ich möchte hier einen diskussionsraum für TRAUER installieren.

wir könnten hier über trauer bei verlust von mutter, vater, geschwistern oder sonst welche wichtigen menschen in unserem leben schreiben.

wenn ein mensch verstirbt, macht es uns "betroffen" es trift uns.

es erinnert uns an den eigenen tod, der ja auch irgendwann eintreten wird.
es fordert uns heraus über den eigenen tod nach zu denken.

wir sind in einem alter wo man schon darüber nachdenken und reden sollte.

die frage drängt sich auf: WAS KOMMT NACH DEM TOD?

da tun sich menschen mit einem glauben aus meiner sicht, sicher leichter, denn angeblich sind die glaubensrichtungen dadurch entstanden, weil man das "DANACH" nicht versteht oder weiß.
so kann man es nur "glauben".

wenn man plötzlich so wie du liebe @traumfee damit konfrontiert wird, den geliebten menschen in früheren jahren unverhofft zu sehen, ist es sicher wieder ein schockerlebnis, mit dem man erst zurecht kommen muss.
es fordert dich wieder heraus, zu bedenken, dass sie schon lange nicht mehr unter den lebenden ist.
und es flammt die trauer neu auf.
trauer ist loslassschmerz, erklärte uns eine trauerseminarleiterin!

ich hatte eine akademische lehrerin, die fragte uns in einer ethikstunde, wie wir glauben was nach dem tod kommt.

sie sagte uns, sie glaube daran, dass so lange jemand an uns denkt, wir noch in gedanken weiterleben, wenn keiner mehr an uns denkt, ist es vorbei!
dann starb plötzlich ihr einziger sohn mit siebzehn jahren.

danach kam sie mit ihrem leben absolut nicht zurecht.
das endete darin, dass sie sich mit 56 jahren retortenbabys einpflanzen lies.

sie ist jetzt über 60 jahren und die zwillinge sind, ich denke, gerade vier jahre.
für mich etwas egoistisch, aber bitte, jedem das seine!

die trauerphasen sind bekannt.
nicht wahr haben wollen, wut über das sterben, akzeptieren und neubeginn usw.

die trauerphasen können sich über mehrere jahre erstrecken.
im normalfall ist es nach einem jahr geschafft.

es sollte in versöhnung mit der lebenssituation: "das leben geht weiter!" und dankbarkeit, des "gehabt habens" münden.
Ja...liebe Cosmea...wie du schon schreibst...es war ein Schock für mich und ein großer Schmerz.

Es ist etwas ganz anderes, ab und zu Fotos anzuschauen und sich an viele Begebenheiten zu erinnern. Das geschieht ja dann absichtlich. Aber auch da kommen bei mir durchaus noch schmerzhafte Gefühle wie Vermissen auf.
Meine Mutter aber unverhofft und unvorbereitet plötzlich in einer Dokumentation lebendig vor mir zu sehen...sie war an ihrem Arbeitsplatz und sprach mit einem Mann, der neben ihr stand....das hat mich fast umgehauen.
Dass der Schmerz so gewaltig sein würde, hätte ich vorher auch nicht gedacht.
War ich doch der Meinung, alle Phasen der Trauerarbeit damals hinter mich gebracht zu haben.

Aber nun musste ich erkennen, dass ich möglicherweise wegen meiner bei ihrem Tod noch kleinen Kinder, so einiges verdrängt habe, um unserem Alltag nachkommen zu können.
Meine Mutter war meine Vertraute. Sie wusste selbst am Telefon (wir wohnten 700km auseinander) beim ersten Wort von mir, ob alles in Ordnung war. "Red nicht drumherum, Kind. Ich merke doch, dass was nicht stimmt". Das waren oft ihre Worte.
Noch lange nach ihrem Tod hörte ich ihre Stimme in meinem Kopf.

Sie starb in meinen Armen...und ich fiel in ein tiefes Loch.

Offenbar muss ich noch mal daran arbeiten, dass ich sie wirklich loslassen kann.
Cosmea52 hat geschrieben: die trauerphasen können sich über mehrere jahre erstrecken.
im normalfall ist es nach einem jahr geschafft.

Wer sagt das, daß es im Normalfall nach einem Jahr geschafft ist? Was bitte, ist der Normalfall?
hallo @lottesprotte!

du hast recht. ich hätte es anders formulieren können, wollen, müssen.

für mich ist "normalerweise" nicht sooo schlimm, wie anscheinend für dich.

bei uns heisst es, dass man ein jahr trauert, das trauerjahr ist ein jahr.
ob man dann seine innere trauer abgeschlossen hat oder nicht.
früher trugen wir in unserer gegend ein ganzes jahr schwarz, man durfte ein jahr lang nicht tanzen.
ich habe gestern nach dem tod meiner mutter, wieder das erste mal getanzt.
ich weiß mutter wäre es recht, sie würde sagen, "wegen mir kannst du ruhig tanzen".
und ich bin voller dankbarkeit.
und ich denke wenn man zur dankbarkeit zurück gefunden hat, ist´s o.k.

es gibt da sicherlich keinen maßstab, denn jeder trauert für sich.
jeder hat seine eigene geschichte, seinen eigenen zugang zu ereignissenverarbeitung, zur lebensgestaltung, hat seine lebensbewältigungsstrategie.
und es ist auch gut so.

falls du jemanden zu betrauern hast, alles gute dir!
Es gibt auch nach einem Jahr immer wieder Rückschläge. Einmal denkt man es geht so langsam bergauf, aber am nächsten Tag ist schon bei der kleinsten Gelegenheit das große Tief wieder da.
Cosmea52 hat geschrieben:

es gibt da sicherlich keinen maßstab, denn jeder trauert für sich.
jeder hat seine eigene geschichte, seinen eigenen zugang zu ereignissenverarbeitung, zur lebensgestaltung, hat seine lebensbewältigungsstrategie.
und es ist auch gut so.


So ist es. Jeder hat seinen eigenen Maßstab und seine Bewältigungsstrategie.
Doch die Dankbarkeit, dass ich mit diesem Menschen leben und ihn begleiten durfte,
ist sicher ein ganz wichtiger Faktor für die Bewältigung.
Roxana99 hat geschrieben: Es gibt auch nach einem Jahr immer wieder Rückschläge. Einmal denkt man es geht so langsam bergauf, aber am nächsten Tag ist schon bei der kleinsten Gelegenheit das große Tief wieder da.



@ nach 1 Jahr ??.. die Rückschläge gibt es auch nach 2 Jahren und vielleicht noch länger.
Sicher geht das Leben weiter wie diese dummen Sprüche immer sagen, aber anders
und neu, das auf die Reihe zu kriegen ist auch erst einmal hinzukriegen. Ich habe mein
Leben alleine eigentlich ganz gut im Griff, habe nicht nur meinen Mann nach 30 Jahren von heute
auf morgen verloren Weihnachten 2009 erst im März 2009 meinen geliebten Vater.
Es geht gut so im Moment aber ich weiß es kommen wieder Zeiten wo es nicht gut geht, wo
man verdammt nochmal traurig ist und sich verlassen fühlt, das kann man nicht an einer Zeit
festmachen, da ist jeder Mensch anders, jede Beziehung anders. Ich habe hier schon Frauen
gelesen die nach ein paar Monaten schon wieder auf der Suche waren - für mich unvorstellbar !!!
Ich stand auch aufeinmal alleine mit einem Geschäft und Angestellten da , das auch weitergehen mußte, ich habe ja auch Verantwortung für meine Leute. Das ist nicht einfach das könnt ihr mir glauben, man hat seinen Schmerz und seine Trauer, auf der andren Seite muss man Business as usual machen. Ach ja... so ist es halt und man muß es annehmen und schauen das es weitergeht. Die dunklen Täler werden vielleicht ja auch einmal weniger, im Moment habe ich gar keine Zeit dazu, aber es kommt wieder ich weiß es, spätestens Nov.-Dez.
Weihnachten, so war es jedes Jahr :roll:
@gelika - ich kann dich nur zu gut verstehen! Mein Mann ist inzwischen 12 Jahre tot, und ich hatte danach auch nochmal eine mehrjährige Beziehung - und dennoch: es gibt Momente, in denen ich ihn heute noch aufs Schlimmste vermisse. Der Geruch von "seinem" Pfefentabak irgendwo, "unsere" Musik im Radio, wiederkehrende Erlebnisse, die wir gemeinsam belacht und beweint haben.... (komisch: mein "Ex" ist weg, komplett, aber mein Mann ist immer und immer wieder da). Der Schmerz wird weniger, natürlich - im ersten Jahr war ich betäubt und habe gearbeitet wie ein Pferd, um nichts zu merken, dafür bin ich dann im zweiten Jahr in das totale Loch gefallen und glaubte, da nie wieder alleine rauskrabbeln zu können. Ich habe es geschafft, ganz alleine, und darauf bin ich auch stolz. Der einzige Ort, an dem ich meinen Mann nicht finde, ist der Friedhof. Da steht ein Stein und ein paar Blumen drumrum - aber da ist er ganz sicher nicht!
@ Tirami Su... auf dem Friedhof finde ich ihn auch nicht, ich gehe zum Entsetzen vieler fast nicht
auf den Friedhof, weil ich es nicht ertragen kann. Ich habe es jetzt erst geschafft einen Grabstein
zu kaufen, der im Juli kommt, weil ich das alles so weit von mir geschoben habe, außerdem
wollte ich für einen besonderen Menschen etwas Besonderes und das habe ich jetzt gefunden.
Aber ich weiß jetzt schon das ich deswegen nicht öfter dort bin. Sind alles Äußerlichkeiten
die brauche ich eigentlich nicht, aber ich weiss das es ihm nicht gefallen würde ,deswegen
habe ich das jetzt alles geregelt, nur ihm zuliebe.Er würde mich frozzeln und sagen, bin ich Dir
nicht mal einen schönen Grabstein wert ?? :wink: :wink: :wink: mit dem Schalk in den Augen
den er immer hatte. :roll:
Umgang mit Trauer.:(
Das ist mehr als schwer.
Manchmal denkt man, nun wird es besser.
Aber an manchen Tagen steht man wieder wie am Anfang nicht glaubend fassungslos da.
Lg.
schneerot hat geschrieben: Umgang mit Trauer.:(
Das ist mehr als schwer.
Manchmal denkt man, nun wird es besser.
Aber an manchen Tagen steht man wieder wie am Anfang nicht glaubend fassungslos da.
Lg.



@ ja schneerot ... so ist es und dann reisst man sich wieder am Riemen und weiter gehts ......
wütend werde ich manchmal , wenn ich erlebe weswegen sich manche Paare streiten
und zoffen. Dann denke ich mir die wissen gar nicht wie gut sie es haben das sie einander
noch haben und dann streiten die wegen so einem unwichtigen,blöden Zeug :oops: :oops:
an manchen Tagen bekomme ich eine tierische Wut, empfinde mich vom Leben betrogen, dass ausgerechnet der wichtigste Mensch in meinem Leben mir jäh entrissen wurde.

übrigens mein Tod, davor ist mir nicht bang........
lacrima hat geschrieben: an manchen Tagen bekomme ich eine tierische Wut, empfinde mich vom Leben betrogen, dass ausgerechnet der wichtigste Mensch in meinem Leben mir jäh entrissen wurde.


@ dito...... genauso....wütend,sauer , warum ???? warum er ???..... :oops: :oops:
Liebe @cosmea,
für mich war Dein Ausdruck nicht schlimm, sondern eher unglücklich.
Ich denke, es gibt auch einen Unterschied, um wen man trauert.

Bei meiner geliebten Großmutter z.B., die mich auch überwiegend großgezogen hat und die mit 90 Jahren (ich war glaube ich etwas über 30) gestorben ist, hatte ich kein großes Trauergefühl. Ein gutes und erfülltes Leben hatte sich vollendet und es war gut. Und ihr Tod hatte auch keinen direkten Einfluß auf mein eigenes Leben.Ich war verheiratet, hatte meine Arbeit und mein Leben ging weiter wie gewohnt.

Ganz anders war es bei meinem Mann.
gelika57 hat geschrieben:
schneerot hat geschrieben: Umgang mit Trauer.:(
Das ist mehr als schwer.
Manchmal denkt man, nun wird es besser.
Aber an manchen Tagen steht man wieder wie am Anfang nicht glaubend fassungslos da.
Lg.



@ ja schneerot ... so ist es und dann reisst man sich wieder am Riemen und weiter gehts ......
wütend werde ich manchmal , wenn ich erlebe weswegen sich manche Paare streiten
und zoffen. Dann denke ich mir die wissen gar nicht wie gut sie es haben das sie einander
noch haben und dann streiten die wegen so einem unwichtigen,blöden Zeug :oops: :oops:

@gelika57
So geht es mir auch.Manchmal sind esPaare.
Aber
öfters Freundinnen die ihren" Kummer"über ihre Männer bei mir abladen.
Ich denke dann auch, seid froh über eure Männer.
Und das sind Männer , die im Leben stehen
nicht krank sind
und etwas im Kopf haben.
Aber ging es uns damals nicht auch so?
Haben wir nicht auch manchmal..... gewettert
Würde gerne noch manchmal mit ihm ......streiten
Aber ihn auch gerne wieder in den Arm nehmen.
Ich vermiße ihn so sehr.
Lg.
cron