ja, macht ja nichts, das leben ist mal so ... und mal so ..... nicht immer berechenbar, genauso wie hier nicht alles zu berechnen ist .....
Tschuldigung, Donna,
ich muss noch mal auf bonbonchens Beitrag zurückkommen und nachfragen:
Wie geht denn diese Geschichte weiter? Ich finde sie spannend ! Erzähle doch bitte!

Liebe Donna,
ganz ähnliche Gedanken sind mir auch schon durch den Kopf gegangen: Warum nur?
Und trotzdem: Auch wenn ich viele Entschuldigungen für einen Mörder finden könnte, weil ich nähere Kenntnis von seinem Leben erhalten habe, komme ich immer wieder zu dem Schluss , dass es keinen
einzigen Grund gibt, einen Menschen umzubringen, oder?!

Donna, du erzählst so humorvoll. Es macht wirklich Spaß, deine Missgeschicke zu lesen,
ich hätte wahrscheinlich schon längst vor Wut wie Rumpelstilzchen auf den Boden gestampft!
Da gab es vor zwei Jahren einen jungen Mann in der Pfalz, 18 Jahre, groß gewachsen, der Schwarm der Mädchen, gut in der Schule und mit freundlichem Wesen. Plötzlich veränderte er sich innerhalb von drei Monaten, ließ sich ohne weitere große Beeinflussung sachlich und nüchtern in den Irak (Hauptstadt) bringen, fuhr mit dem Auto in eine Kindergruppe und sprengte sich in die Luft. 21 Tote. Unbegreiflich, unheimlich.
Mehr möchte ich darüber nicht sagen. Wir verlassen sonst zu sehr unser Thema.
Felix
nein, mila, es gibt keinen grund, für uns nicht ....aber für die menschen, die es machen, schon, sonst würden sie es nicht tun, sich am leben anderer menschen zu vergreifen. für sie, die täter gibt es gründe. auch wenn es vielleicht nur eine diffuse wut ist. wahrscheinlich können sie dieses selber nicht greifen.

und ja, das nächste, was ich eigentlich direkt als heiteres hinterher geschrieben habe, und auch tatsächlich kurz nach dieser schlimmen situation passierte, war wirklich so witzig, dass ich nur drüber lachen konnte.
41acul hat geschrieben: Der "Zuduft" ist die Übertragung eines Erkennungszeichens der Gene. Je unähnlicher die Gensequenzen zwischen Mann und Frau, desto attraktiver das männliche Wesen, je größer ist die Aussicht auf gesunde Nachkommen, die Doppelhelix gleicht dann aus. Du meine Güte, die Evolution hat schon ihre Tricks:-)


Ich finde das faszinierend. Spüre direkt, wie meine Nasenflügel witternd beben. ;-) Gut, also ist längst eine Funktion auf Fifty fällig, mit deren Hilfe ein jedes Mitglied die eigene Duftmarke seinem Profil anfügen könnte.

Milafranzi hat geschrieben: ich muss noch mal auf bonbonchens Beitrag zurückkommen und nachfragen: Wie geht denn diese Geschichte weiter? Ich finde sie spannend ! Erzähle doch bitte!


Uih, Milafranzi, woher weißt Du .. Die Geschichte geht tatsächlich noch ein bisschen weiter, wenn auch auf etwas unerwartete Weise.

Ich beginne mit dem Schluss des bereits erzählten Teils zum Wiedereinstieg:
Mit einem angenehm satten Geräusch fällt die Tür hinter ihm ins Schloss.
Stille.

Doch plötzlich, kaum eine Sekunde später, ertönt aus einer dunklen Nische heraus ein Tschingderassabum! Es ist so irre laut, dass es mich direkt nach nebenan vor eine kleine Bühne trägt, auf der sich gerade eine Tanzgruppe formatiert. Die Tschinellen unermüdlich schlagend, führen die Tänzer eine Mischung aus Square Dance, Steptanz und Faschingsumzug vor. Mit ihren Tanzschritten zeichnen sie eine imaginäre, steile Wellenlinie, die vom linken Bühnenbereich nach rechts verläuft. All diese unerwarteten, nicht einzuordnenden Eindrücke überfordern mich - was soll mir das sagen?

Ich blicke mich um ... der Zuschauersaal ist leer, liegt im Dunkel. Eine Vorstellung, ganz für mich allein? Das verstehe ich nicht. Da taucht der Tanzgruppenleiter aus dem Dunkel auf. Hey, das ist ja Hans Rosenthal?! So eine Überraschung! Direkt vor mir bleibt er stehen. Sein Gesicht nah meinem Gesicht. Trotz der lustigen Musik fließen ihm Tränen der Rührung über das Gesicht. Das ist doch absurd? Ist es der raumfüllende Klang der Tschinellen, die an den empfindsamen Fasern seines Herzens zieht? Oder sind es Tränen des Glücks über das so gute Gelingen der Tanzeinlage? Oder weil ich so selbstverständlich der Einladung gefolgt war? Er kennt mich aber nicht, es muss andere Gründe geben? Keine Antworten, die mir festen Boden gäben. Etwas in meinem Kopf klart auf. Wo bin ich eigentlich gelandet?

Im Moment des Begreifens muss ich aus dem Traum gerutscht sein, denn hier endet die Erinnerung. :wink:
Ich muss noch einmal auf dieses Thema kommen:

"Und trotzdem: Auch wenn ich viele Entschuldigungen für einen Mörder finden könnte, weil ich nähere Kenntnis von seinem Leben erhalten habe, komme ich immer wieder zu dem Schluss , dass es keinen einzigen Grund gibt, einen Menschen umzubringen, oder?!"

In diesem Zusammenhang fällt mir wieder das Buch von Bernahrd Schlink "Der Vorleser" ein. Bernhard Schlink ist Richter. Ich vermute, dass er zum Schreiben gekommen ist, weil er auf diese Art mögliche Gewissenskonflikte in der Urteilsfindung (Rechtsprechung, formales Rech - Gesetzesvorgaben, moralisches Recht ...) verarbeitet. In benannten Buch geht es um eine Analphabetin, die KZ-Aufseherin wird und ihren" Beruf" in preußischer Manier ausübt. In seinem Buch ist sie nicht nur das Monster, sondern er beschreibt auch ihren persönlichen Werdegang, in dem sie genauso "preußisch" die Wahrheit sagt, als es zum Gerichtsprozeß kommt und die Strafe annimmt. Ich glaube Schlink geht hier nach dem Prinzip vor:"Nichts Menschliches ist mir fremd". ... und so ist es ja leider auch.

Ich habe alle Bücher, die ich von Bernhard Schlink bekommen konnte, geslesen, "Der Vorleser" war in meine Augen sein Bestes. Ich glaube, weil er hier schreiben musste. Das ist es auch, was ich bei Menschen suche: Das innere Müssen. Ein Kunstprofessor, mit dem ich lange zusammen gearbeitet habe, hat mal zu mir gesagt:"Kunst kommt nicht von können. Kunst kommt von müssen." Für mich stimmt das. Das "Innere Müssen" haucht jeder Arbeit die Seele ein. Man kann technisch unglaublich versiert sein, wenn man es nicht schafft, einer Arbeit die Seele einzuhauchen, ist sie sicher gut, aber leblos, d.h. nicht, das man sein Handwerk nicht lernen sollte. Die Technik ist die Basis.
Kunst? Ein weites Feld, wie Effi Briests Vater so schön sagte, ein riesiges Feld. Keiner kann den Begriff richtig fassen. Es scheint auch zum Teil im Betrachter selbst und damit an seiner kulturellen Prägung zu liegen. Seine spezielle Art der Kommunikation mit einem Kunstwerk, ob ja oder nicht? Die Allgemeingültigkeit ist so schwierig.
Ein Beispiel: Van Gogh verkaufte in seinem Leben nicht ein einziges Bild. Er war seiner Zeit offensichtlich voraus. Sein Bruder hat von ihm eines aus Gefälligkeit übernommen, um ihn mit seiner finanziellen Unterstützung nicht zu beschämen.
Hundert Jahre später war eines seiner Bilder, Sonnenblumen, das teuerste Bild der Welt: 80 Millionen Dollar. Jetzt haben wir allerdings einen neuen Rekord, 500 Millionen, für einen Da Vinci? Und, man weiß eigentlich gar nicht genau, ob er auch von ihm stammt.
Nun gut, wir haben anderes zu tun: Nach den schönen und fleißigen Beiträgen am Wochenende würde ich jetzt einmal frech sagen, es heißt jetzt nicht mehr "schreiben wir?", jetzt heißt es wir schreiben!
Schreiben heißt unermüdliches lernen, unermüdliches lesen, konzentriert fragen, warum wirkt das Geschriebene so?
Es ist ja ein ganz besonderes Medium, das Erzählen: Hypnose Buch und der Nachbar Hypnose Film, selbst der Erzähler von früher. Wie schaffen sie es , mich so in den Bann zu nehmen, dass ich alles um mich herum vergesse? Dass ich meinen Nebenmann nicht mehr wahrnehme und im günstigsten Fall mit in das Geschehen hineingezogen werde? Wieder sind wir beim Schlüssel: Es ist das Aufmerksamkeitszentrum, der Flaschenhals. Ist er besetzt, weil das Dargebotene mich fesselt, interessiert - inter esse = dazwischen sein - , dann bleibt alles andere draußen. So schön ein spannendes Buch im Urlaub, wie schön sorgenfrei bei einem entsprechenden Film. Und alles wirkt auch noch nach. Es gibt allerdings ein Unterschied: Im Roman stell ich mir Helden und Heldinnen selber vor, ganz nach Wunsch und eigenem Geschmack, aktiv Phantasie, im Film werde ich da eher "vergewaltigt", werden mir die Protagonisten vorgesetzt. Deshalb gelingt eine Romanverfilmung so schlecht, die Zuschauer haben sich andere "vorgestellt". Und noch ein wesentlicher Unterschied: der Genuss einer schriftlichen Erzählung = Prosa - seit dem 18. Jahrhundert hat man sich darauf verständigt -,
kann jederzeit unterbrochen werden, wenn man denn kann und der Genuss geht über Tage, beim Film ist das schwieriger. Trotzdem beim Film und Theater können wir auch lernen: der dramaturgische Handlungsstrang. Aristoteles war der erste, der sich wissenschaftlich damit beschäftigte, viele - auch Philosophen - haben sich danach bemüht, es gab ganz wenig Neues, das hat es aber in sich: Dürrenmatt, Hitchkock.
Also an die Arbeit: Warum wirkt der Haiku von Milafranzi so?

Novembermorgen

Laternenschimmer-
Nebelschwaben wabbern
im Morgengrauen

Wenn man sich darauf einlässt, die Bedeutung der Worte annimmt, entsteht ein impressionistischer Vorgang. Nichts schreit heraus, es drückt Stimmung aus, die auf mich wirkt. Auf mich ganz unbegreiflich nachhaltig.

Der erste Vorschlag lautet also: Auf die Bedeutung der Worte achten. Das kann Haiku, ganz intensiv.

Felix
Hier etwas zum Thema töten: Im Fernsehprogramm legen wir jeden Tag 50 Leichen hin und fragen stupid, wer war das? Eine merkwürdige Kultur und so einspurig. Was sollen da die Kinder sagen, wenn wir aus dem Tötungsvorgang einen ständigen Zeitvertreib machen? Je grausamer, um so besser. Selbst Pathologen werden dabei zu Filmhelden.
Mit unseren Steuermitteln trainieren wir das Töten. Das ist allerdings ein sehr notwendiger Vorgang. Er vermeidet, schreckt ab. Wehrlosigkeit lädt ein.
Felix
Die Bestie Mensch ist aber hier nicht unser Grundthema. Doch die Bestie gibt es, lange wollte man es nicht wahrhaben, jetzt sind sie sicherungsverwahrt. Es hat einige Menschen vor dem Tod bewahrt, vor allem Kinder.
@41acul - Ich muss Dir widersprechen. Über ein wirkliches Kunstwerk kann man nicht diskutieren. Kunst hat nicht mit Wert zu tun. Kunst ist Inhalt, Aussage des Menschen, der sie produziert hat. Van Gogh hatte gar keine Wahl - er musste arbeiten, er musste sich äußern. und zwar in seiner , ihm zur Vefügung stehenden Form. Dass "wir" der Kunst einen Wert geben, hat mit "uns" zu tun. Wir schmücken uns mit dem Werk, wir bewerten es.und wir wollen Anteil an dem intensiven , tiefgründigen Leben des Künstlers haben - manchmal, weil wir selbst nicht die Fähigkeit mehr dazu besitzen.

Kunst ist Ausdruck des inneren Lebensgefühls - im positiven, wie im negativen Sinne. und man muss nicht großartig sein, um in seine eigene Kunstform einzutauchne, weil man es im eigentlichen Sinne nur für sich selbst macht, für die Befriedigung der eigenen Seele. Kunst ist auch eine" Krücke" für den, der sie macht.

@Donna - Im Sinne von dem, was ich oben geschrieben habe, habe ich auch an Dich gedacht. Dein Schreiben ist Dein in Form gebrachtes Lebensgefühl. Ich habe auf Deiner Profilseite die Fotos angeschaut und in Verbindung mit den Texten, die Du uns hier gezeigt hast, habe ich - so glaube ich - Dich verstanden. Du lebts Dein Leben in allen Facetten. Das, was Dich bewegt, bringst Du in die Schriftform. Ich mag das.
@digeridoo,
da haben wir es ja, die ewige Diskussion, was ist Kunst? Da bin ich nicht einverstanden: Für sich alleine gibt es keine Kunst, sie ist Kommunikation, sie will etwas mitteilen. Du sagst selber, Kunst ist Inhalt, Aussage, dann bleibe auch dabei. Sonst ist sie nur Selbstbeschäftigung. In den anderen Punkten ist es mir völlig egal, wie jeder Kunst interpretiert.
Felix
@41acul - Du musst mit meiner Aussage auch nicht einverstanden sein. Ich gebe hier nur meine Erfahrungswerte wieder. Man kann etwas für andere produzieren und das kann durchaus technisch gut sein, aber der aufmerksame Betrachter wird immer den Unterschied spüren. Jemand, der sich nicht wirklich mit der Sache befasst - natürlich nicht.

Aber ich will hier gar nicht stören. Jeder, der in diesem Threat mitmacht, hat den Wunsch sich zu produzieren und warum dann nicht an der Technik feilen.
oh, ihr seid ja schon so früh so fit. habe nur mal gelesen am smartphone .....und jetzt nochmal, denke gerade, ob wir wohl etwas strukturierter vorgehen? sonst gibt es so einen huddel irgendwie ...aber eigentlich auch egal .....
ich meinte das jetzt auch bezogen aufs einstellen, dann bezogen aufs besprechen der haikus, dann geschichten, gedichte, irgendwie gehts durcheinander ......aber es wird wohl auch gerne geschrieben, klar, sonst wären wir nicht hier .......

ich stelle jetzt im moment mal nichts ein, sonst überflute ich euch.

und ja, digerigoo, so ist es, was ich schreibe, sind teile meines lebens, und mein leben ist seite vielen jahren, seit 1990, ganz anders und reicher geworden halt durch ein kleines süsses mädelchen, die heute eine erwachsene frau ist, aber durch ihr spezielles sein immer noch sehr mein leben beeinflusst, nicht nur, aber schon stark. nicht mehr physisch, aber in anderen bereichen.

euch einen tag mit wunderbaren momenten.
nochmal @41acul - Ich habe mir Deine Aussage "Kunst ist Kommunikation" eben noch mal durch "Kopf und Bauch" gehen lassen. Ja, Kunst ist Kommunikation, aber in erster Linie Kommunikation ohne Gesprächspartner. Der Gesprächspartner ist das Objekt. Das Objekt kann zum Sprachrohr werden, muss es aber nicht in jedem Fall. Im gewissen Sinne dient es der "Selbstbefriedigung", obwohl dieser Begriff für mich hier falsch ist. Ich habe auch geschrieben, dass Kunst für manchen Künstler eine "Krücke" ist. Dabei denke ich nicht nur an Van Gogh oder Frida Kahlo.
@digeridoo,
ganz wunderbar, wie Du das beschreibst. Unter dieser "Fahne" können wir uns sicher alle versammeln.
Genau so ist es, der Gesprächspartner ist das Objekt, darin die verschlüsselte - gebrochene, mehr oder weniger - Nachricht des Künstlers.
Danke.
Noch eine letzte Frage zur Kunst: Die Verhüllung des Reichstags ist für mich keine Kunst, denn es fehlt ihm auch Deine "Aussage", sie ist inhaltslos. Nur eine ungewohnte Sichtweise.
Bitte nochmals eine Antwort von Dir, ich werde sie nicht kritisieren, versprochen.
Felix
@Donna Toskana,
keine Sorge, wir bleiben ganz konsequent dabei, wir schreiben Prosa - erzählendes Schreiben und lernen von Lyrik und Dramaturgie. Ein bisschen künstlerische Freiheit muss schon sein. Wie kommen wir sonst an Eure kostbaren Beiträge. Es wird erstaunlich wenig gemeckert. Ein sehr kreativer "Ort".
Heute war die erste Anregung durch die Lyriker: Achtet auf die Bedeutung der Worte, ihre Wucht, Ihr Streicheln, ihre Farbe fürs Bild. Wir malen ja mit Worten Bilder in die Köpfe und setzen sie in Bewegung.
Felix