Ich möchte zu dem sehr umfangreichen Interview wieder einige Aussagen zusammenfassen, um anschließend dazu meine eigenen Gedanken zu äußern:

….Der Mensch lernt nicht aus seinen Erfahrungen, sondern er ändert nur sein Verhalten aufgrund von aktuellen Schmerzen. Er praktizitert ein Schmerzvermeidungsverhalten, um die Wiederholung schmerzhafter Erfahrungen zu verhindern.….

Das bedeutet: notfalls reine Symptombehandlung statt Ursachenbehandlung, wenn letztere nicht möglich ist.

….Kluge Reaktion auf Pandemie wäre ein Fazit, was Menschen ermöglicht, grundsätzlich anders mit Viren umgehen zu können. Dazu gehört auch das Erkennen der eigenen Verletzlichkeit. ….

Dazu gehört vor Allem die Bescheidenheit, sich NICHT als ein höheres Wesen und daher für unsterblich zu halten, wie es die Befürworter eines einheitlichen Gemeinschaftsbewusstseins, wie Kant, predigen, wobei sie von einer sozialen Gleichheit aller Menschen ausgehen, welche gar nicht existiert, sondern erst hergestellet werden müsste, um für Jedermann unmittelbar erkannt werden zu können.

….Der Mensch ist nicht frei, vernünftig und autark, sondern ein Konglomerat aus vielen Bestandteilen innerhalb eines größeren Zusammenhangs, wozu auch die Kleinstlebewesen im eigenen Körper gehören. …..

Der menschliche Geist funktioniert nicht unabhängig vom Körper, und der einzelnen Menschen kann auch nicht unabhängig von der Seelengemeinschaft mit Denen existieren, deren Teil er ist, aber die Unabhängigkeit im Sinne einer Herrschaftsfreiheit von dem Diktat Anderer erreicht er dann, wenn mindestens genauso stark ist wie sie.

….Eine Hefezelle wandelt Alles zu Zucker um und erstickt an ihren eigenen Exkrementen, bis sie daran stirbt. Der Mensch ist sich dessen bewusst, aber macht es auch nicht anders, indem er sein Verbrauchsverhalten genauso immer weiter steigert, bis sein Stoffwechsel nicht mehr mit kommt. ….

Gegen unbegrenztes und damit unvernünftiges Expansionsverhalten als Ausdruck seines unbändigen Willens zur Vormacht, ist beim Menschen als Kulturwesen die Einschränkung durch Gesetze erforderlich, mit denen entweder der Konsumverzicht oder das Gesundschrumpfen mit Zeugungsverzicht auf Nachkommen, die man nicht mehr ernähren kann, zur Pflicht gemacht wird.

Im Gegensatz dazu, überlebt bei der natürlichen Selektion nur Derjenige, der sein Sozialverhalten am besten gegen die jeweiligen Umstände aussteuern kann, indem er sich ihnen anpasst, und sich dem Stärkeren unterwirft, was bei einer Gruppe von Menschen, die nicht homogen sind, ebenfalls nur durch entsprechende Gesetze erzwungen werden kann.

Die werden jedoch nicht vom "väterlichen Gesetzgeber im Himmel" und von "Mutter Natur" erlassen, um die Menschheit vor der Selbstzerstörung durch fehlende Rücksicht auf die eigene Gattung zu bewahren, sondern von Gesetzgebern aus den eigenen Reihen.

Bei der Arterhaltung geht’s um Gesetze für die ganze Menschheit und nicht nur für die Anführer politischer oder ökonomischer Interessengruppe, die sich von ihren Gesetzeshütern als Anwälte in einem Rechtsstreit gegen die Anführer anderer Interessengruppen, welche auch nur das eigene Wohl im Auge haben, gerichtlich vertreten lassen.

Da Viren nicht der menschlichen Spezies zugehören, und bei denen ebenfalls die Schutzgesetze der eigenen Art vor der Vernichtung durch eine andere Art Vorrang haben, verfolgen Beide das selbe Ziel – nämlich die eigene Art nötigenfalls auch auf Kosten einer anderen zu erhalten, wenn sie durch jene in ihrem Fortbestehen bedroht ist.

Das bedeutet, dass man als Virus notfalls auch einen Menschen töten darf, um sich fortpflanzen zu können – genauso, wie man als Mensch auch einen ganzen Virenstamm nicht nur ausrotten darf, sondern sogar muss, um nicht mit dazu beizutragen, dass die eigene Art ausstirbt.

...Wachstum ist nicht unbegrenzt möglich sondern nur bis dahin, wo es an seine natürlichen Grenzen stößt. Robuste Wirtschaft lebt nicht nur vom guten Willen der Menschen etwa durch Verzicht auf Profite (Vorteilnahme) im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, sondern erfordert auch demokratische Entscheidungsprozesse, um nicht in einer ökologischen Diktatur zu landen. ….


Bereits Karl Marx ist davon ausgegangen, dass eine Wirtschaft, welche auf grenzenloser Profitmaximierung beruht, irgendwann von selber kollabiere - allerdings nicht aus ethischen Gründen, sondern weil es irgendwann keine Abnehmer mehr für die überteuerten Produkte gebe, was ja nicht der Fall ist, sodass die Überproduktion lediglich zur Preissenkung auf Kosten der Profite führt.

Anstatt jedoch die Umwelt vor den Menschen zu schützen, sollte der Schutz der Menschheit vor den profit- und herrschsüchtigen Egoisten aus den eigenen Reihen, denen der Rest der Menschheit egal ist, im Vordergrund stehen, bei gleichzeitiger Förderung einer Kreislaufwirtschaft mit maximalem Recycling zur Verhinderung der Vergeudung von Ressoucen.

Das Gleiche gilt für den Schutz der Menschheit vor asozialen Individuen und nicht der Schutz des Gesetzes vor der Menschheit oder gar der Schutz der jeweiligen Gesetzgeber vor der Wut des Volkes, welches sie mit dessen Hilfe legal unterdrücken.

...Demokratien dienen dazu, Entscheidungsprozesse zu verlangsamen, damit nicht plötzlich ein sozial degenerierter Prinz morgens aufsteht, und einen Krieg mit dem Herrscher eines Nachbarlandes beschließt. …..

Das bedeutet aber nicht, dass der „demokratisch (mehrheitlich) legitimierte Angriffskrieg“ gegen den Herrscher eines Nachbarstaates im Sinne der ganzen Menschheit moralisch gerechtfertigter ist, als der „diktatorisch (eigenmächtig) im Namen des biblischen Jahwe oder sonstwelchen Gemeinschaftsgeistes bestimmte Krieg“, sondern lediglich im Sinne Derer, die sich dadurch einen Vorteil gegenüber Anderen erhoffen.

Daher brauchte es ein grundgesetzliches, und nicht verhandelbares Verbot eines Angriffskrieges für alle Regierungen, um auch eine demokratisch beschlossene, kriegerischer Zerstörung der eigenen Art zu verhindern, bei der weder der Klügere, noch der jeweils Stärkere überlebt.

Das der deutschen Regierung von den Herrschern der Siegermächte des 2. Weltkrieges aufgezwungene Verbot der Wiederaufrüstung, um einen neuen Angriffskrieg durch sie zu verhindern, wurde von ihr leider bereits nach wenigen Jahren genauso missachtet und damit wieder abgeschafft, wie die Auflagen zum Schadensausgleich durch die Siegermächte des 1. Weltkriegs, weil die sie nicht dazu zwingen konnten, sich dauerhaft daran zu halten.

Insofern nützt ein Gesetz Nichts, wenn sich dessen Befolgung weder durch Einsicht in die soziale Notwendigkeit, noch aus Angst vor Strafen, die bei Nichtbefolgung zu erwarten sind, durchsetzen lässt, ist aber dennoch wichtig, um einen Maßstab zum Bewerten menschlichen Sozialverhaltens zu haben, wozu auch das eigene zählt.

Ein Gesetz hingegen, durch welches jedem Einzelnen die Pflicht auferlegt wird, für seinen eigenen Schutz ausschließlich selber zu sorgen, weils sonst Niemand für ihn tut, nützt Keinem Etwas, denn dieses Eigeninteresse braucht man nicht erst zu wecken, sondern das ist bereits bei jedem Lebewesen von Geburt an da.

Die ethische Voraussetzung dafür, um der Hilfe in einer nicht selber mutwillig verursachten Not würdig zu werden, ist jedoch die Befolgung der sozialen Pflicht, sich so zu verhalten, dass man sich gar nicht erst durch Übermut unnötigerweise in Gefahr begibt, in der man der Hilfe Anderer bedarf.

Wenn diese Hilfe Einem daraufhin verweigert wird, mag das zwar ebenfalls moralisch nicht gerechtfertigt sein - besonders in dem Ausnahmefall, wo es auch um den Erhalt des Selbstsüchtigen geht, weil andernfalls die Menschheit ausstürbe - , aber im Normalfalle schon, denn Jemand, der Schwächere grundsätzlich zu ihrem Nachteil schädigt, sobald er dazu in der Lage ist, ist nun mal wertloser für die Gemeinschaft als Jemand, der dieses - aus welchen Gründen auch immer - nicht tut.
Der menschliche Geist funktioniert nicht unabhängig vom Körper, und der einzelnen Menschen kann auch nicht unabhängig von der Seelengemeinschaft mit Denen existieren, deren Teil er ist, aber die Unabhängigkeit im Sinne einer Herrschaftsfreiheit von dem Diktat Anderer erreicht er dann, wenn mindestens genauso stark ist wie sie.

https://www.srf.ch/news/international/w ... rmann-wird
(nicken b l o s s ab?)

Scheint durch Corona ziemlich verdrängt worden zu sein.
Ich denke sowas sollte bewusst gemacht werden, vorallem
dann, wenn man dazu neigt, was um uns geschieht eher als
"was nicht sein darf, kann nicht sein" zu sehen.
Aufgrund dieser Wirklichkeit ist Empörung angesagt, stellt es doch
den "guten" Ruf, die Anerkennung der ansonst förderlichen Arbeiten für die
Menschenrechte und Einsätze der übrigen Mitglieder, erheblich in Frage.

https://www.srf.ch/news/international/n ... di-arabien