Dieser thread soll dazu dienen, Geschichten oder Gedichte, eigener Feder entspringend oder fremder Autoren, hier einzubringen und zur Interpretation, bzw. zur Diskussion anzuregen.

Ich beginne mal mit Rilkes Panther:

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.



6.11.1902, Paris
Anfaßpoesie? Alptrauma?

"Ach Mona Luna"

Ob's am Mondenschein gelegen,
im Liebeslicht von Leidenschaft,
wir uns sind darin erlegen,
am Leiden uns'rer Liebeskraft.

Und sogleich wurden wir uns hier,
Du mir genauso wie ich Dir,
zu den Prüfsteinen unserer Gier,
Opfer des Triebes-Elixier!

Zwar war da bloß ein blasses Licht,
doch im Auge blitzt' Begehren,
kein einz'ger Laut die Stille bricht,
doch wer wagt dem lässt gewähren.

Und der Liebe Mond schien helle,
ob er je wieder strahlt so schön,
wir übertraten jene Schwelle,
und so war es um uns gescheh'n.

Der Mond durchstreifte diese Nacht,
im Rausch der Sinne und Gefühle,
am Morgengrauen bin ich erwacht,
wieder allein in alter Kühle.
_____________________________(c)WJ


Zu Risiken und Nebenwirkungen:
Der will doch nur spielen :wink:

Drum gebt immer schön fein acht,
wer Euch die Worte für die Nacht,
spät abends, weit nach Acht,
wie ein Poet zurechtgemacht.
... wär' schade wenn (k)einer drüber lacht.
Strandlauf

Mit bloßen Füßen
lauf' ich am Strand,
spüre die Kühle der Nacht
noch im Sand,
erblick' eine Möwe
im stelzigen Lauf -
der Tag macht verschlafen
die Augen auf.

Es murmelt das Meer
einen freundlichen Gruß,
springt neckend mir
auf den nackten Fuß,
sanft zauselt der Wind
in meinem Haar,
Morgendunst schwindet,
die Sicht wird klar.

Blauäugiger Himmel -
die Sonne geht auf.
Ein Bilderbuchtag!
Ich freu' mich darauf!

A.P. (eigenes Gedicht)
Letzter Tag am Meer

Allein will ich gehen
und Abschied nehmen,
eh' das Erwachen
der Zeltstadt beginnt.
Will den Duft des Meeres
mit mir tragen -
es empfängt mich
ein herb-frischer Wind.

Das Meer singt
seine rauschende Melodie,
schlägt Purzelbäume
am Strand.
Es schäumt und lacht
mir geheimnisvoll zu -
meine Spuren verwischen
im Sand.

Verlassen liegen
die Strandburgen da,
eine hab' ich
mir selbst gebaut :
Noch ein letzter Besuch -
die Kleider herab!
Schaudern
durchdringt meine Haut.

Das Meer nimmt mich auf
mit schlingernden Armen,
es wiegt mich
eisig und sacht.
Grün schunkelt
und funkelt
es unter mir -
es entschweben
die Nebel der Nacht.

Die Sonne taucht langsam
und flammend empor,
Goldflimmern
rings um mich her.
Ich genieße
die Schönheit des Augenblicks -
bin eins -
mit Sonne und Meer.

A.P. (eigenes Gedicht)
Spätsommerabend

Die Äpfel an den Bäumen,
die wiegt ein leiser Wind,
die letzten Rosen träumen,
der Sommerfaden spinnt.

Es färbt mit abendzarten
Pastellen Zaun und Haus
die Sonne hinterm Garten.
Die Wiese atmet aus.

Leis raschelt's in den Bäumen.
Die Taube gurrt im Schlag.
Wir sitzen und wir träumen.
Es war ein guter Tag.
- Luis Fürnberg -


Dieses lyrische, sanfte Gedicht finde ich wunderschön -
vor allem wegen der gekonnten bildhaften Gestaltung.
Und es passt jetzt richtig in diese Jahreszeit... :)
Mutters Hände

Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschom -
un jewischt un jenäht
un jemacht un jedreht...
alles mit deine Hände.

Hast de Milch zujedeckt,
uns Bonbons zujesteckt
un Zeitungen ausjetragen -
hast de Hemden jezählt
un Kartoffeln jeschält...
alles mit deine Hände.

Hast uns manches Mal
bei jroßen Schkandal
auch n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht,
wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben...
alles mit Deine Hände.

Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wa nu hier,
un denn komm wa bei dir
un streicheln deine Hände.
- Kurt Tucholski -

Dieses Gedicht kenne ich schon seit meiner Kindheit, und der Inhalt berührt mich immer wieder.
( Ich habe es mal zu einem "runden Geburtstag" vorgetragen und gesehen, wie einige Frauen nach ihrem Taschentuch greifen mussten...)
Der schlichte Sprachstil und der Berliner Dialekt - das passt hier einfach zusammen...

( Ach, wie gerne würde auch ich die Hände meiner Mutter nochmal streicheln...)
Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.

Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.
- Joachim Ringelnatz -

Dies war das allererste Gedicht, das ich von Joachim Ringelnatz gelesen hatte, und ich fand die "poetische Idee" einfach großartig! (Auch heute muss ich noch darüber schmunzeln, wenn ich es lese...)
Es animierte mich dazu, mehr über ihn und sein literarisches Schaffen zu erfahren:
Das "Gesamtwerk" umfasst immerhin 7 Bände!
Seine humoristischen Gedichte faszinieren mich am meisten: dieser Wortwitz, das unbekümmerte Spiel mit der Sprache und die oft überraschenden "Pointen" - herrlich!
Dabei verlief sein Leben durchaus nicht geradlinig, sondern eher im "Schlängelkurs" - aber er gab nie auf! ( Zitat: "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt..." )
Die Seefahrt liebte er besonders, und so könnte sein Pseudonym "Ringelnatz" aus der "Seemannssprache" stammen: "Ringelnatt" = Seepferdchen...( Der Schriftsteller selbst hat sich hierzu nicht geäußert...)
Aber es passt zu ihm, dem kleinen Mann mit sächsischem Dialekt und der etwas zu groß geratenen Nase, der im Kabarett oder als "reisender Vortragskünstler" fast immer im Matrosenanzug auftrat...
Joachim Ringelnatz (bürgerlicher Name: Hans Gustav Bötticher) hat dieses Jahr
"Geburtstagsjubiläum" - er wäre am 07. August 130 Jahre alt geworden!
Und er bekommt jetzt mehr Ehrungen als zu Lebzeiten, denn sein künstlerisches Schaffen wird heute auch wesentlich mehr anerkannt. ( Selbst in seiner Geburtsstadt Wurzen gibt es nun auch das "Ringelnatzgässchen" , das er sich einst so gewünscht hat...)
Doch lassen wir nach so viel "Theorie " den Dichter selbst noch einmal zu Wort kommen:

Die Ameisen
In Hamburg lebten zwei Ameisen
Die wollten nach Australien reisen!
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Denn auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.
- Joachim Ringelnatz -
:D
Nachtrag zum vorherigen Thema "Joachim Ringelnatz"

Am Wochenende erhielt ich mit der Post ein wunderbares Geschenk : Es ist das Exemplar einer "Großen Anthologie", die anlässlich des 130. Geburtstages von Joachim Ringelnatz herausgebracht wurde und an der 65 Autoren aus 6 Bundesländern mitgeschrieben haben. Es ist ein bunter, literarischer Geburtstagsstrauß - gefüllt mit Gedichten und kurzweiligen Geschichten - und wird gewiss meine "Abendlektüre" in der dunklen Jahreszeit...
Das Vorwort hat der Verleger selbst verfasst, und ich finde, dass es eine sehr schöne Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag darstellt. Deshalb möchte ich es den interessierten Lesern nicht vorenthalten, denn es ist liebevoll und mit dem Herzen geschrieben, sozusagen eine "Laudatio" an den Jubilar postum...

Ach, Ringelnatz,

du herzbetrunk'nes Kind! Seit ich denken kann, reimt sich bei mir
Stips auf Gips, stundenlang auf Bumerang und Schnupftabakdose
auf Friedrich der Große.

Deine Reime und Gedichte haken sich fest; bleiben im Kopf sitzen,
wandern fröhlich ins Herz und bleiben dort. ein Leben lang.

In Wurzen, deiner Geburts- und Heimatstadt, grüßt du von allen
Giebeln. Vor ein paar Wochen konntest du deinen 130. Geburtstag
feiern. Gemeinsam mit Freunden war ich bei dir zu Gast. Hab' Dank
für deine Gastfreundschaft, für deine Worte, Speis' und Trank. Ich
habe wieder viel von dir gelernt und Neues an dir entdeckt.

Ach, Ringelnatz, ich liebe und bewundre dich. Und nicht nur ich,
das glaube mir.

Nicht einen Vers von dir verschlang die braune Pest, und kein Flam-
menspruch war stark genug, dir wirklich Schaden zuzufügen. Die
Hitler kommen und gehen, du aber lebst und bleibst bestehen.

Ach, Ringelnatz, du herzbetrunk'nes Kind, du!

Du stehst in vielen gut sortierten Bücherschränken, und auch im
Internet, obwohl du das noch gar nicht kennst. Ich ehre dich, in-
dem ich mir nutze, und dich immer und immer wieder lesen werde,
ein Leben lang. Das ist versprochen.
(Abschrift mit Genehmigung des Autors)
Anmerkung: Es wurden weder Buchtitel noch Verlag erwähnt, , da dieser Beitrag keine Werbung beinhalten soll.

Doch zum Schluss wollen wir uns von Ringelnatz selbst noch einmal erheitern lassen, denn:
"Aller guten Dinge sind 3" (Gedichte) :D

Die Schnupftabakdose

Es war eine Schnupftabakdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz,
Und darauf war sie natürlich stolz.

Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
"Was geht mich Friedrich der Große an!?"
- Joachim Ringelnatz - :lol:
Erinnerung muss man bewahren...

Auf längst vergangnen Kinderpfaden
versuchte ich einst langzugehn,
wollte alte Plätze finden -
sah nur Wildnis, Disteln stehn.

Konnte auch nicht wiederfinden
den verschwiegnen kleinen Ort,
wo wir unsre Träume lebten -
Bungalows stehn heute dort.

Einzig und allein die Eiche
mit dem knorrigen Geäst,
die als Postfach wir erkoren,
steht noch unversehrt und fest.

Ach, töricht ist es zu versuchen,
die Zeit einfach zurückzudrehn;
Erinnerung muss man bewahren -
nur in uns bleibt sie schön...

A.P. (eigenes Gedicht)

Dieses Gedicht habe ich aus aktuellem Anlass geschrieben.
Ja, es gab ihn, den kleinen Freund, mit dem ich Zukunftspläne schmiedete. Er war ein wunderbarer Junge - schon so vernünftig - und in der Schule der Allerbeste - ein Multitalent!
Uns verband eine erste zarte Liebe, und wenn wir uns heimlich trafen, träumten wir - eng aneinandergekuschelt - von der wunderbaren Zeit, die noch vor uns lag.
Er wusste schon ganz genau, was er werden wollte: Arzt!
Und wir gaben uns das Versprechen, den anderen nie aus den Augen zu verlieren...
Aber unsere Wege waren so verschieden, und irgendwann ging jeder doch seinen eigenen...
Er machte seinen Wunschtraum wahr - und noch viel mehr: Er wurde eine Berühmtheit!
Aber immer hatte ich das Gefühl, dass wir uns einmal noch in diesem Leben begegnen werden...
Dann kam der Tag, an dem ich die Zeitung aufschlug - und seine Todesanzeige erblickte! Und zusätzlich einen seitenlangen Nachruf...
Er hatte sich - kurz vor seinem Geburtstag - aus dem obersten Stockwerk einer großen Klinik in die Tiefe gestürzt!
(War die Last, die er zu tragen hatte, einfach zu groß geworden? Sah er keinen anderen Ausweg mehr als den Sprung in die "Freiheit"? Ich werde es wohl nie erfahren...)
Ich habe lange Zeit gebraucht, um das zu verkraften, und unendliche Tränen sind heimlich geflossen...
Zurückgeblieben sind ein paar verblichene Briefe , ein Bild und ein kleines Album mit Widmung - sowie die kostbare Erinnerung an meine erste Liebe...
In meinem Garten habe ich eine Rose gepflanzt und ihr seinen Namen gegeben...
Das Spiel ist aus

Jean-Paul Sartre

http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Spiel_ist_aus

Die Handlung spielt in einem imaginären faschistischen Staat.

Zur etwa gleichen Zeit werden Ève Charlier von ihrem Mann, dem Milizsekretär André Charlier, vergiftet und Pierre Dumaine, ein Mitglied der Untergrundbewegung, die einen bewaffneten Aufstand plant, von einem Spitzel erschossen. Nach ihrem Tod folgen sie einer inneren Stimme, die sie zu einem Zimmer in der Rue Laguénésie führt. Dort erfahren beide, von einer hinter einem Tisch sitzenden und sehr formal auftretenden Person, dass sie tot sind. Sie erfahren, dass sie sich weiterhin in der realen Welt bewegen können, jedoch von den Lebenden nicht wahrgenommen werden und auch keinen Einfluss mehr auf die reale Welt nehmen können. Hier treffen sich Ève und Pierre zum ersten Mal und verlieben sich nach kurzer Zeit ineinander.

Pierre erfährt aber, dass sein geplanter Aufstand verraten wurde und die Regierung eine Falle für seine Freunde plant. Auch Ève erfährt etwas unangenehmes. Nämlich, dass sich ihr Mann, André, nun an Èves Schwester heranmacht. Die beiden sorgen sich um ihre jeweiligen Freunde und Verwandten. Da sie aber keinen Einfluss auf die Welt der Lebenden nehmen können wird es für sie zur Qual, zuzusehen und nichts tun zu können.

Bei einem erneuten Besuch der Rue Laguénésie stellt sich heraus, dass beide laut Unterlagen seit Geburt an füreinander bestimmt gewesen wären, aber aufgrund eines bürokratischen Fehlers einander nicht getroffen haben. Sie erhalten die Möglichkeit ins Leben zurückzukehren, um ihre Liebe unter Beweis zu stellen. Von der Situation überwältigt, stimmen beide sofort zu, zurückkehren zu dürfen. Dabei wird nicht ganz klar, ob die beiden aus Liebe zustimmen, oder ob sie es tun, damit Pierre seine Freunde, und Ève ihre Schwester warnen kann. Die Sache hat aber eine Bedingung. Pierre und Ève dürfen nur in der Welt der Lebenden bleiben, wenn sie es schaffen, innerhalb von 24 Stunden einander uneingeschränkt zu vertrauen und ihre Zuneigung gegenüber den auftretenden Schwierigkeiten zu behaupten.

Zweifel aufgrund der ungleichen sozialen Herkunft und nicht gelöste Konflikte in der Vergangenheit führen am Ende zum erneuten gewaltsamen Tod der beiden.

quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Spiel_ist_aus
Und nun wieder mal etwas "Eigenes" :) :

Das kleine Glück

Meine trillernde Lori,
ein glückliches Kind -
übern See zu paddeln
im Sommerwind...
Eine duftende Rose,
betörend und schön -
in schäumenden Wellen
baden gehn...
Ein Schmetterling,
der vom Blütenkelch nascht -
Ente Emmi,
die nach Brotstückchen hascht...
Auf der Achterbahn fahren
mit Kribbeln im Bauch -
mit der Sissi spielen,
dem Kätzchen auch...
Eine Geschichte,
die meine Seele berührt -
leise Musik,
die mich zum Träumen verführt...
Auch mal feiern mit Freunden,
die man lang nicht gesehn,
ganz oben
auf einem Berggipfel stehn...
Selbst ein Morgen,
an dem die Sonne schon lacht
und Natur
aus ihrem Schlaf erwacht...
Ja, all diese Dinge,
die stimmen mich froh. -
Ich bin dankbar dafür,
das ist einfach so.
Oft sind es Momente -
ein Augenblick...
Dann ist es da -
das "kleine Glück"! :D
A.P. (eigenes Gedicht)
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... für Deine Gedichte, sie berühren mich sehr.
:D

Herzliche Grüße
Edeltopas
Oh, das freut mich aber,
Edeltopas!
Vielen lieben Dank
und herzliche Grüße! :D
Anneli
Gaukler im Sommerwind

Zwei Schmetterlinge -
weiß und gelb -
vergnügt
im Sonnenschein,
die gaukelten und schaukelten -
und schienen
verliebt zu sein.

Die andere Farbe
störte sie nicht,
ob gelb oder weiß -
war egal.
Sie tollten herum
und neckten sich
und spielten :
Hasch mich doch mal!

Die Zweisamkeit
tat den beiden gut,
sie fühlten sich leicht und frei.
Sie tanzten verwegen
den Harlekintanz -
und waren
glücklich dabei.

Ich erfreute mich
an dem lustigen Spiel
und hielt
den Atem an;
denn plötzlich
flogen sie auf mich zu
und stubsten mich
beinahe an.

Und weiter ging
der fröhliche Tanz,
wild wirbelnd
und geschwind.
mal kreuz, mal quer -
und dann geschah es:
Sie küssten sich
im Wind!

Zartflüglige Gaukler
im Sommerwind,
genießt
euer kleines Glück!
Und wenn ihr ein Plätzchen
zum Kuscheln sucht -
kommt schnell in den Garten
zurück! 

(eigenes Gedicht)


Ich schrieb dieses Gedicht, nachdem ich das ungleiche Paar bei seinem "Hochzeitstanz" beobachtet hatte. Ich war schon erstaunt, denn normalerweise bleiben Schmetterlinge "unter sich"!
Waren sie etwa farbenblind? Oder vor Liebe blind? :D
Es hat mir Spaß gemacht, dieses Gedicht zu schreiben, und ich habe ganz gezielt versucht, diese Leichtigkeit und Beschwingtheit durch das Spiel mit der Sprache  auszudrücken ... :)
(Und trotzdem steckt ein tieferer Sinn dahinter: Die Liebe zwischen "Andersartigen" ...)
Es ist eines meiner Lieblingsgedichte!