KaffeeundKuchen hat geschrieben:
(» 15.07.2020, 12:10h / Auszug)

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Gefühle sind meiner Meinung nach nicht käuflich, Vertrauen auch nicht.
Und Gefühle und Vertrauen sind auch keine Währung, mit der geschäftsbeziehungsmäßig irgend eine, wie auch immer geartete Leistung bezahlt werden kann.
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Was den hier in einigen States beschworenen „Vertrauensvorschuss“ betrifft, so ist das für mich irgendwie ein Widerspruch in sich.
Entweder ich habe Vertrauen oder ich habe keines.
Oder ich habe, aus einem Grund, keines mehr.
Ich rechne nicht mit Vorschüssen, Guthaben, Ratenzahlungen, Schulden …

Diesen Aussagen stimme ich grundsätzlich zu.

Den Begriff „Vertrauensvorschuss“ habe ich bisher auch manchmal benutzt, wenn ich anderen oder mir selbst deutlich machen wollte, dass man nicht immer nur auf Nummer Sicher gehen kann im Umgang mit einem Menschen, den man gerade erst kennen lernt – sonst wird man ihn nicht näher kennenlernen können.

Trotzdem werde ich den Begriff nicht mehr ohne weitere Überlegungen verwenden, denn er kommt ja tatsächlich aus der Geschäftssprache. Ein Geschäftspartner kann zugleich ein Freund sein, was den Umgang miteinander rein menschlich etwas leichter aber geschäftlich komplizierter machen kann, da in dieser Konstellation nicht nur geschäftsmäßiges Verhalten zu erwarten ist. Andererseits kann ein Freund nie wirklich aufopferungsbereit sein, wenn damit seine wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht.

Aber das kann nicht nur zwischen Geschäftspartnern ein Problem sein, sondern auch zwischen Liebes- und Ehepartnern, die ihre Beziehung auf eine gemeinsame wirtschaftliche Grundlage stellen, weil sie eine Familie gründen wollen. Insbesondere dann, wenn sie ihre Aufgaben so aufteilen, dass die betreuerische und die finanzierende Rolle klassischerweise auseinanderfallen: Eine/r kümmert sich um die Kinder und den Haushalt, der/die andere um das (Familien-) Einkommen. Dieses Auseinanderfallen der Zuständigkeiten kann später nicht mehr einfach aufgehoben und getauscht werden.

… Und damit beginnt dann auch eine Art Geschäftspartnerschaft, die auf gegenseitigen Verpflichtungen gründet. Ein Vertrauensvorschuss ist hier wirklich vonnöten – nämlich auf die Eigenschaften des anderen bezogen, die sich in Krisen erst noch beweisen müssen. Man schießt Vertrauen darauf vor, der andere möge auch in Zukunft immer zur Familie stehen, damit man nicht irgendwann getrennt von den Kindern bzw. ohne eigenes Einkommen nur auf sich selbst angewiesen bleibt.

Tatsächlich also kann ein solches Vertrauen nicht mehr ausschließlich auf Liebe basieren, sondern muss realistischerweise auch auf eine geschäftsmäßige Komponente setzen, wie: absolute Ehrlichkeit, Loyalität und Zuverlässigkeit – also eher auf tradierte Eigenschaften eines ehrwürdigen (Geschäfts-) Partners, der im Notfall die Belange der Familie über die eigenen stellt. Auch wenn die Liebe zum Partner verloren gehen sollte...

Wem es dagegen nur um die Liebe geht und der für niemanden sonst Verantwortung übernehmen soll – also keine Familie (mehr) gründen will oder (im Alter) kann und finanziell unabhängig bleibt, kann sich natürlich viel mehr an Vertrauen erlauben und eher das Risiko eingehen, nach näherem Kennenlernen einen Rückzieher zu machen – oder den des anderen hinzunehmen. – Jetzt habe ich bewusst vermieden, von Enttäuschung oder gar Missbrauch von Vertrauen zu sprechen – denn hier geht es ja „nur“ um eine persönliche Ebene, nicht um ein über das Paar hinausgehendes gemeinsames „Projekt“ einer Familie, von dem die Existenz von Schutzbefohlenen (Kindern) – aber auch die des nicht finanziell, sondern durch Eigenarbeit leistenden Partners abhängt

Wer also Liebe auch (noch) mit Familiengründung verbinden möchte, muss noch andere Kriterien berücksichtigen als die Liebe – nämlich anspruchsvolle, lebenspraktische Anforderungen an sich selbst und den potentiellen Partner stellen, um mit ihm zusammen auch die Verantwortung für Kinder übernehmen und dieser bis zu deren Erwachsenwerden gerecht werden zu können. Das hat mehr mit verpflichtenden Vereinbarungen zu tun, die vernünftigerweise einzuhalten sind, als mit Liebe und romantischen Erwartungen.

Hohes Vertrauen in sich selbst und in den Partner zu setzen, ist dafür Voraussetzung. Ein wie immer gearteter „Vorschuss“ würde da allein nicht ausreichen, wenn er nicht bereits durch beste Kenntnisse und tiefe innere Überzeugtheit als solide Grundlage unterfüttert wäre.

Geht es dagegen weder um geschäftliche noch familienbezogene Projekte, sondern „nur“ um das eigene Glück und das des Partners – solange die Liebe zu ihm eben reicht –, dann kann jeder seine eigene „Vorschuss“-Schmerzgrenze ausloten – so wie er rechtzeitig erkunden muss, was eine emotionale Beziehung zu einem anderen Menschen ihm überhaupt bedeuten kann und sollte. Und abseits einer Familiengründung sind dann natürlich auch alle möglicherweise präferierten und nur anderen irrational erscheinenden Sondervorlieben erlaubt. Da hat sich kein Außenstehender einzumischen und womöglich völlig unpassende Vertrauensfragen darauf anzuwenden.






VERTRAUEN SCHENKEN ? für eine Beziehung . Vertrauen eine Person, die empfangen kann, ist glücklich, würde zusammen mit Liebe gegeben werden, aber wenn Vertrauen zerstört wird, Liebe auch zusammenbrechen. Geben Sie ihm eine weitere Chance, aber die Wunde blutet sogar in einem kleinen Fehler. Es ist schwer zu reparieren.
Vertrauen heißt, sich darauf VERLASSEN, dass Jemand treu ist, indem er seine gegebenen Versprechen auch einhält. Das macht nicht nur seine Zuverlässigkeit aus, sondern auch seine Treue, die ihn liebenswert für Dienjenigen macht, die sich auf ihn verlassen können, bzw. die sich auf seine Treue verlassen können, die er bisher unter Beweis gestellt hat.

Hat er das noch nicht, kann man ihm insofern einen Vertrauensvorschuss geben, indem man einfach davon ausgeht, dass er das, was man ihm zu treuen Händen überlässt, bzw. anvertraut, nicht zum eigenen Vorteil und zum Nachteil dessen, der sich auf ihn verlässt, veruntreut.

Dieses „Davon-Ausgehen, dass Jemand treu ist“ wird gerne fälschlicherweise auch als ein „Glauben, dass Jemand treu ist“ bezeichnet, ist aber lediglich ein „Hoffen, dass es so sein möge“, denn gewiss sein kann man sich dessen erst, nachdem er tatsächlich treu gewesen ist.

Derjenige, der z-B. versprochen hat, immer wahrhaftig zu sein, indem er Einen nicht belüge, d.h. immer offen seine Meinung sagt, und dieses auch wirklich tut, wird dadurch nicht nur glaubwürdig, sodass man sich drauf verlassen kann, dass er es auch auch in Zukunft tun wird, sondern auch vertrauenswürdig.

Umgekehrt wird auch Derjenige vertrauenswürdig, der ein Geheimnis, welches man ihm anvertraut hat, NICHT verrät, sodass ihm das Verschweigen desselben zur Ehre gereicht, und man sich ebenfalls drauf verlassen kann, dass er es auch weiterhin tut.

Der Vertrauenswürdige wird nicht des Vertrauens Anderer würdig, weil deren Vertrauen noch Nichts ist, wovon er selber Etwas hat, sondern der Ehrung durch Andere, welche darauf beruht, dass er für Andere vertrauenswürdig war.

Die Liebenswürde hingegen erlangt Derjenige, der sich so verhalten hat, dass er für Andere liebenswert erscheint, wobei das Geliebtwerden alleine noch Nichts ist, wovon er sich Etwas kaufen könnte, sondern es sind auch hier die Ehren, die z.B. mit besonderen Vorrechten verbunden ist, die zu genießen er durch seine Vorleistungen würdig geworden ist.

Das Lieben selber stellt - genau wie das Vertrauen - noch keine Leistung dar, die man Jemandem angedeihen lässt, den man liebt oder dem man vertraut, sondern lediglich ein besonderes Mögen, aus dem vielleicht die Haltung des Zugeneigtseins erwächst, während sich das besondere Nicht-mögen, was man auch als Hassen bezeichnet, mit einer Haltung der Abneigung verbunden ist, mit der man dem Ungeliebten sogar meist unwillkürlich die Würdigung seiner redlich erworbenen Ehren verweigert, was Demjenigen, der bei der Würdigung fremder Verdienste nur nach Sympathie geht, ebenfalls nicht zur Ehre gereicht.

Schöne Gefühle, die das eigene Wohlbefinden signalisieren, kann man sich natürlich auf vielfältige Weise beschaffen, und auch käuflich erwerben, wenn sie etwa. mit einer angenehmen Massage oder mit der Gunst des wohlwollenden Beachtet-Werdens hervorgerufen werden können.
Sie sind völlig korrekt.. Ich stimme zu