Köpfliches

Der Kopf muss wohl das Beste leisten -
Ihn gut zu schützen, gilt am meisten:
Den Eisenkopf vor frühem Rost.
Den Wasserkopf vor starkem Frost.
Den Feuerkopf vor grosser Hitze.
Den Schlaukopf vor dem eignen Witze.
Der Dummkopf nur, der keinem nützt,
gedeiht auch fällig ungeschützt.


Eugen Roth
Komm her, wir wollen eine Weile still sein.
Sieh diese Rose an auf meinem Schreibtisch.
Ist nicht das Licht um sie genauso zaghaft wie über dir;
sie dürfte auch nicht hier sein.
Im Garten draußen, unvermischt mit mir,
hatte sie bleiben müssen oder hingehn -
nun währt sie so: was ist ihr mein Bewußtsein?

Rainer Maria Rilke
Auszug aus Requiem für Paula Modersohn Becker
Ja,auch ich mag Gedichte sehr,so wie dieses hier zum Beispiel;-)



Man braucht nur eine Insel

allein im weiten Meer.

Man braucht nur einen Menschen

den aber braucht man sehr.



(Mascha Kaléko)


Einen freundlichen Mittwochgruß von HerzistTrumpf :wink:
Glück kann das Abendläuten,
das Ruhen nach schwerem Tagwerk bedeuten.
Glück lässt sich nicht erjagen, erfragen,
Glück muss man tief im Innern tragen.
Und nicht bei den Sternen, und nicht in den Fernen,
im Alltag sollst du das Glück suchen lernen.

Ende des 19. Jahhunderts
Sie liebten sich beide, doch keiner
Wollt es dem andern gestehn;
Sie sahen sich an so feindlich,
Und wollten vor Liebe vergehn.

Sie trennten sich endlich und sahn sich
Nur noch zuweilen im Traum;
Sie waren längst gestorben,
Und wußten es selber kaum.

Heinrich Heine
Hier mal ein selbst verfasstes Gedicht.


Am Tag scheint die Sonne,
In der Nacht der Mond
Vom Himmel herab, der über uns wohnt.
Er ist gespannt um die ganze Welt
Und verbindet die Menschen
Nur das, für mich, zählt.

Es gibt viele Völker und viele Rassen
Und manche meinen, es ist nicht zu fassen,
Sie wären reicher, besser und schlauer
Doch sieht man zum Himmel hinauf genauer
Dann sieht man das Blau, wie ein großes Zelt
Und dieses umspannt doch, die ganze Welt.

Ein jeder Mensch, woher er auch komme
Schaut zum Himmel hinauf,
Denn er braucht die Sonne.
Der Himmel macht keinen Unterschied
Zwischen Kindern
In Nord, Ost, West oder Süd.

Der Himmel, das weiß jeder, ist für alle da
Ob in Asien, Grönland oder Amerika.
Und umspannte die Liebe, wie das Himmelszelt,
Unsere Erde, den Globus, die ganze Welt
Dann gäb’s nur noch Frieden,
Denn nur das wär’s, was zählt.
„Jahrhundertlied“

Sollte ich es einmal schaffen
neben dir bei mir zu bleiben
ohne mich verschließen zu müssen
dann werde ich zu dir gehen können
ohne Furcht

Sollte ich es einmal schaffen
neben dir unbeirrbar zu sein
ohne um mich schlagen zu müssen
dann werde ich dich umarmen können
ohne Traurigkeit

Sollte ich es einmal schaffen
neben dir mich selbst zu achten
ohne mich behaupten zu müssen
dann werde ich dich lieben können
ohne Schatten


Erika Pluhar
(aus „Lieder, Lyrik, kleine Prosa“)
Dorlamm liest

Dichter Dorlamm liest in einem Buch,
doch er wird aus diesem Buch nicht klug.

Liest darin und legt es wieder hin -
nein, er kommt nicht hinter seinen Sinn.

Legt es hin und denkt, sooft er las:
"Ich kapier das nicht. Was soll denn das?"

Denkt: "Was soll das? Wer schreibt solchen Mist?"
Und schaut nach, wer der Verfasser ist.

Schaut aufs Buch, und plötzlich ist ihm klar,
daß der Autor ein Herr Dorlamm war.

Dorlamm? Dorlamm selbst hat es geschrieben!
Peinlich? Rasend peinlich, meine Lieben!

von Robert Gernhardt
U.a....einer meiner Lieblingsautoren
Nächte am Meer

Nächte am Meer sind wunderbar,
wenn versunken im Schweigen das Land.
Wenn der Himmel so hoch und sternenklar
und wenn die Dünen leuchten am Strand.

Nächte am Meer im Möwenschrei,
die Wellen kommen und flieh'n.
Dunkle Wolken ziehen am Hmmel vorbei,
wandernd, irgendwo hin.

Nächte am Meer, im nächtlichen Wind,
verzaubern unendlich und weit.
Des Meeres gewaltiges Lied erklingt.
Ein Lied von der Ewigkeit.

Friedrich G. Leeb
Mein blaues Klavier


Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.

Es steht im Dunkel der Kellertür;
Seitdem die Welt verrohte.

Es spielen Sternenhände vier
- Die Mondfrau sang im Boote -
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.

Zerbrochen ist die Klaviatür...
Ich beweine die blaue Tote.

Ach liebe Engel öffnet mir
- Ich aß vom bitteren Brote -
Mir lebend schon die Himmelstür -
Auch wider dem Verbote.

Else Lasker-Schüler 1869-1945
gleich noch eins hinterher geschoben, von Robert Gernhardt, leider hat er das Zeitliche gesegnet


ist cool,aber treffend!


Folgen der Trunksucht

Seht ihn an, den Texter.
Trinkt er nicht, dann wächst er.
Mißt nur einen halben Meter -
weshalb, das erklär ich später.

Seht ihn an, den Schreiner.
Trinkt er, wird er kleiner.
Schaut, wie flink und frettchenhaft
er an seinem Brettchen schafft.

Seht ihn an, den Hummer.
Trinkt er, wird er dummer.
Hört, wie er durchs Nordmeer keift,
ob ihm wer die Scheren schleift.

Seht sie an, die Meise.
Trinkt sie, baut sie Scheiße.
Da! Grad rauscht ihr drittes Ei
wieder voll am Nest vorbei.

Seht ihn an, den Dichter.
Trinkt er, wird er schlichter.
Ach, schon fällt ihm gar kein Reim
auf das Reimwort "Reim" mehr ein.

Trost

Unsterblich duften die Linden -
Was bangst du nur?
Du wirst vergehn, und Deiner Füße Spur
wird bald kein Auge mehr im Staube finden.
Doch blau und leuchtend wird der Sommer stehn
und wird mit seinem süßen Atemwehn
gelind die arme Menschenbrust entbinden.
Wo kommst du her? Wie lang bist Du noch hier?
was liegt an Dir?
Unsterblich duften die Linden -

Ina Seidel
Ein trunkner Dichter leerte......

Ein trunkner Dichter leerte sein Glas auf jeden Zug;
Ihn warnte sein Gefährte: Hör auf, du hast genug.
Bereit, vom Stuhl zu sinken, sprach der: Du bist nicht klug.
Zuviel kann man wohl trinken,doch nie trinkt man genug.

Lessing

(Nicht zur Nachahmung gedacht)
Die Katze kennt so ziemlich jeder;
Da brauchts nicht viel aus meiner Feder.
Sprichwörter gibt’s da einen Haufen:
Man soll sie nicht im Sacke kaufen,
Doch auch nicht aus demselben lassen;
Wie Hund und Katze heißt’s sich hassen,
Gleich ihr verbergen seine Krallen,
Stets wieder auf die Füße fallen,
Nachts musizieren, schier zum Grausen,
Und nicht verlernen je das Mausen;
Wie sie gehen um den Brei herum. –
Wer hängt der Katz die Schelle um?
Die Welt entkatzifitieren
Die Mäuse Tag und Nacht studieren.
Was hilft der ganze Weisheitsschatz?
Es ist doch alles für die Katz!

Eugen Roth
Ich gäb' euch gerne einen Kalender,
einen Kalender zum schönen Advent.
In dem, versteckt hinter kleinen Türchen,
etwas ist was jeder Mensch braucht und
kennt.

1. Türchen --- Verständnis
2. Türchen --- Phantasie
3. Türchen --- Humor
4. Türchen --- eine Portion Euphorie.
5. Türchen --- Hoffnung
6. Türchen --- eine Menge Zeit
7. Türchen --- Geborgenheit
8. Türchen --- Spaß und Freude
9. Türchen --- Zuversicht
10. Türchen --- Kraft und Stärke
11. Türchen --- Glück
12. Türchen --- das Licht
13. Türchen --- Glaube
14. Türchen --- Menschlichkeit
15. Türchen --- Trost
16. Türchen --- Frieden
17. Türchen --- die Zweisamkeit
18. Türchen --- gute Gedanken
19. Türchen --- Achtung vor Mensch und Tier
20. Türchen --- Hilfe
21. Türchen --- Freundschaft
22. Türchen --- Toleranz
23. Türchen --- die innere Ruhe
24. Türchen ---
Hinter dem Türchen am Heiligen Abend
sind keine Geschenke, nicht Reichtum und
Geld. Hinter diesem Türchen, da ist die
Liebe,
das Größte und Wichtigste auf dieser Welt

(unbekannt)