Gundulabella hat geschrieben: Warum gerade viele Kastanienbäume blühen

schreibt Katrin Blawat von der / für die Süddeutsche Zeitung.

Man könnte nun nachhaken, ob das wirklich so ist: Blühen gerade wirklich so viele Kastanien? Hat das jemand verifiziert? Oder ist das nur Frau Blawats Eindruck?

Na egal, wenn man aufmerksam so rumschaut, dann blüht tatsächlich so Einiges: Löwenzähne, Berufskräuter, Gänseblümchen, Mieren, Nelken, Rosen, Ziest, Wolfsmilch, Taubnesseln, gewisse Gräser, vielleicht tatsächlich auch paar Kastanien; nicht zu vergessen die, wo sowieso im Herbst mit Blühen dran sind wie Astern, Efeu, späte Sonnenblumen, Indische Springkräuter und und. Und wer nicht nur heuer, sondern auch in zurückliegenden Jahren sich in dieser Jahreszeit umgetan hat, der*die weiß, dass manche Flanzen, so der Sonnenschein es zulässt, noch eine zweite oder gar dritte Blüte dranhängen, weil sie es einfach noch mal probieren wollen: wenn sie die Samen durchkriegen, haben sie einen Evolutionsvorsprung, und wenn nicht, dann war es wenigstens den Versuch wert, weil mit dem Winteranfang ist alles vorbei, so oder so.

Man kann das heroisieren: wenn ich sowieso sterben muss, will ich wenigstens noch möglichst viele Kinder gezeugt haben. Man kann das als Folge der schrecklichen Trockenheit deuten (die heuer, jedenfalls im Einzugsgebiet der Süddeutschen Zeitung, so trocken nicht war). Und man kann es vor allem als Verkaufsargument einsetzen: Leute, die heimischen Bäume taugen nichts mehr und kratzen ab, kauft neue, geeignetere. Und wer kann das besser beurteilen als der Experte für Weinbau und Gartenbau.

Komischerweise ist die Rosskastanie in wärmeren Gefilden heimisch, müsste also vom Klimawandel profitieren. Wenn da nicht die Miniermotte wäre, die ihr seit Jahrzehnten zusetzt, lange bevor irgend jemand vom Klimawandel wusste. Ähnlich wie der Borkenkäfer der Fichte in tieferen Lagen.

Der Experte hat auch gleich Ersatz parat: eine gelbblühende amerikanische Kastanienart, der die Miniermotte nichts tut. Sie braucht zwar viel Niederschläge, und Niederschläge sind dummerweise das, was im Zuge des Klimawandels immer weniger wird, aber Frau Blawat von der SZ zitiert fröhlich den Experten: "Wir müssen händeringend nach exotischen Arten suchen, die weniger anfällig sind." Wenn schon nicht gegen den Klimawandel (das größere Übel), so doch wenigstens gegen die Motte, die schon immer da war. Dass derzeit immer mehr neuartige, bislang unbekannte Pflanzenkrankheiten auftreten, die auf die unbedarften Neubürger nur so warten. verschweigt der Experte. Und Frau Blawat auch. Denn nichts klingt so schaurig-traurig wie die rührende Geschichte vom heroischen Todeskampf der Rosskastanie, die im Verscheiden noch Früchte trieb. Oder es zumindest versucht hat.
ja - immer mehr Pflanzen blühen mehrmals im Jahr....
wie ich bereits anderswo geschrieben habe, hatten wir in diesem Winter nur einen Tag etwas Schnee - einmal nachts Minus 6 ° - ansonsten mehrere Tage Minus 1 bis Minus 2 °.....
das ist kein Winter !......wobei es natürlich auf das Gebiet ankommt, in dem man lebt....

immer mehr mediterrane Sträucher überleben bei uns inzwischen problemlos....
nachher setze ich nochmal Thymian als Bodendecker.....

der Regen war dieses Jahr bei uns wieder einmal sehr unterschiedlich verteilt.....
in Gegenden mit Bergen in der Nähe regnet es sich aus und die Leute bekommen bald Schwimmflossen und die Feuerwehr rückt an wegen überschwemmten Kellern....
in anderen Gegenden kommt so gut wie kein Regen runter....

Klimawandel heißt gleichzeitig, dass die Wetterextreme mehr werden....

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dieser Bericht kam bereits 2018

Akt der Verzweiflung:
Notblüte bei Rosskastanien

Blühende Rosskastanien mit frischen grünen Blättern sorgen derzeit in verschiedenen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns für Verwunderung. Die Bäume, die ihr braunes Laub schon abgeworfen haben, treiben neu aus, tragen ihre weißen Blütenkerzen und gleichzeitig Früchte. Der Leiter der Landeswaldschutzmeldestelle in Schwerin, Mathis Jansen, sagte am Freitag, ihm lägen Meldungen aus dem Bereich Rothemühl und Kummerow in der Mecklenburgischen Seenplatte vor. Er selbst habe einen Baum am Rand von Schwerin gesichtet.

Bei dieser "Notblüte" handelt sich um eine Reaktion stark geschädigter Rosskastanien, erläuterte Jansen. Auslöser seien verschiedene Faktoren wie der Befall durch die Kastanienminiermotte, durch Blattbräunepilze sowie Trockenstress. Nach einer mitunter vollständigen Entlaubung zum Spätsommer oder Frühherbst versuche die Kastanie, zum zweiten Mal im Jahr auszutreiben und zu blühen. "Diese Reaktion kostet den Baum jedoch zusätzliche Reservestoffe", sagte Jansen. Ein Forstwirt sprach von einem "letzten Aufbäumen". Es sei fraglich, ob die Rosskastanien im nächsten Frühjahr nochmals austreiben würden.

Von diesen Symptomen wurde laut Jansen schon in vergangenen Jahren aus verschiedenen Teilen Deutschlands berichtet, im Oktober 2016 auch in Mecklenburg-Vorpommern.
Die große Entfremdung:
Wie Trump das deutsch-amerikanische Verhältnis nachhaltig schädigt
Von: Annett Meiritz

Die transatlantischen Beziehungen haben sich unter Trump massiv verschlechtert. Sollte Joe Biden die Wahlen gewinnen, würde sich zwar der Tonfall ändern – doch Konflikte bleiben.

Auszug

Im Rückblick kann man 2018 als Jahr des Bruchs bezeichnen. Die damals neue Botschafterin in Washington, Emily Haber, saß im Studio von CNN-Moderator Wolf Blitzer, der eine Trump-Beleidigung gegen Deutschland nach der anderen vorlas. „Wir sollten die Lage danach bewerten, was am Ende herauskommt“, sagte Haber nüchtern. Doch Washington zeigte immer weniger Interesse an einer Verständigung.

Im Herbst griff Trump Deutschland wegen Nord Stream 2 auf dem UN-Gipfel in New York an. Einmal bezeichnete Trump die EU als einen Feind der USA. „Da war für mich eine Grenze überschritten“, erinnert sich Beyer. „Dass der wichtigste Politiker der Welt so verantwortungslos mit Sprache umgeht, hat mich schockiert.“ Die Signale aus Washington wurden immer irritierender. „Was ist verlässlich, worauf gehen wir ein?“
Der Handelskrieg verdeutlicht die Probleme

Mit dem Handelskrieg überrumpelte der Präsident auch seine eigenen Leute, jeder Versuch einer diplomatischen Strategie war so unmöglich. Dass die Strafzölle mit dem Schutz der nationalen Sicherheit begründet wurden, war ein Paradigmenwechsel – und eine Kampfansage an jahrzehntelange Allianzen.

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Im US-Wahljahr 2020 sind die Drähte abgekühlt. Vom geplanten Truppenabzug aus Deutschland erfuhr Berlin aus der Presse.
Jacinda Ardern :
Jung, modern und prinzipienfest

https://www.faz.net/aktuell/politik/aus ... obal-de-DE
Fünf vor acht / US-Außenpolitik:
Die Zeit der Freundschaft mit China ist endgültig vorbei
Eine Kolumne von Matthias Naß

https://www.zeit.de/politik/ausland/202 ... r8/seite-2

Auszug

Denn, wie der frühere australische Ministerpräsident und China-Kenner Kevin Rudd schrieb: "Aus Sicht der Partei ist Trump eine rollende Werbung dafür, in welches Elend die Demokratie führen kann."

Wirkungsvoller als Donald Trump hat bisher jedenfalls noch niemand das Ansehen Amerikas ruiniert. Spötter behaupten seit Langem, sein heimliches Regierungsmotto sei gewesen: "Make China great again".