Igelstachel hat geschrieben: Gerade meine Generation hat viel einstecken müssen, als Nachkommen von Deutschen die den 2. Weltkrieg entfacht haben.
Leben war schon immer Kampf.


Vielleicht korrigiert ja das Deine Meinung

http://www.terra-kurier.de/Vor85Jahren.htm
Vielleicht sollten die Admins Shekinah mal darauf aufmerksam machen, dass sie
kein Terrier sein sollte, der sich unablässig an einer Person festbeißt .
Verdandi schreibt:
Leuchtende Vorbilder" sind auch nur idealisierte Vorstellungen, monumentgewordene Symbole, von denen alles menschliche längst abgefallen ist.

Das finde ich nicht!
Beispielsweise war ‚Albert Schweizer‘ ein ‚leuchtendes Vorbild‘ -
menschlich als Arzt in Lambarene
bis zu seinem letzten Atemzug!

Es gibt viele Vorbilder.
Erst wirkt die Erziehung von Eltern, Familie und Erziehern....
Aber ab dem Erwachsensein findet der junge Mensch selbst Vorbilder, die er bewundert, denen er nacheifert.
Natürlich wirken die Menschen der vorhergegangenen Generation an den Lebensumständen, die zu den Voraussetzungen (Karma) für die Angehörigen der Folgegeneration werden, immer mit – sowohl im Guten, wie im Schlechten.

Daher ist es zynisch zu behaupten, nur die Menschen der gegenwärtigen Generation seien die Verursacher des aktuellen Wohlstandes oder Missstandes, und damit alle selber „in der Schuld“, wobei auch nicht klar ist, Wer Wem Was schuldet, um die jeweilige Dankes- oder Bußschuld zu tilgen.

Da aber der bewirkte Schaden oder Nutzen oft nicht wieder rückgängig und schon gar nicht ungeschehen gemacht werden kann, gilt es zumindest, sich als Täter mit seinen Opfern nachträglich zu versöhnen, indem man seine Tat bereut und verspricht, in Zukunft achtsamer zu sein.

Findet die Versöhnung nicht statt, indem die Mitglieder der älteren Generation verantwortungsloserweise nach dem Motto leben: „Nach mir die Sintflut!“, kann man davon ausgehen, dass die Schädigung kein Versehen war, sondern mit Vorsatz geschah, sodass die Opfer noch einmal geschädigt werden, indem die Täter ihnen den Schadensausgleich, der ihnen gerechterweise zusteht, schuldig bleiben.

Gerade von Älteren kann man verlangen, dass sie sich ihrer Sünden bewusst sind, und wissen, wie man sich mit den damals in jugendlichem Leichtsinn versehentlich geschädigten Opfern wieder versöhnt, sodass die dumme Ausrede der naiven Ahnungslosigkeit im Alter nicht mehr überzeugt.

Wenn die dann den Kopf tief in den Sand stecken, mit dem Argument, sie könnten eh nichts mehr dran ändern – nur, weil sie ihr falsches Selbstbild nicht revidieren wollen - , so ist das eine noch viel asozialere Haltung, als wenn dies die jungen Menschen sagen, die noch zu wenig Lebenserfahrungen haben, um zu ermessen, was nicht nur nötig wäre, sondern auch möglich ist, um gemeinsam Lebensbedingungen zu schaffen, die auch den wirtschaftlich Benachteiligten gerecht werden.

Profiteure des Wirtschaftswunders nach dem Krieg, welche sich als rücksichtslose, neoliberale Egoisten die Auffassung der Existenzialisten zu eigen gemacht hatten, dass es gar keine anderen Menschen auf der Welt gebe, und sie daher schizophrenerweise nur sich selber gegenüber verantwortlich seien, indem sie sich selber ihre eigenen Gesetze schreiben, erzogen zB ihre Kinder in der selben menschenverachtenden, sozialdarwinistischen Weise, die besagt, dass nur die wirtschaftlich und damit auch politisch Stärksten das Recht dazu haben, auf Anderen nach Belieben rumzutrampeln – ganz gleich, wie sie auch immer in diese Machtposition gelangten.

Diese von den Eltern vorgelebte, ideale Norm der hemmungslosen Bereicherung auf anderer Leuts Kosten, welche nicht nur in der Theorie existiert und als moralischer Richtungsgeber fungiert, sondern die man auch als eine asoziale Grundeinstellung realisieren kann, welche als Selbstzweck alle Mittel rechtfertigt, wurde dann von ihren Kindern als deren geistiges Erbe natürlicherweise – wie ein auswendig gelerntes Glaubensbekenntnis - unreflektiert übernommen, um deren Wohlwollen nicht zu verlieren, was dem Kinde noch wichtiger ist, als dem kategorischen, göttlichen Imperativ von Kant zu folgen, der ja angeblich à priori bereits in jedem Menschen als „Zwang zum sozialen Gutsein für Andere“ von Geburt an angelegt ist.

So wurde diese asoziale Einstellung bei den Kindern – selbst wenn Jene sie in der Jugend als Hippie vielleicht kurzfristig in Frage stellten – später jedoch genau so in die Tat umgesetzt, wie bei den Eltern abgeschaut, sobald sie festgestellt hatten, dass deren Vorgehensweise auch ihnen den gewünschten Erfolg brachte, und nur in dem Falle ihres Scheiterns vielleicht zwangsweise geändert.

Hierbei diente dann die Opferrolle, mit der sie als Täter später gerne von sich ablenkten, dazu, den schwarzen Peter ausschließlich Denjenigen in die Schuhe zu schieben, die noch rücksichtsloser als sie selber waren, was genau so profitabel für sie war, um ihren "guten Ruf" in einer christlich verbrämten Konsum- und Leistungsgesellschaft zu bewahren, wo der Lohn für die vergebliche Müh im Jenseits des Todes winkt (und nicht etwa im Raum der sozialen Beziehungen jenseits des materiellen Reichtums, von dem in der Bibel die Rede ist).

Damit sicherten sie sich also – soweit sie sich nicht aus Verzweiflung zu Tode gekifft hatten - letztlich in den Augen der Allgemeinheit das Recht, als Schwächere wenigstens die moralisch Besseren zu sein - so, als beruhe ihr Misserfolg nicht auf Schwäche, sondern sei ein uneigennütziges, soziales Opfer, damit auch Andere mal die Stärkeren sein dürfen.

Ähnlich scheinheilig wirkt das Argument der Altersweisheit, mit der Menschen aufgrund von größerer Lebenserfahrung angeblich sozialer denken, wenn die plötzliche Altersmilde tatsächlich jedoch nur auf einer zeitlich begrenzten, krankheitsbedingten Schwäche beruht, und der vermögende Opa – sobald er wieder zu Kräften kommt – seinen Nachkommen nach wie vor wieder mit Enterbung droht, wenn sie sich nicht von ihm zur christlichen Nächstenfürsorge zwingen lassen, obwohl er dieser Leistung überhaupt nicht würdig ist, nachdem er seine Familie vorher bereits ein Leben lang nach allen Regeln der Kunst mit seinem betrügerisch auf deren Kosten erworbenen Reichtum schikaniert hat.
Ein dermaßen düsteres Menschenbild durch sämtliche Generationen aufzuzeigen, ist mir zu negativ.
Sicherlich gab es zu allen Zeiten Verursacher von Missständen aller Art oder von Wohlstand, der sich ab und an im Nachhinein auf Kosten der Nachwelt herausstellte.

Doch gab es in jeder Generation bis heute immer auch Menschen jeden Alters, die mit ihrem und dem Leben anderer achtvoll umgingen, die ihre Ansprüche und Zukunfstpläne nicht bis ins Unendliche hochschraubten, die sich für
den Erhalt von Frieden, von Natur und Lebensfreude einsetzten.

Von Ausnahmen abgesehen fand dieses meist im Kleinen statt und wurde eben nicht in Szene gesetzt,
Da gab es durchaus den Opa, der durch Fleissarbeit sich etwas Geld ansparen konnte, dabei aber nie unanstänidg mit sich und der Welt umging.
Da gab es auch die Hippiekinder, denen ihre Protestaktionen ein freieres Leben versprach, sie dabei aber nicht abstürzen ließ.

Jugend hat wohl Zeit ihres Lebens immer versucht,
alte Strukturen ihrer Vorfahren aufzubrechen, die aufgestellten politischen, geistigen oder gesetzlichen Grenzen zu sprengen.
Eine mutige Einstellung finde ich, müusen wir doch häufig feststellen,
in etlichen Dingen hat sie uns eines voraus...........Frische.
Auch mir ist dieses Bild zu duster und negativ, filofaxi, aber ich will dir eine Geschichte aus meinem Leben erzählen.
Es war ungefähr 66 oder 67, ich wurde zur Kur in den Suedschwarzwald Nähe Badenweiler geschickt.
An einem Wochenende konnten wir an einer Busfahrt teilnehmen in die Schweiz, bis nach Montreux ging es.
Wir waren 4 junge Mädchen im Kurheim, alle anderen waren steinalt, wir so um 20 rum.
Es war ein vergnüglicher Tag, so viel zu sehn, wunderschönes Wetter, wir haben erzählt, gekichert, gelacht, wir waren glücklich.
In Montreux beschlossen wir in ein Café zu gehen, es sah hübsch aus, Terasse, Sonnenschirme und wir fühlten uns wie große Damen.
Da saßen wir an einem Tisch, beschlossen Eis zu essen und warteten auf die Bedienung. Wir winkten, wir riefen : hallo, nichts geschah. Neben uns wurde bedient, hinter, vor uns, nur zu uns kam niemand. Wir warteten sicher eine halbe Stunde und wieder ein Versuch, nein, wir existierten nicht für die Bedienung.
Wir 4 schauten uns an und plötzlich wussten wir in der gleichen Sekunde warum:
Wir waren Deutsche.
Wir standen auf, von der Fröhlichkeit war nichts mehr da.
Der schöne Tag, er war zerbrochen.
Ich sehe es heute noch vor mir, ich kann mich noch an unseren Tisch erinnern, es ist immer noch present. Ja, es hat weh getan.
Nein, wir haben nicht gehadert, niemanden verwünscht, es war eine Rechnung die wir zahlen mussten.
Tatsaechlich haben andere junge Deutsche in dieser Zeit ähnliche Erfahrungen gemacht.
So etwas ähnliches ist meinem Mann und mir mit unserem damals ungefähr 2jährigem Sohn auch passiert. Wir saßen da und winkten und suchten,
nach ganz langer Zeit kam ein Kellner und sagte, sie hätten geschlossen.....

Die anderen Eis essenden Gäste und Kellner haben das anscheinend auch nicht gewusst, daß da eigentlich geschlossen war .....
Die Diskriminierung ist keine Person, der man vorwerfen kann, dass sie andere Menschen diskriminiert, sondern es sind immer nur Menschen aus Fleisch und Blut, die das tun. Insofern kann man ihnen das auch vorwerfen, selbst wenn man sie nicht dafür zur Verantwortung oder zur Schadensausgleichsleistung heranziehen kann, weil man keine Machtbefugnisse dazu hat.

Die Tatsache, dass die Diskriminierung sogar auch von jungen Leuten praktiziert wird, die sich nicht für ein Unrecht rächen, was man ihnen im Krieg angetan hat, sondern es den Alten lediglich gewohnheitsbedingt nachmachen, um ihnen zu gefallen, ist ebenfalls kein Grund, es ihnen nicht zum Vorwurf zu machen, denn es gibt keine gesellschaftliche Taten durch Menschen, mit denen keine soziale Auswirkungen für andere verursacht werden.

Hier sind besonders die Alten in der Pflicht, den Jungen ein positives Verhalten vorzuleben, welches als nachahmenswert gilt, indem sie ihr eigenes Sozialverhalten ständig auf den Prüfstand stellen, um sie zu einem sozial erfolgreichen Kulturwesen zu erziehen, anstatt von den Jüngeren zu verlangen, Rücksicht auf das asoziale Verhalten Älterer zu nehmen, die über genug Macht verfügen, um es notfalls auch mit Repressalien erzwingen zu können.

Ziel einer kulturellen Entwicklung von Menschen ist es, zu verhindern, dass sie auch noch im Erwachsenenalter asoziale Egoisten bleiben, die - so wie sie geboren wurden – ständig meinen, um ihr Überleben kämpfen zu müssen und - ausgestattet mit dem offiziellen Welpenschutz - dabei notfalls auch straflos über die Leichen anderer Menschen gehen zu dürfen, wobei dieser Notfall dann mit der Zeit zum Normalzustand wird, und das damit verbundene Ausnahmerecht zum Gewohnheitsrecht.

Denn auch wenn die Mehrheit straflos über Minderheiten herfällt und sie als Hexen verbrennt in der Irrmeinung, damit irgendwelche Naturkräfte besänftigen zu können, welche ihnen angeblich als Strafe für zivilen Ungehorsam die Pest geschickt haben, ist das deswegen noch lange nicht rechtens im Sinne von sozialen Gesetzen, welche dazu da sind, die Schwachen vor der Willkür der Starken zu schützen.

Dieses Bestreben ist es auch, was den Kulturmenschen im Wesentlichen charakterlich von dem Naturmenschen unterscheidet und ihn zum leuchtenden Vorbild dessen macht, wie er sein kann, anstatt lediglich als düsteres Abbild einer hässlichen Karikatur dessen zu dienen, wie der Mensch nicht sein sollte.
Ach filofaxi, ich will nur über den letzten Absatz nachdenken, damit komme ich schon nicht klar.
Ein Kulturmensch als leuchtendes Beispiel hinzustellen für einen Naturmenschen.
Was verstehe ich hier nicht.
Du meinst Naturvölker, so wie Aborigines, Indianerstämme?
Ich habe vor denen größten Respekt, auch wenn sie Shakespeare oder Goethe nicht deklarieren können.
Sie sind uns nicht unterlegen, sie achten die Natur, haben Respekt leben nach ihren Gesetzen.
Das habe ich doch jetzt irgendwie falsch verstanden, oder?
@Igelstachel,

was dir Mitte/Ende der 60-Jahre in Montreux geschehen ist, habe ich Anfang der 80-ger Jahre in der Normandie ebenfalls erlebt.

Und habe es als junger Mensch als sehr bedrohlich empfunden. Ich persönlich war mir überhaupt keiner Schuld bewusst, warum mir solche Feindseligkeit entgegengebracht wurde.

Vor ein paar Jahren bin ich nochmals mit dem Wohnmobil in der Normandie unterwegs gewesen und habe aufgrund vorheriger Erlebnisse zu meiner Überraschung gesehen, dass dort oben an der Küste touristenträchtig Geld mit der Besichtigung alter Bunkeranlagen etc. verdient wird ...
In den 50er/60er Jahren waren wir Kinder mit den Eltern häufig in Holland.
Dort empfahl man uns, so wenig wie möglich deutsch zu sprechen,
weil Deutsche zu der Zeit nicht besonders beliebt waren.

Später in den 70ern besuchten wir häufig in Verwandte in Frankreich
Dort sprachen wir in der Öffentlichkeit häufig niederländisch, weil vorwiegend in den ländlichen Gegenden etliche Franzosen auf Deutsche nicht gut zu sprechen waren.
Unsere Eltern hatten uns vorher die Gründe erklärt, so wussten wir um
die Situation.

Gott lob, haben sich die Menschen in Europa zu einem weitestgehend friedlichen Miteinander bekannt.
Deshalb müssen wir uns
gegen das Zusammenrotten der Rechtspopulisten aussprechen, weil sie diese Gemeinschaft mit einer "Ich-first-Ideologie" zerstóren wollen.
ich glaube, dass @filofaxi mit der "Kultur" etwas anderes gemeint hat.....

jede Generation muss "ihre Kultur" neu erfinden und neu leben.....

wenn sie das nicht tut, wird sie in den "Raubtierstatus" absinken:
d.h. jeder nimmt sich so viel er kann
jeder versucht, stärker und besser als sein Nachbar zu sein....
d.h. ein großes Konkurrenzdenken - nur geringes Gemeinschaftsdenken
@Nettestierfrau
Du schreibst u.a.:
Deshalb müssen wir uns
gegen das Zusammenrotten der Rechtspopulisten aussprechen, weil sie diese Gemeinschaft mit einer "Ich-first-Ideologie" zerstóren wollen.


ich weiß sehr genau von was du redest, denn ich habe es als Kind in Dänemark erlebt.....
ein ganzes Volk wird ausgegrenzt und bestraft - Sippenhaft .....
Ich glaube, dass die Aversion gegen Deutsche, die @Igelstachel in Montreux wahrgenommen hat, wohl weniger mit einer früheren Schuld der Deutschen zu tun hatte, sondern mehr mit dem Zeitgeist, der damals in der Schweiz herrschte ... und der dann 1970 in der Schwarzenbach-Initiative seinen Höhepunkt fand.

Heute würde man das wohl unter "Switzerland first" einstufen ... auch wenn damals der Ausländeranteil nur rund 17% betrug gegenüber den heutigen 25% (also doppelt so hoch wie in Deutschland).
Ich sehe das Problem eher darin begründet, weil sich die Deutschen selbst ständig niedermachen und Andersdenkende ganz schnell Nazi nennen, dass die anderen einfach nur auf den Zug aufspringen, weil sich der Deutsche ja nicht wehrt oder gar abstellt so behandelt zu werden. Aber heute ist das Meiste viel besser geworden weil wir uns klein machen und fast alles bezahlen.