@ Blue_Raincoat

Sorry - hier hat so lange niemand mehr etwas geschrieben, dass ich Deine Beiträge verspätet - erst jetzt - entdeckt habe.

Vornweg dies: Das korrekt mit zwei N geschriebene Wort "jedermann" sollte m.E. nur mit einem N geschrieben werden, da es als Indefinitpronomen keinen Hinweis auf das Geschlecht transportiert, sondern geschlechtsübergreifend "alle Menschen" umfasst - so wie das Wort "man" in Ggs. zu "Mann". Wer ausdrücklich zwischen den Geschlechtern unterscheiden will, sagt stattdessen "jeder und jede" (gendergerecht, wenn auch grammatisch noch nicht eingeführt: "jede*r, "jeder_r" oder "jede:r" - zumindest schriftlich, leider lässt sich mündlich der Konsonant R nicht wie der Vokal I bei Bürger:innen als Glottisschlag separieren). Also "jede(r)frau" ist unnötig - und wirkt auf mich sogar als "Spaß" irgendwie störend... weil ziemlich abgelutscht. ... Nochmals sorry: solche sprachlichen Nickeligkeiten machen mir irgendwie Spaß. ;-)

Weiter: Wer jede:n bzw. alle erreichen will, sollte wissen, womit genau... Deine Formulierungen erscheinen mir leider nicht wirklich dafür geeignet, Menschen, die kein Interesse an der Kunst haben, heranzuführen.
Als Kunstlehrer solltest Du das doch eigentlich wissen - oder? Ich vermute mal, dass es ein Scheinargument ist, um Dein Einlassen auf die Foren-"Bubbles" vor Dir selbst zu rechtfertigen. Aber sowenig ich mir den Schuh anziehe, eine "Bubblerin" zu sein, so wenig musst Du Dich überwinden, hier mitzububblen. - Speziell hier bei "Kunst & Kultur" ist ohnehin nicht viel los. Meine "Einladung" war daher vielleicht etwas unüberlegt? ;-)

Aber wo Du schon mal hier in Erscheinung getreten bist - jetzt zur Sache selbst: Die Kunst! (Zu Deinem 2. Beitrag.)

Ich gebe Dir vollkommen Recht damit, dass Kunst nicht nur mit Verweisen und Symbolen arbeitet. Ich hatte dem Zitat von @tolwins Ausführungen ja auch voran gestellt, dass ich ein oder zwei seiner Teilaussagen nicht teile. - Obwohl er hier gar nicht explizit behauptet hat, dass seine Feststellung obligatorisch wäre.

"Polyvalent" musste ich jetzt nachschlagen (ob der an Kunst Nichtinteressierte es tun würde?):

- Medizin = in mehrfacher Beziehung wirksam, gegen verschiedene Erreger oder Giftstoffe gerichtet (z. B. von Seren).
- Psychologie = multivalent = (von psychischen Eigenschaften, Tests o. Ä.) mehrwertig, vielwertig; mehrere Deutungen bzw. Lösungen zulassend.

Ah ja, gut! Passt aber nicht ganz genau, weil man als Rezipient nicht unbedingt davon ausgehen kann, dass der betreffende Künstler selbst solches beabsichtigt hat - und da hier keine höhere Instanz vorhanden ist, der auch die Kunst des betreffenden Künstlers untergeordnet wäre (wie bei der Medizin oder Psychologie - weil Kunst eben keine Wissenschaft ist!), die dieses objektiv festlegen könnte - tja, kann im Grunde nicht behauptet werden, dass Kunst stets polyvalent sei.

Deine weiteren Einlassungen kann ich ebenfalls nicht wirklich, also in die Tiefe gehend teilen - oder sie beschreiben Evidenzen: Dass Schaffensperioden auf den vorhergehenden gründen usw. Aber das "Können" scheint Dir letztlich doch sehr wichtig zu sein - auch wenn Du es nicht primär voraussetzend einforderst, sondern aus dem Schaffensprozess des Künstlers ableitest - ausgehend von dem Ergebnis, also rückfolgernd. Mit diesem Vorgehen würde ich mich als Künstlerin allerdings nicht einverstanden erklären können. Es bleibt Deine begrenzte Auffassung als Rezipient.

Du ziehst z.B. van Goghs Kunst als unzweifelhaftes (und daher erstrebenswertes?) Beispiel für ein sich selbst hart herannehmendes Engagement eines Künstlers und damit den Einsatz seines unzweifelhaften "Könnens" heran - und gibst damit als Rezipient der Kunst anderer für alle einen Maßstab vor, was Kunst denn sei. Das lehne ich ab. ...Und vermutlich tun das auch alle diejenigen, die kein van Gogh sein können oder sein wollen bzw. - bei allem Respekt - seine Kunst nicht als das Maß aller Dinge begreifen. ;-)

Mir sind da eigentlich die "Unbeleckten" lieber, die völlig offen lassen können, ob etwas ihnen als Kunstwerk offeriertes "tatsächlich Kunst" sei - sondern sich mit ihrer Neugierde begnügen und bloß versuchen, herauszufinden, ob sie einen Zugang dazu finden können oder nicht.

Ich selbst bin als Rezipientin der Kunst anderer ausschließlich darauf bedacht, etwas zu entdecken, was mich inspirieren könnte, die Welt und all ihre Dinge neu zu sehen.

Als Künstlerin, als die ich mich einst auch einmal versucht hatte, kann ich nur meinen eigenen Impulsen und Ideen folgen - die natürlich nicht aus dem Nichts sich ergeben, sondern durch die eigene Entwicklung vorher schon vielseitig angeregt wurden. Aber ob das, was ich hervorbringe, Kunst ist, kann ich letztlich nur selbst eruieren, definieren und festlegen. - Die fehlende Eignung, die ich mir z.B. eingestanden habe, hatte nichts mit einem fehlenden Können, sondern mit einem nicht stark genug ausgeprägten Antrieb zu tun - der mir, wäre er vorhanden gewesen, letztlich keine Wahl gelassen hätte.

Die Frage, ob Du jetzt "mitspielen" darfst, impliziert m.E. ein wenig Gönnerhaftigkeit. Aber das wiederum ordne ich nicht unbedingt Deinem Wesen zu, sondern der allgemein üblichen Vorsicht, (der oder dem) Fremden gegenüber ausreichend Distanz zu wahren.

Ich greife mal das Wort "Spielen" auf - denn das, was sich dahinter verbergen könnte, finde ich erst einmal sehr anregend: Auch wenn ich von anderen nicht so verstanden werde, wie ich es erwarten kann, so dass ihre Einwände und Kritik nicht wirklich treffend sind, kann ich entscheiden, mich darauf einzulassen, wenn ich das Ganze für mich als "Spiel" betrachte. Damit relativiere ich meinen ggf. bestehenden Anspruch auf unmittelbare Verständlichkeit bzw. Verständigung und kann an viel mehr Interaktionen teilnehmen, als es mir sonst möglich wäre.

Zugleich kann ich den Versuch unternehmen, auf "spielerische" Weise, also über Umwegen, auf denen ich den Betreffenden entgegenkomme (sie maximal "abhole"), doch noch ein weitgehendes Verständnis bei ihnen für meine Sache zu erzielen.

Die Haltung des "Spielens" einnehmen zu können im Sinne eines Experimentierens mit der relativen Leichtigkeit eines nicht apodiktischen Verhaltens, wäre das umgesetzte Ergebnis dieser Anregung.

Also - in diesem Sinne habe ich gegen ein Spiel nichts einzuwenden. :)


Bild

(Bild: Pixabay, gemeinfrei)




Der ehemalige Kunstlehrer schreibt dann wohl doch lieber "wunderbare" Kunstblogs für ein ergebene(re)s Publikum, das ihn mit kritischen Anmerkungen verschont. :wink:



[quote="daVinnci"]Was ist Kunst?

Wie oft haben Sie sich schon gefragt:
"Und das soll Kunst sein?"

Aber was ist Kunst?
Wann ist ein Werk: Kitsch, Handwerk, Dekoration, Provokation, Kunst?

Nicht ein akustisches, schriftliches oder bildliches Werk ist bereits aus sich heraus die Kunst. Vielmehr wird es erst dann zur Kunst, wenn wir den pathetischen Worten glauben, mit denen uns das Werk angepriesen oder dargeboten wird. Ansonsten wäre das Werk lediglich höchstens eine gut gemachte handwerkliche Arbeit (wie ein Pissoir aus sich heraus auch keine Kunst ist). Und von daher sollte doch ein guter Handwerker mehr Achtung erfahren als ein sogenannter Künstler. Wie sehr sogenannte Kunst und sogenannte Künstler - anders als Handwerker - verzichtbar sind, macht uns doch gerade die Corona-Pandemie deutlich.

@ Hauke

Also in diesem Thread bist eigentlich nur DU verzichtbar - denn der hier ist tatsächlich nichts für Leute die "gut auf Kunst verzichten" können - aber trotzdem glauben, ihren fehlenden Kunstverstand beisteuern zu müssen, wenn es um die Frage geht, was Kunst sei... , sondern eher für all die anderen, die es kaum erwarten können, nach den Corona- Lockdowns endlich wieder Kunstausstellungen, Museen, Theateraufführungen und Konzerte besuchen zu können!

Trotzdem vielen Dank für Deine Anmerkung zum "Pissoir" ... Denn ob Du es glaubst oder nicht, auch dazu gibt es Kunstwerke. Mir kam da gleich das Folgende in den Sinn:


Das Urinal - "Readymade" von Marcel Duchamp namens "Fountain" ...

Bild

... von 1917, signiert mit R. Mutt. Ein frühes Beispiel der "Dada"-Kunst und ein paradigmatisches Beispiel für Found-Art. Fotografiert von Alfred Stieglitz. Die Bildunterschrift lautet (übersetzt): "Brunnen von R. Mutt, Fotografie von Alfred Stieglitz, DIE AUSSTELLUNG wurde von den UNABHÄNGIGEN VERWEIGERT".
(Quelle: Wikimedia Commons)

Hier der dazugehörige Wikipedia-Artikel:
https://en.wikipedia.org/wiki/Fountain_(Duchamp)




Genau wie ich , bestimmt gibt es auch anderen , die schon immer kulturell unterwegs waren, vor Corona ....aber jetzt zum Beispiel sich im Youtube tummeln .... seinen Lieblingskünstler hören, sehen... Wer seinen Opern hören möchte, tut es weiterhin, abzusehen von seinen CD`s, Apps , oder eigenen Musikinstrumenten . Die Kunst ist Nahrung für die Seele . Die Ersten Hölenmalerei waren entdeckt in Spanien (Altamira , El Castilo ) , 40.000 Jahren Alt . Also bis die Pandemie weniger tötet, müssen wir uns noch gedulden , von einfach war nicht die Rede. Nach 40.000 Jahren, wird die 7 Arte nicht verschwinden! Corona ist nicht die Einzige Krise der Geschichte . Schade daß zu Zeit so viele Künstler auf die Strecke bleiben werden.....schade ......
Zu der interesante Frage von der lieber Hauke, Paralelle zwischen Handwerker versus Künstler, fällt mir spontan ein , ganz einfach DER TALENT . Ein Handwerker soll Geschicktlichkeit , gelernte Erfahrungen mitbringen, Richtige Verwendung von Materialien und Werkzeuge . Was er erschafft, soll ein funktionaler und dekorativer Zweck. Dieser Beruf, kann so gut wie jeder erlernen . Ein Künstler wiederum , spielt in andere Abteilung . Denn was er tut, ist Kunst !! Kunst ist eine unstrukturierte und grenzenlose Form der Arbeit, die Emotionen, Gefühle und Visionen ausdrückt. Der Künstler hat Talent, der angeboren ist . Was er erschafft komt aus seiner Seele, was Handwerker macht, kommt aus der Verstand. Der Zweck , ist eine Vision ! überwiegend estäthisch . Unreproduzierbar ! der Handwerker kann aber seine Arbeit des öfteres reproduzieren .
Und warum ein Picasso , der 3 Linien und 2 Püktchen hat, für 1 Million gehandelt wird, ist andere Thema ....... :D Im 21-sten Jahrhundert, kann alles Kunst sein , da Emotionen im Spiel ist, kann man schlecht mit einem coolen Verstand und Obkektivität reden. Kunst ist Geschmacksache und sehr komplex . Guter Thread, Kunst ist Kunst und es ist gut so . Auch ein Pissoir kann ein Kunstwerk sein, @Verdandi hat optimal reagiert ! wie sie immer tolle Bilder hochlädt , ist mir ein Rätsel , ich habe auch dein Essen bewundert die du hochgeladen hast , du bist eine aussergewöhnliche kluge und schöne Frau ! :) - Frohe Ostern an allen die meinem Grammatikfehler übersehen und Verständnis dafür haben .... :(
LG Conny
@ Verdandi
Da habe ich wohl was anbrennen lassen, nachdem ich vermutlich mit dem Feuer „gespielt“ hatte. Klopfe an und komme nicht rein. Entschuldige bitte.
Kritische Anmerkungen sind alles andere als unbedeutend oder gar unbeliebt, denn sie geben dem Denken neue Impulse. Das “Spielen“ war für mich in zweiter Linie auf Zurückhaltung zurückzuführen, sondern ein höfliches Anklopfen mit der impliziten Bitte um Nachsicht, wenn ich hier gegen Regeln verstoße, die ich im Moment noch nicht kenne. Ansonsten geht es mit tatsächlich um das Entgegenkommen und das abholen. Spiel ist nicht unverbindlicher Spaß, sondern ein Ernsthaftes Umgehen mit den Dingen, die für andere vielleicht eine andere Bedeutung haben. Der Grundsatz ist, sich an die Regeln zu halten und auch verlieren zu können. Letzteres heißt hier für mich: Lernen.
Dein letzter Absatz hierzu entsprich meinen Absichten am ehesten, die relative Leichtigkeit. „Apodiktisch“ musste de Lehrer erst mal nachschlagen. Dann gleich zu „polivalent“, da ist mir die Fachterminologie reingerutscht. Gemeint ist eine Mehrdeutigkeit in dem Sinne, dass ein Kunstwerk bei den verschiedensten Betrachtern auch die verschiedensten Empfindungen und Gedanken auslösen kann, dass es also keine heilige Wahrheit gibt, der man auf die Spurkommen müsste. Oder eben nicht apodiktisch. Bei Kunst geht es nicht darum Recht zu haben, sondern etwas damit anfangen zu können. Und wenn nicht, spielt man was anderes. Ob der Rezipient von diesen oder jenen Absichten des Künstlers ausgeht, ist – für mich – zweitrangig. Von Bedeutung ist, was bei ihm ankommt und was es bewirkt.
Gratulation zu deiner sprachlichen Nickeligkeit. (Ich finde meinen mann nicht mehr, hast du den Beitrag gelöscht?) Ich vermute, mir hat einfach eine Silbe gefehlt. Obwohl ich gendern richtig finde und auch aktiv einsetze, gelingt es noch nicht immer, bzw. mir ist nicht in allen Verwendungen klar, für welche Schreibweise ich mich entscheiden sollte. Ich berufe mich hier mal auf Hugo von Hoffmannstal.
Die Interpretation „Scheinargument“ akzeptiere ich nicht. Hätte mich das hier nicht interessiert, wäre ich nicht gekommen. „Bubble“ ist eine Interessengemeinschaft, ich habe den Ausdruck von Twitter mitgebracht. Und rechtfertigen muss ich schon mal gar nichts.
Was deine kernaussage betrifft, Kunst ist was Künstler machen, hatte ich direkt Duchamp vor Augen, der sich genauso beschrieben sehen möchte. Und er hat Recht, finde ich. Die „Fontaine“ ist mir hier auch irgendwo begegnet, aber ich finde den Beitrag gerade nicht. Gemeinhin geht der Berufsbezeichnung „Künstler“ ein entsprechendes Studium voraus. Schließlich braucht er eine Grundlage für seine Entscheidung, entweder sein brillantes Können herauszukehren oder schlicht und einfach seinen Intentionen zu folgen, egal wie künstlerisch das jetzt wirkt.
Das wohl arrogant anmutende Fällen des Urteils „Kunst oder Nicht-Kunst“ ist in der Tat provokativ. Ich bezog mich dabei auf die Tradition der Kunstkritik im 19. Jhd. In der recht unverblümt über die Qualität von Kunstwerken geurteilt wurde, was ich für diese zeit auch legitim finde. Heute muss man differenzieren, aber einen herzhaften Verriss aus tiefster Überzeugung ziehe ich einer leserorientierten Anbiederung vor. Natürlich ist das subjektiv, aber ein Artikel muss nicht gelesen werden, kann aber. Die „Unbeleckten“ sind meiner Meinung nach die wirklichen Rezipienten von Kunstwerken, denn sie lassen sich durch keine vorgebildete Meinung beeinflussen. Was ich hier mache, ist eben diesen Meinungen Alternativen vorzuschlagen. Was jemand davon annimmt, ist seine/ihre Sache.
Bei Van Gogh bewundere ich die Beharrlichkeit, auf ihm selbst unbekanntes Ziel hinzuarbeiten, ohne jeden Kompromiss. Dass nach seinem Tod da so ein Hype gemacht wird, mit Millionen von Auktionspreisen, sieht wohl jeder als übertrieben an, aber dass er Entscheidendes abseits der anerkannten Wege geleistet hat, spreche ich ihm ohne weiteres zu. Ich sehe hier den „Antrieb“ von dem du sprachst, der zu Können führt. Ich schreibe über Kunst, weil sie mich fasziniert und weil mir der Antrieb fehlt, mein Können auszubauen. Allerdings habe ich da bei mir auch keine vielleicht notwendige Basis erkannt. Und ich gehe damit erst nach außen, seit mir durch die Resonanz klar geworden ist, dass mein Können eben hier liegt. Blogs sind das jetzige Medium, Unterricht war es vorher. Wenn man halbherzig auf seine Pension wartet. Wird es keine Klasse geben, die das ungestraft durchgehen lässt. Insofern sind Kinder die härtesten Kritiker. Gut im Studium hatte ich auch positive Rückmeldungen, aber eher, weil ich unpopuläre Ansichten vertrat und verteidigte. Ein Lehramtsstudium ist mehr als eine reine Berufsausbildung, mir haben die Inhalte am Herzen gelegen und dann erst die Möglichkeiten der Vermittlung, die übrigens später erst gelang, als ich die vorgeschriebenen Wege verlassen habe. Mein Unterricht war ein Dialog, keine Belehrung oder Bekehrung und nicht anders möchte ich mich auch hier vorstellen.
Und völlig ohne Ironie: Vielen Dank für deine Kritik. Ich möchte jetzt öfter hier nachsehen, was geschrieben wird.
Blue_ Raincoat :" Bei Kunst geht es nicht darum Recht zu haben, sondern etwas damit anfangen zu können."
@Verandi: Eigentlich wollte ich mich hier nicht einklinken, aber ich habe mich über Deinen Ton gegenüber Hauke geärgert. Auch wenn jemand keine Beziehung zur Kunst hat, hat er ein Recht, sich in seiner Form zu äußern. Gut für Dich, dass Du in diesem Bereich Fachwissen hast und dieses Wissen anderen zur Verfügung stellen möchtest, aber würde es Dir gefallen abgewertet zu werden, wenn Du Dich in anderen Fachbereichen fehlerhaft äußerst?
Der einzige Satz, der für mich in Bezug auf Kunst Bestand hat, ist der Ausspruch meines Professors: " Kunst kommt nicht von Können, Kunst kommt von Müssen." Alles andere ergibt sich daraus.
Was Du hier schreibst, sind Betrachtungs- und Deutungsmöglichkeiten, die man während des Studiums lernt und später vertieft.
@didgeridoo
Ich komme hier nicht zurecht. Deine Antwort ist mir jetzt angezeigt worden, aber als ich dann nach dem Beitrag von @Hauke gesucht habe, war wieder Schluss. Kann mir vielleicht mal jemand erklären.
Zum Inhalt, du hatttest mich zitiert, deshalb denke ich dass du mir zustimmst.
Was du dann an @Verdandi antwortest finde ich korrekt, aber auch subjektiv. Jeder der sich nicht mit Kunst auskennt kann sich trotzdem einbringen und äußern. Bei Viren sehe ich das anders. Die subjektive Stellungnahme ist für mich abhängig vom Thema und der Art der Ansprache. Vor einem Fachbublimum kann ich auch schon mal ironisch werden. Aber wenn sich jemand eher oberflächlich interessiert, kann er trotzdem was sagen. Da muss man nicht gleich den Gehalt kritisieren. Ich könnte aauch biertrinkend ein Fußballspiel verfolgen, interessiert mich aber nicht. Deshalb sind Fußballfans ja nicht gleich doof. Wenn jetzt jemand mit Hooligans kommt, dann will er/sie mich nicht verstehen. Kunst ist für alle da, Museen sind fűr alle offen.
Das entspricht wohlauch dem, was du gesagt hast. Aber ebenso hat man das Recht, zu entscheiden, ob man darauf antwortet. Hier macbt dann der Ton die Musik, aber für ein Urteil fehlt mir jetzt der Beitrag von @Hauke.
2.4. 19.58 Uhr
Natürlich ist Kunst, egal welches Genre, für alle da und jeder hat auch das Recht zu einer persönlichen Einstellung dazu. Kunsthistoriker haben ein großes Wissen darüber, aber das gibt ihnen nicht das Recht, andere die weniger Wissen in dem Bereich besitzen, abzuwerten. In meiner jahrelangen Arbeit auf dem Gebiet, konnte ich sehen, wie sich Menschen, die ein Interesse daran entwickelten, ihr Kunstverständnis und damit auch ihren Geschmack veränderten. Wenn sie das nicht taten, war das auch in Ordnung. man ist kein Gott, nur weil man sich intensiv
damit beschäftigt und dadurch viel darüber weiß. Es gibt viele Talente auf Mutter Erde und so habe ich auch Hauke verstanden. Ich glaube es geht ihm ein bisschen um Gleichwertigkeit.
Das möchte ich nur am Rande erwähnen: Für manche ist Kunst ein Blick in ihre Seele und für andere ein Blick in ihre Geldbörse.
Einverstanden
didgeridoo hat geschrieben: 2.4. 19.58 Uhr
Natürlich ist Kunst, egal welches Genre, für alle da und jeder hat auch das Recht zu einer persönlichen Einstellung dazu. Kunsthistoriker haben ein großes Wissen darüber, aber das gibt ihnen nicht das Recht, andere die weniger Wissen in dem Bereich besitzen, abzuwerten. In meiner jahrelangen Arbeit auf dem Gebiet, konnte ich sehen, wie sich Menschen, die ein Interesse daran entwickelten, ihr Kunstverständnis und damit auch ihren Geschmack veränderten. Wenn sie das nicht taten, war das auch in Ordnung. man ist kein Gott, nur weil man sich intensiv
damit beschäftigt und dadurch viel darüber weiß. Es gibt viele Talente auf Mutter Erde und so habe ich auch Hauke verstanden. Ich glaube es geht ihm ein bisschen um Gleichwertigkeit.
Das möchte ich nur am Rande erwähnen: Für manche ist Kunst ein Blick in ihre Seele und für andere ein Blick in ihre Geldbörse.

Liebe didgeridoo, da hast du Hauke57 falsch verstanden. Für mich ist „Kunst“ ein Begriff, der auch all das umfasst, was sich intelligente Scharlatane an Stuss haben einfallen lassen, um ihre vermeintlich elitären Mitbürgerinnen und -bürger dazu zu verleiten, ihre tatsächliche intellektuelle Überheblichkeit und Dummheit zum Ausdruck zu bringen. Denken wir doch nur an die "kulturbeflissenen" Damen und Herren, die vor rund 30 Jahren die denkwürdige Vorführung vom Bariton Hape Kerkeling ehrfurchtsvoll zur Kenntnis genommen haben. Dieses Konzert, „Hurz“, ist auch heute noch über youtube verfügbar. Ist Hape Kerkeling aber nun ein Künstler? Für mich wird man ihm nur damit gerecht, ihn als hervorragenden Komiker, Schauspieler und Parodisten zu bezeichnen.
Zu den grandiosen Scharlatanen, die sicherlich auch vielen snobistischen Kunstfreunden den Mond verkaufen könnten, gehören für mich u.a. auch Joseph Beuys, Jonathan Meese und Jeff Koons.

Großartige Maler, Musiker, Dirigenten, Schauspieler u.s.w. sollten nach meiner Auffassung nicht mit dem Etikett „Künstler“ belegt werden. Ihre „Kunst“ ist für mich tatsächlich ein Handwerk, das sie in besonders qualifizierter Weise, mithin als wahre Meister ihres Fachs, beherrschen, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich oftmals deren Kenntnis in einem Studium erworben haben.

@ HarmonieFrau
Vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich werde in den nächsten Tagen näher darauf eingehen.


@ Blue_Raincoat
Danke für Deine ausführliche Antwort auf meine ausführliche Antwort auf Deine ersten, sehr komplexen Beiträge!
Ich möchte im Einzelnen jetzt nicht nochmals auf alles eingehen, es sei denn, dass Du Dir ein bestimmtes Thema herausgreifst - was Dir vielleicht besonders wichtig ist -, über das wir uns dann gerne wieder austauschen können.


@ Didgeridoo
Hauke hat mir gerade im Philosophie-Form attestiert, dass meine Ausführungen „überflüssig wie ein Kropf“ seien. – Bin jetzt mal gespannt, in welch einem „netten Ton“ Du jetzt auf seinen an Dich gerichteten Beitrag hier antworten wirst. – Ich werde ihn von nun an ignorieren. Weil mir sein Ton nicht gefällt!

Im Übrigen komme ich beruflich nicht vom Fach und habe auch kein einschlägiges Studium absolviert. Alles, was ich über Kunst weiß, habe ich mir im Laufe meines Lebens selbst angeeignet oder von Künstler-Freunden vermittelt bekommen.





@ HarmonieFrau

Hallo, liebe Conny,

Du schreibst: "Kunst ist Nahrung für die Seele". Stimmt genau - und da es so viele  unterschiedliche Arten von Kunstrichtungen und Kunstwerken gibt, dürfte auch für jeden Geschmack etwas dabei sein. Warum sollten wir uns das Interesse daran und die Lust darauf von denen, die nichts damit anfangen können oder wollen, streitig machen lassen?

Du weist mit Recht darauf hin, dass es Kunst  als Höhlenmalereien schon vor 40.000 Jahren gegeben hat, wie diverse Funden (z.B. in der Höhle von Altamira mit den ältesten europäischen Höhlenmalereien) es gezeigt haben. 

Bild
(Wikimedia Commons)

Als bisher bekannte älteste Menschenfigur gilt die 2008 in der Schwäbischen Alp gefundene ebenfalls ca. 40.000 Jahre alte "Venus vom Hohlefels".

Bild
(Wikimedia Commons)

Inzwischen wurden noch ältere Höhlenmalereien entdeckt: Zuletzt (2021) in verschiedenen indonesischen Höhlen - Abbildungen von Menschen und Tieren, die auf mindestens  43.900 bzw. 45.500 Jahren zurückdatiert  werden konnten. 

Ich find das alles sehr aufschlussreich, ist es doch ein Beleg dafür, dass die Fähigkeit, Kunst zu schaffen, ein unbestreitbarer Bestandteil der geistigen Entwicklung des Menschen gewesen ist und wohl weiterhin sein wird.  

Deine Einlassung auf die Kritik eines Users an der modernen Kunst, dass künstlerisches Talent angeboren sei und mehr aus der Seele als aus dem Verstand komme, kann ich nicht ganz teilen. Man denke nur an die Konzeptkunst! 

Ich trenne Gefühl und Verstand nie voneinander, weil beides den Menschen als Ganzes ausmacht und in ihm immer zusammenwirkt. Ein Mensch ohne Verstand ist ein Kretin, ohne Gefühl ein Soziopath.  - Insbesondere anspruchsvolle Betätigungen wie das Schaffen von Kunst erfordern ein inspirierendes  Zusammespiel aller intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten.

Ich möchte diesbezüglich auch wieder auf meine Eröffnungsbeiträge in diesem Thread verweisen, mit denen ich meine Haltung zur Frage, was Kunst ist, grundlegend dargestellt habe. Vielleicht bin ich ziemlich radikal oder zumindest puristisch in meinem Ansichten - aber das ist die Haltung, für die ich mich schon vor langer Zeit  bewusst entschieden habe. 

Deinen weiteren Worten entnehme ich, dass Du mir dabei im Großen und Ganzen zustimmen kannst, was mich erfreut - denn auf der gleichen Basis lassen sich unterschiedliche Auffassungen in weiter verzweigten Fragen besser - weil auf Augenhöhe - austragen. 

Dazu kommt wohl auch, dass Deine Art, Deine Ansichten darzulegen, aus einer natürlichen Überzeugung, also nicht insistierend oder gar überheblich bei mir  ankommen!

Ich danke Dir - und ich hoffe sehr, demnächst weitere Beiträge von Dir hier lesen zu können! :D


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Du fragtest danach, wie man Bilder herunterlädt. Sind die Bilder im Netz vorhanden und werden keine Urheberrechte mit der Weiterverwendung verletzt, musst Du nur die jeweilige Grafikadresse (endet meist auf .jpg) kopieren und im Textfeld nach Betätigung des Icons für Bilder eingeben. 

Willst Du ein eigenes Bild posten, musst Du den Zwischenschritt über einen Foto-Uploaddienst gehen: Hast Du Dein Bild dort geladen, steht Dir auch dafür dann eine Grafikadresse zur Verfügung. 

(Ggf. weitere Fragen beantworte ich Dir gern via persönlicher Nachrichten.)

Liebe Grüße,
Verdandi






Waw, Verdandi, vielen herzlichen Dank für den Tipps ! du hast alles gefunden, und hochgeladen, zu bewundern ! danke für den Typ, wie man es macht - werde es mal anweden !

Bin tagsüber voll berufstättig , plus eine Dozenten Stelle an der Vhs , das ist sowas für mich wie Dopamin manchmal . Heute ist Montag, werde dich nur salutieren, ich melde mich , vermutlich am Wochenende wieder .

Über Kunst , Kultur, kann man sich lange unterhalten.
Ich denke, weil es subjektiv ist . Was für mich Kunst ist, ist für anderen Kitsch.

Was für anderen wertvolle Kunst ist, ist für mich nur ein Unterschrift das ein Kunst Millionenwert macht . Ein breites Feld also...

Wenn ich mich nicht irre, Hauke hat hier eine süsse Falle gestellt , ich bin auch schon mal rein gefallen . Seinen Fragen sind manchmal retorisch , sehr klug und geschickt wie ich es finde. Das erinnert mich an Chatterhand . Beide hatte ein total syrealistisches Bild hier gepostet , und sehr intelligente und tiefgehenden Gedanken geschrieben .

............also eine schöne und ruhige Nacht !

Conny

@ HarmonieFrau

Trotz aller möglichen und hier bisher auch kräftig geübten negativen Kritik an meiner Einstellung zur Kunst, sollte es mich eigentlich nicht überraschen, dass sich auch mal jemand äußert, der ein gutes Haar daran lassen kann. - Aber es passiert halt nicht oft. :wink:

Umso mehr freue ich mich, liebe Conny, über Deine Beiträge! - Schreibe einfach, sobald Du wieder mehr Zeit dafür hast. Ich werde das auf jeden Fall begrüßen, auch wenn wir mal verschiedener Meinung sein werden, was bei einem solch vielfältigen Thema nicht ausbleiben kann.

Aber wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus: Da Du ein sehr respektvoller Mensch bist, fällt es auch mir leicht, Dir gegenüber Respekt zu bewahren. :D

Bis bald!
LG, Verdandi