Auch Du hast recht, liebe Lionelle. So etwas lässt sich nicht backen. Und auch wenn ich weder Würstchen noch großer Winnetou bin, begleitete ich Dich gern dahin, miteinander das verbindliche ich-bin-du-bist vor Ort zu entdecken. Als Mensch, als Gedanke, der jederzeit überall wirkt, anwesend ist, wenn er gesehen, besser gedacht werden will. Ich bin weeny2 (wɪənitu:), Deine Begleitung, wann immer Du mich ansprichst.
Der Irrtum bei dem angemaßten Besitzanspruch auf das, was man begehrt, solange man es noch nicht besitzt, und auf das, was man liebt, nachdem man es in seinen Besitz gebracht und zu schätzen gelernt hat, ist folgender:

Es gibt kein Recht darauf, Alles automatisch auch in Besitz nehmen und alleine beherrschen zu dürfen, nur weil man es begehrt, oder es auch behalten zu dürfen, um es dauerhaft alleine zu nutzen, nur weil man es liebt.

Das betrifft auch exklusive Nutzungsrechte an Menschen, weil dies gegen die guten Sitten verstößt, bei denen Sklaverei als unmoralisch gilt – auch dann, wenn man ihnen dafür im Gegenzug auch dieselben Nutzungsrechte an Einem selber gewährt.

Das, was man als Amorie oder Liebesbeziehung unter Menschen bezeichnet, beruht auf dem, was den Einen für den Andern liebenswert macht, weil er ihm damit Freude bereitet, und daher als sein Freund bezeichnet wird.

Beruht die Lieblichkeit des Geliebten auf Gegenseitigkeit, nennt man diese auf gegenseitiger Liebe beruhende Liebesbeziehung unter Freunden, die einander Freude bereiten, auch Freundschaft – ganz gleich, welche nützlichen Eigenschaften die Partner auch immer füreinander liebenswert macht.

Da zur Aufrechterhaltung der Freundschaft allerdings die Bereitschaft gehört, dem Anderen auch dann sein Wohlwollen zu schenken, wenn der mal nicht in der Lage ist, Einem Freude zu bereiten, führt das Anliegen, diesen Freund auch dauerhaft als Freund zu behalten, dazu, dass man der Freundespflicht der Treue genügen muss, welche u.a. besagt, dass man das Versprechen einhalten muss, ihn nicht für einen Anderen, der Einem mehr Freude zu machen verspricht, zu verlassen.

Wird das Versprechen gebrochen, verliert der Untreue seine Vertrauenswürdigkeit, worauf die Freundschaft beruht, sodass er unweigerlich eine Feindschaft daraus macht.

Der Anspruch auf exklusive Freundschaft, die jede anderweitige Freundschaft ausschließt, um nicht mit einem Besseren verglichen werden zu können, der Einen als Konkurrent im Kampf um die Gunst des Anderen aussticht, ist zwar verständlich, weil man damit einer narzisstischen Kränkung durch Abwertung vermeiden will, aber deshalb noch kein verbrieftes und damit einklagbares Recht.

Was man hingegen Inanspruch nehmen darf, ist ein Recht auf Schadensausgleich für den Fall, dass Jemand Einem die Partnerschaft kündigt, die auf einem Vertrag beruht, den er selber unterschrieben hat, und in dem auch eine Schadensausgleichsklausel vereinbart wurde für den Fall, dass Jemand den Anderen willkürlich zu dessen Nachteil zu schädigen versucht, was nicht nur das Ende der Partnerschaft bedeutet, sondern natürlich auch das der Freundschaft.

Ansonsten ist das Geliebtwerden für den Geliebten erst dann wertvoll, wenn auch eine Leistung damit verbunden ist, wie etwa eine besondere Aufmerksamkeit oder andere Zuwendungen, mit dem der Bedürftige versorgt wird, sodass man von Nächstenfürsorge reden kann, und nicht nur von Nächstenliebe, für die sich nur der Eitle was kaufen kann, indem er sich vorstellt, dass er auch deshalb auch liebenswert sein müsse, wenn man ihm damt schmeichelt, um seine Gunst zu erlangen.

Insofern kann man zwar beliebig viele Menschen lieben, aber sich nicht um Alle gleichermaßen kümmern, um für Alle liebenswert zu sein.
Guter Sex ist ein Geschenk und fängt bei mir im Geist an.
Heute und jetzt kann ich mir nicht vorstellen, mich mit einem Mann zu verbinden,
der mir keine Exklusivität und Treue gewährleistet

Es fängt mit HIV und sämtlichen GS Krankheiten an und hört mit dem fahlem Beigeschmack auf...
Schließlich habe ich auch noch einen Freundeskreis und Kinder...

Das hätte ich mal vor 20 Jahren und da machte es mich nicht glücklich....

Alt und weise werden möchte ich und nicht peinlich...
Sexarbeiter, die davon leben, dass sie ihren Partnern sexuelles Vergnügen bereiten, können sich seit der Erfindung des Kondoms leicht vor Infektionen schützen, sodass ihr exklusiver Nutzungsanspruch ebenfalls nicht gerechtfertigt ist – es sei denn, sie verstehen ihr Handwerk so gut, dass sie allen Anderen deshalb vorgezogen werden.

Das bedeutet jedoch, dass diese sich ihren Supersex-Partner ebenfalls untereinander teilen müssen – es sei denn, sie haben als Gegenleistung noch etwas Anderes in Petto, womit sie ihre leidige Konkurrenz aus dem Feld schlagen können, indem sie ihm etwa "ein Leben in Saus und Braus" in Aussicht stellen, wie es sich auch früher die Aschenputtels erhofften, die sich mit freizügigem Sex einen Königssohn ergattern wollten, um sich gesellschaftlich zu verbessern.

Das ging aber meist wegen eben dieser gesellschaftlichen Ungleichwertigkeit in die Hose, sodass sie entweder als Küchenmagd des Prinzen endeten, oder aber – wenn sie ihm als Konkubine versehentlich einen unehelichen Nachkommen geboren hatten – zusammen mit ihrem Sprössling vom Hof gejagt wurden, oder sogar – wie im Falle des Gretchens von Dr. Faustus – unter irgend einem Vorwand ins Gefängnis geworfen wurden, um dort elendig zu verhungern.

Dass der Sexualegoismus in Kombination mit wirtschaftlicher Ausbeutung der Schwächeren durch die Stärkeren trotz der sexuellen „Revolution“ in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts immer noch weiter grassiert, zeigt, dass die damals auch politisch lauthals angekündigte, soziale Emanzipation (Gleichberechtigung) gar nicht stattgefunden hat.

Und so erpressen sich die Menschen immer noch genauso gegenseitig mit der Gewährung und Verweigerung von sexuellen Dienstleistungen, bzw lassen sich erpressen, um füreinander nicht nur einzig liebenswert, sondern auch sexuell begehrenswert zu gelten, auch wenn sie es gar nicht sind, wie vorher auch.
@filofaxi
Der Zusammenhang mit praktizierter Polyamorie erschließt sich mir in Deinem Text nicht.
Auf den Punkt zu formulieren, hilft meiner Erfahrung nach insbesondere bei Kommentierungen in Blogs oder Foren beim Thema zu bleiben.
Deine "Ausschweifungen" könnten eine interessante Grundlage für Deinen eigenen neuen Thread sein.
Manchmal kann aber auch ein bißchen Recherche und Hintergrundwissen nicht schaden, Curry.
Wenn du z.B. im Kölner Forum bei Veranstaltungen reingeschaut hättest, hättest du gemerkt, daß da sehr wohl noch was gelaufen ist (und wäre, wenn Corona nicht dazwischengefunkt hätte).
Da hättest du z.B. deinen neuen Thread gar nicht eröffnen müssen.
Das wäre mal zielgenau gewesen :-)))))))
Die erste sprachliche Irreführung, die der TE in seinem Eingangsplädoyer für die „Polyamorie“ begeht, ist die Gleichsetzung von Liebe und Sex, obwohl man die meisten Menschen und Gegenstände auch mögen oder sogar lieben kann, ohne Sex mit ihnen zu haben.

Der zweite Irrtum besteht darin, zu behaupten, lediglich die Tatsache, dass man Jemanden liebt, mache Einen für ihn ebenso liebenswert, sodass man sogar einen Rechtsanspruch drauf erheben kann, dafür ebenfalls geliebt zu werden.

Zum Dritten wird vom eitlen Egoisten das „Lieben“ nicht nur gerne mit dem „Geliebt-Werden“ verwexelt, sondern auch mit dem „sexuellen Versorgt-Werden“ - und das sogar, ohne dass er selber Etwas dafür geleistet haben muss - in der irrigen Meinung, seine natürliche Schönheit alleine reiche bereits völlig aus, um dieser Liebesleistung nebst einer lebenslangen, wirtschaftlichen Versorgung und sonstiger Aufmerksamkeiten durch seine Bewunderer würdig zu sein.
Wer Liebe und Sex gleich stellt, hat die Liebe nicht erfahren. Die meisten Menschen erfahren sie nie. Verwechseln verliebt sein mit Liebe. Das sind so unterschiedliche Schuhe da ist selbst Tag und Nacht noch eher beieinander. Aber wer für sich Polyamorie als seinen Lebensweg empfindet, dann ist das total in Ordnung.
"Die meisten Menschen erfahren sie nie"

Wem steht so ein globales Urteil zu?
Eloradanen hat geschrieben: Wer Liebe und Sex gleich stellt, hat die Liebe nicht erfahren. Die meisten Menschen erfahren sie nie. Verwechseln verliebt sein mit Liebe. Das sind so unterschiedliche Schuhe da ist selbst Tag und Nacht noch eher beieinander. Aber wer für sich Polyamorie als seinen Lebensweg empfindet, dann ist das total in Ordnung.

Deinem letzten Satz stimme ich zu. Mir ist es nämlich völlig schnuppe, auf welche Art ein Mensch sein Leben gestaltet. Leben und leben lassen!

Allerdings finde ich es vermessen, den meisten Menschen hier abzusprechen, Liebe nie erfahren zu haben und sie mit Verliebtheit zu verwechseln...

Na ja..., gegen Arroganz ist kein Kraut gewachsen... (Zitat ein bissel abgewandelt... :wink: )
Es wird auch gerne die Liebe mit der Zuneigung gleichgesetzt, die jedoch viel mehr ist, als nur eine Liebhaberei.

Die Zuneigung wiederum kann und sollte auch durch besondere Aufmerksamkeit zum Ausdruck gebracht werden, oder auch durch spezielle Leistungen oder Zuwendungen, die den Wohltäter für den Begünstigten liebenswert machen, denn davon, dass sich Jemand dem Anderen lediglich zuneigt, hat der auch noch Nix, solange nicht ein weiterer Nutzen damit verbunden wird.

Und natürlich kann Jeder soviele Menschen lieben und auch mit Wohltaten überhäufen, wie er will, solange er Diejenigen, Denen er dazu verpflichtet ist, dabei nicht vernachlässigt, weil er dadurch für sie nicht mehr liebenswert wird.
Ein Gegenentwurf:

Muss man denn überhaupt jemanden lieben, ein liebevoller Mensch sein? Und wenn "polyamor" gleich mehrere Partner gleichzeitig lieben? Ist LIEBE ein "Muss" oder kann man auch ohne diesen Anspruch an sich und andere ein guter Mensch sein, gedeihliche Beziehungen gestalten, was für jemanden tun? Halt ohne diesen Anspruch, dass es LIEBE sein muss? Einfach nur so, weil man ein Mensch ist, der sich selber nicht der permanenten Selbstoptimierung unterwerfen möchte, der einfach so vor sich hin trödelt und blödelt, mal besser mal schlechter performt?
Polyamory ist eine Wortschöpfung, welche aus zwei Teilen besteht:
polýs = viel, mehrere und
amor = Liebe
Damit und aufgrund der Entwicklung auch recht präziser
Polyamory-Wertvorstellungen, in denen schon die Wichtigkeit von Liebe, liebevollem Umgang miteinander, Offenheit und Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein … innerhalb von Polyamori-Beziehungen formuliert werden, steht es schon für etwas recht Präzises, nämlich eine Liebesbeziehungsform, in der eine, mehrere oder alle beteiligten Personen mehrere Partner hat/haben und liebt/lieben.
Sonst bräuchte es den Wortteil mit dem Ursprung amor ja nicht, ja er wäre sogar falsch.

Natürlich kann jeder Mensch, auch ohne dass Liebe mit im Spiel ist, „ein guter Mensch sein, gedeihliche Beziehungen gestalten, was für jemanden tun“.
Es kann auch jeder Mensch, der dies möchte, auch ohne dass Liebe im Spiel ist, durchaus vergnüglich mit mehreren Menschen nicht kommerzielle sexuelle Beziehungen unterhalten.
Das wäre dann aber nicht Polyamory, sondern Polysexualy oder, so er statt findet, Polycoity oder Polyvögly.

Finden sexuellen Beziehungen eines Menschen, der „ein guter Mensch sein, gedeihliche Beziehungen gestalten, was für jemanden tun“ will mit kommerziellen Hintergrund in unterschiedlichen Geschäftsräumen statt, dann würde ich Polybordelly vorschlagen. :wink:

Falls jemand andere Ideen für die Poly-Benennung sexueller Poly-Beziehungen ohne Liebe im Spiel hat, wäre vielleicht ein lustiges Wortspiel zum Jahresende.
:wink:
Man könnte jetzt auch noch spekulieren, warum es nicht Multiamorie heißt (dann wärs einigermaßen lateinisch), oder Polyagape (griechisch) oder sogar Polyerotik (dito) oder warum nicht einfach manyloving (dann wärs wenigstens richtig englisch), wahlweise many loving (nicht zu verwechseln mit much loving) - irgendwer wird sich schon irgendwas dabei gedacht haben und der Meinung gewesen sein, dafür braucht es jedenfalls ein Wort, das möglichst gestelzt klingt, damit allen erst mal der Unterkiefer runterklappt (ihr dürft ihn übrigens jetzt wieder hochschieben), bevor das Hirn sagt "Moment mal", um hier nicht ein vorschnelles Urteil abzugeben, das vielleicht zwar sachlich völlig richtig wäre, aber nun halt politisch so was von unkorrekt und den Urteilsabgeber als bornierten Sack dastehen ließe, weil wenn man schon nicht weiß was es sein soll -wer kennt sich mit dem LBGTQ-Zeugs denn wirklich aus- dann trägt man wenigstens sein Toleranzscherflein zu dieser voll krass angesagten Regenbogen-Polydiversität bei, und kann sich dann erschöpft aufs Sofa zurückplumpsen lassen in dem glücklichen und zufriedenen Gefühl, auf jeden Fall mal wieder auf der Seite der Guten zu stehen.
Öhm, zu sitzen.

Puuuuh
Der Mensch ist fähig mehrere Menschen zu lieben.
Man liebt mehrere Geschwister zugleich.
Man liebt mehrere Freunde (also NUR Freunde) gleichzeitig.
Man liebt mehrere Kinder, wenn man sie hat....
Warum nicht mehrere sexuellen Partner lieben zu können....
Dabei betone ich das LIEBEN.
Das Sexuelle kommt einfach dazu.

Alles ist möglich, wo es menschelt, glaube ich (egal wie es heisst).
cron