Hallo Reisebegeisterte,
Ich plane im Herbst eine längere Japanreise mit meinem erwachsenen Sohn. Mussten wir schon 2 mal wegen Corona verschieben. Wir wollen weitgehend selbstständig sein und nicht mit einer Reisegruppe fahren. Fortbewegung dort per Zug.
Hat jemand Tipps und Idee für Ort, Sehenswürdigkeiten, die man sehen sollte, ausserhalb der klassischen Ziele.?
Freu mich über Tipps und Erfahrungen!
Liebe Grüße Marion
Empfehlungen hängen stark von der verfügbaren Zeit ab. Ich war vor 3 Jahren in einer Kombination von U-Bahn und Zug sowie viel zu Fuß unterwegs. Wichtig noch die Orientierungsfähigkeit und die Jahreszeit.
Trotz einiger Vorerfahrungen mit Land und Leuten war in 3 Wochen allein die Standard Strecke von Kyoto bis Tokio und Nara sehr anstrengend.
Ich war 2019 zur Kirschblütenzeit - einfach ein Traum. Jedoch sollte die Herbstzeit auch wunderbar sein. Wir waren 3Wochen mit Bus und Zug unterwegs - jedoch waren wir mit einem Reiseveranstalter (nur Unterkunft und Fahrt gebucht - sonst waren wir selbstständig unterwegs). In den 3 Wochen sind wir 240km zu Fuß gelaufen (lt Schrittzähler;-)) in aller Früh los und spät am Abend ins Hotel - war wirklich anstrengend, jedoch wenn man in diesem Land reist sind 3 Wochen nicht viel es gibt einfach extrem viel zu sehen.
Unsere Reiseroute in Kürze: Tokio, Kamakura, Matsumoto, Takayama, Kyoto, Nara, Koyasan, Osaka, Himeji, Hiroshima, Itsukushima Schrein, Nagasaki und von Osaka nachhause.
Wünsche dir ein schönes planen mit lieben Grüßen aus Österreich
Hallo, vielen Dank für die Tipps. Das ist auch ungefähr die Strecke, die wir vorhaben. Wir wollen uns vier Wochen Zeit nehmen, und eventuell davon eine Woche Okinawa. Mit welchem Reiseveranstalter warst du unterwegs? Ich habe im Moment Evanos und Asien Tours aus München ins Auge gefasst. Liebe Grüße Marion
Hallo Curry, das mit der Vorerfahrung macht mir etwas Sorgen. Uns ist wichtig, nicht so gehetzt zu sein, denn wir wollen wirklich das Land fühlen und erleben.. Wir planen vier Wochen, aber eventuell ist davon eine Woche Okinawa doch zu viel. Danke jedenfalls fürEure Tipps. Liebe Grüße Marion
Ich war beruflich ca. 2 Jahre in Japan und eigentlich immer mit einem Dolmetscher unterwegs. Wenn ihr allein reist, müsst ihr Euch darauf einstellen, dass an vielen Orten nur auf Japanisch Hinweise und Hinweisschilder vorhanden sind. Wenn ich allein unterwegs war, habe ich mich in der ersten Zeit deshalb ziemlich verloren gefühlt.
Ich hoffe, wenn ich Dir ein Bucher empfehle, dass die Information nicht gelöscht wird.. G. Dambmann, ehemaliger Diplomat in Japan, hat ein sehr gutes Buch "Gebrauchsanweisung für Japan" über das Land geschrieben. Hier erfahrt ihr sehr viel wirklich Interessantes und Wichtiges, z.B. auch, dass es in Japan noch ein sehr gut organsiertes Kastenwesen gibt. So sind Personen, die in unreinen Berufen (Fleischer, Bestatter, Gerber ...) arbeiten, in den jeweiligen Orts Verwaltungen registriert. Ihre Nachkommen dürfen nur innerhalb ihrer Kaste heiraten und das über 3 Generationen. Auch gibt es für diesen Personenkreis extra Siedlungen, in denen sie wohnen müssen. Sie dürfen ihren Wohnort nicht frei wählen. Ich habe mir solche Siedlungen, nur von weitem angesehen. Mehr war nicht erlaubt. Diese Siedlungen sind sauber und gepflegt, wie alles in Japan. Diese Ausgrenzung habe ich aber sehr stark als Missachtung empfunden.
Was vielleicht auch wichtig ist, dass Japaner nie nein sagen. Nein ist ausgesprochen unhöflich. Sie sagen in der Regel ja. Das ist besonders problematisch, wenn man sich auf diese Aussage verlassen muss. Ich kann wirklich nur raten, wenn ihr ohne Reiseleitung fahrt, dann informiert Euch gründlich.
Ansonsten ist Japan landschaftlich und kulturell ein unglaublich interessantes und schönes Land.
Ja, die Orientierung ist nicht einfach. Auch nach den vielen Englisch-Trainings für Olympia sprechen, verstehen, schreiben auch die jungen Leute im Prinzip nur Japanisch. Man traut sich nicht mit dem neu erworbenen Sprech-Wissen Fehler zu machen. Letztendlich auch auf Fremde zuzugehen.
Der Zentralbahnhof z.B. in Tokio hat natürlich einen Infostand mit sehr freundlichen Mitarbeitern. Aber der Weg im weit verzweigten Gewirr der Gänge zur Linie x ist schwierig zu erklären, wenn man sich selbst mit Händen und Füßen, Zeichenblock etc. nicht versteht. In anderen Ländern - und ich habe viele bereist - kennt immer Jemand Jemanden, der zumindest etwas Fremdsprachliches spricht und herbeiorganisiert wird, mit zum Ausgang geht, einen Automaten erklärt, ... In Japan darf der freundliche Mitarbeiter seinen Platz nicht verlassen und kennt auch Niemanden. Und das in einem scheinbar vollautomatisierten Land. Nicht einmal Toilettenspülung und Dusche sind meist ohne weiterführende Kenntnisse bedienbar. usw.
Allein der Weg zum Ziel wird dann zum Abenteuer. Genau das macht neben der Kultur den Reiz aus. Nichts für Reiseanfänger. Aber für mich Faszination pur.
Ich kann nur alles bestätigen - was bisher geschrieben wurde. Wobei ich die Japaner als äußerst hilfsbereit empfunden habe. Wenn wir mit unserem Plan wo standen (meist in der Metro) kam sofort wer und hat uns geholfen.
Übrigens hat das Handy sehr geholfen - als Übersetzer (habe mir die App heruntergeladen) und als Navi. Aber eine gute Vorbereitungszeit ist absolut wichtig. Wegen der WC - die wirklich sensationell sind - habe ich zuhause gelesen - ja wenn du den falschen Knopf drückst - kannst nass sein, grins.
Auch finde ich 4 Wochen super!!
mlG
In den 80/90igern war ich häufig dienstlich in Japan.

Damals gab es ja noch kein Handy mit google-map. Wegen der für uns nicht lesbaren Beschriftung mussten wir ab und zu nach dem Weg fragen. Leider war es so, dass ein Japaner nie gesagt hätte, dass er es nicht weiss sondern hat uns nach kurzem Zögern irgendeinen Weg genannt, der uns dann oft genug völlig in die Irre geführt hatte. Nichtwissen bedeutet Gesichtsverlust.

An die komplizierten Klospülungen kann ich mich auch noch erinnern.

Und dass alles sehr sehr teuer war.
Teuer stimmt wirklich - ist kein billiges Reiseland . Vor allem was das Essen betrifft. Nach der Eingewöhnungszeit haben wir dann geschaut wo gehen die Einheimischen essen. War dann wirklich eine Herausforderung, lach - aber gut für den Geldbeutel .
@LachenLiebenLeben und Japan Reisende
Wegen der WC - die wirklich sensationell sind - habe ich zuhause gelesen - ja wenn du den falschen Knopf drückst - kannst nass sein, grins.
genau so isses: waschen, föhnen, pudern :lol: :lol:

Ich habe in einer U-Bahn Station aus Versehen -auf der Suche nach der Wasserspülung - den Alarmknopf gedrück :o Da kamen natürlich sofort Helfer angerannt :) war mir zwar peinlich :shock: ,
aber so kleine Malheurchen passieren - und ich erinnere mich noch gerne und oft daran
Nichts gegen die großen Portionen trockenen Klebreis, die sich die japanischen Mitgäste in der Unterkunft morgens zum Frühstück elegant "reinschaufelten" , meist mit einem rohen Ei gekrönt. Und bereits morgens Misosuppe und sauer eingelegtes Gemüse. Hatte ich ja alles in Vorbereitung der Reise gelesen. Aber dann in der Praxis...
Moin Mädels, danke für die ausführlichen Antworten! Die Spannung steigt. Und ich bin froh, dass ich nicht alleine reisen werde. Es wird ein Abenteuer. Und ich hoffe, dass wir ohne Quarantäne anreisen können.
LG Marion
Ich moechte auch eine Japan Reise machen.
Am liebsten zur Kirschbluetenzeit.
WAs ich nun so gelesen habe an Beitraegen bucht man am besten eine Rundreise mit Betreuung resp. Reiseleiter.
Eure infos hier waren sehr hilfreich Danke allen.

Asimina
Hallo liebe Japan-Gereisten,

Japan dürfte wirklich anders sein. Möchte im nächsten Jahr dorthin, daher bitte, bitte noch mehr Berichte.

Liebe Grüße

Stefanie