Wie es so schön im Volksmund heißt: "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um!"

Wer seinen Kindern dennoch einredet, dass sie aufgrund von einklagbaren Schutzrechten, die ihnen zwar einen Schadensausgleich garantieren, aber keine Schädigung verhindern helfen, in Sicherheit seien und sie sich daher auch Fahrlässigkeit ohne negative Folgen erlauben können, erweist ihnen damit einen Bärendienst.

Jede Versicherung leistet nämlich nur dann einen Schadensausgleich, wenn der Schaden nicht durch fahrlässiges oder gar mutwilliges Verhalten begünstigt und damit selber mitbewirkt worden ist.

Hier geht’s also um die Sorgfaltspflicht der Eigenfürsorge durch zumutbaren Selbstschutz, der man genügen muss, um bei einer nicht verhinderbaren Schädigung eines Schadensausgleichs auf Kosten der Allgemeinheit würdig zu werden, falls sich der vorteilsorientierte Schädiger nicht gerichtlich dazu zwingen lässt,

Ein Recht auf Schadensausgleich könnte man zwar auch einfach als wohlverdienten „Lohn für Wohlverhalten“ interpretieren, nachdem man seine Versicherungsbeiträge immer schön bezahlt hat, aber die Vermeidung unnötiger Schädigungen ist dennoch von höherem Wert, weil damit die Sozialversicherungen entlastet werden, die eigentlich dazu da sind, nicht vermeidbare Schäden zu regulieren.

Vor Allem stellt die Schadensvermeidung durch umsichtiges Verhalten jedoch ein natürliches Gebot der Vernunft dar, wonach notwendiger Selbstschutz als Präventivmaßnahme sogar vor Fremdschutz rangiert, was der Gesetzgeber ausdrücklich unterstützt, indem er die damit einhergehende unterlassene Hilfeleistung nicht bestraft.

Ebenso ist es mit angemessener Notwehr im Falle eines nicht vermeidbaren Angriffs, der jedoch nicht durch fahrlässiges Verhalten provoziert worden sein darf, um damit etwa einen unverhältnismäßig harten Gegenschlag als notwendig zu rechtfertigen.

Das ist im Zweifelsfalle jedoch schwer nachzuweisen, sodass ein Mobber leichter über seine Verursachung der einseitigen Schädigung des Gemobbten hinwegtäuschen kann, als der Stalker, der den Mobber mit seinem Stalking dazu zwingen will, sein Mobbing zu beenden.

Wer hier so klug ist, dem jeweils Übermächtigen gegenüber nachzugeben, anstatt sich mit ihm auf einen Zweikampf einzulassen, der auf einen Phyrrussieg hinausläuft - nur, um zu beweisen, dass er doch der Stärkere ist, während er dabei gleichzeitig auf seinem gerichtlich einklagbaren Recht auf Schadensausgleich spekuliert, welcher ohnehin in einem Vergleich endet - , verhindert damit nicht nur eine Eskalation des Streites, sondern verringert auch von vornherein das Ausmaß der einseitigen Schädigung.

Kindern Grundkenntnisse des Rechtswesens bereits in der Schule zu vermitteln, die sich nicht nur in moralischen Belehrungen darüber erschöpfen, was man idealerweise tun oder nicht tun sollte, um einem selbstgerechten Vater im Himmel zu gefallen, sondern auch die ganz pragmatische Förderung der Klugheit durch Lebensweisheiten, ist somit das beste, was man seinem Kinde angedeihen lassen kann.

Die Auffassung hingegen zu vertreten, das Leben sei ein „von einem göttlichen Landesvater“ eingerichteter Ponyhof mit Schutzzaun gegen wilde Tiere, ist jedoch nicht nur naiv, sondern schon genauso grob fahrlässig, und damit als kriminell zu bezeichnen, wie zu behaupten, die real existierende Gefahr sei bereits damit gebannt, dass man einfach nicht mehr an sie denkt und sich stattdessen voll aufs Grundgesetz verlässt, mit dem - zumindest in einem Sozialstaat, wie dem unsrigen - selbst dem bewusst Leichtfertigen, und damit in seiner Rücksichtslosigkeit gegenüber der Gemeinschaft Unehrenhaften, unentgeltlich weitergeholfen wird.

Dass Gewalt mit Strafgesetzen, in denen dem Gewalttäter für seinen Ungehorsam mit Gegengewalt gedroht wird, alleine nicht vermieden werden kann, ist ja offensichtlich, denn in allen Kulturen steht zwar das Gebot des Gewaltverzichts an erster Stelle, hilft jedoch noch nicht einmal, eine vorsätzliche Provokation zur Gewalt zu verhindern, auf die dann logischerweise nur mit Gegengewalt geantwortet werden kann, wenn man nicht klein beigeben und sich den Ruf eines Feigling einhandeln will – selbst dann, wenn man dafür eine Strafe in Kauf nehmen muss.

Das provokative Hinhalten der anderen Wange vor laufender Kamera, damit sein Gegner nochmal zuschlägt, um ihn damit als besonders brutalen Bösewicht zu entlarven, ist in dem Moment kontraproduktiv, wenn man gar nicht in der Machtposition ist, um sich so Etwas leisten zu können, wie man jeden Tag in der Politik sehen kann, wo es nicht einmal bei der demokratischen Verabschiedung von Gesetzen einen eingebauten Minderheitenschutz gibt, wenn es um die Willkür nationalistischer oder anderweitig weltanschaulich aufgehetzter Mehrheiten im Parlament gibt.
https://www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty ... chenrechte


U N A N T A S T B A R aber grapschen erlaubt.

Kann der Mensch in Würde leben, wenn ihm seine Lebensgrundlagen entzogen werden?
Natürlich geht es innerhalb eines politischen Machtgefüges im Krisenfall nicht sozial gerechter zu, als sonst, sondern es ist höchstens das Gegenteil der Fall, weil mit steigender Bedrohung bei den Herrschenden auch die zu gewährende Toleranz gegenüber Schwächeren nachlässt – aus Angst davor, dass sie die Macht über sie gänzlich verlieren könnten.

Solange das Toleranzgebot - was die Rücksichtnahme der Starken auf die Schwachen bedeutet, und nicht umgekehrt die der Schwachen auf die Starken - von dem Toleranten als ein Zeichen seiner freiwilligen Großzügigkeit angesehen wird, mit der er selbstgerecht Gnade gegenüber Denen walten lässt, die ihn geschädigt haben, und sich nicht dafür entschuldigen können, und Barmherzigkeit Denjenigen gegenüber, die nicht selber für sich sorgen können, und ihm den Dank für seine Wohltaten schuldig bleiben müssen, wird er in der Krise seine nachlassende Toleranz immer gut mit seiner eigenen nachlassenden Potenz begründen können.

Daher müsste zumindest das Gebot für die dazu Fähigen, selber Gnade und Barmherzigkeit in einem zumutbaren Rahmen zu gewähren, als sozial ausgleichende Pflicht für Jedermann verordnet werden, wie auch das Toleranzgebot der Rücksichtnahme auf Schwächere, um selber würdig zu sein, diese als Recht gegenüber Stärkeren notfalls auch gegen deren Willen einklagen zu dürfen.

Die Entscheidungsbevollmächtigten einer Regierung wären dann genauso von den Leidtragenden verklagbar, wenn ihre Krisenmaßnahmen die Freiheitsrechte des Volkes in unnötiger Weise einschränken, wie jeder Privatmann auch, wenn er sich auf Kosten von Abhängigen in einer vorgeblichen Dauerkrise schamlos bereichert.

Das Demonstrationsrecht ist jedoch weder eines, was den Demonstranten gestattet, mehrheitlich demokratisch in ihrem Sinne über politische Maßnahmen abzustimmen, noch ist es mit einer Anklage vor Gericht zu vergleichen, sondern es dient lediglich der Bekundung des Willens einiger Gleichgesinnter ohne jede politische Relevanz.

Kein Wunder also, wenn Demonstranten bei solchen allgemeinen Unmutsbekundungen über die herrschenden Machtverhältnisse zwischen Regierenden und Regierten, bei denen sie auch eine Umkehr derselben fordern, gewaltsam eine Macht demonstrieren, die sie gar nicht haben, sodass sie am Ende lediglich als Terroristen dastehen, die den Machthabern als Vorwand dazu dienen, auf ganz legale Weise noch mehr Polizeistaat zum Zwecke des eigenen Machterhaltes zu mobilisieren, weil Druck nun mal immer Gegendruck erzeugt.

So werden durch eine Krise, wie die aktuell von einem Virus ausgelöste, sowohl die sozialsten Triebe im Menschen geweckt, indem er sich dabei einen besonderen Nutzen, wie „persönliche Sicherheit durch Verpflichtung seiner Mitmenschen zum Danke für die ihnen erwiesenen Wohltaten“ verschafft, oder aber auch die asozialsten, indem er für sich einen „Vorteil gegenüber seinen Gegnern im Kampf um die Vormacht“ herausschlägt, mit der er dann für das Maß seiner „Sicherheit auf Kosten der Sicherheit Anderer“ selber sorgen kann, sobald er nicht mehr auf deren Hilfe angewiesen ist.

Das Problem auch bei sozial ausgleichenden Rechten ist jedoch nicht nur, dass sie lediglich mit den dazu erforderlichen Machtbefugnissen gegen die Pflichtvergessenen einklagbar sind, sondern auch, dass man selbst bei erfolgreicher Klage auf Schadensausgleich die Schädigung selber nicht verhindern kann, sodass es immer der Machtlosere ist, der in der göttlichen Hierarchie (priesterlichen Ordnung) am Ende aus machtpolitischen Gründen trotz aller zugestandener Rechte das Nachsehen hat.

Ansonsten hat ein Recht auf Leben in Wohlstand Nichts mit „verdienter Würde durch Gehorsam“ zu tun, sondern das gibt es nur für Diejenigen, die sich ihre Gesetze selber machen können, und es daher auch tun, um sich ihr asoziales Verhalten auch noch höchstrichterlich legitimieren zu lassen.