In Liebe verbunden.....

Wolfgang Edelmayer - Dem Regenbogen gleich

https://youtu.be/q3_BVxYI0w0
Nun ist beinah ein Jahr vergangen...

inzwischen kann ich manche unserer gemeinsamen Pfade gehen manchmal schmerzlich ..manchmal wie abgespalten..und dann wieder unendlich dankbar...

noch immer schreibe ich an meinen Himmelsprinzen

noch immer fällt es mir schwer den Platz zu besuchen an dem er gefunden wurde und an dem wir ihn verabschiedet haben am „Tor zur Ewigkeit“

Ein unvergesslicher Tag..Beltane...der Wald den er meist barfüssig betrat aus Ehrfurcht vor der Schöpfung...das Abendlied der Vöglein und am Waldessaum die Maienrösli im goldenen Licht der letzten Sonnenstrahlen...alles so stimmig alles so schmerzlich...

Ein Jahr in dem es mir das Herz aufgerissen hat...eine Wunde so tief so schmerzlich so lähmend so schreiend........so verloren..Heimweh nach dem besten Freund....Todessehnsucht....

Ein Jahr voller Gedenktage...Danketage ..Tage des Verdrängens als wäre nichts geschehen..noch immer alles da wie ein Film..der parallel abläuft

Tränen und Lachen..so nah..aus demselben Kanal

Langsam beginne ich zu begreifen was es heisst :“Die Liebe bleibt“
und ich habe das Gefühl..je grösser der Abstand des Abschiednehmens wird..desto näher kommen wir uns wieder...
das äussere Vermissen wandert in das inwendige Wissen: Für immer

Mir hat es bisher sehr geholfen was ich hier gelesen habe... ein stilles Verstehen ..ein Raum für die Trauer und der unendliche Raum sie zu verarbeiten jeder auf seine Weise.....

Trauer hat so eine Kraft.....so eine Energie...auch wenn sie nicht mehr
gesellschaftsfähig scheint...wir kommen nicht an ihr vorbei...irgendwann klopft sie an ...
ich habe sie eingeladen mein Gast zu sein so oft sie will...
in letzter Zeit kommen sie wieder öfter zu zweit..die Trauer und die Freude

.......und eigentlich kennen wir uns schon immer....ich hatte das nur irgendwie
vergessen...

wie es Euch wohl geht?

Nabile
Viele schöne und tiefsinnige Worte sind hier schon geschrieben worden. Sie zeigen, wie unterschiedlich mit der Trauer umgegangen wird. Ja, erst mit dem Tod begreifen wir, dass wir einen Menschen nie besitzen können.
Aber dieses Loslassen schmerzt, kann uns verwirren. Einmal müssen wir unseren eigenen Körper loslassen. Vielleicht hilft uns diese Erkenntnis in unserer letzten Stunde.
Auch ich habe ein gutes Jahr gebraucht, um über den grössten Schmerz hinweg zu kommen. Ich habe für mich einen Weg gefunden, mich dem Schmerz zu stellen. Am Jahrestag fuhr ich an ihren Lieblingsort, 6 Std mit Bahn und Bus, um in der Verzasca Rosen in die Strömung zu legen. Ich sah ihnen zu, wie sie weggetragen wurden, weiter und weiter. Ein Stück weit rannte ich hinter her, als würde ich ihrer Seele nachrennen. Dann begriff ich, dass es unmöglich ist. Der Fluss war schneller, die Rosen entschwanden. Mit tränenden Augen starrte ich nach. Ja, da entschwand sie mir, dachte ich. Und es tat unheimlich weh.

Heute, 4 J. danach, wenn ich diese Zeilen niederschreibe, gibt es mir immer noch feuchte Augen, aber im Herzen fühlt es sich leicht an. So können kurze Erinnerungen wieder mein Herz berühren, jedoch mich nicht mehr umwerfen.
Das Gedicht, das ich damals schrieb, half mir weiter Distanz zu gewinnen.
Auch der kleine Altar, den ich herrichtete für sie war eine Art Trauerarbeit.

Der Jahrestag

Du bist gegangen, still und leise,
so wie du immer hast gelebt.
Hast nicht auf deiner letzten Reise
geahnt, wie schwer mein Herz dann bebt.

Bevor du gingst, hast du gesagt zu mir:
Der Körper geht, die Seele bleibt bei dir.
Verschwiegen hast du, dass es heftig schmerzt,
wenn deine Seele nun berührt mein Herz.

Die Welt zerbrach, als wär sie nie gewesen.
Die Hoffnung weggefegt – verstört mein ganzes Wesen.
Ein Teil von mir schien auch mit dir gegangen.
„Wer gibt den Teil zurück?“ so fragt ich voller Bangen.

Mit jedem Wort, mit jedem Satz von dir,
der aus der Tiefe tauchte auf bei mir,
kam er zurück, der dumpfe Seelenschmerz
und gab mir einen Stich ins kranke Herz.

Der Frühling kam, die ersten Blumen sprossen.
Der Vögel Lieder, ach wie hab ich sie genossen.
Die Zimmerpflanzen wiederum erblühten,
als würde deine Hand sie weiterhin behüten.

Das Leben schien nun voll zurückgekehrt, ---

wenn nicht die Lücke wär, die mich was andres lehrt,
dass etwas, was einmal verloren war,
nie wieder sein wird, wie es damals war.

Ein Jahr ist’s her, man sagt, die Wunden heilen.
Ich war bemüht, im Schmerz nicht zu verweilen.
Hab mich der Arbeit und den Pflichten neu gestellt,
hab mir gesagt: Es gibt noch Sinn in dieser Welt.

Das Leben geht auch ohne dich nun weiter,
mal geht es traurig, dann auch wieder heiter.
Was immer mir der Tag auch heute bringt,
die Hoffnung ist’s , die in die Seele dringt.



Edgar Wegmüller, 15.10.15
Liebe Rauchschwalbe
danke für Dein Mitteilen Deiner Trauerbewältigung und das Gedicht. ..das alles berührt sehr
Dein Name trägt eine tiefe Botschaft...
die Schwalbe lehrt uns nach Tiefphasen wieder mit neuer Hoffnung in die Lüfte zu schwingen und dem Frühling-Neubeginn selbstsicher entgegen fliegen zu können ...auch einmal unserem eigenen letzten Frühling...die Schwalbe kennt den Weg nach Hause ....so habe ich Dich gelesen...danke dafür ..und alles Liebe für Dich...Nabile
Trauer ist
- die Arme ausbreiten nach dem, was gegangen ist.
Trauer ist
- mich selbst halten, wenn die Tränen sich zeigen.
Trauer ist
- mir mein Herz fassen, wenn ich wieder aufblicken kann.
Trauer ist
- meine Seele berühren, die mir etwas von der Ewigkeit sagen will.
Trauer ist
- die Wärme, die die Tränen trocknet, wenn ich die Liebe des Lebens für mich spüre.