@ filofaxi

An deiner Stelle würde ich mal den Duden-Verlag anschreiben und um einen Eintrag des von dir benutzten Wortes bitten. Damit hat sich dein langer Text erledigt!
Aber vielleicht verwendest du noch einen Duden, wo das Wort drin steht. Das dürfte vieles erklären!

Nicht wenige Begriffe (wie "Volksmoral") sind durch die Nazis "verbrannt" worden - so, wie das Hakenkreuz, das vorher ein uraltes Symbol für "Glück" und "Heil" (auch so ein Begriff) gewesen war.

@ Verdandi

Der Hinweis ist richtig.

Wenn aber ein Schreibender ständig Begriffe benutzt, die ihre "Hochkonjunktur" in der Zeit des Nationalsozialismus hatten, worauf ich schon einmal in einem anderen Thema hin gewiesen hatte, dann habe ich den Eindruck, dass es sich dabei nicht um ein Versehen / Verschreiben handelt.
Es gäbe noch mehr Hinweise, die man aber im Zusammenhang erkennen sollte.

Daher möchte ich auch die Frage stellen, welche Vorstellungen an Moral sich von elitärem Denken ableiten lassen?
Dass die Moral in einer sozialen Gruppe, die nicht einmal machtpolitisch als „Nation“ definiert sein muss, sondern auch - konfessionell bedingt - länderübergreifend existieren kann, führt zu der klerikal beherrschten Religionsgemeinschaft, in der von den Oberpriestern bestimmt wird, was die Gemeindemitglieder für Moralvorstellungen haben müssen, um innerhalb dieser Gemeinschaft akzeptiert zu werden.

Dabei ist es speziell im kleinen, überschaubaren Rahmen so gut wie unmöglich für den Einzelnen, sich dem „Diktat der Priester durch Gehirnwäsche“ zu entziehen, sofern er sich nicht zwangsintegrieren lassen will, aber dennoch nicht die Macht besitzt, einen eigenen Verein zu gründen, in dem andere Gesetze gelten, wobei bereits der Wechsel der Konfession immer schon den Beigeschmack von Untreue (fälschl. auch Verrat genannt) gegenüber der Gemeinschaft hat, der man vorher angehörte.

Ein Anführer dieser Gruppen, wie etwa Moses oder Mohammed, die sich auch als Religionsführer betätigten, indem sie bei der Staatsgründung „ihrem Volk“ als dessen Herrscher die nötige Gesetzesgrundlage verpassten, an die sich ihre Untertanen zu halten hatten, wenn sie nicht bestraft werden wollten, ließ sich also als obersten Gesetzgeber und die personifizierte Güte verehren (vergöttern) und war gleichzeitig als willkürlicher Richter gefürchtet, der nach Belieben Gnade vor Recht ergehen lassen konnte, oder auch nicht, wenn man seine Gesetze nicht anerkannte.

Der Fetisch, welcher sein Konterfei abbildete, und den seine Anhänger im Rahmen von regelmäßigen Kulten anbeten (verherrlichen) mussten, um sein Wohlwollen zu erringen, obwohl er schon längst gestorben war, sodass seine Söhne (Nachfolger) in seinem Namen über das Volk herrschten, wurde dann irgendwann durch den spiritistischen Mythos ersetzt, dass die personifizierte Güte, die er angeblich repräsentierte, eine Art körperloses Gespenst sei, welches die Macht hat, auch noch nach seinem Tode allgegenwärtig zu sein, und als „big brother“ des Altertums jeden Verstoß gegen die (für Alle als gut geltenden) Gesetze als „Ungehorsam gegenüber einem unsichtbaren Gesetzgeber im Himmel“ zu bestrafen.

Als Verkörperung der für Alle (nämlich für das von ihnen beherrschte und gleichzeitig repräsentierte Volk) gültigen Moralvorstellungen entschieden die Priesterkönige, was gut für das Volk war, und was gut für sie selber war, sodass es zwangsläufig zu einer Doppelmoral kam.

In Staats- oder Gemeinschaftsformen, die diktatorisch geführt werden, legitimieren daher die Anführer ihre Sonderstellung nicht nur als Richter, die nach dem gültigen Gesetz dazu berechtigt sind, Menschen zu schädigen, welche andere Menschen zu deren Nachteil geschädigt haben, OHNE selber dabei geschädigt worden zu sein, sondern maßen sich auch als Gesetzgeber Sonderrechte an, die es ihnen gestattet, die ihnen Ausgelieferten (und nicht nur Anvertrauten) selber zu deren Nachteil zu schädigen, was zwar dem Grundsatz jeder gesunden Moralvorstellung im Volke widerspricht, aber dennoch als gerecht im Sinne von „vereinbar mit dem gültigen Gesetz“ gilt, und was einen Rechts-Staat, wo das als richtig gilt, was gemeinnützig ist, automatisch zum Unrechtsstaat macht, in dem das gilt, was „der Herr“ seinem Volke befiehlt.

Sieht man sich also die Herrscher der Völker an, welche die dort gültige Moral verkörpern, kann man unschwer auf die Einstellung Derer schließen, die dort ebenfalls eine Machtposition bekleiden und tatsächlich der Meinung sind, dass ihr Machtmissbrauch gegenüber Schwächeren auch im Einklang mit dem stünde, was als sozial angemessen und damit „recht“ im Sinne von „richtig“ sei, OHNE dass sie dabei nachts im Geringsten ein schlechtes Gewissen quält, oder dass sie dafür der Blitz Jupiters ausgerechnet an dem Örtchen trifft, wo sie sich am sichersten vor ihm wähnen, wie es sich ihre Gegner von ihm vergeblich jeden Tag aufs Neue wünschen.

In Gemeinschaften, wo keine Monarchie (Ordnung eines Monarchen) oder Autokratie (Alleinherrschaft) existiert, sondern Oligarchie (Ordnung von Oligarchen) oder Aristokratie (Herrschaft von Adeligen) bzw. Demokratie (Herrschaft durch vom Volk gewählten Parteien und deren selbstgewählte Anführer, die sich Demokraten nennen), sind die der jeweiligen Herrschaftsform zugrundeliegenden Machtstrukturen etwas schwieriger zu durchschauen, und damit auch die Interessengruppen und Allianzen nicht so leicht voneinander zu unterscheiden, sofern man nicht über eine besondere (esoterische) Ausbildung verfügt, die noch bis vor Kurzem nur den Söhnen der Herrschenden vorbehalten war, und wo man ihnen die Doppelmoral quasi als Rüstzeug für die Zukunft mit in die Wiege legte.

Die Freiheit, dennoch seinem gesunden Rechtsempfinden gegen die Heuchelei des herrschenden Klerus, der Kapitaleigner oder der hochrangigen Offizieren des Militärs, deren Oberhaupt früher auch der König war, öffentlich Ausdruck zu verleihen, stand und steht auch heute Niemandem zu, ohne dass er deshalb gesetzliche Konsequenzen fürchten muss, sobald dies die Macht der Herrschenden in Frage zu stellen droht.

Mittlerweile sind in einer kurzlebigen Zeit wie dieser die „Proklamationen von heute“ morgen jedoch schon „Schnee von gestern“, sodass im allgemeinen Grundrauschen des Internets und der Medien der Ruf eines Mahners in der Wüste noch viel schneller und unbeachteter verhallt, als es früher der Fall war, wo man sich noch die Mühe machte, jeden einzelnen Eiferer zur vergeblichen Abschreckung von Nachahmern auf besonders widerliche Weise öffentlich hinzurichten, um die eigene Macht zu demonstrieren - selbst auf die Gefahr hin, ihn dabei zum Märtyrer zu machen, auf den sich später seine Anhänger berufen können, um eine neue Befreiungsreligion, wie etwa die des Christentums, zu proklamieren.

Heute reicht es, Denjenigen, der auf das gemeinsame Handeln von miteinander Verschworenen hinweist, wie es in jeder politischen Partei der Fall ist, einfach als Aluhutträger zu beschimpfen und als Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen, was ja völlig wertfrei ist, und auch nicht verboten, solange er sich nicht selber zusammen mit anderen Widerständlern an einer Verschwörung gegen die Herrschenden beteiligt, die zum Ziel hat, gegen die demokratischen Regeln der Mehrheitsbeschaffung an die Macht und damit an die Alleinherrschaft zu gelangen.

Dies nur zum Zusammenhang von Moral und Politik, bei der es vor Allem um die Unmoral der Schein - oder Doppelmoral geht, derer sich schon immer die scheinheiligen Heilsbringer befleißigt haben, um ihr „Streben nach eigenem Wohl zu Lasten des Gemeinwohls“ damit zu rechtfertigen, dass sie ja „nur das Beste“ wollen.

Das Proklamieren möglicherweise falscher, bigotter, vorgeschobener, mehr oder weniger versteckt gruppenbezogen menschenfeindlicher moralischer Vorstellungen irgendwelcher Individuen und Gruppierungen ist heutzutage zumindest in zivilisierten, freiheitlich demokratischen Gesellschaften zum Glück völlig irrelevant! Jeder darf sich seinen Aluhut selbst basteln - aber soll andere, die sich damit nicht abgeben wollen und auch nicht müssen, damit gefälligst nicht auf den Geist gehen!

Schade, das Thema Ethik wäre sinnvoller gewesen...

Ethik ist ein wichtiger Bestandteil der praktizierenden Philosophie - und betrifft die Grundwerte der Gesellschaft.

Nicht umsonst heißt der unabhängige Deutsche Sachvertständigenrat nicht Moralrat sondern Ethikrat, da es hier nicht um Moralvorstellungen geht, sondern darum, „die ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft ..." zu verfolgen, "...die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben“.

https://www.ethikrat.org/




Das Böse zu personifizieren und es als Ursache aller Boshaftigkeit zu bezeichnen, welche die Bösen praktizieren, indem sie Andere zu ihrem Nachteil schädigen, ist ein bekannter Trick, um die eigene Entscheidung dafür zu leugnen, das „Gute für Alle“ mit dem „Schlechten für Alle“ gleichzusetzen.

Der modernere Ausdruck der „Asozialität (Antigesellschaftlichkeit)“ anstatt der „Amoralität (Gesetzesgegnerschaft)“ bezeichnet jedoch ethisch genau das selbe, sodass sich Diejenigen, die die Moral gerne als Kirchenkram abtun wollten, weil sie es ablehnen, sich „mores“ lehren zu lassen, um weiter so tun zu können, als ob sie allein auf der Welt seien, und es gar keine Gesellschaft gäbe, wo man es mit Mitmenschen zu tun hat, denen gegenüber man zu Wohlverhalten verpflichtet wird – auch wenns Einem nicht in den Kram passt - , nicht damit rausreden können, sie hätten von Nichts gewusst, denn Unwissenheit schützt den Erwachsenen bekanntlich genauso wenig vor Strafen, wie wenn er seine Untat vorsätzlich leugnet.

Die Ethik, bei der es nicht nur darum geht, was das geltende Gesetz ist, und was die (Moral-) Vorstellung davon, sondern wo sich Filosofen auch damit beschäftigen, was im Einzelnen idealerweise erlaubt werden sollte und was nicht, stellt in der Tat die Mutter aller Geisteswissenschaften dar, die auch Politikern zu studieren auferlegt werden sollte, damit sie sich nicht damit rausreden können, der Teufel hätte ihnen befohlen, ihre Macht zum Nachteil Anderer zu missbrauchen.

Dass hier in diesem thread vor Allem negative Beispiele zur Sprache kommen, um zu zeigen, was amoralisch ist, soll vor Allem dem heile-Welt-Geschwätz der Realitätsflüchter entgegenwirken, nach deren Ansicht die Welt, so wie sie gerade ist, völlig in Ordnung für sie ist – besonders dann, wenn sie selber sich keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen brauchen.

Leider gewinnen aber nicht die Gütigen, die gut fürs Gemeinwesen sind, die Oberhand, sondern die Bösen, die schlecht fürs Gemeinwesen sind, sobald man ihnen nicht energisch entgegenwirkt, indem man sie zumindest für ihre Verbrechen an den Menschen anklagt, wenn man sie schon nicht dafür bestrafen, oder gar an ihrem asozialen Handeln hindern kann, was damit zur heiligen (weil geistig heilenden) moralische Pflicht eines jeden einzelnen Mitgliedes der Gemeinschaft wird.
wer sind die "Gütigen" und wer sind die "Bösen"..... ?
natürlich immer die anderen...... 8)

manche merken es - manche nicht...... :wink:
Genau, die Gütigen sind die, die ANDEREN gegenüber wohlwollend eingestellt sind, und die Bösen sind die, die ANDEREN gegenüber übelwollend eingestellt sind, und nicht etwa sich SELBER!

“Denn die einen sind im Dunkeln
Und die anderen sind im Licht.
Und man sieht nur die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.”

Bertolt Brecht
Gundulabella hat geschrieben: wer sind die "Gütigen" und wer sind die "Bösen"..... ?
natürlich immer die anderen...... 8)

manche merken es - manche nicht...... :wink:



Richtig, und zu welchen gehörst du, doch mit Sicherheit zu den andern.
Gerade gelesen:

Wenn Gott gewollt hätte,
daß ich allen gefalle, wäre ich ein Blumenstrauß geworden.
Ich denke,auch der/die "Gute" trägt die Veranlagung zum bösen Handeln in sich. Ob das allerdings jemals zum Nachteil Dritter ausgelebt wird,hängt von der Belastbarkeitsgrenze bzw. der erlernten und vorgelebt bekommenen Erfahrung des/der Handelnden ab.
Denn nicht Jede/r hat die Möglichkeit, die Entscheidung zu kanalisieren, sich während oder vor der Wahl hin zum Guten oder Bösen, durch das,was man Weitsicht,oder auch Konsquenzenüberlegung nennt, auch umzusetzen.
Kurz und gut: Aus Fehlern wird man klug, aus Vorüberlegungen klüger.
Das ist ein Lernprozess, den nicht Jede/r aufgreifen möchte,OBWOHL ihm/ihr die Konsequenzen durch Erfahrung durchaus zur Verfügung stünden. Und genau HIER entscheidet sich, ob das Gute gegen das Böse gewinnt,oder eben nicht.
Das ist aber nur meine persönliche Meinung.
Shekinah hat geschrieben:
Gundulabella hat geschrieben: wer sind die "Gütigen" und wer sind die "Bösen"..... ?
natürlich immer die anderen...... 8)

manche merken es - manche nicht...... :wink:



Richtig, und zu welchen gehörst du, doch mit Sicherheit zu den andern.


ich bin nur ein Mensch - weder gut noch böse.....
manchmal handle ich richtig - manchmal falsch...
manchmal merke ich es und kann es korrigieren - manchmal nicht...
filofaxi hat geschrieben: Genau, die Gütigen sind die, die ANDEREN gegenüber wohlwollend eingestellt sind, und die Bösen sind die, die ANDEREN gegenüber übelwollend eingestellt sind, und nicht etwa sich SELBER!

“Denn die einen sind im Dunkeln
Und die anderen sind im Licht.
Und man sieht nur die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.”

Bertolt Brecht


und immer schön aufpassen, dass der Belehrungs-Finger nicht abbricht..... :wink:
Ich finde dich genau richtig, Gundu....
Authentisch eben.
Aber ok....ich finde meist eh Jede/n gut. Weil Jede/r eben so ist,wie er/sie IST.
Zugegeben....ich habe natürlich auch meine Favoriten/innen und ganz selten auch welche,mit denen sich auszutauschen nicht unbedingt notwendig erscheint...
Aber interessant finde ich das menschliche Wesen allemal. :wink:
ich weiß, dass ich im Moment "nicht so ganz brav" bin.... 8)

ansonsten sehe ich auch, dass das Interessante an den Menschen gerade ihre Verschiedenheit ist....