Ich selber bin zwar nicht betroffen, aber meine Schwester hat im November ihren Mann nach 44 gemeinsamen Jahren verloren und ihn am Schluss gepflegt, die letzten Tage sogar mit gebrochenem Arm. Ich bekomme also bei ihr mit, wie sich das für sie anfühlt. Sie hat sich jetzt mit zwei andern Witwen zusammengschlossen und sie kochen alle paar Tage gemeinsam, damit keine vergisst, dass sie essen muss.
Biggi,
Zu demThema wurde in Rat und Lebenshilfe auch noch ein paarmal geschrieben.
Ich habe es gemacht wie Du...umgezogen aus dem geliebten Häusle..fast alles zurückgelassen ausser ein paar liebevollen Erinnerungen...doch der Schmerz und die Trauer sind auch mitgezogen..
Mir hat und hilft das Schreiben...wenn ich ein Ventil brauche...
Zeitweise habe ich Bücher verschlungen über das Leben nach dem Tod...ich bin meinem Liebsten nachgerannt um ihn zu finden..und doch war er nicht immer hier bei mir...im Herzgrund auf mich wartend dass ich heimkehre zu mir?
Unsere Vorausgegangen begleiten uns heim ..zu uns selbst..so empfinde ich es momentan.

Lass Dir Zeit für Deine Trauer..Zeit für Dich...und Zeit für Menschen die mit Dir zu Tische sitzen und Ihr Euch stärkt...wie Shekinah es so schön beschreibt

..und viel Zeit zum Lachen und Weinen...es ist ja so nah beieinander

Im Loslassen und Wiederfinden verbunden

Nichts geht verloren

Nabile
Meist entsteht durch so einen unwiderruflichen Abschied und Verlust eine bis dahin unbekannte Gefühlswelt.

Man muss es erst erlernen, diese in seinem ganzen Umfang zulassen zu können.

Das ist sicher wichtig. Trauer braucht genug Raum und gar keinen Kalender, keine Uhr.
Irgendwann klopft auch wieder Freude, ja auch Lachen an. Dann heißt es gleich die Türe öffnen und sie ins Leben lassen.

Dies jedoch ist niemals ein Verrat am geliebten Verstorbenen, es ist der Urauftrag und den gilt es zu erfüllen.

Ich wünsche Biggi und allen anderen Betroffenen feste, sichere Schritte auf diesem Weg.
Biggi, zuerst mein tiefstes Mitgefühl für deine aktuelle Lebensphase! Bei mir geschah das Unfassbare im Juni letzten Jahres ganz plötzlich. Es wurden schon wunderbare Sätze hier geschrieben und ich schließe mich an. Nur, jeder trauert anders und hat unterschiedliche Bedürfnisse. Für mich war zB eine Trauergruppe nicht möglich. Die vielen anderen Schicksale halfen mir nicht weiter, sondern machten mich noch trauriger. Mit Ratschägen bin ich sparsam. Ich kenne den täglichen Kampf um das seelische Überleben und dadurch, dass ich nun schon zum zweiten Mal verwitwet bin, weiß ich um deinen aktuellen Schmerz, aber auch um die große Chance, das Leben wieder völlig neu erleben zu können und sich selbst auch. Wir können gestärkt aus diesem Tal der Seelenschmerzen herauskommen und (nach Hermann Hesse) "gesunden". Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen ganz persönlichen Weg findest! Liebe Grüße
Hallo, bei mir ist es es 4 monate her, dass mein Mann nach 32 Jahren Ehe verstorben ist. Ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht. Hoffe auch dass es in naher Zukunft besser wird.
Gruss
Hallo. Leider bin ich auch betroffen. Nach fast 27 Ehejahren sass mein mann als ich nach Hause kam einfach tot vor dem Schreibtisch. Ich kann es nicht vergessen und werde mir auch immer vorwerfen dass ich nicht eher navh Hause gekommen bin. Haette es aber was geändert? Ich Weiss es nicht.
Ich habe vorher auf 450 Euro Basis gearbeitet. Jetzt arbeite ich auf Lohnsteuer Karte. Allerdings habe ich mich erst um die abendschichten gerissen um abends nicht allein zu sein, hab nur gearbeitet um abgelenkt zu sein. Wenn ich zu haus war bin ich oft sofort wieder weggefahren. Irgendwann bin ich dann zur Kur gefahren. Da hab ich gelernt allein zu sein. Am liebsten mag ich es jetzt mit dem Ebike am Wasser entlang zu fahren. Das bringt mir Ruhe. Vermissen werde ich ihn immer. Aber ich möchte wieder glücklich werden.
Mein Mann starb im November 2017 und ich komme immer noch nicht klar und vermisse ihn nach wie vor sehr. Immerhin heule ich nicht mehr. In der Anfangszeit habe ich so viel geheult, wie ich gar nicht gedacht habe, dass das geht. Irgendwann hatte ich aber das Gefühl, dass ich genug geheult habe und nicht mehr heulen will. Aber es ist nicht nach einem Jahr deutlich besser. Vielleicht sollte ich auch umziehen. Darüber denke ich immer wieder nach.
Als mein Mann 2009 starb, habe ich gedacht, die Welt geht unter, ich saß im Krankenhaus an seinem Bett, fragte mich und nun?
Ich war von einer Sekunde zur anderen alleine. Da fiel mir ein.
Zuhause sitzt ein kleiner Hund (Daisy, Vorgängerin von Flocki) der hat gerade sein Herrchen verloren und hat jetzt nur nach dich, dafür muss das Leben weitergehen.
Also habe ich mir ein Taxi bestellt und bin nach Hause gefahren. Daisy war meine Lebensversicherung, für sie habe ich weiter gelebt.
So 6 Monate später hatte ich auch Fluchtgedanken, habe mir überlegt, das Haus aufzugeben und irgendwo in eine andere Stadt zu ziehen.
Dann habe ich mich gefragt, warum??
Wiederkommen tut mein Mann nicht. Wie soll ich Umzug, Hausverkauf, was neues suchen usw. regeln?
Ich habe mich dann entschieden keine Experimente zu machen, sondern zu bleiben wo ich war.
Hier kannte ich alles. Die vertraute Umgebung gab mir Sicherheit.
Statt umzuziehen, habe ich Handwerker bestellt, Renoviert, neue Fenster und Türen bestellt. So wie mein Mann es schon öfter mal besprochen hatten, aber wegen der vielen Krankenhausaufenthalte noch nicht in die Tat umgesetzt hatten.
Heute bin ich froh so gehandelt zu haben. Die Erinnerung an meinen Mann gibt mir Halt und Sicherheit.
Jeder Mensch ist anders und handelt anders, da kann man keinen Rat geben.