Die richtige Anzahl der Silben kriegst du automatisch über den Rhythmus!
Hallo, Jeaniesweet, vielen Dank!
Ich habe die Silbenzahl reduziert, das kann man machen!
Man sollte sie nur nicht überschreiten.
Liebe barbera,
ich finde deine Haikus sehr gelungen, so schön tiefsinnig.
Nur: Das ursprüngliche Haikugedicht sollte eigentlich ein Naturgedicht sein.
In entsprechenden Foren "tobt" da ein Ansichtskampf.
Es soll emotionslos ein Moment in der Natur beschrieben werden und trotzdem nicht ohne einen tieferen Sinn sein
Deshalb war mir das Wort" tanzt" schon zu viel Metapher!

Ein Haiku für mich,
voller Freude schnurre ich.
'n Dankeschön an dich!
Milafranzi, wie wäre es mit “weht“ statt “tanzt“?
Hallo, Jeaniesweet,
ein wenig soll das etwas Unheimlich durchkommen, wenn sich schneebedeckte dunkle Äste im Mondlicht bewegen.
Das trifft das "wehen" nicht so, bin ich der Meinung.
Vielen Dank für deinen Vorschlag!
Gerne...
"tanzt" lässt mich auch nicht mehr los:-) Der Austausch ist ganz schön schwer. Milafranzi fordert uns, das ist wunderbar. Und, all das mit Worten! Was will man mehr.
Felix
Ich bin zufällig auf euer Adventsgeschenk über das Schreiben gestoßen. Es ist sehr fein , kostbar, echt, sonntäglich..
Eine samtene Wohltat. Mich juckt es schon ein bischen, auch mitzuschreiben. In der Spannung zwischen hirnmäßiger Erklärung und verdichtetem Erlebnis.
ausser lesen und sagen, dass sie mir gefallen, kann ich mich an den haikus nicht beteiligen, ich kenne sie nicht weiter. und ich glaube fast, auch wenn ich den rhythmus oder wie sie zu schreiben sind kenne, sind sie eher nichts für mich....ich mache immer gerne "frei schnauze" ohne vorgaben, bei allem. aber, ich könnte mal eins probieren, mal sehen.



Die Gedanken

sie leben ihr eigenes Leben
sie kommen, sie gehen,
ich lass es geschehen.

Mal sind sie hell, mal dunkel durchwoben
mal kess, auch mal frivol
die Gedanken sie denken
manchmal ohne Steuerung
aber auch gebündelt
in Bahnen gelenkt
gefesselt
umzurrt von Stricken

und dann wieder brechen sie heraus, stark,
kraftvoll
wie sie wollen, wie sie sind , einfach so
rücksichtslos
manche nackt, manche verpackt
manche sehr ehrlich, manche selbstherrlich
einige schwarz wie die Nacht
andere wieder hell wie die gleißende Sonne
ohne Schatten
verbrennend in ihrer Kraft
mächtig

manche lieben die Liebe in allen Facetten
sehen alles purpursamtigrosarot

einige wollen wieder frei wie ein Vogel sein
hoch bis zu den höchsten Berggipfeln und
höher

und so streiten sie auch öfter miteinander
füreinander
gegeneinander

alle zusammen in einem Gefäß
eingeschlossen in einem Behältnis
gut verwahrt, gut geschützt
eingesperrt , Kerker

und doch können sie so frei sein

daß sie mit dem Himmel in Kontakt sind

daß sie auch um die Hölle wissen

die zugelassenen Gedanken in ihrer ganzen

Weite..........Breite...........Höhe..........Tiefe

GRENZENLOSIGKEIT
Schöne Methaphern!
Purpursamtigrosarot gefällt mir und “gleißende Sonne ohne Schatten“ ist meins.

Schönen 3. Advent für alle!
Hallo pirool,
wie gut Du es beschreibst: Ein Geschenk für uns, ich empfinde es genau so.
Gruß
Felix
Wie schön und vielfältig, liebe Donna, ich las dein Gedicht mit Genuss.
Ich kam zum Gedichteschreiben, als ich turbulente Ereignisse in meinem Leben schriftlich verarbeiten wollte.
Im Tagebuch "uferte" ich aus. In Gedichten musste ich mich kürzer fassen, mich mehr konzentrieren, auf den Rhythmus achten.
Ich fand, dass Gedichte meine Befindlichkeiten besser, weil eindringlicher, darstellten.Die Gedichte von damals landeten fast alle in der Schublade. Ganz andere Themen beschäftigen mich heute.
Ich habe Freude am Dichten und - ich habe in den entsprechenden Foren Menschen kennengelernt,
die meine Liebe zum Wort teilen.
Liebe Donna Toscana,
überwältigend. Besser kann es ein Neurobiologe nicht beschreiben. Und Du machst es als Gedicht, verdichtet. Da wird man bescheiden und andächtig. Wie gut hätte auch Dein Beitrag zum Thread "Fühlen, Denken, Handeln" bei Gesundheit gepasst!
Felix verbeugt sich artig
ach mila, ich kann auch vieles in meinem schreiben verarbeiten, und wenn ich den "inneren punkt" treffen, dann fliesst es mir nur so aus den fingern in die tasten. ich habe schon immer geschrieben, mal mehr, mal weniger, so bierzeitungen, in dieser richtung, aber mehr und anders schreibe ich erst seit meiner ehel, trennung, seitdem schreibe ich auch erotisches, was ich vorher nicht gemacht habe.
Versprochen, ich bin dran. Und auf dem Weg nach Asien. Mein gedachter Beitrag "Frauen in Burma" ist leider nicht im Gepäck. Na gut, ja, versprochen ist versprochen: Ein Abschnitt aus meinem fertigen Roman. Er wir in Asien unter Palmen seinen fertigen Schliff bekommen. Doch eigentlich wird man nie fertig. Ich bin auch mit Lektorin bestens versorgt.
Kurze Einführung: Ein Jugendroman, Fiktion, Abenteuer. Es geht in der zweiten Ebene um den Unterschied von Wirklichkeit und Realität. Wanda, ein junges Mädchen trifft auf ihre Konkurrentin.
Barbara wird hier in die Erzählung eingeführt:

Vorsicht Barbara

Abstieg vom Reittier: Und Luca streckte sich zu Wanda hoch, fasste sie fest an der Taille, zog sie herunter und stellte sie mit Schwung auf ihren Füßen ab.
Da stand sie nun, ihr schwarzer Wuschelkopf vom Wind zerzaust, barfuß neben Luca auf bloßer Erde. Ihr leichtes Baumwollkleid reichte ihr dürftig bis zu den Knien.
Ein hochgewachsenes, schlankes Mädchen, sehr schön anzusehen, war aus der wartenden Begrüßungstruppe hervorgetreten. Durchgestreckt aufrecht, sehr stolz mit erhobenem Haupt, kam sie heran. Für Wanda hatte sie nur einen erstaunten und flüchtigen Blick und schnell wandte sie sich mit einem breiten, blitzsauberen Strahlelächeln Luca zu. Auf Wanda wirkte das ziemlich aufgesetzt und wie auf Kommando eingeschaltet. Dann legte das Mädchen die Hand auf seine linke Schulter und griff kräftig zu. Das war wohl nett gemeint. Doch seltsam, Wanda fand das gar nicht gut: Diese Grapschen nach "ihrem" Luca, dieses Zeigen, der ist mein! Oh weh! War sie denn schon eifersüchtig? Luca begrüßte sie freundlich und gelassen, nannte sie Barbara und gemeinsam wandten sich alle zum Tor.

Vor Wanda liefen nun Luca und Barbara. Und was für eine Barbara! Groß, schlank, feingliedrig und stolz aufrecht in herrischer Haltung. Eingehüllt war sie in kostbare, geschmeidige Stoffe, die sich zartweich und elegant an ihr bewegten. Sie brachten ihren zur Frau entwickelten Körper mit all seinen Vorteilen ganz fabelhaft zur Geltung. Denn dieser Zuschnitt war zweifellos ein handwerkliches Kunstwerk und so floss diese Kleidung wundervoll an ihr herunter und betonte auch hier gelungen die natürlichen und augenfälligen Körperlinien. Alles war überaus diskret und deshalb so gelungen ausgedrückt. All das beeindruckte Wanda sehr. Und dazu nun sie! Na ja, das war schon ein deutlicher Gegensatz und sie fühlte sich neben Barbara wie eine Schlamperliese

Versprechen erfüllt!
Felix
41acul hat geschrieben: Liebe Donna Toscana,
überwältigend. Besser kann es ein Neurobiologe nicht beschreiben. Und Du machst es als Gedicht, verdichtet. Da wird man bescheiden und andächtig. Wie gut hätte auch Dein Beitrag zum Thread "Fühlen, Denken, Handeln" bei Gesundheit gepasst!
Felix verbeugt sich artig



danke dir, felix, jetzt machst du mich aber stolz ......und ja, du hast recht, aber auf diese idee bin ich nicht gekommen,
aber ich glaube, da habe ich was anderes eingestellt, kann mich aber auch irren.

alles liebe, donna
cron