Danke, Gila, für Deine liebe Ermutigung! Und natürlich auch für den Tipp, meine Sachen noch woanders einzustellen.
Alles Liebe für Dich!

Liebe Grüße von Mari
@ Jeaniesweet

... wirklich zu tiefst berührend!

eine Adaption des Sterntalers
 
Wenn ich mal wieder bin allein,,
Schau in 50+herein.
Vielleicht hat jemand ein Lächeln geschickt ?
0der mich sogar mit Komplimenten beglückt?
Ich sag's Euch, so alt ich auch bin an Jahren,
ich konnte immer nur Schönes hier erfahren.

Und jedenfalls, das ist doch klar,
bin ich hier dabei die nächsten Jahr
Natürlich kann man hier Poesie und Prosa gemischt einstellen, ich wollte nur nicht, dass unser Thread "Reimerei......" verwaist.
Von Rheinnixe sind dort besonders humorige Beiträge, es wäre schade. :wink:
Heute in Straßburg - Vor der Kathedrale

Mit verbundenen Augen steht Denise vor dem Straßburger Münster und hält ein Schild in der Hand, auf dem zu lesen ist: Ich vertraue Dir. Vertraust Du mir?
Und das alles wegen einer Wette.

Im Verlaufe eines Gesprächs in der letzten Woche hatte Antoine nämlich gesagt: " Heutzutage kümmert sich kein Mensch um den anderen. Du kannst es am deutlichsten auf der Straße erkennen. Egal, was da geschieht oder zu sehen ist, jeder geht seinen Weg und kümmert sich nicht darum. Nur bei ganz außergewöhnlichen und meist besonders schlimmen Sachen bleiben die Leute stehen, aber das sind meist Schaulustige. "
" Das glaube ich nicht, " hatte sie protestiert, " längst nicht alle Menschen sind so. Sie kümmern sich, wenn ihnen was Besonderes auffällt.
" Ha ha, " lachte er, " das hättest du wohl gerne, du kleine Romantikerin. Na gut, beweis es mir, " fuhr er fort und richtete sich zu seiner Gesamtgröße von 1,95 m auf.

Tja, und so war es eben zu jener Wette gekommen, die dazu geführt hatte, dass sie sich jetzt als vermeintlich Blinde vor dem Straßburger Dom befindet. - Und irgendwo in Sichtweite hält sich auch Gerald auf, einmal um sie zu kontrollieren, zum anderen aber auch, um ihr einen gewissen Schutz zu geben.
Als eindeutig hilfloses, weibliches Geschöpf ist es nicht undenkbar, dass sie bei manchen Menschen niedere Instinkte anspricht.

Also steht Denise nun vor dem Münster. Um sie herum gehen viele Menschen - Einwohner, Touristen - ihrer Wege.
Zunächst geschieht gar nichts. Sie spürt den Wind, der in ihren dunklen Haaren spielt. Obwohl es ein milder Herbsttag ist, fröstelt sie. Es ist wohl ihre leichte Erwartungsangst, die das bewirkt.
Sie hört, wie die Leute auf dem Kopfsteinpflaster an ihr vorbeilaufen. Sollte der Freund mit seiner pessimistischen Voraussage etwa Recht behalten?
Keiner kümmert sich um den anderen?

Sie hat sich extra sehr einfach, fast ärmlich gekleidet, um auch von daher an das Mitgefühl der Passanten zu apellieren.
Doch scheinbar kümmert es die Passanten nicht, dass und wie sie hier steht.

Aber noch gibt sie nicht auf. Sie wartet weiter.

Da...Sie hört Schritte näherkommen. Es sind leichte Schritte, könnten einer Frau gehören. Oder einem Kind? Aber nein, ein Kind würde rascher gehen, kürzere Schritte machen, mehr hüpfen.
Und sie hat sich nicht geirrt. Es ist eine Frau, die kurz vor ihr stehen geblieben ist, und nun sagt: "Ach du lieber Himmel! Was ist denn mit Ihnen geschehen?"
Sie kann nicht antworten, denn auch das gehört zur Wette: Mit verbundenen Augen, nicht fähig zu sprechen und mit dem Schild in der Hand soll sie vor dem Strassburger Münster stehen.

Und wieder die Stimme der Frau: " Können Sie nicht sprechen? Sind Sie stumm? " Chantal nickt bejahend mit dem Kopf. " Möchten Sie nicht die Augenbinde abnehmen? Dann können Sie vielleicht ja doch etwas sehen, " schlägt die Frau vor. Jetzt schüttelt Denise den Kopf.
" Nun ja, " fährt die fremde Stimme fort, " wer weiß, wie es unter Ihrer Augenbinde aussieht! Hören Sie, jetzt habe ich einen Termin, bin aber in etwa einer Stunde zurück. Wenn sich bis dahin keiner um Sie gekümmert hat, schau ich mal, was wir mit Ihnen machen können."
Ein kurzes Tätscheln ihrer Wange, und verschwunden ist die Frau.

Denise gerät ins Grübeln. Immerhin hat sich jemand um sie gekümmert. Die Fremde hat Kenntnis von ihr genommen, ihre praktische Hilfe aber verschoben. Hat Denise nun ihre Wette gewonnen? Oder zählt das nicht?

Sie ist so in ihre Gedanken versunken, dass sie gar nicht merkt, wie sich ihr erneut jemand nähert. Aber dann nimmt sie eine männliche Stimme wahr.
Mit einem rauen Auflachen äußert sie: " Nanu, das ist aber ein ganz neuer Weg, auf Männerfang zu gehen. Bist doch ein niedliches kleines Ding, hast das doch gar nicht nötig! "
Sie fühlt, wie ihre Hand ergriffen wird. " Komm, meine Süße, " sagt der Mann und will sie mit sich ziehen.
Nein, sie will nicht, widersetzt sich dem Ziehen und schüttelt vehement den Kopf. Enttäuscht lässt der Mann sie schließlich los.
"Na dann eben nicht, blödes Ding! " sagt er noch, und aufatmend hört sie, wie er sich entfernt.

Wieder vergeht eine Zeit. Denise denkt schon daran, den Versuch abzubrechen. Dann muss man eben sehen, wer diese Wette gewonnen hat, denn gekümmert haben sich ja immerhin zwei Personen um sie. Wenn es auch beide Male nicht das Richtige war, denkt sie.
In diesem Moment hört sie eine Stimme. Es ist wieder ein Mann, der zu ihr sagt: " Hallo junge Frau, Sie scheinen sich in einer misslichen Lage zu befinden. Möglicherweise kann ich Ihnen ja helfen. Da vorne ist ein Cafe´. Lassen Sie uns dort gemeinsam einen Kaffee trinken, und Sie erklären mir vielleicht, was Ihnen zugestoßen ist."
Die Stimme klingt richtig nett - in des Wortes bester Bedeutung - und vertrauenerweckend. Und wenn sie mit dem ihr sympathisch erscheinenden Fremden in dem Cafe´ ganz in ihrer Nähe was trinken geht, geht sie auch kein Risiko ein.
Sie reicht ihm die Hand und geht mit ihm. Ganz klar, sie hat die Wette gewonnen. Oder?
Andersrum

Wenn abends der Hahn kräht, steh ich endlich auf
Tief in der Nacht nimmt mein Tag seinen Lauf
Bei mir stehn die Tassen nicht alle im Schrank
Mein Konto ist leider auch ständig blank

Wenn ich einmal denke, ergibt’s keinen Sinn
Fahr ich mit dem Fahrrad, komm' ich nirgends hin
Wisch ich den Boden, ist erst recht er voll Dreck
Was ich je gesucht, bleibt dauerhaft weg

Zähl ich meine Kinder, bleib ich mittendrin stecken
Bevor ich ins Bett geh', muss ich mich erst wecken
Zum Bügeln nehm' ich eine heiße Kartoffel
Wenn ich sonntags tanzen geh', trag ich Pantoffel

Im Sommer ziert mich ein Jäckchen mit Pelz
Werd' ich bestohlen, sag ich Gott vergelt's
Am Abend werd' ich erst richtig fleißig
Ich hab' bald Geburtstag, dann werde ich dreißig

In meiner Pfanne sitzt wieder mein Hund
Ich suche mein Kotelett, er hat's schon im Schlund
Das Köpfchen des Nagels will nicht in die Wand
Schuld ist der Hammer, ihm fehlt's am Verstand

Doch will ich nicht klagen
und auch nicht verzagen
Bisher ging alles gut
und das macht mir Mut
Gefällt mir sehr.
Super, wie immer :P :P
Heulen

Heulen?
Was hilft schon heulen?
Er ist gegangen,
und ich muss sehen,
wie es weitergeht.

Lachen?
Ja, das hilft.
Die Komik in seinem Drama-Abgang,
der allzu empörte Blick!
Das war wirklich was zum Lachen.

Mein kühler Kopf sagt mir,
dass alles nur ein Irrtum war
und höchstens eines Lachens wert.
Ich sollte froh sein,
dass ich frei nun bin.
gefühlte Kälte

zwei Menschen leben unter einem Dach,
nebeneinander, sie haben keinen Krach.
Es gibt kein Miteinander, jeder geht seinen Weg,
gefühlte Kälte, sie merken es nicht mehr.
Im Haus ist es warm, im Herzen sehr kalt,
Mauern um sich herum gebaut, auch so wird man alt.
Die ungenutzte Zeit der Menschlichkeit, nicht gelebt, so vergeht die Zeit recht bald.
Gefühle werden eingefroren, in diesem Leben so verloren, alles unter einem Dach.

Marinadelrey

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Marinadelrey
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Herbergssuche

Wer klopfet an?

Ich, eine superliebe Dame, freundlich, zurückhaltend, mit H-H-H
kurz: patent und richtig nett.

Was woll'n Sie denn?

Zwischenwohnen für ein paar Wochen, bis der Weihnachtsrummel vorüber ist.
Ihr kleiner Ort ist so beschaulich, so verträumt, geeignet für eine Frau mit ausgeprägter Abneigung gegenüber Stress und Hektik.

Als Gegenleistung biete ich Unterhaltung und Kurzweil, Anleitung zum Plätzchenbacken, eine hilfreiche Hand beim Verpacken der Geschenke, beim Anbringen der Weihnachtsdekoration.

Biete Unterstützung beim Verfassen von Weihnachtsgedichten und -geschichten, beim Einstudieren von Weihnachtsliedern und dergleichen mehr.

Wie sieht es aus mit einer Kostenbeteiligung?

Tatsächlich? Bei der Gegenleistung!? :shock:
Ich glaube, ich bleibe wo ich bin. :wink:
Nur noch Erinnerung

Unter meinem Apfelbaum
hab ich so gern gesessen
Hab dort geträumt so manchen Traum
den Alltag oft vergessen

Vor Tagen wollt ich zu ihm gehn
wollt endlich ihn mal wiedersehn
Hab mich gemacht mit frohem Sinn
zum Garten meiner Jugend hin

Wie war doch mein Erstaunen groß
im Garten wuchs nur Gras und Moos
kein Birn- und auch kein Apfelbaum
Ich traute meinen Augen kaum

Mit leiser Wehmut ich mich wandt
hinweg aus einst'gem Zauberland
Was mal gewesen mir der Ort
lebt still in meinem Herzen fort


14.04.2010
Eine etwas andere Geschichte vor Weihnachten:
Teil 1
Josef
In dem großen Bahnhof von Stuttgart ist es noch ruhig an diesem Morgen und während so langsam die ersten Reisenden in dem einzigen schon geöffneten Cafe Platz nehmen, steht Josef etwas zaudernd an den Auslagen mit duftenden Brötchen und entscheidet sich für ein Croissant. In seiner Heimat lebt man schon seit Jahrtausenden von Manna. Eine kleine Reisegruppe scheint zu dieser frühen Stunde in bester Laune zu sein, wie ihr ausgelassenes Lachen vermuten lässt. Pilger, wie Josef vermutet, die seine Heimat besuchen wollen.
Drei Männer platzieren sich ihm schräg gegenüber. Während ein älterer Grauhaariger mit dem Rücken zu ihm sitzt, stopft ein zweiter, im Blickfeld von Josef befindlicher und wegen seines Essverhaltens die Aufmerksamkeit auf sich ziehender Mann riesige Stücke einer Brezel, die er zuvor in seinen Milchkaffee getunkt hat, in den breiten Mund in dem noch breiteren und unrasierten Gesicht. Dazu passt auch die restliche Erscheinung, wie die fleckige und trotz der fülligen Figur noch zu weite Jogginghose. Die hochgeschobenen Ärmel geben den Blick frei auf behaarte und mit Tattoos bedeckte Arme. „Die Römer werben offensichtlich auch hier in Germanien immer noch Söldner an. Zu meiner Zeit bekamen die Legionäre noch eine soldatische Ausstattung und sahen nicht aus wie Vagabunden“, denkt Josef, während er das Croissant genießt.
Ohne Teil 2 kann ich zu Deiner etwas anderen Weihnachtsgeschichte nicht Stellung beziehen. Deshalb warte ich auf Teil 2.
Hallo, es werden noch einige Teile kommen. Also hier
Teil 2:
Es ist zwei Wochen vor Weihnachten und er hat beschlossen in diesem Jahr dem ganzen Trubel um seine Familie zu entfliehen, zumal er doch nur eine Nebenrolle in der Geschichte innehat. Nach mehr als zwanzig Jahrhunderten des „Auf und Ab“ zwischen Geburts- und Todesritualen ist nun das Verhältnis zu seiner Frau geklärt. In tausenden von Reinkarnationen seit sie zu jener Zeit wegen einer Volkszählung gezwungen waren nach Bethlehem zu ziehen, haben sie sich unmerklich auseinandergelebt, sich immer mehr verloren. Seine Hoffnung, seine Ehefrau werde vielleicht die Rolle der Schmerzensreichen, den Sohn, das Kuckuckskind betreffend, noch überwinden und ihn erhören, hat sich nicht erfüllt. Und bei all dem hatte er ja nicht einmal auf die Erbanlagen dieses Sohnes Einfluss gehabt.
Nach dieser ewig langen Zeit ist ihm endgültig klargeworden, dass die Liebe in dieser Beziehung keinen Bestand mehr hat. Um nicht die ganze Christenheit zum Umarbeiten der mit ihm abgebildeten Gemälde zu nötigen, einigt er sich mit Maria darauf, als Wohngemeinschaft weiterhin zusammenzuleben. Sie verstehen sich und Josef spürt das Leben wieder. Er fehlt wohl, wenn er nicht da ist, aber er muss nun nicht mehr zu der alljährlichen Geburt des Sohnes die Rolle des Ehemannes spielen. „Überall auf der Welt nehmen Männer freudig meinen Part in der Geschichte an und doubeln mich. Oder ich stehe als Spielfigur in weihnachtlich verkitschten Krippen herum und blicke auf ein Kind, dem zuliebe ich diese undankbare Rolle akzeptieren muss. Es ist auch nur ein unbedeutend kurzer Moment, denn später nimmt sowieso niemand mehr von mir Notiz.“ Josef findet sich mit der stetig wiederkehrenden Statistenrolle ab, die nicht gelebte Liebe zu seiner Frau jedoch kann er nur schwer verwinden. Seine Gedanken kreisen um das so lange vermisste Gefühl von Lust und Hingabe, die in jener Zeit aber keine Bedingung für eine Verheiratung waren.