundebesitzers habe ich hingegen im Nachhinein gehört, dass dieser Hund absolut unerzogen ist und nicht einmal seinem Besitzer folgt.

An alle Hundebesitzer: Bitte fühlt euch nicht angegriffen, denn ich habe ja eingangs eine sehr positive Erfahrunge geschildert (und unsere Nachbarn haben auch wieder einen ganz jungen Hund, wo auch jetzt schon deutlich wird, dass auch er "erzogen" wird und es bestimmt auch mit diesem ein "gutnachbarschaftliches Verhältnis" geben wird).

Aber wenn ich an jene negative Erfahrung denke, dann würde auch ich für einen "Hundeführerschein" plädieren - und in einem solchen Fall müsste der Besitzer mindestens ebensoviel lernen wie der Hund!

Marcella
nur zur Verdeutlichung den Autoführerschein macht der Fahrer und nicht das Auto - ebenso ist das für den Hundeführerschein gedacht.

in meiner Tätigkeit als Ausbilder für Hunde die auffällig gewordene sind musste ich immerwieder feststellen daß der Ausbildungsansatz mehr beim Besitzer als beim Hund angebracht ist.

Wir Hundebesitzer sollten stets darauf achten das wir rücksichtsvoll den Nichthundebesitzern begegnen und auf diejenigen einwirken die sich nicht korrekt verhalten.

Malinetto
"Positiv sehe ich nur, dass aus Kindern mit mangelnder Erziehung durch Eigeninitiative später doch noch tolle Menschen werden können. "

Ich habe drei erwachsene Kinder und seit 25 Jahren eine Hundeschule und habe an dieser Aussage erhebliche Zweifel. Außerdem müßte man darüber diskutieren was genau mangelnde Erziehung ist. Da sind sich ja auch nicht alle Zweibeiner weder bei Kind noch Hund einig.

Grüße
guterGeist
ich sehe es so.
Hunde dressiert man - .

Kinder erzieht man in dem man ihnen die Logik erklärt - warum sie etwas tun sollen.

Ein Vergleich ist schon deshalb für mich nicht zulässig.

kundgeba
Ich bin zwar Nicht-Hundebesitzerin, aber ich liebe Hunde über alles.

In meinen Augen sollte jeder Hundebesitzer einen Hunde-Führerschein machen.

Ich erlebe es gerade bei den Nachbarn. Die Tochter, berufstätig, alleinerziehend, hat sich vor ca. 6 Monaten eine Labrador-Welpen, nur weil sie bzw. ihr Sohn unbedingt einen Hund haben wollten, zugelegt. "Oma und Opa" haben null Ahnung von Hunden und wollten auch keinen Hund.
Ich hatte der Tochter (wir kennen uns bereits seit über 10 Jahren) v or ca. 3 Monaten dringend geraten mit dem Labby eine Hundeschule zu besuchen. Ja, ja machen wir auf jeden Fall und nein der Hund wird nicht zu meinen Eltern abgeschoben.Ich kümmere mich selbst um den Hund.
Jetzt hat der Junge keine Lust mehr mit dem Hund spazieren zu gehen, die Hundebesitzerin geht lieber 3x abends zum Sport , als sich um den Hund zu kümmern und immer öfters landet der Hund bei Oma und Opa und der Opa
oder er muss bis zu 5 Stunden alleine bleiben.

In der Hundeschule waren sie auch nicht mit ihm.
Ich finde es immer wieder traurig, dass es so viele Menschen gibt, die sich unüberlegt einen Hund zulegen und gar nicht merken, dass sie eigentlich keine Zeit für ein Tier haben.Dann wird er zum Opa abgeschoben, der eigentlich gar keine Lust auf ihn hat und nur notgedrungen ab und zu mit ihm spazieren geht.
Und was könnte ein einmal erteilter Hundeführerschein daran ändern?
Enimaus, und allein mit Hundeschule ist es auch nicht getan.
Gerade in den ersten Jahren muß man viel Zeit für den Vierbeiner haben.
Bei einem älteren Hund ist es noch wieder anders.
Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, die Rasse oder ob Hütehund Kategorie oder Jagdhund, ist ein großer Unterschied.
Wie bei Kindererziehung auch müssen wenn alle an einem Strang ziehen.
Mein Beagle ist jetzt 12 Jahre...
Ja, mit Hundeschule und Hundeführerschein alleine ist es auch nicht getan.

Ich denke mal, bei der Tochter meiner Nachbarin wäre es sinnvoller gewesen, sich einen bereits etwas älteren Hund zuzulegen. ich weiß Welpen sind nun mal zuckersüß, aber man muss sich auch der Veranwortung bewusst sein.

Viele glauben halt, ich lege mir mal einen Hund (Welpen) zu, gebe ihm zu essen und zu trinken, gehe ab und zu mit ihm gassi, wenn es mir passt und machen sich gar keine Gedanken darüber, dass ein Hund auch Arbeit macht .

Ich weiß ich mache mir manchmal zu viele Gedanken, aber ich wünsche mir einfach, das Tiere artgerecht gehalten, erzogen und geliebt werden.

Ich bin halt der Meinung, wenn ich nicht genügend Zeit für ein Tier aufbringen kann (besonders wichtig in der Welpenzeit) und auch niemanden in der Familie habe, der dies tun kann, dann sollte ich mir lieber keinen Hund zulegen.
Dies ist meine ganz persönliche Meinung.

(Kann heute nichts mehr posten, da ich nur 3 Schuss frei habe)
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