Die Moral (Rechtsauffassung) des Einzelnen, der Teil einer Gemeinschaft ist, wo bestimmte Gesetze gelten, richtet sich natürlich immer danach, was in der jeweiligen Zeit für sittlich vertretbar gilt und was nicht.

Widersprechen die Gesetze dem bis dahin üblichen „gesunden Volksempfinden“, richtet sich der Unmut der Bürger gegen den Gesetzgeber, dessen Gesetze z.B. als sozial ungerecht und damit moralisch nicht vertretbar empfunden werden.

Ist es jedoch üblich, z.B. im Rahmen eines länderübergreifenden, religiösen Wahns ein ganzes fremdes Volk zu diskriminieren, welches den eigenen religiösen Anführern zum Sündenbock für ihr Versagen dient, den sie ihrem Götzen opfern, um damit angeblich auch alle ihre Anhänger gleich mit von ihrer Schuld zu erlösen, gilt das als moralisch vertretbar, weil der Gemeinnutz den Schaden, den die Minderheit dafür erleiden muss, bei Weitem überwiegt.

Des Weiteren ist die Begründung bei Geboten, die für Alle gleichermaßen gelten sollen, dass „alle Menschen (vor wem?) gleich würdig seien, beachtet zu werden, und daher auch (für wen?) gleich viel wert“ seien, obwohl sie in Wirklichkeit ganz unterschiedlich sind, und keineswegs für Jeden gleichermaßen wertvoll, falsch, sodass es auch der Moral Derer widerspricht, für die das nicht zutrifft, weil sie nur Diejenigen achten, die sie auch lieben, weil sie ihnen von Nutzen sind.

Vor dem Gesetzgeber sind vor Allem nicht Diejenigen gleichermaßen wertvoll und damit würdig, Freiheits- und Sicherheitsgesetze genießen zu dürfen, die gegen seine Gesetze verstoßen haben, und dafür mit Entzug von Rechten bestraft werden, welche angeblich Allen zustehen, und damit auch den Gesetzesbrechern, die vom Gesetzeshüter keineswegs als genauso wertvoll betrachtet werden, wie Diejenigen, die keine sind.

Diese Praxis der „Bestrafung als Form des negativen Schadensausgleichs durch Rache“ gilt jedoch bei den Meisten als „Gang und Gäbe“ und damit auch als durchaus moralisch vertretbar, sobald sie nicht ein zumutbares Maß überschreitet, wobei hier nicht etwa die Todesstrafe grundsätzlich als verpönt gilt, sondern nur in dem Falle, wo kein Kapitalverbrechen vorliegt.

Wenn man nun eine Mehr-Klassengesellschaft betrachtet, deren Angehörige jeweils ihr Eigenwohl als Maßstab zur Bewertung Dessen macht, was als „moralisch richtig für Alle (die zu ihrer Klasse gehören)“ gilt, so kommt man zwangsläufig zu unterschiedlichen Moralvorstellungen, die als moralisch vertretbar gelten, weil ja Alle über eine Moral (Rechtsempfinden) verfügen - nur eben mit anderem Inhalt.

Das Bewusstsein für das, was für ihn richtig ist und was nicht, beruht vernünftigerweise auf dem jeweils aktuellen, machtpolitischen Sein, sofern es nicht durch Manipulation verändert wurde, sodass der Manipulierte nicht mehr weiß, zu welcher Gruppe er eigentlich gehört, und daher zu einer falschen Beurteilung seiner Lage gelangt.

Die Suggestion etwa, Jemand dürfe sich mit seinen Millionen die Freiheit herausnehmen, die Allen Millionären gesetzlich zustehen, obwohl er gar keine Millionen hat, dient dazu, den Gesetzgeber, der mit seinen Gesetzen die Millionäre bevorzugt hat, als großzügig aussehen zu lassen, sodass sogar der Benachteiligte, der Wunsch mit Wirklichkeit verwechselt, indem er es zumindest für möglich hält, mal Millionär werden zu können, ihm seine ungerechte Gesetzgebung, die aus einem elitären Moralverständnis resultiert, nachsieht.

So ist es zwar wünschenswert für die Schwächeren, wenn der Freiraum der Stärkeren genauso bemessen ist, wie der der Schwächeren und in der Mitte zwischen Beiden jeweils endete, aber die Realität sieht natürlich so aus, dass das Maß der Freiheit der wirtschaftlich Schwächeren sich danach richtet, was der wirtschaftlich und damit auch politisch Stärkere mit seinem „freiheitlich und damit eigenmächtig sich selbst herausgenommene Recht des Stärkeren“ gerade noch bereit ist, den Schwächeren, und damit auch weniger Mächtigen, von seinem eigenen Freiraum zuzugestehen.

Als besonderes kulturelles Verdienst der mittelalterlichen Ständegesellschaft galt die bei Hofe im Umgang mit Höhergestellten übliche „Höflichkeit“, die man in Japan Bushido nannte und die man auch in der indischen Gesellschaft der Rajputen nach dem Kama Sutram praktizierte, wo es dem Ritter gut zu Gesicht stand, wenn er seinem Fürsten mit Ehrfurcht begegnete, und Gleichrangigen mit gebürtiger Achtsamkeit, während der rüpelhafte Umgang mit Niedrigergestellten, die sich nicht wehren durften, selbst, wenn sie es gekonnt hätten, als unvermeidbar hingenommen wurde.

Aus der Zeit stammte auch noch die Tradition, „Bitte“ zu sagen, wenn man Etwas zu einem bestimmten Preis haben wollte, und "Danke" wenn man sich mit einem Gegengeschenk bedanken wollte, bzw. "Entschuldigung", wenn man sich mit einem Schadensausgleich entschuldigen wollte, was mittlerweile bereits als Ersatz für den die fällige Gegenleistung angesehen wird – so, als ob das, was man dem Anderen als gerechten Ausgleich für seine Bemühungen schuldet, gratis sei.

Des Weiteren ist die Geschäftsmoral, bei der man sich gegenseitig übervorteilt, um zu beweisen, dass man der Cleverere von Beiden ist, auch nicht mit dem moralischen Grundsatz des gleichwertigen Ausgleichs vereinbar, an dem üblicherweise die Redlichkeit der Geschäftspartner gemessen wird – auch wenns mittlerweile schon bei Zockern, die über genügend Reserven verfügen, sodass sie es sich leisten können, mal zu verlieren, mit zum guten Ton gehört.
eine Geschäftsmoral, die andere schädigt, hat mindestens genauso kurze Beine wie Lügen....

miteinander Geschäfte machen beruht in erster Linie auf Vertrauen....
Vertrauen weg - keine Geschäfte mehr miteinander....
so einfach ist das.... :wink:

@filofaxi
Du hattest irgendwann mal die Zocker mit Spielern gleichgesetzt...
die Spielbank gewinnt - genauso wie Lotto - auf Dauer - IMMER....
Mags_speziell hat geschrieben: Herbstrose?
Wieviele Morde und Anschläge rechter Gruppierungen und Einzeltäter brauchst Du denn, bis Du zugestehst, dass denen ein Menschleben nichts wert ist?

Glaubst Du etwa, dass linken Gewalttätern ein Menschenleben mehr bedeutet? Und man muss nicht quantifizieren und gegeneinander aufrechnen, um die Opfer linker Gewalt festzustellen!
Hier geht es nicht darum, rechts gegen links auszuspielen, jedes Opfer von Gewalt ist eins zuviel, doch Hass und Ausgrenzung von Menschen fördern lediglich die Gewalt, statt sie zu verhindern!

Der einzelne Mensch ist immer gefragt, sich zu prüfen, ob er eine bestimmte Haltung oder Handlung, die moralisch zumindest problematisch ist, zunächst vor sich selbst aus bestimmten Gründen rechtfertigen kann, falls er meint, sie gegen Moral und Gesetz durchsetzen zu müssen. Ist er sich dann sicher, kann ihn nichts davon abbringen. Das ist unter anderem auch ein Zeichen individueller Freiheit und Verantwortlichkeit.

Ich selbst gehe niemals von unumstößlichen, allgemein geltenden Moralvorstellungen aus, weil über diese meist nicht in allen Merkmalen gesellschaftlicher Konsens besteht.

Um aber auf eine tatsächlich unumstößlich geltende Legitimität einer Moralvorstellung zurückgreifen zu können, muss man deren Ursprung ergründen und beschreiben und ihre verfassungsgemäße Verankerung nachweisen können.

In unserem Gemeinwesen Deutschland ist alles legitim, das der freiheitlichen demokratischen Grundordnung entspricht. Alles, was darüber hinaus weist, ist allerdings eine Sache der Gesinnung, mit der ich mich im Einzelfall nicht auseinandersetzen muss, wenn ich eine andere Vorstellung davon goutiere!

Insbesondere, wenn ich feststelle, dass die Ultrarechten die Auflösung des demokratischen Rechtsstaates im Fokus haben, handele ich meines Erachten nicht unmoralisch, wenn ich mich damit nicht auseinandersetze, sondern dagegen ankämpfe, solange ich das auf dem Boden unserer Verfassung, also mit legitimen Mitteln verfolge. Das kann bis zur Strafanzeige und zum Verbotsantrag führen. Die unabhängige Gerichtsbarkeit des demokratischen Rechtsstaates wird dann darüber vollstreckbare Entscheidungen treffen.

Die zum Beispiel unter dem moralisierenden Deckmantel „christlicher Nächstenliebe“ erhobene Forderung, einen gesellschaftlichen Konsens auch mit denen suchen zu müssen, welche die Auflösung unseres demokratischen Rechtsstaates zum Ziel haben, um dann ungehindert ihre autokratischen Vorstellungen umsetzen zu können, stellt eine ungeheure Überheblichkeit dar, die in einem indoktrinierenden Selbstverständnis von eigener Unfehlbarkeit gründet – und mich damit sehr an die katholische Kirche mit all ihren Widersprüchlichkeiten erinnert, die zumindest in der Vergangenheit von verbrecherischen Verstößen gegen die Menschlichkeit und einer bis heute andauernden handfesten Doppelmoral nicht zurückscheut(e).

Ich wurde als Katholikin geboren und wuchs in einer katholischen Umgebung auf. Im Alter von 12 Jahren stieg ich innerlich aus und mit Beginn der Volljährigkeit auch juristisch. Seither hoffe ich, dass mich jene geistig-moralische „Heimat“ nie wieder einholen wird! Dank unseres säkularen Systems (wenn leider auch nicht laizischtischen, wie in Frankreich) steht das allerdings zum Glück auch nicht zu befürchten.

... Wenngleich ich aus historischer Sicht natürlich anerkenne, Teil des abendländisch-christlichen Kulturkreises zu sein, der insbesondere mit der Aufklärung bereits einen großen Schritt in das moderne Denken gemacht hat – das, wenn es auch die großen Kriege des vergangenen Jahrhunderts und Auschwitz noch nicht verhindert hat, zumindest auf eine große (wenn auch auf unzähligen Totenknochen gründende) Chance für einen demokratischen und friedlichen Konsens zunächst mit allen anderen rechtsstaatlich geführten Völkern in der Gegenwart und der Zukunft verweist. – Die wiederum hoffentlich nie nachlassen in ihren Bemühungen darum, auch die totalitären Staaten zu bewegen, die Menschenrechte anzuerkennen und zu respektieren – und im Frieden mit der restlichen Welt zu koexistieren.


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@ Gundulabella

….Du hattest irgendwann mal die Zocker mit Spielern gleichgesetzt...
die Spielbank gewinnt - genauso wie Lotto - auf Dauer - IMMER....


Wer ausschließlich auf das Glück spekuliert, welches ihm zufällt, anstatt sich durch eigene Leistung darum zu bemühen, glücklich zu werden, indem er selber - so weit es ihm möglich ist - Wunsch und Wirklichkeit miteinander in Übereinstimmung bringt, der tut das immer auf Kosten Derer, die den Kampf in diesem lauteren oder auch unlauteren Wettbewerb um die Vormacht verlieren.

Dass eine Spielbank, die den Glücksspielern die Plattform für ihr Zocken zur Verfügung stellt, natürlich auch Etwas davon haben muss, ist klar, aber man könnte ja auch miteinander spielen, anstatt gegeneinander, ohne dabei Andere wirtschaftlich zu ruinieren, um sich selber damit zu sanieren.

Genauso gut könnte man auch auf Gladiatorenwettkämpfe verzichten, bei denen es herauszufinden gilt, wer der Stärkere ist, indem er den Schwächeren zur Belustigung Derer, die das ganze Event finanziert haben, öffentlich erschlägt, und dessen Geschicklichkeit stattdessen an Turngeräten oder im Schnellschwimmen oder -laufen ermitteln, wobei es keinen Wettkampf gegen die Zeit gibt, sondern der Zeitmaßstab lediglich als Orientierung dafür gilt, was ein Sportler zu leisten vermag, um als „gut“ (für irgend einen Zweck) zu gelten.

Dass Menschen, die sich gerne Hahnenkämpfe anschauen, welche mitunter sogar tödlich enden, sich auch an öffentlichen Schaukämpfen zwischen Menschen erfreuen, und sogar noch eine Menge Geld dafür bezahlen, ist nicht zu verwundern, denn das ist nicht nur ein Zeichen von Dekadenz bei den Superreichen, die nicht mehr wissen, wohin mit ihrer Energie oder ihrem Geld, sondern auch bei den (geistig) Armen, wenn es darum geht, ihrer Langeweile zu entkommen, wenn ihnen nichts Gescheites mehr einfällt, was man in moralisch angemessener Weise mit seinen Mitmenschen noch so Alles anstellen könnte, ohne dauernd beweisen zu müssen, dass man der Stärkere oder Bessere von Beiden ist.

Die Ausrede, man könne ja von jeder Tätigkeit süchtig werden, und im Rausche des Vergnügens die für Andere schädlichen, sozialen Konsequenzen dabei aus den Augen verlieren, stellt dennoch keine Legitimation für die asoziale Gesinnung dar, mit dem man sein Zwangsverhalten guten Gewissens praktiziert, denn es ist Jedem zuzumuten, dass er dieser Versuchung widersteht, indem er sich zum Wohle Aller eben nicht dem seligen Rausch des Vergessens hingibt, während er sich von Denen, die nüchtern bleiben, barmherzigerweise im Namen der Güte von vorne bis hinten bedienen lässt.

Was die Geschäftsmoral des wirtschaftlich Stärkeren gegenüber dem von ihm abhängigen Schwächeren betrifft, so muss sich in jedem Falle der Schwächere dem Willen des Stärkeren fügen – ganz gleich, ob er ihm nun vertraut oder nicht - , was somit noch keine moralische Stärke des Schwächeren ist, weils lediglich seinem Eigenwohl dient, welches darin besteht, dass er seine eigene Situation durch sinnlose Gegenwehr nicht noch schwieriger für sich selber macht, als sie ohnehin schon ist.

Die Moral auf Seiten des Stärkeren hingegen besteht darin, seine Vormachtstellung nicht zum Nachteil des schwächeren Partners zu missbrauchen, sodass bei einer Partnerschaft unter Ungleichen die moralische Stärke des Stärkeren, der die freie Wahl dazu hat, entscheidender für das gemeinsame Wohl ist, als die des Schwächeren, der sie nicht hat.

Beim Thema Gewalt, mit der Entscheidungen gegen den Willen des Anderen erzwungen werden, ist es auch hier so, dass der Zweck beim Gewalttäter immer die Mittel heiligt, und dann, wenn der Zweck den allgemeinen Moralvorstellungen entspricht, wonach Jemand notfalls auch mit Gewalt zum Wohlverhalten gegenüber der Gemeinschaft gewaltsam gezwungen werden darf, bevor er dazu kommt, mit seinem asozialen Treiben einen nicht von ihm wieder behebbaren Schaden anzurichten, auch bei Denen moralisch als gerechtfertigt gilt, die notfalls mit Gewalt für den allgemeinen Frieden kämpfen, nachdem sie sich erfolgreich des Joches der Herrschaft eines Tyrannen entledigt haben, was meist auch nicht gewaltlos funktioniert.

So ist die Gewalt auch gesetzlich nicht nur dann erlaubt, sondern auch moralisch vertretbar, wenn sie der Notwehr dient, und die Lüge wird dann nicht als moralisch verwerflich bezeichnet, wenn sie als Notlüge auch dem Belogenen nutzt, und nicht nur dem Lügner selber, wobei das vorsätzliche Verschweigen der Wahrheit sogar als ehrenvoll gilt, wenn sie dazu dient, ein anvertrautes Geheimnis des Freundes (wie etwa der Ort, wo er sich vor seinen Feinden versteckt hat), zu dessen Schutz zu bewahren.

Handelt es sich hingegen um das Geheimnis, wo Ali Baba seine gestohlenen Schätze aufbewahrt, so sind ihm nur seine Spießgesellen moralisch zum Schweigen verpflichtet, um dadurch bei ihm der „Ganovenehre mit Gewinnbeteiligung“ teilhaftig zu werden, während sie den Bestohlenen gegenüber auch dann moralisch sowie auch gesetzlich zur Wahrhaftigkeit verpflichtet sind, wenn sie nicht dafür bestraft werden können, nachdem sie sich der Festnahme entzogen haben.

Mit der unterschiedlichen Auffassungen von dem, was richtig ist, und was nicht, ist es wohl so ähnlich, wie mit den verschiedenen Arten von Gerechtigkeit – nämlich der gleichmäßig verteilenden und der ausgleichenden.

Wenn man ausschließlich dem vernünftigen, aber egoistischen Motiv folgt, sich selber zu retten vor den permanenten Angriffen Derer, die Einen übervorteilen wollen, indem man sich seinerseits gegenüber Anderen durchsetzt, so hat man andere Moralvorstellungen, als wenn man - ebenso egoistischerweise - die Interessen einer elitären Klasse oder einer unterprivilegierten Klasse vertritt, der man angehört, was man dann als „intrasozial“ oder „teilweise gemeinnützig“ bezeichnen könnte.

Ein Interesse jedoch, welches dem Wohle Aller gilt, die sich in ganz unterschiedlichen Situationen befinden, wovon Kant ausgeht, gibt es nicht - auch wenn mit den sogenannten Menschenrechten nicht nur die Rücksichtnahme der Starken auf die Schwachen gefordert wird, sondern auch die Fürsorgepflicht, die beide der ausgleichenden Gerechtigkeit zuzuordnen sind, welche nur dann realisierbar ist, wenn Alle Menschen machtpolitisch gleich arm oder reich gemacht werden.
Wer ausschließlich auf das Glück spekuliert, welches ihm zufällt, anstatt sich durch eigene Leistung darum zu bemühen, glücklich zu werden, indem er selber - so weit es ihm möglich ist - Wunsch und Wirklichkeit miteinander in Übereinstimmung bringt, der tut das immer auf Kosten Derer, die den Kampf in diesem lauteren oder auch unlauteren Wettbewerb um die Vormacht verlieren.

wem sagst Du das ?
ich habe noch nie auf mein Glück spekuliert....
habe gearbeitet und mein Erspartes so angelegt, dass ich im Alter nicht abhängig von anderen werde und evtl. sogar noch etwas spenden kann....

deshalb unterscheide ich sehr genau zwischen Zockern/Spielern und einer soliden Vermögensanlage....
was wären wir ohne unsere Firmen ?
wo wären die Gemeinden ohne Gewerbesteuer-Einnahmen ?
ich kaufe Aktien von Firmen, die ich gut finde.....nicht mehr und nicht weniger...

ps:
ich mag dieses ganze Wettkampfgerangel nicht....
habe es während meiner Arbeitszeit bemerkt und sogar danach, als ich ehrenamtlich tätig war und es hieß wir seien alle ebenbürtig....
deshalb denke ich:
es gibt Menschen, die Macht brauchen und sie deshalb wollen.....
egal auf auf welcher Ebene :!:
Es ist z.B. genauso asozial und damit unmoralisch gegenüber der Gemeinschaft der weniger Reichen, wenn mans als Armer den parasitären Reichen, die von dem Geld leben, welches sie den Armen vorenthalten haben, nachmacht, und von der Sozialhilfe lebt, obwohl man durchaus in der Lage wäre, sich sein Geld auf redliche Weise zu verdienen, wie wenn man als Unternehmer seinen Angestellten nur so wenig bezahlt, dass sie nicht mal mit einem Fulltime-Job privat eine Rente ansparen können, ohne unterm Strich das selbe Leben zu leben, wie ein Sozialhilfeempfänger.

Um sich das leisten zu können, wäre ein Mindeststundenlohn von 20 Euros nötig, um entweder zwischen dem 20. und 60. Lebensjahr – also 40 Jahre lang - 500 Euros mtl. an Rentenbeiträgen in die Sozialversicherung einzuzahlen, wo das Geld auch noch versichert ist, oder aber die Rente von 1000 Euros mtl. zwischen dem 60.-80. Lebensjahr privat anzusparen, mit der man ebenfalls nicht besser lebt, als wie mit der Sozialhilfe.

Da das Geld keine Kinder bekommt und auch nicht selber arbeiten kann, müssen Zinsen von anderen Menschen bezahlt werden, als von Denen, die sie kassieren, was ebenso unmoralisch Denen gegenüber ist, die dafür gearbeitet haben - besonders, wenn die kassierten höher sind, als die bezahlten.

Die Schädigung zum eigenen Nachteil, die Einem selber widerfuhr, rechtfertigt jedoch moralisch keineswegs die Schädigung, die man ersatzweise ganz Anderen zu deren Nachteil zufügt, nachdem man des Profiteurs nicht habhaft werden kann – selbst wenn das nach dem Gesetz der Wohlhabenden als legitim gilt, weils nicht ausdrücklich verboten ist

Was die Macht gegenüber Denen angeht, die Einem anvertraut sind, so ist deren Ausübung alleine noch nicht unmoralisch, sondern erst deren Missbrauch zum eigenen Vorteil und zum Nachteil Derer, die auf Einen angewiesen sind, und sich daher nicht dagegen wehren können - ganz gleich, ob das im jeweiligen Gesetz verboten ist, oder nicht.
vor allem für die nächste Generation ist es wichtig, dass sie sich während ihres gesamten Berufslebens selber um ihre Rente kümmern ....
der Staat wird weniger Rente auszahlen/garantieren können, da viele Alte rel. wenigen arbeitenden Jungen gegenüberstehen werden....
d.h. die Babyboomer Zeit wird in den nächsten Jahren vorbei sein, weil wir dann alle in Rente sind....
mir war immer klar, dass ich wenig Rente bekommen werde, deshalb habe ich mir u.a. monatlich diesen Prämiensparvertrag abziehen lassen....
@Cornusmas hat im Thread Börse für Interessierte über Sparpläne berichtet....
ganz wichtig, dass man so etwas für seine Enkelchen einrichtet und sie frühzeitig anlernt, damit sie später selber damit umgehen können......
Die beiden wertneutralen Begriffe der Moralität (Rechtsbewusstsein) und der Sozialität (Gemeinschaftsbewusstsein) sind wohl beide gleich ungeeignet, um als Basis für eine soziale Gesetzgebung zu dienen, die auch den Grundbedürfnissen Derer gerecht wird, die nicht die Chance hatten, Etwas beiseite zu legen, wie es bis vor Kurzem bei verheirateten Frauen sogar der Regelfall war, wenn sie nicht aus vermögenden Verhältnissen stammten, wo sie eine Mitgift bekamen, um von der Versorgung des Ehemannes unabhängig zu sein, oder wenn sie heute noch neben der Haushaltsführung mit arbeiten gehen müssen, damit das Geld für die ganze Familie reicht, ohne damit einen angemessenen Rentenanspruch zu erwerben.

Dass gesamtgesellschaftlich von der Gesetzgebung her Etwas im Argen liegt, erkennt auch Jemand, der nicht davon betroffen ist, sodass er nicht mehr sagen kann, dass er gar nicht in der Lage sei, die Notlage Anderer zu erkennen, nur weil er selber noch nicht in deren Lage war, sondern man kann davon ausgehen, dass er das gar nicht erkennen will, um sich seine vorgestellte heile Welt weiter aufrecht zu erhalten, wo nicht sein kann, was nicht sein darf, um kein schlechtes Gewissen zu bekommen angesichts seiner egoistisch motivierten Handlungen zum eigenen Wohle und zum Schaden Anderer.

Hier sind alle Moralpredigten zur Aufklärung darüber, was tatsächlich der Fall ist, und was auch im Gesetz steht, sofern es dazu dient, die Rücksichtnahme der Starken gegenüber den Schwachen zu erzwingen, vergeblich, sodass auch eine Bestrafung Nichts an seiner falschen Moralvorstellung ändert.

Eine Erziehung etwa zur Sparsamkeit, um Anderen später nicht auf der Tasche zu liegen, ist in dem Moment nicht möglich, wenn die Eltern das Kind kurz halten, damit es auch mit wenig Geld zu wirtschaften lernt, während sie gleichzeitig mit Geld um sich werfen, denn selbst wenn die Kinder unter dieser scheinbaren Ungerechtigkeit leiden, werden sie später als Erwachsene dennoch sagen, es habe ihnen nicht geschadet, weil sie durch das, was sie nicht umgebracht hat, überhaupt erst so stark und rücksichtslos haben werden können, wie sie es geworden sind, sodass sie es sich zu Recht erlauben können, genauso verschwenderisch mit geerbtem oder auf anderer Leuts Kosten erwirtschaftetem Geld umzugehen, wie ihre scheinheiligen und bigotten Eltern, womit der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

Bei Denen hingegen, die keine Doppelmoral pflegen, sondern bereit sind, auch dann nach der sozial ausgleichenden, anstatt nach der gleichverteilenden Gerechtigkeit zu handeln, wenn sie es nicht nötig haben, weil sie nicht bestraft würden dafür, wenn sie es nicht täten, kann man von moralischer Integrität reden, welche die „guten Sitten“ betrifft, die nicht nur für die Armen gut sind, sondern auch für die Ärmeren unter den Reichen – also praktisch für Alle.

So gesehen, wäre es zwar verständlich, aber dennoch unmoralisch, wenn Jemand sein ehrlich verdientes und sich vom Munde abgespartes Geld anschließend für machtpolitische Zwecke ausgäbe, um sich die Vorherrschaft über Diejenigen zu sichern, die dies aus irgendwelchen Gründen nicht tun können, weil er nie wieder zu den Ärmeren gehören will, aber es wirkt immer entsprechend menschenverachtend, wenn Jemand einen 1000 Euroschein einfach spaßeshalber verbrennt, um zu demonstrieren, wie wenig ihm Geld bedeutet, weil er mehr als genug davon hat – ganz unabhängig davon, wie er an sein Geld gelangt ist - während Andere dafür einen Monat lang schuften müssen, nur um ihre Grundbedürfnisse befriedigen zu können.

Ebenfalls als unmoralisch, weil asozial, gilt es auch, seine Eigentumswohnung lieber leer stehen zu lassen, anstatt sie Jemandem zu vermieten, der nicht das Maximum der zulässigen Miete bezahlen kann, wogegen auch eine Mietpreissteigerungsbremse, die nur für nicht-renovierte Wohungen gilt, Nichts ausrichtet, und daher als eine asoziale und damit moralisch nicht vertretbare Maßnahme zu bezeichnen ist, weil man damit den Mietwucher nicht grundsätzlich verhindert.
Ist es nicht auch unmoralisch,
in ellenlangen Moralpredigten immer nur die Unzulänglichkeiten anderer Zeitgenossen aufzuzeigen, ohne eigenes Fehlverhalten auch nur ansatzweise zu erwähnen?
Bedeutet das nicht auch, immer größer sein zu wollen, als man eigentlich ist?
Zum Priesteramt gehört neben der Seelsorge auf dem Friedhof zum Troste der Hinterbliebenen auch das Moralpredigen in der Sonntagsschule, wo es nicht nur darum geht, den Kindern eine Vorstellung von richtigem und falschen Sozialverhalten zu vermitteln, sondern auch, Erwachsene, die das mittlerweile verdrängt haben, wieder dran zu erinnern, damit sie nicht sagen können, sie hätten von Nix gewusst, wenn sie die Gesetze brechen, mit denen dafür gesorgt wird, dass die Menschen Rücksicht aufeinander nehmen – und zwar nicht im Namen irgendeines gönnerhaften Gottkönigs, dessen Strafe man bei Ungehorsam fürchten muss, sondern um der ausgleichenden Gerechtigkeit wegen.

Das einzusehen, ist keine Sache des blinden Annehmens (oder Übernehmens) Dessen, was ein Lehrer dem Schüler vermittel (was man fälschl. auch blindes Glauben nennt), indem man es auswendig lernt, sondern erfordert eigenes Mitdenken – ganz unabhängig von der Person des Vermittelnden - , denn wie heißt es so schön: „Nicht für den Lehrer, sondern fürs Leben lernen wir!“

So dienen Beispiele aus dem Leben lediglich dazu, um den Schülern eine ideale Grundhaltung begreifbar zu machen, die auf einem Gemeinschaftsbewusstsein beruht, welches nicht nur dazu dient, die Gemeinschaft für seine eigenen Zwecke zu instrumentalisieren, sondern mit ihr zusammen dafür zu sorgen, dass die Welt ein bisschen besser, anstatt schlechter für Diejenigen wird, denen es nicht so gut geht, wie Einem selber, was im Christentum auch mit dem Praktizieren von Gnade statt Rache und Barmherzigkeit anstatt von rücksichtslosem Egoismus einhergeht.

Wenn nun der Priester seine eigenen Verfehlungen als Beispiel nähme, verlöre er z.B. bei Kindern, die noch nicht die Botschaft von der Person des verkündenden Profeten abstrahieren können, seine Vertrauenswürdigkeit insofern, als dass man ihm eine Lüge unterstellt, wenn er Wasser predigt und selber heimlich Wein trinkt, obwohl seine Botschaft selbst ja weder falsch noch gelogen ist.

Was nun die Schwächen Derer betrifft, die hier über Ethik filosofieren, so könnte man das "aufmerksamkeitsheischende Seelenstriptease aus Eitelkeit in Form von Understatements", mit dem Manche gerne hausieren gehen, wenn sie schon kein moralisches Vorbild sein können, zwar auch als "persönliches Bekenntnis zur eigenen Unzulänglichkeit" anführen, aber das würde zu sehr vom Thema ablenken und hin zur Pflege persönlicher Sympathien und Antipathien Denen gegenüber führen, die damit ein bestimmtes, vorurteilsbeladenes Klischee bedienen, was einer informellen Diskussion abträglich wäre, wie man unschwer in vielen anderen threads sehen kann.

Insofern sollte man solche Informationen besser an einer anderen Stelle und unter einem anderen Thread-Titel miteinander austauschen, denn hier geht’s nicht um den filofaxi und das, was er mag oder nicht mag, sondern darum, was Moral eigentlich bedeutet, sowie das, was noch moralisch vertretbar ist, und vor Allem das, was es nicht mehr ist, wozu sicher auch der Machtmissbrauch von Priestern gegenüber ihren Schülern gehört.
Moral bedeutet für jeden von uns das was Moral für uns persönlich bedeuten soll....

auf moralische Mißstände zu deuten ist das Eine.....sich selber mit all seinen moralischen Schwächen und Vorurteilen zu erkennen - das Andere....
Ich glaube, wer sich selbst mit allen seinen moralischen Schwächen und Vorurteilen erkennt, lässt es tunlichst bleiben, andere moralisch zu verurteilen!
Eine Kritik kann generell nur von Erfolg gekrönt sein, wenn jegliche persönliche Zuordnung dabei ausgeschlossen werden kann.
Allerdings ist das in der Praxis zum einen schwer umzusetzen, weil ja in jedem Fall ein konkretes kritikwürdiges Beispiel vorliegt, zum anderen der Kritiker gar nicht bemerkt, dass er lediglich seine eigenen Schwächen auf andere projiziert.

So kann ich nur auf Jesus verweisen, der so treffend sagte, "wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein"!
Man schädigt Andere ja immer in irgendeiner Weise, sodass man Ihnen einen Schadensausgleich schuldet. Deshalb spricht man im Christentum auch von einem „von Geburt an Schuldig-Sein“.

Wer das begriffen hat, und redlich ist, der entschuldigt sich dafür, nachdem ihm eine Schädigung, die er begangen hat, bewusst geworden ist, indem er es selber gemerkt, oder aber nachdem man ihn drauf aufmerksam gemacht hat, sodass er eine schlechtes Gewissen bekommt, weil er weiß , was moralisch richtig ist und was nicht – nämlich, Andere nicht zum eigenen Nutzen vorsätzlich zu übervorteilen, indem man ihnen den Schadensausgleich schuldig bleibt - während der Böswillige das vorsätzlich verweigert – z.B. um sich für eine selber erlittene Schädigung, für die er nicht entschädigt wurde, zu rächen.

Jesus weist den wütenden Mob, der ohne gerichtliche Genehmigung die Ehebrecherin steinigen will, drauf hin, dass ihm dieses Recht nicht zusteht. Die Begründung dafür ist aber nicht die, dass die Ehebrecherin ja nicht den dort versammelten Leuten geschadet habe, sodass sie ihnen auch keinen Schadensausgleich schuldet, sondern dass sie Gnade vor Recht ergehen lassen sollen, auf dass sie sich nicht selber auch schuldig machen, indem sie die Frau töten, was im Rahmen der Selbstjustiz ja damals wie heute ebenfalls gesetzlich verboten war.

Damit war er jedoch nicht grundsätzlich gegen das „VER-urteilen“ eines Menschen zur damals üblichen „Todesstrafe durch Steinigen“, sondern gab nur zu Bedenken, dass eine „Einschätzung der Lage anhand von negativen Vorurteilen mangels von Beweisen“ durchaus auch falsch sein kann, sodass der vermeintlichen Ehebrecherin sogar vor Gericht Unrecht geschehen könnte, was aber nicht heißt, dass man eine Person bzw. ihre Taten gar nicht moralisch „BE-urteilen“ darf oder soll.

Hier wird die moralisch zwiespältige Situation von gesetzlich dazu legitimierten Schergen deutlich, die auf Verdacht die Menschen verhaften und so lange in Untersuchungshaft stecken dürfen, bis genügend Beweise für ihre Schuld gefunden wurden, um sie erfolgreich vom Richter zu einer Strafe VER-urteilen lassen zu können, während Diejenigen, die sich nicht schuldig gemacht haben, unschuldig inhaftiert werden.

Das kurze Beispiel aus der Bibel hat also weitgehende Konsequenzen, wenn man die allgemeine Moral - die sich nach reiflicher, juristischer Prüfung der Verhältnismäßigkeit von Zweck und Mittel im Strafgesetz niedergeschlagen hat, mit der persönlichen vergleicht, wo die blinde Wut vorherrscht, in der man entweder einen Sündenbock für seine eigenen Vergehen sucht, um das Maß der Strafe in Form einer Opferung selber festzulegen, oder sich aber einen Stellvertreter für Denjenigen sucht, an dem man sich selber rächen will, nachdem man des tatsächlichen Schädigers nicht (mehr) habhaft werden kann.

Dass in sämtlichen Religionen das Gebot des persönlichen Racheverzichts ganz oben steht, dient also nicht nur der Aufrechterhaltung des Justizapparates mit dem allmächtigen Richterkönig an der Spitze, dem alleine das Recht zusteht, über Leben und Tod von Verbrechern zu entscheiden, was sich auch in der Volksmoral niederschlägt, sondern vor Allem auch dem Eigenwohl Desjenigen, der auf seine Rache vernünftigerweise freiwillig verzichten sollte, um keine Gegenrache zu provozieren, die möglicherweise noch viel härter ausfällt, als die eigene – besonders dann, wenn er es mit einem Stärkeren zu tun hat.

Hier wird durch Moralprediger wie Gautama Buddha, Jesus Christus, der chinesische Konfuzius oder später auch der deutsche Papst der Aufklärung, Immanuel Kant, versucht, die persönliche Moral durch vernünftige Argumente nicht nur als notwendig, sondern auch als sinnvoll zu begründen, sodass man sich in seinem Sozialverhalten nicht mehr nur auf blind übernommene Lehren (Glaubenssätze) beziehen muss - mit dem Risiko, sie falsch verstanden zu haben, was unweigerlich dazu führt, dass man soziale Situationen falsch beurteilt und entsprechend unangemessen danach handelt, während man sich gleichzeitig vollständig im Recht wähnt, obwohl man tatsächlich im Unrecht ist.
ich kann weder mit diesem "Schuld-und-Schadens" Szenario
noch mit der Einteilung in Rechte und Pflichten etwas anfangen....

als unparteiischer Mensch suche ich nach Verbindungen zwischen den Extremen ....
ohne Geschädigter oder Schädiger sein zu wollen, möchte ich auf vertrauensvoller Augenhöhe denken und handeln ....