Hallo! Ich habe eine volljährige Tochter, die in den nächsten Wochen zu ihrem Freund ziehen wird. Das ist ansich nichts Schlimmes, aber mich beschleicht der unangenehme Gedanke, dass es in Richtung Kontaktabbruch geht. Sie wirkt sehr genervt von ihrer Familie und hat bereits Andeutungen gemacht, dass wir ihr nicht gut tun und sie keinen Kontakt möchte. Nun habe ich schon sehr viel darüber gelesen, was mich teilweise sehr beunruhigt. Sie möchte jetzt auch Kontakt zu ihrem leiblichen Vater aufbauen nach 10 Jahren und den Kontakt mit ihm suchen und zu uns (Stiefvater, Geschwister und ich) runterfahren. Es beschränkt sich fast nur noch auf finanzielle Sachen, womit sie ihren leiblichen Vater aber nicht belatschern möchte. Kurz: Wir zahlen und er hat die Annehmlichkeiten eines freundschaftlichen Kontakts. Mir persönlich wäre es umgekehrt lieber, leider habe ich wie es scheint keinen Einfluss. Dass sie tun kann, was sie möchte, ist mir klar. Verwundert bin ich über diese Kälte und plötzliche Distanz. Ich frage mich, ob ich wirklich so eine schreckliche Mutter war, dass sich nun alles auf diese Art und Weise rächt. Mich macht das sehr traurig. Ich bin tief verletzt, kann meiner Tochter das kaum sagen, denn dann würde sie denken, dass ich ihr Mitleid erwecken möchte und das möchte ich nicht. Ich möchte kein abhängiges Verhältnis, sondern ehrlichen und echten Umgang miteinander, nichts gestelltes oder gequältes. Familiär, freundschaftlich oder einfach nur aufrichtig und gerne herzlich. Vielleicht zu viel verlangt?! Ich habe momentan kein Gefühl dafür, wieviel Distanz normal und gut ist. Sie ist mir fremd geworden und das möchte sie glaube ich auch. Ich würde sie so gerne wieder echt spüren können als meine geliebte Tochter und der ich endlos vertraue. Momentan traue ich ihr nicht. Dafür ist sie mir zu cool und fremd. Ich hoffe, dass ich den richtigen Betreff gewählt habe und ihr mir auch ein bißchen was erzählen könnt zu dem Thema. Viele Grüße!
Eine volljährige Tochter sollte auf eigenen Beinen stehen können.
Warum wird sie finanziell unterstützt?

Abgesehen davon, kann man einen Kontakt nicht erzwingen.
Eine finanzielle Unterstützung volljähriger Kinder ist bis zum Abschluss ihrer Ausbildung gesetzlich verpflichtend. Das betrifft allerdings auch den leiblichen Vater.
Ich empfehle in einem solchen Fall Gefühle und Geld zu trennen.

Gutes Gelingen
Buzico
Hallo Bremerin,

ich kann gut verstehen, dass Dich das belastet.

Ich würde es so machen:

Ich würde sie bitten, sich ein paar Minuten zu mir zu setzen. Dann würde ich ihr sagen, dass mich die momentane Situation belastet, das aber kein Druck sein soll. Weiter würde ich ihr sagen, dass ich dem Kontakt zum Vater nicht im Weg stehen möchte und sie tun soll, was sie für richtig hält. In Bezug auf die finanzielle Unterstützung würde ich ihr erklären, dass sie nun aufgrund ihrer Selbständigkeit auch für ihre Finanzen zuständig ist, was nicht bedeutet, dass ausnahmeweise nicht mal geholfen werden kann. Dann würde ich ihr alles Gute wünschen und das Gespräch beenden.


Erzwingen kannst Du nichts. Lass sie los und warte ab, was kommt.

AK
Deine Tochter reagiert vollkommen menschlich.
Sie erleichtert sich die Trennung indem sie die Personen, die sie eigentlich liebt, abwertet und ihnen mit Gefühlskälte begegnet. So kommen auch die Äußerungen von einer endgültigen Trennung, bzw einem. Kontaktabbruch , zustande.
Je mehr sie deine Verzweiflung merkt, desto mehr wird sie sich distanzieren.

Lass sie ohne Vorwürfe gehen und biete ihr verbal und mit deinem Verhalten eine jederzeitige Rückkehr an. Zeige ihr, dass sie auch in Zukunft willkommen ist.

Eine finanzielle Unterstützung würde ich auf absolute Notsituationen begrenzen.
Schade, daß es so läuft.
Aber deine Tochter nabelt sich ab.

Es gibt zwar die klassischen Mutter/Tochter-Konflikte, aber diesen würde ich da jetzt gar nich unbedingt dazuzählen, falls es das ist, über das du gelesen hast.

Laß sie ziehen. Signalisiere ihr, daß du immer für sie da bist, aber auch von ihr erwartest, daß sie sich wie eine Erwachsene benimmt und früher oder später für sich selbst sorgt.

Momentan fällt sie ja noch weich. Von dir mit dem Freund zusammen,
und dem Plan, den Vater in der Rückhand zu haben.

Eigentlich gar kein so schlechter Übergang.

Irgendwann wird sie Paarprobleme mit dem Freund haben, ihre ersten eigenen Erfahrungen machen, vielleicht auch mal unschöne Erfahrungen machen. Davor kannst du sie eh nicht bewahren.

Vermutlich wird das einige Jahre dauern, bis sich zwischen dir und ihr eine Umgehensweise findet, die euch beide zufriedenstellt.
Ich verstehe zwar, dass du nach Hilfe oder Ratschlägen suchst. Aber wer sollte die denn wirklich geben können, ohne die gesamte Familienstruktur und das, was sich innerhalb dieser abspielt, zu kennen?
Zu einer Familiengeschichte gehören ja immer mehrere Beteiligte und die Geschichte deiner Tochter ist sicher eine andere als deine, das soll nicht abwertend sein, weil ich mir gar kein Urteil zu deiner Situation erlauben kann.

Allerdings macht mich eine Passage in deiner Schilderung hellhörig, nämlich die folgende:


Bremerin69 hat geschrieben: Sie möchte jetzt auch Kontakt zu ihrem leiblichen Vater aufbauen nach 10 Jahren und den Kontakt mit ihm suchen und zu uns (Stiefvater, Geschwister und ich) runterfahren. Es beschränkt sich fast nur noch auf finanzielle Sachen, womit sie ihren leiblichen Vater aber nicht belatschern möchte. Kurz: Wir zahlen und er hat die Annehmlichkeiten eines freundschaftlichen Kontakts. Mir persönlich wäre es umgekehrt lieber, leider habe ich wie es scheint keinen


Das klingt für mich danach, dass es jahrelang keinen Kontakt zum leiblichen Vater gegeben hat - weshalb nicht? Wer hat das verhindert?
Ich kenne viele Fälle, in denen nach einer Scheidung die Mütter den leiblichen Vätern den Umgang (trotz gesetzlicher Vorschriften) verwehren, weil es einen neuen Partner in ihrem eigenen Leben gibt, welcher die Vaterrolle übernehmen soll. Der schwere Fehler dabei ist, dass Kinder erwachsen werden und irgendwann ihren leiblichen Vater (oder auch die Mutter) suchen werden und mitunter gibt es dann plötzlich zwei Wahrheiten, mit denen sich das (dann erwachsene) Kind konfrontiert sieht …. das kann zu heftigen Zerwürfnissen führen.

Ebenfalls sollte man niemals finanzielle und emotionale Annehmlichkeiten gegeneinander aufrechnen, das wird immer schief gehen.

Wie bereits geschrieben - ich kenne eure Vorgeschichte nicht und auch nicht die jetzige Situation, das ändert aber nichts daran, dass es nur einen Weg gibt, nämlich den, deine Tochter ziehen zu lassen und ihren Weg zu finden. Je nachdem, wie sie ihre eigene Geschichte aufarbeiten wird, wird auch ihr weiterer Kontakt aussehen. Selbst wenn sie sich für längere Zeit abwendet, wird sie vermutlich irgendwann wieder den Kontakt suchen. Den Zeitpunkt allerdings bestimmt sie.
@Bremerin69 , dem was dir turnaner6 geschrieben hat kann ich zustimmen. Bin gleicher Meinung wie er. Lass sie ohne Vorwürfe gehen sage und zeige ihr, dass sie jederzeits bei dir eine offene Türe finden wird. Und kommt sie dann mal mit ihren Sorgen , versuche - so schwer es evt ist - Sätze wie : hab ich mir gedacht .... habe ich doch gesagt .... hättest auf mich gehört ..... selber Schuld ..... usw. bleiben zu lassen.
liebe Bremerin, ich verstehe Dich soooooooooooo gut!
Dieses Thema hatten wir auch schon einmal hier!

ALLE Menschen die Dir bisher geantwaortet haben ,haben DIR kluge und weise Antworten gegeben,ich danke Euch! beherzige sie oder versuche es zumindest,Du wirst Mut und Kraft daraus schöpfen!
ES ist schmerzhaft,ich weiß,aber laß Deine Tochter ziehen, sie wird Ihren Weg finden und auch gehen mit allen glücklichen und leidvollen Erfahrungen!

DU hast allles richtig gemacht!

Mir hat Das Buch" Kraft des Loslassens" v. Melodiy Beattie so sehr geholfen, daß ich es jetzt Dir nochmal empfehle! Es werden tägliche Meditationen für die innnere Heilung beschrieben! Ich möchte Dir aber nix überstülpen ,nur wenn Du magst!
Alles Liebe
swimmy
Hallo Bremerin !
Seit deinem Eintrag ist ja nun schon ein bißchen Zeit vergangen.
Wie sieht es denn mittlerweile aus ?
Ist es wirklich so schlimm geworden, wie du befürchtet hast ?