Shekinah hat geschrieben: Die Schweiz hat die Deutschen ins Land gelassen, weil es das Freizügigkeitsabkommen mit der EU gibt. Wem die Arbeitgeber ihre freien Stelle vergeben, darauf hat die Schweiz keinen Einfluss. Aber ein grosser Teil der Wirtchaftsflüchtlinge ist ja bereits wieder reumütig in den grossen Kanton zurückgekehrt.

Ich kann diese Menschen nicht als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnen.
Das waren überwiegend gutausgebildete Arbeitskräfte, an denen die Schweizer Arbeitgeber interessiert waren.
Wieviele ausländische Wirtschaftsflüchtlinge hat die Schweiz eigentlich aufgenommen, die sie zunächst vollständig alimentieren musste?
oh doch.....
wenn der Song mit abwertendem Lachen gegen die italienischen Arbeiter gesungen wurde - dann haben die das schon kapiert....
übersetzt hieß das damals:
macht euch da wieder hin wo ihr hergekommen seid - macht uns keine Konkurrenz.....
Shekinah hat geschrieben: Barbera die Schweiz kennt da auch so eine Invasion von Wirtschaftsflüchtlingen. Oder wie muss ich die Deutschen nennen, die hier in der Schweiz besser bezahlte Stellen suchten und deshalb in Scharen in die Schweiz kamen. Ist doch gar noch nicht so lange her. Nicht alle Schweizer waren begeistgert, weil für sie sowohl der Arbeits- wie auch der Wohnungsmarkt schwerer zugänglich wurde.

Es müssen also nicht immer nur Menschen aus fernen Ländern mit fremden Kulturen sein, dieentsprechend wahrgenommen werden.

Ich habe aber etwas gelernt von den hier aufgeschlagenen Flüchtlingen aus dem grossen Kanton - meine mir hier immer wieder vorgeworfene Arroganz habe ich genau denen abgeschaut. Die sind nämlich teilweise wahre Meister auf diesem Gebiet.


Uiiii...nur die Hälfte der Wahrheit, aber grad die Hälfte, die dann in diesen Kontext passt.
Jeder 5. Arzt in der Schweiz ist mittlerweile Deutscher...Die Schweiz profitiert von der Zuwanderung Hochqualifizierter in ganz enormem Umfang. Die Ausbildung eines Arztes kostet im Schnitt 250.000 €...die fallen dann schon mal weg...also rechnen können die Schweizer schon. In dem Falle der Staat, denn die Ärzte z.b. arbeiten ja nur zum geringen Teil in Privatklinilken.
Dafür wimmelt es dann bei uns in den Krankenhäusern und Notdiensten..das schreibe ich jetzt wertfrei..von ausländischen Ärzten, der deutschen Sprache kaum mächtig, aber bereit zu den Bedingungen und zu der Bezahlung zu arbeiten, die deutsche Betriebe zu zahlen bereit sind.
Ist so ein bisschen wie die Reise nach Jerusalem...einer wirbt dem anderen durch hohe Anreize die qualifizierten Arbeitskräfte ab, da spielt auch die Schweiz mit, und den letzten beißen dann die Hunde. Keine Ärzte mehr, kein Pflegepersonal. :mrgreen:
@Gundula
Es gab wesentlich verletzendere Ausdrücke als dieses Lied, die man nicht unbedingt wiederholen muss.

Hinterhergesungene Lieder musste man sich u.a. auch als einheimischer Rothaariger gefallen lassen. Heut tät man Mobbing sagen, damals trug das zur Abhärtung bei (vgl. Calvins Vater: "formt den Charakter")
da hast Du natürlich recht.....
dennoch haben zuerst die Italiener - und später die türkischen Gastarbeiter, diese Ablehnung der deutschen Bevölkerung gespürt - mehr wollte ich damit nicht sagen....

ich glaube, dass Rassismus immer auch etwas mit "Konkurrenz" zu tun hat....
da möchte ich an das "Israeliten-Problem" erinnern - von "Juden" zu sprechen ist inzwischen nicht mehr ok ......

z.B. empfinden die US-Amerikaner bis heute eine starke "jüdische Konkurrenz" im Wirtschaft-Bank-Geschäftsbereich !
Tja - diese Art Abhärtung kenne ich.

Als Rothaarige Frau kommt man schnell unter den Verdacht der Hexerei .
Ich hab aus der Not eine Tugend gemacht und sie alle verhext.

Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass ein Opfer von Vorurteilen sich tunlichst bemüht, sie zu erfüllen.
@Gundu
Was du da schreibst über die Ablehnung der türkischen Gastarbeiter, stimmt auf keinen Fall so pauschal.
Man hatte sich an sie gewöhnt.
Nachdem man erkannt hatte, dass sie nicht wieder auf dem schnellsten Wg das Land verlassen würden, versuchte der deutsche Staat, sie zu integrieren.
Es gab in Berlin viele Stadtteilläden, in denen türkischen Frauen (auch Frauen anderer Nationen) Deutschunterricht erteilt wurde, in denen sie oft auch zunächst einmal alphabetisiert wurden.
Hier konnten sie auch (m/w) Hilfe bei bürokratischen Schwierigkeiten erhalten.
Ich habe Berlin als "Multikulti" empfunden und die Ausländer, die ich unterrichtete (es waren wären der Jahre Hunderte) sagten immer wieder, wie froh sie wären, in einem freien Land leben zu dürfen.
Es herrschte keine überwiegend ausländerfeindliche Stimmung in unserem Land.
Dass die Stimmung sich so verändert hat, liegt daran , dass wir 2015 von Flüchtlingen regelrecht überflutet wurden und mit dieser Tatsache ersteinmal klarkommen müssen und dass leider auch vermehrt kriminelle Menschen eingewandert sind.
"latent" war diese Stimmung auch schon zu "Gastarbeiterzeiten" da.....

und ja - diese Stimmung hat sie sich inzwischen verschärft.....

und sie wird sich noch mehr verschärfen, denn wir werden - klimabedingt - eine Völkerwanderung von Süd nach Nord erleben.....
(ich weiß, dass ich mich wiederhole)
Gundulabella hat geschrieben: "latent" war diese Stimmung auch schon zu "Gastarbeiterzeiten" da.....

und ja - diese Stimmung hat sie sich inzwischen verschärft.....

und sie wird sich noch mehr verschärfen, denn wir werden - klimabedingt - eine Völkerwanderung von Süd nach Nord erleben.....
(ich weiß, dass ich mich wiederhole)


Wanderheuschrecken kann man nur bekämpfen solange sie am Boden sind und noch nicht fliegen können. Ironie off
Rassen, Nationen oder überhaupt alles Fremde werden nicht bereits dadurch geschädigt, indem man sie hasst, sondern erst durch die aktive Benachteiligung gegenüber denen, die man liebt, indem man sie ausgrenzt. Also ist die Diskriminierung das Problem und nicht der Rassismus, Nationalismus oder welcher -Ismus auch immer.

Da die öffentlich geäußerte, negative Bewertung einer Person oder einer Personengruppe, welche man natürlicherweise hasst – ganz unabhängig davon, ob dies auf einem richtigen oder falschen Vorurteil beruht – noch durch das Recht auf freie, subjektive Meinungsäußerung geschützt wird, stellt sich die Frage, ab wann genau eine negative Kritik zur Diskriminierung derselben führt und somit den Strafbestand der üblen Nachrede (Rufmordes) durch Volksverhetzung erfüllt?

Gerade bei jungen, vertrauensseligen und damit beeinflussbaren Menschen, bei denen der Wissenserwerb noch eine Glaubenssache ist, welche einen glaubwürdigen Verkünder voraussetzt, kann man durch Hetzpropaganda ihre Einstellung zu Personengruppen leicht so beeinflussen, dass sie am Ende nicht nur ebenfalls öffentlich ihre negative Meinung darüber äußern, sondern ihrer Abneigung auch durch andere diskriminierende Maßnahmen Ausdruck verleihen, in der falschen Vorstellung, sie seien ebenfalls dazu berechtigt.

Dass in der Zeit der Kolonialisierung der damals neuen Welt vorsätzlich negative Vorurteile gegen fremde Nationen durch Könige oder Vertreter des Klerus als deren rechter Arm von der Kanzel aus geschürt wurden, um die gewaltsame Eroberung und Unterdrückung derselben im Volk als angemessen und daher gerechtfertigt darzustellen, hatte machtpolitisch darüber hinaus auch den Vorteil, dass aus den Ländern viele Menschen als (Arbeits-)Sklaven ins eigene Land kamen, mit denen man prima eine Minderheitenpolitik betreiben konnte, indem man sie per se wie Kriegsgefangene behandelte, welche man scheinbar zu Recht dafür bestrafte, weil sie sich gegen den Überfall auf ihr Land verteidigt hatten.

Diese Sündenbockpolitik wurde aber ebenfalls schon immer betrieben, und stellt kein besonderes, historisch begründbares Phänomen dar, was sich erst durch die globalen Beziehungen von einflussreichen Menschen, die alle wie verrückt nach der Vormacht streben, um nicht ihrerseits unterdrückt zu werden, so ergeben hat.

Die Gegenbewegung, wo man behauptet, alle Menschen seien keine potenziellen Feinde, sondern Freunde, und daher wichtig für Einen für den Fall, wo es darum geht, Gesinnungsgenossen im Kampf gegen einen starken Feind um sich zu scharen, lässt sich hier natürlich auch als einen Propagandatrick Derer entlarven, die die Friedensbewegung für ihre machtpolitischen Ziele missbrauchen wollten, weil der Begriff Freund nur im Zusammenhang mit dem Begriff Feind Sinn macht.

Ebenso wenig kann man für Etwas kämpfen, ohne dabei gleichzeitig gegen sein Gegenteil zu kämpfen, weil das Eine notwendigerweise immer auch das Andere bedingt. Aber Diejenigen, die zum Kampf aufrufen, sind immer Menschen mit Rang und Namen, die eine bestimmte Absicht damit verfolgen, und wer von Denen keinen guten Grund für seine Untaten nennen will, der erfindet eben Vorwände!
@filippa1, 11.04.2019, 11:27
Volle Zustimmung Filippa1, mit einer kleinen Anmerkung dazu:
Etwa 20% auf den MED-Unis in Österreich sind deutsche Staatsbürger, die in Deutschland vor allem wegen des numerus clausus nicht zum Zug gekommen sind. Diese 20% Deckelung für Deutsche Studenten musste Österreich der EU mit einer Notstandsbegründung abringen, da kaum einer der (nicht österreichischen) Studierenden als Arzt in Österreich verbleibt und somit die Versorgung nicht gesichert wäre.
Dazu ein Zitat aus Wiki:

In der Folge erließ die österreichische Gesetzgebung in mehreren Fächern, darunter Human-, Zahn- und Veterinärmedizin, eine Quotenregelung, wonach 75 Prozent der Studienplätze Studienanfängern mit österreichischem Maturazeugnis vorbehalten sind, weitere 20 Prozent Bewerbern mit einem EU-Reifeprüfungszeugnis und 5 Prozent der Studienplätze Nicht-EU-Bewerbern gewährt werden.Auch wurde die Möglichkeit eingeführt, „durch Verordnung eine Zahl an Studienplätzen für Studienanfänger festsetzen und die Rektorate ermächtigen, ein qualitatives Aufnahmeverfahren festzulegen, wenn durch die erhöhte Nachfrage ausländischer Staatsangehöriger die Studienbedingungen in diesen Studien unvertretbar sind.“ Der Europäische Gerichtshof erlaubte Österreich die Quote 2017 in Bezug auf das Medizinstudium, da Österreich habe nachweisen können, dass die Inländerquote nötig sei, um einem nationalen Medizinermangel entgegenzuwirken.

Toll, dass uns der EUGH das erlaubt hat! (Ironie off)
... und weiter zu Philippas Beitrag . Däumchen hoch, wenn es welche hier gäbe.

In unserem Krankenhaus findet sich kaum noch, ein deutscher Arzt. Sie sprechen mehr oder weniger gebrochen deutsch und kommen aus dem Osten: Polen, Tschechien, Syrien usw. Sie arbeiten engagiert und hier geht es ihnen weit besser als in der Heimat.
Und dort?
Wir leben auf Kosten der Armen und der Ärmsten. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Und dort?

das gehört sicher mit zu den größten Ungerechtigkeiten. Das ist moderner Kolonialismus. Wir ziehen den Bedürftigsten auch noch die wichtigste verbliebene Mainpower ab. Wie sollen die eigentlich weiter ihren Lebensstandard entwickeln? Was bleibt ihnen? Sie ziehen los. Es ist ihre einzige Chance. Wie lange werden die Wohlfahrtsfestungen halten? Die Belagerung hat schon längst begonnen.

!970 kamen auf einen Arzt in Deutschland 1200 Einwohner. Heute sind es 240 Einwohner auf einen Arzt. Zufriedenheit? Nicht doch! Wir sind unersättlich ohne Maß. Ausgang ungewiss, der geschichtliche Verlauf hat seine eigenen Gesetze.

Danke für "Und dort", ich habe es gesehen. Es gibt Gebiete, da kommen 50000 Menschen auf einen Arzt.

Felix
Sie ziehen los. Es ist ihre einzige Chance. Wie lange werden die Wohlfahrtsfestungen halten? Die Belagerung hat schon längst begonnen.

so ist es.....

wir haben bereits vor mehr als einer Generation versäumt, dagegen anzugehen.....
wir haben die "armen Menschen" in den Entwicklungsländern durchgefüttert wie Tiere im Zoo.....

was wir damals schon hätten (mehr) machen müssen:
ihnen Arbeit zu geben.......
wir hätten bereits damals mehr unserer Firmen dort ansiedeln müssen....
und ihnen einen Lohn zahlen, von dem sie leben können.....

tja - heute stehen sie vor unserer Tür .....

und von wegen den dortigen Kriegen:
das war dem Westen doch gerade recht.....
tja - heute funktioniert diese Kontrolle immer weniger......
Trump wird noch staunen - über den Iran und andere Sanktionen, über die Mauer nach Mexiko - denn das wird nicht mehr greifen !

denn wenn Menschen verzweifelt sind, wird keine Mauer sie - auf Dauer - aufhalten .....haben wir in BRD nicht das beste Beispiel dafür gehabt ?
Nein wir? (wohl eher unsere Vorfahren) hätten Hilfe zur Selbsthilfe leisten sollen, damit sie aus eigener Kraft etwas auf die Beine hätten stellen können und so ihre Existenz sichern. Ist aber hierzulande gar nicht erwünscht, wie sonst könnte die Ausbeutung funktinieren, wenn die selbst überlebensfähig wären. Da wäre der Vogelnestlikonzern sehr arm dran...
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