@ Kolombine
Dass Anhänger*innen von Verschwörungstheorien hier genauso wie ich ihre Meinungen veröffentlichen können, steht außer Frage. Ich muss meine entgegengesetzte Haltung aber nicht mit allen diskutieren.

Bezüglich @ Filofaxi erwähnte ich es nur deshalb, weil ich ihn aus meiner bisherigen Sicht nicht unbedingt für einen Anhänger von Verschwörungstheorien hielt und daher sehr überrascht war.

Falls er sich also darüber mit mir noch auseinandersetzen wollte, würde ich darauf eingehen.



Verdandi, wer entscheidet, was eine Verschwörungstheorie ist und was nicht ?
Ich selbst informiere mich gern vielseitig.
Lese Tolstoi, Schopenhauer und auch mal Kant.
Aber auch P.Scholl-Latour`s und Rudolf Steiners Bücher stehen in meinem Bücherschrank.
Ich lese auch schon mal D. Ganser aber ebenso sehe ich mir gern mal Interviews mit Professor Bhakti oder Hans Georg Maßen an.
Wer aber nun entscheidet, welcher davon ein Verschwörungstheoretiker ist ?
Das ist die alte Idee "erschiessen wir die Bösen", die immer da war, aber nicht funktioniert.

Wenn wir das "Böse" ausrotten könnten, hätten wir es längst nach Inquisition und Hiroschima geschafft.
So die Aeusserung Gansers.
Und dann sagte er in seiner Rede noch etwas ganz Wichtiges.....

IN SICH SELBST EIN PUNKT FINDEN WO WIR ERKENNEN, DASS WIR ALLE MITEINANDER VERBUNDEN SIND UND ZUR MENSCHHEITSFAMILIE GE-HOEREN.
Ich meine darüber nachzudenken lohnt sich.
Und diese Aussage ist es, die er in jedem seiner Vorträge wiederholt.
Und die für mich essentiell ist.
Wir sind eine Menschheitsfamilie !

Jeder, der sich bemüht, Frieden zu stiften, statt Krieg zu führen, hat mich an seiner Seite stehen.

Menschenwürde, Menschenrechte.......
Nicht ein einziger Mensch hat das recht, das Leben eines anderen Menschen zu gefährden.
Nicht ein Mensch hat das Recht, die Würde eines anderen zu verletzen.
Nicht ein Staat hat das recht, Krieg zu führen gegen ein anderes Land.
So einfach sehe ich das mit Menschenrecht und Menschenwürde.
Dazu brauch ich weder Akademikerin sein, noch muss ich mich in vielen Worten verrenken.
Kolombine hat geschrieben: Und diese Aussage ist es, die er in jedem seiner Vorträge wiederholt.
Und die für mich essentiell ist.
Wir sind eine Menschheitsfamilie !

Jeder, der sich bemüht, Frieden zu stiften, statt Krieg zu führen, hat mich an seiner Seite stehen.

Menschenwürde, Menschenrechte.......
Nicht ein einziger Mensch hat das recht, das Leben eines anderen Menschen zu gefährden.
Nicht ein Mensch hat das Recht, die Würde eines anderen zu verletzen.
Nicht ein Staat hat das recht, Krieg zu führen gegen ein anderes Land.
So einfach sehe ich das mit Menschenrecht und Menschenwürde.
Dazu brauch ich weder Akademikerin sein, noch muss ich mich in vielen Worten verrenken.


...und wozu Kolumbine brauchst Du "ihn" um irgendwas zu erkennen, bzw. um das zu leben?

@WER????...und jeder der Frieden stiftet, statt Krieg zu führen, hat mich an seiner Seite stehen :twisted:

Jeder der Frieden stiften will, setzt Krieg voraus........und wo findet der wohl statt????

Die Lösung darfst Du jetzt gerne in Dir selbst finden....
Zunächst kurz zum Vorurteil, welches dazu dient, eine Situation spontan zu beurteilen, um möglichst schnell handeln zu können, ohne sich erst lange darum bemühen zu müssen, einen Standpunkt in der jeweiligen Sache zu beziehen, von wo aus eine ausgewogene und damit der Sachlage angemessene Beurteilung möglich ist, oder aber zu recherchieren, ob dieses Vorurteil überhaupt noch richtig ist, ober aber mittlerweile falsch, weil sich wichtige Parameter dafür geändert haben, um noch als richtig gelten zu können.

Zu meinen, es sei per se falsch, an einem Vorurteil festzuhalten, welches sich bisher als richtig erwiesen hat, um eine Sachlage (oder einen Menschen aufgrund seiner Fähigkeiten, die ihn tauglich für einen bestimmten Zweck machen) richtig beurteilen bzw bewerten zu können, ist natürlich genauso falsch, wie davon auszugehen, dass die Beurteilung einer Sachlage, die gestern noch als richtig gelten konnte, dies unter allen Umständen morgen immer noch so sein müsse, denn wenn das tatsächlich der Fall wäre, gäbe es ja keine Fehlentscheidungen mehr, bzw Fehlbeurteilungen, die darauf beruhen, dass die Erkenntnis eines Sachverhaltes nicht mit dem realen IST-Zustand dieses Sachverhaltes übereinstimmt.

Wie an früherer Stelle bereits ausführlich diskutiert, sind "Wert" und "Würde" genausowenig das selbe, wie "Fähigkeit" und "Verdienst durch erbrachte Leistungen". Daher hier nur nochmal eine kurze Zusammenfassung:

Der "Wert" einer Sache besteht in ihrem aktuellen oder zukünftig zu erwartenden Nutzen, weswegen man auch vom "Nutzwert" spricht. Dieser Nutzwert kann nur ein spekulativer sein, weil man noch nicht weiß, was die Sache in Zukunft wert sein wird.

Ebenso ist es mit dem "potenziellen Nutzwert" eines Menschen, eines Tieres oder einer Pflanze in Bezug auf ihre zukünftige Leistungen, welcher sich nach ihrem zukünftigen Leistungsvermögen richtet, während mit einem Test - etwa im Rahmen einer Probearbeitszeit - nur die aktuelle „Leistungsfähigkeit“ mit dem davon abhängigen „aktuellen Nutzwert des Erbringers dieser Leistung“ bewertet werden kann.

Eine Sache kann jedoch nicht würdig werden, für ihre Leistungen entsprechend mit einem Entgelt gewürdigt (dh entlohnt) zu werden, weil das nur bei Lebewesen möglich ist.

Wenn sich also zB ein Bewerber mit der Eigenschaft der sozialen „Kompetenz“, dh einer angeborenen „Fähigkeit“ oder einer angelernten „Fertigkeit“, die ihn dazu befähigt, erfolgreich einen Führungsposten zu bekleiden, für eben diesen Posten bewirbt, kann er als Bewerber für diese Tätigkeit als wertvoll und damit als geeignet gelten.

In Bewerbungen wird jedoch „Kompetenz“ auch gerne fälschlicherweise mit „Zuständigkeit“ verwechselt, wobei eine Beförderung in „ein Amt mit mehr Kompetenzen“ jedoch nicht nur mehr von den begehrten Machtbefugnissen bedeutet, sondern auch mehr Leistung.

Ebenso falsch wird der Begriff „Kompetenz“ mit „Verantwortlichkeit“ übersetzt, wo es dem Bewerber, der angeblich mehr „Verantwortung“ übernehmen will, eigentlich nur um mehr „Machtbefugnisse in Form von Freiheitsrechten“ geht, um damit alleine entscheiden zu können, und nicht um die Pflicht, für den von ihm angerichteten Schaden geradezustehen, indem er einen Schadensausgleich leistet, anstatt seine Taten lediglich mit einer billigen Ausrede zu rechtfertigen, dass das, was er getan hat, ja vollkommen menschlich sei, und man daher von ihm auch nicht mehr erwarten darf, als das, was er tatsächlich leisten kann.

Die aufgrund von nützlichen Eigenschaften erworbene "Würde" jedoch besteht nicht im aktuellen oder voraussichtlichen Nutzwert eines Menschen für einen anderen, welcher von Angebot und Nachfrage abhängig ist, sondern von in der Vergangenheit bereits erbrachten Leistungen, die ihn eines entsprechenden Lohnes würdig machen.

Der rechtmäßig erlangten Würde selbst kann man Niemanden entkleiden – selbst dann nicht, wenn man ihn nachträglich entwertet, indem man seine Leistung relativiert, und durch üble Nachrede seinem guten Ruf schadet, den er sich zu Recht erworben hat.

So ist es auch falsch, die „Würde“ mit dem „guten Ruf“ gleichzusetzen, den der Würdige sich mit seinen Leistungen ehrlich erworben hat, oder aber den er Unwürdige sich zugelegt hat, um Diejenigen zu täuschen, von denen er zb mit einem Ehrenamt zu Unrecht dafür gewürdigt werden will.

Die „Kompetenz“ im Sinne von „Fähigkeit“, welche der voraussichtlichen Leistungsfähigkeit entspricht, führt allerdings lediglich zur Bewertung einer Person hinsichtlich ihres zukünftigen Nutzwertes.

Die Würde hingegen stellt einen allgemein üblichen oder exlplizit vereinbarten Gegenwert als Lohn oder Dank für eine bereits erbrachte Leistung eines Menschen dar, und nicht seinen zukünftigen Nutzwert, auf den sich Menschen nicht gern reduzieren lassen, weil sie meinen, sie seien bereits von Geburts wegen adelig (edel durch gute Taten) und hätten daher einen besonderen Wert (für wen?), der sie dazu berechtigt, auch besondere Rechte ohne Pflichten in Anspruch nehmen zu dürfen.

Diese Leute sagen dann:“Adel verpflichtet, aber ich bleibe lieber bürgerlich und beanspruchen Rechte, die der "Vater im Himmel" oder die "Mutter Natur" mir höchstpersönlich zugestanden hat, weil ich als Mensch die Krone ihrer Schöpfung bin!“

Dieses Argument ist natürlich nicht stichhaltig, weil es keinen gerechte/n oder ungerechte/n Vater im Himmel oder Mutter Natur gibt, die nach Belieben die Taten des Einen würdigen, indem sie den Ehrwürdigen auf diese Weise ehren, und die Taten des Anderen nicht würdigen, und ihm damit die wohlverdienten Ehren verweigern können.

Indem man Jemandem die Würdigung (Entlohnung) seiner Verdienste verweigert, wird er noch lange nicht entwürdigt, dh, seine erbrachten Verdienste bestehen weiterhin, auch wenn die Nutznießer der Leistungen des Würdigen durch deren Inanspruchnahme zu Dank verpflichtet sind, ihm die Würdigung seiner Verdienste schuldig bleiben.

Die Würde selber ist also nicht antastbar, aber die Verweigerung der Pflicht, die erbrachten Leistungen, mit denen sich Jemand einer Gegenleistung als Zeichen seiner dadurch erlangten Würde verdient gemacht hat, ist schon möglich, sodass nicht die Würde (oder der gute Ruf, der auch fälschl. mit „Ehre“ gleichgesetzt wird, anstatt mit „Ehrwürde“) des um die Würdigung seiner Verdienste Betrogenen beschädigt wird, sondern der um den Lohn oder Dank für seine Leistungen Betrogene selber.

Übrigens - wer gegen Andere für seinen eigenen Frieden kämpft, um sie zu besiegen und ihnen anschließend selber die Friedensbedingungen aufdiktieren zu können, ist zwar ein Friedensaktivist, aber dient natürlich nicht dem friedlichen Miteinander unter den Menschen, die er zum Frieden gezwungen hat, sodass man seine gewalttätigen Aktivitäten, die er als unheilige Mittel zum heiligen Zweck zu rechtfertigen versucht, als nicht geeignet - und damit als unrechtmäßig - bezeichnen kann, weil sie gegen das Friedensgebot (Gesetz zur Friedenspflicht) verstoßen, welcher jeder Gesetzgebung zugrunde liegt.

Außerdem sind auch nicht in der Familie alle Mitglieder gleichgestellt vor den Augen des Familienvorstandes, sondern es gibt immer welche, die bevorzugt und mit Sonderrechten ausgestattet sind – entweder aufgrund ihrer durch Verdienste erworbene Würden, oder durch einen mutmaßlichen zukünftigen Nutzwert, den sie für den Familienvorstand als höchstem Gesetzgeber haben, sodass er ihm wertvoller (und nicht würdiger) ist, als ein Anderer der diese Verdienste nicht erbarcht hat – ganz gleich, ob er das nicht wollte, oder ob er es zwar wollte, aber (noch) nicht konnte.

Insofern beruht das „Recht auf Gnade und Barmherzigkeit“ nicht auf einer erlangten Würde durch besondere Verdienste, sondern durch der bisherigen Unbescholtenheit, wenn sich Jemand bislang noch keiner strafbaren Handlung schuldig gemacht hat, was dem Befolgen der Gehorsamspflicht in Bezug auf den Gesetzgeber entspricht, die man auch Loyalität nennt, sodass der Pflichtbewusste auch würdig wird, als Lohn dafür entsprechende Freiheits- und Sicherheitsrechte in Anspruch nehmen zu dürfen.
[quote="filofaxi"]Zunächst kurz zum Vorurteil, welches dazu dient, eine Situation spontan zu beurteilen, um möglichst schnell handeln zu können, ohne sich erst lange darum bemühen zu müssen, einen Standpunkt in der jeweiligen Sache zu beziehen, von wo aus eine ausgewogene und damit der Sachlage angemessene Beurteilung möglich ist, oder aber zu recherchieren, ob dieses Vorurteil überhaupt noch richtig ist, ober aber mittlerweile falsch, weil sich wichtige Parameter dafür geändert haben, um noch als richtig gelten zu können.

Zu meinen, es sei per se falsch, an einem Vorurteil festzuhalten, welches sich bisher als richtig erwiesen hat, um eine Sachlage (oder einen Menschen aufgrund seiner Fähigkeiten, die ihn tauglich für einen bestimmten Zweck machen) richtig beurteilen bzw bewerten zu können, ist natürlich genauso falsch, wie davon auszugehen, dass die Beurteilung einer Sachlage, die gestern noch als richtig gelten konnte, dies unter allen Umständen morgen immer noch so sein müsse, denn wenn das tatsächlich der Fall wäre, gäbe es ja keine Fehlentscheidungen mehr, bzw Fehlbeurteilungen, die darauf beruhen, dass die Erkenntnis eines Sachverhaltes nicht mit dem realen IST-Zustand dieses Sachverhaltes übereinstimmt.

@ Filofaxi
Dem kann ich mich anschließen. Nach Hannah Arendt würde ein vorurteilloses Leben bedeuten, dass der Mensch eine ständige Bereitschaft haben müsste, sich blitzschnell mit der gesamten Wirklichkeit konfrontieren zu lassen, was ihn total überfordern würde. Allerdings besteht natürlich die Gefahr, dass ein Mensch aus dem Blick verliert, dass seine Vorurteile nicht mehr die erfahrene Wirklichkeit abbilden und trotzdem bestehen bleiben und so wichtiges unmittelbares neues Erfahren verhindern. Darin sieht sie dann die Ursache Entstehung von Ideologien. (Hannah Arendt: Über den politischen Raum)


Wie an früherer Stelle bereits ausführlich diskutiert, sind "Wert" und "Würde" genausowenig das selbe, wie "Fähigkeit" und "Verdienst durch erbrachte Leistungen". Daher hier nur nochmal eine kurze Zusammenfassung:

Der "Wert" einer Sache besteht in ihrem aktuellen oder zukünftig zu erwartenden Nutzen, weswegen man auch vom "Nutzwert" spricht. Dieser Nutzwert kann nur ein spekulativer sein, weil man noch nicht weiß, was die Sache in Zukunft wert sein wird.

Ebenso ist es mit dem "potenziellen Nutzwert" eines Menschen, eines Tieres oder einer Pflanze in Bezug auf ihre zukünftige Leistungen, welcher sich nach ihrem zukünftigen Leistungsvermögen richtet, während mit einem Test - etwa im Rahmen einer Probearbeitszeit - nur die aktuelle „Leistungsfähigkeit“ mit dem davon abhängigen „aktuellen Nutzwert des Erbringers dieser Leistung“ bewertet werden kann.

Eine Sache kann jedoch nicht würdig werden, für ihre Leistungen entsprechend mit einem Entgelt gewürdigt (dh entlohnt) zu werden, weil das nur bei Lebewesen möglich ist.

Wenn sich also zB ein Bewerber mit der Eigenschaft der sozialen „Kompetenz“, dh einer angeborenen „Fähigkeit“ oder einer angelernten „Fertigkeit“, die ihn dazu befähigt, erfolgreich einen Führungsposten zu bekleiden, für eben diesen Posten bewirbt, kann er als Bewerber für diese Tätigkeit als wertvoll und damit als geeignet gelten.

Mir wäre wohler, wenn bei diesen Ausführungen klar aufgezeigt würde, dass das die betriebswirtschaftliche Sicht des Wertes eines Menschen ist, der Mensch als Humankapital ist längst eine nach Zahlen berechenbare Größe, deren Höhe sich in der Regel nach den zu erwartenden, aber auch zurückliegenden Leistungen bemisst. Diese Sicht der Dinge liegt der Arbeitswelt zugrunde und auch dem Versicherungswesen. Auf private Beziehungen übertragen kommt diese Sicht auch vor, immer noch, ist aber äußerst konfliktbeladen und steht der philosophischen und psychologischen Sicht der Würde des Menschen entgegen.


In Bewerbungen wird jedoch „Kompetenz“ auch gerne fälschlicherweise mit „Zuständigkeit“ verwechselt, wobei eine Beförderung in „ein Amt mit mehr Kompetenzen“ jedoch nicht nur mehr von den begehrten Machtbefugnissen bedeutet, sondern auch mehr Leistung.


Hier kann ich Dir nicht zustimmen. Der allgemeine Sprachgebrauch bestimmt letzten Endes, was die Bedeutung von Begriffen ausmacht. So ist heute durchaus Kompetenz auch als Zuständigkeit und Befugnis im Sprachgebrauch, das ist praktisch abgesegnet durch den unausgesprochenen Mehrheitsbeschluss der Benutzer, eine durchaus demokratischer Vorgang. Legt man für sich jetzt eine eigene Definition zurecht und betrachtet den anderen Sprachgebrauch als falsch , entzieht man in letzter Konsequenz der Kommunikation die unausgesprochene Übereinkunft, mit einem Begriff das zu verbinden, was Konsens ist.
In sehr anschaulicher Weise zeigt Peter Bichsel in seiner Kurzgeschichte „ Ein Tisch ist ein Tisch“, wie ein alter Mann „Schwung“ in seinen öden Alltag zu bringen glaubt, indem er Dinge anders bezeichnet , einen Tisch also z.B. als Bett, und das immer stärker ausweitet. Das bringt ihm Spaß , denn so hat er äußerst skurrile Gespräche, aber er verlernt allmählich die „richtige“ Sprache, also das , was jeder als das richtige Wort für eine bestimmte Sache ansieht, sodass er seiner Kommunikationskompetenz…das jetzt im Sinne von Fähigkeit natürlich… verlustig wurde.... mit traurigen Folgen. Abstrakte Begriffe entziehen sich zwar dieser konkreten Eindeutigkeit, sind aber nichtdestotrotz nicht beliebig mit Inhalt zu füllen..



Ebenso falsch wird der Begriff „Kompetenz“ mit „Verantwortlichkeit“ übersetzt, wo es dem Bewerber, der angeblich mehr „Verantwortung“ übernehmen will, eigentlich nur um mehr „Machtbefugnisse in Form von Freiheitsrechten“ geht, um damit alleine entscheiden zu können, und nicht um die Pflicht, für den von ihm angerichteten Schaden geradezustehen, indem er einen Schadensausgleich leistet, anstatt seine Taten lediglich mit einer billigen Ausrede zu rechtfertigen, dass das, was er getan hat, ja vollkommen menschlich sei, und man daher von ihm auch nicht mehr erwarten darf, als das, was er tatsächlich leisten kann.

Nun, diese Sicht empfinde ich als sehr einseitig. Sie stimmt zunehmend für die Spitze der Führungskräfte in großen Aktiengesellschaften , die weitaus überzogene Gehälter beziehen und sich trotz der Tatsache, dass unter ihrer Führung der betreffende Betrieb hohe Verluste einfährt bzw an die Wand gefahren wurde , unangefochten hohe Bonuszahlungen auszahlen lassen. Und sie stimmt für Politiker, wo es vollkommen unüblich geworden zu sein scheint, als Zeichen der Übernahme der Verantwortung den Hut zu nehmen.
In allen anderen Hierarchiestufen führt angerichteter Schaden in der Regel zu Konsequenzen der unangenehmen Art, es sei denn, man genießt Protektion von "höherer" Stelle.
Damit schließe ich jetzt mal meine Stellungnahme ab, lasse den Rest also unkommentiert.
@ Filippa1

….Der allgemeine Sprachgebrauch bestimmt letzten Endes, was die Bedeutung von Begriffen ausmacht. ….


Nein, der „allgemeine Sprachgebrauch“ selber bestimmt gar Nichts, sondern es sind immer menschliche Bestimmer, die diese Begriffe mit einer Bedeutung füllen und sie anschließend für rechtsverbindlich erklären, wie etwa Journalisten, die sie in den Medien salonfähig machen, oder Linguisten der Academie Francaise, die mit ihren Wörterbüchern dafür sorgen, dass die französische Sprache nicht mit Anglizismen überfremdet wird, oder aber auch jugendliche Opinion-Leader, die bestimmen, welche Sprachwendungen benützen werden müssen, um in einer Clique als sozial anerkannt zu gelten.

….Legt man für sich jetzt eine eigene Definition zurecht und betrachtet den anderen Sprachgebrauch als falsch , entzieht man in letzter Konsequenz der Kommunikation die unausgesprochene Übereinkunft ….

Da es um Inhalte geht, für die es eine passende Form zu finden gilt, mit der man sie Anderen vermitteln kann, sind diese Begriffe eben nicht beliebig zu definieren, sondern müssen sich möglichst auch von der Form her von ähnlichen Dingen, die aber nicht dieselben sind, unterscheiden, um einen praktischen Wert zu haben.

Insofern ist es kein Kriterium für die Richtigkeit eines Begriffes, dass irgendwelche Leute mehrheitlich beschlossen haben, ihn in einem bestimmten Sinne zu benutzen, obwohl ihnen der Unterschied zu Ähnlichen gar nicht klar ist, sondern ausschließlich seine Eindeutigkeit, um Missverständnisse zu vermeiden.

….Abstrakte Begriffe entziehen sich zwar dieser konkreten Eindeutigkeit, sind aber nichtdestotrotz nicht beliebig mit Inhalt zu füllen......

Eben, wobei, auch abstrakte Begriffe – dh Begriffe für abstrakte Vorgänge – einer konkreten Zuordnung zu den jeweiligen abstrakten Sachverhalten bedürfen, um überhaupt sinnvoll nutzbar zu sein.

Der Sprachfilosof Wittgenstein hat ja sogar behauptet, dass man ohne die passenden Begriffe noch nicht mal in der Lage ist, über die entsprechenden Sachverhalte nachzudenken, weil diese sich Einem überhaupt erst über die Beschäftigung mit den Begriffen erschließen.

Der scheinbar vereinsamte Alte in Peter Bichsels Kurzgeschichte, der sich in Ermangelung eines menschlichen Kommuninkationspartners mit der Wand unterhält und dabei in eine Art unverständliche Kindersprache verfällt, weil ihm mit der Zeit die Bedeutung der Begriffe abhanden kommt, scheint an Amnesie zu leiden.

Der Filosof hingegen, der sich in die Waldeseinsamkeit zurückzieht, um in Ruhe über die richtige und falsche Verwendung von Begriffen zu meditieren, die als „allgemein gesichert“ gelten, betreibt Grundlagenforschung, für die er vielleicht aufgrund seines tagesfüllenden beruflichen Engagemtes in der Jugend gar nicht die Zeit hatte.

Wenn es diese Sprachwissenschaftler (Linguisten) nicht gäbe, würde die Sprache immer weiter verkümmern, wie man leicht an der Verarmung der Sprache während der letzen Sprachreformen vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen bis hin zum Neudeutschen sehen kann, sodass auch kaum noch Jemand mehr alte Texte richtig übersetzen und verstehen kann.

Damit wird dem Rezipienten einer Botschaft das blinde Annehmen („Akzeptieren“ und nicht „Glauben“) zugemutet, sofern ihm die nötige sprachliche Kompetenz fehlt, selber dahinter zu kommen, was es mit der vorsätzlich falschen Interpretation auf sich hat, mit der die Ahnungslosen in die Irre geführt werden – ganz speziell auch was ihre scheinbaren „Rechte ohne Pflichten betrifft“, sodass sie sich spätestens vor Gericht durch eine Strafe für ihre falsche Rechtsauffassung und dem dementsprechend rechtswidrigen Verhalten eines Besseren belehren lassen müssen

…..Diese Sicht der Dinge liegt der Arbeitswelt zugrunde und auch dem Versicherungswesen. Auf private Beziehungen übertragen kommt diese Sicht auch vor, immer noch, ist aber äußerst konfliktbeladen und steht der philosophischen und psychologischen Sicht der Würde des Menschen entgegen. ….


Da der Umgang der Menschen miteinander im gesamten öffentlichen und auch privaten soziale Raum, in dem sich Menschen auf die unterschiedlichsten Art und Weisen zueinander verhalten, durch Verträge geregelt wird, in denen sich die Vertragspartner daran orientieren, was sie als ideal für ihre Zwecke ansehen – auch wenn ein ethisches Ideal selber niemals vollständig verwirklicht werden kann – liegt diese Sicht eben nicht nur der Arbeitswelt oder dem Versicherungswesen zugrunde, und verhindert auch nicht eine angemessene philosophische und psychologische Bewertung der Würde des Menschen, sondern macht sie – ganz im Gegenteil - überhaupt erst möglich.

Zur umfassenden Erkenntnis des Wesens eines Sachverhaltes gehört außerdem immer die dialektische Analyse, um zu erkennen, WORIN es besteht, und vor Allem auch, was NICHT dazugehört, weil es etwas ganz Anderes ist, als das, was es zu sein scheint, oder was Einem Jemand weiszumachen versucht, dass es so sei, obwohl es gar nicht so IST.
filofaxi hat geschrieben: @ Filippa1

….Der allgemeine Sprachgebrauch bestimmt letzten Endes, was die Bedeutung von Begriffen ausmacht. ….


Nein, der „allgemeine Sprachgebrauch“ selber bestimmt gar Nichts, sondern es sind immer menschliche Bestimmer, die diese Begriffe mit einer Bedeutung füllen und sie anschließend für rechtsverbindlich erklären, wie etwa Journalisten, die sie in den Medien salonfähig machen, oder Linguisten der Academie Francaise, die mit ihren Wörterbüchern dafür sorgen, dass die französische Sprache nicht mit Anglizismen überfremdet wird, oder aber auch jugendliche Opinion-Leader, die bestimmen, welche Sprachwendungen benützen werden müssen, um in einer Clique als sozial anerkannt zu gelten.

@ Filofaxi
Das kann man so sehen, muss es aber nicht. Ich sehe es eher so, dass im deutschen Sprachraum auf Einheitlichkeit geachtet werden muss, im Bereich der Orthografie ist das selbsterklärend., damit keine Missverständnisse entstehen. Nicht umsonst heißt es: Was Deutsche und Österreicher trennt, ist ihre gemeinsame Sprache, oft fälschlicherweise dem österreichischen Schriftsteller Karl Kraus zugeordnet.
Wortschatz und Sprachwandel werden im Bibliographischen Institut Berlin (Dudenredaktion) mit modernsten Mitteln erfasst und dokumentiert. Da wissenschaftlich mit hohem Aufwand und großen Datenbanken gearbeitet wird, , gehe ich davon aus, dass sie den allgemeinen Sprachgebrauch dokumentieren.


….Legt man für sich jetzt eine eigene Definition zurecht und betrachtet den anderen Sprachgebrauch als falsch , entzieht man in letzter Konsequenz der Kommunikation die unausgesprochene Übereinkunft ….

Da es um Inhalte geht, für die es eine passende Form zu finden gilt, mit der man sie Anderen vermitteln kann, sind diese Begriffe eben nicht beliebig zu definieren, sondern müssen sich möglichst auch von der Form her von ähnlichen Dingen, die aber nicht dieselben sind, unterscheiden, um einen praktischen Wert zu haben.

Insofern ist es kein Kriterium für die Richtigkeit eines Begriffes, dass irgendwelche Leute mehrheitlich beschlossen haben, ihn in einem bestimmten Sinne zu benutzen, obwohl ihnen der Unterschied zu Ähnlichen gar nicht klar ist, sondern ausschließlich seine Eindeutigkeit, um Missverständnisse zu vermeiden.

Genau das ist die Arbeit der Dudenredaktion, nicht irgendwelcher Leute. Allerdings ist die Richtigkeit eines Begriffes immer nur zeitbezogen zu sehen, der Sprachwandel verlangt seinen Tribut. Die Sprachgeschichte ist auch eine Geschichte des Bedeutungswandels. Den hältst weder Du noch ich auf.

….Abstrakte Begriffe entziehen sich zwar dieser konkreten Eindeutigkeit, sind aber nichtdestotrotz nicht beliebig mit Inhalt zu füllen......

Eben, wobei, auch abstrakte Begriffe – dh Begriffe für abstrakte Vorgänge – einer konkreten Zuordnung zu den jeweiligen abstrakten Sachverhalten bedürfen, um überhaupt sinnvoll nutzbar zu sein.

Der Sprachfilosof Wittgenstein hat ja sogar behauptet, dass man ohne die passenden Begriffe noch nicht mal in der Lage ist, über die entsprechenden Sachverhalte nachzudenken, weil diese sich Einem überhaupt erst über die Beschäftigung mit den Begriffen erschließen.

Wittgenstein ist ein kluger Mann.

Der scheinbar vereinsamte Alte in Peter Bichsels Kurzgeschichte, der sich in Ermangelung eines menschlichen Kommuninkationspartners mit der Wand unterhält und dabei in eine Art unverständliche Kindersprache verfällt, weil ihm mit der Zeit die Bedeutung der Begriffe abhanden kommt, scheint an Amnesie zu leiden.

Schade, dass Du da keinen Zugang findest.

Der Filosof hingegen, der sich in die Waldeseinsamkeit zurückzieht, um in Ruhe über die richtige und falsche Verwendung von Begriffen zu meditieren, die als „allgemein gesichert“ gelten, betreibt Grundlagenforschung, für die er vielleicht aufgrund seines tagesfüllenden beruflichen Engagemtes in der Jugend gar nicht die Zeit hatte.

Wenn es diese Sprachwissenschaftler (Linguisten) nicht gäbe, würde die Sprache immer weiter verkümmern, wie man leicht an der Verarmung der Sprache während der letzen Sprachreformen vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen bis hin zum Neudeutschen sehen kann, sodass auch kaum noch Jemand mehr alte Texte richtig übersetzen und verstehen kann.

Hier setzt Du Linguisten und Philosophen gleich.
Ein Linguist allerdings forscht nur. Seine Aufgabe ist es keineswegs, der Verkümmerung und der Verarmung der Sprache entgegenzuwirken. Er dokumentiert sie wertfrei.Fürs andere gibt es die Sprachkritiker, Puristen, Sprachgesellschaften gab es auch schon. Und alle stoßen Kassandrarufe aus.
Recht haben sie. Nachdem schon seit geraumer Zeit der Dativ dem Genitiv sein Tod ist, wird jetzt der Nominativ der Mörder des Akkusativ...
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 98-p3.html


Damit wird dem Rezipienten einer Botschaft das blinde Annehmen („Akzeptieren“ und nicht „Glauben“) zugemutet, sofern ihm die nötige sprachliche Kompetenz fehlt, selber dahinter zu kommen, was es mit der vorsätzlich falschen Interpretation auf sich hat, mit der die Ahnungslosen in die Irre geführt werden – ganz speziell auch was ihre scheinbaren „Rechte ohne Pflichten betrifft“, sodass sie sich spätestens vor Gericht durch eine Strafe für ihre falsche Rechtsauffassung und dem dementsprechend rechtswidrigen Verhalten eines Besseren belehren lassen müssen



…..Diese Sicht der Dinge liegt der Arbeitswelt zugrunde und auch dem Versicherungswesen. Auf private Beziehungen übertragen kommt diese Sicht auch vor, immer noch, ist aber äußerst konfliktbeladen und steht der philosophischen und psychologischen Sicht der Würde des Menschen entgegen. ….


Da der Umgang der Menschen miteinander im gesamten öffentlichen und auch privaten soziale Raum, in dem sich Menschen auf die unterschiedlichsten Art und Weisen zueinander verhalten, durch Verträge geregelt wird, in denen sich die Vertragspartner daran orientieren, was sie als ideal für ihre Zwecke ansehen – auch wenn ein ethisches Ideal selber niemals vollständig verwirklicht werden kann – liegt diese Sicht eben nicht nur der Arbeitswelt oder dem Versicherungswesen zugrunde, und verhindert auch nicht eine angemessene philosophische und psychologische Bewertung der Würde des Menschen, sondern macht sie – ganz im Gegenteil - überhaupt erst möglich.

Zur umfassenden Erkenntnis des Wesens eines Sachverhaltes gehört außerdem immer die dialektische Analyse, um zu erkennen, WORIN es besteht, und vor Allem auch, was NICHT dazugehört, weil es etwas ganz Anderes ist, als das, was es zu sein scheint, oder was Einem Jemand weiszumachen versucht, dass es so sei, obwohl es gar nicht so IST.
@ Filofaxi
Kleiner Nachtrag zum ersten Absatz
Auf der Grundlage der von der Dudenredaktion erarbeiteten Nachschlagewerke , die den allgemeinen Sprachgebrauch spiegeln, wird weltweit der Deutschunterricht erteilt, als Amtssprache, wie in Deutschland und Österreich, aber auch als Minderheitensprache wie in der Schweiz, Belgien, Dänemark, Italien (Südtirol und Vatikanstadt), Luxemburg, Polen, Slowakei, Rumänien, Tschechische Republik, Ungarn und Russland). Und natürlich auch der Unterricht Deutsch als Fremdsprache.
@ Filippa1

Die Arbeit von Linguisten auf die Tätigkeit eines Rechtschreibdudenschreibers zu reduzieren, der nur Daten sammelt und widergibt, ist sicherlich seinem tatsächlichen Wirkungsbereich nicht angemessen.

Die Rechtschreibung mag zwar in der Vermittlung von sprachlichen Grundlagen unverzichtbar sein, aber wird in dem Maße, in welchem die Sprachkompetenz eines Schülers zunimmt, immer unwichtiger - außer, es sind Rechtschreibfehler, die zur Sinnentstellung eines Begriffes führen und nicht die Wahl des unpassenden Begriffs, der auf eine falsche Fährte führt, wie es besonders Demagogen gern zu tun pflegen, die sich bewusst der Doppeldeutigkeit von Begriffen bedienen, um anschließend sagen zu können: „So wars aber nicht gemeint!“

Damit sorgen auch Kritiker, die dem Gesetzgeber (oder dem Gesetzeshüter) Bigotterie vorwerfen, weil er mit verschiedenerlei Maß misst, oder dem Moralapostel Scheinheiligkeit, weil er Wasser predigt und selber heimlich Wein säuft, dafür, dass sie nicht von Denen festgenagelt, bzw. festgenommen und ans Kreuz genagelt werden können, die ihnen nicht nur kein Recht auf (zensurfreie) Meinungsäußerung zugestehen wollen, sondern es auch gar nicht brauchen, weil dieses Menschenrecht in ihrem Land keine Gültigkeit hat - oder wenn doch, dann nur für ganz bestimmte Menschen.


@ mehusae

….Das ist die alte Idee "erschiessen wir die Bösen", die immer da war, aber nicht funktioniert. …

Genau das ist das Problem bei dem Versuch, „das Böse“ zu beseitigen, indem man „die Bösen“ bestraft, weil man des personifizierten Bösen, nämlich des "Teufels", nicht habhaft wird, denn das ist leider genauso wenig eine Person des öffentlichen Rechts, wie eine "Göttin", welche die personifizierte Güte darstellt, damit man sie sich besser vorstellen kann.

Wer durch schändliches Handeln Schande auf sein Haupt geladen hat, wird im negativen Sinne „straf-würdig“ was noch keine Haftfähigkeit bedeutet, die von seinem körperlichen und seelischen Gesundheitszustand abhängig ist, sondern höchstens von seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit, um überhaupt zu begreifen, warum man ihm dafür zB seine Rechte auf Besitz, Bewegungsfreiheit oder gar körperliche Unversehrtheit beschneidet.

Wer sich hingegen an die Gesetze hält, gilt bereits als ehrwürdig, weil er durch ehrenhaftes Handeln ein Recht auf Ehren, erworben hat, die ihn ehrwürdig machen, beispielsweise als Lohn dafür ein Ehrenamt mit den damit verbundenen Sonderrechten bekleiden zu dürfen.

Hier wird zB einem Menschen, der sich durch außerordentliche Leistungen in Politik, Wirtschaft oder in der wissenschaftlichen Forschung eine besondere Ehrwürde erworben hat, diese durch einen Dr. h.c. (Doktortitel ehrenhalber) mit den Rechten vergolten, die auch einem approbierten Doktor nach erfolgreichem Abschluss seiner Universitätsausbildung zustehen.

Der Erwerb einer Berechtigung, aufgrund seiner Ehrwürde ein Ehrenamt zu bekleiden, bedeutet jedoch noch keine Eignung für jegliches Amt und den damit verbundenen Tätigkeiten, sondern eher eine moralische Eignung, die ihn dazu befähigt, seine Leistungen in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, was man auch als gemeinnützig betrachtet, denn ein Forscher, der seine Forschungsergebnisse für sich behält, ist nicht gemeinnützig, und daher auch nicht der Ehre würdig, als besonders nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu gelten.

Ähnliches gilt natürlich auch bei der Bekleidung politischer Ämter, wo die moralische Integrität eine wichtige Voraussetzung ist, um würdig zu sein, die Interessen seiner Wähler im Parlament vertreten zu dürfen, und nicht die eigenen Machtinteressen, bzw. die seiner Sponsoren, von denen man sich bestechen hat lassen, und auf diese Weise seinen Wählern - die man damit um ihr zuvor zugesichertes Recht darauf, nicht von Einem geschädigt zu werden, betrogen hat - untreu geworden ist.

Die Kompetenz (Fähigkeit) allein, faire Kompromisse aushandeln zu können, anstatt mit Erpressung und Nötigung zu arbeiten, um seine eigenen Interessen gegen die der Anderen durchzusetzen, die zur Eignung für dieses Amt ebenfalls nötig wäre, und den voraussichtlichen Nutzwert des Bewerbers ausmacht, hat mit der Ehrwürde, die er sich aufgrund seiner Verdienste für die Allgemeinheit erworben hat, um als sozial kompetent zu gelten, noch gar Nichts zu tun.

Des Weiteren hält die einmal erlangte Ehrwürde nicht ewig an, sondern nur solange, wie sie auch weiterhin mit entsprechenden gemeinnützigen Leistungen ins Verdienen gebracht wird, d.h. sie endet nicht erst dann, wenn Jemand gemeinschaftsschädlich und damit schändlich gehandelt hat, anstatt gemeinnützig und damit ehrlich, sondern bereits dann, wenn er nicht mehr so gemeinnützig handelt, wie es nötig wäre, um immer noch aufgrund seiner durch entsprechende Handlungen nachgewiesenen, moralischen Integrität als ehrwürdig gelten und den als Würdigung seiner Verdienste in Aussicht gestellten Ehrenplatz in der Gesellschaft zu Recht bekleiden zu dürfen.
@ Filofaxi
"Die Arbeit von Linguisten auf die Tätigkeit eines Rechtschreibdudenschreibers zu reduzieren, der nur Daten sammelt und widergibt, ist sicherlich seinem tatsächlichen Wirkungsbereich nicht angemessen."

Das habe ich ja auch an keiner Stelle geschrieben.
Im übrigen zitiere ich noch einmal Wittgenstein:" „Die Philosophie darf den tatsächlichen Gebrauch der Sprache in keiner Weise antasten, sie kann ihn am Ende also nur beschreiben“ . Damit ist er genau auf dem Stand der modernen Sprachwissenschaft, die mit empirischen Mitteln erhebt, wie die Sprache von ihren Nutzern gebraucht wird.
Wie ich schon schrieb, ein kluger Mann, dieser Wittgenstein.
Seit jeher hat der jeweilige Gesetzgeber einer Nation sich das alleinige Recht vorbehalten, sowohl seine eigenen Gesetze zu verabschieden, als auch, sie nach eigenem Gutdünken auszulegen, sodass das dementsprechend anderslautende und damit falsche Zeugnis, welches ein Rechtsgelehrter abgibt, als Kapitalverbrechen gilt, weil es einen Amtsmissbrauch darstellt, mit dem der Lügner seinem Berufsstand Schande bereitet, sodass er seine Würde verliert und damit seine Berechtigung, seinen Beruf weiterhin auszuüben, und dementsprechend exkommuniziert, d.h. entlassen wird.

Ebenso maßt sich der Gesetzgeber üblicherweise das alleinige Recht auf Gehorsam an, welches er den Menschen unter Strafandrohung als Gehorsamspflicht auferlegt hat, sodass sie seine Gesetze befolgen müssen, wenn sie nicht bestraft werden wollen.

Die eigens dafür ausgebildeten Lehrer erlangen dann durch Ausbildung und das Ablegen einer Eignungsprüfung die Würde eines „Verkünders (Propheten) seiner Gesetze“, mit der sie berechtigt sind, dieses Ehrenamt auszuüben.

Da sie mit dieser Qualifikation nicht mehr behaupten können, sie haben es nicht besser gewusst, wenn sie ein falsches Zeugnis abgeben und somit lügen, indem sie anstatt der Lesart des Gesetzgebers ihre eigenen Auslegungen als die einzig richtigen rechtsverbindlich verkünden, unterliegen sie einer besonderen Pflicht zur Wahrhaftigkeit, damit sie den Schülern gegenüber glaubwürdig, und ihrem Arbeitgeber gegenüber, dem gegenüber sie den Treueeid abgelegt haben, vertrauenswürdig bleiben.

Brechen sie den Eid, bzw. das Versprechen hinsichtlich der vertraglich von ihnen zugesagten Leistung, verlieren sie einerseits ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den ihnen anvertrauten Schülern, die darin besteht, dass sie ihnen glauben, dass sie als Fachmann nicht lügen, wenn sie sagen, dass Etwas genau so ist, wie sie behaupten, und nicht anders.

Andererseits verlieren sie - zusammen mit der Vertrauenswürdigkeit gegenüber ihrem Arbeitgeber, mit der die Ehre begründet ist, ihre Fähigkeiten als Lehrer dem Gesetzgeber weiterhin zur Verfügung stellen zu dürfen - auch das Recht, ihren Beruf weiterhin auszuüben, weil dies nicht nur den Strafbestand einer einmaligen, versehentlichen Untreue darstellt, für die sie sich mit Hilfe einer Buße beim Geschädigten wieder versöhnen können, sondern weil die Untreue immer eine vorsätzliche Missachtung ihrer Gehorsamspflicht darstellt, und somit auch eine Entlassung rechtfertigt, weil sie eine Infragestellung der Vormachtstellung ihres Auftragsgebes darstellt.

Damit gleicht der Akt der Untreue einer Kriegserklärung mit der Absicht, nach erfolgreicher Schlacht anstatt des bisherigen Gesetzgebers selber bestimmen zu können und damit auch zu dürfen, was als richtig und was als falsch zu gelten hat, um den Frieden zwischen sich und alle anderern Mitbewohnern des jeweiligen Machtbereiches zu den eigenen Konditionen dauerhaft zu sichern und damit zu bewahren.

Die Entlassung entspricht wiederum keiner Entehrung oder Entwürdigung durch den Arbeitgeber, weil die Aufrührer sich ja selber durch ihr schändliches Verhalten entwürdigt und damit entehrt haben, sondern lediglich einer angemessenen Reaktion darauf, die in einem ordentlichen Arbeitsvertrag auch genau formuliert werden sollte, um Missverständnisse hinsichtlich der Konsequenz bei Vertragsbruch zu vermeiden.

Was nun die Inhalte der verkündeten Gesetze betrifft, ist es damit so ähnlich, wie mit der Beschaffenheit von Waren, die ein Verkäufer im Auftrag eines Händlers verkauft, nachdem er mit ihm einen Arbeitsvertrag geschlossen hat, in welchem alle gegenseitigen Rechte und Pflichten festgelegt worden sind, sodass nicht der Verkäufer dafür zuständig ist (und im Zweifelsfalle auch verantwortlich oder gar schadensausgleichspflichtig, sofern dem Kunden ein Nachteil dadurch entsteht), sondern der Händler selber, der die Preise ehrlicherweise aufgrund seines Aufwandes und nicht hinsichtlich einer Profitmaximierung kalkuliert hat, sodass er sie auch rechtfertigen kann.

Befindet sich nun ein Verkünder von Gesetzen, wie etwa denen der islamischen Scharia, in einem anderen Lande, wo andere Gesetze gelten, hat er nicht das Recht, sie dort als die jeweils gültigen zu anzupreisen, weil dies als Ungehorsam gegen den dortigen Gesetzgeber gilt, dessen Alleinbestimmungsrecht damit infrage gestellt wird, was nach seinem Gesetz einen Strafbestand darstellt.

Auch kann er nicht dulden, dass sich ein Staat im Staat bildet, wo die Gesetze eines anderen Herrschers gelten, als seine eigenen, weil das einer Entmachtung auf subversivem Wege bedeutet, und deswegen als Hochverrat gilt, und nicht als Untreue, weil die Profeten eines anderen Herren ja nicht ihm den Treueeid geschworen haben, sondern dem anderen.

Verraten jedoch kann man nicht nur ein Versteck, in welches ein Flüchtiger vor seinen Verfolgern flieht, sondern auch ein wohlgehütetes Geheimnis, welches Niemand erfahren darf, weil sich sonst eine angemaßte Würde, die Jemand fälschlicherweise durch Symbole dokumentiert, welche ihn als wohlverdienten, hochdekorierte Würdenträger ausweisen, als Blendwerk entpuppt, sodass der Blender als Betrüger dasteht, der Diejenigen, die ihm ihr Vertrauen geschenkt haben, um ihr Recht auf Treue betrügt, d.h. um das Recht, sich auf sein Versprechen verlassen zu können, sie eben nicht zu ihrem Nachteil zu täuschen.

Insofern stellt der Verrat ein Bruch des Treueversprechens dar, und ist damit ein Akt der Untreue.

Ein besonderes Problem entsteht, wenn man zwei Herren gleichzeitig dient, die beide einen exklusiven Treueanspruch an Einen stellen, sodass man in einen Loyalitätskonflikt gerät, den man nur dadurch lösen kann, indem man dem Einen treu bleibt, und dem anderen nicht, um es nicht mit Beiden gleichzeitig zu verderben, und dadurch jeglicher dafür gewährter Schutzrechte verlustig zu gehen.

Eine Verschwörung mit dem Arbeitgeber findet immer dann statt, wenn es darum geht, keine Firmengeheimnisse zu verraten, was nicht nur dem Verräter den Vorteil verschaffen würde, sich notfalls auf die Seite der gut dafür bezahlenden Konkurrenz schlagen zu können, falls der Verrat bekannt wird, sondern auch der anderen Firma, die mit der einen um die wirtschaftliche Vormachtstellung konkurriert, selber.

Ähnlich miteinander verschworene Gemeinschaften bilden auch Familien miteinander und andere weltanschaulich motivierte Vereinigungen, die es als Nestbeschmutzung oder als Beschädigung ihres guten Rufs ansehen, wenn Jemand öffentlich eine negative Kritik an ihnen äußert, sodass sie nicht mehr als diejenigen ehrenwerten Würdenträger angesehen werden, als die sie sich darstellen, oder die sie vielleicht auch tatsächlich sind.

Legen jene jedoch öffentlich ein positives falsches Zeugnis ab, wie es ihnen vertraglich auferlegt wurde, um sich nicht strafbar zu machen, wird dieses mit einer Ganovenehre gewürdigt, die sie als nützliches Mitglied der Gesellschaft, bzw. als ein guter Handlanger des jeweiligen Arbeitgebers ausweist, welcher natürlich auch die Regierung eines Landes sein kann, die als höchste, gesetzgebende Instanz die Gehorsamen mit besonderen Ehrenämtern und entsprechenden Sonderrechten belohnt, wie es bei den Verwaltungsbeamten eines Königs oder einer Regierungspartei der Fall ist, ohne die er/sie gar nicht regieren könnte.

Dass Beamte daher auch kein Streikrecht genießen, um den Arbeitgeber unter Druck zu setzen, ihnen mehr Gehalt für dieselbe Leistung zuzubilligen, sondern allenfalls ein Demonstrationsrecht, ist auch verständlich, denn jedes Freiheitsrecht muss klar definiert werden, damit es überhaupt als ein Recht in Anspruch genommen werden kann, denn die eigene Freiheit endet immer bei der Freiheit eines Anderen, der ebenfalls Freiheitsrechte genießt - auch wenn die in ihrem Umfange vielleicht geringer sind, als die Desjenigen, der sich rechtmäßig in einer bevorzugter Stellung befindet, und daher zu Recht auch mehr Freiheitsrechte genießen darf, als der Andere.

So gesehen, gilt auch der Gleichbehandlungsgrundsatz nur für Diejenigen, die durch entsprechende Verdienste die gleiche Ehrwürde erlangt haben, oder aber die durch schändliches Verhalten in gleicher Weise Schande auf ihr Haupt oder ihre Familie geladen haben, sodass sie entweder selber oder ihr gesetzlicher Vormund entsprechend gleichermaßen bestraft, bzw. zum Schadensausgleich herangezogen werden.
@ filofaxi
Verraten jedoch kann man nicht nur ein Versteck, in welches ein Flüchtiger vor seinen Verfolgern flieht, sondern auch ein wohlgehütetes Geheimnis, welches Niemand erfahren darf, weil sich sonst eine angemaßte Würde, die Jemand fälschlicherweise durch Symbole dokumentiert, welche ihn als wohlverdienten, hochdekorierte Würdenträger ausweisen, als Blendwerk entpuppt, sodass der Blender als Betrüger dasteht, der Diejenigen, die ihm ihr Vertrauen geschenkt haben, um ihr Recht auf Treue betrügt, d.h. um das Recht, sich auf sein Versprechen verlassen zu können, sie eben nicht zu ihrem Nachteil zu täuschen

https://www.youtube.com/watch?v=zjblnNJyxio


Kriminelle Energie kennt kaum Grenzen.
Aussage der Nietzsche Forscherin Renate Buck.

Eine Botschaft Nietzsches; „Werde der du bist“

oder nicht doch eher

„täusche nicht und lasse dich nicht täuschen“ (mehusae)
Ein angebliches Naturrecht des Stärkeren auf „grenzenlose Freiheit ohne die Pflicht, es auch Schwächeren zu gewähren“, gibt es nur in der Fantasie Größenwahnsinniger, die meinen, ihr Genie sei von so überragender Bedeutung für die Gesellschaft, dass sie dafür eines Ehrenplatzes würdig seien, der mit entsprechenden besonderen Machtbefugnissen verbunden ist, über Schwächere nach Belieben herrschen zu dürfen.

Bekanntlich stellt jedoch die Genialität in irgendeinem Bereiche alleine noch keinen Nachweis sozialer Kompetenz dar, mit der man auch dazu fähig ist, den Posten eines Anführers oder Organisators zu bekleiden, ohne seine damit verbundene Macht zum Nachteil seiner Schutzbefohlenen zu missbrauchen.

Hier geht’s nicht darum, was man für Freiheitsgesetze haben will, um unabhängig von noch Stärkeren zu werden, als man es selber ist, sodass Einem als Stärkster von Allen auch das Recht darauf zusteht, seine eigenen Gesetze machen zu dürfen, wonach sich alle Schwächeren richten müssen, und womit alle Diktatoren auf der Welt ihr grenzenloses Machtstreben zu legitimieren versuchen, sondern um das Recht auf die Anerkennung seiner Leistung, die mit einem Ehrenplatz in der Gesellschaft gewürdigt wird, an dem man zum Wohle der Gemeinschaft tätig werden darf.

Die Beschreibung, wie man zur Herrschaft gelangt, bzw. wie man die dafür nötige Machtposition auch dauerhaft beibehalten kann, stellt noch kein (Natur-)Gesetz dar, sondern lediglich eine Empfehlung, wie sie z.B. Macchiavelli in seinem Buch „der Fürst“ abgibt, worin es nicht etwa um einen „für Alle idealen Staat“ wie bei Platon geht, oder um eine Heldenherrschaft, wie bei Nietzsche, der meint, der Mensch habe ein natürliches Wissen von dem, was für Alle gut sei, sodass er es gar nicht erst lernen müsse, um für die Gemeinschaft als wertvoll gelten zu dürfen, sodass die reine Ausübung von Machtmissbrauch zum Eigennutz auf Kosten Anderer, was jeder sozialen Gesetzgebung widerspricht, per se ausgeschlossen werden könne.

Interessant bei Nietzsche ist, dass er – obwohl er meint, der oberste Gesetzgeber sei mittlerweile verstorben, sodass die Spatzen auf den Dächern nun lustig ihre eigenen Gesetze von den Dächern pfeifen und auch danach leben dürfen – gar nicht so weit von der Kantschen Vorstellung von einem „à priori-Wissen“ entfernt ist, welches ja auch eine natürliche, d.h. von Geburt an vorhandene Fähigkeit darstellt, auf die angeblich ein gesunder Mensch jederzeit zurückgreifen kann, um selber zu erkennen, was "für alle Menschen richtig" und damit "sozial gerecht" ist, und was nicht.

Damit sind im Grunde nur noch die aus irgend einem Grunde Behinderten nicht in der Lage dazu, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, um dieses selber erkennen zu können, sodass sie Gesetze dazu brauchen, welche ihnen die Erleuchteten vorschreiben müssen, um sich mit deren Hilfe im sozialen Raum orientieren zu können.

Da die Urheber von Gesetzestexten tatsächlich Filosofen sind, die sich auch Gedanken darüber machen, wie man die damit beschriebenen Verhaltensregeln am besten als „grundsätzlich richtig“ darstellen kann, damit sie von Politikern auch rechtmäßig (d.h. zu Recht) als allgemeingültig (d.h. für Alle geltend) verabschiedet werden können, beschreiben Jene die real existierende Gesellschaftsordnung oder diejenige, die sie als ideal ansehen, nicht nur, sondern sie wirken auch maßgeblich geistig an ihrem Entstehen mit.

Sind diese aber so löchrig gestaltet, dass sie eine Leerformel bilden, in die Jeder hineininterpretieren oder herauslesen kann, was er will, muss man sie als Stückwerk von Lobbyisten bezeichnen, denen das Allgemeinwohl am Allerwertesten vorbeigeht – so, wie die Diener eines Herrn, die die Gesetze in seinem Sinne verkünden, um vor allem dessen Alleinherrschaftsanspruch zu legitimieren, wie es auch bei den 10 mosaischen Geboten der Fall ist, wo die ersten drei Pflichten dazu dienen, die Autorität des Gesetzgebers vor jeder Kritik zu schützen, und nicht etwa die Diener vor der Willkür ihres über jeden Zweifel erhabenen Herrn.

Nietzscher nebulöser Ausspruch: „Werde, der du bist!“ anstatt von „Werde, der du sein kannst!“ (nämlich vom selbstbezogenen Kinde zum erwachsenen, gemeinschaftsfähiges Wesen), ermuntert Egoisten dazu, zu sagen: „Ich bleibe lieber (so asozial) wie ich bin!“, denn „Wer stärker ist, hat nicht nur das Recht (auf Schwächeren nach Belieben rumzutrampeln), sonderen er bekommt es auch gerichtlich zugestanden, weil er sich mit dem, was er Schwächeren weggenommen hat, auch einen guten Rechtsverdreher leisten kann, der ihn im Zweifelsfalle vor Gericht raushaut, sodass er seiner gesetzlich vorgesehenen und daher „ge-rechten“ Strafe entkommt.

Das selbe gilt auch für Nihilisten, die behaupten, es gäbe weder Schwächere und Stärkere, noch gäbe es Pflichten und Rechte, um anschließend – wenn das geistige Chaos perfekt ist – ihre eigenen Ziele rücksichtslos und ungehindert durchsetzen zu können.

Genauso wenig erweisen existentialistische Filosofen der Gemeinschaft einen guten Dienst, wenn sie sagen, jeder einzelne Mensch sei sich nur selber gegenüber verantwortlich - und nicht der Gemeinschaft, in der er mit Anderen lebt, und deren Existenz ebenfalls geleugnet wird - , weil damit die Entwicklung eines gesunden Rechts- bzw- Unrechtsbewusstseins nicht gefördert, sodern direkt konterkariert wird.

Der Satz: „täusche [Andere] nicht [zu ihrem Nachteil] und lasse dich nicht [zu deinem Nachteil] täuschen [um anschließend sagen zu können: der Andere war der Böse und damit der alleinige Schadensverursacher]“ weist hingegen auf die Pflicht der Eigenvorsorge hin, die nicht nur möglich, sondern auch nötig ist, um als erwachsener Handelspartner gelten zu können, der gleichberechtigte Verträge mit Anderen aushandelt, und sich eben nicht übern Tisch ziehen lässt, indem er seine idealistischen Vorstellungen von einer „sozial gerechten Gesellschaft, in der alle Menschen zu Brüdern und Schwestern werden, und sich nicht gegenseitig betrügen, weil Blut dicker als Wasser ist, und die Familienmitglieder deshalb schon von Natur aus mehr zusammenschweißt, als Nicht-Mitglieder“ für bereits vollendete soziale Realität hält.

Da diese Zielvorstellung jedoch der Realität widerspricht, gilt immer noch: „Trau, schau wem!“, was nicht nur ein Gebot (Pflicht) für besonders misstrauische Pessimisten ist, sondern für Menschen, die wissen, dass es auch Leute gibt, die auf das Gesetz pfeifen, welches als Maßstab für sozial angemessenes Handeln fungiert, und nicht nur als Strafgesetz, mit dem ein göttlicher Gesetzgeber, dem gegenüber man ungehorsam war, indem man gegen seine Gesetze verstieß, die Sünder nach Gutdünken abstrafen kann, um damit vor Allem seine eigenen, dadurch permanent erlittenen narzisstischen Kränkungen wieder zu heilen.
cron