Der Wohlhabende versucht sich ja gegen den Neid Derer, die weniger besitzen, als er, zu schützen, indem er seinen Besitz verbirgt, oder aber sogar Understatement betreibt, damit er bemitleidet anstatt beneidet wird, denn selbst wenn er sich spendabel zeigen würde, und den Neidern das Maul damit stopft, indem er ihnen großzügige Geschenke macht, ändert das Nichts daran, dass er aufgrund seines enormen Wohlstandes überhaupt dazu in der Lage ist, und die Beschenkten eben nicht.

Desweswegen lehnen es auch Bedürftige ab, große Geschenke von ihm entgegenzunehmen, welche ihre Lage enorm verbessern würden, um sich nicht damit auch noch von ihm zu einem Dank verpflichten zu lassen, den sie ihm niemals entrichten könnten, sodass sie ihm diesen Dank auf ewig schuldig bleiben müssten, wie es zB bei der Verweigerung der Annahme von internationalen Spenden durch die türkische Regierung anlässlich des letzten Erdbebens in der Türkei der Fall war, um sich der weiteren politischen Einflussnahme von Seiten der Spender zu entziehn.

Ein weiterer Punkt ist die sogenannte Eifersucht, bei der es um die Geltung geht, die man bei Jemandem genießt, weswegen die zwanghafte Variante des „nach immer mehr Geltung Eiferns“ besser „Geltungssucht“ genannt werden sollte.

Dieses Eifern kann auch ein Wett-Eifern mit einem Konkurrenten im Kampf um die alleinige Gunst Desjenigen sein, der sie ungleich verteilt, weil der Eine ihm mehr wert ist, als der Andere, was man dann aber auch nicht als Eifersucht bezeichnen kann, sondern eher als Streitsucht, weil das Ziel nicht nur das „Eifern oder Streben nach immer mehr von Irgendetwas“ ist, sondern speziell nach dem Sieg über seinen Gegner, um zu beweisen, dass man der Bessere von Beiden und damit für Denjenigen, um dessen Aufmerksamkeit man mit dem Konkurrenten buhlt, mehr wert ist, als der Nebenbuhler.

Hier spielt sowohl der Neid des vermeintlich zu Unrecht Benachteiligten auf den Bevorzugten eine wichtige Rolle, als auch die Missgunst gegenüber Demjenigen, mit dem man seinen Ehrenplatz bei Jemandem teilen muss, für den man gleichviel wert ist, wie der Andere, die dann zum Ehrgeiz wird, sobald man selber der Bevorzugte ist, und zu geizig, dem ebenfalls erfolgreichen Konkurrenten einen Teil seiner Privilegien, die man sich als Ausdruck seiner eigenen, erlangten Ehrwürde bei dem Umschwärmten erworben hat, abzutreten, um seinen Ehrenplatz, den man bei ihm innehat, nicht mit dem lästigen Konkurrenten teilen zu müssen.
@Filofaxi
Du schreibst u.a.:
Der Wohlhabende versucht sich ja gegen den Neid Derer, die weniger besitzen, als er, zu schützen, indem er seinen Besitz verbirgt, oder aber sogar Understatement betreibt, damit er bemitleidet anstatt beneidet wird, denn selbst wenn er sich spendabel zeigen würde, und den Neidern das Maul damit stopft, indem er ihnen großzügige Geschenke macht, ändert das Nichts daran, dass er aufgrund seines enormen Wohlstandes überhaupt dazu in der Lage ist, und die Beschenkten eben nicht.

da stellt sich mir zuallerst die Frage:
wer von uns ist wohlhabend - wer fühlt sich wohlhabend ?
du - ich ?
jeder, der in seinem Leben gearbeitet hat und sich ein Polster geschaffen für seinen Lebensabend - der kann sich zufrieden zurücklehnen.....
offene und ehrliche Menschen haben es weder nötig, ihren Besitz zu verbergen - noch damit anzugeben....

jeder von uns bekommt jeden Monat die Steuer abgezogen.......die einen mehr - die anderen weniger....
Geschenke macht man nicht um anderen Leuten "das Maul zu stopfen" - sondern man verschenkt etwas, weil man an eine gute Sache glaubt...

......und warum soll man sich das Leben von "Konkurrenzdenken" vermiesen lassen ?
translation hat geschrieben: Je wohlhabender jemand ist, umso mehr kann er was für andere tun.
Allein schon durch die Entrichtung des Spitzensteuersatzes

Materieller Wohlstand ist in erster Linie ein Verteilungsproblem, nicht eine Frage der persönlichen Tüchtigkeit.
Unsere Wohlstandsgesellschaft kann nur deshalb in dieser Form existieren, weil wir auf Kosten der Dritten Welt leben.
Wieso sollte also jemand, der seinen Reichtum zu Lasten anderer erworben hat, diesen dann wieder abgeben?
Wenn er dann "was für andere tut", ist es reine Selbstbeweihräucherung, weil er letztlich nur ein paar Almosen denjenigen zuwirft, die er damit trotzdem in Abhängigkeit hält.
Eine Regulierung etwa über Steuersätze wäre ebenso unwirksam, weil es die Produktivität extrem einschränken würde. Warum sollte sich jemand noch anstrengen, viel Geld zu verdienen, wenn er es dann wieder abgeben soll?

Und wer sich einbildet, in der Jugend dafür fleißig zu arbeiten, um im Alter vom angelegten "Polster" leben zu können, sollte mal einen Blick in die Geschichte werfen.
Sowohl meine Großeltern als auch meine Eltern haben ihr fleißig angespartes Geld komplett in der Weltwirtschaftskrise 1929 bzw. in der Währungsreform 1948 verloren.
Ich weiß nicht, ob es unsere Generation noch schafft, mit einem blauen Auge davonzukommen, aber spätestens die nächste Generation zahlt die Zeche dafür, dass unsere Regierung jetzt so großzügig Geld, das sie gar nicht hat, zum Fenster hinauswirft!
wem sagst Du das ?
meine Großmutter hat alles Ersparte verloren und meine Eltern haben mit 60 DM oder waren das 40 ? neu angefangen....
das ist mit ein Grund, weshalb unser Sicherheitsbedürfnis in Deutschland so groß ist....

natürlich gibt es Leute, die geerbt haben und deshalb zu Wohlstand gekommen sind.....
genauso oft gibt es Leute, die sich selber etwas aufgebaut haben....
ja - wir sind die "Wirtschaftswunder Generation".....unsere Eltern haben geschuftet und dazu beigetragen.....

ja - unsere Generation hat davon profitiert....es war immer Arbeit da.....und wenn mir Geld gefehlt hat, haben ich einen zweiten Job angenommen....

auf die Enkel-Generation kommen enorme Probleme zu.....vielleicht werden sie uns verfluchen, weil wir z.B. nicht früher auf die Umweltprobleme reagiert haben....weil wir es zu lange als selbstverständlich und unser gutes Recht gehalten haben zu konsumieren was unsere Eltern aufgebaut haben.....
Ich möchte bei diesem Thema die Verteilungsproblematik ansprechen - die ist ja nicht ohne.

Es wäre eine Frage der Gerechtigkeit, gigantische Vermögen nicht bei Einzelpersonen anwachsen zu lassen.
Diese Vermögen kommen ja von irgendwo her - sie kommen vor allem von denen, die weniger besitzen.

Diese Superreichen drücken sich davor, ihre Steuern zu bezahlen - sie betrügen die Allgemeinheit.
Sie könnten ja auch ihre Produkte billiger hergeben ...

Wenn man die gigantische Vermögenskumulation der Gegenwart kritisiert, gerät man schnell in den Verdacht des Neides.

Wo Ungerechtigkeit draufsteht, ist nicht immer Neid drin.
Da ist sehr oft die Sorge um Zukunft drin - ein so starkes Ungleichgewicht der Vermögensverteilung ist eine ernsthafte Gefahr für den sozialen Frieden.
wie willst Du den Superreichen ihr Geld wegnehmen ?

wer vor den Wahlen bekannt gibt, dass er die Reichen vermehrt besteuern möchte - der muss damit rechnen, dass er nicht wiedergewählt wird....

Trump wurde u.a. deshalb gewählt, weil er Steuererleichterungen versprochen hat.....
ps:
eine Bekannte von mir jammert mir jedes Jahr vor, wieviel Steuern sie bezahlen muss......
während ich froh bin, dass ich solche Vermögens-Sorgen nicht habe......
manchmal denke ich, dass sie mich beneidet..... :wink:
wer viel Steuern bezahlt - verdient auch viel ...
Zufriedenheit ist mit Jammerei nicht zu erreichen :wink:
Wäre es besser, wenig zu verdienen und kaum Steuern zu bezahlen?

Macht das zufriedener, wenn man nicht weiß, ob man seine Wohnung nach der nächsten Mieterhöhung noch bezahlen kann?

Es ist für mich ein Unterschied, ob jemand nur jammert oder berechtigte Kritik an ungerechten Verteilungsmechanismen übt.
Wieso bezahle ich als Rentner z. B. Steuern auf ein Einkommen, das bereits versteuert wurde?
Und wieso steigt mit einer Rentenerhöhung unproportional der Anteil, den ich dafür ans Finanzamt abführen muss?

Ist das jetzt Jammern? Nein, ich bin dankbar, dass ich immer noch mein Leben mit meiner Rente finanzieren kann!
Doch sollte ich einmal in ein Pflegeheim umziehen müssen, sieht die Sache schon erheblich anders aus. Da kann ich mir nur wünschen, nicht so alt zu werden, um meine Kinder nicht finanziell zu belasten!
Immerhin möchten sie ja auch noch ihr "Polster" fürs Alter zurücklegen!
Wohlhabend ist Derjenige, der nicht auf die Unterstützung durch Andere angewiesen ist, was nicht nur den materiellen Reichtum, wie die körperliche Gesundheit oder den wirtschaftlichen Wohlstand betrifft, sondern auch den sozialen, wie den politischen Einflussreichtum, sowie das geistige Urteilsvermögen, von dem ja bekanntlich Alle der Meinung sind, genug davon zu besitzen, um nicht auf die Weisheit Anderer angewiesen zu sein.

Hier kann die Überheblichkeit auch dazu beitragen, nicht neidisch zu werden, indem man einfach ignoriert, dass es auch noch Andere gibt, die besser dran sind, als man selber.

Die tatsächlich einflussreicheren Machthaber hingegen beherrschen die weniger Mächtigen damit, indem sie ihre Gaben ungleichmäßig verteilen - nach dem Motto „Teile, um zu herrschen“ , indem sie die mögliche Front einer Solidarisierung von Schwächeren gegen den Starken von vornherein mit dieser vorsätzlichen Ungerechtigkeit spalten.

So wird nicht nur der Neid des Benachteiligten auf den Bevorzugten erzeugt, sondern auch die Wut über den Geiz des ungleichmäßig Verteilenden auf den von ihm Bevorzugten gelenkt, sodass der Verursacher dieses Missverhältnisses lediglich als ungerecht da steht – so, als ob es eigentlich seine Aufgabe sei, seine Brosamen sozial ausgewogenen zu verteilen, um als gerecht zu erscheinen, wobei sein Herrschaftsposition selber, die er mit Hilfe seines Reichtums eigenmächtig eingenommen hat, durch die von ihm beherrschten Diener gar nicht mehr in Frage gestellt, sondern als überlebensnotwendig akzeptiert und sogar noch gegen jede Kritik daran mit aller Kraft verteidigt wird.

So bekämpft auch Derjenige, der von seinem Partner für einen Anderen verlassen wurde, nicht seinen abtrünnigen Partner selber, sondern den Beneidenswerten, der nun dessen Gunst alleine genießt, weil er meint, er könne durch vermehrte Anstrengung den scheinbar in einem Irrtum befindlichen Partner zurückerobern, um sich nicht damit abfinden zu müssen, dass er nicht mehr der von seinem Konkurrenten Beneidete ist im Kampf um die Gunst seines egoistischen Partners, der seine Aufmerksamkeit nicht zwei Partnern gleichzeitig widmen will.

Die Aufforderung, sich mit dem Wenigen freiwillig zufrieden zu geben, was Einem gerade noch zum Überleben geblieben ist, nachdem Einem das Meiste weggenommen wurde, ist reiner Zynismus im Gegensatz zur Empfehlung, sich mit dem erreichten Wohlstand zufrieden zu geben, weils die Anstrengung nach noch mehr Reichtum nicht wert ist, wie bei den unerreichbaren Trauben, bei denen man sich dann damit tröstet, dass sie eh zu sauer (verdient) seien.
kundgeba hat geschrieben: wer viel Steuern bezahlt - verdient auch viel ...
Zufriedenheit ist mit Jammerei nicht zu erreichen :wink:


so ist es....
ein großes Vermögen muss verwaltet werden....das kann stressig werden...
deshalb bin ich froh, dass ich nur so viel habe wie ich selber verkraften (und verwalten) kann.....

die Reichen werden immer beneidet - ich beneide sie nicht....
@Herbstrose
Du schreibst u.a.:
Wieso bezahle ich als Rentner z. B. Steuern auf ein Einkommen, das bereits versteuert wurde?

genau das frage ich mich seit Jahren....
jeden Monat wurde und werde ich besteuert und als ich mein Erspartes in Aktien angelegt habe - wurde ich NOCHMALS besteuert....das ist ganz klar eine Doppelbesteuerung...
tja - die Welt ist ungerecht.....dennoch bin ich zufrieden... :wink:

warum ?

weil ich in einem Land lebe, das eine einigermaßen gerechte soziale Fürsorge versucht zu erreichen.....
andere Länder beneiden uns !
Mit bereits versteuertem Geld bezahlt man im Supermarkt die Mehrwertsteuer.
den Unterschied zwischen der Höhe der gezahlten Mehrwertsteuer und der Kapitalertrags-Steuer müßtest Du eigentlich kennen - oder ?
Gebt kein Geld aus - dann braucht ihr keine Mehrwertsteuer zu bezahlen.

Natürlich wurde bereits als wir arbeiten gingen unser Lohn versteuert - na und?
Es ist nichts anderes als die Einkommensteuer, die Unternehmer auch bezahlen müssen.

Wenn man etwas in Anspruch nimmt - dann hat man auch seinen Beitrag zu leisten. Ausserdem sind wir doch eine Gemeinschaft - und da bezahlt man eben auch manchmal für andere mit.

Wer das nicht will - sollte auswandern - in den Dschungel - da wird er kein Geld verdienen und braucht daher auch keine Steuern zu bezahlen.
Nur ob diese Lebensqualität erstrebenswert ist - ich mache das sicherlich nicht.

Ich bin froh - ein gutes Gesundheitssystem zu haben - wo ich natürlich auch durch Krankenkassenbeiträge mitzahlen muss.
Na und..
Wie bereits erwähnt nur wer viel verdient, zahlt auch viel.
Dennoch bleibt im genug zum Leben - !!!

Man sollte immer schon alles von beiden Seiten betrachten....