Ja, das mach Spaß!

Trauer

Ich traure
nicht mehr
um
vergebene Tage.

digeridoo
und wie unterschiedlich alles ist


DAS BLUTGOLD

Güldener Sternenstaub rieselt hernieder
die Erde ist gierig und nimmt ihn auf
die erdfarbene Erde in Gold sich wandelt
die blaugrünen Meere verwandeln sich in Glitzerzierde
darauf tanzen leuchtende Sternenkinder
ihren Reigen mit goldenen Kränzen in den Haaren
alles wird golden auf der Erde, und leuchtet
die Erde ist so prächtig und glänzt prall, satt, erfüllt
güldenfarben wie die mit Diamanten durchzogene Himmelsstadt
allein ......die roten Rosen blühen duftend in ihrem leuchtenden Rot weiter
und die Rosen bringen durch ihre purpurnen Blüten das Blut der Erde hervor
es tropft aus den samtenen Rosenblüten und vermischt sich mit dem gleißenden Gold, welches auf der Erde wabert,
und das Blut, hervorgebracht aus den Rosen, ist das Blut von den unzähligen sinnlosen Toten, den Menschen, den Tieren,
die eines gewaltsamen Todes gestorben sind,

ausgeblutet, körperlich, seelisch

und die Erde weint und schreit das Purpurblut durch die Rosen hinaus in das Gold

und es vermischt sich

das Gold des Himmels
und das Blut der Erde

und es beginnt........... die Ewigkeit, die Unendlichkeit, ohne Raum, ohne Zeit, das immerwährende Sein, von Ewigkeit zu Ewigkeit

und alle Fragen sind beantwortet


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noch drunter, das entspricht nicht meinem glauben, oder meiner gewissheit
Hallo Milafranzi,
danke für Deinen Beitrag, dieses spielen mit der Wortmalerei und dem Wortklang. Ein schönes Beispiel für Zurücklassen des Inhalts. Und trotzdem gefällt es. Mit Prosa wird es dann aber schnell sehr schwierig für Autor und Zuhörer.
Grüße
Felix
Hallo Donna Toscana,
die Erde weint und schreit das Purpurblut durch die Rosen hinaus in die Welt. "Der Mensch ist, wie er ist, andere gibt es nicht, Adenauer. Seien wir aufmerksam. Doch nicht zu hart mit der Schöpfung Mensch. Es gibt schließlich Euch!
Felix
Eine wichtige Anmerkung: Es ist Herzblut das uns hier geschenkt wird. Zeigen wir uns würdig, kritisieren wir konstruktiv, wenn überhaupt nötig, niemals verächtlich destruktiv. Mit Feingefühl lernen wir miteinander.
Felix
NUR EINE KLEINE GESCHICHTE




Einfach eine Geschichte, gehört, gelesen, ich weiß es nicht mehr -- ein Märchen -- vielleicht -- vielleicht ein wahres Märchen


wer weiß das immer schon so genau ....was einem so begegnet, während man das Leben lebt



Und eine Frau ging durch die Wüste .........war es die Wüste Gobi.......war es die Wüste ihres Lebens ......wer weiß .....sie ging rastlos, weiter, weiter, mal der Sonne, mal dem Mond entgegen ......und trug ein Kind auf ihren Armen. Beide in weiße leinene Tücher gehüllt.


Die Frau hatte einen herben, verbitterten, ausgezehrten Ausdruck in ihrem Gesicht, das Kind jammerte, aber unerbittlich, Schritt für Schritt, ging die Frau weiter .......am Ende ihrer Kräfte, aber stark in ihrer Verzweiflung.


Und die wenigen blattlosen Sträucher, an denen sie vorbeikamen, neigten ihre dürren Ästchen und boten der Frau Perlen an.


Was soll ich mit Perlen, schrie die Frau, mein Kind verdurstet, und weiter ging sie auf ihrem schier endlosen Weg.


Und einige der Leute auf ihren Kamelen, die an der verzweifelten Frau vorbeiritten, boten ihr Gold an.


Was soll ich mit Gold, schrie die Frau, mein Kind verdurstet, und sie ging weiter auf ihrem verzweifelten Weg.


Dann kreuzte ein Scheich, der auf einem Elefanten ritt, ihren Weg. Er bot ihr Diamanten an.

Was soll ich mit Diamanten, schrie die verzweifelte Frau, mein Kind verdurstet, und schickte drohende und verzweifelte Gebärden dem Scheich hinterher.


Und verzweifelt, müde, mit wehen Füßen, setzte sich die Frau in den Sand, und versuchte, ihr Kind zu stillen. Doch sie hatte keine Milch mehr.


Und so blieb sie einfach sitzen, mit ihrem Kind in den Armen, in der Wüste, in welcher auch immer. Elendiglich, apathisch .....

Und das Kind fing an zu weinen. Und das Weinen ihres Kindes lockerte alles Harte, Verbitterte, Verzweifelte in der Frau, und in ihr machte sich ein Weinen breit, ein Weinen aus der Tiefste ihrer Seele heraus, und dieses Weinen schwemmte alles weg, alle Verzweiflung, alle Verbitterung, und das Weinen war so stark, daß es wie ein klarer Gebirgsbach wurde.

Und dieser Gebirgsbach überschwemmte alles, und die Erde begann zu blühen ......aller Durst wurde gestillt ..............und glücklich gingen die Frau und ihr Kind ihren Weg weiter, durch die Wüste, durch die Wüste des Lebens ..........aber von da an, überall, wo sie gingen, blühten Blumen da, wohin sie ihre Füße auch setzte
Dieser Gebirgsbach ist für mich das Zauberwort: Mitgefühl. Und es löschte allen Durst.
Wunderbar!
Ihr gebt uns viel. Deshalb werde auch ich morgen eine Geschichte erzählen. Denn jede Geschichte gibt vom Autor etwas preis.
Felix
Ich mag besonders Haikus,
das ist eine alte japanische Gedichtsform, ein Naturgedicht, eine Momentaufnahme,
einer strengen Form unterworfen ,( 1. Zeile : 5 Silben, 2.Zeile :7 Silben, 3. Zeile :5 Silben), immer etwas hintergründig.
Das Gedicht soll möglichst ohne Methapher auskommen.
Ein Versuch von mir:

Winternacht
Sturmnacht mit Schnee -
schwarzweißes Geäst tanzt
im fahlen Mondschein.

"tanzt" gefällt mir nicht wirklich, aber ich habe nichts gefunden, was so richtig passt.
Ich mag die Form des Haikus, weiil es meiner ganzen Konzentration bedarf.
Die Silbenzahl kann man unterschreiten, überschreiten sollte man sie nicht!
Das ist wirklich Konzentration in Vollendung. Fast anspruchsvoller als Meditation. Mir gefällt "tanzt" gut.
Danke Milafranzi
Felix
Morgen: Frauen in..., wie zugesagt. Prosa, autobiographisch.
Ich liebe Haikus. Deshalb stelle ich auch eins ein:

Frieden?
Nachtdunkle Schwingen
rauschen über`n Ozean.
Stille herrscht im Dorf.
Oder hier ein doppeltes Haiku (der Ausdruck ist auf meinem Mist gewachsen):


Draußen

Bäume überall,
dunkle Schatten senken sich.
Wo führt der Weg hin?
Kühl strömt der Regen.
Blitz und Donner am Himmel,
Der Hund verkriecht sich.
liebe Jeaniesweet,
sehr schöne Haikus!

Felix, vielen Dank!
Lieben Dank Milafranzi, bei Deinem Haiku bin ich mit dem Zahlmuster nicht zurechtgekommen. Hast Du ein anderes System angewandt?
Vom Inhalt her gefällt es mir aber gut.
hier steh ich allein
der wind bläst ein stilles lied
willkommen, sehnsucht

schlaflose nächte
das kissen erzählt geschichten
aus früherer zeit

die roten schuhe
sind mir zu eng geworden..
barfuß lauf ich nun


Man sollte ein Haiku über den Rhythmus finden - nicht übers Silbenzählen.

Sobald man den Rhythmus draufhat kommen die Worte von ganz allein.

Bei Schüttelreimen funktioniert es ganz ähnlich.

Milafranzi ,du
dichtest wieder für uns hier!
Oh, welche Freude!

(Haiku für dich!)
Genau, über den Rhythmus... Doch gerade beim Haiku ist die äußere Form wichtig, und da sollte man eine bestimmte Anzahl von Silben einhalten.
So habe ich es gelernt.
cron