Liebe PaulineBalu,
dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum, und auch nur, weil ich Dich so gut verstehen kann. Auch mein Mann ist verstorben, allerdings vor fast 2 Jahren. Ich dachte wie Du, ein neuer Mann an meiner Seite würde mir gut tun. Aber das ist nicht der Fall. Jedenfalls bei mir ist es immer noch so, dass ich im Unterbewußtsein jeden mit meinem Mann vergleiche, ob ich das will oder nicht und mir auch bewußt ist, dass das so nicht gehen kann. Also habe ich für mich festgestellt, dass ich einfach noch nicht soweit bin.
So langsam fange ich an, alleine klar zu kommen. Die langen Abende machen mir nicht mehr so viel aus, ich gehe alleine spazieren und lerne, mich ertragen zu können....
Immer die Kinder belästigen will man auch nicht. Obwohl ich überzeugt bin, dass sie das nicht so sehen und uns gerne um sich haben.
Das Leben geht einfach weiter, zwar anders aber irgendwie.....
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg hier.

Liebe Grüße
Gouldis
Hallo Gouldis,
ich danke dir für die Antwort.
Ich weiß daß es noch viel zu früh ist um an einen neuen Partner zu denken.
Meine Kinder sehen mich auch nicht als Belastung und wir verstehen uns auch sehr gut. Nur weiß ich auch aus Erfahrung dass man als junge Familie sich nicht ständig Sorgen um die Eltern machen kann und soll.
Meine Schwiegermutter ist auch sehr früh verstorben und ich kümmerte mich um meinen Schwiegervater. Ich hatte 3 Kinder und hatte ständig ein schlechtes Gewissen irgend jemanden zu vernachlässigen.
Ich muss tatsächlich sagen ich war sehr froh, als meinen Schwiegervater wieder eine Partnerin gefunden hatte. Wir hatten diese auch akzeptiert . Den ich weiß das ein Partner was anderes ist wie Kinder.
Ich suche ja auch eigendlich nur Freundschaft und wenn sich im laufe der Zeit eine Partnerschaft ergibt wäre das schön.Natürlich wird das nie wieder eine Partnerschaft wie ich sie mit meinem Mann hatte. Er war in den Momenten bei mir die ich mit keinem anderen jemals wieder erleben könnte
Sprich die Geburten unserer 3 Söhne, Taufe, Komuionen und Hochzeiten sowie die Geburten der Enkel u.s.w..Aber es kann durchaus noch ein Beziehung geben aber anderst.

Ich hoffe daß ich hier noch viele nette Menschen so wie dich, kennen lerne.
Habe schon einige Frauen kennnen gelernt mit denen ich jetzt in Kontakt stehe und das hilft mir sehr.
Ich kann meine Trauer und meine Gefühle besser schreiben als mit jemanden zu sprechen.
Und wie du ja weißt ist der Schmerz unfassbar groß.
Ich hoffe aber auf eine Zukunft, vieleicht so ähnlich wie bei Dir.
Wünsche Dir einen schönen Abend und nochmal vielen Dank für deine Worte.
Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und fühle mich beim lesen eurer Zeilen sehr verstanden, was ich in meinem realen Leben sehr verdränge und verstecke.
Mein Mann ist im Januar 2020 plötzlich und vollkommen unerwartet mit 56 Jahren verstorben. Ich habe ihn abends im Bett gefunden und versucht ihn wieder zurück zu holen. Diese Bilder gehen mir nicht aus dem Kopf. An jedem Donnerstag spielt mein Gehirn das gleiche Szenarium wieder und wieder durch. Für mich hätte diese Situation vermieden werden können. Mein Mann war am gleichen Tag noch beim Arzt , da es mit der angeblichen Bronchitis (die es nach der Obduktion nicht gab) ihm immer schlechter ging und die Ärztin hat ihn nicht einmal angefasst und nur gesagt er solle sich Zeit geben und Montag wieder arbeiten gehen. Ich bin da noch immer nicht mit fertig. Ich kann es noch heute nicht glauben, dass ich jetzt ohne ihn weiter machen soll. Ich denke immer noch das er, wie er es immer gemacht hat, 20:00 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt und gleich in der Tür steht. Die ersten 8 Wochen habe ich jeden Tag öfter geweint und dann meistens nur noch abends.
Ich hatte so glück mit meinen Chef, dass ich mir meine Arbeitszeit so einteilen konnte wie ich wollte. Manchmal bin ich nach 2 Stunden schon wider nach Hause gegangen.
Seid Corona bin ich den ganzen Tag zu Hause, es ist zwar mein jüngster Sohn da, aber auch er kann mich nicht motivieren etwas zu unternehmen.
Um meinen Schmerz zu entfliehen, habe ich viele Actionfilme Geschaut, warum ????? Das weiß ich auch nicht. Ich merke allerdings das ich oft sehr abwesend bin und einfach in die Luft starre.
Ich spreche jeden Tag mit meinem Mann... es fängt mit guten Margen an und hört mit gute Nacht auf.

Ich konnte das Zimmer wo es passiert ist 9 Monate nicht betreten, Nach meinen Besuch in der Heimat habe ich mich entschlossen mit Gewalt hinein zugehen. Alles war ja noch wie es war. Seine Sachen habe ich dann nach und nach weggegeben, aber sein Bett in dem er bis zum Schluss lag konnte ich einfach noch nicht wegräumen, das hat noch ein paar Monate gedauert.

Ich hätte noch soviel zuschreiben, aber dass wird sonst ein kleiner Roman.

Danke dass ich mich ein wenig ausschreiben konnte.
Ich wünsche allen alles Gute

Liebe Grüße
Kitty, Dein Erlebnis mag ich mir gar nicht vorstellen. Alles was Du geschrieben hast, kann ich nachvollziehen. Auch ich habe meinen Mann verloren, da war ich 36 Jahre und ich habe bis Dato keinen Mann gefunden wie ihn. Ich habe 3 Jahre gebraucht um erst einmal wieder klarer denken zu können und um wieder bewusst die Welt um mich herum wahrnehmen zu können. 10 Jahre um seine Sachen weg zu räumen. Heute habe ich eine Truhe wo noch alle Erinnerungsstücke drin sind. Manchmal schaue ich sie mir an, aber nicht mehr mit dem gewaltigem Schmerz.
Ich habe aber auch Menschen kennen gelernt die kurz nach dem Tot von ihrem Partner eine neue Liebe gefunden haben und ich konnte mich für sie nur freuen.
Jeder erlebt die Trauer anders. Für Dich würde ich mir wünschen, das Du einen Therapeuten findest mit dem Du außerhalb der Familie das Trauma bewältigen könntest. Denn was Du erlebt hast ist nicht allein mit Zeit zu verarbeiten. So sehe ich das.
Du kannst natürlich hier alles schreiben , was Dir gut tut es zu teilen. Ich denke das ich da für Alle spreche, egal ob es ein Roman wird. Dafür ist diese Art von Foren da.
Ganz liebe Grüße sende ich Dir und auch den Usern die vor Kitty ihre Erfahrung geschrieben haben.
Hallo
Nachdem ich mir eure Beiträge durch gelesen habe ,weiß ich das ich nicht alleine diese Ängste habe .
Wie geht es weiter ?
Wann darf ich wieder lachen und glücklich sein ohne schlechtes Gewissen ?
Darf ich irgendwann wieder eine neue Beziehung haben ?

Mein Mann ist vor 8 Wochen verstoben . Nach 40 Jahren Ehe .Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll, ohne ihn, aber dank meiner Kinder habe ich tolle Unterstützung, was den Papierkram angeht.
Womit ich nicht klar komme ist das alleine sein .Und dann noch die Pandemie .
Und ,ich habe jetzt auch noch eine OP vor mir .
Man fragt sich im stillen ,warum ich .
Wir hatten noch so viele Pläne.
,Wie ihr ja sicher auch


Liebe Grüße BiKaMa
Hallo,
mir ist es auch so ergangen.
Mein Mann ist im Okt. 2017 verstorben.
Er hatte zuerst Demenz, dann Alzheimer....
Er hat mich einfach nicht mehr erkannt.

Nach seinem Tod war für mich auch die Frage.....
Darf ich mich wieder verlieben.
Und ja, ich habe wieder einen Partner.
Er hat akzeptiert und mich aufgefangen.

Jeder sollte für sich entscheiden ob und wann man wieder bereit ist.
Kein anderer Mensch sollte darüber urteilen.
Ich weiß nicht mal mehr ob ich mir die Frage gestellt habe , ob ich mich wieder verlieben darf. 16 Jahre waren wir zusammen und ich war noch sehr jung als mein Mann starb. Ich glaube ich hatte nicht mal die Ambition dazu. Irgendwie ging es trotzdem weiter nur fragt mich nur nicht wie. Hatte es schon mal geschrieben, ich habe 3 Jahre gebraucht ehe der Schmerzknoten geplatzt ist und ich eine Zukunft sah. 10 Jahre ehe ich seine Sachen aus den Schränken raus nehmen konnte. Ich kenne aber auch Menschen die kurz danach eine neue Partnerschaft eingehen konnten. Alles ist möglich und nichts an egal welchem Weg ist falsch.
Wie man die Zeit übersteht weiß ich auch nicht. Nach 40 Jahren gleich gar nicht. Trotzdem sehe ich das es noch nicht zu Ende ist und das Leben seine Bahnen zieht. Kinder und Enkel sind da , Freunde und Bekannte, und dann kommt, das Irgendwann wird der Schmerz nach lassen. Vergessen aber nicht.
Es tröstet mich etwas, wenn ich lese, dass andere momentan in der gleichen Gemütslage sind. Den Schmerz nimmt es mir nicht weg. Genau heute vor drei Monaten, ein Tag vor Heiligabend musste ich Abschied nehmen von meinem langjährigen Lebenspartner. Er war schon 8 Monate im Spital gelegen und dann kam er nach Hause, aber wir wussten, es könnte jederzeit zu Ende gehen. Als es ihm schlechter ging, wurde er am Morgen ins Spital gebracht und ich hoffte, es würde ihm geholfen. Am Telefon sagte man mir, ich könne ihn momentan nicht besuchen. Dann spät in der Nacht kam der Anruf von einem Arzt, er werde sterben, ich könne noch kommen.
Ich fuhr sofort hin, fand ihn aber nicht mehr bei Bewusstsein und dann wurde der Sauerstoff reduziert und so glitt er langsam und still aus dem Leben.
Und wieder rinnen die Tränen, wie lange wird mich diese Erinnerung noch verfolgen, bei Tag und bei Nacht?
Ich wünsche allen, welche in der gleichen Lage sind, viel Kraft, auch mir selbst! Ich bin nicht in dieses Forum gegangen, um gleich einen Mann zu finden, sondern um die Einsamkeit etwas leichter zu ertragen.
Hallo Freunde, meine Frau ist nach kurzer Krankheit 2015 an Krebs gestorben. Als wieder mal Jahrestag war, an dem sie gestorben ist, habe ich meinen beiden Söhnen, (damals 31 und 33 Jahre) diesen Brief geschrieben - Vielleicht hilft er den Freunden im Forum ein wenig bei der Bewältigung ihres Verlustes.

Heute vor einem Jahr ist Erika gestorben.
Vor wenigen Tagen bin ich gefragt worden, was ich beim Rückblick auf das Jahr 2015 fühle. Ich sagte: 2015 war für micjh ein Jahr des Abschieds. Abschied von Erika, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Erikas Kleider hängen noch im Schrank und ihre Sachen liegen noch im Wohnzimmer, als sei sie eben erst auf ihren Weiberabend gegangen. Als sie November 2014 von ihrer schweren Krankheit erfuhr, wollte ich es erst nicht wahrhaben. Ich hätte alles gegeben, für ein paar weitere Jahre mit ihr, um Vieles nachzuholen, das wir in unserem gemeinsamen Leben versäumt haben. Leider war es uns nicht vergönnt, auch nur ein wenig davon nachzuholen.
Mir bleibt nur die Erfahrung, dass ich eine wunderbare Frau verloren habe, eure Mama, für die ihr und die Enkel, eure Kinder, ALLES gewesen waren und die für euch gelebt hat.
Eine weitere Erfahrung ist, dass Leben JETZT stattfindet und man es nicht aufschieben darf.

Ich liebe euch - Christian und Alexander mit euren Frauen und euren Kindern L..
und J... und wünsche euch dass hoffentlich noch weitere nachfolgen. Euer Dad
Es ist völlig normal, wenn noch die Kleider im Schrank hängen und alles noch so besteht, als könnte Erika jeder Zeit wieder eintreten. Das Trauma um einen Tot bewältigt Jeder anders. Ich hatte es schon geschrieben, das ich viele Jahre gebraucht habe um den Tot von meinem Mann in meinen Kopf zu lassen. Ich weiß auch nicht wie die Zeit vergangen ist um wieder atmen zu können. Irgendwann war es so weit. Ich fuhr aus meinem Dorf raus und zwischen den Bäumen und Sonnenschein, viel Regen herab. Es war so ein wundervoller Anblick, das ich angehalten habe um aus zu steigen . Irgendwie ist da der Trauerknoten gebrochen. Vielleicht braucht man ja ein Erlebnis um aus dem Schmerz heraus zu kommen. Mein Mann ist trotzdem allgegenwärtig geblieben und selbst als ich nach 20 Jahren sein Grab habe einebnen lassen, war das nicht mehr wichtig. Ich wohnte mit der zeit in einer anderen Stadt und konnte mich um das Grab nicht mehr kümmern. Zurück geblieben ist mein Mann in meinem Kopf und Herz. Egal wie ich jetzt lebe und was ich jetzt lebe. Er ist immer da .
Hallo,
dieser Beitrag ist schon etwas älter. Spricht mir aber aus der Seele.

Ich habe auch meinen Partner erst vor kurzem nach 17 Jahren Beziehung verloren. Ich denke es gibt auch kein Patentrezept, wie man damit umgehen soll.
Bei mir verläuft die Trauer oft in Wellen. Man hört eine bestimmte Musik, sieht ein Bild oder einen bestimmten Ort und schon laufen die Tränen.
Ich gestehe mir dies aber ein und blicke trotzdem positiv in die Zukunft. Gehe
meinen Weg und bin auch offen für Neues. Für Stillstand bin ich nicht der Typ und möchte auch nicht in meiner Trauer verharren, dazu ist mir mein Leben zu kostbar. Ist so mein Gedanke.
Alles Gute und viel Kraft
"gefühlt" würde ich sagen, dass Du in den nächsten Jahren irgendwann wieder einen Partner finden wirst...... :wink:
Danke, ich wünsche es mir. Momentan würde mir eine Freundschaft zum austauschen schon reichen.